Wissen https://www.tiefgang.net Tue, 21 Jul 2026 14:54:00 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Palmkerne und Paläste https://www.tiefgang.net/palmkerne-und-palaeste/ https://www.tiefgang.net/palmkerne-und-palaeste/#respond Fri, 17 Jul 2026 15:52:37 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14199 [...]]]> Vor kurzem legte ein Historiker*innen-Paar den „Abschlussbericht koloniales Harburg“ vor. Eine Forschungsarbeit, die ebenso lesens- und nachdenkenswert ist wie Auftakt weiterer Wissensgrabungen sein sollte.

Wer heute vor dem Harburger Rathaus steht, reibt sich unweigerlich die Augen. Da ragt dieser prachtvolle, herrschaftliche Palast im Stile der Neorenaissance empor, ein steinernes Monument puren bürgerlichen Selbstbewusstseins. Doch dreht man sich um, fällt der Blick auf die ernüchternde Realität des heutigen Bezirks: Nachkriegsbauten, funktionale Verkehrsschneisen, eine stellenweise recht unglücklich verbaute Innenstadt. Angesichts dieses Kontrasts drängt sich eine Frage geradezu auf: Welche enormen, glanzvollen Zeiten müssen das gewesen sein, die ein solches Rathaus hervorgebracht haben?

Die Antwort liegt in einer Epoche, in der Harburg nicht das Anhängsel Hamburgs war, sondern ein scharfer Konkurrent. Wir müssen den Blick zurückwerfen in die Mitte des 19. Jahrhunderts, als an der Süderelbe mit radikaler Energie die Zukunft geschmiedet wurde. Harburg war damals wie ein gallisches Dorf der Industrialisierung, das seine Unabhängigkeit vom großen Nachbarn im Norden mit jeder Faser lebte und genau daraus seine enorme Dynamik zog. Während in Hamburg noch lange über Handelsprivilegien debattiert wurde, rauchten in Harburg längst die Schlote.

Der Funke, der diese Dynamik entzündete, sprang zuerst im Binnenhafen über. Mit dem Bau des ersten Bahnhofs (wo heute das Neubaugebiet der Theodor-Yorck-Straße liegt) direkt an den Kaianlagen wurde das Fundament für einen beispiellosen Boom gelegt. Harburg besaß plötzlich das, wovon andere Städte nur träumen konnten: den direkten Umschlag vom Schiff auf die Schiene.

Die Stunde der Pioniere

Es war die Stunde der Pioniere der Fettindustrie. Als die ersten modernen Ölpressen im Hafenbereich in Betrieb gingen, veränderte das die hiesige Wirtschaft grundlegend. Heimische Saatfrüchte wie Raps oder Lein stießen schnell an ihre kapazitären Grenzen, doch man erkannte das enorme Potenzial von Palmkernen aus Übersee – sie waren ungleich ergiebiger. Es entstand eine fulminante Erfolgsgeschichte, geprägt durch Namen wie Gaiser, Noblée & Thörl und später Hobum, die Harburg in ein Zentrum der Fett- und Margarineindustrie verwandelten. Hand in Hand damit ging das Übersee-Handelshaus von Gottlieb Leopold Gaiser, das ab den 1880er Jahren eigene Faktoreien in Westafrika betrieb und die Rohstoffströme direkt an die Elbe lenkte.

Parallel dazu revolutionierte ein ganz anderer Rohstoff den Alltag: Kautschuk. In den Werkstätten von H. C. Meyer jr., dem legendären „Stockmeyer“, gelang ein industrieller Coup. Das bisher für edle Spazierstöcke verwendete, aber extrem knappe und teure Elfenbein konnte durch das neuartige Hartgummi ersetzt werden. Fast zeitgleich schrieben die Harburger Gummi-Werke (die Urzelle der späteren Phoenix-Werke) ab 1856 Industriegeschichte. Mithilfe des hochentwickelten Goodyear-Verfahrens zur Vulkanisation konnten aus Kautschuk elastisches Gummi in Massen hergestellt werden – für robuste Schuhe, bald für Reifen, Kämme oder Billardkugeln.

Ein weltweiter Rohstoffhunger brach aus, der an der Süderelbe ein mächtiges Zentrum fand. Es gehört zu den zentralen neuen Erkenntnissen des Berichts, die hiesige Wirtschaftsgeschichte um eine bisher übersehene Säule zu erweitern: die Jute-Spinnerei, die um 1913 zur größten Arbeitgeberin Harburgs aufstieg. Ihr Erfolg basierte fundamental auf den existenziellen Krisen und dem Elend der kleinbäuerlichen Bevölkerung im fernen Bengalen.

Geld – Macht – Einfluss

Wie aber finanzierte und organisierte Harburg dieses atemberaubende Wachstum? Die Antwort liegt in einem eng geknüpften, hocheffizienten Netzwerk, das sich radikal vom Hamburger Weg unterschied. Während man nördlich der Elbe auf die etablierte Macht der hanseatischen Kaufleute setzte, pumpte im Süden die Hannoversche Bank das nötige Kapital in die rasant wachsenden Betriebe.

Und dort, wo das Geld lag, saßen auch die politischen Entscheider. Harburgs Aufstieg ist untrennbar mit den weitsichtigen Stadtobersten jener Epoche verbunden. Maßgebliche Bürgermeister wie Julius Ludowieg und später Heinrich Denicke tummelten sich just in jenen finanziellen Zirkeln und Gremien der Hannoverschen Bank, die den Boom erst ermöglichten. Hier verschmolzen knallharte Kommunalpolitik und weitreichende industrielle Interessen zu einem unaufhaltsamen Motor. Man verstand sich eben als Macher.

Dieser Motor veränderte das Gesicht der Stadt in Rekordzeit. Um den gewaltigen, globalen Rohstoffhunger logistisch bewältigen zu können, wurde die Infrastruktur auf Effizienz getrimmt. Ein topmoderner Kaihafen entstand, begleitet von einem neuen, imposanten Bahnhof und einem rasterartig ausgebauten Straßennetz. Doch Fabriken brauchen Hände. Aus dem ländlichen Umland strömten Tausende Tagelöhner*innen an die Süderelbe, angelockt von der Aussicht auf Arbeit.

Für diese neue, massiv anwachsende Klasse von Arbeiter*innen wurden in Windeseile ganze Viertel (z.B. Phoenix-Viertel) mit dicht gedrängten Mietshäusern aus dem Boden gestampft. Die Stadt explodierte förmlich. Um dieses neue, mitunter prekäre soziale Gefüge im Schatten der rauchenden Schlote stabil zu halten, entstanden parallel die ersten Armenkassen.

Ungleicher Schweiß des Erfolgs

Es war eine vollkommene Transformation: Harburg hatte sich eine komplett neue, vibrierende und raue industrielle Identität erschaffen. Während die bürgerliche Elite kolonialbegeistert war, blieb der Arbeiterschaft in den engen Straßen des Phoenix-Viertels kaum Raum für imperiale Träume. Da die Arbeiter*innen primär mit dem nackten Überleben und dem harten Fabrikalltag eines 12-Stunden-Tages beschäftigt waren, macht gerade diese tief ausgeprägte Klassenperspektive die Harburger Geschichte im Vergleich zum Handels- und Kaufmannszentrum Hamburg so speziell.

Doch diese glänzende Medaille des industriellen Erfolgs hatte eine weitere tiefdunkle Kehrseite. Der unaufhaltsame Harburger Boom basierte fundamental auf der rücksichtslosen Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Süden, angetrieben von einer zielgerichteten imperialen Politik. Als das junge deutsche Kaiserreich ab den 1880er Jahren vehement auf eigene Kolonien drängte, saßen die Harburger Fabrikanten längst an den Hebeln der globalen Warenströme. Ob Kautschuk aus Kamerun oder Palmkerne aus Togo – der koloniale Raubbau war der Treibstoff für den heimischen Aufstieg.

Wie viele dieser Verflechtungen in den Alltag einsickerten, konnten die Historiker*innen Annika Bärwald und Yves Schmitz in den Archiven der Lokalzeitung nachlesen. Denn die Harburger Anzeigen und Nachrichten begleiteten den weltweiten Aufstieg der Stadt Schritt für Schritt. In ihren Spalten mischten sich nüchterne Marktberichte mit unverhohlener kolonialer Propaganda. Man feierte den wirtschaftlichen Imperialismus und versuchte gezielt, auch die heimische Arbeiterschaft für das koloniale Projekt zu begeistern.

Aus den fernen Kolonien floss jedoch nicht nur Rohmaterial in die Fabriken, sondern auch Beute in die Salons. Die lokale bürgerliche Elite, berauscht vom eigenen globalen Einfluss, demonstrierte ihren Status durch eine ganz besondere Form des bürgerlichen Stolzes: Man sammelte eifrig ethnografische Objekte aus den besetzten Gebieten und schenkte sie dem Helms-Museum. Diese mitgebrachten Trophäen sollten den kolonialen Geist mitten in Harburg fassbar machen – eine Zurschaustellung von Macht, die heute, sicher verwahrt in den Depots, als stummes Zeugnis einer tiefen moralischen Schuld überdauert hat. Der Bericht macht die koloniale Gewalt schmerzhaft konkret: Unter den Schenkungen an das Helms-Museum befinden sich nicht nur koloniale Alltagsobjekte wie eine Nilpferdpeitsche, sondern auch sensible, von Gewalt zeugende Funde wie ein menschlicher Schädel. Hier wird einstiger bürgerlicher Sammlerstolz zur dringlichen zeitgenössischen Verpflichtung. Wie Bärwald und Schmitz attestieren, wartet dieser Fundus im heutigen Stadtmuseum Harburg auf seine kritische historische Einordnung und schlussendliche Restitution.

Ein Abschluss als Beginn

Dass diese lange Zeit unsichtbaren Linien zwischen Harburger Prachtbauten und kolonialer Ausbeutung nun so klar gezeichnet werden, ist das Ergebnis einer kulturpolitischen Initiative aus dem November 2021. Angestoßen durch einen Vortrag des Historikers Kim Todzi von der Forschungsstelle Kolonialgeschichte, beschloss die Bezirksversammlung, die Verflechtungen der eigenen Stadtgeschichte systematisch auszuleuchten.

Der nun vorgelegte Abschlussbericht „Koloniales Harburg“ von Annika Bärwald und Dr. Yves Schmitz löst dieses Versprechen in Teilen ein. Die Forschenden haben eine akribische Aufarbeitung geleistet, die genau jene Verbindungen freilegt, die im kolonialen Rausch des Kaiserreichs geknüpft wurden. Durch die erstmalige systematische Durchsiebung lokaler Quellen, wie des Digital-Archivs der Harburger Anzeigen und Nachrichten, wird nachvollziehbar, wie Globalgeschichte und Lokalgeschichte an den einzelnen Fabrikbänken aufeinandertreffen. Der Bericht schließt damit nicht nur historische Leerstellen, sondern gibt präzise Hinweise zur Vertiefung.

Dieser Abschlussbericht ist deshalb so absolut lesenswert, weil er nicht dem staubigen Klischee klassischer Heimatforschung entspricht. Er holt die Weltpolitik direkt vor unsere Haustür. Das macht das Werk zu einem packenden Stück Zeitgeschichte, das fesselt und stellenweise tief bewegt. Vor allem aber macht der Bericht eines unmissverständlich klar: Harburgs Geschichte zu erforschen lohnt sich – und sie liegt uns im doppelten Sinne nah. Sie ist räumlich zum Greifen nah in den Hafenbecken und Straßennamen unseres Stadtraums, und sie ist uns strukturell in ihren globalen Auswirkungen viel näher, als wir es im Alltag oft wahrhaben wollen. Denn Gummi und Palmöl sind alltägliche Begleiter unseres Lebens.

Genau aus diesem Grund darf und wird diese Arbeit kein Schlusspunkt sein, der in den Schubladen der Bezirksverwaltung verschwindet. Sie ist vielmehr ein gelungener Auftakt. Bärwald und Schmitz haben ein stabiles Fundament gegossen, doch die reichhaltigen Quellenfunde – von den tiefen Archiven des Helms-Museums bis zu den ungesichteten Firmennachlässen – schreien förmlich nach einer Fortsetzung. Dieser Bericht muss als lauter Ansporn verstanden werden: für Schulen, für zivilgesellschaftliche Initiativen und für weitere historische Forschungen. Die Spurensuche an der Süderelbe hat gerade erst begonnen.

Der „Abschlussbericht koloniales Harburg“ von Annika Bärwald und Yves Schmitz steht hier kostenfrei zum Download.


Tiefgang statt Bezahlschranke:

Dir ist dieser Artikel ein paar Euro wert?

Mit einer Spende hilfst du uns, weiterhin unabhängig über die Kulturszene zu berichten:

Konto Kulturspinnerei, GLS Bank, IBAN: DE42 4306 0967 1117 3871 00, Betreff: „Tiefgang“ 

]]>
https://www.tiefgang.net/palmkerne-und-palaeste/feed/ 0
Heimat als modernes Erlebnis https://www.tiefgang.net/heimat-als-modernes-erlebnis/ https://www.tiefgang.net/heimat-als-modernes-erlebnis/#respond Tue, 07 Jul 2026 08:24:22 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14137 [...]]]> Wer das Buxtehude Museum am St.-Petri-Platz heute besucht, betritt einen Ort, der in den vergangenen fünf Jahren eine beeindruckende Wandlung vollzogen hat.

Seit der feierlichen Eröffnung am 12. Juli 2021 – inmitten der Corona-Pandemie – ist das Haus weit mehr als ein klassisches Heimatmuseum; es ist ein lebendiger Treffpunkt, der Buxtehuder Stadtgeschichte mit europäischer Archäologie und handwerklicher Tradition verknüpft. Pünktlich zum fünften Geburtstag lädt das Museum vom 14. bis 19. Juli 2026 bei freiem Eintritt dazu ein, diesen Wandel selbst zu erleben.

Die Geschichte des Hauses ist eine Erzählung über stetige Entwicklung: Ausgehend von der Stiftung des Seifenfabrikanten Julius Cäsar Kähler im Jahr 1913, durchlief das Museum eine jahrzehntelange Platznot, bis die Sanierung ab 2015 den Durchbruch brachte. Durch den Erwerb des Nachbargebäudes konnte der Eingang repräsentativ zum St.-Petri-Platz geöffnet werden, was den Grundstein für die heutige Strahlkraft legte. Eine begleitende Fotoshow zur Jubiläumswoche macht deutlich, dass während der sechsjährigen Umbauzeit kein Stein auf dem anderen blieb.

Dass das Museum heute so tief in die Kulturgeschichte eintaucht, zeigt sich an seinen wechselnden Schwerpunkten. Zwei Beispiele verdeutlichen die Bandbreite der vergangenen Jahre. In der Ausstellung Luxusgut Papier wurde die Geschichte der Papierherstellung und -nutzung beleuchtet, die als ein faszinierendes Beispiel für den kulturellen und wirtschaftlichen Wandel in der Region diente. Und mit den Funden des Gräberfeldes von Immenbeck positionierte sich das Haus mit Europäischer Archäologie als wissenschaftlich ernstzunehmender Akteur, der die lokale Geschichte in einen größeren, europäischen Kontext stellt und regelmäßig archäologische Wochenenden anbietet.

Neben diesen tieferen Einblicken etablierte das Museum aber auch erfolgreich Formate für jede Generation: Ob bei der Spurensuche nach Eulen im Stadtgebiet, beim kreativen Basteln mit „Drachen im Museum“ oder bei Vorträgen zum Thema Handel und Wandel – das Haus ist ein aktiver Teil des städtischen Lebens geworden.

Jubiläumsprogramm: Ein Dank an das Publikum

Der Höhepunkt der Jubiläumswoche findet am Sonntag, den 19. Juli 2026, von 11.30 bis 17 Uhr statt. Besucher*innen erwartet dann ein bunter Tag mit Kurzführungen, bei denen Mitarbeiter*innen ihre persönlichen Lieblingsobjekte vorstellen. Das Rahmenprogramm bietet darüber hinaus kreative Aktionen wie ein Riesen-Memory oder ein Glücksrad. Wer den perfekten Ausklang sucht, kann den Tag im Museumsshop oder bei einem Besuch im Café Baham abrunden.

Es lohnt sich also auch nach 5 Jahren, das Buxtehude Museum neu zu entdecken. Denn auch wenn der Hase und der Igel stets ein beliebtes Buxtehuder Thema bleiben – wie die aktuelle Schau „Läuft…! Hase und Igel im Wandel der Zeit“ beweist –, so beweist das Museum insgesamt, dass Buxtehude eine Stadt mit einer ebenso vielfältigen wie bewegten kulturellen Identität ist.

Buxtehude Museum für Regionalgeschichte und Kunst

St.-Petri-Platz 11 | 21614 Buxtehude | 0 4161 507 97-0 | www.buxtehudemuseum.de

Öffnungszeiten: DiSo 1118 Uhr

aktuelle Ausstellungen:

Läuft…! Hase und Igel im Wandel der Zeit, Verlängert bis 31. Januar 2027!

Kurt Schmischke – Der unbekannte Illustrator, den alle kennen, noch bis 12. Juli 2026


Tiefgang statt Bezahlschranke!

Dir ist dieser Artikel ein paar Euro wert?

Mit einer Spende du uns, weiterhin unabhängig über die Kulturszene zu berichten.

Konto Kulturspinnerei, GLS Bank, IBAN: DE42 4306 0967 1117 3871 00, Betreff: „Tiefgang“

]]>
https://www.tiefgang.net/heimat-als-modernes-erlebnis/feed/ 0
Liebeserklärungen an den Harburger Stadtpark https://www.tiefgang.net/liebeserklaerungen-an-den-harburger-stadtpark/ Sun, 21 Jun 2026 22:47:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14031 [...]]]> Man sagt, der Harburger Stadtpark sei nördlich der Elbe ein Geheimtipp – ein fast schon exklusives Stück Natur, das in seiner landschaftlichen Vielfalt weit über die Grenzen des Südens hinaus strahlt. Doch für alle, die hier aufgewachsen sind, die ihre Ferien im Freibad am Außenmühlenteich verbracht haben, die auf der Freilichtbühne erste Konzerte erlebten oder einfach nur die Ruhe am Wasser suchten, ist er weit mehr als ein Geheimtipp: Er ist ein Zuhause.

In diesem Jahr feiert der Stadtpark seinen 100. Geburtstag, und pünktlich zum Jubiläum wird ihm eine doppelte literarische Ehre zuteil. Gleich zwei Neuerscheinungen beleuchten nun die Geschichte dieses „Volksparks“, der als grüne Lunge Harburgs eine ganze Stadtgesellschaft geprägt hat.

Dass ein Park so lebendig bleibt, liegt an den Visionären, die ihn einst erdachten. Der Gartenarchitekt Ferdinand Georg Hölscher, unterstützt von seinem Sohn Ferdinand, schuf in den 1920er Jahren einen Ort, der Erholung, Sport und Naturerlebnis für alle Schichten zugänglich machen wollte. Dieser Geist der Volksparkbewegung ist in beiden neuen Werken spürbar, wenngleich sie unterschiedliche Pfade durch die Historie einschlagen.

Das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg legt mit dem Buch 100 Jahre – Der Harburger Stadtpark eine wissenschaftlich fundierte und reich bebilderte Publikation vor. Unter der Federführung des Geologen und Schriftstellers Jürgen Ehlers taucht das Werk tief in die planerischen Ursprünge ein. Ehlers, selbst in Hausbruch aufgewachsen, nutzt seine fachliche Expertise, um die landschaftlichen Voraussetzungen dieses Refugiums fachkundig einzuordnen. Es ist ein Buch, das mit historischen Fotografien, Plänen und Zeichnungen arbeitet und den Park als bedeutendes Denkmal der Reformgartenbewegung würdigt. Wer das Werk in Aktion erleben möchte, hat am 28.06. eine besondere Gelegenheit: Um 11 Uhr lädt Jürgen Ehlers persönlich zu einer kostenfreien Führung ab dem Bootshaus an der Außenmühle (Gotthelfweg 2A) ein, um die verborgenen Blickachsen und die Geschichte der Anlage neu zu entdecken.

Wer es etwas persönlicher, fast schon nostalgisch mag, findet in der Publikation der Geschichtswerkstatt Harburg genau den richtigen Begleiter. Günter Wincierz, der in Wilstorf aufwuchs, hat mit seinem Buch 100 Jahre Stadtpark Harburg ein Werk geschaffen, das den Park als sozialen Raum spürbar macht. Hier geht es nicht nur um Architektur, sondern um die Menschen: Interviews mit dem letzten Fischer, Erinnerungen an das „Weiße Dinner“ oder die legendären Techno-Partys auf der Freilichtbühne machen den Band zu einem lebendigen Mosaik der letzten Jahrzehnte. Mit über 135 Fotos, von denen viele erstmals veröffentlicht werden, gelingt Wincierz der Spagat zwischen historischem Archiv und persönlichem Fotoalbum.

Dass der Harburger Stadtpark heute – nach Jahren der Sanierung und des kulturellen Stillstands – mit dem Festival „Sommer im Park“ (21.-26.07.) wieder als pulsierendes Zentrum für Begegnungen fungiert, ist nur die logische Fortsetzung dessen, was die Familie Hölscher vor einem Jahrhundert begann. Diese beiden Bücher sind daher weit mehr als nur Jubiläumsgeschenke; sie sind eine Einladung, sich bei einem Spaziergang zwischen den alten Bäumen und am Wasser des Außenmühlenteichs der eigenen Geschichte bewusst zu werden.

  • 100 Jahre – Der Harburger Stadtpark (Archäologisches Museum Hamburg/Stadtmuseum, 19,90 Euro) ist im Museumsshop und online unter amh.de/shop erhältlich.
  • 100 Jahre Stadtpark Harburg von Günter Wincierz (Geschichtswerkstatt Harburg, 18,00 Euro) ist im Buchhandel und direkt in der Geschichtswerkstatt verfügbar.

Ob Sie nun den akribischen Blick der Museums-Publikation oder die warmherzigen Erinnerungen der Geschichtswerkstatt bevorzugen: Beide Bücher zeigen, dass die „grüne Lunge“ Harburgs nach einem Jahrhundert lebendiger ist denn je.


Tiefgang statt Bezahlschranke!

Dir ist dieser Artikel ein paar Euro wert?

Mit einer Spende du uns, weiterhin unabhängig über die Kulturszene zu berichten.

Konto Kulturspinnerei, GLS Bank, IBAN: DE42 4306 0967 1117 3871 00, Betreff: „Tiefgang“

]]>
Wegbereiter der Moderne https://www.tiefgang.net/wegbereiter-der-moderne/ Sat, 20 Jun 2026 22:41:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14028 [...]]]> Die Geschichte der deutschen Moderne ist ein strahlendes Panorama, doch in ihrem Glanz verblasst oft ein entscheidender Teil ihrer Entstehungsgeschichte. Es war eine Generation von jüdischen Sammler*innen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit visionärem Weitblick, intellektueller Offenheit und beachtlichem Mäzenatentum den Boden für den Siegeszug der modernen Kunst in Deutschland bereitet hat.

Viel zu lange sind diese Persönlichkeiten – wie die Familie Hirschland in Essen, Paul und Clothilde Schüler in Bochum oder die Hamburgerin Rosa Schapire – aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Dass ihre Namen heute bestenfalls in fachinternen Kreisen genannt werden, ist ein Verlust, den das Bucerius Kunst Forum nun mit einer außergewöhnlichen Anstrengung korrigieren möchte.

Die kommende Ausstellung Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland ist weit mehr als eine bloße Präsentation von Werken. Sie ist ein Akt der Erinnerung und eine notwendige Korrektur unseres kunsthistorischen Gedächtnisses. Indem die Kurator*innen Dr. Kathrin Baumstark und Stefan Koldehoff über 100 Gemälde, Grafiken und Skulpturen aus 15 rekonstruierten Sammlungen weltweit zusammenführen, schaffen sie physische und gedankliche Räume, in denen das Werk der Moderne wieder auf seine ursprünglichen Eigentümer*innen trifft. „Die langjährige und aufwändige Recherche zur Ausstellung hat gezeigt, dass viele Jüdinnen und Juden, deren Sammlungspraxis integraler Bestandteil der deutschen Moderne war, höchstens in Fachkreisen noch namentlich bekannt sind“, so das Kurator*innen-Team.

Diese Sammler*innen agierten oft gegen den erbitterten Widerstand eines konservativ geprägten Kunstbetriebs des Kaiserreichs. Während die offizielle Kulturpolitik an akademischen Konventionen festhielt, begegneten sie Stilen wie dem Impressionismus, dem Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit mit einer Neugier, die Grenzen sprengte. Doch diese kulturelle Blütezeit endete mit dem Jahr 1933 in einer Katastrophe. „Spätestens in der Zeit des Nationalsozialismus waren ihre Lebensgeschichten von Ausgrenzung, Entrechtung, Enteignung, Verfolgung, Vertreibung und Ermordung geprägt“.

Die Ausstellung scheut nicht davor zurück, auch die dunklen Kapitel dieser Zerstreuung zu beleuchten. Sie thematisiert, wie Netzwerke aus Museen, Kunsthändlern und internationalen Käufern unter politischem Druck von der Zerschlagung dieser privaten Sammlungen profitierten. Im Programm hießt es daher: „Die Ausstellung verdeutlicht zudem, wie Netzwerke aus Kunsthändler*innen, Museen, staatlichen Akteur*innen und internationalen Käufer*innen in der Zeit des Nationalsozialismus an den Verwertungsprozessen beteiligt waren“.

Mit dieser Schau kehrt also auch ein Stück deutsche Identitätsgeschichte zurück und an die Wände des Bucerius Kunst Forums. Es ist eine Einladung, den Blick zu schärfen: für die Schönheit von Werken wie denen von Cézanne, Kirchner oder Picasso und für die Menschen, deren Mut und Leidenschaft sie erst zugänglich machten. „Diese Sammler*innen und ihre kulturelle Leistung mithilfe der Kunst wieder ins gesellschaftliche Bewusstsein zurückzuholen, ist zentrales Anliegen der Ausstellung“, heißt es.

Die Sammler*innen – Zwischen Weltläufigkeit und Verfolgung

Wer aber waren diese Menschen, deren Spürsinn die deutsche Kunstlandschaft so nachhaltig prägte? Die Ausstellung nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch das damalige Deutsche Reich, von den Sammlungen in Mannheim über Frankfurt bis nach Berlin und Hamburg. Es wird deutlich, dass das Sammeln für diese Persönlichkeiten keine bloße Akkumulation von Objekten war, sondern ein tiefgreifender Ausdruck ihrer geistigen Welt.

Die Sammler*innen zeichneten sich durch eine bemerkenswerte ästhetische Wahl aus. Während das offizielle Kunst-Establishment des Kaiserreichs und der frühen Weimarer Republik oft starr an traditionellen Werten festhielt, bewiesen gerade diese Mäzen*innen eine Vorreiterrolle. Ihre Offenheit für die Moderne war Ausdruck eines modernen Selbstverständnisses. Im Programm liest man:  „Sie trugen durch ihre individuellen Tätigkeiten zur gesellschaftlichen Etablierung moderner Kunst bei: Neben der intellektuellen Aneignung, Auswahl und Präsentation der Werke spielte die öffentliche Unterstützung dieser Kunstformen in Museen, Kunstvereinen und Publikationen, die Kooperation mit Galerist*innen und die direkte Förderung von Künstler*innen eine große Rolle.“

Die Schau stellt dabei den Menschen in den Mittelpunkt, nicht nur das Werk. Durch Zeitdokumente und Fotografien werden die Biografien von Familien wie den Blanks aus Köln oder Max Meirowsky greifbar. Man begegnet Menschen, die sich nicht nur durch ihren Kunstbesitz, sondern durch aktives gesellschaftliches Engagement auszeichneten – sei es in öffentlichen Institutionen oder durch privates Mäzenatentum. Diese Räume machen deutlich, dass moderne Kunst in Deutschland ohne die intellektuelle und finanzielle Unterstützung dieser jüdischen Familien kaum den Stellenwert erreicht hätte, den sie heute genießt.

Die systematische Zerstörung dieser bedeutenden Sammlungen unter dem Nationalsozialismus markiert eine der dunkelsten Zäsuren der deutschen Kulturgeschichte. Der politische Druck manifestierte sich dabei in einem perfiden Geflecht aus Zwangssteuern, Vermögenssperren, Ausreiseverboten und Devisenauflagen, die jüdische Sammler*innen gezielt in den wirtschaftlichen Ruin trieben. Wie das Bucerius Kunst Forum dazu erläutert: „Als ein Aspekt dieser Unrechtsgeschichte wird daran erinnert, wie politischer Druck, Zwangssteuern, Ausreiseverbote, Vermögenssperren und Devisenauflagen jüdische Sammler:innen häufig zur Aufgabe ihrer Sammlungen zwangen.“

Das Ausmaß dieses Raubzugs war jedoch nicht allein das Werk nationalsozialistischer Ideologen, sondern ein gesellschaftliches Versagen, an dem sich Akteur*innen aus der Mitte der Gesellschaft beteiligten. Die Ausstellung macht deutlich, wie eng das Netz aus Museen, Kunsthändler*innen und internationalen Käufer*innen gestrickt war. Hierzu heißt es: „Die Ausstellung verdeutlicht zudem, wie Netzwerke aus Kunsthändler:innen, Museen, staatlichen Akteur:innen und internationalen Käufer:innen in der Zeit des Nationalsozialismus an den Verwertungsprozessen beteiligt waren.“

Nach 1945 setzte sich der Prozess der Verschleierung oft fort. Die Kunstwerke wurden weltweit zerstreut und in Institutionen oder private Sammlungen integriert, wobei ihre belastete Herkunft entweder in Vergessenheit geriet oder aktiv verborgen wurde. Es gelang nur wenigen Familien, ihren Besitz über die Jahre der Verfolgung und des Exils hinweg zu retten. Die Ausstellung arbeitet diese Mechanismen der Enteignung akribisch auf, um das Schicksal der Sammler*innen aus der Anonymität der bloßen Objektgeschichte zurückzuholen. Im Programm heißt es: „Nach 1945 verstreuten sich die Kunstwerke über alle Kontinente und gelangten in private oder institutionelle Bestände, wobei die Vorgeschichte manchmal nicht mehr bekannt war, häufig aber auch bewusst verschleiert wurde.“

Die Schau verbindet damit kunsthistorische Analyse mit einer tiefgreifenden erinnerungskulturellen Reflexion, die den Verlust als eine fortdauernde Mahnung begreift.

Rekonstruktion als Akt der Wiederbegegnung

Die kuratorische Arbeit von Dr. Kathrin Baumstark und Stefan Koldehoff geht in der Ausstellung weit über die bloße Zusammenstellung von Kunstwerken hinaus. Indem sie die weltweit verstreuten Stücke – von Gemälden und Skulpturen bis hin zu privaten Künstler*innenpostkarten – wieder an einem Ort vereinen, schaffen sie eine emotionale und historische Rekonstruktion, die den Sammler*innen ihr Gesicht zurückgibt. „Jeder Sammlung ist ein eigener Raum gewidmet, in dem die Begegnung mit den Kunstwerken, deren Weg bis in die Gegenwart, mit den Sammler:innenpersönlichkeiten und ihrer Geschichte möglich ist“.

Dieser Ansatz verwandelt das Bucerius Kunst Forum in einen Ort des aktiven Erinnerns. Die Schau fungiert dabei nicht als statisches Museum, sondern als ein komplexer Resonanzraum, in dem kunsthistorische Forschung und kunstsoziologische Analyse miteinander verschmelzen: „In der Gesamtkonzeption verbindet die Schau kunsthistorische und kunstsoziologische Forschung und Analyse, kulturpolitische Kontextualisierung und erinnerungskulturelle Reflexion“.

Für die Besucher*innen eröffnet sich dadurch eine seltene Gelegenheit, die Genese der Moderne aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Die Räume werden zu einer Bühne für die Lebenswege der Sammler*innen, deren Engagement für die Kunst oft einherging mit einem tieferen Wunsch nach einer offenen, progressiven Gesellschaft. Die Ausstellung leistet somit Pionierarbeit, indem sie diese „Physischen und gedanklichen Räume“ nutzt, um aufzuzeigen, „aus welchen Motivationen, auf welche Weise und mit welcher Unterstützung die einzelnen Sammlungen entstanden sind – und aus welchen Gründen die Sammler:innen sich häufig auch progressiver Kunst zuwandten“.

Letztlich aber ist diese Ausstellung auch ein dringender Aufruf an die Gegenwart. Sie fordert dazu auf, Provenienz nicht als abstraktes Feld der Geschichtswissenschaft zu sehen, sondern als integralen Bestandteil einer lebendigen Erinnerungskultur, die den Wert und die Geschichte des Kulturguts stets mit der Geschichte der Menschen verknüpft, die es einst so leidenschaftlich förderten.

Die kommende Ausstellung im Bucerius Kunst Forum ist also weit mehr als eine Rückschau. Wer durch die Räume wandelt, wird konfrontiert mit der Ambivalenz von ästhetischem Hochgenuss und menschlicher Tragödie. Die Kunstwerke von Meistern wie Cézanne, Modersohn-Becker oder Kirchner gewinnen durch ihre Geschichte eine neue, dringliche Präsenz. Sie sind nicht länger nur Zeugnisse einer Epoche, sondern Mahnmale für einen gesellschaftlichen Aufbruch, der gewaltsam unterbrochen wurde.

Es erfordert Mut, den Blick nicht abzuwenden – weder von der Schönheit der Bilder noch von der Härte des Unrechts, das ihre einstigen Besitzer*innen erfahren haben. „Diese Sammler:innen und ihre kulturelle Leistung mithilfe der Kunst wieder ins gesellschaftliche Bewusstsein zurückzuholen, ist zentrales Anliegen der Ausstellung“ (Bucerius Kunst Forum). Die Schau bietet uns einen Resonanzraum, in dem wir lernen können, dass Kultur niemals im luftleeren Raum existiert, sondern immer tief in den Biografien und politischen Kämpfen derer verwurzelt ist, die sie fördern und bewahren.

Wer diese Ausstellung besucht, begibt sich auf eine Reise, die unser Verständnis von der deutschen Moderne für immer verändern wird. Sie macht sichtbar, was zu lange unsichtbar blieb, und erinnert daran, dass das Erbe dieser jüdischen Kunstsammler*innen ein unverzichtbarer Teil unserer Identität ist. Es ist ein würdiger, notwendiger und zutiefst menschlicher Beitrag, den das Bucerius Kunst Forum hier leistet, um das Unrecht der Geschichte nicht nur zu dokumentieren, sondern den Sammler*innen die Anerkennung zurückzugeben, die sie verdienen. Ebenso sollte erwähnt werden, dass parallel zur Ausstellung Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland das MARKK vom 28. August 2026 bis 27. Juni 2027 die Schau Zuschreibung: Jüdisch – Fragen an die Geschichte des MARKK zeigt. Anhand der als verschollen geltenden Sammlung der Hamburger Gesellschaft für jüdische Volkskunde erzählt die Ausstellung Objektgeschichten und Biografien vom frühen 20. Jahrhundert bis heute und hinterfragt dabei die Klassifizierung ‚jüdischer Objekte’ sowie die Rolle des Museums im Nationalsozialismus. Auch hier lohnt ein Besuch.

Überblick

Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland

11.09.2026 bis 29.03.2027

Ort: Bucerius Kunst Forum, Alter Wall 12, 20457 Hamburg| Website: buceriuskunstforum.de


Tiefgang statt Bezahlschranke:

Dir ist dieser Artikel ein paar Euro wert?

Mit einer Spende hilfst du uns, weiterhin unabhängig über die Kulturszene zu berichten:

Konto Kulturspinnerei, GLS Bank, IBAN: DE42 4306 0967 1117 3871 00, Betreff: „Tiefgang“ 

]]>
Ein Sommer, ein Park https://www.tiefgang.net/ein-sommer-ein-park/ Thu, 18 Jun 2026 22:21:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14006 [...]]]> Wenn sich im Juli im Harburger Stadtpark plötzlich die ersten Takte eines Konzerts über die Außenmühle hallen, dann ist es wieder so weit: Der „Sommer im Park“ öffnet seine Tore. Vom 21. bis zum 26. Juli 2026 wird die historische Freilichtbühne zum kulturellen Epizentrum des Hamburger Südens.

Ob bei einem mitreißenden Konzert unter freiem Himmel, einer spannenden Natur-Rallye oder einfach beim Entspannen im Grünen – das Festival ist die Einladung an alle Generationen, die Stadt neu zu erleben. Mit einem bunten Mix aus lokalen Helden wie Lotto King Karl & die Barmbek Dreamboys (25.7., 20 Uhr) und innovativen Formaten setzt das Festival dieses Jahr neue Maßstäbe für ein lebendiges, solidarisches Miteinander.

Dass wir heute wieder so unbeschwert auf der Freilichtbühne feiern können, ist keineswegs selbstverständlich. Das Areal, das dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Nach den legendären „Ohne Knete keine Fete“-Zeiten, die Ende der 90er-Jahre die Massen anzogen, verfiel die Bühne in einen langen Dornröschenschlaf. Eine aufwendige Sanierung vor einigen Jahren löste das Problem zunächst nicht: Der Bühnenbau war zwar modern, doch sie blieb konzeptionell verwaist. Erst mit dem Neustart 2018 durch das Citymanagement, später Harburg Marketing e.V. – unterstützt von lokalen Kulturgrößen wie dem Stellwerk und Marias Ballroom – wurde die Bühne als „atmender Raum“ für die Stadtgesellschaft zurückerobert.

Das Programm: Mitmachen, Entdecken, Erleben

Das Festival 2026 setzt verstärkt auf Partizipation. Der Auftakt am Dienstag, den 21. Juli, steht ganz im Zeichen von „Theater & Comedy im Park“, moderiert von Jan Schröder. Bereits ab 15 Uhr sorgt die interaktive Show „Stiefel auf der Suche nach den Zirkusfarben“ für leuchtende Kinderaugen. Wer es etwas wilder mag, sollte sich die Punks von 3 Ananas und ne Mango (23.7., 17.30 Uhr) nicht entgehen lassen.

Die zweite Wochenhälfte wird musikalisch und aktiv: Am Freitag, den 24.07. um 16.15 Uhr, und Samstag, 25. Juli, 17.30 Uhr, bietet der Autor Günter Wincierz einen Geschichtsrundgang zu „100 Jahre Stadtpark“ an. Wer den Park lieber spielerisch erkundet, kann am Sonntag, 26. Juli zwischen 11 und 15 Uhr an der neuen Natur-Rallye des NABU teilnehmen. Für Freunde handgemachter Live-Musik ist der Freitag, der 24. Juli mit Lotto King Karl & die Barmbek Dreamboys um 20 Uhr ein Pflichttermin. Ebenso am Samstag, den 25. Juli, sind ab 19.30 Uhr The Volcanoes mit Soul-Musik sehr zu empfehlen. Den krönenden Abschluss bildet an dem Abend das „Glitter Gewitter“ (21.30 Uhr), das den Park in eine Tanzfläche verwandelt.

Um Kultur für alle zugänglich zu machen, setzt das Festival auch 2026 auf das bewährte „pay what you want“-Preismodell. Es basiert auf der Solidarität der Besucher*innen und ermöglicht so eine inklusive Teilhabe. Da das vollständige Angebot von Yoga-Kursen bis zu Malaktionen mit Stadtmaler Ralf Schwinge den Rahmen sprengt, lohnt sich ein Blick in den detaillierten Zeitplan: sommer-im-park-harburg.de

Ob man gezielt für ein Konzert kommt oder spontan bei den täglichen Angeboten wie Yoga (täglich ab 13 Uhr) vorbeischaut: Der Harburger Stadtpark ist in dieser Woche der Ort, an dem man sein muss.


Tiefgang statt Bezahlschranke:

Dir ist dieser Artikel ein paar Euro wert?

Mit einer Spende hilfst du uns, weiterhin unabhängig über die Kulturszene zu berichten:

Konto Kulturspinnerei, GLS Bank, IBAN: DE42 4306 0967 1117 3871 00, Betreff: „Tiefgang“ 

]]>
St. Paulis Beton-Ikone erneuert ihre Haut https://www.tiefgang.net/st-paulis-beton-ikone-erneuert-ihre-haut/ Tue, 16 Jun 2026 22:38:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14020 [...]]]> Es gibt Orte in Hamburg, an denen die Fassade mehr erzählt als das, was sich dahinter abspielt. Das Gruenspan an der Großen Freiheit ist so ein Ort.

Seit 1969 fungiert das rund 600 Quadratmeter große Wandbild von Dieter Glasmacher und Werner Nöfer als visuelles Manifest eines Stadtteils, der sich dem Stillstand verweigert. Nun steht das Gebäude vor einer Zäsur: Sanierung, Erweiterung, Neuanfang. Und mit ihm das Kunstwerk, das längst zur DNA des Kiezes gehört.

Lange Zeit glich die Frage nach dem Umgang mit dem Wandbild in der Großen Freiheit einem ideologischen Grabenkrieg. Auf der einen Seite die Denkmalschützer, die jede Nuance des Originals für die Nachwelt konservieren wollten. Auf der anderen Seite die Künstler selbst: Glasmacher und Nöfer. Sie wehrten sich gegen eine museale Starre. Ihr Argument war stets: „Kunst für alle“ war 1969 der Aufbruch, nicht die Einbalsamierung.

Dass nun – 56 Jahre später – eine Lösung gefunden wurde, die beide Wege beschreitet, ist bemerkenswert. Das historische Wandbild wird unter einer neuen Fassadenstruktur gesichert; auf der Erweiterungsfläche entsteht jedoch eine Neufassung. Die Künstler greifen nach über fünf Jahrzehnten erneut zum Pinsel. Es ist eine künstlerische Fortschreibung, die den Dialog zwischen dem rebellischen Geist der 60er Jahre und der heutigen Ästhetik von St. Pauli sucht.

Martin Sowinski von der Sprinkenhof GmbH bezeichnet das Gruenspan-Wandbild als eines der größten Street-Art-Objekte Europas. Das ist keine Übertreibung, sondern eine Einordnung, die den kunsthistorischen Rang unterstreicht. Das Original, dessen Entwürfe im Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle lagern, war ein Fanal gegen den grauen Beton der Nachkriegszeit.

Die neue Fassade muss nun leisten, was die alte seit Jahrzehnten tut: den Kontrast zwischen Werner Nöfers geometrisch-abstrakter, politischer Strenge und Dieter Glasmachers spielerisch-poetischer Figürlichkeit auszuhalten. Die rote Haarpracht der ikonischen Figur, der warnende Blitz – diese Elemente sind in den Stadtraum eingeschrieben. Durch die Erweiterung um die neuen Anbauflächen wird das Gruenspan zu einem monumentalen Palimpsest, auf dem die Schichten der Zeit lesbar bleiben.

Kultursenator Dr. Carsten Brosda spricht treffend von einem „lebendigen Denkmal“. Die Sanierung des Gruenspan ist kein bloßes Bauprojekt; sie ist ein Bekenntnis. In einer Stadt, die oft dazu neigt, ihr Erbe unter Glas zu legen, setzen Glasmacher und Nöfer ein Zeichen der Kontinuität durch Veränderung.

Wenn die Künstler heute – gealtert, aber in ihrer Handschrift ungebrochen – ihre Arbeit fortsetzen, dann ist das weit mehr als nur ein „Nachbessern“. Es ist der Beweis, dass St. Pauli seinen Freiheitsdrang nicht eingebüßt hat. Das neue, erweiterte Wandbild wird zeigen, ob der Geist von 1969 auch in den 2020er Jahren noch Biss hat. Das Gruenspan bleibt damit, was es immer war: ein lautstarker Widerspruch gegen den architektonischen Gleichschritt.


Tiefgang statt Bezahlschranke!

Dir ist dieser Artikel ein paar Euro wert?

Mit einer Spende du uns, weiterhin unabhängig über die Kulturszene zu berichten.

Konto Kulturspinnerei, GLS Bank, IBAN: DE42 4306 0967 1117 3871 00, Betreff: „Tiefgang“

]]>
Macht´s die Musik noch? https://www.tiefgang.net/machts-die-musik-noch/ Sun, 14 Jun 2026 22:41:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14010 [...]]]> „Der Geruch von Kreide, ein etwas verstimmtes Schulklavier, Notenständer, die in der Ecke stehen.“ Wenn wir uns an den Musikunterricht unserer eigenen Schulzeit erinnern, betreten wir ein zutiefst emotionales Archiv.

Und mit diesem Bild stimmt auch das Deutsche Musikinformationszentrum (miz) auf eine Studie ein. Während für die einen das Fach Musik der Ort ist, an dem sie zum ersten Mal eine Bühne betreten, zählen andere im Takt die Minuten bis zur Erlösung durch den Pausengong. Kaum ein anderes Schulfach polarisiert die biografischen Rückblicke der Deutschen so stark wie dieses – es ist der Ort der ersten großen kreativen Freiheit oder der Ort des tiefen, stillen Frusts.

Um dieses kollektive Gedächtnis erstmals systematisch zu vermessen, hat das miz eine wegweisende Repräsentativbefragung in Auftrag gegeben. Durchgeführt vom renommierten Institut für Demoskopie Allensbach im Frühjahr 2026, bildet diese Untersuchung den Auftakt einer neuen Umfragenreihe. Insgesamt wurden 1.057 Personen ab 16 Jahren befragt. Im Fokus steht die Frage, „wie die Menschen in Deutschland ihren Musikunterricht in der Schule rückblickend erlebt haben und was sie heute damit verbinden.“ Die Ergebnisse sind weit mehr als eine bloße statistische Rückschau: Sie halten uns einen Spiegel vor, wie wir als Gesellschaft mit unserem musikalischen Erbe und unserem Nachwuchs umgehen.

Das Ost-West-Gefälle

Wer die nackten Zahlen der Allensbach-Studie analysiert, stößt schnell auf historische Bruchlinien und gesellschaftliche Ungleichheiten, die bis heute nachwirken. Die erste große Überraschung der Erhebung liegt im deutlichen Ost-West-Gefälle bezüglich der Kontinuität des Unterrichts. Während im Westen lediglich jeder fünfte Befragte angibt, über die gesamte Schullaufbahn hinweg Musikunterricht gehabt zu haben, ist es im Osten mit 39 Prozent fast das Doppelte. „Ein möglicher Erklärungsansatz dürfte hier der hohe Stellenwert des Musikunterrichts in der DDR sein“, so die Studie (S. 2). In der dortigen polytechnischen Oberschule war das Fach ab dem Schuljahr 1971/72 nämlich flächendeckend in allen Klassenstufen fest verankert.

Doch viel alarmierender als dieser historische Unterschied ist vermutlich die soziale Schere, die die Studie offenlegt. Musikunterricht ist in Deutschland ein Privileg der ohnehin schon Privilegierten. Während unter Personen mit hohem Bildungsabschluss nur magere 3 Prozent angeben, in der Schule überhaupt keinen Musikunterricht gehabt zu haben, steigt dieser Anteil bei Menschen mit einfacher Schulbildung auf drastische 14 Prozent. Umgekehrt verhält es sich bei der Regelmäßigkeit: 71 Prozent der Befragten mit höherer Schulbildung genossen fast durchgehend Musikunterricht. Diese Zahlen sind ein kulturpolitisches Alarmsignal, denn sie zeigen, dass der Zugang zu künstlerischer Bildung in unserem Schulsystem stark von der sozialen Herkunft abhängt. Musik darf und sollte kein Elitenprojekt sein.

Die Tristesse der Theorie

Musikunterricht kann begeistern – oder tiefe Spuren des Unbehagens hinterlassen. Die Allensbach-Studie zeigt auch, dass das Fach für immerhin 28 Prozent der Befragten rückblickend „eher keinen Spaß gemacht hat“ (S. 4). Wer in diese Gruppe blickt, stößt auf handfeste Versäumnisse der Vergangenheit, die oft jahrelang nachwirken. Ganze 78 Prozent der Unzufriedenen fanden den Musikunterricht schlicht „zumeist langweilig“. Die Gründe dafür liegen vor allem in einem eklatanten Ungleichgewicht zwischen theoretischem Ballast und gelebter Praxis: 37 Prozent bemängeln kritisch, dass im Unterricht zwar viel Theorie durchgenommen, aber nur wenig selbst Musik gemacht wurde.

Das größte emotionale Nadelöhr im Klassenzimmer war und ist jedoch die persönliche Demütigung vor der Gruppe. Für fast zwei Drittel der Befragten ohne Spaß am Fach (63 Prozent) war es eine zutiefst negative Erfahrung: „Es war mir sehr unangenehm, vor der Klasse vorsingen oder vorspielen zu müssen.“ Wenn die Leistungsbewertung zum öffentlichen Bloßstellen gerät, wird die Kreativität im Keim erstickt. Zudem ging der Unterricht oft völlig an der Lebensrealität der Jugendlichen vorbei: 47 Prozent kritisierten, dass kaum Musik behandelt wurde, die sie interessierte, und 36 Prozent bemängelten das Fehlen von populärer oder moderner Musik (S. 6).

Vom Klassenzimmer an die Instrumente

Die Allensbach-Studie liefert damit unweigerlich einen unumstößlichen Beweis für die immense Nachhaltigkeit von gutem und kontinuierlichem Unterricht. Die Daten zeigen nämlich eine glasklare Korrelation: „Je länger die Befragten in ihrer Schulzeit Musikunterricht hatten, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie auch heute noch selbst Musik machen.“ (S. 6) Während in der Gruppe der Personen ohne oder mit nur sehr wenig Musikunterricht lediglich 14 bzw. 16 Prozent selbst musizieren, steigt dieser Anteil bei denjenigen, die während ihrer gesamten Schullaufbahn Musik im Stundenplan hatten, auf stolze 42 Prozent. Besonders deutlich wird dieser Effekt beim Instrumentalspiel: Wer die gesamte Schulzeit über Unterricht hatte, spielt heute zu 32 Prozent ein Instrument – bei denjenigen ganz ohne schulische Musikbildung sind es magere 7 Prozent.

Doch nicht nur die Quantität der Schulstunden entscheidet, sondern vor allem die Qualität der gemachten Erfahrungen. „Den größten Einfluss haben die persönlichen Erfahrungen“ (S. 6). Von denjenigen Befragten, denen der schulische Musikunterricht Spaß gemacht hat, sind heute 43 Prozent selbst musikalisch aktiv. Bei denjenigen ohne positive Erinnerungen an das Fach sinkt diese Aktivität auf gerade einmal 8 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Musikunterricht der wirksamste Brutkasten für das gesamte deutsche Laienmusizieren ist. Wer in der Schule frustriert verstummt, fasst meist nie wieder ein Instrument an.

Handlungsempfehlungen für das Musikland

Aus diesen Befunden der Allensbach-Studie lassen sich konkrete kultur- und bildungspolitische Aufträge ableiten, um den Musikunterricht der Zukunft krisenfest und zeitgemäß aufzustellen. Die Daten des miz zeigen unmissverständlich, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss.

Abschaffung des Demütigungs-Faktors

Da das solistische Vorsingen vor der versammelten Mannschaft für 63 Prozent der unzufriedenen Befragten eine Quelle des Unbehagens war, müssen Leistungsbewertungen dringend reformiert werden. Ängste und Traumata im Klassenzimmer sind der sicherste Weg, um Menschen lebenslang von der Musik zu entfremden.

Praxis-Offensive statt Theorie-Wüste

Um die unglückliche Kombination aus Langeweile und theoretischem Ballast zu durchbrechen, braucht es mehr aktives Erleben. Konzepte wie das Klassenmusizieren oder das gemeinsame Ausprobieren von Instrumenten müssen zum Standard werden, um den Unterrichtserfolg zu sichern.

Lebensrealität und moderne Kulturen integrieren

Wenn sich fast die Hälfte der Frustrierten darüber beklagt, dass die behandelten Inhalte nicht ihren Interessen entsprachen, müssen die Lehrpläne dringend entstaubt werden. Die Einbindung populärer Genres und auch digitaler Werkzeuge zur Musikproduktion am Computer ist essenziell, um die Schüler*innen im Jahr 2026 dort abzuholen, wo sie emotional stehen.

Garantierte Kontinuität und Bildungsgerechtigkeit

Da die soziale Herkunft noch immer über die Häufigkeit des Musikunterrichts entscheidet, müssen die Bundesländer eine flächendeckende und durchgehende Versorgung in allen Schulformen garantieren. Nur eine verlässliche Kontinuität legt das Fundament für ein späteres eigenes Musizieren.

Ein Fach kämpft um seine Zukunft

Am Ende der Allensbach-Untersuchung steht eine Erkenntnis, die Mut macht: Die Relevanz des Faches steht nämlich trotz aller persönlicher Erfahrungen in der Bevölkerung außer Frage. „Musikunterricht wird von einer klaren Mehrheit der Bevölkerung als wichtiger Bestandteil schulischer Bildung angesehen“. Ganze 7 von 10 Befragten finden es wichtig oder sogar sehr wichtig, dass Kinder und Jugendliche in der Schule Musikunterricht erhalten. Bei den Frauen liegt diese Zustimmung sogar bei stolzen 77 Prozent (S. 8). Die Akzeptanz und der Wunsch nach musikalischer Bildung sind in der Gesellschaft tief verankert – das ist das eigentliche Kapital, auf dem wir aufbauen können.

Die Studie des miz hält den Kultusministerien und Schulen just im Jahr 2026 den Spiegel vor: Wer am Musikunterricht spart oder ihn in starren, veralteten Mustern verharren lässt, beschädigt das kulturelle Fundament der Zukunft. Wenn wir wollen, dass junge Menschen auch morgen noch Instrumente spielen, Chöre bereichern oder einfach nur ein lebenslanges Verständnis für Kunst entwickeln, müssen wir das Fach im Hier und Jetzt stärken. Es ist an der Zeit, die Weichen neu zu stellen – damit die Erinnerung an den Musikunterricht nicht länger von Frust und Versagensängsten geprägt ist, sondern vom Aufbruch in eine lebenslange Liebe zur Musik.

Die gesamte Studie steht hier zum kostenlosen download bereit: miz.org


Tiefgang statt Bezahlschranke:

Dir ist dieser Artikel ein paar Euro wert?

Mit einer Spende hilfst du uns, weiterhin unabhängig über die Kulturszene zu berichten:

Konto Kulturspinnerei, GLS Bank, IBAN: DE42 4306 0967 1117 3871 00, Betreff: „Tiefgang“ 

]]>
Die Stimme bleibt https://www.tiefgang.net/die-stimme-bleibt/ Tue, 02 Jun 2026 22:00:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13934 [...]]]> Man kann Esther Bejarano nicht in Aktenordnern fassen, doch man kann ihr Wirken dokumentieren. Genau das ist nun – fünf Jahr nach Ihrem Tod – in der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) geschehen.

Der persönliche Nachlass der 2021 verstorbenen Überlebenden der Shoah, Aktivistin und unermüdlichen Mahnerin wurde erschlossen und öffnet nun – gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien – ein Fenster in ein bewegtes Leben.

Was da in den Regalen der FZH am Beim Schlump liegt, ist weit mehr als eine private Sammlung. Es ist ein Destillat deutscher Nachkriegsgeschichte. Neben den amtlichen Dokumenten und den Zeugnissen ihres politischen Engagements im Auschwitz-Komitee birgt der Nachlass einen Schatz, der vielen unbekannt sein dürfte: die Musik.

Es ist eine unterschätzte Facette ihrer Biografie. Esther Bejarano war nicht nur Zeitzeugin; sie war Musikerin durch und durch. Ihre Liedtexte, Noten und Aufnahmen zeugen von einer Frau, die begriff, dass Musik eine Sprache ist, die dort weiterhilft, wo Worte an ihre Grenzen stoßen. Sie nutzte die Melodie als Waffe gegen das Vergessen und als Brücke zum Dialog. Dass diese Noten und persönlichen Aufzeichnungen nun im Archiv liegen, sichert nicht nur ihre politische Hinterlassenschaft, sondern auch ihr künstlerisches Vermächtnis. Es zeigt eine Frau, die das Unfassbare überlebte und daraus eine Lebensaufgabe machte: zu verhindern, dass die Melodie der Menschlichkeit verstummt.

Die Aufarbeitung ist in Zeiten zunehmender geschichtsrevisionistischer Tendenzen ein essenzielles Projekt. Prof. Dr. Kirsten Heinsohn, kommissarische Direktorin der FZH, betont, dass der Nachlass die seit mehr als 20 Jahren bestehenden Interviews der „Werkstatt der Erinnerung“ perfekt ergänzt. Die materielle Ebene – der Kalender, das Plakat, der Liedtext – macht den Weg von der Überlebenden zur streitbaren Aktivistin greifbar.

Kultursenator Dr. Carsten Brosda, der die Erschließung anlässlich einer Veranstaltung in dieser Woche würdigte, unterstrich: „Esther Bejaranos Stimme gegen Antisemitismus, Rassismus und das Vergessen wirkt bis heute weit über Hamburg hinaus.“

Was bleibt?

Dass der Nachlass nun für Forschung und Bildung zugänglich ist, bedeutet, dass das „Handwerkszeug“ ihres Kampfes erhalten bleibt. Esther Bejarano hat uns einen klaren Kompass hinterlassen. Dass ihre Dokumente – ihre Korrespondenzen ebenso wie ihre Partituren – nun der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, ist ein wichtiger Schritt, um diesen Kompass für künftige Generationen zu bewahren.

Wer sich für die Arbeit des Archivs interessiert oder die Materialien für Bildungszwecke sichten möchte, findet unter zeitgeschichte-hamburg.de alle Informationen zum Zugang. Es ist ein Archiv, das nicht nur bewahrt, sondern das uns aktiv daran erinnert, dass Erinnerungskultur kein abgeschlossenes Kapitel ist, sondern ein Auftrag, der jeden Tag neu mit Leben – und Musik – gefüllt werden muss.

]]>
Fußball, Masse und Macht https://www.tiefgang.net/fussball-masse-und-macht/ Mon, 01 Jun 2026 22:56:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13883 [...]]]> Hamburg bekommt eine neue Adresse für die Kultur, Kunst und Bildung. Und zur WM geht´s mit Schattenseiten des Fußballs los.

Während andernorts Flächen für Kultur oft nur schwer zu finden oder temporäre Provisorien sind, wächst im Johann Kontor am Klosterwall ein Ort heran, der langfristig überzeugen will. Ab Juni 2026 öffnet das „Kultur Kontor Hamburg“ seine Pforten – eine 700 Quadratmeter große Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche, die sich mitten im Herzen der Stadt, unweit der Kunstmeile, als neuer kultureller Anlaufpunkt etablieren soll.

Es ist ein ungewöhnliches Konstrukt: Die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) agiert hier als Hauptnutzerin, unterstützt von der Kulturbehörde. Dass ein internationaler Logistik-Riese wie Maersk die Fläche als Mieter durch einen Mieterlass fördert, zeigt zudem, wie moderne Stadtentwicklung und Kulturförderung Hand in Hand gehen können.

Kultursenator Dr. Carsten Brosda findet für diese neue Allianz klare Worte: „Mit dem Kultur Kontor bekommt Hamburg eine weitere Kulturfläche in zentraler Lage. Es bietet uns die großartige Möglichkeit, die Fläche flexibel zu bespielen.“ Flexibilität ist hier das Schlagwort. Das Kontor soll keine statische Galerie sein, sondern ein atmender Raum. Die SHMH wird die Fläche nutzen, um Einblicke in ihre Großprojekte zu geben – allen voran das mit Spannung erwartete Deutsche Hafenmuseum.

Was das Projekt besonders macht, ist seine Diversität. Einmal im Jahr gehört die Bühne der Behörde für Kultur und Medien, die hier Arbeiten der Edwin-Scharff-Preisträger*innen präsentiert. Damit schlägt man eine direkte Brücke zur Hamburger Kunstszene und gibt zeitgenössischen Positionen einen Raum, der weit über die Grenzen klassischer Museumswände hinausreicht.

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor der SHMH, unterstreicht den Anspruch: „Die SHMH möchte diese Fläche im Zentrum der Stadt für Präsentationen und Veranstaltungsformate zu verschiedenen ihrer aktuellen Großprojekte nutzen.“ Es geht um Transparenz, um den Arbeitsprozess hinter der Museumsarbeit und darum, die Stadtgesellschaft teilhaben zu lassen an dem, was hinter den Kulissen entsteht.

Die Eröffnung am 9. Juni markiert den Startschuss. Mit dem Johann Kontor gewinnt Hamburg eine Fläche, die architektonisch in die Moderne passt und inhaltlich genau das bieten will, was die Innenstadt so dringend braucht: einen Ort des Innehaltens, der Information und der ästhetischen Überraschung. Ein Kontor, in dem nicht mit Containern, sondern mit Ideen gehandelt wird.

Architektur trifft auf kulturellen Anspruch

Die architektonische Einbettung des Kultur Kontors ist dabei weit mehr als nur eine gefällige Unterbringung im Erdgeschoss. Von Beginn an war die kulturelle Nutzung als integraler Bestandteil des Johann Kontors fest im städtebaulichen Vertrag verankert. Frank Holst, Geschäftsführer von AUG. PRIEN Immobilien, betont: „Für uns war diese Entscheidung ein zentraler Aspekt unserer Planung und Durchführung.“

Das Ergebnis: eine bestens ausgestattete, barrierefreie Fläche, die durch ihre prominente Lage direkt am Klosterwall eine Brücke zwischen geschäftlichem Treiben und kultureller Reflexion schlägt. Es ist ein Raum, der durch seine moderne Transparenz einlädt – ein „atmender Raum“, wie es Kultursenator Dr. Carsten Brosda treffend formulierte. Dass ein internationaler Logistik-Riese wie Maersk als Hauptmieter den Standort durch einen Mieterlass fördert, unterstreicht die Rolle des Kontors als gesellschaftliches Engagement mitten in der Innenstadt.

Fußball, Masse und Macht

Passend zur anstehenden Fußballweltmeisterschaft der Männer im Sommer 2026 schlägt das Kultur Kontor mit seiner Eröffnungsausstellung ein Kapitel auf, das weit über den Sport hinausgeht. Ab dem 9. Juni 2026 wird die Wanderausstellung „SPORT. MASSE. MACHT. Fußball im Nationalsozialismus“ präsentiert.

Dass der Startschuss gerade in einem so neuen, offen gestalteten Raum erfolgt, ist kein Zufall. Die von der what matters gGmbH und dem Sportmuseum Berlin kuratierte Schau stellt die Frage, wie der Sport – und speziell der Fußball – zur Stabilisierung und Propagierung nationalsozialistischer Ideologie instrumentalisiert wurde. In Hamburg wird diese Ausstellung gemeinsam von der SHMH sowie der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte realisiert. Sie ist ein dringliches Angebot an das Publikum, die populärste Sportart der Welt einmal nicht nur unter Aspekten von Sieg und Niederlage zu betrachten, sondern als ein gesellschaftliches Feld, in dem Machtansprüche und ideologische Massenmobilisierung eine verheerende Allianz eingingen.

Die Ausstellung ist ein Auftakt, der verdeutlicht, welchen hohen Anspruch das Kultur Kontor Hamburg an sich selbst stellt: Hier soll nicht nur geschaut werden, hier soll diskutiert werden.

Ausstellungsdetails & Führungen

Für Interessierte, die sich tiefergehend mit den Inhalten der Ausstellung „SPORT. MASSE. MACHT.“ auseinandersetzen möchten, werden begleitende Führungen angeboten.

  • Eröffnung: 9. Juni 2026, 14.00 Uhr
  • Öffnungszeiten: Montag sowie Mittwoch bis Freitag von 10.00 bis 17.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr, Eintritt: Frei
  • Führungstermine: Informationen zu den aktuellen Terminen finden Interessierte auf der offiziellen Website: www.shmh.de/praesentationen/sport-masse-macht/
  • Vertiefende Infos zum Ausstellungsthema: sport-masse-macht.de

Ein Raum mit vielen Gesichtern

Die SHMH ist organisatorisch für das Programm verantwortlich. Man darf gespannt sein, welche weiteren Perspektiven sich hier in den kommenden Monaten eröffnen werden.

Das Programm des Kultur Kontors scheint klug konzipiert, um verschiedene Facetten der Hamburger Kulturlandschaft sichtbar zu machen. Denn die Stiftung Historische Museen Hamburg nutzt die Fläche künftig nicht nur als Galerie, sondern als aktive Plattform. Besonders spannend ist dabei der Fokus auf das Deutsche Hafenmuseum, das sich hier in einer intensiven Aufbauphase befindet. Besucher*innen erhalten die exklusive Möglichkeit, Einblicke in die Konzeption, die Objektauswahl und die komplexen Arbeitsverfahren dieses Großprojekts zu gewinnen – eine Art „Museum hinter den Kulissen“, das den Transformationsprozess unserer Stadtgeschichte erlebbar macht.

Edwin-Scharff-Preisträger*innen im Fokus

Ein weiterer Höhepunkt im Jahreskalender ist die jährliche Präsentation der Preisträger*innen des Edwin-Scharff-Preises, eine renommierte Auszeichnung Hamburgs, die seit 1955 jährlich an herausragende Künstler*innen für ihr Schaffen vergeben wird. Die Behörde für Kultur und Medien nutzt das Kultur Kontor dann für einen Monat, um diese herausragenden Leistungen in der bildenden Kunst ins Scheinwerferlicht zu rücken. In unmittelbarer Nähe zur Hamburger Kunstmeile entsteht so eine spannende Wechselwirkung: Die unmittelbare Nachbarschaft zu etablierten Institutionen schafft einen Dialog zwischen der arrivierten Kunstwelt und den frischen, preisgekrönten Positionen.

Ausblick:

Das Kultur Kontor versteht sich als „atmender Raum“. Die Mischung aus wechselnden Präsentationen der SHMH zu ihren Großprojekten und Modernisierungsvorhaben, temporären Ausstellungen zeitgenössischer Kunst durch Preisträger*innen und Informationsangeboten zum Deutschen Hafenmuseum sorgt für eine stete Dynamik, die dazu einlädt, öfter am Klosterwall vorbeizuschauen. Es ist diese bewusste Öffnung zur Stadtgesellschaft hin, die den besonderen Reiz ausmacht. „Das Kultur Kontor bietet uns die großartige Möglichkeit, die Fläche flexibel zu bespielen“, betonte Kultursenator Dr. Carsten Brosda – und genau diese Flexibilität scheint der Schlüssel zu sein, um aus einem reinen Ausstellungsort einen Ort der Begegnung zu machen.

Wer sich über das aktuelle Programm auf dem Laufenden halten möchte, findet alle Informationen unter www.shmh.de/kultur-kontor-hamburg. Das Kultur Kontor beweist schon jetzt, dass es nicht nur ein Raum für Exponate ist, sondern ein Ort, an dem die kulturelle Zukunft Hamburgs aktiv mitgestaltet wird.


Tiefgang statt Bezahlschranke: Dir ist dieser Artikel ein paar Euro wert? Mit einer Spende etwa via PayPal hilfst du uns, weiterhin unabhängig über die Kulturszene zu berichten.

per paypal (siehe QR-Code) oder direkt auf das Konto Kulturspinnerei, GLS Bank, IBAN: DE42 4306 0967 1117 3871 00, Betreff: „Tiefgang“ 

]]>
Träume aus und in Beton https://www.tiefgang.net/traeume-aus-und-in-beton/ Thu, 30 Apr 2026 09:49:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13751 [...]]]> Endlich geht es los! Am 4. Mai verwandelt sich unsere Stadt wieder in ein riesiges Labor für Ideen, Träume und Beton. Auf Kampnagel fällt der Startschuss für den 11. Hamburger Architektur Sommer, und eines ist jetzt schon klar: Langweilig wird es nicht.

In den nächsten drei Monaten erwarten uns rund 300 Veranstaltungen an etwa 200 Orten. Von der HafenCity bis nach Harburg, von Ausstellungen bis zu tanzenden Paraden – die ganze Stadt wird zur Bühne für Baukultur.

Was diesen Sommer so besonders macht? Er ist für alle da. Christoph Winkler vom Vorstand des Architektur Sommers betont, dass das Festival als bewusst nicht kuratierte Plattform eine demokratische Annäherung ermöglicht. Hier bestimmen die Akteur*innen selbst, was wichtig ist. Es ist ein offener Diskursraum, der die Vielfalt unserer Gesellschaft widerspiegelt. Oder wie Senatorin Karen Pein es formuliert: Das Festival trägt dazu bei, Architektur und Stadtentwicklung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Heilen statt Abreißen

Ein zentraler Schwerpunkt des diesjährigen Programms liegt auf der „Transformation und dem Erhalt von Bestandsimmobilien“. Die beteiligten Planer*innen und Architekt*innen thematisieren dabei die Notwendigkeit, das Bauen im Bestand als ökologische und soziale Aufgabe zu begreifen. Die Ausstellung „Nichts Neues – Besser Bauen mit Bestand“ im Urbaneo illustriert diesen Ansatz durch die Präsentation von Methoden des zirkulären Bauens. Als konkrete Beispiele für eine gelungene Transformation führt das Programm Projekte wie das Gängeviertel oder den Gröninger Hof an. Ziel der Fachleute ist es aufzuzeigen, wie durch den Erhalt der baulichen Substanz auch die Identität städtischer Quartiere gesichert werden kann.

Die Stadt von morgen gehört den Jungen

Die Einbindung der nachfolgenden Generationen stellt einen weiteren Schwerpunkt dar. Unter dem Titel „Junger Hamburger Architektur Sommer“ werden etwa 30 Programmpunkte angeboten, die speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschnitten sind. Zentraler Anlaufpunkt für dieses Segment ist das Mitmach-Architekturzentrum Urbaneo am Strandkai. Das Ziel besteht darin, jungen Planer*innen baukulturelle Zusammenhänge spielerisch zu vermitteln und sie zur Entwicklung eigener städtebaulicher Visionen anzuregen. Damit soll die Grundlage für eine aktive Teilhabe an künftigen Gestaltungsprozessen der Stadt gelegt werden.

Leben am und auf dem Wasser

Die Auseinandersetzung mit den Wasserflächen als Bestandteil der Hamburger Stadtentwicklung bildet ein weiteres zentrales Motiv. Die Planer*innen richten ihren Blick dabei auf die Wechselwirkungen zwischen der bebauten Stadt und den angrenzenden Gewässern. Ein programmatischer Höhepunkt ist die für September angekündigte internationale Konferenz „WATER_CITY“. Im Rahmen dieser Fachveranstaltung setzen sich Expertinnen mit städtebaulichen Visionen sowie der künftigen Nutzung der Hamburger Wasserlagen auseinander.

Bereits im Vorfeld bietet das Programm Formate an, um die Stadt gezielt vom Wasser aus zu erfahren. Unter dem Titel „Rauf aufs Wasser!“ werden verschiedene Aktionen und Exkursionen zusammengefasst, die neue Perspektiven auf die urbanen Wasserflächen eröffnen sollen. Im Fokus stehen dabei neben ästhetischen Fragestellungen auch ökologische Aspekte und die soziale Zugänglichkeit der städtischen Uferzonen.

Rahmenbedingungen und Umfang des Festivals

Der 11. Hamburger Architektur Sommer beginnt am 4. Mai mit einer Eröffnungsveranstaltung auf Kampnagel. Über einen Zeitraum von drei Monaten finden im gesamten Stadtgebiet rund 300 Veranstaltungen an etwa 200 unterschiedlichen Orten statt. Die Geografie der Events erstreckt sich dabei von der HafenCity bis nach Harburg. Christoph Winkler, Vorstandsmitglied des Architektur Sommers, charakterisiert das Format als eine bewusst nicht kuratierte Plattform. Dieser Aufbau ermöglicht es den teilnehmenden Akteur*innen, ihre Themen eigenständig zu setzen und so die baukulturelle Vielfalt der Stadt abzubilden.

Senatorin Karen Pein unterstreicht die Funktion des Festivals als Brücke zwischen Fachwelt und Öffentlichkeit. Das Programm soll dazu dienen, komplexe Themen der Stadtentwicklung für eine breite Bevölkerungsschicht zugänglich und diskutierbar zu machen.

Service und Information:

Zentraler Anlaufpunkt für Besucher*innen ist der Info Pavillon am Strandkai, der vom Kollektiv Studio Frugal Bauen entworfen wurde. Es handelt sich um eine nachhaltige Holzkonstruktion, deren Fassade mit Birkenrinde verkleidet ist. Der Pavillon ist während der dreimonatigen Laufzeit täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Dort ist auch das vollständige Programmheft erhältlich, das zudem online über die offizielle Webseite des Architektur Sommers eingesehen werden kann: https://www.architektursommer.de/.



Tiefgang statt Bezahlschranke: Dir ist dieser Artikel ein paar Euro wert? Mit einer Spende via PayPal hilfst du uns, weiterhin unabhängig über die Kulturszene zu berichten.


]]>