Initiative SuedKultur – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 05 Jun 2026 13:05:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Schmetterlinge auf Stand-Up-Boards https://www.tiefgang.net/land-unter-in-marmstorf-2-2/ Fri, 05 Jun 2026 22:51:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13964 [...]]]> Meine Lieben, werft die Gummistiefel der letzten Wochen in die Ecke und holt die Matrosenmützen raus! Ich komme gerade frisch vom Friseur am Sand, und ich sage euch, zwischen Föhnen und Färben gab es heute nur ein Thema: „Leinen los!“

Dieses Wochenende, vom 5. bis 7. Juni 2026, verwandelt sich unser schöner Binnenhafen endlich wieder in die größte maritime Party-Meile des Hamburger Südens! Da kam beim Spitzen-Schneiden natürlich sofort die Frage auf: Können wir die Schiffe nicht gleich dabehalten?

Meine Lieben, über 30.000 Menschen werden am Wochenende rund um den Kanalplatz und den Lotsekai erwartet. Es gibt historische Schiffe, Live-Musik auf drei Bühnen und kostenlose Rundfahrten. Beim Haarewaschen meinte meine Friseurin ganz begeistert zu mir: „Mensch Clara, am Samstag um 13 Uhr ist die große Einlaufparade – das ist doch das erste Mal seit Monaten, dass sich im Harburger Süden etwas pünktlich vorwärtsbewegt!“

Ich habe mir das Programm natürlich ganz genau angeschaut. Für die Kleinen gibt es eine tolle „Stempelregatta“ – aber ein ganz besonderes Highlight hat mich laut auflachen lassen: Es gibt einen offiziellen Wettbewerb mit dem Titel „Wer kann am lautesten schreien?“

Da dachte ich sofort: Meine Lieben, das ist doch die perfekte Nachwuchsförderung für unsere Bezirkspolitik! Wer sich da am Lotsekai ohne Mikrofon so richtig die Lunge aus dem Hals brüllt, ist bestens vorbereitet, um demnächst bei der Sprinkenhof GmbH oder dem Denkmalschutz wegen des leerstehenden Karstadt-Gebäudes vorzusprechen. Vielleicht sollten wir die zuständigen Planer*innen aus dem Rathaus einfach mal geschlossen als Jury dort anmelden.

Während wir beim Binnenhafenfest unter dem Motto „Open Ship“ einfach so auf historische Schiffe wie das Zollboot „Kehrwieder“ oder den Schlepper „Fairplay VIII“ spazieren und die Technik bestaunen dürfen, herrscht beim Projekt „Planet Harburg“ am Ring ja weiterhin das Motto „Closed Shop“.

Ich frage mich ja: Wenn die ehrenamtlichen Helfer*innen der KulturWerkstatt und des Museumshafens es schaffen, binnen drei Tagen ein riesiges, buntes Familienfest auf die Beine zu stellen, warum dauert es dann Jahre, um im ehemaligen Kaufhaus einen simplen „Vortragsraum mit bewegten Bildern“ genehmigt zu bekommen? Vielleicht sollten wir das Karstadt-Haus einfach auf Stelzen in den Kanal setzen – dann ist es maritim, und die Hafenmacher*innen übernehmen das Zepter. Schwimmfähig genug wäre Harburg nach den ganzen Rohrüberflutungen der letzten Wochen ja eigentlich.

Und für die Sportlichen unter uns: Am Sonntag um 14 Uhr gibt es an der Drehbrücke eine Stand-Up-Paddling-Regatta. Nach all den Liebesgeschichten rund um Zugversetzungen und Tinder-Matches im Pendlerstau der letzten Wochen sehe ich es schon bildlich vor mir: Zwei Singles kollidieren elegant auf ihren Paddelboards im Hafenbecken, und der Metronom postet am Montag: „Ein Stehpaddler weniger, ein Traumpaar mehr.“

Meine Lieben, ich rate euch für das Wochenende: Lasst den Alltag links liegen, schnappt euch eine Portion Backfisch und genießt den Trubel am Wasser. Unser Binnenhafen zeigt uns dieses Wochenende, wie viel Leben, Kultur und Energie eigentlich in diesem Stadtteil stecken. Man muss die Leinen eben einfach nur mal loslassen!

Bussi, eure Clara!


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Marathontraining dank Baustellen https://www.tiefgang.net/land-unter-in-marmstorf-2/ Fri, 29 May 2026 22:56:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13922 [...]]]> Meine Lieben, legt kurz die Nagelfeile beiseite und holt tief Luft! Ich komme gerade frisch vom Friseur am Sand, und ich sage euch, die Lockenwickler standen heute unter olympischer Hochspannung.

Morgen, am Sonntag, den 31. Mai 2026, ist es nämlich so weit: Ganz Hamburg entscheidet beim großen Bürgerschaftsreferendum, ob wir uns noch einmal an das Abenteuer Olympische und Paralympische Spiele wagen!

Meine Lieben, morgen gilt es: Kreuzchen machen für die fünf Ringe! Die Stadt träumt ja von einer nachhaltigen Modernisierung, besserer Mobilität und internationalem Glanz. Das olympische Dorf soll in die „Science City Bahrenfeld“ einziehen – weit weg im Westen natürlich. Aber meine Friseurin meinte vorhin ganz trocken zu mir: „Mensch Clara, wenn die das mit der Barrierefreiheit und den Sportstätten ernst meinen, dann müssen die doch eigentlich direkt hier bei uns im Süden anfangen!“

Ich musste ja sofort laut loslachen. Überlegt mal, was für ein Potenzial wir hier haben! Warum die Spiele mühsam in Bahrenfeld planen? Nach dem gigantischen Rohrbruch an der Buxtehuder Straße neulich hätten wir die perfekte Regattastrecke für die Ruderer*innen direkt vor der Haustür gehabt. Und die überfluteten Straßen in Marmstorf wären die optimale Kulisse für das olympische Synchronschwimmen gewesen. Wer braucht schon teure Neubauten, wenn Hamburg Wasser uns die Sportstätten ganz spontan und gratis mitten auf den Asphalt zaubert?

Auch für die Disziplin Gewichtheben oder gar die Alchemie hätten wir schon die perfekten Trainingslager. In den oberen Etagen unseres geliebten, leerstehenden Ex-Karstadts – Entschuldigung, „Planet Harburg“ – herrscht schließlich seit Jahren gähnende Leere. Na ja, bis auf die illegale Goldschmelze, die die Feuerwehr neulich dort ausräuchern musste. Die Truppe dort hat beim Schleppen der Schmelztiegel ja schon echte Höchstleistungen gezeigt! Wenn das IOC noch eine neue Disziplin im „Heimlichen Goldschürfen im Untergeschoss“ sucht – die Goldmedaille ginge direkt an den Harburger Ring.

Und was ist mit der Leichtathletik? Unsere Pendler*innen sind doch eh schon im absoluten Spitzensport-Modus. Wer in den letzten zwei Wochen versucht hat, die gesperrte S-Bahn zu umgehen oder sich durch die Totalsanierungen im Verkehr zu kämpfen, hat das Marathontraining doch quasi im Vorbeigehen absolvert. Wenn das MidSommerland an der Außenmühle wegen der ewigen Bauverzögerungen und Frostschäden voraussichtlich erst im dritten Quartal 2028 wieder öffnet, trainieren die Harburger Vereine und Familien eben im Trockenschwimmen. Auch das erfordert enorme Ausdauer!

Meine Lieben, egal ob ihr morgen mit „Ja“ oder „Nein“ stimmt – eines steht fest: Den olympischen Gedanken des Durchhaltens („Dabeisein ist alles!“) leben wir hier im Hamburger Süden schon lange vor allen anderen. Wenn die Spiele kommen, fordern wir auf jeden Fall die Eröffnungsfeier auf dem Sand. Bis dahin lasse ich mir erst mal die Spitzen nachschneiden.

Bussi, eure Clara!


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Leinen los im Süden https://www.tiefgang.net/leinen-los-im-sueden/ Fri, 29 May 2026 09:27:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13925 [...]]]> Wenn Anfang Juni der Duft von Fischbrötchen über den Kanalplatz weht und die ersten Takte Live-Musik die Hafenluft zum Vibrieren bringen, dann wissen wir: Das Harburger Binnenhafenfest läuft!

Es ist wieder soweit. Das Harburger Binnenhafenfest geht in die schon 24. Runde – und wer die vergangenen Jahre kennt, weiß, dass uns hier nicht nur ein Stadtteilfest erwartet, sondern ein maritimes Lebensgefühl, das Harburg so besonders macht.

Drei Tage, drei Bühnen, ein Hafen

Vom 5. bis zum 7. Juni 2026 wird das Gelände rund um den Kanalplatz, das „Wilde Wäldchen“ und den Lotsekai zur großen Bühne für die lokale und überregionale Kreativszene. Über 20 Acts, Bands und DJs sorgen auf drei Bühnen für einen Mix, der vom Blues Brothers Show-Feeling bis hin zu elektronischen Beats am Waggon reicht.

Das erwartet euch auf dem Wasser und an Land:

Das Herzstück des Harburger Binnenhafenfests bleibt natürlich das Element, dem der Stadtteil seinen Charakter verdankt: das Wasser. Wenn am ersten Juni-Wochenende die Leinen losgemacht werden, verwandelt sich das Hafenbecken in eine schwimmende Bühne der maritimen Geschichte.

Das diesjährige Wasserprogramm ist eine Einladung, den Hafen nicht nur als Kulisse, sondern als lebendiges Museum zu begreifen. Im Mittelpunkt steht die traditionelle Einlaufparade, bei der die historischen Schiffe ihre ganze Pracht entfalten und in den Binnenhafen einlaufen – ein Spektakel, das die maritime Tradition Harburgs eindrucksvoll unterstreicht.

  • Open Ships & Zeitreise: Wer wollte nicht schon immer einmal an Bord eines historischen Seglers gehen? Die „Open Ships“ ermöglichen es Besucher*innen, die Decks zu entern, mit den erfahrenen Crews ins Gespräch zu kommen und die Atmosphäre eines echten Fracht- oder Traditionsschiffs zu spüren. Es ist eine seltene Gelegenheit, Technikgeschichte aus nächster Nähe zu erleben.
  • Hafenrundfahrten: Für alle, die den Hafen einmal aus der Froschperspektive betrachten möchten, stehen kostenlose Hafenrundfahrten auf dem Programm. Vom Wasser aus erschließen sich völlig neue Blickwinkel auf die Architektur des Binnenhafens und den Wandel des Quartiers.
  • Maritime Dynamik: Neben den historischen Schätzchen sorgen auch Vorführungen auf dem Wasser für Bewegung im Becken. Ob es sich um kunstvolle Wendemanöver oder maritime Demonstrationen handelt – das Wasser ist an diesen Tagen der Ort, an dem die Hamburger Seemannstradition auf den modernen Harburger Spirit trifft.

„Das Wasser ist unser Markenzeichen“, betonen die Veranstalter immer wieder, und genau diese Verbindung macht den Besuch im Binnenhafen so authentisch. Ob man nun am Kai steht, den Blick über die Masten schweifen lässt oder direkt mit an Bord geht: Das Wasserprogramm ist die Seele des Festes.

Tipp: Besonders am Samstagvormittag, wenn die Parade ihren Höhepunkt erreicht, sollte man sich einen Platz direkt am Lotsekai sichern. Dort hat man die beste Sicht auf das Einlaufen der Schiffe und spürt das maritime Flair am intensivsten.

Programm für Entdecker: Auf Spurensuche im Binnenhafen

Das Harburger Binnenhafenfest ist aber auch für kleine Entdecker*innen ein riesiger Abenteuerspielplatz. Das „Programm für Entdecker“ ist in diesem Jahr besonders vielfältig gestaltet, um Neugier zu wecken und die kleinen Besucher*innen aktiv in das Geschehen einzubinden.

Wer die Welt mit wachen Augen erkundet, kommt am Kanalplatz und Umgebung voll auf seine Kosten. Das diesjährige Fest setzt stark auf das Konzept der aktiven Mitgestaltung:

  • Stempelregatta: Das absolute Highlight für junge Hafenentdecker*innen. Bei der Stempelregatta geht es nicht nur darum, von Station zu Station zu eilen, sondern den Hafen mit ganz neuen Augen zu sehen. An verschiedenen Anlaufpunkten rund um den Binnenhafen können Kinder Aufgaben lösen und sich ihre Stempelkarte füllen. Wer am Ende alle Stationen besucht hat, wird mit einer kleinen Überraschung belohnt.
  • Kreative Mitmach-Angebote: In den verschiedenen Aktionsbereichen können Kinder ihre eigene maritime Kreativität ausleben. Von Bastelstationen, an denen kleine Schiffe aus Naturmaterialien entstehen, bis hin zu spielerischen Elementen, die das Leben im Hafen verständlich machen – hier ist Anfassen und Ausprobieren ausdrücklich erwünscht.
  • Lebendiges Hafenwissen: Warum schwimmen Schiffe eigentlich? Und was machen die großen Kräne da eigentlich den ganzen Tag? Die Kinderprogramm-Partner vor Ort sind darauf eingestellt, solche Fragen nicht trocken zu beantworten, sondern spielerisch zu vermitteln. Das „Wilde Wäldchen“ bietet zudem Raum, um abseits der Bühnen laut zu sein, zu toben und die Natur im Stadtteil zu genießen.
  • Sicherheit und Entspannung: Da das Festgelände bewusst als Familienraum gestaltet ist, gibt es ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Eltern finden hier die nötige Gelassenheit, während die Kinder in betreuten oder gesicherten Bereichen auf Entdeckungstour gehen können.

Das Ziel des Programms ist klar: Das Binnenhafenfest soll nicht nur konsumiert werden, sondern als erlebbarer Raum für die nächste Generation dienen. Wenn die Kinder am Ende des Tages mit einer vollen Stempelkarte und einer Menge neuer Eindrücke nach Hause gehen, dann hat das Fest sein Ziel erreicht – die Stadt als lebendigen Lern- und Erlebnisort zu begreifen.

Tipp für Eltern: Die Stempelkarten sind an den zentralen Info-Points sowie an den gekennzeichneten Mitmach-Stationen erhältlich. Ein kurzer Blick auf die Übersichtskarte am Eingang lohnt sich, um die besten Routen für die „Entdecker-Tour“ zu planen!

Das Fest ist Begegnung pur: Das Fest lebt von den zahlreichen Harburger Vereinen und Institutionen, die hier zeigen, was unseren Stadtteil ausmacht – von interreligiösem Dialog bis hin zu handgemachter Kunst.

Mein Tipp: Nehmt das Fahrrad oder kommt entspannt mit den Öffentlichen (S-Bahn Harburg Rathaus ist nur zehn Minuten entfernt). Wer das Auto wählt, findet am Veritaskai Parkplätze, aber das Hafenflair genießt sich sowieso am besten zu Fuß mit einem Getränk in der Hand, während man den Blick über die Kaimauern schweifen lässt.

Musikalischer Hafen-Mix: Von Rock bis Groove

Das Herz des Binnenhafenfests schlägt natürlich nicht nur im Takt der Gezeiten, sondern vor allem im Rhythmus der Live-Musik. Mit insgesamt 29 Konzerten an drei Tagen wird der Hafen zu einer der größten Open-Air-Bühnen Hamburgs. Das Musikprogramm spiegelt dabei genau das wider, was Harburg ausmacht: Vielfalt, Leidenschaft und ein ordentliches Maß an Energie.

Ob man nun ein Fan von mitreißenden Tribute-Shows ist, sich von Singer-Songwriter-Klängen verzaubern lassen möchte oder den Abend lieber mit einem kühlen Getränk und treibenden Beats am Waggon ausklingen lässt – das Programm auf den diversen Bühnen hält für jeden Geschmack den passenden Soundtrack bereit:

  • Bühnenvielfalt: Über das Festgelände verteilt finden sich verschiedene Spielorte, die jeweils ihren ganz eigenen Charakter haben. Während die Hauptbühne am Kanalplatz für große Momente und die großen Ensembles reserviert ist, bieten die kleineren Bühnen im Lotsekai-Bereich oder im „Wilden Wäldchen“ intime Atmosphäre und Raum für musikalische Experimente.
  • Von Harburg für Harburg: Ein besonderes Augenmerk der Veranstalter liegt darauf, der lokalen Szene eine Plattform zu bieten. Viele der auftretenden Bands und Acts haben einen direkten Bezug zum Hamburger Süden, was den Konzerten eine sehr persönliche, nahbare Note verleiht. Es ist diese Mischung aus lokalen Talenten und erfahrenen Live-Acts, die das Binnenhafenfest so lebendig macht.
  • Elektronik trifft Live-Instrumente: Neben dem klassischen Band-Sound wird auch der elektronische Bereich stark bedient. Besonders am Waggon darf man sich auf Beats freuen, die den Hafen bei Sonnenuntergang in eine stimmungsvolle Tanzfläche verwandeln.

„29 Konzerte – das ist für ein Stadtteilfest eine Ansage“, unterstreicht die Veranstalter-Team, und das Line-up unterstreicht diesen Anspruch. Die Bühnen sind so platziert, dass man beim Schlendern zwischen den Ständen und Schiffen quasi „beim Vorbeigehen“ immer wieder in neue Klangwelten eintauchen kann.

Tipp: Wer kein Konzert verpassen möchte, sollte sich frühzeitig den aktuellen Spielplan an den Info-Points oder auf der offiziellen Fest-Website ansehen. Gerade die Auftritte in den Abendstunden, wenn die Hafenbeleuchtung die Szenerie in warmes Licht taucht, entwickeln eine ganz besondere Magie, die man als Harburg-Besucher*in nicht verpassen sollte.

24. Harburger Binnenhafenfest: 5. bis 7. Juni 2026

Rund um den Kanalplatz, Lotsekai & „Wildes Wäldchen“ | Eintritt: Frei

Mehr Infos: harburger-hafenfest.de


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Land unter in Marmstorf https://www.tiefgang.net/land-unter-in-marmstorf/ Fri, 22 May 2026 22:06:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13905 [...]]]> Meine Lieben, die Trockenhaube war heute auf absolute Schockstarre eingestellt! Vergesst die Buxtehuder Straße und das S-Bahn-Chaos von neulich – das ist alles repariert und Schnee von gestern.

Aber beim Spitzen-Schneiden am Sand kam diese Woche ein Tratsch ans Licht, da ist uns kollektiv die Spülung aus dem Gesicht gefallen.

Harburg geht baden, meine Lieben – und das leider im wahrsten Sinne des Wortes! Setzt euch, nehmt euch einen Kaffee, hier ist eure Clara Klatsch mit dem absolut neuesten, feuchtesten Stoff aus unserem Stadtteil:

Meine Lieben, man weiß ja langsam nicht mehr, ob man morgens mit dem Regenschirm oder gleich im Taucheranzug aus dem Haus gehen soll. Da atmen wir alle auf, weil die Baustelle an der B73 endlich Geschichte ist und die S-Bahn nach zwei Wochen Totalsanierung wieder brav über die Elbe zuckt, und was passiert? Richtig, das nächste Rohr meldet sich flutartig ab!

Diesmal hat es Marmstorf erwischt. Kaum sind die Keller an der Buxtehuder Straße getrocknet, heißt es ein paar Kilometer weiter schon wieder: „Wasser marsch!“ Beim Friseur hieß es vorhin nur trocken: „Mensch Clara, Hamburg Wasser will wohl testen, ob wir Harburger*innen auch ohne Elbvertiefung ein eigenes maritimes Flair entwickeln können.“ Wenn das so weitergeht, beantrage ich beim Bezirksamt bald eine Gondel-Lizenz für den Feierabendverkehr.

Aber der eigentliche Knaller, der die Lockenwickler zum Glühen brachte, kommt erst noch. Ihr wisst ja, wie schmerzlich wir alle unser geliebtes Freizeitbad MidSommerland an der Außenmühle vermissen. Seit dem Abriss im Herbst 2023 sitzen wir auf dem Trockenen. Eigentlich sollte das neue Bad ja bald wieder öffnen. Doch jetzt kam die Hiobsbotschaft aus dem Senat: Die Eröffnung verzögert sich schon wieder deutlich!

Ausreden gibt es natürlich genug: Ein angeblich derart langer Wintereinbruch, mit dem niemand gerechnet hat, hat die Frostschäden begünstigt und den Zeitplan komplett weggeschwemmt. Ich sage euch: Bis wir dort wieder auf der Riesenrutsche landen oder im Außenbecken planschen dürfen, fließt noch ganz viel Wasser die Buxtehuder Straße hinunter. Die Trainingshalle soll nun erst Ende 2027 fertig werden – und beim Rest der Anlage mag Bäderland sich lieber gar nicht mehr festlegen. Als Trostpflaster werden uns demnächst „Baustellenbesichtigungen“ angeboten. Ist das nicht herrlich? Statt Badehose packen wir dann wohl den Helm und die Sicherheitsweste ein!

Ist das nicht die perfekte Ironie? Auf der Straße und im Keller haben wir unfreiwillig Wasser ohne Ende, aber dort, wo wir eigentlich planschen wollen, herrscht gähnende Leere. Das passt doch wieder perfekt zu unserem ewigen Lieblingsthema, dem „Planet Harburg“ am Herbert-und-Greta-Wehner-Platz. Während die Behörden dort noch über die Teppichfarbe für die Bücherhalle philosophieren und Architekt*innen im Binnenhafen schicke Promenaden zeichnen, auf denen wir mangels Schwimmbad bald flanieren müssen, üben wir uns im Süden im kollektiven Trockenschwimmen.

Vielleicht ist das eine neue Strategie für Kulturpolitik: Wenn das MidSommerland nicht fertig wird, machen wir aus dem Rohrbruch in Marmstorf einfach ein experimentelles Kunstprojekt für den Kultursommer! Motto: „Neue Wege im Kraulstil“

Meine Lieben, ich rate euch fürs Wochenende: Holt die Gummistiefel noch mal aus dem Schrank und schaut humorvoll in die Zukunft. Wer weiß, wo am Montag die nächste Fontäne aus dem Asphalt schießt. Ich bleibe jedenfalls erst mal im Salon – da läuft das Wasser nur im Waschbecken und der Tratsch ist garantiert absolut wasserdicht!

Bussi, eure Clara!


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„Tiefgang“ bewahren! https://www.tiefgang.net/tiefgang-bewahren/ Sun, 17 May 2026 22:50:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13758 [...]]]> Es gibt Momente, da muss man die Lupe beiseitelegen und das ganze Bild betrachten. Im Dezember 2026 feiert das Online-Feuilleton tiefgang.net sein zehnjähriges Bestehen.

Was damals als ambitioniertes Projekt startete, um dem Hamburger Süden eine intellektuelle und künstlerische Stimme zu geben, ist heute eine Institution. Doch während wir die vergangenen 120 Monate Revue passieren lassen, steht eine existenzielle Frage im Raum: Wird es dieses Fenster zur Welt auch 2027 noch geben?

Ein Blick in das Archiv von tiefgang.net zeigt, dass hier weit mehr passiert ist als bloße Berichterstattung. Das Portal hat sich als unverzichtbarer Kompass für die Kulturschaffenden etabliert. In einer Zeit, in der die bürokratischen Hürden für Vereine immer höher werden, bot tiefgang.net handfeste Expertise im Vereinsrecht. Wir haben nicht nur über Kunst geschrieben, wir haben den Künstler*innen geholfen, ihre rechtliche Basis zu sichern. Wenn Ausschreibungen für Fördergelder veröffentlicht wurden, war tiefgang.net oft der erste Ort, an dem die Szene davon erfuhr.

In den Rubriken Musik, Kunst, Film und Literatur wurde der Finger immer wieder in die Wunde gelegt. Wir haben die Darstellenden Künste nicht nur als Unterhaltung begriffen, sondern als Spiegel der Gesellschaft. Dabei war der Service für die Nutzenden stets kostenfrei – eine bewusste Entscheidung für die Zugänglichkeit von Kultur.

Doch diese Freiheit hat einen Preis, der hinter den Kulissen oft unsichtbar bleibt. Ein Online-Feuilleton zu betreiben, bedeutet mehr als nur Texte zu schreiben. Es bedeutet, Server- und Providerkosten zu stemmen, die mit steigenden Zugriffszahlen nicht kleiner werden. Es bedeutet aber auch, sich in einem juristischen Minenfeld zu bewegen. In den letzten Jahren mussten wir immer wieder Abmahnungen wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzungen, etwa bei Bildrechten, abwehren oder schmerzhafte Zahlungen leisten. Solche Vorfälle zehren nicht nur an den finanziellen Reserven, sondern auch an der moralischen Substanz eines ehrenamtlich geprägten Projekts.

Die aktuelle Situation in Harburg verschärft diesen Druck. Wenn die Politik, wie im Schreiben des Vorsitzenden der Bezirksversammlung Holger Böhm deutlich wurde, künftig eine dauerhafte Förderung für viele Projekte infrage stellt, dann trifft das auch die indirekte Infrastruktur der Kultur. Wenn Einrichtungen wie die Kiezläufer*innen oder die SuedLese (siehe „Ein politischer Offenbarungseid“) um ihre Existenz bangen müssen, braucht es erst recht ein Medium, das diese Missstände benennt und die Akteur*innen vernetzt.

tiefgang.net steht an einer Wegscheide. Wir möchten auch 2027 über die Vielfalt im Hamburger Süden berichten, Tipps geben und kritische Fragen stellen. Aber wir können das nicht mehr allein aus eigener Kraft stemmen. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, und genau diese Gemeinschaft rufen wir nun an.

Unter www.paypal.com haben wir eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Es geht dabei um mehr als nur um Technik und Anwält*innen. Es geht um das Versprechen, dass der Hamburger Süden auch künftig einen Ort hat, an dem Kultur mit der Tiefe behandelt wird, die sie verdient.

Es liegt an Dir, ob wir auch im elften Jahr gemeinsam abtauchen können. Damit aus dem Schweigen der Brückenbauer*innen keine dauerhafte Funkstille für das Feuilleton des Südens wird.


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Wenn die B73 zum Vatertags-Kanal wird https://www.tiefgang.net/gummistiefel-statt-paragrafen-2-2-2/ Fri, 15 May 2026 22:16:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13853 [...]]]> Meine Lieben, schnallt euch an – oder bleibt am besten direkt im Liegestuhl sitzen, denn das Fortkommen in unserem Viertel gleicht momentan eher einer Expedition als einem Arbeitsweg! Ich komme gerade frisch vom Friseur am Sand, und ich sage euch, die Lockenwickler sind fast von alleine rausgefallen, so hitzig wurde über die aktuelle „Großlage“ im Süden diskutiert.

Meine Lieben, habt ihr das mitbekommen? Am Mittwoch ging in unserem Viertel gar nichts mehr. Ein gewaltiger Rohrbruch an der Buxtehuder Straße hat die B73 in eine Seenplatte verwandelt! Während wir im Planet Harburg noch auf die „bewegten Bilder“ im Kino warten, hatten wir draußen das ganz große Live-Spektakel: „Fluch der Karibik“ direkt vor der Haustür.

Es ist ja fast schon unheimlich: Erst wird der Elbtunnel gesperrt, dann verabschiedet sich die S-Bahn für zwei Wochen in die Totalsanierung, und als Krönung flutet uns ein Rohr die wichtigste Verkehrsader. Beim Friseur hieß es vorhin nur: „Clara, Harburg ist jetzt offiziell eine Insel – nur dass die Fähren fehlen!“

Wer braucht schon den Berufsverkehr, wenn er eine unfreiwillige Bootstour haben kann? Man fragt sich ja: War das vielleicht die geheime Rache der illegalen Goldschmelzer, die neulich im Karstadt aufgeflogen sind? Haben die beim Schmelzen aus Versehen die Wasserleitung als Kühlung angezapft?

Besonders pikant war das Ganze ja im Hinblick auf den Donnerstag. Da war Vatertag, und unsere Männer wollten eigentlich mit Bier und Bollerwagen losziehen. Ich habe für euch mal genau hingeschaut: Wer am Donnerstag durch Harburg wollte, brauchte keinen Bollerwagen, sondern ein Amphibienfahrzeug!

Einige findige Väter haben wohl kurzzeitig überlegt, das Bierfass einfach als Rettungsinsel zu nutzen. In der Zeit, in der die S-Bahn 14 Tage lang Pause macht und die Buxtehuder Straße zur Wasserstraße wird, ist so ein Bollerwagen auf dem Trockenen ja fast schon ein Luxusgut.

Passt das nicht wunderbar zum Kultursommer-Motto „Neue Wege“? Wenn die Straße dicht ist und die Schiene saniert wird, müssen wir eben kreativ werden. Während die Architekt*innen im Binnenhafen noch über neue Brücken grübeln, hat uns das Schicksal einfach mal einen Kanal mitten in die City gelegt.

Vielleicht sollten wir den Kultursommer-Preis dieses Jahr an die Hamburger Wasserwerke verleihen? So viel „Aktionismus“ und „experimentelle Raumgestaltung“ auf der Fahrbahn haben wir lange nicht gesehen.

Meine Lieben, ich rate euch für das Wochenende: Bleibt am besten einfach hier im Süden. Wer weiß, welches Rohr als Nächstes die Lust auf Abenteuer verspürt. Ich bleibe jedenfalls erst mal bei meinem Friseur – da ist es trocken, und der Tratsch ist erfrischender als das Wasser auf der B73.

Bussi, eure Clara!


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Die Mauer aus Paragrafen https://www.tiefgang.net/die-mauer-aus-paragrafen/ Sat, 09 May 2026 22:11:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13800 [...]]]> Die Debatte um die Harburger Kulturförderung erreicht mit der Stellungnahme der Behörde für Kultur und Medien (BKM) vom 5. Mai 2026 eine neue, ernüchternde Stufe der bürokratischen Logik.

Wer glaubte, dass die seltene Einigkeit der Harburger Parteienlandschaft in der Kulturbehörde für ein Umdenken sorgen würde, sieht sich nun eines Besseren belehrt. Es ist ein politisches Schauspiel der besonderen Art: Alle Harburger Fraktionen – von der Linken bis zur FDP – stehen Seite an Seite und fordern eine jährliche Erhöhung der Mittel um 457.000 Euro. Sie wollen endlich die Früchte des Kulturentwicklungsplans ernten und Institutionen wie SuedKultur oder das Kulturhaus Süderelbe auf ein solides Fundament stellen. Doch die Antwort aus der City liest sich wie ein Lehrstück in Sachen Zuständigkeitsvermeidung.

Die Kulturbehörde vollführt in ihrer Stellungnahme einen bemerkenswerten rhetorischen Spagat. Einerseits gibt sie den Harburger*innen recht: Ja, der Bezirk ist unterfinanziert. Ja, das kulturelle Potenzial wird nicht ausgeschöpft und kann es auch nicht. Andererseits zuckt sie mit den Achseln und verweist auf eine Steigerung von mickrigen 1,39 %, die gerade einmal die Tarifsteigerungen auffängt. Mehr sei nicht drin, und eine einseitige Bevorzugung Harburgs verbiete das System.

Das ist das Harburger Paradoxon: Man bescheinigt dem Bezirk schwarz auf weiß eine strukturelle Benachteiligung, weigert sich aber, diese zu beheben, weil man damit andere Bezirke benachteiligen könnte, die historisch gesehen ohnehin mehr Geld bekommen. Die Forderung der Behörde, dass alle sieben Bezirke gemeinsam einen neuen Verteilungsschlüssel aushandeln müssen, gleicht einer diplomatischen Sackgasse. Es ist, als würde man sieben hungrigen Menschen einen zu kleinen Kuchen hinstellen und verlangen, dass sie sich einstimmig auf eine neue Verteilung einigen, während einige bereits seit Jahren die größeren Stücke auf dem Teller haben.

Besonders bitter stößt auf, dass die Behörde die bezirkliche Entscheidungshoheit als hohes Gut preist. Doch was nützt die Hoheit über die Mittel, wenn diese Mittel hinten und vorne nicht reichen, um die selbst gesteckten Ziele der Kulturentwicklung zu erreichen? Das Bezirksamt hat einen Mehrbedarf von fast einer Million Euro angemeldet. Die Antwort der Behörde darauf ist eine Nullrunde mit Ansage.

Die Harburger Abgeordneten in der Bürgerschaft sind nun mehr denn je gefordert. Wenn die Behörde sich hinter dem Verteilungsschlüssel verschanzt, muss der politische Druck direkt in den Haushaltsverhandlungen der Stadt erhöht werden. Es geht nicht darum, anderen Bezirken etwas wegzunehmen. Es geht darum, dass eine wachsende Stadt wie Hamburg ihre Stadtteilkultur nicht nach historischen Zufälligkeiten, sondern nach aktuellen sozialen Realitäten finanzieren muss.

Wenn die Mauer aus Paragrafen nicht fällt, wird der viel gelobte Kulturentwicklungsplan als Papiertiger in den Archiven verstauben. Harburg hat geliefert, was Konzepte und Engagement angeht. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Hansestadt zeigt, ob ihr die kulturelle Teilhabe südlich der Elbe wirklich mehr wert ist als eine freundliche Stellungnahme. Alles andere wäre eine Fortsetzung jener Böhmschen Briefkultur, die zwar korrekt im Ton, aber verheerend in der Wirkung ist.


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Ein Match made in Metronom https://www.tiefgang.net/gummistiefel-statt-paragrafen-2-2/ Fri, 08 May 2026 22:56:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13790 [...]]]> Meine Lieben, setzt euch, nehmt euch einen Keks! Ich komme gerade frisch vom Friseur am Sand – und ich sage euch, die Lockenwickler sind fast von alleine rausgefallen …

Meine Lieben, wer hätte das gedacht? Jahrelang schimpfen wir über die Pendel-Misere im Hamburger Süden, über Weichenstörungen und Züge, die sich im Schneckentempo über die Elbe quälen. Aber wie ich gerade beim Spitzen-Schneiden erfahren habe, gibt es jetzt den ultimativen Beweis: Warten macht glücklich – zumindest wenn man die richtige App und eine ordentliche Portion Geduld im Gepäck hat!

Habt ihr die Geschichte gelesen, über die gerade ganz Hamburg schmunzelt? Ein Pärchen hat sich tatsächlich durch eine Zugverspätung in Harburg kennengelernt. Das berichtete der Nachtichtendienst von hamburg.t-online.de. Während andere frustriert auf die Anzeigetafel starrten, haben die beiden bei Tinder nach rechts gewischt – und siehe da: Das Schicksal (und die Bahn) führten sie zusammen.

Die Kundin vom Metronom hat die Meldung mit dem wohl charmantesten Satz der Woche kommentiert: „Tinder hat einen Kunden weniger, ihr einen mehr.“ Ist das nicht herrlich? Endlich mal eine positive Schlagzeile aus dem Pendler-Dschungel!

Ich musste ja sofort schmunzeln: Während im ehemaligen Karstadt-Gebäude neulich die Polizei eine illegale Goldschmelze auffliegen ließ, wird am Bahnhof offenbar das ganz große emotionale Gold geschürft. Man stelle sich das mal vor: Da rückt die Feuerwehr am Harburger Ring wegen einer nicht angemeldeten Firma an, während ein paar Meter weiter am Gleis die Funken ganz ohne Brandmelder sprühen.

Vielleicht ist das die neue Strategie für unseren „Planet Harburg“? Wenn wir schon keine Ankermieter wie die Bücherhalle oder die VHS ins Haus bekommen, könnten wir das leerstehende Kaufhaus doch als riesige „Love-Lounge“ für wartende Pendler*innen nutzen! Wer braucht schon funktionierende Rolltreppen, wenn man Schmetterlinge im Bauch hat?

Passt das nicht sogar perfekt zum Kultursommer-Motto „Neue Wege“? Während die Künstlerinnen in Jesteburg experimentieren, proben die Harburgerinnen am Gleis offenbar den Aufbruch in die Zweisamkeit. In der Zeit, in der die Stadt über Brandschutzkonzepte für einen „Vortragsraum“ mit bewegten Bildern grübelt, haben diese zwei Verliebten ihre eigene kleine Premiere gefeiert – ganz ohne Baugenehmigung für die Schmetterlinge.

Meine Lieben, ich sage euch: Nächstes Mal, wenn der Zug wieder auf sich warten lässt, nicht meckern! Einfach mal umschauen. Wer weiß, vielleicht wartet euer persönliches „Match“ direkt neben euch auf dem zugigen Bahnsteig. Ich werde beim nächsten Friseurbesuch auf jeden Fall horchen, ob es schon Hochzeitspläne gibt – am besten direkt im Planet Harburg, zwischen Schaufensterpuppen und Goldschmelze.

Bussi, eure Clara!



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Feueralarm und Goldrausch https://www.tiefgang.net/gummistiefel-statt-paragrafen-2/ Fri, 01 May 2026 22:57:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13744 [...]]]> Meine Lieben, haltet euch fest! Ich dachte ja eigentlich, im ehemaligen Karstadt passiert gar nichts mehr, außer dass die Spinnweben langsam Denkmalstatus bekommen. Aber Pustekuchen!

Diese Woche gab es dort Action, die selbst jeden Hollywood-Blockbuster alt aussehen lässt. Habt ihr das mitbekommen? Da rückt die Feuerwehr mit großem Besteck am Harburger Ring an, weil die Brandmeldeanlage Amok läuft. Und was finden die Einsatzkräfte? Keine staubigen Regale, sondern – man glaubt es kaum – eine illegale Goldschmelze! Ja, ihr habt richtig gehört. Während wir noch darüber diskutieren, ob man im Erdgeschoss einen „Vortragsraum“ mit Filmen betreiben darf, haben sich im stillen Kämmerlein ein paar ganz findige Geschäftsmacher*innen breitgemacht und den Schmelztiegel angeworfen.

Beim Friseur hieß es vorhin: „Mensch Clara, früher gab es bei Karstadt Goldschmuck in der Auslage, heute wird er direkt im Hinterzimmer selbst gebastelt!“ Man muss es positiv sehen: Endlich mal eine Nutzung des Gebäudes, die ordentlich Hitze erzeugt – wenn auch leider die Art von Hitze, die die Feuerwehr auf den Plan ruft.

Ist das nicht herrlich ironisch? Kulturschaffende und Vereine vom Netzwerk SuedKultur müssen jahrelang Formulare ausfüllen, Brandschutzkonzepte einreichen und Betriebskosten-Vorauszahlungen klären, bevor sie auch nur einen Pinselstrich im Gebäude machen dürfen. Aber eine nicht angemeldete Firma spaziert da einfach rein, baut eine Schmelzanlage auf und fängt an zu arbeiten. Da fragt man sich doch: Haben die den Schlüssel beim Pförtner einfach gegen einen Goldbarren getauscht?

Und während die Stadt noch über die „baurechtliche Nutzung“ philosophiert, zeigt uns diese mysteriöse Gold-Truppe, wie „flexibel“ man die 26.000 Quadratmeter eigentlich nutzen kann. Nur dumm, dass die Abgase der Goldschmelze wohl nicht so ganz mit dem Lüftungskonzept des Planeten Harburg harmonieren.

Meine Lieben, ich sage euch: Wenn das so weitergeht, finden wir nächste Woche im ersten Stock wahrscheinlich eine geheime Raketenbasis für die nächste Marsmission. Zeit genug hätten sie ja gehabt, dort ungestört einzuziehen.

Ich werde auf jeden Fall weiter meine Ohren offen halten. Wer weiß, was beim nächsten Haarschnitt herauskommt – vielleicht wird ja im Keller schon nach Öl gebohrt, während oben die Bücherhalle noch über die Farbe der Teppichböden nachdenkt.

Bussi, eure Clara!



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Ein Date mit dem Nachtwächter https://www.tiefgang.net/ein-date-mit-dem-nachtwaechter/ Mon, 27 Apr 2026 22:58:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13717 [...]]]> Wenn die Sonne langsam hinter den Giebeln der historischen Altstadt versinkt und die Schatten in den Gassen von Buxtehude länger werden, beginnt eine ganz besondere Zeit.

Während die meisten Menschen den Feierabend einläuten, rüstet sich im Buxtehude Museum eine Gruppe von Expert*innen für ihren Einsatz. Es ist die Zeit der Stadtführer*innen, die uns zeigen, dass die Hansestadt weit mehr zu bieten hat als die berühmte Sage von Hase und Igel.

Eines der absoluten Highlights im aktuellen Programm sind die Nachtwächter-Führungen. Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, wie es sich anfühlte, als die Stadtmauern noch Schutz und Gefängnis zugleich waren? Wenn der Nachtwächter in seiner traditionellen Tracht, mit Hellebarde und Laterne bewaffnet, durch die Flethe zieht, erwacht das Mittelalter zum Leben.

Es sind diese Momente, in denen die Geschichte greifbar wird – weg von staubigen Jahreszahlen, hin zu echten Schicksalen, dunklen Legenden und den kleinen Anekdoten, die man in keinem Schulbuch findet. Die Teilnehmer*innen werden Teil einer Inszenierung, die Buxtehude in ein völlig neues Licht rückt.

Doch auch für die Tageslicht-Begeisterten gibt es reichlich Futter. Die klassischen Stadtführungen nehmen uns mit auf eine Reise durch die glanzvolle Hansezeit. Man flaniert entlang des Viver, entdeckt versteckte Hinterhöfe und erfährt, warum die Architektur der Stadt so eng mit dem Wasser verwoben ist. Das Schöne daran: Die Führung richtet sich nicht nur an Tourist*innen. Auch eingefleischte Buxtehuder*innen werden überrascht sein, welche Geheimnisse sich hinter Fassaden verbergen, an denen man täglich achtlos vorbeiläuft.

Damit man seinen Ausflug in die Geschichte planen kann, kommen hier die harten Fakten. Das Team des Buxtehude Museums hat die Organisation gewohnt professionell im Griff:

  • Termine & Start: Die Führungen finden regelmäßig statt (meist an den Wochenenden). Der zentrale Treffpunkt ist in der Regel direkt vor dem Buxtehude Museum (St.-Petri-Platz 9). Alle Themen und Temrine hier: www.buxtehude.de/stadtfuehrung
  • Kosten:
    • Klassische Stadtführung: 7,00 Euro pro Person.
    • Nachtwächter-Führung: 9,00 Euro pro Person.
    • Kinder bis 14 Jahre zahlen oft einen ermäßigten Preis oder sind in Begleitung sogar kostenfrei dabei (kurze Rückfrage lohnt sich!).
  • Anmeldung: Ganz wichtig – eine vorherige Anmeldung ist aufgrund der begrenzten Teilnehmer*innenzahl erforderlich. Das geht ganz unkompliziert per E-Mail an buchung@buxtehudemuseum.de oder telefonisch unter 04161 50797-0.

Wer also Lust auf einen Perspektivwechsel hat und Buxtehude einmal mit den Augen derer sehen will, die die Stadt seit Jahrhunderten „bewachen“, sollte sich diesen Frühling einen Platz sichern. Es lohnt sich!

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