Meine Lieben, die Trockenhaube war heute auf absolute Schockstarre eingestellt! Vergesst die Buxtehuder Straße und das S-Bahn-Chaos von neulich – das ist alles repariert und Schnee von gestern.
Aber beim Spitzen-Schneiden am Sand kam diese Woche ein Tratsch ans Licht, da ist uns kollektiv die Spülung aus dem Gesicht gefallen.
Harburg geht baden, meine Lieben – und das leider im wahrsten Sinne des Wortes! Setzt euch, nehmt euch einen Kaffee, hier ist eure Clara Klatsch mit dem absolut neuesten, feuchtesten Stoff aus unserem Stadtteil:
Meine Lieben, man weiß ja langsam nicht mehr, ob man morgens mit dem Regenschirm oder gleich im Taucheranzug aus dem Haus gehen soll. Da atmen wir alle auf, weil die Baustelle an der B73 endlich Geschichte ist und die S-Bahn nach zwei Wochen Totalsanierung wieder brav über die Elbe zuckt, und was passiert? Richtig, das nächste Rohr meldet sich flutartig ab!
Diesmal hat es Marmstorf erwischt. Kaum sind die Keller an der Buxtehuder Straße getrocknet, heißt es ein paar Kilometer weiter schon wieder: „Wasser marsch!“ Beim Friseur hieß es vorhin nur trocken: „Mensch Clara, Hamburg Wasser will wohl testen, ob wir Harburger*innen auch ohne Elbvertiefung ein eigenes maritimes Flair entwickeln können.“ Wenn das so weitergeht, beantrage ich beim Bezirksamt bald eine Gondel-Lizenz für den Feierabendverkehr.
Aber der eigentliche Knaller, der die Lockenwickler zum Glühen brachte, kommt erst noch. Ihr wisst ja, wie schmerzlich wir alle unser geliebtes Freizeitbad MidSommerland an der Außenmühle vermissen. Seit dem Abriss im Herbst 2023 sitzen wir auf dem Trockenen. Eigentlich sollte das neue Bad ja bald wieder öffnen. Doch jetzt kam die Hiobsbotschaft aus dem Senat: Die Eröffnung verzögert sich schon wieder deutlich!
Ausreden gibt es natürlich genug: Ein angeblich derart langer Wintereinbruch, mit dem niemand gerechnet hat, hat die Frostschäden begünstigt und den Zeitplan komplett weggeschwemmt. Ich sage euch: Bis wir dort wieder auf der Riesenrutsche landen oder im Außenbecken planschen dürfen, fließt noch ganz viel Wasser die Buxtehuder Straße hinunter. Die Trainingshalle soll nun erst Ende 2027 fertig werden – und beim Rest der Anlage mag Bäderland sich lieber gar nicht mehr festlegen. Als Trostpflaster werden uns demnächst „Baustellenbesichtigungen“ angeboten. Ist das nicht herrlich? Statt Badehose packen wir dann wohl den Helm und die Sicherheitsweste ein!
Ist das nicht die perfekte Ironie? Auf der Straße und im Keller haben wir unfreiwillig Wasser ohne Ende, aber dort, wo wir eigentlich planschen wollen, herrscht gähnende Leere. Das passt doch wieder perfekt zu unserem ewigen Lieblingsthema, dem „Planet Harburg“ am Herbert-und-Greta-Wehner-Platz. Während die Behörden dort noch über die Teppichfarbe für die Bücherhalle philosophieren und Architekt*innen im Binnenhafen schicke Promenaden zeichnen, auf denen wir mangels Schwimmbad bald flanieren müssen, üben wir uns im Süden im kollektiven Trockenschwimmen.
Vielleicht ist das eine neue Strategie für Kulturpolitik: Wenn das MidSommerland nicht fertig wird, machen wir aus dem Rohrbruch in Marmstorf einfach ein experimentelles Kunstprojekt für den Kultursommer! Motto: „Neue Wege im Kraulstil“
Meine Lieben, ich rate euch fürs Wochenende: Holt die Gummistiefel noch mal aus dem Schrank und schaut humorvoll in die Zukunft. Wer weiß, wo am Montag die nächste Fontäne aus dem Asphalt schießt. Ich bleibe jedenfalls erst mal im Salon – da läuft das Wasser nur im Waschbecken und der Tratsch ist garantiert absolut wasserdicht!
Bussi, eure Clara!
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