Suche/finde – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Wed, 20 May 2026 16:43:24 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Das Universum hinter Tönen https://www.tiefgang.net/das-universum-hinter-toenen/ Sat, 23 May 2026 22:39:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13891 [...]]]> Das Berufsfeld Musik im Jahr 2026 ist ein riesiges, oft unsichtbares Universum, das weit über die Rampe der klassischen Konzertbühne hinausreicht. Ein Portal leitet nun gekonnt hindurch …

Wer an ein Musikstudium denkt, sieht meist dasselbe Bild vor sich: Ein einsames Genie am Flügel, das stundenlang Tonleitern übt, oder die virtuose Geigerin, die auf den großen Solist*innenplatz im Orchester hinarbeitet. Doch wer die Augen und Ohren öffnet, merkt schnell: Das Berufsfeld Musik im Jahr 2026 ist ein riesiges, oft unsichtbares Universum, das weit über die Rampe der klassischen Konzertbühne hinausreicht.

Hinter den glänzenden Fassaden der Kulturmetropolen wächst eine Generation von Musikschaffenden heran, deren Alltag ganz anders aussieht. Da ist der Musiktherapeut, der mit Klängen Brücken zu Demenzerkrankten baut; die Musikpädagogin, die in der Popkultur die digitale Zukunft des Unterrichts erprobt; oder der Musikjournalist, der komplexe Kulturpolitik verständlich macht. Musik ist heute interdisziplinär, digital und flexibel. Doch genau diese enorme Vielfalt machte es jungen Talenten bislang schwer, den richtigen Weg zu finden. Die Auswahl war schlicht zu unübersichtlich, die Profile der einzelnen Institutionen zu verstreut. Bis jetzt.

Hier kommt der neue „Kompass Musikstudium“ ins Spiel, den das Deutsche Musikinformationszentrum (miz) – eine Einrichtung des Deutschen Musikrats – im Mai 2026 an den Start gebracht hat. Man darf sich dieses Tool nicht als verstaubtes Vorlesungsverzeichnis vorstellen, sondern als modernen digitalen Lotsen durch die deutsche Bildungslandschaft. In enger Kooperation mit der Hochschulrektorenkonferenz ist hier eine Plattform entstanden, die zum ersten Mal Ordnung in das Dickicht der Ausbildungsmöglichkeiten bringt.

Die nackten Zahlen des Portals (unter miz.org/de/kompass-musikstudium) sind beeindruckend: Mehr als 1.700 Studiengänge an Musikhochschulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland sind hier zentral erfasst und zugänglich gemacht worden. Das Besondere daran ist die intuitive Handhabung. Nutzer*innen müssen sich nicht mühsam durch die Websites von Dutzenden Instituten klicken, sondern können die Datenbank ganz gezielt nach drei Kernkriterien filtern:

Fachrichtung: Von Instrumentalausbildung über Musiktherapie und Journalismus bis hin zu pädagogischen Studiengängen.

Abschluss: Egal ob Bachelor, Master, Staatsexamen oder künstlerische Promotion.

Studienort: Eine geografische Suche, die zeigt, wo in Deutschland welche Schwerpunkte gesetzt werden.

Der Kompass liefert zu jedem Treffer kompakte, verlässliche Informationen über die tatsächlichen Studieninhalte und verlinkt direkt zu den weiterführenden Bewerbungs- und Prüfungsordnungen der jeweiligen Häuser. Das erklärte Ziel des miz ist es, Orientierung zu schaffen und jungen Menschen den oft einschüchternden Weg in den Musikberuf zu ebnen.

Wo der Code die Karriere trifft

Als wir vor einiger Zeit unter dem Titel „Wo der Code die Kunst trifft“ (Tiefgang, 21.04.2026) über die Digitalisierung der Musiklandschaft berichteten, ging es vor allem um neue ästhetische Räume, um Algorithmen in der Produktion und die Frage, wie Bits und Bytes die Kreativität verändern. Doch die Digitalisierung macht nicht an den Studiotüren halt – sie hat längst die gesamte Ausbildungslandschaft erfasst und gründlich durchgeschüttelt. Wer heute Musik studiert, muss oft selbst den Spagat zwischen Code und Kunst beherrschen. Das Problem: Die Wege dorthin waren bisher so verzweigt, dass viele Talente kapitulierten, noch bevor sie die erste Bewerbung abgeschickt hatten.

Genau an dieser Schnittstelle setzt der neue digitale Lotse an. Ein Blick auf das Suchportal (unter miz.org/de/kompass-musikstudium/suche) offenbart die schiere Bandbreite der modernen Musikwelt. Hier wird sichtbar, wie flexibel und spezialisiert die Ausrichtungen im Jahr 2026 geworden sind. Ob Kirchenmusik, Film&Sounds oder Musik&Geisteswissenschaft – die Bandbreite ist riesig und dazu kommen weitere interdisziplinäre Studiengänge an den Schnittstellen von Medien und Technologie, hochspezifische pädagogische Konzepte oder Nischenfächer – das Portal schlüsselt das unsichtbare Universum präzise auf.

Und der Kompass löst noch ein ganz praktisches, oft unterschätztes Problem: die Geografie der Ausbildung. Nicht jede*r kann oder möchte für das Studium ans andere Ende der Republik ziehen. Für all jene, die nahe der Heimat bleiben und in ihrem gewohnten Umfeld Wurzeln schlagen wollen, bietet die regionale Filterfunktion einen unschätzbaren Mehrwert. Mit wenigen Klicks lässt sich herausfinden, welche ungeahnten akademischen Schätze direkt vor der eigenen Haustür liegen. So wird der Code im Netz zum ganz realen Wegweiser für die Karriere in der Region.

Die Nische als Orientierung und Schutzfaktor

In Zeiten, in denen heftig über GEMA-Reformen, Verteilungsschlüssel und den Erhalt von Kulturräumen gestritten wird, ist Transparenz der erste Schritt zur Selbstbehauptung für den Nachwuchs. Wenn die traditionelle Förderung wackelt, müssen angehende Künstler*innen umso genauer wissen, wo sie ihre Nische finden können. Orientierung wird so zu einem echten Schutzfaktor für die ästhetische Vielfalt. Der neue Kompass erweist sich hier als echte Schatzkarte, die zeigt, dass die Musiklandschaft viel bunter ist, als es die starren Kategorien der Vergangenheit vermuten lassen.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt ein Selbstversuch auf der Plattform. Wer dort nach einem modernen Begriff wie „Computermusik“ sucht, wird nicht mit standardisierten Ergebnissen abgespeist, sondern stößt auf hochspezialisierte, innovative Studiengänge. Das Portal führt Interessierte beispielsweise direkt nach Essen an die Folkwang Universität der Künste. Dort verbirgt sich hinter der Suche weit mehr als nur technisches Handwerk: Studiengänge wie „Integrative Komposition“ oder „Professional Media Creation“ zeigen exemplarisch, wie die Ausbildung im Jahr 2026 auf die Anforderungen einer digitalisierten Kulturwelt reagiert.

Hier wird das visible Universum der Musik greifbar. Der Kompass bündelt diese oft versteckten Perlen und holt sie aus der Anonymität der akademischen Nische ins Rampenlicht. Er beweist, dass es sie gibt: die Orte, an denen Experiment, Technologie und Kunst fächerübergreifend verschmelzen. Für junge Menschen ist das die Chance, genau die Ausbildung zu finden, die zu ihrer Vision passt – abseits der ausgetretenen Pfade des Massenmarkts.

Ein Werkzeug mit und für die Zukunft

Mit dem „Kompass Musikstudium“ haben das miz und der Deutsche Musikrat einen Meilenstein gesetzt. In Zeiten, in denen sich die Koordinaten der Kulturwelt rasant verschieben, ist diese Plattform genau das richtige Werkzeug zur richtigen Zeit. Sie ist ein digitales Fundament, das Orientierung bietet, wo vorher oft nur Orientierungslosigkeit herrschte, und sie schützt die Vielfalt, indem sie die Nischen sichtbarer macht.

Doch so beeindruckend die jetzige Datenbank mit ihren über 1.700 Studiengängen bereits ist: Dieser Launch ist erst der Anfang. Das Portal ist als lebendiges System angelegt, und seine wahre Stärke wird sich in den kommenden Jahren entfalten. Wenn das Portal kontinuierlich mit neuen Fortentwicklungen, praxisnahen Inhalten und aktuellen Profilen gefüttert wird, wird seine Nützlichkeit für die Musiker*innen von morgen um ein Vielfaches steigen. Es ist ein erster, mutiger Schritt getan, um den digitalen Wandel in der Ausbildung nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu gestalten – damit das Musikland Deutschland auch in Zukunft so facettenreich bleibt, wie es dieser Kompass schon heute verspricht.

Hier zum Portal: https://miz.org/de/kompass-musikstudium


Tiefgang statt Bezahlschranke: Dir ist dieser Artikel ein paar Euro wert? Mit einer Spende etwa via PayPal hilfst du uns, weiterhin unabhängig über die Kulturszene zu berichten.

per paypal (siehe QR-Code) oder direkt auf das Konto Kulturspinnerei, GLS Bank, IBAN: DE42 4306 0967 1117 3871 00, Betreff: „Tiefgang“ 

]]>
Wo der Code die Kunst trifft https://www.tiefgang.net/wo-der-code-die-kunst-trifft/ Tue, 21 Apr 2026 14:02:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13666 [...]]]> Wer macht eigentlich die Musik? Hinter jedem Song, der uns durch den Tag begleitet, und jedem Festival, das uns zum Tanzen bringt, steht ein komplexes Räderwerk.

Das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) hat nun ein neues Online-Portal geschaffen, das Licht in das Dickicht aus Rechten, Verlagen und digitalen Transformationen bringt. Es ist eine Einladung an alle Musikfreund*innen, den Blick hinter die Bühne zu wagen.

Wenn wir heute von Musik sprechen, sprechen wir oft von Streaming-Zahlen oder Ticketpreisen. Doch wie diese Welten zusammenhängen, blieb für viele bisher ein gut gehütetes Geheimnis der Branche. Mit dem neuen Fokus-Portal zur Musikwirtschaft bricht das MIZ diese Mauern auf. Es ist kein trockenes Datenarchiv, sondern ein lebendiger Wegweiser durch ein Ökosystem, das sich im ständigen Wandel befindet.

Ein Kompass für die Ära der Digitalisierung

Das Portal gliedert das Wissen in mehrere zentrale Teilbereiche, die unser musikalisches Erleben prägen:

Kreative & Urheberrecht: Erfahren Sie, wie Komponist*innen und Textdichter*innen in einer Welt der Algorithmen überhaupt noch wirtschaftlich beteiligt werden.

Live Entertainment: Ein tiefer Einblick in den Konzertmarkt, der heute als wichtigster Motor der Branche gilt und enorme Strahlkraft auf Tourismus und Gastronomie ausstrahlt.

Recorded Music: Von der Vinyl-Renaissance bis zum alles beherrschenden Audio-Streaming – hier werden die technologischen Umbrüche greifbar.

Musikverlage & Verwertungsgesellschaften: Wer schützt die Rechte? Das Portal erklärt die oft unsichtbare Arbeit von Institutionen wie der GEMA oder der GVL.

Instrumentenbau & Fachhandel: Ein Blick auf das traditionelle Handwerk, das heute zwischen globalem Wettbewerb und digitalem Fortschritt steht.

Was das Portal so wertvoll macht, ist die Verbindung von harten Fakten und anschaulicher Aufbereitung. Ob es um die Frage geht, wie hoch die Frauenanteile in Berufsorchestern sind, oder wie viele Millionen Titel täglich auf Streaming-Plattformen hochgeladen werden – das MIZ liefert die Antworten. Es bietet Orientierung über Fördermöglichkeiten, Stipendien und Fachveranstaltungen. Damit wird es zur unverzichtbaren Ressource für alle, die nicht nur Musik hören, sondern das „System Musik“ verstehen wollen.

Um den eigentlichen Wert dieses Werkzeugs zu verstehen, lohnt sich ein vertiefter Blick in drei Bereiche, in denen die Musikwirtschaft gerade eine tektonische Verschiebung erlebt. Wo die Musik der Zukunft entsteht: Das Streaming-Dilemma. Denn wer profitiert vom Klick?

Die Musikwirtschaft meldet Rekordumsätze, doch bei den einzelnen Musiker*innen kommt davon oft nur ein Bruchteil an. Das MIZ-Portal bündelt hierzu das notwendige Faktenwissen, um die Debatte um „User-Centric Payment“ zu verstehen. Während das aktuelle „Pro-Rata-Modell“ die Einnahmen in einen großen Topf wirft und nach Marktanteilen verteilt, zeigt das Portal Alternativen auf, wie die monatliche Abo-Gebühr direkter bei den tatsächlich gehörten Künstler*innen landen könnte.

Oder das Thema der GEMA und ihre oft unverständlichen Strukturen: Hinter dem oft als trocken empfundenen Begriff der „Verwertungsgesellschaft“ verbirgt sich das Immunsystem der Kulturlandschaft. Das Portal macht transparent, wie Institutionen wie die GEMA oder die GVL sicherstellen, dass Urheber*innen auch in einer grenzenlosen digitalen Welt entlohnt werden. Es verfolgt den Weg eines Euros vom Ticketkauf bis zum Notenblatt und erklärt, warum diese kollektive Rechtewahrnehmung gerade für Nischengenres und den musikalischen Mittelstand die einzige Überlebensgarantie gegen die Übermacht globaler Tech-Giganten ist.

Ebenso findet sich einiges zum Thema Musik & KI, der nächsten industriellen Revolution: Wir stehen an der Schwelle, an der Künstliche Intelligenz nicht mehr nur Werkzeug, sondern Miturheberin wird. Das MIZ-Portal dient hier als Radar für die rechtlichen und wirtschaftlichen Fragestellungen von morgen. Wem gehört ein Song, der auf Knopfdruck im Stil eines verstorbenen Weltstars generiert wurde? Wie schützen wir die menschliche Kreativität vor der algorithmischen Flut? Das Portal bündelt aktuelle Stellungnahmen und Expertisen zu Urheberrechtsschutz und Kennzeichnungspflichten und wird so zur unverzichtbaren Orientierungshilfe in einer Ära, in der die Grenze zwischen Mensch und Maschine verschwimmt.

Die Musikwirtschaft ist einer der Treibstoffe unserer Kultur. Das neue Portal des MIZ zeigt uns, dass Innovation und Tradition keine Gegensätze sein müssen. Es lädt uns ein, die Musik nicht nur als flüchtiges Geräusch, sondern als wertvolles Kultur- und Wirtschaftsgut zu begreifen.

Wollten Sie schon immer wissen, wie das „Income Tracking“ bei einem Musikverlag funktioniert oder wie sich die Honorare von Berufsmusiker*innen zusammensetzen? Dieses Portal hat das Zeug dazu der neue digitale Lieblingsort zu werden.

Das Portal: miz.org/de/themen/musikwirtschaft

]]>
Tipps, die wirklich helfen https://www.tiefgang.net/13583-2/ Thu, 09 Apr 2026 09:10:46 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13583 [...]]]> Ein neu erschienener Ratgeber „Wissenswertes für (gemeinnützige) Vereine“ des Verlags markt intern ist eine lohnenswerte Investition für alle, die in der Verantwortung eines Vereins stehen. Er dient als Frühwarnsystem für kostspielige Fehler.

Manchmal liegt das Glück einer ganzen Gemeinschaft in den Händen weniger Personen, die nach Feierabend noch die Welt ein Stück besser machen wollen. Ob es die Leitung eines kleinen Heimatmuseums ist oder das Management eines Sportclubs – das Herzblut ist groß, doch der bürokratische Dschungel, der im Hintergrund wartet, ist oft noch größer. Als ich den neuen Ratgeber „Wissenswertes für (gemeinnützige) Vereine“ vom Mittelstandsverlag markt intern durchgeblättert habe, wurde mir schnell klar: Hier geht es um weit mehr als nur trockene Paragrafen. Es geht um die Existenzsicherung dessen, was unser Vereinsleben ausmacht.

Schon beim ersten Aufschlagen springt einem ein Satz entgegen, der die Realität vieler Ehrenamtlichen perfekt trifft: „In Vereinen lastet die Arbeit häufig auf wenigen Schultern.“ Doch genau hier beginnt die Gefahr. Wer sich leidenschaftlich um den Museumsbetrieb oder das nächste Konzert kümmert, verliert leicht den Blick für das Kleingedruckte der Finanzverwaltung.

Besonders spannend fand ich die Ausführungen zur Haftung der Vorständ*innen. Es ist fast schon erschreckend, wie schnell aus einem gut gemeinten Engagement eine persönliche Haftungsfalle werden kann. Wenn beispielsweise Vergütungen gezahlt werden, ohne dass die Lohnsteuer korrekt abgeführt wird, steht man plötzlich als Arbeitgeber*in in der Pflicht. Der Ratgeber warnt hier zu Recht: „In diesem Bereich lauern nämlich die größten finanziellen Gefahren.“ Man denke nur an den Klassiker: Ein Mitglied hilft regelmäßig bei der IT oder der Gartenpflege aus und erhält dafür eine kleine Entschädigung. Handelt es sich hier noch um eine Aufwandsentschädigung oder schon um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung?

Ein echtes Aha-Erlebnis bietet das Kapitel zur Scheinselbständigkeit. Stellen Sie sich vor, Ihr Chor engagiert über Jahre hinweg dieselbe freiberufliche Begleitung am Klavier. Wenn das Finanzamt oder die Rentenversicherung hier eine abhängige Beschäftigung wittert, können Nachzahlungen den Verein binnen kürzester Zeit in den Ruin treiben. Der Ratgeber liefert hier nicht nur die Theorie, sondern konkrete Checklisten und Beispiele, wie man solche Situationen rechtssicher gestaltet.

Auch das Thema Spendenrecht wird lebendig aufbereitet. Wer weiß schon genau, wann eine Spendenbescheinigung zur „Gefälligkeit“ wird und welche Haftung daraus resultiert? „Schon kleine Unterschiede in Sachverhalten können zu einer völlig anderen steuerlichen Beurteilung führen“, mahnt der Autor, selbst ehemaliger Finanzbeamter und später Steuerberater. Es ist diese Mischung aus mahnendem Zeigefinger und helfender Hand, die das Heft so wertvoll macht.

Für wen lohnt sich die Lektüre also? Ganz klar für alle, die im Vorstand Verantwortung tragen, für Schatzmeister*innen, die nachts ruhig schlafen wollen, und für alle Rechnungsprüfer*innen, die ihren Job ernst nehmen. Es ist ein Kompass für alle, die das Ehrenamt lieben, aber die Bürokratie fürchten. Der Ratgeber ist eine Investition in die Sicherheit des eigenen Vereins und damit letztlich in die Freiheit, sich wieder ganz auf die eigentliche Sache konzentrieren zu können – sei es die Kunst, der Sport oder das Soziale.

Erhältlich ist dieses gebündelte Wissen direkt beim Verlag und für gerade mal 11 Euro. Wer seinen Verein und sich selbst schützen möchte, findet den Ratgeber unter folgendem Link: shop.markt-intern.de

Es ist die passende Lektüre und ein Nachschlagewerk für alle, die verstehen, dass gute Vereinsarbeit eine solide Basis braucht, damit am Ende nicht die Bürokratie den Takt vorgibt, sondern die Begeisterung der Mitglieder.

]]>
Mutmacher für Hamburgs Eigentümer https://www.tiefgang.net/mutmacher-fuer-hamburgs-eigentuemer/ Fri, 27 Jun 2025 22:47:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12021 [...]]]>

Denkmalgeschützte Häuser sind schön aber auch manch Schrecken der Eigentümer. Geht aber auch anders …

Das Denkmalschutzamt Hamburg hat seine „Praxishilfe zum Umgang mit erneuerbaren Energien & Gebäudebegrünung im Denkmalbestand“ erweitert, um Denkmaleigentümern bei der Integration moderner Klimatechnologien und Begrünung in ihre historischen Gebäude zu unterstützen. Die neue Auflage, verfügbar unter www.hamburg.de/praxishilfe-denkmalpflege, bietet detaillierte Anleitungen für Wärmepumpen sowie Dach- und Fassadenbegrünungen.

Die Praxishilfe des Hamburger Denkmalschutzamtes ist ein Leuchtturmprojekt, das zeigt, wie Denkmalschutz und Klimaschutz Hand in Hand gehen können. Statt eines starren „Geht nicht!“, bietet sie einen pragmatischen „So geht’s!“-Ansatz, der Eigentümer von Denkmalen ermutigt, ihre Gebäude fit für die Zukunft zu machen, ohne deren historischen Wert zu kompromittieren.

Der Senator für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda, betont in der dazugehörigen Pressemitteilung, dass das Denkmalschutzamt es sich zum Ziel gesetzt hat, den Schutz unserer Kulturdenkmäler und die Energiewende erfolgreich zusammenzubringen. Dies geschieht auf unkomplizierte und anschauliche Weise. Auch Umweltsenatorin Katharina Fegebank unterstreicht, dass Klimaschutz und Denkmalschutz sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern sogar einander ergänzen können, um Hamburgs Klimaziele zu erreichen.

Wesentliche Punkte und Hilfen der Praxishilfe:

Die Praxishilfe ist klar strukturiert und unterscheidet zwischen „Regelfällen“ und „komplexeren Fällen“. Dies hilft Denkmaleigentümern, schnell einzuschätzen, welche Art von Genehmigungsverfahren sie erwarten können.

1. Wärmepumpen im Denkmal:

  • Standortwahl ist entscheidend: Die Praxishilfe legt großen Wert auf die diskrete Platzierung von Außengeräten, um das Erscheinungsbild des Denkmals nicht zu stören. Empfohlen werden Standorte, die vom öffentlichen Raum nicht oder kaum einsehbar sind, beispielsweise im Innenhof, an der Rückseite des Gebäudes oder im Garten. Auch die Integration in Nebengebäuden, Garagen oder Kellern kann eine Lösung sein.
  • Geräuschemissionen berücksichtigen: Ein wichtiger Aspekt bei Wärmepumpen sind die Betriebsgeräusche. Die Praxishilfe gibt Hinweise zur Lärmminderung durch geeignete Platzierung, Schallschutzmaßnahmen (z.B. Einhausungen) und die Wahl leiserer Modelle. Die Einhaltung von Immissionsschutzgrenzwerten ist dabei unerlässlich.
  • Technische Einbindung: Es werden Lösungen für die denkmalverträgliche Verlegung von Leitungen und Anschlüssen aufgezeigt, oft durch bestehende Öffnungen oder unauffällige Verkleidungen.
  • Regel- und Komplexfälle: Die meisten oberirdischen Wärmepumpenanlagen außerhalb des direkten Blickfeldes fallen in die Regelfälle, während sichtbare Anlagen oder solche in sensiblen Bereichen als Komplexfälle gelten und eine detailliertere Abstimmung erfordern.

2. Dachbegrünungen auf Denkmalen:

  • Schutz der Dachkonstruktion: Die Praxishilfe betont die Bedeutung einer intakten Dachkonstruktion. Vor der Begrünung sind statische Prüfungen und gegebenenfalls Sanierungen notwendig, um die zusätzliche Last der Begrünung zu tragen.
  • Art der Begrünung: Es wird zwischen extensiver (pflegeleicht, geringe Aufbauhöhe) und intensiver (gartenähnlich, höhere Anforderungen) Begrünung unterschieden. Extensive Begrünungen sind in der Regel bevorzugt, um die historische Dachform und -last zu bewahren.
  • Wasserspeicherung und Entwässerung: Detaillierte Informationen zur Abdichtung, Drainage und zur optimalen Wasserversorgung der Pflanzen werden gegeben, um Feuchtigkeitsschäden am Gebäude zu vermeiden.
  • Unsichtbare Lösungen: Besonders bei sichtbaren Dächern wird darauf geachtet, dass die Begrünung die historische Erscheinung nicht beeinträchtigt. Dies kann durch die Wahl von niedrig wachsenden Pflanzen oder durch eine Begrünung nur auf weniger einsehbaren Flächen geschehen.

3. Fassadenbegrünungen im Denkmal:

  • Pflanzenwahl und Wuchstyp: Die Praxishilfe unterscheidet zwischen selbstklimmenden Pflanzen (Efeu, Wilder Wein) und Rankpflanzen (Rosen, Clematis), die eine Rankhilfe benötigen. Der Vorteil von Rankpflanzen ist, dass sie die Fassade nicht direkt bewachsen und bei Bedarf einfacher zu entfernen sind.
  • Schutz der Bausubstanz: Es wird darauf hingewiesen, dass eine Begrünung nicht für alle Fassadenmaterialien geeignet ist (z.B. nicht bei Putz, der durch Wurzeln beschädigt werden könnte). Regelmäßige Kontrolle und Pflege sind essenziell, um Schäden durch Wurzeln oder Feuchtigkeit zu vermeiden.
  • Sichtbarkeit und Gesamtbild: Die Begrünung soll das Erscheinungsbild des Denkmals nicht dominieren oder verfälschen. Eine Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt ist hier besonders wichtig, um ästhetische und denkmalgerechte Lösungen zu finden.

Generelle Hilfestellungen und Tipps:

  • Frühzeitige Beratung: Das Denkmalschutzamt rät dringend, frühzeitig Kontakt aufzunehmen. Die Mitarbeiter stehen für Beratungsgespräche zur Verfügung, um gemeinsam denkmalverträgliche Lösungen zu finden.
  • Antragsverfahren: Die Praxishilfe erläutert detailliert das Antragsverfahren und die benötigten Unterlagen, um den Prozess für die Eigentümer zu vereinfachen.
  • Steuerliche Vergünstigungen: Für denkmalgerechte Modernisierungen können steuerliche Vergünstigungen in Anspruch genommen werden, wenn die Maßnahmen im Vorfeld mit dem Denkmalschutzamt abgestimmt wurden.

Diese erweiterte Praxishilfe ist weit mehr als ein bürokratisches Dokument. Sie ist ein Signal, dass Denkmalschutz in Hamburg nicht als Verhinderer, sondern als Partner im notwendigen Klimawandel agiert. Sie zeigt, dass das historische Erbe unserer Stadt nicht nur bewahrt, sondern auch aktiv in die Energiewende integriert werden kann. Für alle, die ein denkmalgeschütztes Haus ihr Eigen nennen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten möchten, ist dieser Leitfaden ein unverzichtbarer Ratgeber und ein echter Mutmacher. Es ist der Beweis, dass der Charme der Vergangenheit und die Notwendigkeit der Zukunft Hand in Hand gehen können – ein grüner Gedanke für Hamburgs Dächer und Fassaden!

Die Praxishilfe finden Sie unter: www.hamburg.de/praxishilfe-denkmalpflege

 

]]>
Müssen Vereine jeden aufnehmen? https://www.tiefgang.net/muessen-vereine-jeden-aufnehmen/ Fri, 25 Apr 2025 22:03:32 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11671 [...]]]> Vereine leben von ihren Mitgliedern. Aber müssen sie deswegen auch jeden aufnehmen?!?

Das Vereins- und Stiftungszentrum hat sich der Sache angenommen und informiert:

„Ohne Mitglieder funktioniert kein Verein. Sie erfüllen ihn durch ihr Engagement mit Leben und beeinflussen durch Ausübung ihres Stimmrechts im Wesentlichen auch dessen Willensbildung. Natürlich sind viele Vereine vor diesem Hintergrund bestrebt, einen gesunden Mitgliederbestand zu halten bzw. diesen idealerweise sogar auszubauen. Aber muss ein Verein eigentlich jeden aufnehmen, der Mitglied werden will? Ein Fall, der vor dem Oberlandesgericht (OLG) Brandenburg landete, warf unter anderem diese Frage auf.

Der Fall

Ein Schachsportverein wollte an den Wettkämpfen der 1. Schach-Bundesliga teilnehmen. Die Schach-Bundesliga wird von einem in Vereinsform organisierten Träger betrieben, in welchem sich unter anderem die in der Liga teilnehmenden Vereine zusammenschließen. Nachdem die Aufnahme des Schachsportvereins scheiterte, versuchte dieser auf dem Rechtsweg, die Teilnahme am Spielbetrieb zu erwirken. Hierbei musste das OLG Brandenburg klären, ob bzw. unter welchen Umständen ein potentielles Mitglied Anspruch auf die Aufnahme in einen Verein hat (Urteil vom 28.05.2024, Az. 17 U 1/24 Kart).

Grundsatz der Vereinigungsfreiheit

Gesetzliche Ansprüche auf die Aufnahme in einen Verein bestehen grundsätzlich nicht. Das Gericht hob in diesem Zusammenhang den verfassungsrechtlichen Grundsatz der Vereinigungsfreiheit hervor und führte hierzu aus:

„Verbände und Vereinigungen sind grundsätzlich nicht verpflichtet, bereitwillige Dritte als Mitglieder aufzunehmen. Im Rahmen der durch Art. 9 Abs. 1 GG gewährleisteten Vereinigungsfreiheit und Verbandsautonomie ist es grundsätzlich Sache der Vereinigungen selbst, ihren Zweck und Tätigkeitsrahmen sowie die dadurch bedingten generellen Aufnahmevoraussetzungen eigenverantwortlich festzulegen […] Schon dieser Schutz, der den Vereinigungen und nicht nur ihren Mitgliedern zukommt, steht einer generellen Pflicht, Dritte als Mitglieder aufzunehmen, entgegen. Zudem sind die Vereinigungen kraft der ihnen zustehenden Privatautonomie grundsätzlich frei, die Voraussetzungen für den Erwerb der Mitgliedschaft festzulegen und in der Regel selbst in dem Fall, dass die satzungsmäßigen Voraussetzungen für eine Aufnahme erfüllt sind, einen Mitgliedschaftsbewerber zurückzuweisen“

Anspruch auf Aufnahme besteht nur ausnahmsweise

Eine Ausnahme ist gemäß den weiteren Ausführungen des Gerichts nur dann gegeben, wenn der Verein im wirtschaftlichen oder sozialen Bereich eine überragende Machtstellung innehat und ein wesentliches Interesse am Erwerb der Mitgliedschaft besteht.

Selbst dann, wenn so eine überragende Machtstellung zu bejahen sein sollte, führt dies nicht automatisch zu einem Aufnahmezwang. Denn das Interesse eines Vereins an seinem Bestand und seiner Funktionsfähigkeit ist ebenfalls zu berücksichtigen. Die Interessen des Vereins und des Bewerbers sind entsprechend abzuwägen. Ergebnis dieser Abwägung kann durchaus die Ablehnung des Bewerbers sein. Nur, wenn die Zurückweisung des Bewerbers in der Gesamtschau unangemessen erscheint, besteht ein Anspruch auf Aufnahme. Dies ist im Einzelfall zu klären.

Satzungsregelungen zur Aufnahme entscheidend

Unabhängig davon spielen auch die zur Mitgliedschaft getroffenen Regelungen der Satzung eine wichtige Rolle. Diese müssen seitens des Bewerbers erfüllt werden. Das gilt selbst dann, wenn der Verein, in welchen die Aufnahme begehrt wird, eine Monopolstellung innehat. Einem solchen Verein kann nämlich trotz seiner Stellung nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass er auf die Einhaltung seiner Satzungsregelungen besteht. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich Bewerber an die Satzung anpassen können müssen, ohne hierfür unverhältnismäßige Opfer auf sich zu nehmen.

Und was ist mit der Gemeinnützigkeit?

Mit Blick auf die Aufnahme von Mitgliedern sind auch die Vorgaben der Gemeinnützigkeit entsprechend relevant. Denn Voraussetzung der Steuerbegünstigung ist es, die Allgemeinheit (!) auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet zu fördern. Insofern dürfen Mitgliedschaften nicht von vornherein auf die Erfüllung bestimmter Kriterien, wie etwa Alter, Geschlecht oder Beruf geknüpft werden bzw. diesbezüglich ganze Personenkreise ausgeschlossen werden.

Allerdings ergibt sich auch hieraus kein genereller Aufnahmeanspruch gegenüber gemeinnützigen Organisationen. Denn diese können im Einzelfall bzw. mit Blick auf den jeweiligen Aufnahmeantrag trotzdem nach freiem Ermessen darüber entscheiden, ob es zu einer Aufnahme kommt oder nicht.“

]]>
Wenn deine Krankheit ein Narr wäre? https://www.tiefgang.net/wenn-deine-krankheit-ein-narr-waere/ Fri, 25 Apr 2025 22:00:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11695 [...]]]> Manchmal zeigt sich das, was du nicht fühlen willst, über den Körper. Du ziehst dich zurück, betäubst dich innerlich, spürst vielleicht nur noch den Schmerz oder die ständige Erschöpfung. Doch was, wenn hinter deiner Krankheit Gefühle stecken, die keinen Raum bekommen haben?

von Ulrike Hinrichs

Stell dir vor, deine Krankheit ist kein Gegner, sondern ein Gefühl in Verkleidung. Um diese Verkleidung zu enttarnen, eignet sich besonders gut die Kunst als Ausdrucksform. In meiner Gruppe Krankheit als Bild wandeln wir Symptome in Bilder, um die verdeckte Botschaft der Krankheit besser zu verstehen. Die Teilnehmenden sind von ganz unterschiedlichen Krankheiten betroffen, etwa Multiple Sklerose, Endometriose oder Bluthochdruck. Gemeinsam ist allen, dass die langanhaltende Krankheit täglicher Alltagsbegleiter ist. Spielerisch und metaphorisch übersetzen wir in unserer Gruppe Krankheitsbelastungen in Bilder. Dazu arbeiten wir mit unterschiedlichen Impulsen.

Siehe dazu auch auf Tiefgang:

 Im Header ist ein Beispielbild zu einer chronischen Pilzinfektion der Zunge dargestellt. In diesem Praxisbeispiel haben wir uns die Frage gestellt:

Wenn deine Krankheit ein Narr wäre, wie würde er aussehen?

Der Narr oder die Närrin ist ein starkes archetypisches Symbol. Die Figur tanzt außerhalb der Ordnung. Sie lacht, wo andere schweigen. Sie stellt Fragen, wo alle Antworten längst festgezurrt scheinen. Im Narren wohnt etwas Wildes, Ungezähmtes – eine Weisheit, die sich nicht in Büchern finden lässt, sondern zwischen den Zeilen des Lebens. Der Narr oder die Närrin trägt die Maske der Torheit, doch dahinter verbirgt sich oft eine tiefe Verbindung zum Unsichtbaren, zum Transzendenten. Die Figur ist kein Clown zur Belustigung. Sie ist ein Spiegel. Einer, der dir zeigt, was du nicht sehen willst. Der das Absurde enthüllt, das Verborgene aufdeckt, so wie Till Eulenspiegel, der durch seine Streiche Wahrheiten entlarvte.

Vielleicht begegnet dir auch dein innerer Narr oder deine Närrin – dort, wo das Normale nicht mehr trägt. Wo Krankheit auftaucht. Wo du aus der Spur geraten bist.

Wie sieht dein Bild aus? Male ganz intuitiv und ohne Bewertung.

Du kannst dich nach dem Malen fragen:

  • Was sagt der Narr oder die Närrin, wenn ich einfach zuhöre – ohne zu bewerten oder zu unterbrechen?
    Versuche, seine oder ihre Stimme innerlich wahrzunehmen. Welche Worte fliegen dir durch den Kopf, was kommt dir in den Sinn?
  • Welche Gefühle weckt der Narr oder die Närrin in mir?
    Beobachte, ob Wut, Angst, Traurigkeit, Neugier oder etwas anderes aufsteigt.
  • Was will der Narr oder die Närrin mir zeigen, woran ich bisher vorbeigeschaut habe?
    Gibt es etwas in deinem Leben, das übersehen oder verdrängt wurde?
  • Welches Spiel spielt der Narr oder die Närrin mit mir? Was passiert, wenn ich nicht mehr mitspiele?
    Eine Frage, die zum Perspektivwechsel einlädt.
  • Wovor schützt mich der Narr oder die Närrin eigentlich?
    Auch eine Krankheit kann unbewusst vor etwas anderem bewahren.

Vielleicht liegt im Symbol des Narren genau die Wahrheit, die deine Heilung braucht. Und vielleicht flüstert dir dein Narr heute etwas zu, das nur du verstehen kannst. Manchmal beginnt Veränderung mit einem Gespräch – auch wenn es mit einem Narren ist.

 Wenn du dich für weitere Praxisbeispiele mit Klient:innen-Feedback interessierst, dann findest du viele Ideen in meinem Buch Krankheit als Bild.

Krankheit als Bild

Mit Pinsel und Farbe die Botschaft deiner Krankheit entschlüsseln

263 Seiten, 88 farbige Abbildungen | erweiterte Auflage 2025

ISBN Print 978-3-99165-716-3

Softcover EUR 20,00

Mehr Infos hier entlang

 

 

Ulrike Hinrichs ist Gesprächstherapeutin, Kunsttherapeutin (M.A.), Heilpraktikerin für Psychotherapie, Traumazentrierte Fachberaterin und Anwenderin Positive Psychologie. Sie ist auch Ausbilderin für Kunsttherapie und Autorin zahlreicher Sachbücher. www.ulrikehinrichs.com

Die Gruppe Krankheit als Bild wird gefördert vom Bezirksamt Harburg.

 

]]>
Erst Finanzamt, dann Vereinsregister https://www.tiefgang.net/erst-finanzamt-dann-vereinsregister/ Fri, 18 Apr 2025 22:57:17 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11669 [...]]]> Einen gemeinnützig anerkannten Verein zu gründen braucht Formalia. Und hat eine Reihenfolge.

Das Vereins- und Stiftungszentrum klärt über notwendige Schritte bei der Gründung eines Vereins mit gemeinnützigen Zielen auf:

„Nachdem die Gründungsversammlung eines Vereins abgehalten worden war, meldete der frisch gewählte Vorstand den Verein zur Eintragung in das Vereinsregister an. In der Satzung, welche mit der Anmeldung eingereicht wurde, war geregelt, dass der Verein „ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der Abgabenordnung“ verfolgt.

Die Eintragung wurde seitens des Registergerichts verwehrt. Zur Begründung hieß es unter anderem, dass die (vorläufige) Bescheinigung des Finanzamtes über die Gemeinnützigkeit fehle. Dementsprechend sei auch die Satzung zu beanstanden, weil diese auf eine weder vorläufig noch endgültig bestätigte Gemeinnützigkeit Bezug nehme.

Der Verein entgegnete, dass man vom Finanzamt noch keine Rückmeldung erhalten habe und die Unterlagen daher noch nicht vorliegen. Infolgedessen wurde gegen die Entscheidung des Registergerichts Beschwerde eingelegt. Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe musste in der Sache entscheiden (Beschluss vom 22.01.2024, Az. 19 W 80/23 (Wx)).

Eintragungen können zurückgewiesen werden

Das OLG entschied, dass das Registergericht die Eintragung zu Recht zurückgewiesen hatte. Denn zu den gesetzlichen Mindestanforderungen an Vereinssatzungen gehört, dass dort der Vereinszweck wiedergegeben wird. Wird diese Vorgabe nicht erfüllt, kann das Registergericht die Eintragung zurückweisen.

Registereintragungen und Verkehrsschutz

Das Gericht hob hervor, dass diese Anforderung unter anderem dem Verkehrsschutz diene. Denn wer vom Recht der Einsichtnahme in das Vereinsregister Gebrauch macht und in diesem Zuge auch die eingereichten Unterlagen zur Kenntnis nimmt, muss aus der Satzung ein zutreffendes Bild von den Verhältnissen des Vereins gewinnen können. Im vorliegenden Fall würde hier also ein Eindruck entstehen, der nach tatsächlichem Sachstand unzutreffend gewesen wäre.

Schutz der Interessen potentieller Spender

Das OLG führte weiter aus, dass die Verhältnisse im Verein im Zusammenhang mit der Gemeinnützigkeit gerade für potentielle Spender von besonderem Interesse seien. Denn ob eine Gemeinnützigkeit vorliege oder nicht ist ausschlaggebend dafür, ob eine Zuwendung als Sonderausgabe steuermindernd geltend gemacht werden kann.

Die in der Satzung enthaltene Formulierung, der Verein verfolge ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke, könne hier den Eindruck erwecken, der Verein sei tatsächlich als gemeinnützig anerkannt. Im vorliegenden Fall kam sogar erschwerend hinzu, dass der Antrag auf Anerkennung der Gemeinnützigkeit vom zuständigen Finanzamt sogar zurückgewiesen worden war.

Im Ergebnis wurde die Eintragung insbesondere wegen der fehlenden finanzamtlichen Bescheinigung zu Recht zurückgewiesen.“

]]>
Wo gibt´s Unterstützung? https://www.tiefgang.net/wo-gibts-unterstuetzung/ Fri, 16 Aug 2024 22:54:20 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11099 [...]]]> Das Vereins- und Stiftungszentrum e.V. weist auf eine neue Förderdatenbank hin.

Die Frage nach der Finanzierung der Vereinstätigkeit ist ein Dauerbrenner. Neben Spenden und Sponsoringmitteln sind auch Fördermittel ein gutes Finanzierungs-instrument. Eine Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums hilft bei der Suche nach der passenden Förderung aus öffentlichen Mitteln. Zwar existiert diese Datenbank schon seit längerem, jedoch ist sie vielen bis heute nicht bekannt.

„Die Frage nach der Finanzierung der Vereinstätigkeit ist ein Dauerbrenner. Zwar gleichen viele Ehrenamtliche fehlende Mittel durch eigenes Engagement aus, aber manches Projekt kommt ohne das nötige Kleingeld einfach nicht voran. Finanzierungsklassiker, an die man hier als Erstes denkt, sind natürlich Spenden oder Mittel aus Sponsoring. Aber auch das Einwerben von Fördermitteln sollte bedacht werden. Zahlreiche öffentliche Förderprogramme setzen an, gemeinnützige Vorhaben zu unterstützen.

Eine seitens des Bundeswirtschaftsministeriums eingerichtete Förderdatenbank hilft bei der Suche nach der passenden Förderung aus öffentlichen Mitteln. Die hier gelisteten Programme richten sich zwar nicht ausschließlich an Ehrenamtliche – jedoch sind auch Angebote für diese Zielgruppe hinterlegt.

In der Datenbank kann entweder direkt nach Förderprogrammen oder nach fördernden Organisationen gesucht werden. Zwar existiert diese Datenbank schon seit längerem, jedoch ist sie vielen bis heute nicht bekannt.

Einfache Recherche durch Stichwortsuche

Die Navigation in der Datenbank funktioniert sowohl über eine einfache Stichwortsuche, als auch über eine Suche anhand verschiedener Filter. Gibt man ein Stichwort ein (zum Beispiel ein Thema oder ein Fachgebiet ein, erhält man eine Auflistung von Förderprogrammen. Grundsätzlich werden hier Förderungen aus Mitteln des Bundes, der Länder und sogar der EU dargestellt.

Die entsprechenden Suchergebnisse können dann noch anhand verschiedener Parameter wie etwa der Region, dem Themenbereich, der Förderart (bspw. Zuschuss, Darlehen oder Beteiligung), dem Fördermittelempfänger oder dem Fördermittelgeber verfeinert werden.

Es ist empfehlenswert, die Suchergebnisse so genau wie möglich mittels der verfügbaren Filtermöglichkeiten anzupassen. So findet man im besten Fall zu einem passenden Förderprogramm. Auf der Website der Förderdatenbank sind auch Benutzerhinweise aufgeführt, welche Hilfestellung bei der Benutzung geben.

Weiterführende Informationen zur Förderung

Stößt man auf ein interessantes Förderprogramm, werden direkt weiterführende Informationen bereitgestellt. So gibt es eine Zusammenfassung hinsichtlich der Programminhalte, Zusatzinfos etwa zu rechtlichen Voraussetzungen sowie Hinweise zur Rechtsgrundlage des Förderprogrammes. Auch Kontaktdaten bzw. Ansprechpartner sind hinterlegt.

Die Förderdatenbank ist über diesen Link erreichbar.“

Quelle: Vereins- und Stiftungszentrum

]]>
Wenn deine Krankheit ein Engel wäre https://www.tiefgang.net/wenn-deine-krankheit-ein-engel-waere/ Fri, 24 Nov 2023 23:07:19 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10447 [...]]]> Die Adventszeit und Weihnachten stehen vor der Tür. Wir feiern Jesu Geburt. Schon lange bevor Gottes Sohn das Licht der Welt erblickte, wurde das Lichterfest zur Wintersonnenwende zelebriert. 

Von Ulrike Hinrichs

Die Adventszeit und Weihnachten bereiten uns auf die Rückkehr des Lichts vor. Während die Tage kürzer werden, beschreibt die Wintersonnenwende am 21.12. die längste Nacht im Jahr. Ab diesem Zeitpunkt werden die Tage wieder länger. Das Licht kehrt zurück. Wie können wir dieses Symbol nutzen und mehr Licht in die innere und äußere Welt bringen?

Gerade Menschen mit schwer belastenden Lebensthemen fühlen sich in der dunklen Jahreszeit doppelt belastet. In meiner Gruppe „Krankheit als Bild“ begegnen sich Menschen mit lang anhaltenden und chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Knochenkrebs, Multiple Sklerose, Fibromyalgie oder Bluthochdruck. Wir arbeiten wir mit der Kunst als Ausdrucksform, um uns auf einer kreativen Ebene den krankheitsbedingten Problemen zu stellen. Anlässlich der Adventszeit haben wir uns gefragt, was wir mit dieser Zeit verbinden und welchen Einfluss sie auf das Krankheitserleben hat. Für einige Menschen ist es selbstverständlich an Gott zu glauben und das Göttliche in der Schöpfung zu fühlen. Andere haben keinen Zugang zu diesen Themen. Alle Menschen in unserem Kulturkreis – gläubig oder nicht – kennen aber die Idee von Engeln, die uns beschützen und begleiten. Die Weltreligionen, Christen, Juden, Moslems, haben in ihrem Glauben die Idee von Engeln verankert. Es sind Lichtbringer, himmlische Beschützer und Verbündete des Menschen.

Deinen Himmelsboten kreativ gestalten

Im nachfolgenden Praxisbeispiel haben wir uns gefragt: Wenn deine Krankheit ein Engel wäre, wie würde er aussehen? Aber wie kann so etwas Unschönes und Belastendes wie deine Krankheit ein Engel sein, fragst du dich vielleicht? Engelsgleiche Liebe und Leichtigkeit verbinden wir normalerweise nicht mit unserer Krankheit.

Krankheiten verbergen häufig Themen, die wir verdrängt haben und die in unserem Inneren schlummern. Der Körper versucht Nichtgehörtes symbolisch auszudrücken. Eine Krankheit kann daher eine Botschaft oder sogar eine positive Absicht haben, die sie dir übermitteln möchte. Die Krankheit will nicht weggeschubst und ausgegrenzt werden, sondern Beachtung finden.

Siehe zum Thema auf Tiefgang auch:

Wenn deine Krankheit ein Engel wäre (Gruppe „Krankheit als Bild“)

Mit dem Himmelsboten haben wir uns künstlerisch einer möglichen Botschaft der Krankheit angenähert. Solche kreativen Aufträge können wir sehr weit und intuitiv interpretieren. Es muss kein klassisches Bild von einem Engel werden. Es darf auch ein abstraktes Bild sein oder einen anderen formgebenden Ausdruck bekommen. Eine Klientin mit Multiple Sklerose malte den hier dargestellten Engel, der mit seinem großen roten Herz und der liebevollen Gesamterscheinung pure Liebe ausstrahlt. Die kreative Wandlung der Krankheit in einen Engel haben wir dann noch in einen intuitiven Schreibprozess münden lassen. In unserer Gruppe haben wir uns nach dem Malprozess gefragt: Wenn der Engel eine Botschaft hätte, welche wäre es? Jede der Gruppenteilnehmerinnen hat sich dazu in das Bild der anderen eingefühlt und intuitiv einen Satz auf ein Blatt Papier geschrieben und den Zettel verdeckt neben das Bild gelegt. Die so entstandenen Sätze hat jeder der Teilnehmer anschließend zu einem Text gelegt und vorgelesen. Das sind die Botschaften zu diesem Bild:

Ich bin voller Liebe für Dich!

Ich gebe Dir Liebe und Zufriedenheit, wenn du mich lässt.

Ich betrachte Dich mit Liebe und Ruhe.

Nutze Deine große Herzensgüte auch einmal für Dich.

Schwer ist es, so schwer, aber das Herz ist und bleibt groß und offen.

Du hast so ein großes Herz, das nichts und niemand kaputtmachen kann.

Liebe, Licht und Lebensfreude, was brauchst Du mehr?

Die Klientin war gerührt und bewegt von ihrem Bild und den poetischen Sätzen. Durch diese Art der kreativen Transformation können wir neue Perspektiven auf unsere Krankheit bekommen. Wir finden Wege, wie wir besser für uns sorgen und auf unseren inneren Arzt hören können. Bestenfalls arbeiten der äußere Arzt, zu dem du mit deinen Symptomen gehst, und der innere Arzt, der dir intuitive Impulse gibt, zusammen. Probiere es aus!

Die Praxisgruppe Krankheit als Bild findet ab 2024 im Quartierszentrum Ohrnsweg „DE STUUV“ in Neugraben-Fischbek statt.

Am campus naturalis gibt es für Kunsttherapeut*innen ein Fortbildungsmodul Krankheit als Bild.

 

Mehr Praxisbeispiel zur Selbstanwendung findest du in meinem Buch:

 Krankheit als Bild

Mit Pinsel und Farbe die Botschaft deiner Krankheit entschlüsseln

254 Seiten, 88 farbige Abbildungen; ISBN 9783756890156

Preis: EUR 26,90; ebook: 16,99

bestellen: hier entlang

 

Ulrike Hinrichs ist Gesprächstherapeutin, Kunsttherapeutin (M.A.), Heilpraktikerin für Psychotherapie, Traumazentrierte Fachberaterin und Anwenderin Positive Psychologie. Sie ist auch Ausbilderin für Kunsttherapie und Autorin zahlreicher Sachbücher. www.lösungskunst.com

 

]]>
Stipendium samt Kinder https://www.tiefgang.net/stipendium-samt-kinder/ Fri, 17 Nov 2023 23:26:19 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10434 [...]]]> Um Mütter und Väter aus den Bereichen bildende Kunst und Literatur besser zu unterstützen, wird ab 2024 das Residenzprogramm „Parents in Arts“ angeboten.

Viele Residenzstipendien sind nicht auf die Lebensrealität von Eltern abgestimmt, da diese häufig nicht lange von zuhause weg sein können oder aber am Stipendienort keine Kinderbetreuung gewährleistet ist. Das neue Angebot ermöglicht daher kürzere Arbeitsaufenthalte und bietet eine Kinderbetreuung vor Ort an. Das Programm wurde im engen Austausch mit der künstlerischen Szene entwickelt. Bewerben können sich Autorinnen und Autoren sowie bildende Künstlerinnen und Künstler, die in einem Sorgeverhältnis stehen. Das Stipendium kann wahlweise mit oder ohne Kinder angetreten werden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Auch für Künstlerinnen und Künstler mit Kindern ist es meistens kompliziert, Kunst und Familie unter einen Hut zu bekommen. Hinzu kommt, dass die gängigen Residenzstipendien oft nicht besonders familienfreundlich sind. Daher haben wir zusammen mit der Szene alternative Fördermöglichkeiten entwickelt, die speziell auf die Lebenssituation von Künstlerinnen und Künstlern mit Kindern eingehen. Wir möchten alle Kunstschaffenden nach ihren Bedürfnissen unterstützen und schreiben deshalb in Hamburg erstmals ein Residenzstipendium aus, das sich speziell an Eltern wendet.“

Mit dem deutschlandweit beispielgebenden Programm „Parents in Arts“ bietet die Behörde für Kultur und Medien ab 2024 ein Stipendium, das in einem Sorgeverhältnis stehende Künstlerinnen und Künstler sowie Schriftstellerinnen und Schriftsteller anspricht und ihnen die Möglichkeit bietet, ihr Schaffen an einem ruhigen Ort zu vertiefen. Die zweiwöchigen Residenzen können von Eltern zumeist besser realisiert werden als längere Stipendienaufenthalte. Sie können wahlweise mit oder ohne Kinder angetreten werden, wobei die Kinder an der Stipendienstätte professionell betreut werden.

Residenzort ist das Annemirl-Bauer-Haus in Brandenburg, ein 1978 gegründeter Künstlerinnenhof mit weitläufigem Garten, an dem die Berliner Malerin Annemirl Bauer (1939–1989) wohnte und arbeitete. Die Behörde für Kultur und Medien übernimmt die Miete der sechs Residenzen sowie die Kosten für die Kinderbetreuung am Stipendienort. Außerdem erhalten die Stipendiatinnen und Stipendiaten eine Aufwandspauschale in Höhe von je 1.000 Euro. Insgesamt stellt die Behörde für Kultur und Medien für das Programm 30.000 Euro zur Verfügung.

Das Förderprogramm „Parents in Arts“ wurde durch die Autorinnen Julia Ditschke und Friederike Gräff sowie durch die bildende Künstlerin Marcia Breuer (Gründerin der Initiative „Mehr Mütter für die Kunst“) initiiert und mit entwickelt.

Marcia Breuer: marcia@mehrmütterfürdiekunst.net | Julia Ditschke: julia.ditschke@u-vier.com

Weitere Informationen gibt es in der Ausschreibung. Die Bewerbung erfolgt bevorzugt digital über das Online-Portal, das ab sofort bis 17. Dezember 2023 für Bewerbungen geöffnet ist.

Weitere Infos zudem: www.mehrmütterfürdiekunst.net

 

]]>