Meine Lieben, schnallt euch an! Der kalte Wind pfeift um die Ecken, die Abende werden dunkel, und ganz Harburg stellt sich die eine große Frage: Ist der Glühwein dieses Jahr schon wieder teurer?
Ja, die Weihnachtsmarktsaison ist offiziell eröffnet! Und ich sage euch, das ist mehr als nur ein Markt. Das ist unser jährliches Chaos-Wunder am Rathausplatz und überall, wo sich ein Stand aufstellen lässt. Es ist die Zeit, in der wir Harburger zeigen, dass wir beides können: Ellbogen einsetzen und gleichzeitig besinnlich sein!
Man muss sich das mal vorstellen. Da gibt es diese perfekten Bilder, die uns in der Werbung gezeigt werden: Sanfter Schneefall, romantische Lichter, ein Paar hält sich Hand in Hand vor der Krippe.
Die Harburger Realität ist anders, und genau deshalb ist sie so liebenswert!
- Der Glühwein-Taktik-Check: Die erste Mission ist nicht die Krippe, sondern der Glühwein-Stand. Hier herrscht Drei-Sekunden-Regel-Taktik. Du musst wissen, wo die Schlange endet, welche Tasse die sauberste ist und wie du den Glühwein des Nachbarn in einer Kurve abfängst, ohne dass es unhöflich wird.
- Die Schmalzkuchen-Strategie: Der Duft ist göttlich, aber die Kalorien sind brutal. Wir stehen da, mit dem schlechten Gewissen im Nacken, aber die Zimtsünde auf der Zunge. Und mal ehrlich: Ohne den knusprigen, zuckrigen Schmalzkuchen wäre der Markt nur ein Glühwein-Ausschank.
- Das Große Gedränge: Mitten im Gewühl versuchst du, deine Bekannten zu finden. Du siehst sie, winkst, aber die Menge ist so dicht, dass die Reise vom Glühwein-Stand zum Bratwurst-Stand länger dauert als die S-Bahn-Fahrt nach Hamburg-Hauptbahnhof. Das ist unser Harburger Zusammenhalt: Wir quetschen uns so lange, bis wir alle beieinanderstehen.
Aber wisst ihr, was das Schönste daran ist? Mitten in diesem geplanten Chaos passiert es immer wieder: Du stößt jemanden an, du murmelst eine Entschuldigung, und dann merkt ihr: Ihr kennt euch! Vielleicht vom Bäcker, vielleicht vom Fußball, vielleicht von der letzten ZOB-Baustellen-Wutrede.
Und in diesem Moment, wenn die kalten Hände sich am heißen Becher wärmen, die Lichter in den Augen der Kinder funkeln, und du den Duft von Zimt riechst – dann weißt du: Das ist unser Harburg.
Der Weihnachtsmarkt ist unser jährlicher Beweis, dass wir als Gemeinschaft funktionieren. Wir ertragen die Kälte, die Enge und die Preise, weil wir wissen, dass wir hier sind, um uns zu treffen, zu lachen und uns an die einfachen Dinge zu erinnern.
Also, liebe Harburger: Zieht die dicken Schals an, schärft die Ellbogen und stürzt euch ins Vergnügen! Denn unser Chaos-Wunder ist eröffnet, und es wartet darauf, von euch mit Leben gefüllt zu werden. Prost und frohes Drängeln!
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