TU Hamburg – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Sat, 21 Sep 2024 09:24:22 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Harburgs Musikszene lädt zur Party! https://www.tiefgang.net/harburgs-musikszene-laedt-zur-party-2/ Sat, 21 Sep 2024 09:24:22 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11134 [...]]]> Auch dieses Jahr zeigen die Harburger Clubs, was die lokale Musikszene zu bieten hat.

14 Locations öffnen für einen einheitlichen Preis von 7,50 € ihre Pforten und bieten ein Musikprogramm, das keine Wünsche offen lässt. Also – auf zum Club- und Band-Hopping!

Und es sind auch wieder neue Locations vertreten, die es kennen zulernen gilt. So etwa das ligeti zentrum im Harburger Hafen. Im ligeti zentrum wird die Musik neu erfunden. Hier, in diesem innovativen Zentrum und im 10. Stock am Veritaskai 1, werden experimentelle Klänge mit modernster Technologie kombiniert. Ob Live-Coding, Soundinstallationen oder interaktive Performances – hier erwartet Interessierte ein einzigartiges Musikerlebnis. Zur SuedKultur Music-Night gibt es dabei noch Support des Kulturpalastes Harburg und seiner Hip Hop Academy!

Oder der Weltladen Harburg: Der Weltladen Harburg eG ist ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Besucher können sich hier über fairen Handel und Nachhaltigkeit informieren und faire und nachhaltige Produkte kaufen. Der Laden bietet auch Veranstaltungen und Workshops an. Am 5. Oktober erstmals bei der Music-Night dabei!

Oder das Harburg Marketing e.V.: eigentlich vernetzt es Geschäfte, Unternehmen, Institutionen und Bürger*innen, um gemeinsam Projekte zu realisieren und die Attraktivität des Stadtteils zu steigern. Die verkaufsoffenen Sonntage, das White Dinner aber auch Sommer im Park sind feste Bestandteile des Harburger Kalenders. Bei der SuedKultur Music-Night wird es nun auch zum musikalischen Ort!

Als sich vor gut 18 Jahren das Netzwerk SuedKultur mit dem Ziel formierte, die Kulturszene im Bezirk Harburg zu stärken, hieß es noch „im Süden nichts los!“. Und nun ist die SuedKultur Music-Night bereits seit 14 Jahren die Clubnacht Hamburgs und Dank der dauerhaften Unterstützung der Eisenbahnbau Vereinsgenossenschaft stellt sie mit 15 Kulturakteuren und über 40 Acts in diesem Jahr ein nicht nur umfangreiches sondern mehr als abwechslungsreiches Programm! Gesang, Gitarrenrock, Klänge ferner Länder, Ungewohntes und Tanzbares – es ist die ultimative Einladung an alle Musikbegeisterten, sich mal in Harburgs Musikszene umzusehen und auch mal Stätten kennen zu lernen, die man sonst nicht so auf dem Radar hat.

Mit dabei sind Alles wird schön e.V., Auferstehungskirche Marmstorf, ContraZt e.V., Fischhalle Harburg, Harburg Marketing e.V., Kulturwohnzimmer e.V., ligeti zentrum & Kulturpalast Harburg, Marias Ballroom, Stellwerk, St. Paulus Kirche, The Old Dubliner, TU Hamburg, Weltladen Harburg eG, Zur stumpfen Ecke eG.

In den kommenden Tagen werden wir hier die Clubs und ihr Programm vorstellen.

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Der 20. Harburger Kulturtag! https://www.tiefgang.net/der-20-harburger-kulturtag/ Fri, 27 Oct 2023 22:38:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10374 [...]]]> Der Harburger Kulturtag feiert am So., 5. November sein 20-jähriges Jubiläum! 

Kunst, Kultur, Shopping, Laternenumzug, Feuerwerk und viel Programm: zum 20. Harburger Kulturtag und am verkaufsoffenen Sonntag zeigt Harburg seine kulturelle Vielfalt in gnazer Breite! Und dieses Jubiläum ist ein wahrer Grund zum Feiern. Der Harburger Kulturtag, ein bewährtes Konzept, überzeugt die Hamburger*innen Jahr für Jahr mit einem breiten Spektrum an kulturellen Angeboten. Der Harburger Kulturtag verbindet erneut die zahlreichen Kultureinrichtungen Harburgs, die die kulturelle Anziehungskraft in Hamburgs Süden eindrucksvoll unterstreichen. Am Sonntag, dem 5. November, von 12 bis 20 Uhr präsentieren sich mehr als 25 Harburger Kulturinstitutionen mit einem speziell für diesen Tag konzipierten Jubiläumsprogramm – und das alles bei freiem Eintritt!
Zusätzlich bieten viele Harburger Schaufenster eine Fülle an Sehenswertem. Im Rahmen des Projekts „KunstSchauFenster“ der Kunstleihe Habrurg werden Werke verschiedener Künstler*innen in den Einzelhandelsgeschäften Harburgs ausgestellt, die Kunstgruppe wattenbergART präsentiert sich in der Passage der CityGalerie und selbst der ewig leerstehende Glaspavillon am Lüneburger Tor wird zum Schauplatz einer Installation des Kunstduos well-wired-Team.

Folgende Künstler:innen und Institutionen sind am Harburger Kulturtag vertreten:
antikyno, Archäologisches Museum Hamburg, Ateliergemeinschaft Atelier 32, Alles wird schön, Electrum, Fischhalle Harburg, Freundeskreis Harburger Theater e.V., Harburg Pop Up Store, Galerie 1565, Geschichtswerkstatt Harburg, Habibi-Atelier, Harburger Theater, Harburg Info, HinZimmer, KulturKiosk Blohmstraße, Kunstleihe Harburg, Künstler zu Gast in Harburg, Kunstverein Harburger Bahnhof, KulturWerkstatt Harburg e.V., Medical School Hamburg, Paul-Gerhardt-Kirche Harburg, Sammlung Falckenberg, Sparkasse Harburg-Buxtehude, TU Hamburg,
Alle teilnehmenden Institutionen und das dazugehörige Kulturprogramm werden zeitnah auf Social Media und der Website des Harburg Marketing e.V. (www.harburg-marketing.de) kommuniziert. Die Programmflyer sind in der Harburg Info, Hölertwiete 6, zu finden.

Vor 20 Jahren hatte ein Trio um den seinerzeit neuen Chef des Archäologischen Museums, Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, die Idee, Harburgs Kulturszene mal angemessen ins rechte Licht zu rücken und die Idee des Harburger Kulturtags war geboren. Ateliers, Museen und die Falckenberg-Sammlung öffneten ihre Pforten und zeigten ihre aktuellen Arbeiten. Von Jahr zu Jahr wuchs die Teilnehmerzahl und tausende von Menschen nutzten das Angebot. Vor einigen Jahren dann wurde
der Kulturtag mit dem verkaufsoffenen Sonntag im November zusammengelegt. Eine Gelegenheit, Geschäfte und Kultur zusammenzubringen. Doch zunächst liefen Geschäfts- und Kulturbetrieb weitestgehend neben- statt miteinander. Die Pandemie tat ihr übriges.
Daher nahm schon im letzten Jahr die Kunstleihe Harburg die Aktion „KunstSchauFenster“ in Angriff und konnte vor allem mit dem Verband „Unternehmer ohne Grenzen“ zehn Ladengeschäfte mit KunstSchauFenstern bestücken. Zum 20. Harburger Kulturtag und dem Erfolg des letzten Jahres werden es nun zwanzig! „Dabei wurden wir auch die Vitrinen in der Galerie-Passage in der Lüneburger Straße aufmerksam gemacht“, so Sabine Schnell vom Vorstand des Vereins Kunstleihe Hamburg. „Dort wird nun die Künstler*innengruppe wattenbergART einige ihrer Werke und Künstler*innen präsentieren.“ Und auch in der Hölertwiete fiel ein Schaukasten unangenehm auf. In diesem war offenbar seit gut 30 Jahren die Modewerbung nicht getauscht. Nun prangt ein Werk der Harburger Künstlerin Petra Hagedorn dort und schafft es so wieder als Hingucker zu fungieren.
Und auch ein weiterer Lost Place fiel dem Netzwerk rund um die Kunstleihe ins Auge: der schon lange leerstehende Glaspavillon am Lüneburger Tor / Durchgang zum Harburger Ring. „Er ist ideal für eine Installation des Künstlerduos well-wired-team geeignet“, so Sabine Schnell. Was genau ab Dunkelheit zu sehen sein wird, bleibt zunächst eine Überraschung.

Kunst-Farbbildbände und Kinderbücher gibt es am HinZimmer im Hinzeweg in Heimfeld. Nutzen Sie die Gelegenheit für einen Spaziergang in Heimfeld, während die Kunst-Initiativen geöffnet sind. Es gibt viel zu entdecken an diesem Kulturtag Harburg. Im HinZimmer kann man zwischen 15 und 18 Uhr eine wunderschöne Sammlung von Kunstbände anschauen und gegen eine Spende mitnehmen.

 

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Al Capone in der Uni https://www.tiefgang.net/al-capone-in-der-uni/ Fri, 20 Oct 2017 22:15:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2374 [...]]]> Die Technische Universität ist vielen nur mit gutem Ruf und vom Gebäude bekannt. Aber was machen die da eigentlich? Am Sa., 4. November, können Sie es herausfinden …

Technische Universität, Northern Technologie Institut … viele bekommen es da bei den Namen schon mit der Angst. Dabei findet sich hinter den Studiengängen viel Nützliches und Alltägliches. Nun lädt die Technische Uni (TU) zur „Nacht des Wissens“ und es gibt manches, was spannend zu entdecken sein wird.

Professor Garabed Antranikian, Präsident der TU HH, kündigt regelrecht ein „Feuerwerk“ von über hundert unterhaltsamen und interessanten Beiträgen aus der aktuellen ingenieurwissenschaftlichen Forschung an. Als Entrée ein festlich beleuchteter Campus und in den Räumen der hohen Wissenschaft dann Präsentationen, Exponate und Vorträge. „Ein Show-Programm für alle Altersgruppen – das alles rund um brandneue Themen aus unseren Kompetenzfeldern, die uns alle bewegen. Und in diesem Jahr setzen wir einen Schwerpunkt auf die Digitalisierung, die alle unsere Forschungs- und Lebensbereichen zu durchdringen beginnt“, so Antranikian.

TU-Präsident Professor Garabed Antranikian

Und weiter: „Das Neueste aus den Bereichen Grüne Technologien, Lebenswissenschaften, Flugzeug-Systeme und Schiffbau sowie grundlagenorientiertes Wissen. Unterhaltsam und lehrreich sind die Beispiele unserer Nachwuchsförderung mit den KinderForschern und Kniffelix, das Kopfball-Team mit seiner Entdecker-Tour, die Hamburg Open Online University. Rund ums Fliegen geht es beim DLR_School_Lab, mehrere Präsentationen zum Thema Augmented Reality, Verfahrenstechnik zum Anfassen bis zu modernsten Formen der nachhaltigen Bioraffinerie, neueste Entwicklungen in der maritimen Logistik vom Fraunhofer-Institut an der TUHH, Strömungssimulationen und eine Menge weiterer Experimente und Aktionen, mit denen wir diese Nacht des Wissens 2017 wieder zu einem einzigartigen Erlebnis für Jung und Alt werden lassen.“

Neben Startups werden auch Themen wie Navigation, Sicherheit auf See, Transport riesiger Frachten oder „die Matrix“ erklärt und nahe gebracht. Bereiche wie Digitalisierung, Biokraftstoffe, nachhaltige Entwicklungs-Zusammenarbeit oder gar Themen wie Elbphilharmonie, Städte der Zukunft, Das Leben auf dem Dorf oder Bohren in der Tiefe des Meeres stehen auf dem Programm. Kurzum: alles schafft man eh nicht.

Mathe-As Sherlock Holmes

Wir haben mal einiges durchgeschaut und es findet sich manch Spannendes, für das man überhaupt kein technisch Interessierter Mensch sein muss. So etwa ein Vortrag von Prof. Dr. Sabine Le Borne mit dem Titel. „Al Capone, Sherlock Holmes und die Mathematik“ (um 18h und 19.30h im Gebäude A). Al Capone, Boss der Chicagoer Unterwelt und einer der berüchtigsten Verbrecher der 1920er und 1930er Jahre, gilt als Symbol der organisierten Kriminalität. Sherlock Holmes hingegen, ein (fiktiver) Privatdetektiv, löst jeden anfangs oft unlösbar erscheinenden Fall. Und die Mathematik? Welche durchaus sehr angewandte Rolle diese bei der Verbrechensbekämpfung spielen kann, Prof. Le Borne wird es nahe bringen.

Die Künstliche Intelligenz

Oder von Prof. Dr. Wolfgang Mackens: „Wann werden die Computer die Macht übernehmen?“ (21.45h im Audimax II). Künstliche Intelligenz (KI) wird immer leistungsfähiger. Rechner mit „Deep Learning Programmen“ schlagen Menschen bei Quizsendungen, im Schach, im GO-Spiel und beim Poker. Der Google-Übersetzer übersetzt normalen Text vom Deutschen in über hundert andere Sprachen und zurück. Das IBM-Programm WATSON unterstützt Rechtsanwälte bei Versicherungsprozessen, gibt Diagnosehinweise für Ärzte und Reorganisationsvorschläge für Unternehmen. Einige KI-Experten erwarten für 2050 das Erreichen einer sogenannten „Singularität“, bei der Rechner intelligenter als die Menschheit werden und die Gewalt übernehmen könnten. Ist das ernst zu nehmen?

Prof. Dr.-Ing. Otto von Estorff erklärt die Akustik der Elbphilharmonie. Ihr Grundlagen, Fakten und Hintergründe (18h Audimax II, später um 19.30h im sog. Ditze-Hörsaal). Der Vortrag gibt einen Einblick in die Überlegungen zur akustischen Gestaltung der Elbphilharmonie. Was ist und war ausschlaggebend für den guten Klang eines oder gar des Konzertsaals?!? Wie konnte die Akustik schon im Rahmen der Planung optimiert werden? Welche besonderen Maßnahmen führten letztendlich zum „Klangerlebnis Elbphilharmonie“?

Wann und wie erinnern?

Oder wie ist es mit dem Lernen an sich? Jenny Alice Rohde erklärt zum ThemaLernphänomene“: „An was erinnern wir uns warum und wie können wir dieses Wissen z. B. für Prüfungen nutzen? In diesem Vortrag, aus der Weiterqualifizierungsreihe des Zentrums für Lehre und Lernen, wird die Rolle der Lernsituation, der Sinnesorgane und der Emotionen beleuchtet. Sie erhalten die Gelegenheit Ihre eigenen Einschätzungen über elektronische Abstimmungsgeräte mitzuteilen und mitzudiskutieren.“ (um 17:15 Uhr und noch mal um 19:30 Uhr im Raum 0.01/0.02, Gebäude H).

Quelle und komplettes Programm der TU zum Download: tuhh.de

 

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Die Erkenntnis der Freiheit https://www.tiefgang.net/die-erkenntnis-der-freiheit/ Fri, 01 Sep 2017 22:39:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1930 [...]]]> Sie lebt und arbeitet in Harburg, stellt dort auch gerade aus und nimmt am Harburger Kulturtag 2017 teil: Alexandra Seils. Grund genug, sich mal mit ihr zu treffen …

An einem verregneten Samstagvormittag im August bin ich mit der Malerin Alexandra Seils in der Technischen Universität Harburg verabredet. Im Treppenhaus ist eine Ausstellung ihrer großformatigen Bilder, die ganz im Gegensatz zum grauen Himmel draußen durch ihre intensive Farbgestaltung  ansprechen.

„Die Klarheit der Farben steht für meine persönliche Klarheit“, sagt Alexandra Seils, deren Themen Blumen und Landschaften sind. Aber es wäre sicher nicht richtig, sie als Landschafts- und Blumenmalerin zu bezeichnen, denn sie versteht es, Farbkompositionen voller Energie und Emotion zu schaffen, die über ein schlichtes Abbilden weit hinausgehen.

„Die Natur ist für mich das, was immer da ist und bleibt“, sagt die Künstlerin, „und ihr gegenüber empfinde ich eine besonders ausgeprägte Achtung.“

Fabenpracht von Alexandra Seils

Am Anfang ihrer Arbeiten steht oft nur die Idee eines Farbtones, keineswegs hat Alexandra Seils schon ein fertiges Bild im Kopf. Es kann durchaus sein, dass sie parallel an 5 bis 10 Bildern malt.

So bekommt sie immer wieder einen „guten Abstand“ zu den werdenden Werken. So kann sie leichter an den Bildern weiter arbeiten, oder das Begonnene verändern. Das kann in kleinen Details geschehen, kann aber auch die Komposition grundsätzlich verändern. Für Alexandra Seils ist es wichtig, zuzulassen, wenn sie etwas ganz anders machen möchte und damit etwas loszulassen, was sie nicht weiter machen möchte. Das traut man sich jedoch eher, wenn man die Werke mit Abstand betrachtet und nicht mehr „frisch verliebt“ in kleine Details ist.

Einmal hatte sie eine große Zahl von Bildern und Zeichnungen, die ihr nicht mehr zusagten,  zerrissen. Die Schnipsel aufeinandergelegt, ergaben neue, überraschend anregende Werke. Ein  Bekannter nannte diese Werke Shiva-Art. Shiva ist die Hindugottheit der Zerstörung, in der aber auch Schöpfung und Neubeginn begründet sind.

Das Kindliche Malvergnügen

Alexandra Seils gibt verschiedene Malkurse, wobei ich das „Action Painting“ für Erwachsene erwähnen möchte. Dabei handelt es sich um eine spontane und dynamische Malweise, bei der die Malenden nicht planen, sondern zunächst mit irgendetwas beginnen. Aus ein paar zufälligen Pinselstrichen, einer willkürlich gewählten Farbe, Tropfen und Klecksen kann dann bewusst Struktur und Komposition entwickelt werden. Gefühl und Verstand können so zueinander finden, der Sinn für etwas ästhetisch Stimmiges kann sich entwickeln.

Alexandra Seils betont, dass Erwachsene auf diesem Weg ihr kindliches Malvergnügen wieder finden können. Können. Denn sie hat immer wieder erlebt, wie schwer sich Erwachsene, gerade in Berufen mit hoher Verantwortung und Leitungsfunktion tun, etwas gänzlich frei und spontan zu Papier zu bringen. Die Frage: Habe ich das richtig gemacht? Oder: Wie finden das die anderen? steht sofort im Raum.

Doch gerade von dieser selbstkritischen und selbstzweiflerischen Haltung möchte Alexandra Seils die Kursteilnehmer sich freimalen lassen.

Malen aus innerem Antrieb

Natürlich ist Alexandra Seils der künstlerische Erfolg nicht gleichgültig, aber Konzessionen an eine Geschmacksrichtung will sie nicht machen. Oft ist sie gefragt worden, ob sie von ihrer Kunst leben könne. Sie fragt dann zurück, was das Leben lebenswert mache.

Materielle Sicherheit steht für die meisten Menschen im Vordergrund, auf der Basis eines gewissen Standards allerdings. Das ist freilich oft mit Konzessionen an die persönliche Freiheit, an die Freude an der Arbeit und die Ausgeglichenheit verbunden. Ein künstlerisches Leben hängt eben auch mit der Erkenntnis zusammen, wovon ich mich frei machen kann, um frei zu sein. Seils: „Ich male aus einem inneren Antrieb heraus“, sagt sie. „Ich habe nie etwas unterdrückt, was ich künstlerisch umsetzen wollte. Man soll sich nicht dem verweigern, was man glaubt, tun zu müssen.“

Wirkung und Wahrnehmung

Obwohl sich Alexandra Seils eher als unpolitisch betrachtet, lohnt es sich meines Erachtens ihre Bilder, die in der Zeit des großen Flüchtlingsstroms 2015 entstanden sind, auch unter dem Gesichtspunkt dieses Ereignisses zu betrachten.

Alexandra Seils: Hoffnung (Foto: Christoph Rommel)

Gerade hier wird deutlich, was einem Landschaftsbild an Bedeutungen innewohnen kann, was die Form ebenso wie die Farbenwahl betrifft.

Bei unserem Rundgang spreche ich auch immer wieder darüber, welche Wirkung die Bilder auf mich haben und welche Deutung ich ihnen gebe. Die Malerin sagt, dass ihr Bild ein Geschenk an den Betrachter sei, in dem Sinne, dass er frei sei, ihm eine persönliche Deutung zu geben. Entsprechend der Freiheit des Künstlers gibt es die Freiheit des Betrachters. Für den Künstler ist es eine Bereicherung, wenn der Betrachter etwas Anderes, Neues in dem Bild sieht. Gerade die Akzeptanz in einem nichtkünstlerischen Umfeld stellt eine große Motivation für das Malen dar. Aus diesem Grunde sollten die Bilder ursprünglich einmal keine Titel haben, um die Wahrnehmung nicht zu sehr zu steuern. Betrachter verlangten aber oft nach einem Titel.

Inzwischen versteht Alexandra Seils die – immer offenen – Titel als eine Anregung zur Auseinandersetzung mit den Werken. Für einige der in der TU ausgestellten Bilder wählte sie Verszeilen aus Gedichten der Romantik, deren Bedeutung sich der Betrachter sich erst wird erschließen müssen, bevor er sie mit dem Bild in Verbindung setzen kann.

Eine bemerkenswerte Idee und bemerkenswerte Bilder, die man sich unbedingt ansehen sollte.

 

Termine:

  • Noch bis zum 29. Sept. 2017 ist eine umfangreiche Werkschau von Alexandra Seils (zusammen mit Raimund Pallusseck) an der Technischen Universität Hamburg, Am Schwarzenberg-Campus 1, Hauptgebäude (A), 21073 Hamburg, zu sehen.
  • Finissage am 29. September 2017 um 19 Uhr.
  • Harburger Kulturtag am Sa., 4. November 2017 von 12-20 Uhr, Atelier Seils, Reeseberg 3, 21073 Hamburg, zusammen mit Ute Lübbe (siehe auch Tiefgang vom 6. Aug. 2017)

Weiterführende Links: www.uteluebbe.de, www.AlexandraSeils.de

(für TIEFGANG unterwegs war: Christoph Rommel)

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