3falt – Kunst – Kultur – Kreativität https://www.tiefgang.net Fri, 27 Mar 2020 10:39:46 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 3falt aus dem Off https://www.tiefgang.net/3falt-aus-dem-off/ Sun, 29 Mar 2020 22:34:51 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6605 [...]]]> Auch in Hamburgs Süden ist das kulturelle Leben weitestgehend zusammen gebrochen. Doch etliche Aktive der Initiative SuedKultur sorgen für Abhilfe. Heute: Reviews zum Projekt „3falt“.

Die leerstehende Dreifaltigkeitskirche hatte 2018 bis Ende Februar 2019 für Trubel in Harburgs Kulturszene gesorgt. Für etwas mehr als ein halbes Jahr wurde sie als möglicher Standort für diverse Kulturangebote der Harburger Kulturszene erprobt. Doch die Eigentümer-Gemeinde ließ im Frühjahr 2019 das Gebäude wieder räumen, um es in einem Ausschreibungsverfahren zum Verkauf oder zur Pacht anzubieten. Auch dieses Verfahren ist aufgrund der Pandemie derzeit ausgesetzt.

Was bleibt sind Erinnerungen durch Videos an eine kurze Zeit kulturellen Aufschwungs.

Noch aber ist die Hoffnung nicht gänzlich versiegt, denn es hat sich aus der  Erprobungsphase heraus eine Genossenschaft gebildet, die dieses oder auch andere Gebäude für Harburg künftig nutzbar machen will. Und selbst in Krisenzeiten kann man Genosse/in werden und bei Engpässen auch später seine Anteile zahlen. Infos und Kontakt hierzu unter:

Dreifalt Genossenschaft

c/o luenzmann architektur, Buxtehuder Straße 56, D-21073 Hamburg, Tel.: 040-41181236,

eMail: luenzmann@dreifalt.org, https://www.dreifalt.org

Und hier einige der 3falt-Review-Beiträge:

John Winston Berta LIVE in dreifalt: Right To Wonder; Overhead Projection: Kathrin Bethge

Fotos & Musik zur Probe des Salonorchester der TU Hamburg am 25.11.2018 in Dreifalt

Videostreifzug durch die Dreifalt mit Trio am ‎Donnerstag, ‎28. ‎März ‎2019

TOM ENDE live in Dreifalt, supp. Joana: Samstag, 16. Februar 2019

 

 

 

 

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Endlich sichtbar! https://www.tiefgang.net/endlich-sichtbar/ Fri, 10 Jan 2020 23:01:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6237 [...]]]> Letztes Wochenende gab es einen ersten Eindruck der noch nicht ganz bezogenen neuen Räume. Aber man merkt: die Kunstleihe ist in ihrem neuen Zuhause angekommen.

 „First Look“ nannte das Kunstleihe-Team den Umtrunk, zu dem sie am vergangenen Sonnabend vorwiegend intern eingeladen Künstler*innen und Kunstinteressierte hatte und doch: die Hütte war voll!

Die neuen Räume in der Meyerstraße 26 (Ecke Bansenstraße) befinden sich in einem früheren Ladengeschäft eines gründerzeitlichen Baus. Schon der Eingangsraum mit großen Fenstern und gut vier Meter hohen Decken bietet einen Einblick in die Vielfalt der aktuellen Harburger Kunstszene. In der Art der Petersburger Hängung finden sich dort und im nächsten, einige Stufen höher gelegenen Raum sowie im langen Flur mehr als hundert Werke unterschiedlichster Technik, Formate, Materialien und Künstler*innen. Der überwiegende Teil ist vor allem zeitgenössische Kunst aus dem Harburger Raum. Und: sie ist leihbar. Denn das ist die Grundidee der Kunstleihe, um der lokalen Kunst zu mehr Wahrnehmung  zu verhelfen aber auch allen Neugierigen einen simplen Zugang zur Kunst zu verschaffen.

„Ähnlich einer Bücherhalle kann man hier eben Kunst leihen“, so Sabine Schnell vom Kunstleihe-Team, das vor gut zwei Jahren aus dem Schmeltztiegel der Initiative SuedKultur entstand.

´Tiefgang“ berichtete:

Und nach dem sie nach längeren Recherchen in anderen der bundesweit gut 130 existierenden Artotheken (wie Kunstleihen oftmals genannt werden) ein eigenes Konzept für Hamburg erstellt hatten, startete ein Team von Kunstbeflissenen und vor allem Harburger Künstler*innen im Rahmen des Kulturprojekts „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ in der leerstehenden Dreifaltigkeitskirche Harburgs mit der Kunstleihe.

Sie wird von gut einem Duzend Ehrenamtlichen betrieben und ist daher bislang nur sonntags zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet. „Aber das wird sich bald ändern“, so Marion Göhring vom Team. „Denn theoretisch könnte man sie jetzt 24 Stunden an 7 Tagen die Woche öffnen, weil wir jetzt eigene Räume haben.“

Das war lange nicht so, da das kulturelle Erprobungsprojekt „3falt“ Ende Februar 2019 abgebrochen werden musste und so auch die Kunstleihe zugunsten eines bis heute andauernden Leerstands ausziehen musste.

Um überhaupt weitermachen zu können, erhielt die Kunstleihe vorübergehend Unterkunft im neuen Nachbarschaftstreff in der Eißendorfer Straße 124. Dort hatte just zum April 2019 der Eisenbahner Bauverein sowie die Finkenwärder Baugenossenschaft in einer ehemaligen Sparkasse-Filiale einen Treffpunkt eingerichtet. Dort aber konnte das Kunstleihe-Team auch nur sonntags agieren und mit viel Aufwand die Kunstwerke aus einem Keller holen, aufstellen und nachfolgend wieder im Keller verstauen. „Es war gut, um die gerade begonnene Arbeit erstmal überhaupt weiterführen zu können“, so Sabine Schnell, „aber weder waren wir nach außen hin sichtbar, noch konnten wir der zunehmenden Nachfrage nach Workshops oder dem im Oktober 2019 erfolgreich gestarteten ´Harburger Kunstsalon` gerecht werden.“

Siehe dazu auch den NDR-Fernsehbeitrag vom September 2019:

Und um so die ehrenamtliche Arbeit nicht in Auf- und Abbau ersticken zu lassen, wurde parallel weiter gesucht, geortet und nun endlich und pünktlich zum Jahreswechsel der Ort in der Meyerstraße gefunden und hergerichtet.

Und schon diesen Sonntag (12. Januar, 12 – 17Uhr) führt die Harburger Künstlerin Anne Flad ihre Workshopreihe zu Bildbetrachtungen fort und im Februar soll dann der komplette Umzug erfolgt sein und das Angebot erweitert werden. „Wir überlegen, ob wir auch samstags und vielleicht auch in der Woche weitere Öffnungszeiten anbieten“, so Schnell. „Denn bisher konnten viele sicher nicht an den Sonntagen und vielleicht eher mal nach Feierabend. Zudem können auch die Workshops oder Kunstsalons (der nächste ist für Sonntag, den 9. Februar anvisiert) dann auf andere Tage ausweichen, so dass für alle mehr Ruhe reinkommt.“

Beim „First Look“-Umtrunk jedenfalls schienen alle Besucher recht begeistert und spannen weitere Ideen rund um die Kunst und rund um Harburgs Kulturleben. Und auch am nachfolgenden Sonntag, dem ersten regulären Tag des Leihbetriebes herrschte reger Andrang und neuen Kunstleihende stießen hinzu.

Ort: Kunstleihe Harburg e.V., Meyerstraße 126, 21075 Hamburg-Heimfeld, Tel.: 040 – 300 969 48

Weiterführend: www.sued-kultur.de/kunstleihe

www.instagram.com/kunstleihe

www.facebook.com/KunstleiheHarburg

 

 

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Pieksige Fragen stachelige Stoffe https://www.tiefgang.net/pieksige-fragen-stachelige-stoffe/ Fri, 19 Apr 2019 22:28:17 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5153 [...]]]> Einmal im Jahr wird ein besonderes Projekt  der Stadtteilkultur Hamburgs geehrt. Dieses Jahr ging es nach Jenfeld. Auch zwei Harburger Projekte waren nominiert.

Zehn Hamburger Kulturprojekte waren nominiert. Darunter auch die Kulturtage Süderelbe des Kulturhauses Süderelbe in Neugraben als auch das Projekt „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ der Initiative SuedKultur, das in der leerstehenden Dreifaltigkeitskirche Harburgs eine kulturelle Umnutzung erprobte. Doch der Preis ging nach Jenfeld.

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Der 16. Hamburger Stadtteilkulturpreis wird heute Abend an das Theaterprojekt Jenkitos – Junges Theater Jenfeld der Freien Kulturinitiative (Quadriga gGmbH) verliehen. Seit zehn Jahren bieten die Jenkitos Theaterprojekte für Kinder und Jugendliche in Jenfeld an. Der Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda übergibt den größten Preis der Hamburger Stadtteilkultur in einer festlichen Veranstaltung vor rund 200 Gästen im Oberhafen.  Die Dotierung des Preises ist dieses Jahr von 10.000 auf 12.000 Euro erhöht worden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Stadtteilkultur ist Kultur von allen für alle, das macht sie so unabdingbar und unmittelbar. Sie schafft Formate und Inhalte, die es Jedem und Jeder ermöglichen, an Kultur zu partizipieren. Freie Träger wie Quadriga leisten auf diese Weise mit Projekten wie den Jenkitos gerade für die wichtige Zielgruppe der Neun- bis Neunzehnjährigen einen altersgerechten Zugang. Ich freue mich über die ausgezeichnete Wahl der Jury und wünsche den Preisträgern weiterhin viel Erfolg und dem Stadtteil viele inspirierende Momente!“

Gesa Engelschall, Geschäftsführender Vorstand der Hamburgischen Kulturstiftung: „Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich kulturell einzubringen, halte ich für überaus wichtig. Bei einer Theaterproduktion mitzuwirken, eine Rolle zu lernen, Masken zu bauen, zu tanzen oder zu musizieren tut gut, stärkt das Selbstbewusstsein und die eigene Persönlichkeit. Ein großer Dank an das Jenkitos-Team für die langjährige, so wertvolle Arbeit in Jenfeld!“

Petra Kochen, Vorstandsvorsitzende der Gabriele Fink Stiftung: „Mutig sein und Freiraum zulassen – genau das ermöglicht das Junge Theater Jenfeld! Wir hoffen, dass die Jenkitos ihrem Namen weiterhin alle Ehre machen: Also gerne mehr ‚pieksige‘ Fragen stellen und auch mal ‚stachlige‘ Stoffe auf die Bühne bringen!“

Ansgar Wimmer, Vorstandsvorsitzender der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.: „Der Stadtteilkulturpreis ist ein wunderbarer Kristallisationspunkt für das engagierte Zusammenwirken einer lebendigen lokalen Kulturszene, verschiedenen Stiftungen und Förderinnen und Förderer sowie der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. Das Junge Theater Jenfeld ist in diesem Jahr ein besonders treffender Preisträger, finden sich doch genau diese Akteure neuerdings gemeinsam mit der Schulbehörde auch in der sichtbaren Förderung kultureller Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche zusammen.“

Wibke Kähler-Siemssen, Geschäftsführerin der Patriotischen Gesellschaft von 1765: „Wir gratulieren von Herzen dem Jungen Theater Jenfeld zum Stadtteilkulturpreis 2019. Ein wohlverdienter Preis für ein beeindruckendes Projekt, das kulturelle Bildung, Teilhabe und Begeisterung für Theater mit so großartigen Kindern und Jugendlichen für den ganzen Stadtteil erlebbar macht.“

Corinne Eichner, Geschäftsführerin von STADTKULTUR HAMBURG: „Der Stadtteilkulturpreis hat für die Szene der Stadtteilkultur eine hohe Bedeutung, weil er Aufmerksamkeit auf die herausragenden Projekte der Stadtteilkultur und ihre hohen Qualitäten lenkt. An den Jenkitos lässt sich ablesen, was gute Stadtteilkulturarbeit vermag: Die Spielfreude und Ausdrucksstärke der jugendlichen Teilnehmer und Teilnehmerinnen sprechen Bände und wirken in den ganzen Stadtteil. Gratulation den Jenkitos und Dank allen Finalisten!“

Über die Jenkitos – Junges Theater Jenfeld

Seit zehn Jahren bietet die Freie Kulturinitiative über die Jenkitos Theaterprojekte für Kinder und Jugendliche in Jenfeld an. In jeder Spielzeit entstehen bis zu drei Theaterproduktionen mit rund 50 Akteurinnen und Akteuren im Alter von neun bis 19 Jahren. Die Stücke entwickeln die Gruppenmitglieder selbst, unterstützt von  erfahrenen Theaterpädagoginnen. Der Name Jenkitos ist ein Kunstwort aus „Moskito“ und „Jenfeld“: Moskitos sind überall auf der Welt beheimatet, und genauso international ist auch das Junge Theater Jenfeld. Und wie Moskitos sollen die Stücke hier und da „piksen“ – kritisch, unbequem und anspruchsvoll sein.

Die Jury sieht das Projekt Jenkitos als besonders preiswürdig an, da es kontinuierliche theaterpädagogische Arbeit in einem Stadtteil leistet, in dem 42 Prozent der Familien mit Kindern unter 15 Jahren von Sozialleistungen leben. Diesen schwierigen Umständen zum Trotz gelingt es dem Jenkitos-Team, zusammen mit den Kindern und Jugendlichen des Stadtteils Theaterproduktionen von hoher Originalität und künstlerischer Qualität zu realisieren. Die Lebenswirklichkeiten der Kinder und Jugendlichen, die sie selbst oft als defizitär wahrnehmen, werden für die selbst entwickelten Theaterstücke produktiv gemacht und rücken dadurch in ein neues Licht.

Zudem ermöglicht das Angebot der Jenkitos ei, eine stärkere Vernetzung und Teilhabe im Stadtteil: Zu den Aufführungen kommen auch Besucherinnen und Besucher aus dem Stadtteil, die sonst selten oder nie ins Theater gehen. Oft finden Veranstaltungen in öffentlichen Räumen wie Parks oder Einkaufszentren statt, so dass der Zugang über die Wahl des Ortes erleichtert wird.

Mit dem Preisgeld will die Jury den Jenkitos die Möglichkeit geben, die gute Arbeit auszubauen und weiterzuentwickeln und darüber hinaus ausdrücklich auch kleinere Initiativen und Projekte ermutigen, sich künftig für  den Hamburger Stadtteilkulturpreis zu bewerben.

Der Stadtteilkulturpreis 2019

Gestiftet und unterstützt wird der Stadtteilkulturpreis von der Hamburgischen Kulturstiftung, der Gabriele Fink Stiftung, der Patriotischen Gesellschaft von 1765 und der Behörde für Kultur und Medien. Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. unterstützt die Umsetzung. STADTKULTUR HAMBURG, der Dachverband für Lokale Kultur und Kulturelle Bildung, ist als Experte und Szenekenner für Konzeption und Durchführung des Wettbewerbs zuständig.

Von Anfang November 2018 bis Anfang Januar 2019 konnten sich kulturelle Initiativen, Zentren und Vereine sowie Einzelpersonen, die sich in der Stadtteilkulturarbeit in Hamburg engagieren, für den Preis bewerben. Rund 40 Trägerinnen und Träger hatten sich mit ihren Projekten und Programmen beworben.

Als Finalisten nominierten die Preisstifterinnen und Unterstützer neben den jetzt ausgezeichneten Jenkitos weitere neun herausragende Projekte und Programme der Stadtteilkultur (in alphabetischer Reihenfolge): Das Projekt „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ der Initiative SuedKultur, das Programm „Alle im Quartier“ des Goldbekhauses, die Kunstkurse „Farbmäuse und kleine Künstler“ von der LichtwarkSchule gUG, das Jugendfestival „Formation**NOW“ des Lukulule e.V., das Literaturprojekt „Grenzen überschreiben“ des Bramfelder Kulturladens, den „KIKU Leseclub“ des Kinderkulturhauses Lohbrügge, die „Kulturtage Süderelbe“ vom Kulturhaus Süderelbe, die Initiative „Nachbarschaftsgespräche“ des HausDrei und das Programm „Das Stiftviertel: Ein Quartier macht Kultur“ des Kulturladens St. Georg.

Bei der Preisverleihung am vergangenen Dienstga (16.4.2019) hielt die Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren Ellen Ahbe die Laudatio. Zusammen mit Hella Schwemer-Martienßen von der Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen und Robert Hillmanns vom zakk Düsseldorf hatte sie den Preisträger aus der Vorauswahl der Preisstifterinnen und Preisstifter ermittelt.“

Quelle: Behörde für Kultur und Medien Hamburg

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Die Kunstleihe zieht zu Ostern um https://www.tiefgang.net/die-kunstleihe-zieht-zu-ostern-um/ Fri, 12 Apr 2019 22:38:30 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5122 [...]]]> Sie öffnete erst Ende Januar ihre Türen im Kulturprojekt „3falt“ in der Neuen Straße. Doch die Dreifaltigkeitskirche soll bis zum Verkauf erstmal wieder leer stehen. Zum Glück hat die Kunstleihe nun ein „Asyl“ gefunden.

Die Kunstleihe Harburg – Hamburgs erste Artothek, in der man für wenig Geld lokale Kunst leihen kann – öffnet ab Sonntag, dem 28. April, 12h seine Türen an einem neuen Standort: dem Nachbarschaftstreff  Eißendorfer Straße 124 – der ehemaligen Filiale der Sparkasse Harburg-Buxtehude.

Am Ostersonntag (21.4.) hat die Kunstleihe somit geschlossen!

Nachdem die Harburger St.Trinitatis das Kulturprojekt „3falt“ in der leerstehenden Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße für beendet erklärte, wurde auch der erst Ende Januar hergerichtete Saal im Obergeschoss des dortigen Gemeindehauses obsolet. Einen eigenen Raum und in guter Lage zu mieten, ist zum jetzigen Stand nicht möglich, da es noch an Mitteln für Ausstattungen und der Gründung einer eigenen Körperschaftsform fehlt. „Die Miete für einen ganzen Monat zu berappen und doch nur ehrenamtlich sonntags öffnen zu können, wäre wirtschaftlicher Blödsinn“, so Mitorganisator Heiko Langanke von der Initiative SuedKultur. „Daher sind wir froh, mit der Eisenbahnbauverein Harburg eG eine Partnerin  aus Harburg gefunden zu haben, mit der wir uns erst einmal auf die wesentlichen, nämlichen inhaltlichen Dinge konzentrieren können.“ Und da die Räume über ausreichend variablen Raum verfügen, ist eine Kooperation als provisorische Bleibe zunächst einmal für ein Jahr vereinbart.

Vorstandsvorsitzender der EBV, Joachim Bode: Da der von uns und der Baugenossenschaft Finkenwärder Hoffnung eG betriebene Nachbarschaftstreff noch neu ist und an den Wochenenden in der Regel nicht genutzt wird, bot es sich an, der Artothek „Asyl“ zu gewähren. Ich gehe davon aus, dass beide Projekte davon profitieren.“

Zu Ostern nun packen die Akteure der Kunstleihe in der Neuen Straße ihre Sachen, transportieren sie in die Eißendorfer Straße 124 und bringen dort auch Leisten zur temporären Hängung leihbarer Kunstwerke an. „Da auch etliche andere Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften diesen Nachbarschaftstreff für ihre Mieter nutzen, ist es eine klassische win-win-Situation. Denn Kunst auf eine gewisse Zeit zuhause wirken zu lassen, ist vielen noch unbekannt. Die, die es bisher nutzten, waren aber alle begeistert“, so Sonja Alphonso von der Kunstleihe.

Und so wird die Harburger Kunstleihe ab Sonntag, dem 28. April wieder von 12-17h geöffnet haben, Kunst ausstellen und bei Interesse zur Verleihung mitgeben. Die Leihgebühren betragen gerade einmal 6,- € für ein Vierteljahr.

Auch wer das Projekt in anderer Form unterstützen will, kann gerne vorbeikommen oder sich bei den Kunstleihe-Akteuren unter kunstleihe@sued-kultur.de oder per Telefon 040 – 300 969-48 melden. Bei Kaffee und Kuchen und manchmal auch Sekt treffen sich Interessierte und oftmals auch lokale Künstler*innen  selbst bei den Kunstleihe-Tagen und tauschen sich über Harburgs Kulturszene aus.

In Vorbereitung ist auch eine weitere Kooperation mit Studierenden der Abteilung „arts and change“ der in Harburgs Hafen sitzenden Medical School Hamburg. Hier sind Kurse und Seminare der Kunstvermittlung im Gespräch.

Weiterführender Link: www.sued-kultur.de/kunstleihe

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„Begründete Zweifel“ https://www.tiefgang.net/begruendete-zweifel/ Fri, 29 Mar 2019 23:42:08 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5070 [...]]]> Dem Projekt „3falt“ in der leerstehenden Dreifaltigkeitskirche Harburgs droht das Aus bevor es richtig los ging. Die Initiatoren erklären nun, warum sie sich auf die Vorgänge keinen Reim machen können.

Es müsse ein Konzept vorgelegt werden, die Tragfähigkeit wird nicht reichen oder die Kulturschaffenden müssen „aus dem Quark“ kommen. Vieles steht im Diskurs-Raum rund um das nun erstmal beendete Kulturprojekt „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ und den Initiatoren kommt manches davon recht merkwürdig vor. Darum zeigen sie nun auf, wie es sich bis hierhin zugetragen hat. Merkwürdiges findet sich da in der Tat.

Die Stellungnahme im Wortlaut:
„Das Projekt „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ war ein Projekt, das eine kulturelle Umnutzung der in Harburg seit gut 10 Jahren leerstehenden Dreifaltigkeitskirche auszuloten versuchte. Dies verlief binnen weniger Monate mehr als erfolgreich: vielfältige Kulturveranstaltungen jeglicher Couleur und jeden Genres fanden ein breites und offenes Publikum, ein kultureller Ort der Begegnung entstand und die „3falt“ wurde schnell zu einer neuen Marke Harburgs und zudem für den Hamburger Stadtteilkulturpreis nominiert. Nun muß der Gebäudekomplex wieder komplett geräumt werden, soll eine Firma beauftragt werden und eine Ausschreibung auf den Weg bringen. Vor Frühjahr 2020 wird somit außer Leerstand nichts zu erwarten sein.
Auf der Seite der Kulturschaffenden, die das Projekt 3falt mit hunderten Stunden Ehrenamt stemmten und mehr als nur einen Impuls gaben, was Harburg braucht und in diesem Komplex möglich ist, bestehen begründete Zweifel daran, dass der Bezirk in Fragen der kulturellen Entwicklung des Bezirks transparent agiert, die Kirchengemeinde anderes beabsichtigt als ein Höchstbieterverfahren zum Verkauf des Komplexes und Fragen der Stadtentwicklung bzw. lokalen Relevanz des Gebäudes überhaupt erörtert wurden oder werden.

„Bezirk steht in der Verantwortung“

Insbesondere die Initiative SuedKultur weist ausdrücklich darauf hin, dass der Bezirk umso mehr in der Verantwortung steht, dem hier besonders augenscheinlich gewordenen Bedarf an kulturellen Räumen gerecht zu werden und Abhilfe zu schaffen. Wenn nicht hier – und eine Ausschreibung ist nicht vor Jahreswechsel zu erwarten – dann andernorts!
Um dies zu untermauern, haben wir nun eine Abfolge der Ereignisse zusammengestellt, die im Groben aufzeigt, was der Anlass des Kulturprojektes 3falt war und was nun daraus gemacht wurde.

zur Abfolge:
Im Stadtentwicklungskonzept IEK Eißendorf-Ost findet sich auf Seite 31 der Hinweis:
[…] Die perspektivischen Projekte beschreiben jene Maßnahmen und Projekte, die aufgrund ihrer zu geringen Projektreife noch nicht in den Zeit-Maßnahmen-Kostenplan aufgenommen werden können.
Dennoch sind es Projekte, die das Potenzial besitzen, während der Förderlaufzeit noch die Projektreife zu erlangen, um gefördert zu werden.
Die Dreifaltigkeitskirche wurde bis 2013 als Klangkirche für Konzerte genutzt. Heute stehen die Räumlichkeiten der Kirche trotz der guten innerstädtischen Lage größtenteils leer. Die Erstellung eines Nachnutzungskonzepts für die Kirche könnte eine Maßnahme während des Gebietsentwicklungsprozesses werden, um die mindergenutzten Flächen zu revitalisieren. […]

Dies war Ende 2017 Anlass und Grund genug für Kulturschaffende der Initiative SuedKultur, die seit Jahren Mangel an Räumen für Kunst und Kultur beklagt, sich der einst als „Hamburger Klangkirche“ bekannten Dreifaltigkeitskirche anzunehmen. Denn die einstige Zwischennutzung für Konzerte aus Klassik und Jazz legte nahe, dass eine außergewöhnliche Akustik gute bis sehr gut Bedingungen für vielerlei Kulturaktivitäten lokaler Initiativen böte und zudem durch die zentrale Lage weitere Attraktivität gewinnt und auch den oft beschworenen Brückenschlag ins Hafengebiet inhaltlich beförderte.

„Testbespielung“

So wurde im November 2017 im Quartiersbeirat der Antrag auf „Erkundung der grundsätzlichen Eignung der Dreifaltigkeitskirche (Neue Straße 44 in Hamburg-Harburg) für kulturelle Aktivitäten unterschiedlicher Art mittels „Testbespielung“ und Bewertung der Räumlichkeiten durch Aktive aus dem Stadtteil“ gestellt.
Und dort hieß es zur Zielsetzung:
„Erst einmal geht es uns „nur“ um eine „Testbespielung & Ersterkundung“ im kommenden Frühjahr.
Wenn dabei Mitte 2018 von den Aktiven im Stadtteil am Ende gesagt wird:
„Der Ort hat Charme & Eignung“ und der Eigentümer sich eine diesbezügliche Entwicklung generell vorstellen kann, soll danach (voraussichtlich Mitte 2018) in eine intensive Phase eingetreten werden, wo u.a.
• Nutzungs- und Raumplanung inkl. baulicher Optimierung (Barrierefreiheit, Energie etc.), als auch
• die Entwicklung & Erprobung spezieller Kulturformate im Vordergrund steht.

Am Ende dieser Phase (nicht vor Mitte 2019) soll dann eine belastbare Aussage getroffen werden können,
• ob und wie eine Nutzung der Kirche möglich ist,
• welche etwaigen Anpassungen vorgenommen werden müssten und
• wie unter städtebaulichen Gesichtspunkten ein Interessensausgleich zwischen den verschiedenen Akteuren aussehen könnte.“

Dies war also sowohl der Stadtentwicklungsgesellschaft Steg, der Bezirksverwaltung Harburg als auch der Gemeinde St. Trinitatis bekannt und ist im Antrag an den Quartiersbeirat dokumentiert.

Letzter Versuch?

In Ermangelung von alternativen Angeboten und nach dem ein weiterer Interessent Ende Februar 2018 seine Interessensbekundung zurück gezogen hatte, kamen Eigentümer-Gemeinde, der Verein Stadtkultur Hafen e.V. wie auch die Initiative SuedKultur zu einer Testbespielung überein. Es wurde eine Anhandgabe bis Ende Februar 2019 vereinbart, die den Kulturschaffenden ermöglichte auch Einblick etwa in die Bauakte zu nehmen und die erforderlichen Rahmenbedingungen (Zwischennutzungsbestimmungen zu Brandschutz etc.) auf direktem Wege zu klären.
In der gemeinsam verfassten Presseerklärung ließ Pastorin Sabine Kaiser-Reiß die Bemerkung einfließen: „Das ist der letzte Versuch, eine neue Nutzung für dieses Gebäude zu finden.“

Im Juni 2018 waren bereits einige Grundbedingungen geklärt und noch vor den Sommerferien ein „Tag der offenen Tür“ für alle lokalen Kulturschaffenden initiiert, um sich selbst ein praxisorientierten Überblick über Gebäudestruktur, – zustand und –beschaffenheit zu verschaffen. Es wurde getanzt, gelesen, musiziert, vorgetragen, ausgekundschaftet und diskutiert. Nachfolgend kamen erste konkrete Vorschläge zutage, die konkrete Einzelbespielungen der diversen Räume nach den Sommerferien nach sich zogen. Letztlich wurden es bis Ende Februar mehr als 100 Veranstaltungen verschiedener Kulturgenres aus Sub- und Hochkultur als auch zahlreiche Gespräche mit interessierten Institutionen, Vereinen & Einzelpersonen und VertreterInnen aus Politik & Verwaltung (Senat, Behörde und Bezirk). Neben den über 3.500 BesucherInnen, den über 500 künstlerisch Mitwirkenden wurde das Projekt auch zum Stadtteilkulturpreis Hamburg 2019 nominiert und fand auch in den Medien Hamburg weit Aufmerksamkeit.

Relevanz des Gebäudes

Parallel wurde ein inhaltliches Konzept erarbeitet, das zunächst die vielfältigen Aspekte auch des Gebäudes, seiner Geschichte als einstige Hauptkirche Harburgs an der Elbe, seiner außergewöhnlichen Nachkriegsarchitektur des Ehepaares Spengelins als auch seiner örtliche Relevanz beleuchtete und Ansätze zur Vertiefung bot. Ebenso wurde erarbeitet, was an dringlichen Instandhaltungsmaßnahmen erforderliche wäre, um vordringliche Energieeinsparungen oder Nutzbarkeit aller Räume überhaupt zu ermöglichen. Gespräche mit dem Denkmalschutzamt und auch Bauexperten der Steg, des Vereins Barrierefreies Hamburg, des Stadtmuseums Harburgs und der Hamburger Kreativgesellschaft fortgeschritten, dass Möglichkeiten zum Erhalt des Gebäudekomplexes aber auch zur Mitfinanzierung seiner Instandsetzung sichtbar wurde. Das war Ende September 2018.
Im Oktober 2018 fand ein weiteres Gespräch mit der Stadtentwicklungsgruppe RISE Eißendorf-Ost statt, an dem Vertreter aus Bezirksverwaltung, der Steg und eben der Kulturschaffenden zusammen fanden.
Im Protokoll wurde u.a. festgehalten:
„Ein 6-7-Seitiges Paper mit Grundlagen zur Immobilie sowie ersten Grundüberlegungen zur Überführung der Kirche in eine kulturelle Nutzung haben die Nutzer bereits verfasst. Es liegt dem Fachamt vor.
Ein Konzept bzw. dessen Entwurf liegt bislang noch nicht vor, soll jedoch laut Anhandgabevertrag bis Ende Februar 2019 durch die Nutzer vorgelegt werden.
Frau Knipfer berichtet von einer positiven Stimmung gegenüber dem Projekt im Kulturausschuss, in dem Herr Lintl und Herr Langanke das Projekt kürzlich vorgestellt haben.
Die Anhandgabenehmer wünschen sich vom Bezirk Unterstützung bei der Planungssicherheit.

Konkret wünschen sie sich eine klare Positionierung des Bezirksamtes/der Politik, gegen eine B-Planänderung, um z.B. für die Wohnungsbauwirtschaft attraktiv zu werden.“
Des weiteren wurden weitere notwendige Schritte bis Ablauf der Testphase zu Ende Februar 2019 benannt:
„Für ein Konzept würden bei Herrn Lintl und Herrn Langanke bis Februar weitere umfangreiche Arbeiten anfallen. Ohne eine Finanzierung dieser Konzepterstellung kann dies nicht geleistet werden. Mittel für eine Konzepterstellung und im Weiteren für die Projektentwicklung in Höhe von ca. 40.000 € erscheinen Herrn Lintl und Herrn Langanke angemessen („Angebot“ folgt).“
Auch die Schwachstellen der Konzeptentwicklung wurden klar benannt, da sich bereits abzeichnete, dass die Kirchengemeinde als Verpächterin des Gebäudes ausscheidet.

Auszug aus dem Protokoll vom 10.Okt. 2018:
„Es gibt noch keine endgültig favorisierte rechtliche Konstruktion.
Aus Sicht von Herrn Lintl bedarf es noch rechtliche Unterstützung in Bezug auf steuerliche Belange, was eine mögliche Rechtsform angeht. (Genossenschaft oder Stiftungen wären zwei von vielen Möglichkeiten).
Aus Sicht von Herrn Langanke und Herrn Lintl wäre es von Vorteil, wenn die Kirche Eigentümerin bleibt.
An Kosten fallen u.a. Kaufpreis bzw. Erbbauzins, Betriebskosten und Instandhaltungsrücklagen an.
Eine schrittweise Erhöhung der Zahlungen an die Kirche, falls diese Eigentümerin bleibt, wäre denkbar (von der reinen Zahlung von Betriebskosten im ersten Jahr bis zur Zahlung eines Mietzinses und ggf. schrittweise jährliche Erhöhung).
Herr Lintl spricht eine Landesbürgschaft im Falle einer Kreditaufnahme an.

  1. Verabredungen
    Übermittlung folgender Unterlagen an das Fachamt SR:
    Herr Lintl und Herr Langanke kündigen an, dem Bezirk (SR 3) ein Angebot über Projektentwicklerleistungen (inklusive der Konzepterstellung für die Zeit von Nov. 2018 bis Feb. 2019 zu schicken).
    Ein neuer Termin soll zeitnah gefunden werden.“

Ein Angebot zu einer Projektentwicklung, die bauliche, rechtliche, inhaltliche und stadtentwicklerische Aspekte einbezieht, wurde am 6. November 2018 von Mathias Lintl (Stadtkultur Hafen e.V.), Heiko Langanke (für SuedKultur) und Architekt Carsten Lünzmann eingereicht.

Dubiose Absage

Bis Ende Februar 2019 gab es darauf keine Reaktion, dann die Absage mit der Begründung: „vielen Dank für Ihr Initiativangebot vom 6.11.2018 zur Projektentwicklung „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ zur kulturellen Umnutzung der leerstehenden Dreifaltigkeitskirche.
Der Eigentümer hat über den weiteren Umgang mit dem Objekt noch nicht entschieden. Insofern ist auch noch nicht klar, ob der Eigentümer eine Projektentwicklung wünscht.
Überdies kann ein Auftrag für eine Projektentwicklung nur durch den Eigentümer und nicht durch das Bezirksamt erfolgen.
Ich bitte um Verständnis, dass ich Ihnen aufgrund der beschriebenen Situation aktuell keine andere Auskunft geben kann.“
(Mail vom 22. Feb. 2019)

„kein RISE-Projekt“

Nebenher ergab eine Anfrage zum Gebäudekomplex (Drucksache 20-4439.012 Bezirk HH-Harburg) im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes Eissendorf-Ost Folgendes:
„Frage: Wurde bei der Erstellung des IEK darüber mit der Eigentümergemeinde St. Trinitatis Harburg kommuniziert?
Nein, es gab keine direkten Gespräche mit Gemeindevertretern. Aber Gemeindevertreter sind bzw. waren bereits zum Zeitpunkt der Erstellung des IEKs im Beirat und haben diese Formulierungen mitgetragen.
Sind im Rahmen des IEK Gelder für die Reaktivierung als Klangkirche eingepreist worden und wenn ja, in welcher Höhe und für welche Maßnahmen?
Nein, die Reaktivierung zur Klangkirche war und ist kein RISE Projekt, eine Kostenschätzung hat nicht stattgefunden.
Bestehen derzeit andere Konzepte als die der kulturellen Umnutzung, wie sie die Initiative SuedKultur und der Verein Stadtkultur Hafen e.V. anstreben?
Zur Zeit nicht. Im Übrigen befindet sich das Bezirksamt mit dem Eigentümer im Gespräch über die Nachnutzungsmöglichkeiten.“

15 Minuten

Nun, nach Beendigung der kulturellen Testphase gab es derweil zwei Werkstattgespräche des Bezirksamts HH-Harburg zum Gebäudekomplex. An nur einem davon (am 12. Febr. 2019) waren die Kulturschaffenden beteiligt und zwar in Form einer Einladung, um „über Ihre Erfahrungen mit der Anhandgabe der Dreifaltigkeitskirche berichten (max. 15 Minuten).“

In ihrer Pressemitteilung vom 20. März 2019 wiederum ließ nun die Eigentümergemeinde St. Trinitatis verlauten: „Der Kirchengemeinderat der Ev. – Luth. Kirchengemeinde St. Trinitatis Harburg hat in seiner Sitzung am 12.03.2019 beschlossen, dass ein öffentliches Interessenbekundungsverfahren (IBkV) für die Nachnutzung des Gebäudeensembles Neue Str. 44 (Dreifaltigkeitskirche) durchgeführt wird. Die damit verbundenen Kosten trägt die Kirchengemeinde. Die Bezirksversammlung und das Bezirksamt Harburg, sowie das Hamburger Denkmalschutzamt befürworten dieses Verfahren, das derzeit vorbereitet wird.
Die Kulturinitiative Dreifalt ist informiert und ist aufgefordert, sich im Rahmen des IBkV mit ihrem Konzept zu bewerben.
Eine Nutzung der Kirche während des Verfahrens wird es nicht geben. (Ausnahme: Nutzung als Wahllokal zu Europa- und Bezirksversammlungs-Wahl am 26.05.2019)“

In diesem Zusammenhang sehen wir als Impulsgeber mit dem Projekt „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ folgende Bemerkungen für irritierend oder gar als Indiz dafür, dass eine kulturelle Nutzung weder „ein letzter Versuch“ war, noch generell eine Ernsthaftigkeit besteht, den Gebäudekomplex einer wirklichen kulturellen Nutzung zuzuführen:
· „Die Kulturschaffenden müssen auch aus dem Quark kommen und ein Konzept vorlegen“ (Zitat Holger Böhm, SPD-Bezirkspolitiker, im Hamburger Abendblatt v. 28. Feb. 2019)
· „Das uns vorliegende Konzept der Initiative 3falt ist zwar inhaltlich in Ordnung, aber der Gemeinderat ist nicht überzeugt, dass es auch finanziell nachhaltig wäre“, sagt Pastor Friedrich Degenhardt, „deshalb haben wir uns entschlossen, die Nachnutzung noch einmal öffentlich auszuschreiben. Die Initiative 3falt hat die Möglichkeit sich an dem Verfahren zu beteiligen.“
(Hamburger Abendblatt v. 20. März 2019)

Fazit siehe Stellungnahme zu Beginn.
Mathias Lintl, Heiko Langanke, Carsten Lünzmann

3falt: kulturelle Umnutzung der ehem. Dreifaltigkeitskirche
Neue Str. 44, Hamburg-Harburg
www,dreifalt.info   / http://www.facebook.de/3falt/“

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Die Selbsthilfewerkstatt für Autoren https://www.tiefgang.net/die-selbsthilfewerkstatt-fuer-autoren/ Fri, 29 Mar 2019 23:07:42 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4867 [...]]]> Die Mitglieder des Verlages awsLiteratur vom Kulturverein Alles wird schön e.V. sind ein bunter Haufen schreibbegeisterter Autoren und Autorinnen. Nun stellen sie sich vor.Einige von ihnen lernten sich in der Heimfelder Schreibwerkstatt kennen, wo bei 14tägigen Treffen die Möglichkeit besteht, selbstverfasste Texte vorzulesen und zu besprechen. Der konstruktive Austausch untereinander beflügelte sie und wurde zum Wegbereiter für einen nächsten Schritt in Richtung Selbstverwirklichung in Eigeninitiative.

„Das selbstbestimmte Schreiben wurde in den vergangenen Jahren zu einem festen und immer wichtigeren Bestandteil meines Lebens“, erinnert sich Sonja Alphonso. „Aber ich sah wenig Sinn darin, mich bei Verlagen wie sauer Bier anzubieten“. Selfpublishing, also alles alleine zu machen, war allerdings auch keine Option für sie. Damit stand sie nicht alleine da.

Dann kam Wilfried Abels auf die Idee einer Kooperative, um sich gegenseitig zu unterstützen. Er schlug dem Kulturverein Alles wird schön e. V. vor, einen Verlag zu gründen, der Autoren und Autorinnen zur Seite steht, wenn sie ihren Traum vom eigenen Buch verwirklichen möchten.

Er erklärt: „Unser Fokus liegt darauf, eine Plattform zu bieten und uns gegenseitig bei der Veröffentlichung und Präsentation der jeweiligen literarischen Projekte zu unterstützen. Über den Verein Alles wird schön e.V. stellen wird eine Infrastruktur zur Verfügung, um Bücher zu drucken und für den Buchhandel verfügbar zu machen. Wir haben zwar einen qualitativen Anspruch an die Bücher, aber der bezieht sich bewusst auf die handwerkliche Seite der Texte. Wir wollen nur sehr begrenzt eine inhaltliche Wertung vornehmen und denken, dass jeder Autor und jede Autorin das Recht und die Aufgabe hat, diese Diskussion mit den eigenen Lesern und Leserinnen zu führen. Bei der Präsentation der Bücher auf Lesungen, im Internet und auf Messen unterstützen wir gerne je nach persönlichen Ressourcen.

Die Idee ist, dass sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten an den gemeinschaftlichen Aufgaben des Verlages beteiligt und dafür dann auch die Unterstützung des Verlages bekommt.“

Bisher wurden sechs Bücher veröffentlicht, weitere sind in Planung oder kurz vor der Fertigstellung. Bei der kommenden Suedlese werden je drei Buchprojekte vorgestellt.

Angefangen beim Krimi „Hamburg 4.0“. der einen Blick ins Jahr 2039 wirft, über komisch-nachdenkliche Kolumnen mit dem Titel „Ansichtssache“ und „Lauschgesichter – Blitzlichter“ aus der Vergangenheit, nimmt die Lesung dann wieder Fahrt in Richtung Zukunft auf – mit Büchern, die demnächst erscheinen werden. Erst kommt eine Zeitreise in der S-Bahn, gefolgt von einem Lyrikband, und schließlich endet die Vorschau mit der Geburt eines Drachen (Science Fiction/ Fantasy).

Der Verlag legt bewusst Wert auf Vielfalt

An Ideen und Projekten mangelt es dem Verlags-Team also nicht. Doch weil die Mitglieder berufstätig sind, sind die Ressourcen begrenzt. Um dem guten Zweck zu dienen, engagieren sie sich ausschließlich ehrenamtlich und in ihrer Freizeit.

Im Spätsommer bekam das Verlagsteam Verstärkung. Wilfried Abels, Christoph Nerger, Susann Dettmann, Klaus von Hollen und Sonja Alphonso werden nun von Gisela und Chris Baudy und Wolf Puschmann unterstützt. Es wäre müßig aufzuzählen, wer bisher was gemacht hat, denn alle können und sollen sich einbringen, wie sie wollen und ihre Zeit es erlaubt.

Aufgrund der bis dato gemeinschaftlich fertiggestellten Werke wächst das Know- How in der Gruppe und wird gerne geteilt.

Falls sich jemand von der Idee der „Autoren Selbst-Hilfe-Werkstatt“ angesprochen fühlt, freut sich der Verlag über Unterstützung, beispielsweise auch bei der Öffentlichkeitsarbeit.

aws-literatur.de

Termin:  Sa., 13. Apr, 16h – Verlag awsLiteratur präsentiert neue Veröffentlichungen

Eintritt frei!

Da der ursprünglich im Programmheft angegebene Ort in der leerstehenden Dreifaltigkeitskirche nach neuem Beschluß auch weiterhin leer stehen soll, ist die Veranstaltung in die Räume des Kulturvereins „Alles wird schön“ in der Friedrich-Naumann-Straße 27 in 21075 Hamburg-Heimfeld verlegt worden!“

 

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3falt goes Klassik! https://www.tiefgang.net/3falt-goes-klassik/ Fri, 18 Jan 2019 23:29:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4768 [...]]]> Das Projekt „3falt“ wollte erkunden, ob eine leerstehende Kirche nicht als neuer Ort der Kultur im Süden Hamburgs weiter leben könnte. Tut es, wie das Programm der nächsten Wochen eindrucksvoll zeigt.

Das Projekt „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ in der Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Str. 44 glänzt zum Jahresbeginn mit einer Menge Überraschungen und Hochkultur.

Die ev.-luth. St. Trinitatis-Gemeinde gestattet der Initiative SuedKultur und dem Stadtkultur Hafen e.V. eine vorübergehende Erprobung der leerstehenden ehemaligen Dreifaltigkeitskirche sowie dem angrenzenden Gemeindehaus für kulturelle Zwecke. Ziel der Erprobung ist es, die Räumlichkeiten auf verschiedenste kulturelle Nutzungen hin zu erproben, um allen Kulturschaffenden im Hamburger Süden einen zentralen Ort der kulturellen Vielfalt zu ermöglichen. Die Testphase niegt sich nun Ende Februar dem Ende zu, das Programm aber dreht noch einmal richtig auf.

So findet die „minimal music“ im Januar Einzug in die einstige Hamburger Klangkirche Gotteshaus.

Am Sonntag, den 27. Januar 2019 ab 18 Uhr füllt das minimal music Projekt – Phaze 2.5 das einstige Kirchenschiff mit eben so einem musikalischen Konzept. Der Eintritt ist frei. Spenden sind aber sehr willkommen.

Das Projekt stammt von Schülern und Dozenten der Musikschule Glückstadt und des Detlefsengymnasiums Glückstadt, die ein Konzertprogramm mit minimal music präsentieren. Einem Genre, das in den 1960-er Jahren in den USA entstand und zu den herausragenden musikalischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts gezählt wird. Als Grundprinzipien stehen hier Reduktion und Repetition im Vordergrund. Das Publikum erwartet ein Abend mit pulsierenden Rhythmen, zusammengesetzt aus vielfach wiederholten Klangteilchen, die durch Schichtung oder kanonische Führung ein Kaleidoskop von Farben und Strukturen entfalten. Auf traditionellen Instrumenten gespielt, vereinigt minimal music die Spielhaltung neuer klassischer Musik mit der des Jazz, verarbeitet afrikanische wie asiatische Einflüsse und erinnert manchmal an akustischen Psychedelic-Rock.

Projekt minimal music

„Ein hochintensives Klangerlebnis“ titelte das Hamburger Abendblatt im März 2018 über das Projekt, „eine ganz neue Klangfarbe“ freute sich die Glückstädter Fortuna.

In eingespielten Videosequenzen kommen zudem die Komponisten zu Wort und geben kurze Einblicke in ihr Denken und wichtige Aspekte ihrer Arbeit. Es werden Stücke von Philip Glass, David Lang,

Marc Mellits, Arvo Pärt und Steve Reich gespielt.

 

Donnerstag, den 7. Februar 2019 geht es um 20 Uhr gleich weiter mit einem Winterkonzert von SymphonING, dem Symphonieorchester der TUHH. Eintritt 10 €, erm. 5 €. Tickets ab 19 Uhr an der Abendkasse.

Und das steht auf dem Programm:

  • Darius Milhaud – Le Boeuf Sur Le Toit
  • Georg Friedrich Händel – Auszüge aus der Feuerwerksmusik, HWV 351
  • Arnold Schönberg – A Survivor from Warsaw
  • David Orlowsky – Juli
  • John Williams – Filmmusik aus „Schindler’s List“

Die Solisten sind: Gregor DuBuclet – Rezitativ / Frank Meiller – Klarinette / Adam Zolynski – Violine / Dirigent: David Dieterle

Link: www.tuhh.de/goes-music

Am Samstag, den 9. Februar 2019 wird es dann ab 20 Uhr „stimmgewaltig“.

Gleich 4 Chöre singen Lieder aus 4 Epochen als Gemeinschaftskonzert in und für das Projekt „3falt“. Dabei sind:

Harburger Kantorei

Die Harburger Kantorei wurde im Jahr 1960 als Jugendkantorei gegründet. Die Kantorei ist schon lange erwachsen geworden und zählt mittlerweile über 120 Sängerinnen und Sänger. Mit dieser Stärke ist sie der größte A-Cappella- und Oratorienchor in Hamburgs Süden und hat unter Leitung von Werner Lamm im Laufe der Jahre das gesamte oratorische Kernrepertoire aufgeführt, inklusive aller großen Werke Bachs und Mozarts.

www.harburger-kantorei.de

singAsong

A-cappella geht ins Ohr. Wir sind begeisterte Sängerinnen und Sänger zwischen 18 und 50 Jahren und singen anspruchsvolle Arrangements aus Pop, Rock und Jazz (4-, 5- und 6-stimmig) unter der Leitung von Carsten Creutzburg. Von Oldies bis hin zu aktuellen Songs aus den Charts ist nichts vor singAsong sicher

www.popchor-singasong.de

Harburger Frauenchor

Heute besteht Harburger Frauenchor von 1984 aus 25 aktiven Sängerinnen und 10 fördernden Mitgliedern. Seit September 2015 liegt die Chorleitung in den Händen von Liliya Mazur. Es gibt nichts, was wir nicht singen. Klassik und Operette, Musical- und Walzermelodien, Volks- und Seemannslieder, Popsongs und Gospels. Wir singen hoch- und plattdeutsch, englisch, französisch und auch mal afrikanisch.

www.harburger-frauenchor.de/zur-geschichte

Motte-Chor

Der Motte Chor singt seit mehr 20 Jahren mit mehr als 30 Sängerinnen und Sängern, die schönsten deutschen Schlager der letzten 100 Jahre. Die Chorleiter Natalie Kopp und Axel Pätz, texten, arrangieren und komponieren dem Chor die Lieder förmlich „auf den Leib“. Ob Rökk oder Regener, Zarah Leander oder Lindenberg, Rio Reiser oder Achim Reichel, vor keiner*em machen wir halt.

www.diemotte.de/de/kurs/motte-chor

Einlass 19:30 Uhr. Eintritt 15 €, erm. 5 €. Tickets an der Abendkasse.

Am Samstag, den  23. Februar 2019 gastiert dann ab 20 Uhr die Sinfonietta nova Hamburg.

Die Sinfonietta Nova Hamburg wurde von befreundeten Hamburger Musiker*innen um den Dirigenten Istvan Horvath gegründet. Seit 2016 leitet David Dieterle das Ensemble, das sich vor allem durch seine außergewöhnlichen Programmideen auszeichnet. Symphonische Werke in fast kammermusikalischer Besetzung werden mit Neuer Musik und Werken der historischen Aufführungspraxis in Verbindung gesetzt und mit literarischen Texten zu einem Gesamtkunstwerk vereint. Mit speziell für Schüler entwickelten und von der Hamburger Kulturbehörde geförderten Education-Konzerten begeistert die Sinfonietta Nova auch das junge Publikum.

Und zu diesem Konzert wurde das Thema „Tageszeiten“ gewählt und so unternimmt das Orchester mit dem Publikum eine Tagesreise vom Morgen bis in die Nacht.

Das Programm:

  • Joseph Haydn Le Matin, Le Midi, Le Soir (Auszüge)
  • Franz Von Suppé Ein Morgen, Mittag, Abend In Wien
  • Jean-Philippe Rameau Les Indes Galantes (Auszüge)
  • Edvard Grieg Morgenstimmung (Peer Gynt Suite)
  • Claude Debussy Prélude À L’àprès-Midi D’un Faune
  • Charles Ives Central Park In The Dark
  • Sting Moon Over Bourbon Street
  • Arturo Márquez Danzon Nr. 2

Leitung David Dieterle; Rezitation / Gesang Gregor Dubuclet; Violoncello Ruben Meiller

Eintritt 10 €, erm. 5 €. Tickets an der Abendkasse.

Und Hamburg hat endlich eine Kunstleihe!

Kunstleihe? Andernorts heißen sie auch Artotheken und sind – ganz wie Bücherhallen und

Bibliotheken – Orte, an den man sich Kunst leihen kann. So will die Kunstleihe Hamburg-Harburg jedem die Möglichkeit bieten, Kunst ganz nah zu begegnen. Anders als im Museum wird Kunst hier anfassbar, man kann sie ausleihen, mit ihr leben und eigene, ganz persönliche Erfahrungen machen.

Gefällt es nicht, gibt man es frühzeitig zurück. Gefällt sie einem, begleitet sie einen für ein Vierteljahr. Dann kann man sich das das nächste Werk leihen. Also machen Sie sich ihr eigenes Bild im doppelten Sinne. Da wir erst am Anfang stehen, haben wir noch keine breiten und regelmäßigen Öffnungszeiten. Wohl aber den Sonntag, 27. Januar von 12-17 Uhr und auch am Sonntag, den 3. Februar von 12-17h. Schauen Sie doch rein!

Zudem gibt es auch in 2019 wieder Kunstwerkstätten.

mittwochs | 17– 18:30 Uhr: Kreativ Kunst – offene Kunstwerkstatt für werdende Mamas

(mit und ohne künstlerische Vorkenntnisse)

Leitung: Anne Flad

Du möchtest dich an einem Bild deines Ultraschallbildes ausprobieren, einen Gipsabdruck deines Bauches oder den ersten Body für dein Baby bemalen? Du wünschst dir Unterstützung für dein ganz eigenes Bild oder Tonplastik zur Ankündigung oder zur Geburt – oder hast gar einen ganz anderen konkreten Wunsch? Du wünschst dir eine Zeit, in der du zur Ruhe kommen kannst und in der du dich ganz ohne Druck und Erwartungshaltung ausprobieren kannst?

Ich freue mich, dich bei deinem eigenen kreativen Schaffen während deiner Schwangerschaft zu begleiten!

donnerstags | 18 – 19:30 Uhr: offene Kunstwerkstatt für Erwachsene und

Jugendliche ab 14 Jahren

(für Anfänger*innen und Fortgeschrittene)

Leitung: Anne Flad

In dieser offenen Werkstatt steht die Freude am Ausprobieren, Experimentieren, am Entdecken, am Entwickeln und das freie Gestalten eigener Arbeiten im Vordergrund – inklusive der Überwindung der nicht selten vorhandenen Hemmschwelle vor der „weißen Leinwand“. Ein Raum ohne Erwartungshaltung und ohne Druck, in dem ausprobiert und sich ausgetauscht werden kann und dadurch die eigenen künstlerischen Fähig- und Fertigkeiten entdeckt und ausgebaut werden können – um die eigene Leidenschaft weiter zu verfolgen oder schlicht und einfach als Ausgleich für Arbeit / Schule und Alltag. Ob (Acryl-) Malerei, Zeichnung, Stencils (Schablonengraffiti), Schriftgestaltung, Tonplastiken – in dieser offenen Werkstatt wird Gelegenheit gegeben mit verschiedensten Techniken und Materialien zu arbeiten, um die eigenen Neigungen zu entdecken und zu verfolgen.

Weitere Infos anneflad.com/kurse; Anmeldung unter: info@anneflad.com

Das gesamte Programm als Download: www.sued-kultur.de

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„Neues Zentrum machbar!“ https://www.tiefgang.net/neues-zentrum-machbar/ Fri, 11 Jan 2019 23:58:10 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4742 [...]]]> „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ – das Projekt zur Erprobung einer kulturellen Neu- bzw. Umnutzung der einstigen Harburger Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße – geht zuversichtlich ins Jahr 2019. In der Pressemitteilung hierzu heißt es:

„Obwohl die Probephase der Initiative SuedKultur sowie des Stadtentwicklungsvereins Stadtkultur Hafen e.V. noch nicht beendet ist, zeigt sich für alle Beteiligten: eine Neunutzung als genreübergreifendes Kulturzentrum von und für die Harburger Kultur ist nicht nur möglich sondern heiß begehrt.

Mathias Lintl vom Verein Stadtkultur Hafen e.V.: „Es ist unglaublich, was an verschiedenen Formaten in diesen Räumen alles möglich ist. Auch wenn unsere derzeitigen Möglichkeiten  derzeit aufgrund des Zustandes des Gebäudekomplexes recht eingeschränkt sind, ist die Nachfrage und der Ideenimpuls für diesen Gebäudekomplex enorm hoch. Konzerte, Kino, Theater, Tanz, Kunst, Begegnungen und Kurse jeder Art –  es scheint kaum etwas zu geben, was nicht schon angefragt oder erprobt wurde. Und es zeigt sich: Harburg fehlt genau so ein Zentrum, in dem man unwillkürlich aufeinander trifft und Neues entwirft.“

3falt bei der Music-Night.

Heiko Langanke, Projektleiter der mittlerweile ins zwölfte Jahr gehenden Initiative SuedKultur, der mittlerweile rund 50 Kulturinstitutionen des Süderelbe-Raumes angehören: „Ein kulturelles Haus der Vielfalt steht schon lange auf der Agenda der SuedKulturler. Mit der „3falt“ kommt auf einmal ein Ort mit konkreten Räumen in greifbare Nähe. Und ob es nun Hoch- oder Subkultur ist, von Literatur über Tanz und Theater, Film oder Konzerten – es entsteht beinahe zwangläufig ein spannendes Programm für alle Kulturneugierigen. Und aktuelle Themen wie Integration oder Inklusion kommen ganz nebenbei zur Verwirklichung. Es müsste eben ein wenig am Gebäude getan werden.“

Doch noch mal zur Entwicklung:

Ausgangslage:

Als es Ende Nov. 2017 die ersten konkreten Gespräche mit der Eigentümergemeinde Trinitatis Harburg über eine kulturelle Erprobung der Dreifaltigkeitskirche gab, um über eine mögliche Weiternutzung des Gebäudekomplexes zu diskutieren, war die Gemeinde noch in Verhandlungen mit einem interessierten Investor. Dieser hatte ein Angebot abgegeben und erbat bis Ende Februar 2018 Bedenk- & Prüfzeit. Nachdem aber auch diese Interessensbekundung zurückgezogen wurde, kamen erste konkrete Gespräche über eine kulturelle Testphase zustande. Ende April 2018 schließlich wurde es konkret und der Kirchenkreis HH-Ost erarbeitete eine Vereinbarung in Form einer Anhandgabe, die dann zum Mai von den Parteien Trinitatis-Gemeinde Harburg, dem Verein Stadtkultur HH e.V. und der Initiative SuedKultur unterzeichnet wurde und eine Probe- und Erkundungsphase bis Ende Feb.2019 vorsieht.

Zum Juni 2018 kam es schließlich zur Schlüsselübergabe und erstmaliger In-Augenscheinnahme des  Komplexes. Kurz vor den Sommerferien.

Jazz-Duo Jakubowsky / Bahlmann am 2. Nov. in der 3falt.

Um zumindest eine erste Einschätzung aller bei SuedKultur zusammengeschlossenen Kulturschaffenden vornehmen zu können, wurde kurzerhand eine Art „Kulturtag“ am 14. Juni anberaumt. Dort fanden Lesungen, verschiedene Konzerttests, Tanz- & Theaterproben statt, die auch der Öffentlichkeit zugänglich waren aber vor allem den Kulturschaffenden einen ersten Eindruck über die Möglichkeiten einzelner Räume und ihrer Beschaffenheit gaben. Schon hier war das Fazit durchweg positiv: erste konkrete Ideen wurden notiert, diskutiert und erarbeitet und sollten dann in Einzelformaten nach den Sommerferien konkreter erprobt werden.

Erste Problemstellungen wurden auch schon erkannt wie etwa Brandschutzpläne, eingeschränkte Erprobungen durch mangelnde Kenntnis über die bestehenden Denkmalschutzauflagen aber auch fest installierte Kirchenbänke oder veraltete Strominfrastruktur, nötiger Schwingboden im Tanz- & Theaterraum etc.pp.

Ab September dann startete nach und nach eine Art „Programm“: am Tag des offenen Denkmals zeigte der Publikumsverkehr großes Interesse am Gebäude sowie dem Architektenehepaar Spengelin, das sich für den Nachkriegsbau verantwortlich zeichnete und auch der Harburger Stadtgeschichte. Denn bis 1944 war der vorherige Kirchenbau auch Hauptkirche von Harburger an der Elbe und Wilhelmsburg. Also ein durchaus relevanter Standort.

Die Ausstellung „wir in Harburg“ dann offenbarte erste Möglichkeiten für breiter angelegte Kunstdarstellungen. Kunstkurse in den Außenbereichen  und im Gemeindehaus verdeutlichten die neuen Möglichkeiten für viele Kreative, denen es an (zentral gelegenem) Raum im Bezirk mangelt.

Der erste Harburger Comic-Kulturtag aber auch die Tanz- & Theaterproben verwiesen auf mögliche neue Kulturformate und –angebote, die durch großzügigere Räume überhaupt erst möglich wurden. Die SuedKultur Music-Night wie auch der Harburger Kulturtag verdeutlichten den großen und sofortigen Zuspruch beim lokalen Publikum und den Raumbedarf bestehender lokaler Akteure. Ein Konzert zweier indischer Musiker offenbarte die spirituelle Ruhe, ein nachfolgendes Jazz-Duo und auch eine öffentliche Probe eines lokalen Kammerorchesters unterstrich die außergewöhnliche Klangstruktur des Kirchenschiffes.

Reges Interesse an ´70 Jahre Grundrechte` …

Im Verlauf des Herbstes wurden auch Formate erprobt, die im Süden Hamburgs selten sind oder auch nicht über den nötigen Raum verfügen. So wurden verschiedene Kino- und Film-Formate ausgetestet aber auch ein Adventsmarkt und die Größe von Leinwandfläche und die Möglich-keiten der Raumgestaltung samt Filmdarstellung mit Rückprojektion überraschten positiv.

Parallel wurde eine Online- aber auch Print-Werbeplattform geschaffen, von der alle einzeln erprobenden Akteure profitierten und zugleich für das interessierte Publikum eine Programm entstand, das an Vielfalt und Spannjung schnell seinesgleichen im Bezirk suchte. Auch hier zeigten sich schnell Synergien und vor allem eine mediale Wahrnehmung durch die inspi-rierende Unterschiedlichkeit der Programmpunkte. Ob Hoch- oder Subkultur, ob Kunst oder Musik, Tanz oder Theater ob für Jung oder Alt – die Programmfacetten selbst beeindruckten und verdeutlichten zugleich, dass hier ein kulturelles Vakuum gefüllt wird.

Zudem erweisen sich die Netzwerkstrukturen der lokalen Initiative SuedKultur als durchaus stabil, da für die Tests notwendige technische Infrastruktur problemlos und schnell zur Ver-fügung gestellt wurde: eine bereit Unterstützung aller Mitgliedsorganisationen für das Modell-projekt konnte aufgebracht werden und Hilfestellungen etwa bei GEMA- und Filmrechte-Anforderungen, Catering, Fachwissen wie Spielstättenverordnung, Brandschutz, Barrierefreiheit oder Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gingen schnell und sachkundig in verschiedene und kompetente Hände. Ob Marias Ballroom, die Akademie für Musik und Kultur, das Stadtmuseum Harburg, die Geschichtswerkstatt, das Kulturhaus Süderelbe, das Stellwerk oder der Irish Pub Old Dubliner  – wo Hilfe gebraucht wurde, war Hilfe da.

Das Projekt ´Artothek` im Rahmen des 3falt-Kulturtages Mitte Juni 2018. (Foto: Jürgen Drygas)

Und bei aller Improvisation in der technischen und logistischen Infrastruktur zeigte sich bei fast allen Akteuren, dass hier künftig noch viel mehr möglich ist. Terminanfragen häuften sich frühzeitig bis weit ins Jahr 2019 hinein. Und dabei sind hier nur die kulturellen Anfragen und keine durchaus unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten verwertbaren Anfragen  (Bezirksamtswahlen, Jahrestag Eritraergemeinde, Techno-Party-Veranstalter, Firmeneventanfragen, Raumnutzungs-anfragen z.B. Verbraucherschutzverein oder DRK).

Die Nachfrage an Raum ist für die Beteiligten daher unstrittig. Die Planungen in die kalten Winterzeit hinein bei völlig unklaren Erwartungen an anstehende Betriebskosten bzw. Möglich-keiten der Beheizbarkeit etc. konnten das Potenzial dabei nicht mal in Ansätzen ausloten.

Aber: das Gebäude ist in eben einem Zustand, der einer ersten Herrichtung bedarf, um über-haupt umfangreich nutzbar zu sein. Kaputte Fensterisolierungen, verdreckte Heizschächte, ver-altete oder schadhafte Beleuchtungseinrichtungen, die eingeschränkte Nutzbarkeit der WCs oder der Stromleitungen stehen dem ebenso im Weg wie unklare Bedingungen über künftige Eigentumsfragen oder auch mögliche nutzbare Raumkapazitäten.

Ganz nebenbei erlebten die Akteure, dass sich durch den langen Leerstand des Gebäudekom-plexes eine starke Vermüllung im Umfeld, teils Drogenhandel und Szenetreffs in den nicht ein-sichtigen Bereichen eingebürgert hatten. Seit der regelmäßigen Reinigung aber auch der häuf-igen Nutzung des Gebäudekomplexes tags wie abends ließen diese Effekte relativ rasch nach.

Und so sehen die Akteure die im Konzept zur Stadtteilentwicklung angedachte „Reaktivierung der ehemaligen Klangkirche Hamburgs“ als mehr als realistisch.

„Auch dass Räume nicht gratis zu haben sind, ist allen beteiligten völlig klar. Einnahmen aus rein kultureller Nutzung im obersten fünfstelligen Bereich sind realistisch. Es müssten nur mal Nägel mit  Köpfen gemacht werden“, so Heiko Langanke zur Planungslage im Hintergrund.

Dabei geht es vor allem darum, dass die Gemeinde Trinitatis signalisiert hat, das Gebäude nicht weiter im Besitz behalten zu wollen. Wohl aber das Grundstück. Bisher gab es einige Gespräche mit der Stadtentwicklungsgesellschaft STEG und Bezirksmitarbeitern, um auch über Möglichkeiten im Rahmen des RISE-Stadtentwicklungsprogramms Eissendorf-Ost zu erörtern, konkrete Ergebnisse aber ließen auf sich warten.

Aber auch der eingebundene Harburger Architekt Carsten Lünzmann, der jüngst mit der Neugestaltung des Eingangsbereichs zum Harburger Stadtpark sowie der dortigen Freiluft-Bühnengestaltung auffiel, ist zuversichtlich: „Die Auflagen des Denkmalschutzamtes sind für dieses Projekt keine Belastung sondern eher bereichernd, da beiderseits die sakrale Baukunst der Architekten Spengelin, das Ineinandergreifen von Baustilen über fast vier Jahrhunderte sowie die zentrale Stadtgeschichte Harburgs immer auch Kulturthemen sind, die inspirieren aber auch neue Inter-pretationen ermöglichen. Dass eine Kirche natürlich anders beheizt wird als eine Konzerthalle,  eben so nicht über Barrierefreiheit und Sanitäranlagen nach heutigem Standard verfügt, ist ebenso logisch wie aber heutzutage mit Solardächern und Wärmedämmung ganz andere Möglichkeiten bestehen, kostensparend solche Gebäude zu betreiben.“ Fördermöglichkeiten aber seien da.

Filmprojekt „Newcomers“ samt Gespräch …

Und was erwartet die Harburger in 2019?

  • , 13. Jan, 14h Plattenverkostung
  • , 18. Jan., 20h ´Gutes Theater` spielt: “KUNST” (von Yasmina Reza)
  • , 19. Jan. 19h Waldinsel Exil Konzert
  • , 27. Jan., 18h minimal music – Projekt – Phaze2.5
Projekt minimal music
  • , 07. Feb., 20h Klassik – SymphonING Winterkonzert
  • , 8. Feb., ab 18h Welcomefest zum Pfadfinder-Sängerwettstreit am 9.2.
  • , 09. Feb., 20h Chorfestival: stimmgewaltig
  • , 10. Feb., 14h Plattenverkostung
  • , 22. Feb., 19h Filmabend zur Pflegesituation an Hamburger Krankenhäusern
  • , 23. Feb., 19h Klassik: sinfonietta nova

 Detailinfos unter: http://www.sued-kultur.de/?cat=57

Gefördert wird 3falt u.a. vom Fonds Soziokultur, Saga Stiftung Nachbarschaft, dem Beirat der Integrierte Stadtteilentwicklung Harburg Innenstadt / Eißendorf-Ost und der Bezirksversammlung Harburg.“

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KUNST zum Lachen https://www.tiefgang.net/kunst-zum-lachen/ Fri, 11 Jan 2019 23:17:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4734 [...]]]> Die Französin Yasmina Renz landete in den 90er mit dem Theaterstück ´KUNST` einen Welterfolg. Nun kommt es in Harburg auf die Bühne und verspricht geistreiche Einsichten.

»Kunst« ( im franszösischen Originaltitel: « Art ») ist ein Theaterstück der französischen Autorin Yasmina Reza. Es wurde 1994 in Paris erstmals aufgeführt und wurde alsbald zu einem Welterfolg, erhielt mehrere Preise und wurde derweil in über 40 Sprachen übersetzt. Die Theatergruppe „Gutes Theater“ führt es nun am Freitag, den 18. Januar um 20h in der „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ auf und besser könnte es kaum passen.

Denn die ehemalige Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße 44 wird gerade auf eine mögliche kulturelle Umnutzung hin erprobt und eine Theateraufführung war bisher noch nicht Bestandteil des Programms. Aber auch das Stück „Kunst“ passt inhaltlich kaum besser ins Konzept der „3falt“, da hier alle Kulturgenres ein Zuhause finden sollen und für die Bildende Kunst gar bald eine Kunstleihe an den Start geht. Die Diskussion um den Umgang mit Kunst kommt da also im Grunde gerade recht.

Aber worum geht es bei „KUNST“? Um eine langjährige Freundschaft dreier Männer, die durch ein Bild auf die Probe gestellt wird. Denn einer hat ein „weißes Bild mit weißen Streifen“ für sage und schreibe 200.000 Francs gekauft und verteidigt sich und seine Entscheidung zum Kauf. Ein Zweiter attackiert ihn und der Dritte versucht letztlich zu vermitteln. Die langjährige Freundschaft des Trios gerät ins Wanken.

Eine brillante Komödie  zum Lachen; die auch das Lachen zum Thema hat. Die Autorin: „Das Drama von „Kunst“ ist ja nicht, dass Serge das weiße Bild kauft, sondern dass man mit ihm nicht mehr lachen kann.“ Und ergänzt: „Die Geschichte ist mir passiert mit einem Freund, der ein weißes Bild gekauft hat. Er ist Dermatologe, und ich habe ihn gefragt: ‚Wieviel hast du dafür bezahlt?‘ Und er hat geantwortet: ‚Zweihunderttausend Francs.‘ Und ich brüllte vor Lachen. Er allerdings auch. Wir sind Freunde geblieben, weil wir lachten. Als er das Stück las, lachte er auch. Es hinderte ihn nicht daran, sein Bild weiterhin zu lieben.“

Hätten Sie gewusst, wie viele Werke des zeitgenössischen Künstlers Antrios derzeit im Pariser

Centre Pompidou ausgestellt werden? Vier. Die jetzige Gruppe „Gutes Theater“ (ehem. „Kurz vorm Durchbruch“) erzählt nun in seiner aktuellen Produktion nach Yasmina Rezas Stück „Kunst“ von diesen drei Freunden, die sich entzweien über die Einzigartigkeit des Bildes „Weiße Linien auf weißem Grund“. Und als Arbeitsmotto titulieren sie es mit „Vorsicht! Schauspiel-Kunst in der 3falt.“

Aber zur Entwarnung: es ist eine Komödie! Mit bissigem Tiefgang über mangelnden Humor und das mögliche Ende einer wunderbaren Freundschaft. Denn Kunstkenner wussten es natürlich schon: den Maler Antrios gibt es im echten Leben natürlich gar nicht.

»Kunst« („Art“) ist nach „Gespräche nach einer Beerdigung“ (1988) und „Reise in den Winter“ (1990) das dritte Bühnenwerk von Yasmina Reza. KUNST das weltweit meistgespielte, neuzeitliche Theaterstück.

Yasmina Reza (Jahrgang 1959, geboren in Paris) begann ihre künstlerische Laufbahn als Schauspielerin, wurde aber vor allem als Autorin von Theaterstücken, Romanen und Drehbüchern bekannt. Ein weltweites Publikum erreichte sie auch mit ihrem Stück „Der Gott des Gemetzels“, das 2011 von Roman Polanski mit Jodi Foster, Christoph Waltz, Kate Winslet und John C. Reilly verfilmt wurde.

Die Jeanne wird von Ute Olk gespielt. Ute lebt und arbeitet in Harburg. „Die Inspiration lauert überall“ ist ihr Credo. Ute schreibt Gedichte, die sie auch veröffentlicht. Aktuell ist ihr Lyrikband „WortMetz“ im Engelsdorfer Verlag erschienen. Bereits das morgendliche Staubkörnchen kann sie in lyrische Hochstimmung versetzen. Ihre Gedichte rezitiert Ute facettenreich und mit musikalischer Begleitung vor wachsender Fangemeinde immer wieder an stimmungsvollen Abenden in der Harburger Kulturszene.

Bernd Janeke spielt den Yvan. Bernd lebt in Heimfeld und arbeitet in Hamburg. Er hat erfolgreich ein Studium der Religionswissenschaften abgebrochen, singt aber noch im Gospelchor und zieht Inspiration aus Fakten, deren unterhaltsamer Chronist er im Alltag und in den Produktionstagebüchern der Theatergruppe ist. Musikalische Eigenkompositionen schlummern haufenweise in seinen Schubladen. Zum Veröffentlichen hat er sich aber noch nicht hinreißen lassen.

Regisseur Fernando Zietek gibt den Serge. Fernando ist Heilpraktiker, lebte früher in Argentinien, wurde aber in Brasilien zum Schauspieler geboren. Und inspiriert seither alle Menschen um ihn herum zum Spielen in der Öffentlichkeit. Auf allen möglichen Bühnen in und um Hamburg, zuletzt am Kellertheater und der Kulturwerkstatt Harburg. Das ist eine sehr schöne Arbeit. Und Erfüllung genug.

Der Eintritt zum KUNST-Erlebnis am 18. Januar in der 3falt; Neue Straße 44, 21073 HH, beträgt 10,- € pro Kennernase betragen.

Weiterführend siehe auch das Interview auf ´Tiefgang` mit Fernando Zietek.

 

 

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„Nicht vom aber für´s Theater leben!“ https://www.tiefgang.net/nicht-vom-aber-fuers-theater-leben/ Fri, 11 Jan 2019 23:13:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4729 [...]]]> Theatermacher haben bisher in Harburg wenig Aufmerksamkeit erhalten. Dabei ist hier einiges los. Wie aber steht es um die Theaterszene in Harburg und Hamburg abseits der bekanten Bühnen? Wir haben mal Regisseur und Mitglied der Gruppe „Gutes Theater“ Fernando Zietek gefragt. Und manches erstaunt …

Tiefgang (TG): Wie bist Du selbst zum Theater gekommen?

Fernando Zietek: Durch Geburtsrecht. Ich bin Einzelkind, in Brasilien der frühen 60er geboren. Meine Eltern sind damals klassische Auswanderer gewesen, immer damit beschäftigt, sich zu finden und zu behaupten. Ich war ein Kollateralschaden ihrer Selbstverwirklichung. Um Aufmerksamkeit musste ich schreien – und hab früh damit angefangen. Das macht eine kräftige Stimme, ab Grundschule stand ich damit auf der Bühne. Papa wollte, dass ich „was Kaufmännisches“ mache oder ins Hotelfach gehe. Schon aus Trotz bin ich auf der Bühne geblieben. Und irgendwann dann lieber dahinter.

TG: Du bist Theaterregisseur? Was macht man da so?

Fernando Zietek: Von der Geburtsvorbereitung bis zur Rente betreust Du als freier Theatermacher Dein „Baby“. Du suchst das Stück aus oder schreibst es selbst. Und dann bringst Du es bis zur Premiere zum Laufen. Ich hab in New York gelernt und dann das ganze Hamburger Umfeld beackert. Von der Markthalle in die Ammersbeker Provinz, zurück nach Hamburg ans Kellertheater und irgendwann über die Elbe rüber nach Harburg.

TG: Die Gruppe „Gutes Theater“ gibt es seit sechs  Jahren. Wie und wo habt ihr euch zusammen gefunden?

Fernando Zietek: Meine Tochter ist Musikerin. Bei einem Auftritt hier in einem Pub um die Ecke von der 3falt lungerten in der Pause heimatlose Schauspieler vor der Tür rum. Wir fanden uns gut und haben eine gemeinsame Spielstätte gesucht. Die hat uns Marita Schillerwein in der Kulturwerkstatt geschaffen. Damals spielten wir noch unter dem Namen „Kurz vor’m Durchbruch“…

TG: Zusammen mit der Gruppe „Rampenrudel“ arbeitet ihr zur Zeit an einem größeren Stück „der kleine Horrorladen“. Was hat es damit auf sich?

Fernando Zietek: Das Rampenrudel macht komplett anderes Theater als wir vom „Guten“. Puppentheater mit Tanz und Musik im Gegensatz zu unserem klassischen Ansatz. Wir haben fusioniert und das beste beider Welten sollte ins erste gemeinsame Projekt einfließen. Für diese Symbiose hat sich der „Horrorladen“ förmlich aufgedrängt. Schwarzhumoriges Theater mit tollen Songs. Ein Grusical.

TG: Hamburg gilt gemeinhin als Theaterstadt mit gut 60 öffentlich-geförderten und Privattheatern wie dem Harburger Theater. Aber wie steht es um die freie Szene?

Fernando Zietek: Die Freien sind lebendig und wohlauf. Sie müssen oft mit Guerilla-Methoden arbeiten, aber die Fangemeinde ist zigfach anhänglicher und neugierige rals die Abonnenten im Frack. Als freie Bühne bist Du meistens wirklich frei. Vorausgesetzt, Du kriegst es irgendwie finanziert…

TG: Und was ist nun gut und was ist schlecht?

Fernando Zietek: Wir haben alle noch unsere normalen Jobs auf Lohnsteuer im Callcenter, als Sozialarbeiter oder hinter der Theke. Heißt: wir leben nicht vom Theater, aber für’s Theater. Das ist gut, weil es pure Leidenschaft ist. Und keiner quatscht uns rein. Wenn Filmemachen, Malen, Tanzen, Musik oder eben Theater machen nicht profitorientiert sein muss, ist das gut! Manchmal auch frustrierend, aber Profis erleben den gleichen Frust. Jetzt nicht die Handvoll Ensemble-Schauspieler oder Grimme-Preisträger. Sondern die Abertausenden, die sich von Engagement zu Engagement hangeln. Das sind auch alles Freiberufler ohne Netz und doppelten Boden. Artisten unter der Zirkuskuppel. Blöd nur, dass freie Gruppen oftmals nicht mal ne Kuppel überm Kopf haben. Wenn die Kirche hier in der Neuen Strasse tatsächlich ab März eine feste Einrichtung als Kulturzentrum wird, ist das Hauptproblem vieler freier Künstler in Harburg gelöst: eine faszinierende Spielstätte zu finden, die man sich leisten kann.

TG: Gibt es denn Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Städten oder Metropolen?

Fernando Zietek: Die Theatergemeinde in Hamburg ist unschlagbar, vergleichbar nur noch mit Berlin, was die Spannung und die Vielfältigleit angeht. Aber je besser Du eine Stadt kennst, umso mehr wirst Du entdecken. Bremen zum Beispiel hat ordentlich was zu bieten. Und es gibt jede Menge tolle Amateurbühnen außerhalb, die einfach saugutes Theater zeigen. Weiss nur meistens keiner, außer die Nachbarn.

TG: Und Harburg?

Fernando Zietek: Noch ziemlich ruhig hier. Wir müssen uns erst behaupten, ehe man uns für voll nimmt. Aber wir arbeiten ja dran… (lacht)

TG: Auf wie viele Theatermacher würdest Du denn die Harburger Szene schätzen?

Fernando Zietek: Ne Handvoll? Ne Kinderhand?

TG: Was kann Harburg gebrauchen – auch zur weiteren Entwicklung der Theaterszene?

Fernando Zietek: Ein aufregendes Zentrum für Kreative. Kreative, die nicht nur vor sich herpuzzeln wollen, sondern ihr Publikum richtig packen können. Ein Publikum, das gutes Entertainment annimmt. Entertainer, die Aufmerksamkeit schaffen und Harburg zu guten Schlagzeilen im Abendblatt verhelfen.

TG: Und was wünscht man sich dann als freier Theatermensch – außer Geld?

Fernando Zietek: Eine Politik im Stadtteil, die unbürokratisch, interessiert und aufgeschlossen mutige Entscheidungen zu treffen vermag. Und Publikum. Die Leute müssen halt kommen, sonst nützt das beste Schauspiel nix. Ich persönlich wünsche mir Mäzen*innen, die uns, ab vom Geld, einflussreich unterstützen.

TG: Was erwartet uns beim Auftritt mit dem Stück „KUNST“ in der 3falt?

Fernando Zietek: Gutes Theater, knackige Dialoge. Ein Stück, dass auf einem Bierdeckel stattfinden könnte, das Du aber am 18. Januar in einer Kirche vorgespielt kriegst!

TG: Klingt mehr als verführerisch! Dann also: viel Erfolg und Glück zum Auftritt und vielen Dank für das Interview.

(Das Interview für ´Tiefgang` führte Heiko Langanke)

Termin: Fr., 18. Jan. um 20h: „Gutes Theater“ – „KUNST“ von Yasmina Reza, in der „3falt“, Neue Straße 44, 21073 Hamburg, Eintritt 10,- €

Zusammen mit der Gruppe „Rampenrudel“ übt die Gruppe „Gutes Theater“ seit geraumer Zeit  in der „3falt“ in der Neuen Straße an dem Musical „Der kleine Horrorladen“. „Wir wollen den Kirchenraum in der Neuen Straße mit Chorklängen, Partituren und Texten füllen“, so Zietek zu den Arbeiten. „Wir wollen Teil des neuen werden, das dort am Entstehen ist. Mit einer Handlung, die die Gier nach Geld, Gentrifizierung und der wahren Liebe thematisiert. Und genau dort statt finden MUSS!“

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