Zwei Millionen Jahre Migration https://www.tiefgang.net Fri, 15 Jun 2018 08:17:50 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Wandern mit den Langobarden https://www.tiefgang.net/wandern-mit-den-langobarden/ Fri, 08 Jun 2018 22:38:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3681 [...]]]> Migration ist das Thema der derzeitigen Ausstellung des Archäologischen Museums Hamburg. Nun ist der Künstler Gaetano Gross zu Gast und wandert …

Seit dem 8. Juni und noch bis September 2018 ist der Künstler Gaetano Gross zu Gast im Archäologischen Museum Hamburg. Er präsentiert Collagen unter dem Titel „Wanderung und Wandlungen der Langobarden“ in der Archäologischen Dauerausstellung des Museums. Die Ausstellung baut zudem eine Brücke zur aktuellen Sonderausstellung des Museums „Zwei Millionen Jahre Migration“.

Die Langobarden sind bis heute eines der rätselhaftesten und faszinierendsten Völker in der europäischen Geschichte. Während ihrer langen Wanderung in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten aus dem Norden Germaniens bis in das warme Italien haben sie viele Spuren hinterlassen auch im Niederelberaum. Das Thema könnte aktueller kaum sein: Das Archäologische Museum Hamburg zeigt noch bis zum 2. September die Sonderausstellung „Zwei Millionen Jahre Migration“, an welche die Langobarden-Ausstellung thematisch bestens anknüpft. Unterstützt wird das Ausstellungsprojekt durch die „Associazione Longobardia“. Heidi Jung aus Garstedt und Ehrenpräsidentin dieses europäischen Verbandes, entdeckte während einer ihrer vielen Italienreisen ihre Liebe zu den Langobarden. Dort haben sich sieben Städte mit langobardischem Kulturerbe zu einer Vereinigung „Italia Langobardorum“ zusammengeschlossen und sind seit 2011 anerkanntes Weltkulturerbe der UNESCO. Seit 2006 unterstützte Heidi Jung die Kandidatur zur Anerkennung. Heidi Jung möchte einen „geschichtlichen Brückenschlag“ herstellen mit der Vision, den Süden Italiens mit Norddeutschland durch eine europäische Langobardenstraße zu verbinden. Die Ausstellung stellt dazu einen weiteren wichtigen Schritt dar.

„Die „Associazione Longobardia“ hat sich den Wanderweg der Langobarden als „Europäische Kulturstraße“ zum Ziel gesetzt. Sie arbeitet mit „Italia Longobardorum“ zusammen. Der Brückenschlag vom hiesigen ehemaligen Langobardengebiet bis in den Süden Italiens bot sich nachgerade an. Mit der Vision einer europäischen Kulturstraße ist schließlich die „Associazione Longobardorum“ entstanden“, erklärt Heidi Jung.

Die Besucher können bis zum 2. September bei einem Rundgang erleben, wie Kunst und Archäologie eine ganz besondere Verbindung eingehen. Collagen wie zum Beispiel die „Tangendorfer Scheibenfibel“ laden dazu ein, sich auf diese neue Verbindung einzulassen. Gaetano Gross verarbeitet in seinen aktuellen Werken viele archäologische Objekte. Dem Künstler gelingt es, sich durch sie inspirieren zu lassen und seinen eigenen Blickwinkel zu finden. Vorgeschichtliche Objekte sind für ihn nicht mehr nur historische Belege, Gaetano Gross gibt den Objekten ihre eigenen Inhalte und neue Bezüge. „Ich möchte die Besucher zu einer vielschichtigen Betrachtungsweise der originalen Funde anregen, damit sie ihren Blick für Details, für Formen und Farbspuren öffnen können“, erklärt der Künstler. Er wählte für seine Werke Grabbeigaben und Achitekturelemente der Langobardenzeit aus. So entstand eine Serie, die Hamburg mit Österreich, Ungarn und Italien verbindet.

Noch bis zum 2. September 2018 im Archäologischen Museum Hamburg, Harburger Rathausplatz 5, 21073 Hamburg; Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10.00 bis 17.00 Uhr

Eintritt: Während der Öffnungszeiten des Museums regulärer Museumseintritt: Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre haben freien Eintritt, Erwachsene 6,- Euro, ermäßigte Karte 4,- Euro

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“Out of Africa” https://www.tiefgang.net/out-of-africa/ Fri, 20 Apr 2018 22:11:10 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3526 [...]]]> Während alle deutsche Welt über die Zuwanderung aus den afrikanischen Ländern diskutiert, stellen Forschende fest: „Wir sind doch selbst daher!“ Im Harburger Museum gibt es nun Fundiertes dazu …

Das Archäologische Museum Hamburg hat gerade die Ausstellung „Zwei Millionen Jahre Migration“ eröffnet, die zur aktuellen Migrationsdebatte akademische Resultate beiträgt. Denn: aus- und eingewandert wurde schon immer und in den seltensten Fällen aus Gründen der Freizeitbeschäftigung.

Nun wird die Ausstellung noch um eine Diskurs-Reihe „Schaufenster der Geschichte“ ergänzt. Den Auftakt macht am kommenden Donnerstag , 26. April, um 18.00 Uhr einen Vortrag Prof. Dr. Richter. Thema: Wo liegt der Ursprung des modernen Menschen? Entstammt der Mensch Gebieten im heutigen Afrika, oder gab es eine gleichzeitige Entstehung in verschiedenen Regionen der Erde?

Diese und andere große Fragen zur Evolution des Menschen erläutert der renommierte Wissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Richter vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Köln als einer der führenden Vertreter der sogenannten Out-of-Africa-Theorie.

Evolutionsforscher rätseln seit langer Zeit darüber, wie der moderne Mensch die Welt besiedelte. Nach der als gut gesichert geltenden “Out of Africa”-Theorie breitete sich die Gattung Homo von Afrika aus über die Welt aus. Eine Reihe genetischer Untersuchungen weist darauf hin, dass sie sich im südlichen Afrika entwickelte und vor etwa 70.000 bis 43.000 Jahren aufbrach. Manche Experten schließen nicht aus, dass auch andere, nicht-afrikanische Gruppen wie zum Beispiel der Neandertaler einen Beitrag zum Erbgut des modernen Menschen lieferten. Hinter der Diskussion steht die Frage: Wie eng sind die heutigen Menschen miteinander verwandt? Vor fast 140 Jahren begann der Dialog zwischen Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen zu diesem Thema. Der Referent wird in seinem Vortrag die Position der Anthropologie und der Genetik erörtern sowie Aspekte der archäologischen Befundlage vorstellen.

Der Vortrag findet am 26. April, um 18:00 Uhr im ArchaeoLOGiCUM des Archäologischen Museums Hamburg, Harburger Rathausstraße 5, 21073 Hamburg statt. Eintritt: 4 €, erm. 3 €, ohne Anmeldung

Die Vortragsreihe geht weiter: Am 31. Mai wird Prof. Dr. Johannes Krause, Direktor des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte, Abteilung Archäogenetik, in Jena, passend zur aktuellen Ausstellung des Archäologischen Museums Hamburg „Zwei Millionen Jahre Migration“ einen Vortrag halten. Sein Thema lautet: „Die genetische Herkunft der Europäer: Migration in der Vorgeschichte“.

Quelle: www.amh.de

 

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Die Mobilität des Menschen https://www.tiefgang.net/die-mobilitaet-des-menschen/ Fri, 13 Apr 2018 22:37:14 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3468 [...]]]> Migration ist allgegenwärtig. Aber ist sie wirklich neu? Das Museum in Harburg bietet einen verblüffenden Perspektivwechsel an …

 „Zwei Millionen Jahre Migration“ ist der Titel der Sonderausstellung, die das Archäologische Museum Hamburg nun eröffnete und bis zum 2. September 2018 zeigt. Die Ausstellung verdeutlicht mit einem Blick in unsere früheste menschliche Entwicklungsgeschichte, dass Mobilität und Migration selbstverständliche Bestandteile des Menschseins und kein modernes Phänomen sind. Die Spurensuche im Museum führt dabei von den Wurzeln des Menschen in Afrika über Asien bis nach Europa. Wie begann die Reise des Menschen, welche Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen stehen hinter dem Phänomen der Migration? Die Schau lädt dazu ein, diese Fragen zu ergründen.

Die aktuelle Einwanderung von Menschen aus Afrika und Westasien nach Europa löst umfassende Debatten aus und wird die europäischen Gesellschaften über Jahre hinaus begleiten. Menschen waren aber zu allen Zeiten mobil. Auf der Suche nach Nahrung, Wasser und anderen Ressourcen haben sie sich sowohl kleinräumig bewegt als auch andere Regionen und Kontinente besiedelt. Die Ausstellung präsentiert unsere unterschiedlichen Wurzeln aus Afrika und Westasien. Dabei werden vier wichtige Migrationsereignisse vorgestellt: Vor zwei Millionen Jahren kamen erstmals Vertreter des Homo erectus aus Afrika nach Asien und Europa und haben sich von dort ausgebreitet. Vor 100.000 Jahren erfolgte dann über dieselbe Route die Auswanderung der modernen Menschen. Erst vor 7.000 Jahren wanderten Ackerbauern und Viehzüchter aus dem heutigen Anatolien nach Europa ein. Sie vermischten sich mit der hier ansässigen Bevölkerung. Schließlich wanderten vor 4.000 Jahren Menschen aus den östlichen Steppen Richtung Westen, und es kam erneut zu einer Vermischung und zum Kulturaustausch.

„Mit der Darstellung der vielen Migrationsereignisse in der frühen Geschichte des Menschen möchte das Museum den Besuchern einen Perspektivwechsel ermöglichen: Sie können das Thema aus dem archäologischen Blickwinkel betrachten und so einen distanzierten Standpunkt einnehmen, der nicht von Tagesaktualität geprägt ist, sondern von der Suche nach wissenschaftlicher Erkenntnis“, erklärt Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg.

Die Ausstellung lädt die Besucher ein zu ergründen, welche Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen hinter dem Phänomen der Migration standen und stehen. Besucher können die Ausstellung auf unterschiedlichen Informationsebenen erleben. Mit Audio-Reiseführern für Kinder und Erwachsene reisen sie zu den wichtigsten Migrationsereignissen in unsere Vergangenheit. Dazu bieten spezielle Informationsboxen in jedem Bereich passende Spiele und vielfältige zusätzliche Materialien. 

Faszinierende Spuren der Migrationsgeschichte auch in Hamburg

Zur Ausstellung gehören auch die Geschichten heutiger Migranten. Das Museum hatte im Vorfeld der Schau Neu-Hamburger und Hamburger mit Migrationshintergrund in der ersten, zweiten und dritten Generation aufgerufen, ihre Geschichten zur Ausstellung beizutragen. Dabei interessierten sich die Ausstellungsmacher besonders dafür, was die Themen Kultur, Heimat oder Herkunft für die Neu-Hamburger bedeuten und welche Gründe sie nach Hamburg geführt haben. Die Erfahrungen und Motive der modernen Migranten sind in der Ausstellung als Videos zu sehen. Dabei erfährt der Besucher nicht nur etwas über die Geschichten von Geflüchteten aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan, sondern lernt auch ganz überraschende Migrationsbiographien kennen: So erzählen zum Beispiel eine australische Barkeeperin und eine ukrainische Stadtplanerin, wie sie in Hamburg eine neue Heimat gefunden haben. 

Der Extra-Rundgang: Auf den Spuren der Migration durch die Archäologische Dauerausstellung

Ergänzend zur Sonderausstellung empfiehlt sich ein Gang durch die Archäologische Dauerausstellung des Museums. Auch hier können viele Hinweise entdeckt werden, die zeigen, dass Migration auch in unserer Geschichte schon immer eine wichtige Rolle gespielt hat. In der Dauerausstellung sind viele herausragende archäologische Exponate des Museums zu sehen, die im Kontext der Migrationsgeschichte stehen. Der Rundgang ist für die Besucher mit besonderen Hinweisen gekennzeichnet. 

Kooperation mit dem Auswanderermuseum BallinStadt Hamburg

Die Fortsetzung der spannenden Geschichte der Ein- und Auswanderung können die Besucher in der BallinStadt Hamburg erleben: Gegen Vorlage eines Tickets von „Zwei Millionen Jahre Migration“ erhalten Museumsbesucher in der BallinStadt Hamburg einen „2 für 1“-Rabatt: Nur die erste Person zahlt Eintritt, die zweite hat freien Eintritt (nicht mit anderen Rabatten kombinierbar). Im Gegenzug dürfen Besucher der BallinStadt Hamburg zu den gleichen Konditionen in das Archäologische Museum Hamburg. Zwischen den beiden Ausstellungen liegen nur zwei S-Bahn-Stationen (S3/S31). 

Begleitprogramm zur Ausstellung

Im Rahmen der Sonderausstellung hat das Archäologische Museum Hamburg ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm zusammengestellt: Bei Führungen durch die Ausstellung, aber auch bei Workshops und Vorträgen erfahren die Besucher viel über die Bedeutung archäologischer Forschung für heutige gesellschaftliche Herausforderungen. Den Fragen, woher wir kommen und was genau die Reise unserer Vorfahren mit unserer Gegenwart und Zukunft zu tun hat, wird zum Beispiel in einer spannenden Führung durch die Ausstellung nachgegangen. Im Rahmen eines Workshops begeben sich die Teilnehmer auf einen Streifzug durch die Vergangenheit und entdecken, welches genetische Erbe in ihnen steckt. Neue Forschungen geben dabei ungeahnte und überraschende Einblicke. Das Archäologische Museum Hamburg hält Angebote für alle Alters- und Interessengruppen bereit.

„Zwei Millionen Jahre Migration“ ist eine Ausstellung des Neanderthal Museums in Mettmann.

Informationen zum Ausstellungsbesuch:

Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 17 Jahre frei; Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10:00 – 17:00 Uhr

Ort: Archäologisches Museum Hamburg, Museumsplatz 2, 21073 Hamburg

Laufzeit: bis 2. September 2018

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