Meine Lieben, werft die Gummistiefel der letzten Wochen in die Ecke und holt die Matrosenmützen raus! Ich komme gerade frisch vom Friseur am Sand, und ich sage euch, zwischen Föhnen und Färben gab es heute nur ein Thema: „Leinen los!“
Dieses Wochenende, vom 5. bis 7. Juni 2026, verwandelt sich unser schöner Binnenhafen endlich wieder in die größte maritime Party-Meile des Hamburger Südens! Da kam beim Spitzen-Schneiden natürlich sofort die Frage auf: Können wir die Schiffe nicht gleich dabehalten?
Meine Lieben, über 30.000 Menschen werden am Wochenende rund um den Kanalplatz und den Lotsekai erwartet. Es gibt historische Schiffe, Live-Musik auf drei Bühnen und kostenlose Rundfahrten. Beim Haarewaschen meinte meine Friseurin ganz begeistert zu mir: „Mensch Clara, am Samstag um 13 Uhr ist die große Einlaufparade – das ist doch das erste Mal seit Monaten, dass sich im Harburger Süden etwas pünktlich vorwärtsbewegt!“
Ich habe mir das Programm natürlich ganz genau angeschaut. Für die Kleinen gibt es eine tolle „Stempelregatta“ – aber ein ganz besonderes Highlight hat mich laut auflachen lassen: Es gibt einen offiziellen Wettbewerb mit dem Titel „Wer kann am lautesten schreien?“
Da dachte ich sofort: Meine Lieben, das ist doch die perfekte Nachwuchsförderung für unsere Bezirkspolitik! Wer sich da am Lotsekai ohne Mikrofon so richtig die Lunge aus dem Hals brüllt, ist bestens vorbereitet, um demnächst bei der Sprinkenhof GmbH oder dem Denkmalschutz wegen des leerstehenden Karstadt-Gebäudes vorzusprechen. Vielleicht sollten wir die zuständigen Planer*innen aus dem Rathaus einfach mal geschlossen als Jury dort anmelden.
Während wir beim Binnenhafenfest unter dem Motto „Open Ship“ einfach so auf historische Schiffe wie das Zollboot „Kehrwieder“ oder den Schlepper „Fairplay VIII“ spazieren und die Technik bestaunen dürfen, herrscht beim Projekt „Planet Harburg“ am Ring ja weiterhin das Motto „Closed Shop“.
Ich frage mich ja: Wenn die ehrenamtlichen Helfer*innen der KulturWerkstatt und des Museumshafens es schaffen, binnen drei Tagen ein riesiges, buntes Familienfest auf die Beine zu stellen, warum dauert es dann Jahre, um im ehemaligen Kaufhaus einen simplen „Vortragsraum mit bewegten Bildern“ genehmigt zu bekommen? Vielleicht sollten wir das Karstadt-Haus einfach auf Stelzen in den Kanal setzen – dann ist es maritim, und die Hafenmacher*innen übernehmen das Zepter. Schwimmfähig genug wäre Harburg nach den ganzen Rohrüberflutungen der letzten Wochen ja eigentlich.
Und für die Sportlichen unter uns: Am Sonntag um 14 Uhr gibt es an der Drehbrücke eine Stand-Up-Paddling-Regatta. Nach all den Liebesgeschichten rund um Zugversetzungen und Tinder-Matches im Pendlerstau der letzten Wochen sehe ich es schon bildlich vor mir: Zwei Singles kollidieren elegant auf ihren Paddelboards im Hafenbecken, und der Metronom postet am Montag: „Ein Stehpaddler weniger, ein Traumpaar mehr.“
Meine Lieben, ich rate euch für das Wochenende: Lasst den Alltag links liegen, schnappt euch eine Portion Backfisch und genießt den Trubel am Wasser. Unser Binnenhafen zeigt uns dieses Wochenende, wie viel Leben, Kultur und Energie eigentlich in diesem Stadtteil stecken. Man muss die Leinen eben einfach nur mal loslassen!
Bussi, eure Clara!
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