Initiative SuedKultur https://www.tiefgang.net Sat, 29 Aug 2026 11:30:35 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Termeh Yaghoubi und das Häuten der Erinnerung https://www.tiefgang.net/termeh-yaghoubi-und-das-haeuten-der-erinnerung/ https://www.tiefgang.net/termeh-yaghoubi-und-das-haeuten-der-erinnerung/#respond Mon, 31 Aug 2026 22:21:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14471 [...]]]> Zwischen Teheran und Hamburg: Wenn man den Raum betritt, den Termeh Yaghoubi mit ihrer Kunst öffnet, spürt man sofort dieses feine, elektrische Knistern zwischen Ankommen und Verlorensein. Nun stellt sie in Harburg aus.

Die 1989 in Teheran geborene Künstlerin, die sich über ihre Malerei, Grafik und Lyrik eine neue Existenz erkämpft hat, malt keine gefälligen Landschaften. Sie kartiert die Geographie des Inneren. „Ich hinterfrage den Zustand der Identität auf individueller, kollektiver und biologischer Ebene“, beschreibt Yaghoubi den Kern ihrer Arbeit. Ihre Leinwände sind Schauplätze eines unerbittlichen Ringens: Überlieferte Zeichen ihrer iranischen Heimat verschmelzen mit den abrupten Brüchen des Exils zu einer visuellen Wucht, die niemanden unberührt lässt.

Unter dem programmatischen Titel Second Skin verdichtet sich Yaghoubis aktuelles Schaffen nun in einer abschließenden Ausstellung im Kunstverein Harburger Bahnhof zu einer eindringlichen Materialschlacht der Gefühle. Nach gefeierten Stationen – etwa im Frühjahr in der Kunstklinik Eppendorf, wo ihre mehrfachen Serien bereits das Publikum in den Bann zogen – zeigt sich im September im Hamburger Süden die ganze Reife dieses Prozesses. Ihre Bilder funktionieren wie eine epidermale Membran: Sie atmen, sie schmerzen, sie zeigen die Narben von Migration und politischer Repression. Es ist jene kompromisslose Ehrlichkeit, die den schnellen, energischen Stil der Künstlerin auszeichnet. Hier wird Malerei zur physischen Notwendigkeit, zu einer zweiten Haut, die den Schmerz des Verlassenseins aushält und in pure, widerständige Schönheit transformiert.

Dass Yaghoubi diese radikale künstlerische Handschrift in Hamburg ungehindert entfalten kann, ist keineswegs selbstverständlich, sondern das Resultat einer solidarischen Kulturpolitik. Getragen vom INTRO-Förderprogramm der Hamburger Behörde für Kultur und Medien, haben vor allem der Verein Künstler zu Gast in Harburg und der Kunstverein Harburger Bahnhof einen geschützten Raum geschaffen. Sie beweisen, dass die Hansestadt mehr sein kann als nur ein administrativer Transitort: Sie wird zum echten Exil für die Kunst. Harburg etabliert sich damit einmal mehr als lebendiger Außenposten für internationale, widerständige Stimmen, die den globalen Diskurs bereichern.

Wenn sich vom 11.-20. September nun die Türen für das große Finale von Second Skin im Kunstverein Harburger Bahnhof (über Fernzuggleis 3+4) öffnen, schließt sich ein Kreis aus Residenz, Schmerz und kreativer Selbstermächtigung. Es ist eine der dringendsten Ausstellungen dieses Herbstes – nahbar, politisch und von einer elektrisierenden ästhetischen Dringlichkeit.

Termeh Yaghoubi – Second Skin (Finale Werkschau der Residenz)

Kunstverein Harburger Bahnhof, Im Fernbahnhof über Gleis 3/4, Hannoversche Straße 85, 21079 Hamburg

Die Ausstellung läuft vom 11.-20. September. Informationen zu Öffnungszeiten und Eintritt finden Sie direkt auf der Website des Kunstvereins unter www.kvhbf.de.

auf Tiefgang dazu auch: „Ein Exil für die Kunst“ (26.07.2025) und Wer werden wir? (10.02.2026)


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Lebendige Bauten https://www.tiefgang.net/lebendige-bauten/ https://www.tiefgang.net/lebendige-bauten/#respond Sat, 29 Aug 2026 22:59:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14457 [...]]]> Vom 11. bis 13. September 2026 lädt der Tag des offenen Denkmals wieder dazu ein, Hamburgs Denkmäler neu zu entdecken. Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ öffnen rund 175 Denkmalorte ihre Türen. Auch in Harburg.

Der Beton vibriert. Nicht jenes ohrenbetäubende Beben der Großbaustellen, sondern ein leises, fast sakrales Summen, das tief aus dem Untergrund heraufkriecht. Wir leben in einer Epoche, die dem Augenblick huldigt. Alles muss glatt sein, frisch gewienert, schnurlos und ohne Patina. Doch unter dem Pflaster, hinter den verrußten Backsteinfassaden und in den rostenden Adern unserer Städte pulsiert eine andere Zeitrechnung: die der Netzwerke.

Wenn sich im Spätsommer wieder die Pforten des Tag des Denkmals öffnen, feiern wir keine museale Leichenschau verstaubter Steine. Das diesjährige Motto – NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur – führt uns an den Ort zurück, an dem Geschichte nicht ausgestellt, sondern gemacht wurde. Es geht um die physischen Leitungen, die Rohre, die Schienen und die unsichtbaren Bänder, die das Gemeinwesen einst zusammenkneteten und bis heute im Verborgenen halten.

Denkmäler sind keine Denkmäler, weil sie alt sind. Sie sind es, weil sie stumme Zeugen davon sind, wie wir miteinander ins Geschäft kamen, wie Wasser floss, wie Energie fließend wurde und wie Mobilität die Enge des Raumes sprengte. Sie sind die seismografischen Spuren unserer Herkunft. Ein Plädoyer für den Blick in die zweite Reihe – dorthin, wo die Metropole ihre rauen, ehrlichen Kanten zeigt, wo der Schweiß der Arbeiter in den Mörtel drang und wo das urbane Nervensystem freiliegt. Wer bereit ist, genauer hinzusehen, entdeckt in diesen funktionalen Kathedralen der Technik eine eigene, fast schmerzhafte Poesie.

Doch um diese Poesie zu finden, müssen wir den Blick weiten und den gewohnten Horizont hinter uns lassen. Wer in Hamburg vom urbanen Kosmos spricht, meint meist die feine Kante der Alster, die gläsernen Kuben der Speicherstadt oder die piekfeinen Villenviertel im Nordwesten. Doch jenseits der großen Ströme, dort, wo die Elbe ihre Arme weit ausbreitet, liegt ein Territorium, das im kollektiven Bewusstsein allzu oft als blinder Fleck gehandelt wird: der Süden. Ein Sprung über die Elbbrücken ist immer auch ein Sprung in eine andere Dimension der HafenCity.

Harburg. Allein der Klang des Namens ruft bei manchen Großstädtern ein vages Schulterzucken hervor – verbunden mit der psychologischen Schranke des Südens, der vermeintlich hinter dem Strom im Schatten liegt. Ein Irrtum, der kaum größer sein könnte. Denn während an der Binnenalster flaniert und parliert wurde, goss man hier draußen das fundamentale Rückgrat des industriellen Aufstiegs.

Hier regiert eine ganz eigene Souveränität. Der Süden Hamburgs hat sich seine zupackende, zähleibige Identität bewahrt. Hier riecht die Luft noch nach Arbeit, nach Geschichte und nach dem Stolz einer eigenständigen Stadt, die ihre Eingemeindung in das große Hamburg zwar schlucken musste, aber ihren kernigen Charakter nie verloren hat. Wer sich auf den Weg über das Wasser macht, verlässt das postmoderne Hochglanzpapier und betritt das Archiv der harten Arbeit, wo Ziegelstein noch Bedeutung hat und der Wind von den Werften und Kaianlagen weht.

Konkrete Begegnungen im Süden

Wer sich auf Spurensuche im Harburger Terrain begibt, stolpert unweigerlich über Orte, die im Vorübergehen leicht übersehen werden, bei genauerem Hinsehen aber ganze Epochen offenbaren.

Da ist etwa der alte Wartesaal im Harburger Hauptbahnhof. Wo heute der Kunstverein Harburger Bahnhof residiert, wehte einst der Wind des Aufbruchs. Reisen in der Ersten Klasse bedeutete Genießen im feinen Salon, während auf der anderen Seite (heute Club Stellwerk) man auf harten Holzbänken, eingehüllt in Ruß, Dampf und die nervöse Erwartung des Nächsten wartete. Heute schlägt in diesen Hallen der Puls der Gegenwartskunst. Künstler*innen bespielen genau jenes Dazwischen, jenen Zustand des Übergangs, der Bahnhöfen seit jeher innewohnt. Es ist eine faszinierende Symbiose: Die historische Hülle atmet den Geist des Schienennetzes, während drinnen Fragen an unsere heutige Existenz gestellt werden.

Nur ein paar Schritte weiter tut sich ein noch gewaltigerer Schnitt auf. Das Phoenix-Viertel mit seinen imposanten Werksanlagen erinnert an jene Jahrzehnte, als hier Kautschuk verarbeitet wurde, als die Räder nie stillstanden und der Geruch von Gummi über den Straßenzügen lag. Inmitten dieses Industrieareals befindet sich die Sammlung Falckenberg. Der Wandel von der schweißtreibenden Produktionsstätte zum lichten Ausstellungsraum wirkt wie ein urbanes Wunder. Die Hallen haben ihre Narben nicht weggeschminkt; die stählernen Stützen und rau verputzten Wände erzählen vom Lebensalltag Tausender Arbeiter*innen. Wo einst Maschinen dröhnten, fordert die Kunst nun zum Innehalten heraus. Transformation gelingt hier nicht durch Glattbügeln, sondern durch das sichtbare Weiterleben der Vergangenheit.

Doch Harburg erschöpft sich keineswegs im Industriezeitalter. Wer tiefer gräbt und den Weg in das historische Herz rings um die Schlossstraße einschlägt, trifft auf das Kanzlerhaus (Neue Straße 59). Ein Bauwerk, das an jene Ära erinnert, als Harburg noch herzogliche Residenz und politisches Zentrum war. Die roten Backsteine künden von Macht, Verwaltung und den frühen handelsbezogenen Verflechtungen der Region. Es bildet den historischen Ankerpunkt in einem Viertel, das sich über die Jahrhunderte hinweg ständig neu erfunden hat.

Diese Orte zeigen eindrücklich: Infrastruktur ist nicht bloß graue Logistik. Sie ist das kulturelle Gedächtnis, das im Hamburger Süden besonders vielschichtig verankert ist.

Der Tag des Denkmals ist mehr als ein bloßes Event für Nostalgiker. Er ist eine Einladung, den mentalen Autopilot des Alltags abzuschalten, die gewohnten Trampelpfade zu verlassen und den Blick für jene unsichtbaren Texturen zu schärfen, die unsere gebaute Umwelt durchziehen. Wer sich auf den Weg macht, begreift: Geschichte ist kein Museum, das hinter Glas verstaubt. Sie ist das Fundament, auf dem wir heute stehen, atmen und handeln. Der Süden Hamburgs zeigt uns, dass gerade dort, wo einst gearbeitet, geschwitzt und gerungen wurde, die packendsten Geschichten lauern – man muss sie nur lesen wollen.

Überblick

  • Das offizielle und vollständige Gesamtprogramm des Aktionstages mitsamt allen Detailzeiten und Anmeldemöglichkeiten für Führungen im Bezirk Harburg finden Sie direkt auf der Website der Hamburger Denkmalstiftung.
  • Spezifische geschichtliche Stadtteil-Rundgänge, thematische Führungen (wie zu Harburgs Industrie- und Kolonialgeschichte) sowie Anmeldungen organisiert die Geschichtswerkstatt Harburg.
  • Informationen zu Ausstellungen, Führungen und Öffnungszeiten der Sammlung Falckenberg sowie des Kunstverein Harburger Bahnhof sind über deren jeweilige institutionelle Webseiten abrufbar.

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Kopflos im Jubiläumsjahr https://www.tiefgang.net/harburg-wirft-sich-in-schale-2/ https://www.tiefgang.net/harburg-wirft-sich-in-schale-2/#respond Fri, 28 Aug 2026 22:45:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14464 [...]]]> Meine Lieben, habt ihr das Neueste gehört? Wir feiern dieses Jahr stolz 100 Jahre Harburger Stadtpark, und ausgerechnet mitten im Jubiläumsjahr verliert der Park sanft seinen Urvater! Die Büste von Georg Hölscher – dem Mann, dem wir die grüne Oase rund um die Außenmühle überhaupt erst zu verdanken haben – ist plötzlich spurlos kopflos.

Beim Haarewaschen meinte meine Friseurin ganz trocken zu mir: „Mensch Clara, vielleicht hat der arme Georg einfach gesehen, wie sich die Harburger*innen am Samstag beim Weißen Dinner von Kopf bis Fuß in Schale werfen, und ist schnell zum Herrenausstatter gerannt, weil ihm noch die weiße Fliege fehlte!“ Recht hat sie. Wenn sich Tausende in blütenweißem Zwirn an der Außenmühle versammeln, fällt so ein fehlender Kopf auf dem Denkmalsockel ja schließlich sofort auf.

Aber Spaß beiseite, meine Lieben: Das Schöne an Harburg ist ja, dass wir uns die Laune nicht verderben lassen. Während die Bronzebüste noch irgendwo schmollt, zeigen wir am heutigen Sonnabend wie stilvoll unser Viertel feiern kann. Das 13. „Weiße Dinner“ steht an, und der gesamte Außenmühlendamm verwandelt sich in eine edle, weiße Picknick-Meile.

Ich sage es euch, wie es ist: Wer nach all den Baustellen-Meldungen der letzten Monate mal wieder echtes Urlaubs-Feeling braucht, muss genau dorthin! Silberleuchter auf den Tisch, Stoffservietten eingepackt und bitte kein Einweggeschirr.

Und das absolute Highlight kommt ab 22 Uhr: Zum Parkjubiläum werden die Baumkronen entlang des Wassers bei der neuen Teichillumination den gesamten September über in wechselnden Farben erleuchtet. Wer braucht da noch den Urlaub im Süden, wenn das Paradies mit Live-Musik, Seifenblasen und bunten Lichtern direkt vor der Haustür liegt?

Meine Lieben, schnappt euch eure weiße Lieblingskleidung, packt den Leckereien-Korb voll und haltet beim Spaziergang im Stadtpark einfach ein bisschen Ausschau nach Georgs Kopf. Wer weiß, vielleicht sitzt er ja heimlich mit einem Glas Prosecco an der weißen Tafel und genießt die Aussicht auf die erstrahlten Baumkronen.

Bussi, eure Clara!


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Der Bezirk wird wieder zur Bühne https://www.tiefgang.net/der-bezirk-wird-wieder-zur-buehne/ https://www.tiefgang.net/der-bezirk-wird-wieder-zur-buehne/#respond Tue, 25 Aug 2026 07:54:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14416 [...]]]> Es gibt diesen einen Abend im Herbst, an dem Harburg den Atem anhält, um im nächsten Moment in Tausenden verschiedenen Frequenzen zu vibrieren. Es naht wieder die SuedKultur Music-Night!

Menschen wandern mit bunten Armbändern in den Straßen und Gassen im Süden Hamburgs von Club zu Club, schmieden Pläne und lachen den kühlen Herbstwind einfach weg. Am Samstag, den 10. Oktober 2026, ist es wieder so weit: Das Netzwerk SuedKultur lädt zur 16. SuedKultur Music-Night. Ein einziges Ticket für schlanke 7,50 € öffnet die Türen zu weit über 40 Live-Acts an 16 Spielorten in Harburg, Heimfeld, Marmstorf und Neugraben. Es ist ein unschlagbares Angebot für eine Nacht, die sich längst in das kulturelle Gedächtnis der gesamten Metropolregion eingebrannt hat.

Wie aus einer Provokation Kult wurde

Um die Faszination des Spektakels zu verstehen, lohnt es ein paar Kapitel in der Chronik des Hamburger Südens zurückblättern. Als sich 2006 engagierte Kulturschaffende, Clubbetreiber*innen und Initiative-Köpfe zusammenschlossen, geschah das auch aus einem Impuls der Selbstbehauptung heraus. Das gängige Vorurteil „Im Süden ist doch nix los!“ forderten die Macher*innen des Netzwerkes SuedKultur kurzerhand heraus. Schon das legendäre erste Motiv aus dem Jahr 2010 entkräftete mit feiner Ironie und einem träge auf dem Sofa sitzenden Paar die These der kulturellen Öde.

Daraus entstand auch recht zügig die mutige Idee einer dezentralen „Leistungsschau“ der lokalen Musikszene. Anders als bei überdimensionalen Events in Hamburg setzte SuedKultur von Anfang an auf die Stärken der Nachbarschaft: intime Räume, kurze Wege, lebendige Vielfalt und direkte Begegnungen. Über die Jahre wuchs das Festival, überstand Pandemie-Hürden mit neu gedachten Konzepten und feierte im vergangenen Jahr bereits ein fulminantes 15. Jubiläum. Die Music-Night ist geblieben, was sie immer war: ein ehrliches, spürbares Bekenntnis zum Bezirk.

Ein genresprengendes Sound-Kaleidoskop 2026

Wer am 10. Oktober durch die Straßen streift, begegnet einer musikalischen Bandbreite, die ihresgleichen sucht. Das Programm im Vorfeld liest sich wie eine Entdeckungsreise durch Stile, Welten und Klangexperimente.

Für Liebhaber*innen avantgardistischer und grenzüberschreitender Kunst wird das ligeti zentrum im Harburger Hafen zum aufregenden Experimentierfeld. Unter dem Titel „Klang à la Carte!“ verschmelzen interaktive Installationen von Dai Jianhua, somomathematische Impuls-Noise-Improvisationen, der Avantgarde-Pop von Clarks Planet und facettenreicher Jazz zu einem multisensorischen Gesamtkunstwerk.

Rock-Enthusiast*innen ziehen eher weiter ins Marias Ballroom, wo die Wände verlässlich beben. Hier teilen sich Stoner-Rock von The Paintbox, die kompromisslose Energie von Sweet Cougar Dreams, melancholisch-psychedelische Klänge von Anemone und atmosphärischer Indierock von Asteroid Kane die Bühne.

Wer den urbanen Beat sucht, findet im Stellwerk Hamburg sein Zuhause: Die Incredible Soulfood Crew liefert Oldschool Funk & Soul, NoTvRaps bringt den rohen Underground-Sound des 90er-Jahre-US-Hip-Hop zurück, und DJ Marekuja treibt die Nacht mit mitreißenden Drum-&-Bass-Rhythmen voran.

Dass Kultur im Süden keine Schwellen kennt, beweisen die leiseren, aber nicht minder intensiven Orte. Im Treffpunkthaus Heimfeld (ContraZt e.V.) entfalten Bernd Janecke und Leonore Lilja feinsinnige Liedermacher-Kunst, Komorebi zeichnet atmosphärische Klangbilder, während Frederiksson und das Schusseltier das Chanson feiern und die Téry Kafo Band mit westafrikanischen Mbalach- und Reggae-Rhythmen zum Tanzen anregt.

Sogar sakrale Räume werden zu Klangkörpern voller Magie: Die St. Paulus-Kirche in Heimfeld verwandelt sich mit Frank Meiller & Kollegium sowie der Jazzkonferenz in eine stimmungsvoll erleuchtete Oase für Jazz, Swing und Bossa Nova. In der Auferstehungskirche Marmstorf trifft traditioneller Rockgottesdienst auf die ungefilterte Energie der Punkrocker von Senkrechtstarter. Der Kultur Palast Harburg wiederum lässt das Publikum mit dem Akustik-Duo Nervling tief in eine gefühlvolle Welt aus Pop, Soul, Reggae und Folk eintauchen.

Ob etablierte Größen in der Lämmertwiete wie The Old Dubliner, überraschende Live-Momente in der Harburg Info, im Weltladen, bei der Haspa am Sand, im Habibi Atelier des Integrationsrats, im JoLa Kulturhaus Süderelbe, in der Stumpfen Ecke eG oder im Kulturwohnzimmer im Gloria-Tunnel: An jeder Ecke wartet eine neue Entdeckung.

Ein Fest der Zusammengehörigkeit

Jan Schröder, Sprecher des Netzwerkes SuedKultur, fasst das Gefühl dieser besonderen Nacht zusammen: „Die SuedKultur Music-Night ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie lebendig, solidarisch und facettenreich das kulturelle Leben im Hamburger Süden ist. An diesem Abend zeigt sich Harburg von seiner besten Seite – offen, experimentierfreudig und musikalisch absolut erstklassig.“

Das Geheimnis der Music-Night liegt genau in dieser Verbundenheit. Künstler*innen, ehrenamtliche Initiativen, Gewerbetreffs und erfahrene Clubbetreiber*innen ziehen an einem Strang, um Kultur für alle zugänglich zu machen. Wer sich auf den Weg macht, entdeckt nicht nur neue Musik, sondern auch die Vielfalt der Nachbarschaft.

Dieser erste Einblick verrät nur einen Teil des monumentalen Programms. Das vollständige, feingliedrige Zeit- und Ablauf-Line-up mit allen exakten Auftrittszeiten wird Mitte September 2026 offiziell veröffentlicht. Doch der Termin steht fest: Der 10. Oktober gehört der Musik.

16. SuedKultur Music-Night: Sa., 10. Oktober 2026

Spielstätten in Harburg, Heimfeld, Marmstorf und Neugraben; Eintritt: 7,50 € (Eintrittsbändchen gilt für alle Locations); Detailliertes Programm & Infos bald auf: www.sued-kultur.de


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Bühne des Lebens, Spiegel der Stadt https://www.tiefgang.net/buehne-des-lebens-spiegel-der-stadt/ https://www.tiefgang.net/buehne-des-lebens-spiegel-der-stadt/#respond Sat, 22 Aug 2026 22:35:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14034 [...]]]> Harburg kann sich glücklich schätzen, nicht nur ein eigenes – sondern eben dieses Harburger Theater zu haben. Denn wenn sich im Herbst der Vorhang hebt, beginnt wieder weit mehr als nur eine neue Spielzeit.

Es ist der Startschuss für eine Saison, die den Anspruch hat, unsere Gegenwart in all ihrer Komplexität zu spiegeln. In einer Zeit, die sich oft rastlos und fragil anfühlt, antwortet das Harburger Theater mit dem, was wir am meisten brauchen: mit Orten der Begegnung, mit Geschichten, die unter die Haut gehen, und mit einem Humor, der befreit, statt nur zu betäuben.

Die kommende Spielzeit 2026/2027 versteht sich als ein lebendiger Dialog zwischen Tradition und Moderne, zwischen lokaler Verwurzelung und globalen Fragen. Intendant Axel Schneider und sein Team haben ein Programm zusammengestellt, das den Mut besitzt, unbequeme Themen – von ethischen Grenzfragen bis hin zur geschichtlichen Verantwortung – in das Zentrum zu stellen. Doch keine Sorge: Neben dieser intellektuellen Tiefe kommt die Leichtigkeit nicht zu kurz. Ob musikalische Hommagen, die direkt ins Herz treffen, oder kabarettistische Sezierungen des alltäglichen Wahnsinns – das Theater lädt uns ein, den Alltag für ein paar Stunden hinter uns zu lassen, um am Ende doch bereichert in ihn zurückzukehren.

Wir können uns also auf eine Spielzeit freuen, die ebenso neugierig wie mutig ist. Hier eine Vorschau auf eine Saison, die das Denken herausfordert, die Lachmuskeln beansprucht und die uns zeigt, dass das Theater vor unserer Haustür der beste Ort ist, um die Welt zu verstehen.

Das politische Theater in Harburg setzt in dieser Spielzeit auf zwei Schwergewichte, die den Finger direkt in die Wunden unserer Zeit legen. Es geht um die großen Fragen von Recht, Wahrheit und menschlicher Schuld – verpackt in eine Form, die niemanden unberührt lässt.

Wenn Ferdinand von Schirachs neues Stück „Sie sagt. Er sagt.“ die Bühne der Hamburger Kammerspiele betritt, ist das mehr als nur eine Aufführung – es ist ein ethisches Experiment für das Publikum (19.02. bis 27.02.2027). Das Stück greift ein gesellschaftliches Dilemma auf, das aktuell so schmerzhaft wie kaum ein zweites ist: Die Unmöglichkeit einer absoluten Wahrheit in Fällen sexualisierter Gewalt, wenn Aussage gegen Aussage steht. Intendant und Regisseur Axel Schneider, der bereits bei „Gott“ bewies, wie man philosophische Grenzfragen inszeniert, wählt hier einen präzisen, kammerspielartigen Ansatz. Die Presse beschreibt den Abend als „aufrüttelnd“ und betont, dass die Urteilsfindung untrennbar mit unseren eigenen gesellschaftlichen Vorurteilen verknüpft ist.

Ferdinand von Schirach, der als ehemaliger Strafverteidiger eine einzigartige Perspektive mitbringt, verweigert in seinen Texten stets die einfache Moral. Sein Ziel ist nicht das Urteil, sondern der Diskurs. Die Zuschauer*innen werden hier zu Schöffen, die ihr eigenes Gerechtigkeitsempfinden permanent hinterfragen müssen. Die Inszenierung ist laut Hamburger Abendblatt eine Fortführung dieses anspruchsvollen, moralischen Theaters, das das Harburger Publikum in den letzten Jahren schätzen gelernt hat.

Den zweiten Ankerpunkt setzt die Uraufführung „Nächstes Jahr Bornplatzsynagoge“ (19.03. bis 27.03.2027). Dieses Stück von Axel Schneider ist ein notwendiger lokaler Reflex auf das jüdische Leben in unserer Stadt. Es erzählt die Geschichte eines Sohnes, der die Lücke im Hamburger Stadtbild – die zerstörte Bornplatzsynagoge – als Symbol einer tiefen gesellschaftlichen Leerstelle begreift.

Dass dieses Stück gerade jetzt, zeitgleich zum Voranschreiten der Pläne für den Wiederaufbau, auf dem Spielplan steht, macht es außergewöhnlich. Die Uraufführung wurde bereits mit minutenlangem Beifall gefeiert, was zeigt, dass auch das Harburger Theater den Nerv der Zeit trifft. Schneider gelingt hier eine Gratwanderung: Er verknüpft das große historische Trauma der Shoah mit der sehr persönlichen, fast intimen Suche eines Einzelnen nach Identität und Glauben in einer Stadt, die ihre Geschichte mal verdrängt, mal mühsam aufgearbeitet hat.

Beide Inszenierungen zeigen gerade in diesen Zeiten deutlich, dass das Theater hier nicht nur unterhalten möchte, sondern auch einen Resonanzraum schaffen. Es ist dieser Mut, sich nicht hinter leichten Stoffen zu verstecken, der das Profil des Hauses in der Spielzeit 2026/2027 so scharf zeichnet.

Musik, Nostalgie und Comedian

Neben intellektueller Schärfe des Gerichtsdramas lädt der Spielplan aber auch zur emotionalen Einkehr ein. Musik ist am Harburger Theater schon längere Zeit weit mehr als eine atmosphärische Untermalung; sie ist ein Schlüssel zur Geschichte, der uns über die Ohren direkt ins Herz führt.

Besonders herausragend in dieser Spielzeit ist die Inszenierung der „Comedian Harmonists“ (09.01. bis 16.01.2027). Die Geschichte des legendären Sextetts ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Vom euphorischen Aufstieg in den Berliner Clubs der 1920er Jahre bis hin zum schmerzhaften Berufsverbot für die drei jüdischen Mitglieder durch das NS-Regime im Jahr 1935.

Was diese Inszenierung so besonders macht, ist das kreative Wagnis: Jan-Christof Scheibe haucht Klassikern wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“ neues Leben ein, indem er sie mit einer Prise modernem Boyband-Feeling versieht. Dass dieses Regie-Debüt ausgerechnet von der Schauspielerin Cornelia Schirmer verantwortet wird, die selbst mit ihrem Duo „Cocodello“ Furore macht, verspricht eine Inszenierung, die genau weiß, wie man die Balance zwischen musikalischer Präzision und emotionaler Wucht hält. Das NDR 90,3 Kulturjournal lobte bereits, dass der Abend „direkt ins Herz“ gehe und am Ende kaum ein Auge trocken bleibe.

Diese musikalische Ader des Theaters zieht sich wie ein roter Faden durch den Spielplan, denn auch die Sonderveranstaltungen setzen auf diese tiefgehende Verbindung von Biografie und Klang:

Nina Simone with Love (31.12.2026): Die Künstlerin Love Newkirk würdigt die Ikone des 20. Jahrhunderts und spannt den Bogen von Jazz und Soul bis hin zu Simones politischem Widerstand gegen Rassismus.

Musik war meine erste Liebe – Eine Hommage an Udo Jürgens (14.02.2027): Eine Hommage an Udo Jürgens, bei der Eric Paisley und Heidrun von Goessel durch das Leben und die Hits des unvergessenen Komponisten führen.

Gustav Peter Wöhler Band (11.04.2027): Mit einer Mischung aus Pop-Klassikern und One-Hit-Wonders feiert die Band ihre 25-jährige Bühnenpräsenz, wobei Wöhler seine Musik stets mit persönlichen Anekdoten verknüpft, die das Publikum regelmäßig zu Standing Ovations bewegen.

Es ist diese Kombination aus musikalischer Virtuosität und der Lust am Storytelling, die diese Spielzeit ausmacht. Musik wird hier zum Vehikel für Lebensgeschichten – mal nostalgisch-beschwingt, mal politisch-kämpferisch, aber immer nahbar und mitreißend.

Comedy und Kabarett mit Tiefgang

Wenn das Lachen im Hals stecken bleibt, um dann in befreiender Ironie zu explodieren, dann sind wir im Bereich Comedy und Kabarett angekommen. Das Programm der Spielzeit 2026/2027 in den Hamburger Kammerspielen und am Harburger Theater beweist, dass Unterhaltung kein Synonym für Flachheit ist.

Foto: Bo Lahola

Der Tatortreiniger – Staffel 2 (29.01. bis 06.02.2027): Mizzi Meyers Kultfigur Schotty kehrt zurück, um in vier neuen Folgen in den Abgründen der menschlichen Existenz zu putzen. Die Episoden sind weit mehr als Comedy: Ob Schotty in einem Maklerbüro für Religionen über das Paradies philosophiert oder einen sadistischen Geschäftsführer in einer Consulting-Firma demaskiert, hier wird das Absurde zum treffenden Gesellschaftskommentar.

Alfons: Le Best Of (15.11.2026): Der „Deutschen liebster Franzose“ seziert mit seinem messerscharfen journalistischen Blick und der unverwechselbaren orangefarbenen Trainingsjacke die deutsche Nachrichtenlage. Alfons widmet sich seiner lebenslangen Mission: Dem Versuch, das Mysterium der Deutschen in freier Wildbahn endlich zu entschlüsseln.

Andreas Rebers: rein geschäftlich: BILANZ (23.01.2027): Rebers liefert tanzbare Kapitalismuskritik und nachhaltige Heiterkeit in einer Republik, die sich selbst gerade etwas verloren hat. Seine wortgewaltige Präsenz erinnert an die Glanzzeiten eines Dieter Hildebrandt oder Gerhard Polt.

Heike Feist: Alle Kassen, auch privat (16.03.2027): In einer furiosen Dreifachrolle verwandelt Feist den Theatersaal in eine Hausarztpraxis, in der Risse im Gesundheitssystem und die Pharmaindustrie gleichermaßen ihr Fett wegkriegen.

Thomas Freitag: Rückzug über die Minen der Ebene (21.04.2027): Mit schauspielerischem Talent setzt Freitag einen Schlusspunkt und entlarvt die menschliche Hybris, die unsere Errungenschaften – von KI bis Reichtum – regelmäßig in Missbrauch verwandelt.

LaLeLu: Urlaub vom Hirn (02.10.2026): Die A-cappella-Comedy-Profis bieten eine therapeutische Auszeit von der digitalen Welt: Zwei Stunden ganz ohne Geräte, Stecker oder Empfang.

Johann König: Heute ein König (26.02.2027): König kombiniert den familiären Irrsinn seines Alltags mit leuchtenden Gedichten und „wahnwitzigen Wortwellen“, die ein regelrechtes Synapsenfeuerwerk beim Publikum auslösen.

Dieses Programm ist ein kräftiges Plädoyer für den Humor als Widerstandskunst. Es sind die Spiegelungen unseres eigenen, oft überlasteten Alltags, die hier – mal mit sanfter Ironie, mal mit beißender Schärfe – in Unterhaltung verwandelt werden.

Das Kinderprogramm

Theater ist ein Abenteuer, das idealerweise schon im Kindesalter beginnt. Das Harburger Theater stellt in der Spielzeit 2026/2027 sicher, dass auch die jüngsten Zuschauer*innen voll auf ihre Kosten kommen – mit Stoffen, die so zeitlos wie liebevoll inszeniert sind.

Michel aus Lönneberga (29.11. bis 20.12.2026): Astrid Lindgrens Klassiker bringt die Abenteuer vom Hof Katthult in Småland auf die Bühne. Die Inszenierung fängt Michels neugierige und aufgeweckte Art ein, bei der trotz bester Absichten – wie etwa dem Versuch, Fleischsuppe aus der Schüssel zu lecken – am Ende meist ein lustiger Schlamassel steht.

Der kleine Rabe Socke – Alles meins (01.12. bis 27.12.2026): Basierend auf den Büchern von Nele Moost und Annet Rudolph, befasst sich dieses Stück mit einem Thema, das alle Kinder kennen: Teilen und Freundschaft. Der Rabe Socke lernt hier auf seine Weise, dass Reichtum an Spielzeug wertlos ist, wenn man niemanden hat, mit dem man ihn teilen kann – eine wichtige Botschaft für das junge Publikum.

Dieses Kinderprogramm setzt auf spiel- und verwandlungsfreudige Ensembles, die komplexe soziale Themen wie Freundschaft, Missgeschicke und das Miteinander in eine mitreißende und komische Form übersetzen.

Die Spielzeit 2026/2027 beweist, dass das Harburger Theater weit mehr als eine Unterhaltungsbühne ist. Es ist ein Ort der Begegnung, der es wagt, große historische Fragen mit den Absurditäten des Alltags zu verweben. Wer neugierig auf eine Theaterarbeit ist, die wachrüttelt, ohne die Leichtigkeit zu verlieren, findet hier ein Programm, das noch lange nachhallt.

Informationen und Karten:

Harburger Theater |Museumsplatz 2 | 21073 Hamburg

Programm & Tickets: online unter www.harburger-theater.de


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Harburg wirft sich in Schale! https://www.tiefgang.net/harburg-wirft-sich-in-schale/ https://www.tiefgang.net/harburg-wirft-sich-in-schale/#respond Fri, 21 Aug 2026 22:34:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14409 [...]]]> Meine Lieben, hakt das Fernweh ab, eure Clara ist wieder im Lande! Und kaum setze ich den ersten Fuß in unseren Salon, weht mir schon ein Hauch von Romantik, Eleganz und feinstem Porzellan entgegen.

Schluss mit Baustellen-Blues und Leere – am Samstag, den 29. August, wird es bei uns strahlend weiß! Zum 13. Mal verwandelt sich der malerische Außenmühlendamm im Stadtpark beim „Weißen Dinner“ in eine riesige, festlich gedeckte Tafel.

Beim Spitzenschneiden meinte meine Friseurin ganz aufgeregt: „Mensch Clara, das wird wie eine riesige Traumhochzeit – nur ohne den lästigen Papierkram beim Amt!“ Recht hat sie. Menschen aller Generationen und Kulturen kommen zusammen, bringen vollgepackte Picknickkörbe mit und kleiden sich von Kopf bis Fuß in blütenreines Weiß. (Na gut, bei den Schuhen darf geduldelt werden, falls der weiße Sneaker im Urlaub gelitten hat!)

Das ist doch die perfekte Medizin nach den letzten Wochen! Während unser geliebtes MidSommerland nebenan ja bekanntlich immer noch sanft im Winterschlaf schlummert, zeigen wir direkt vor der Haustür, wie sehr wir das Wasser und die Gemeinschaft feiern können. Einzige Regel für die Tafel: Einweggeschirr bleibt zu Hause! Wir Harburger*innen können auch mit Stil – da werden Silberleuchter, Blumen und echte Stoffservietten aufgetischt.

Und wisst ihr, was das Beste ist? Nach der Sommer-Sonne wartet am Abend ein magisches Spektakel auf uns. Zum 100-jährigen Jubiläum des Harburger Stadtparks startet direkt im Anschluss die neue Teichillumination: Die Baumkronen am Ufer werden ab 22 Uhr in wechselnden Farben erleuchtet – und das sogar den ganzen September über!

Ich sage es euch ja wie es ist: Wer noch auf der Suche nach der großen Liebe ist, sollte am Samstag unbedingt den Außenmühlendamm ansteuern. Bei Kerzenschein, Seifenblasen, Live-Musik und Wunderkerzen verfliegt die Schüchternheit schneller als die Sahne auf der Eiswaffel. Wer weiß, vielleicht teilt ja jemand am Nachbartisch spontan seinen Prosecco mit euch?

Meine Lieben, schnappt euch euer weißes Lieblingskleid, packt den Korb voll Leckereien und sichert euch die besten Plätze an der Außenmühle. Wir sehen uns an der Tafel – ich bin die mit den frischen Locken und dem extra großen Kerzenständer!

Bussi, eure Clara!


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Spurensuche in der grünen Oase https://www.tiefgang.net/spurensuche-in-der-gruenen-oase/ https://www.tiefgang.net/spurensuche-in-der-gruenen-oase/#respond Fri, 14 Aug 2026 22:12:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14396 [...]]]> 100 Jahre Stadtpark Harburg kann man beim Sommer-im-Park-Festival oder beim White Dinner feiern. Oder man geht einfach mal durch …

Flaniermeile, Sportstätte, grüne Oase: Der Harburger Stadtpark am Außenmühlenteich ist aus dem öffentlichen Leben im Süden Hamburgs nicht wegzudenken. Seit nunmehr einhundert Jahren prägt die Anlage das Gesicht des Stadtteils Harburgs und gilt als herausragendes Beispiel der historischen Volksparkbewegung des frühen 20. Jahrhunderts. Diese verstand öffentliche Grünanlagen als demokratisches Angebot für breite Bevölkerungsschichten, das Erholung, Bewegung und Naturerlebnis organisch miteinander verband.

Anlässlich des großen Jubiläums hat das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg gemeinsam mit dem Autor Jürgen Ehlers eine reich bebilderte Publikation herausgebracht. Das Buch „100 Jahre – Der Harburger Stadtpark“ lässt die facettenreiche Entwicklung der Anlage durch historische Fotografien, Pläne und Zeichnungen wieder lebendig werden. Als Geologe und bekannter Krimiautor, der in Hamburg-Hausbruch aufgewachsen ist, verbindet Ehlers fachkundigen Blick mit erzählerischem Gespür. Er schildert anschaulich, wie aus den visionären Planungen der Gartenarchitekten Ferdinand Georg Hölscher und seines Sohnes eine Parklandschaft von bleibender Anziehungskraft erwuchs.

Wer den Park und seine verborgenen Details hautnah erleben möchte, hat dazu am kommenden Sonntag, dem 23. August, eine exklusive Gelegenheit. Um 15 Uhr lädt Jürgen Ehlers zu einer kostenfreien Führung ein, zeigt ungeahnte Blickachsen und begibt sich gemeinsam mit den Teilnehmenden auf eine direkte Spurensuche zur Entstehungsgeschichte. Im Anschluss besteht vor Ort die Möglichkeit, das neue Buch zu erwerben.

Führung durch den Harburger Stadtpark mit Jürgen Ehlers, Treffpunkt: So., 23.08. um 15 Uhr, Harburger Stadtpark / Bootshaus Außenmühle, Gotthelfweg 2A, 21077 Hamburg, (Dauer: 1,5 Stunden), Buchbestellung über amh.de/shop


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Fischbeker Musiksommer lädt zum Open-Air https://www.tiefgang.net/fischbeker-musiksommer-laedt-zum-open-air/ https://www.tiefgang.net/fischbeker-musiksommer-laedt-zum-open-air/#respond Thu, 13 Aug 2026 22:37:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14100 [...]]]> Hamburgs Süden wird Ende August zum pulsierenden Treffpunkt für Musikbegeisterte aller Generationen. Am 29. und 30. August 2026 kehrt der im Jahr 2021 ins Leben gerufene Fischbeker Musiksommer zurück.

Und er verwandelt den malerischen Kirchplatz der Corneliuskirche Fischbek, Dritte Meile 1, 21149 Hamburg-Fischbek, in eine stimmungsvolle Open-Air-Bühne. Das Organisationstrio, bestehend aus der Klarinettistin Kymia Kermani, dem Geiger Ian Mardon und der Cornelius Kirchengemeinde, hat ein Programm auf die Beine gestellt, das Genregrenzen spielerisch einreißt. An zwei Tagen warten fünf abwechslungsreiche, jeweils einstündige Konzerte auf die ganze Familie. Und das Beste für die Planung: Sollte der Hamburger Sommer sich von seiner unbeständigen Seite zeigen, ziehen Musiker*innen und Publikum einfach kurzerhand in die schützende Kirche um.

Der Samstag: Märchenzauber und soulig-meditative Choralgretchen

Das Festival startet am Samstag, dem 29. August, ganz im Zeichen des jüngsten Publikums. Das Ensemble Holzfabrik bringt gleich zwei eigens konzipierte Kinderkonzerte ab 4 Jahren auf die Bühne, bei denen Schauspiel und Live-Musik verschmelzen. Um 15 Uhr erwachen die Figuren in Sergej Prokofjews Klassiker „Peter und der Wolf“ durch die Holzblasinstrumente zum Leben. Da schnattert das Entlein in der Oboe, während die geschmeidige Katze durch Kymia Kermanis Klarinette schleicht. Direkt im Anschluss, um 16 Uhr, folgt die weltbekannte Geschichte von „Hänsel und Gretel“ nach Engelbert Humperdinck, kindgerecht und musikalisch packend umgesetzt.

Am Samstagabend um 19 Uhr wechseln dann die Klangfarben: Das Trio SacreFleur bittet zu alten Chorälen im neuen Gewand. Die Hamburger Jazz-Größe Reiner Regel an Klarinette und Saxophon sowie der Popular-Kirchenmusiker Jan Keßler an der Akustik-Gitarre holen, kongenial begleitet von Bassist Lars Hansen, die ausdrucksstarken Melodien des Evangelischen Gesangbuches in die Gegenwart. Das Versprechen für den Abend: Ein souliger, gospeliger und meditativer Ausklang voller Spielfreude.

Der Sonntag: blechblubbernde Reise durch die Amerikas

Der Sonntag, 30. August, beginnt um 16 Uhr mit einem echten emotionalen Höhepunkt und einem lokalen Heimspiel. Die international anerkannten und im benachbarten Neugraben ansässigen Musiker*innen Ian Mardon und Kymia Kermani präsentieren gemeinsam mit ihrem Mardon Ensemble das berühmte Klarinettenquintett h-moll op. 115 von Johannes Brahms. Das 1891 geschriebene Spätwerk des Hamburgers fasziniert bis heute durch seine melancholische Tiefe. Als charmanten Vorgeschmack auf das Beethoven-Jahr 2027 hat das Quintett zudem einige Sätze für Streichtrio im Gepäck.

Den fulminanten Schlusspunkt setzt um 19 Uhr das Blechbläserquintett Quint-Essential. Fünf professionelle Blechbläser aus der Metropolregion Hamburg laden zu einer energiegeladenen musikalischen Reise durch die Amerikas ein. Das Spektrum reicht von den Tangorhythmen Astor Piazzollas über Leonard Bernsteins legendäre „West Side Story“ und Gershwins Klassiker „Summertime“ bis hin zu den epischen Hollywood-Klängen von John Williams’ „Star Wars“.

Wer dieses komprimierte Kulturwochenende vor der eigenen Haustür erleben möchte, findet alle Informationen sowie den Ticket-Vorverkauf unter https://cornelius-kirche.de/fischbekermusiksommer/. Gefördert wird das Festival von der Freien und Handgestadt Hamburg sowie dem Bezirk Harburg – ein starkes Zeichen für die lebendige Kulturarbeit im Hamburger Süden.


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Die literarische Herzkammer der Stadt https://www.tiefgang.net/die-literarische-herzkammer-der-stadt/ https://www.tiefgang.net/die-literarische-herzkammer-der-stadt/#respond Tue, 04 Aug 2026 09:16:29 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14346 [...]]]> Wenn die Kulturbehörde die Shortlist des Buchhandlungspreises verkündet, blickt man auch dorthin, wo das gedruckte Wort gegen die Vereinzelung kämpft. Ein Nachruf, eine Verbeugung und ein Blick aus dem Süden.

Es gibt Orte in einer Metropole, die sich dem hastenden Takt des Alltags entziehen. Sie duften noch nach Druckerschwärze, altem Papier und einer ganz besonderen Sorte Geduld. Wenn die Stadt Hamburg stets im Sommer die Shortlist für ihren Buchhandlungspreis bekannt gibt, ist das weit mehr als eine administrative Notiz aus dem Haus an den Hohe Bleichen. Es ist ein Befund über den Zustand unserer urbanen Kultur: Wer liest wo, wer hält die Stellung, während um die Ecken herum die Kettenläden und digitalen Algorithmen das Feld übernehmen?

Besonders für uns hier im Hamburger Süden schlägt dieses literarische Herz in einem ganz eigenen Takt. Es ist kein Zufall, dass die Wilhelmsburger Buchhandlung Lüdemann – im Vorjahr selbst preisgekrönt – diesmal als Teil der unabhängigen Jury mit am Tisch saß und mit wahrem Blick über die Elbe wog, welche Orte das geistige Gewebe dieser Stadt zusammenhalten. Und wenn man den Blick weiter nach Süden richtet, hin zum südwestlichen Neugraben, füllt sich diese Shortlist mit tiefem Leben: Der Buchladen von Bettina Meyer ist nominiert. Ein Ort, an dem Literatur nicht verkauft, sondern gelebt wird – getragen von einer Inhaberin, deren Schmerz über den erst kürzlich verstorbenen Ehemann noch schwer auf dem Laden lastet, und die dennoch den Mut hat, diesen Raum der Kultur offenzuhalten.

Sieben inhabergeführte Buchhandlungen stehen in diesem Jahr auf der engsten Auswahlliste, sie spannen den Bogen von der Neustadt bis in die Außenbezirke. Kultursenator Brosda betont wohl auch mit Seitenhieb auf den Bundeskulturbeauftragten Weimer: „Das Engagement für eine vielfältige Literaturlandschaft und einen freien und offenen Diskurs verdient besondere Anerkennung.“

Die nominierten Buchhandlungen:

Buchhandlung Blattgold (Neustadt)

Buchhandlung Lutz Heimhalt (Fuhlsbüttel)

Bücherfuchs (Wedel)

Bücherstube Stolterfoht (Eimsbüttel)

Der Buchladen Bettina Meyer (Neugraben)

Frau Büchert (Eimsbüttel)

Buchhandlung im Schanzenviertel (Schanzenviertel)

Und Literatur kennt neben der Feier des Augenblicks immer auch die Melancholie des Abschieds. Kaum war die Nominierungsliste fixiert, erreichte die Literaturszene zudem die Nachricht vom Tod Frank Bartlings, der die Bücherstube Stolterfoht in Eimsbüttel seit 1997 mit Leib und Seele prägte. Sein Name auf der Liste ist nun ebenso eine schmerzliche Zäsur und eine späte, tief empfundene Verbeugung vor einem Lebenswerk. Ein Buchhändler dieses Schlags ist ein Seelsorger des Geistes.

Wenn am 5. September beim Ausklang der Langen Nacht der Literatur im Literaturhaus die drei Siegerinnen und Sieger gekürt werden, wird dieser Schatten spürbar sein. Und dennoch liegt in der Shortlist ein tröstliches Versprechen. Ob in Neugraben, in Wilhelmsburg oder in den anderen nominierten Refugien: Hier wird der öffentliche Raum verteidigt als ein Ort der Begegnung, der Kontemplation und des freien Wortes. Hamburg zeigt sich einmal mehr als eine Stadt, die weiß, dass das Buch der wertvollste Kompass für unsere gemeinsame Zukunft ist.


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Die Natur zieht in die City https://www.tiefgang.net/die-natur-zieht-in-die-city/ https://www.tiefgang.net/die-natur-zieht-in-die-city/#respond Fri, 24 Jul 2026 16:09:34 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14260 [...]]]> Es ist ein wunderbarer Kontrast, der den Alltag im Herzen Harburgs für einen Moment zum Stillstehen bringt. Wo sonst das geschäftige Treiben zwischen Lüneburger Straße und Harburger Ring den Takt vorgibt, zieht plötzlich eine tiefe, organische Ruhe ein.

Die Kunstleihe Harburg schickt ihr gefeiertes und erfolgreiches einjähriges Ausstellungsformat der „Kunstpassage“ in der City Galerie in die finale Runde. Nach den großen Erfolgen von Frank Vaders, Thomas Behrens und Yvonne Lautenschläger übernimmt nun keine Geringere als die in Moorburg verwurzelte Künstlerin Antje Gerdts die prominenten Glasvitrinen. Bis Ende September 2026 verwandelt sich der urbane Durchgang in eine grüne Oase, die Passanten dazu einlädt, innezuhalten und die Natur aus einer völlig neuen, künstlerischen Perspektive zu betrachten.

Wer Antje Gerdts begegnet, spürt sofort, dass diese Kunst keine bloße Atelierarbeit ist, sondern aus einer lebenslangen Verbundenheit wächst. Schon als Kind streifte sie durch Wiesen und Wälder, entdeckte jedes vierblättrige Kleeblatt und nahm die feinsten Details am Wegesrand wahr. Was vor fast vierzig Jahren mit Malerei auf historischen Kaffeesäcken aus dem Hamburger Freihafen begann – getragen von der Faszination für den pflanzlichen Malgrund und dessen ganz eigener Geschichte –, hat sich über die Jahrzehnte zu einer tiefgreifenden, eigenständigen Ausdrucksform entwickelt.

Seit mittlerweile zehn Jahren arbeitet die Künstlerin auf Leinwänden direkt mit echten Pflanzen. Dabei geht es ihr nie um eine simple, botanische Abbildung. Es ist ein schöpferischer Austausch, eine echte Begegnung im Malprozess. Die Technik entwickelt sich dabei organisch mit der jeweiligen Pflanze, um deren ureigene Kraft und Ausstrahlung für den Betrachter spürbar zu machen. Die aktuellen Vitrinen-Ansichten in der City Galerie zeugen von dieser intensiven Zwiesprache: Sie zeigen eine beeindruckende Bandbreite von filigranen Strukturen und skulpturalen Elementen bis hin zu großflächigen, naturinspirierten Farbkompositionen.

Die Ausstellung von Antje Gerdts markiert den vierten und vorerst letzten Teil der diesjährigen Kunstpassage. Die von der Eigentümergemeinschaft unterstützte Aktion hat sich im Viertel als echter Publikumsmagnet erwiesen und eindrucksvoll bewiesen, wie ungenutzter Leerstand im öffentlichen Raum mit Leben, Sinn und Ästhetik gefüllt werden kann.

Wie bei allen Stationen schlägt auch dieses Finale eine Brücke zum Kernanliegen des Vereins: Die Kunstleihe Hamburg e. V. setzt sich seit 2019 unermüdlich dafür ein, zeitgenössische lokale Kunst durch den echten Verleih, kuratierte Führungen wie „Kunst vor Ort“ oder Großprojekte wie die SuedArt für alle zugänglich zu machen und den Hamburger Süden nachhaltig zu bereichern.

Wer sich verzaubern lassen möchte, kann die „Pflanzenkunst“ von Antje Gerdts noch bis Ende September 2026 kostenfrei und rund um die Uhr im Durchgang der City Galerie besichtigen. Weitere Einblicke in das Schaffen der Künstlerin bietet ihre Website antje-gerdts.de.

Und wer die ehrenamtliche Arbeit der Kunstleihe unterstützen möchte, findet alle Informationen sowie die Möglichkeit zur Beteiligung direkt unter kunstleihe-harburg.de. Offenbar wird bislang nicht an eine Fortführung des Projektes gedacht …


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