Meine Lieben, schnallt euch an! Normalerweise reden wir hier über die S-Bahn, den Parkplatz-Frust oder die neuesten Kultur-Tipps aus dem Binnenhafen. Aber es gibt Themen, an denen kommt man in Hamburg einfach nicht vorbei, weil sie so präsent sind wie der Michel oder der Wind an der Elbe. Ich spreche vom unendlichen Drama um die Familie Block, das uns zeigt, dass Geld allein eben doch kein ruhiges Gewissen kauft.
Man muss sich das mal vorstellen: Auf der einen Seite steht eines der bekanntesten Hamburger Unternehmen, das Steakhaus-Imperium von Eugen Block. Ein Name, der für Erfolg, Qualität und hanseatische Tradition steht. Auf der anderen Seite erleben wir einen Sorgerechtsstreit zwischen seiner Tochter Christina Block und ihrem Ex-Mann, der mittlerweile Züge eines internationalen Thrillers angenommen hat.
Was da in den Gerichtssälen und durch die Gazetten gepeitscht wird, lässt einen fassungslos zurück. Es geht um Entführungs-Vorwürfe, heimliche Nacht-und-Nebel-Aktionen zwischen Dänemark und Deutschland und Kinder, die zwischen den Fronten ihrer Eltern stehen. Während wir uns über die Heizkosten oder das Wetter Gedanken machen, spielt sich dort eine Tragödie ab, die zeigt: Geld und Erfolg schützen nicht vor dem ganz großen Gefühlschaos.
Aber wisst ihr, was mich an der ganzen Sache besonders stutzig macht? Es ist dieser Beigeschmack von Privileg, der über allem schwebt. Eugen Block selbst hat sich mit einem Brief an die dänische Justiz gewandt und dabei betont, dass er seinem Vaterland stets gedient habe. Er hat seine Verdienste als Unternehmer als Argument in einen privaten Familienkrieg geworfen.
Da fragt man sich doch glatt: Gilt für die Blocks eigentlich ein anderes Recht als für uns Normalsterbliche? Erweckt das nicht den Eindruck, als könne man sich mit jahrzehntelangem Dienst am Vaterland eine Art Jokerkarte für das Strafrecht verdienen? In Harburg wissen wir: Wenn beim Nachbarn der Haussegen schief hängt oder die Polizei vor der Tür steht, fragt keiner danach, wie viele Steaks man verkauft oder wie viele Arbeitsplätze man geschaffen hat. Da zählt das Gesetz für alle gleich.
Dieser Versuch, den eigenen Status als Hebel zu benutzen, hinterlässt eine bittere Note. Es ist ein Kampf um Recht, um Macht und am Ende hoffentlich um das Wohl der Kinder, auch wenn man das beim Lesen der Schlagzeilen fast vergessen könnte. Dass sich die Politik und die Justiz hier scheinbar so intensiv einschalten, während andere Eltern jahrelang um ein Besuchsrecht kämpfen müssen, gibt der Geschichte einen fahlen Beigeschmack.
Was wir daraus lernen können? Vielleicht, dass das wahre Glück nicht auf der Speisekarte steht und auch nicht mit Millionen auf dem Konto garantiert wird. Ein friedliches Zuhause und ein respektvoller Umgang sind Dinge, die man nicht kaufen kann – auch nicht durch Verdienste um das Vaterland.
Ich wünsche mir für dieses Jahr, dass in diese Geschichte endlich Ruhe einkehrt. Nicht für die Medien, nicht für die Anwälte, sondern für die kleinen Seelen, die in diesem Sturm stehen. Denn am Ende des Tages sollten wir vor dem Gesetz alle gleich sein, egal ob wir im Steakhaus-Palast sitzen oder in der Harburger Mietwohnung.
Passen wir auf unsere Liebsten auf und lassen wir das Drama lieber im Fernsehen.
Eure Clara
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