Bücherhalle Harburg https://www.tiefgang.net Tue, 18 Oct 2022 16:46:51 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Die nicht wirkliche Wirklichkeit https://www.tiefgang.net/die-nicht-wirkliche-wirklichkeit/ Fri, 21 Oct 2022 22:06:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9424 [...]]]> Im November 2022 finden wieder die Harburger Gedenktage statt. Im Rahmen dieser liest die deutsch-jüdische Autorin Viola Roggenkamp aus ihrem Roman …

Der Roman von Viola Roggenkamp spielt in Hamburg im Jahre 2015. Zwei Frauen stehen im Zentrum. Die Jüdin Carola Schachtel, erfolglose Drehbuchautorin, und Sonja Vetterle, keine Jüdin, Oberstudienrätin, Lehrerin an einem Gymnasium. Die beiden Frauen sind seit ihrer Jugend miteinander befreundet. Sie verbindet etwas, wovon sie nichts wissen: Ein kostbares Gemälde. Es war im Besitz der Familie Schachtel und ist jetzt im Besitz der Familie Vetterle.

Roggenkamp (Jg. ´48) ist Schriftstellerin und Publizistin. Sie ist deutsche Jüdin, wurde in Hamburg geboren, wohin ihre Eltern im Mai 1945 zurückkehrten – aus einem Leben in der Illegalität, im von den deutschen Nationalsozialisten besetzten Polen. Sie studierte Psychologie, Philosophie und Musik, unternahm über mehrere Jahre ausgedehnte Reisen durch Asien und lebte eine Zeit lang in Indien sowie bis 1992 zwei Jahre in Israel. 1976 wurde sie freie Autorin der Wochenzeitung Die Zeit, 1977 gehörte sie zum Gründungsteam der feministischen Zeitschrift Emma, neun Jahre war Autorin der Berliner Tageszeitung taz, seit 1990 Autorin der Wochenzeitung Jüdische Allgemeine, seit 2016 für das Magazin Cicero. 1996 erschien ihr erstes Buch „Von mir soll sie das haben?“.

Eine Lesung im Rahmen der Harburger Gedenktage 2022.

Termin: Mi, 02. Nov., 19:30 Uhr, Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg-Harburg

Viola Roggenkamp – Die nicht wirkliche Wirklichkeit der Jüdin Carola Schachtel

Eintritt: 6,- €

 

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„Ich musste neu beginnen“ https://www.tiefgang.net/ich-musste-neu-beginnen/ Fri, 17 Jun 2022 22:55:51 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9050 [...]]]> Ein Mann, 10 Reichsmark, ein Boot und eine Idee – die Geschichte über Oskar Speck ist schon so absurd, dass das Schreiben über die Geschichte kaum anders sein kann. Ein Interview mit dem Autoren Tobias Friedrich …

Tobias Friedrich wurde 1969 in Göttingen geboren und schreibt seit den 90er-Jahren Musik für seine Bands Viktoriapark und ´Husten` (u.a. mit Gisbert zu Knyphausen) sowie für andere Künstler. Er war Herausgeber eines Berliner Mu­sikmagazins, arbeitet als Autor von Sachbüchern und ist Co-Veranstalter der Berliner Musik-und- Lese-Show »Ein Hit ist ein Hit«. »Der Flussregen­pfeifer« ist sein literarisches Debüt, über das er sagt: „Es war klar, dass ich, der ich noch nie einen Roman geschrieben hatte, mit dem Schreiben eines Romans über Oskar Speck rest­los überfordert sein würde. Also fing ich unver­züglich mit der Arbeit an.“

In der Bücherhalle wird er im Rahmen der SuedLese-Literaturtage nun daraus lesen aber auch im nachfolgenden Gespräch über die Überforderung sprechen. Wir wollten es natürlich schon vorher wissen …

Tiefgang (TG): Sie sagten selbst „Es war mir ein Rätsel, wieso es noch kein Buch über Oskar Speck gab“. Wie sind Sie auf ihn bzw. die Story gestoßen?

Tobias Friedrich: Ich habe Oskar Speck und seine Reise eher zufällig entdeckt, bei der Recherche zu einem Sachbuch, einer Auftragsarbeit, an der ich vor einigen Jahren saß. Zunächst habe ich nur online ein paar Bruchstücke und Zusammenfassungen gefunden, aber war sofort fasziniert. Später uferten meine Recherchen dann u.a. mit einer Reise nach Australien aus.

TG: Wie haben Sie recherchiert und was tat sich da auf?

Tobias Friedrich: Zunächst ausschließlich online. Mit dem, was ich fand, habe ich im ersten Jahr die erste Version des Romans geschrieben, war aber noch nicht zufrieden. Nach Australien musste ich nochmal komplett von vorne beginnen, da ich Specks Nachlass durchstöbern durfte, mit Zeitzeugen und Freunden gesprochen, seinen Gärtner getroffen und in seinem Haus übernachtet habe. Auch ein 30er-Jahre Faltboot habe ich mit einem Experten zusammengebaut und bin darin im Sydney Harbour gepaddelt. Zu den Funden über Speck kamen noch etliche Zeitungsberichte aus jener Zeit und den Orten, die im Buch vorkommen, Recherchen über die Donau oder auch die Mitford-Schwestern. Und so einiges mehr…

TG: Was hat Sie am meisten fasziniert an der Geschichte? Emotional, zeitlich, geschichtlich …

Tobias Friedrich: Ich wollte damals ohnehin einen Roman schreiben und war vor allem von dem Bild des mittellosen Speck fasziniert, der mit 10 Reichsmark in der Tasche sein Boot am Ufer der Donau aufbaut, um nach Zypern zu paddeln. Und natürlich, was sich daraus für eine irre Geschichte entsponnen hat. Ein Zeitzeuge meinte im Gespräch mit mir einmal, dass sich schon ein paar Autoren an der Story versucht hätten, aber sie hätten am Ende aufgegeben, weil die Geschichte immer größer und unübersichtlicher wird, je tiefer man einsteigt. Das kann ich bestätigen. Aber das macht sie auch interessant. 

Erzählerisch bzw. literarisch hatte ich zwar eigentlich freie Hand, habe aber gemerkt, dass nicht jeder Stil und nicht jede Perspektive (Ich-Erzähler zB) funktioniert. Wichtig war mir eine gewisse literarische Qualität, die ich nicht unterschreiten wollte und an der ich länger gefeilt habe.

TG: Wieso erst jetzt ein Debüt als Buchautor?

Tobias Friedrich: Das liegt zum einen daran, dass ich an diesem Buch (mit Pausen) sehr lange gearbeitet habe, zum anderen, dass ich vorher nicht in der Lage gewesen wäre, einen Roman zu schreiben. Zumindest nicht mit den Ansprüchen, die ich an einen Roman habe.

TG: Sie sind auch Mitakteur der Berliner Musik-und-Lese-Show »Ein Hit ist ein Hit«. Was hat es damit auf sich?

Tobias Friedrich: Die Show ist ebenfalls aus einem Buch-Projekt entstanden, jedoch aus einer Auftragsarbeit, dem Sachbuch „1000 ultimative Charthits“. Da der Verlag dafür wenig Werbung machte, haben mein Mitautor Lothar Berndorff und ich die Sache mit zwei Freunden (Adrian Kennedy und Nikko Weidemann) selber in die Hand genommen und zunächst eine Veröffentlichung-Show daraus gemacht, später eine regelmäßig stattfindende Reihe.

Jeder EHIEH-Abend hat ein dezidiertes Thema, es treten verschiedene Gast-Musiker*innen auf, wir haben eine Hausband, es gibt Lesungen zu bestimmten Songs, Videos, Interviews, und wir rufen Menschen von der Bühne aus an, die in fernen Ländern leben, aber zu einem Thema etwas sagen können. Das geht dann immer zwei bis drei Stunden, das Publikum und die handelnden Personen sind alle beseelt, das macht großen Spaß. Wir hatten schon eine 104-jährige Jazz-Musikerin aus LA zugeschaltet, haben mit Robbie Williams’ Band und seinem Vater gespielt, aber auch eine 14-jährige auf der Bühne, die Billie Eilish gesungen hat oder den Klassik-Pianisten Lars Vogt, der „Life on Mars“ in einer wahnsinnig schönen Version gespielt hat. Derzeit planen wir eine Benefiz-Show von EHIEH für die Ukraine. Es wäre auch die erste Show nach der Pandemie. Das Ganze findet im altehrwürdigen Ballhaus Berlin statt.

TG: Was erwartet uns am 30.6.?

Tobias Friedrich: Ich werde den Roman vorstellen, umreißen, was und wie ich recherchiert habe und ein paar Kapitel zu verschiedenen Charakteren vorlesen. Gerne beantworte ich auch Fragen, was mir fast am meisten Spaß macht.

TG: Was erwartet uns künftig vom Buchautoren Friedrich?

Tobias Friedrich: Kurzfristig Lesungen zum Flussregenpfeifer bis in den Winter 22 hinein, dazwischen werde ich mit meiner Band „Husten“ sehr viel auf der Bühne stehen. Derzeit sind über 30 Auftritte in Clubs und auf Festivals zu unserer neuen Platte „Aus allen Nähten“ geplant, die gerade am 13.5. erschien. Und hoffentlich finde ich in der zweiten Jahreshälfte Zeit, mit dem nächsten Roman anzufangen. Der auf jeden Fall weniger umfangreich werden soll.

TG: Vielen Dank und viel Erfolg bei der SuedLese aber auch zur neuen Platte!

Termin: Do., 30. Juni 2022, 19.30 Uhr, Eintritt 12 €

Tobias Friedrich – Der Flussregenpfeifer

Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg-Harburg; www.buecherhallen.de/harburg

Eine Kooperation der Bücherhalle Harburg, Buchhandlung am Sand und Volkshochschule Harburg

suedlese.de

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Digitales kostenfrei https://www.tiefgang.net/digitales-kostenfrei/ Mon, 30 Mar 2020 22:41:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6607 [...]]]> Auch in Hamburgs Süden ist das kulturelle Leben weitestgehend zusammen gebrochen. Doch etliche Aktive der Initiative SuedKultur sorgen für Abhilfe. Heute: die Bücherhalle Harburg“.

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche (unbürokratische) Maßnahmen: Auch die Bücherhallen Hamburg möchten dazu beitragen, die Einschränkungen im Alltag, mit denen wir alle konfrontiert sind, ein wenig erträglicher zu machen:

Deshalb bieten wir allen Hamburgerinnen und Hamburgern jeden Alters ab sofort für die Dauer von sechs Wochen einen kostenfreien Zugang zu den digitalen Angeboten der Bücherhallen. Anmelden können sich:

  • Interessierte, die noch keine Kundenkarte der Bücherhallen besitzen.
  • Kund*innen, deren derzeitige Kundenkarte nicht aktiv ist. Der Sperrgrund der vorhandenen Kundenkarte ist hierbei nicht relevant.
  • Kinder und Jugendliche. Die Einwilligung (Erlaubnisschein) der Eltern muss nicht schriftlich vorliegen.

Und so funktioniert es:

Übermitteln Sie nachfolgende Daten telefonisch oder per E-Mail an harburg@buecherhallen.de, Tel. 040  / 77 29 23 oder an service@buecherhallen.de, 040 / 42 60 60 :

  • Nachname
  • Vorname
  • Geschlecht
  • Geburtsdatum
  • PLZ und Ort
  • E-Mailadresse (wenn vorhanden), sonst Telefonnummer

Sobald die Kundenkarte in der Bücherhalle ausgestellt wurde, werden Ihnen Ihre Zugangsdaten (Kundennummer und Passwort) per E-Mail zugesendet. Ist keine Mailadresse vorhanden, werden Ihnen die Daten telefonisch übermittelt.

Leihen Sie eMedien in der Onleihe und bei OverDrive, streamen Sie Filme (filmfriend) und Musik (freegal/Naxos) und lernen Sie mit Ihren Kindern tigerbooks kennen. Schülerinnen und Schüler finden unter unseren Online-Angeboten wertvolle Datenbanken wie statista, den Informationsdienst Munzinger, alle Ausgaben von Duden-Basiswissen Schule und diverse weitere Nachschlagewerke und Linksammlungen.

Wichtig auch für Eltern: Da Ausleihen und Vormerkungen nur in der eBuecherhalle möglich sind, entstehen keine Versäumnis-, Mahn- oder Vormerkgebühren.

Website: www.buecherhallen.de

 

 

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Bis zum Himmel und zurück https://www.tiefgang.net/bis-zum-himmel-und-zurueck/ Fri, 23 Aug 2019 22:37:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5588 [...]]]> Das Buch war schon tot gesagt. Aber von wegen. Die 6. Literatur-Nacht in Hamburg führt auch zu spannenden Büchern in den Süden …

Am 7. September 2019 ist es soweit: es laden wieder mehr als 50 Veranstalter, davon 32 Buchhandlungen, zu Lesungen, Literaturperformances und Diskussionsrunden rund ums Buch in ganz Hamburg ein.

Die Lange Nacht der Literatur ist bereits fest verankert in Hamburgs Kulturkalender und findet am 7. September zum sechsten Mal statt. Mehr als 60 Schriftstellerinnen und Schriftsteller werden ihre aktuellen Bücher präsentieren, teils von Musik begleitet, hier und da auch in Verbindung mit einem Gläschen Wein.

Früh beginnt die Lange Nacht: Schon zur Mittagszeit können Lesebegeisterte zu ersten Veranstaltungen aufbrechen, um dann bis in den späten Abend hinein weitere Lesungen im gesamten Stadtgebiet zu besuchen. Sie müssen sich nur entscheiden, wohin es gehen soll: ob nach Pinneberg oder Duvenstedt, nach Niendorf oder auf die Veddel – überall können sie neue Lieblingsbücher entdecken und diesem oder jenem Lieblingsautor lauschen. Kamishibai für Kinder gibt es ebenso wie Kriminalromane für Hartgesottene, ob Poetry-, Comic- oder Diary-Slam – in diesem Jahr ist alles dabei. Thematisch scheint das Angebot grenzenlos: Liebe, Politik, Reise, Kunst, fremde und vertraute Kulturen, der heimische Garten oder das ferne All.

Im Saal des Literaturhauses Hamburg am Schwanenwik kommen ab 22.00 Uhr alle Beteiligten zum traditionellen Ausklang zusammen. Die Hamburger Gruppe Duke & Dukies wird mit Swing, Bossa und östlicher Folklore für Stimmung sorgen, sodass man den Abend in entspannter Atmosphäre Revue passieren lassen und möglicherweise das Tanzbein schwingen kann.

Die 6. Lange Nacht der Literatur wird gefördert von der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels Nord e.V., Libri, Citinaut und Books On Demand. Medienpartner sind NDR Kultur und NDR Info sowie Indiecon. Karten zu den einzelnen Lesungen gibt es bei den jeweiligen Veranstaltern. Der Eintritt zum Ausklang ist frei.

Lesungen im Süden:

16h, Harburg: Till Lenecke – „Auf Kaperfahrt mit Störtebeker“
Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, Harburg, HVV: „Harburg Rathaus“, T. 040. 77 29 23
Till Lenecke über Mythos und Wirklichkeit Störtebekers

Klaus Störtebeker. Berühmtester Seeräuber aus deutschen Landen. Eine Art Robin Hood auf See. Etliche Legenden und Sagen ranken sich um den Vitalienbruder. Doch nicht alles, was man sich über Störtebeker erzählt, entspricht den geschichtlichen Fakten. Wie wurde Störtebeker zum Seeräuber? Wo muss ich nach seinem Schatz suchen? Und vor allem: Hat es ihn überhaupt gegeben? In dieser Vorlesung machen wir den Faktencheck. Illustrator und Comiczeichner Till Lenecke berichtet über Mythos und Wirklichkeit Störtebekers und illustriert seine Ausführungen dabei mit Zeichnungen aus seinem Buch „Auf Kaperfahrt mit Störtebeker“. An Bord können Kinder und Jugendliche ab 11 Jahren sowie Erwachsene kommen.
EINTRITT: 4 Euro; www.buecherhallen.de

17h, Neugraben: Eva Almstädt liest aus „Ostseeangst“

Bücherhalle Neugraben, Neugrabener Markt 7, Neugraben, HVV: „Neugraben“, T. 040. 701 76 22
Kommissarin Pia Korittkis 14. Fall: Während einer Kajaktour finden Jugendliche in der Asche eines Lagerfeuers eine abgetrennte menschliche Hand. Die Lübecker Mordkommission ermittelt. In der folgenden Nacht verschwindet die Gruppenleiterin aus der Jugendherberge spurlos. Bei der Suchaktion wird in einem nahe gelegenen Stall ein abgetrennter Unterarm gefunden. Doch er gehört nicht zu der verbrannten Hand. Zur gleichen Zeit gerät Kommissarin Pia Korittkis Leben nach dem Tod ihres Freundes immer mehr aus den Fugen, und sie fürchtet, dass sie ihrem Sohn im Moment keine gute Mutter ist. Als ein Konflikt mit einem Kollegen eskaliert, rät Pias Vorgesetzter ihr zu einer Auszeit. Aber dann bergen Taucher in einem See weitere Leichenteile und die ganze Tragweite des Verbrechens wird sichtbar…
EINTRITT: 8 Euro/ 5 Euro; www.buecherhallen.de

19h, Harburg: Catharina Junk liest aus „Bis zum Himmel und zurück“

Buchhandlung am Sand, Hölertwiete 5, Harburg, HVV: „Harburg-Rathaus“, T. 040. 77 19 08
Manche Ereignisse schlagen ein wie Meteoriten und hinterlassen seelische Verwüstungen. Das passierte Katja, als sie zwölf Jahre alt war, und zersprengte ihre Familie in alle Himmelsrichtungen. Heute kämpft sie sich als Autorin für Fernsehserien durch und kann so unzählige Leben leben, ohne selbst große Gefühle zu riskieren. Okay, manchmal kommt ihr Freund Ratko vorbei, aber Liebe ist das nicht. Dann meldet sich ihre Mutter mit einer erschütternden Neuigkeit, wie aus dem Nichts taucht ihre kleine Halbschwester Jella auf – und dann ist da noch Joost, dem sich Katja auf ungewohnte Weise nahe fühlt. Ihr wird klar: Sie möchte ihre einsame Umlaufbahn verlassen, sich der Vergangenheit stellen – und sich endlich den Anziehungskräften anderer Menschen hingeben. Eine bittersüße Familiengeschichte über Schuldgefühle, Fernsehserien und Kometen.
EINTRITT: 7 Euro; www.amsand.de

19.30h, Tomer Gardi liest aus „Sonst kriegen Sie Ihr Geld zurück“

Buchhandlung Lüdemann, Fährstraße 26, Wilhelmsburg, HVV: „Mannesallee“, T. 040. 753 13 53
Der israelische Autor Tomer Gardi präsentiert seinen neuen Roman bei uns! Ausgangspunkt dieser Scheherezade-Geschichte ist ein Schriftsteller, der beim Arbeitsamt um Unterstützung ansucht. Bereits bei seiner Jobbezeichnung stößt er auf Widerstand: „So einen Beruf gibt es nicht, Schriftsteller.“ Findig wie er ist, schlägt der Autor einen Deal vor: Er erzählt dem Mann hinterm Schreibtisch eine Geschichte und bei Gefallen erhält der Schriftsteller den Stempel. So beginnt das Erzählen ums Überleben, das zugleich treibende Kraft in dem von Volten und Verweisen wimmelnden Roman ist. Wie in einer Matrjoschka viele weitere Puppen stecken, so erzeugen die Handlungsstränge neue Erzählebenen und -welten. Mit Tolly Grotesky, Lea Agunis, Abu Adwan und anderen zeichnet Tomer Gardi unvergessliche Figuren, die im Alltag der Staatsgewalt ausgesetzt sind und sich auf die je eigene Weise ihre Wege bahnen müssen. Nach der Lektüre dieses Romans wissen wir: Ob Tomer Gardi nun Bücher in Broken German oder auf Hebräisch schreibt, er bleibt sich in seiner Verspieltheit und seinem stilistischen Eigensinn treu. Mit großer Leichtigkeit wechseln die verschiedenen Erzähler*innen zwischen märchenhaftem Ton und Umgangssprech.
EINTRITT: 8 Euro; www.luedebuch.de

Weiterführend: www.langenachtderliteratur.de

 

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Die Wichtigkeit von Zusammenhalt https://www.tiefgang.net/die-wichtigkeit-von-zusammenhalt/ Fri, 22 Mar 2019 23:47:28 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4862 [...]]]> Für ihre Krimis wie „Tod in Harvestehude“ wurde sie preisgekrönt. Zur 4. SuedLese kommt sie mit ihrer „Jahrhundert Triologie“ nach Harburg: Carmen Korn. ´Tiefgang` sprach sie vorab.

Carmen Korn arbeitete viele Jahre als freiberufliche Journalistin, widmet sich mittlerweile aber vor allem der Schriftstellerei. Nach ihrer Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule in Hamburg war sie zunächst als Redakteurin für den „Stern“ tätig, anschließend schrieb sie regelmäßig für „Brigitte“, „Viva“ und „Die Zeit“ und wurde Buchautorin.

1999 wurde sie von der Raymond-Chandler-Gesellschaft für „Tod in Harvestehude“ mit dem Marlowe-Preis ausgezeichnet. Sie überzeugte in der Kategorie „Beste Kriminalkurzgeschichte – National“. 2004 erhielt sie den Friedrich-Glauser-Preis vom Syndikat e. V. für „Unter Partisanen“ in der Kategorie Kurz-Krimi. Neben Kriminalromanen und Kurzgeschichten veröffentlichte sie seit 2002 etliche Romane.

Im Mittelpunkt ihrer im letzten Jahr abgerundeten „Jahrhundert Trilogie“ stehen vier Frauen, die sich in Hamburg trotz unterschiedlicher Herkunft anfreunden und fortan Höhen und Tiefen miteinander teilen, persönliche Schicksalsschläge und die Verwerfungen der Weltpolitik miterleben. Carmen Korn begleitet diese vier Frauen, ihre Kinder und Enkelkinder durch das 20. Jahrhundert und verleiht der Zeitgeschichte Leben.

Am 3. April wird sie in der Bücherhalle Harburg lesen. In Kooperation mit der Hamburger Volkshochschule wurde die Schriftstellerin eingeladen, um mit einem literarischen Blick auf das vergangene Jahrhundert zu schauen. Denn auch die VHS und das Frauenwahlrecht feiern in diesem Jahr einen runden Geburtstag. Was könnte also stimmiger sein, als eine Lesung mit Carmen Korn und ihren vier Zeitzeuginnen?

Tiefgang (TG): Sie haben im vergangenen September Ihre Jahrhundert-Trilogie mit dem dritten und letzten Band „Zeitenwende“ vollendet. Die LeserInnen erwartet wieder persönliches Erleben vor geschichtlichem Hintergrund mit Lokalkolorit. Liegt Ihr Schwerpunkt auf den Lebenswegen ihrer Protagonistinnen?

Carmen Korn: Die Lebenswege der Frauen und Männer, von denen ich erzähle, sind die roten Fäden, an denen entlang ich von den Zeitläufen berichte. Also lässt sich sagen, der Schwerpunkt liegt dort, die große Geschichte findet immer auch in den kleinen Leben statt.

TG: Am Rande erfährt man auch etwas über die gesellschaftlichen Umstände. Wie wichtig war Ihnen der Bezug zur Zeitgeschichte? Nach welchen Kriterien wählten Sie einzelne Aspekte aus?

Carmen Korn: Der Bezug zur großen Zeitgeschichte war mir sehr wichtig. Siehe oben. Doch da gibt es auch die zeitgeschichtlichen Aspekte, die in den individuellen Schicksalen meiner Figuren quälend und prägend waren. Zum Beispiel der Paragraph 175 im Leben von Hennys Sohn Klaus und dessen Gefährten Alex.

TG: Sie haben zuvor diverse Krimis, aber auch Kinder- und Jugendliteratur veröffentlicht. Wie kam es zu der Jahrhundert-Trilogie?

Carmen Korn: Meine ersten beiden Bücher waren weder das eine noch das andere, sie waren Kammerspiele. In die Kriminalgeschichten bin ich nicht ungern reingerutscht, doch im Frühling 2015 wurde mir klar, dass ich nicht bis zum Ende meiner Tage Morde produzieren wollte. Familienthemen waren mir schon immer wichtig, auch in den Krimis. Und ich hatte im Laufe der Jahrzehnte einen großen Fundus angelegt, mit dem diese Familiengeschichten ausgestattet werden konnten. Wahrscheinlich war das schon immer mein Herzensthema.

TG: Haben Sie einen Liebling unter den drei Bänden „Töchter einer neuen Zeit“ (2016),  „Zeiten des Aufbruchs“ (2017) und „Zeitenwende“ (2018)?

Carmen Korn: Der aktuellste ist mir erst einmal der nächste Band, weil noch so sehr präsent. Doch jeder Band steht für sich und liegt mir am Herzen.

TG: Gibt es eine Kernaussage, die Sie gerne vermitteln wollten?

Carmen Korn: Die Wichtigkeit von Zusammenhalt. Sei es im familiären Bereich oder unter Freunden. Und dass ich politisch eher linksliberal und friedlich eingestellt bin, schimmert wohl auch durch.

TG: Die Hamburger Volkshochschule feiert dieses Jahr auch hundertjähriges Bestehen. Was denken Sie persönlich über die Errungenschaften dieser Epoche?

Carmen Korn: Die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts war gewaltig und gewaltsam für die Menschen, die es erleben mussten. Dann kam viel Gutes: die deutschfranzösische Freundschaft, der europäische Gedanke, die Abrüstung, das Ende des Kalten Krieges. Ich hoffe sehr, dass wir nicht wieder alles verspielen.

TG: Wir bedanken uns ganz herzlich für das Interview!

(das Interview für ´Tiefgang` führte Sonja Alphonso)

Lesung am 03. April 2019 um 20 Uhr in der Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstr. 47a, 21073 Hamburg-Harburg; Eintritt 10,- €

Kooperation von Bücherhalle Harburg, Hamburger Volkshochschule Harburg & Buchhandlung am Sand Harburg.

Die Trilogie:

 

Band 1 „Töchter einer neuen Zeit“, Kindler Taschenbuch  2016, 10,99 € 

Band 2 „ Zeiten des Aufbruchs“, Kindler Taschenbuch 2017, 10,99 €

Band 3 „Zeitenwende“, Kindler Taschenbuch 2018, 10,99 €

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Geschichten aus BUNTLAND https://www.tiefgang.net/geschichten-aus-buntland/ Fri, 16 Nov 2018 23:00:58 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4520 [...]]]> Bei der SuedLese 2017 war er mit Geschichten zu Flaschenpost zu Gast. Jetzt kommt Autor Oliver Lück und liest aus seinem neuen Werk „Buntland“ …

Manchen dürfte der Name des Journalisten und Fotografen Oliver Lück bereits bekannt sein. Im Rahmen der SuedLese 2017 las er aus seinen „Flaschenpostgeschichten“, und wir veröffentlichten ein Interview mit dem Mann, der viel herumkommt, um sich die Geschichten von Menschen anzuhören und von ihnen zu erzählen. (siehe auch Interview auf ´Tiefgang`)

Am 27. November ist Oliver Lück zu Besuch in der Bücherhalle Harburg. Dann liest er aus seinem neuen Buch BUNTLAND und zeigt Bilder dazu. Es verspricht ein wirklich bunter Abend zu werden, denn Oliver Lück´s Lesungen sind bekannt dafür, dass sie vielfältig, tiefgreifend und kurzweilig sind. Außerdem geht es ihm um einen Gegenentwurf zur politischen oder gar populistischen Schwarz-Weiß-Färberei.

Sein Buch zeigt Deutschland, wie es in großen Teilen schon lange ist: Bunt. Zwei Jahre ist der Journalist und Fotograf durch Deutschland gereist. Er hat 16 Geschichten aus 16 Bundesländern mitgebracht:

Eine ehemalige Lehrerin, die spät Englisch lernte, heute Geschichten schreibt und damit tausende Fans weltweit erreicht. Eine Umweltaktivistin, die ihren Protest zum Beruf gemacht hat. Sie seilt sich von Brücken ab und stoppt Züge mit radioaktivem Müll. Und: Sie ist schwerbehindert. Eine achtköpfige Familie, die vor der Schulpflicht aus Hessen nach Portugal geflüchtet ist. Ein Mann, der Geräusche sammelt. Ein Obdachloser, der davon lebt, dass er Kuscheltiere tauscht. Oder: Ein Mann aus Bayern, der drei fremden Rumänen sein vollgetanktes Auto lieh. Seine Nachbarn sagten: Du spinnst! Deinen Wagen siehst du nie wieder! Sie sollten sich wundern.

Oliver Lück bleibt seinem Motto treu, Geschichten über Menschen zu schreiben, die Geschichten zu erzählen haben. Die Süddeutsche Zeitung urteilt: „Lakonisch und poetisch zugleich.“ Die FAZ schreibt: „Klare Gedanken und klare Sprache. Eine wahre Schatztruhe. Oliver Lück hat sie mit Geschichten gefüllt.“

Lesung  am 27.11.2018 um 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr, Eintritt 6 €, Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, 21073

Alle Termine der deutschlandweiten Lesereise in über 80 Städten auf www.lueckundlocke.de

Das Buch:

Oliver Lück: Buntland, 16 Menschen, 16 Geschichten, Rowohlt Taschenbuch September 2018, ISBN: 978-3-499-63350-8, Preis: 10,99 €

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Anmut und Feigheit in Harburg https://www.tiefgang.net/anmut-und-feigheit-in-harburg/ Fri, 28 Sep 2018 22:05:22 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4245 [...]]]> Liebe wie auch Harburg ist nichts für Feiglinge. Um so schöner, dass der Autor von „Anmut und Feigheit“, Frank Schulz mit diesem Thema genau nach Harburg zur Lesung kommt.

Es ist das Buch des Monats August 2018 bei NDR Kultur und sein Tenor ist „Liebe ist nichts für Feiglinge“. Autor Frank Schulz blickt in seinen Erzählungen hinauf zu Wolke 7 und hinab in die Abgründe der Seele.

Die Liebe, sie trifft uns alle, und meist ist sie kein Zuckerschlecken, vor allem dann nicht, wenn die Jahre vergehen. Frank Schulz folgt seinen Protagonisten wie ein Privatdetektiv, er nimmt ihre Seelen unter die Lupe – aber er erschrickt nie über das, was er findet. Schulz, der Chronist des ganz alltäglichen Lebens und all seiner Untiefen, fängt den Klang von gesprochener Sprache ein wie niemand sonst.

Ein Juniorsenior (gerade 60) liefert sich per SMS ein Verbal-Pingpong mit seiner jungen Freundin, das so gleichberechtigt fies ist, dass man ganz verzaubert ist: das muss dann doch wohl Liebe sein! Ein Mann und eine Frau schreiben sich Briefe, die der jeweils andere immer erst zwanzig Jahre später öffnen darf. Und überhaupt: Älterwerden ist durchaus keine friedliche Angelegenheit. Wenn die Augen und das Gedächtnis zum Beispiel gerade genug nachgelassen haben, dass man sich, wie die Unternehmerwitwe im Spreewaldresort, nicht mehr sicher ist, ob der Gatte beim Wandern in die Schlucht gestürzt ist – oder ob man selbst ihn ein bisschen geschubst hat.

Frank Schulz, das wird in diesem Erzählband einmal mehr klar, kennt sich aus mit den Schwachheiten der Verliebtheit, den Feigheiten des Egos, mit den brutalen Auswüchsen von Einsamkeit, mit den herzzerreißenden Momenten der Wahrheit.

„Schulz ist ein Mensch, der nicht lamentiert, sondern abgeklärt über die Voraussetzungen und Unwägbarkeiten seines Jobs spricht. Es hat sich dann jedoch auch bald damit, denn Geld ist als Gesprächsstoff schnell zu gewöhnlich und fad und jedenfalls kein Thema, bei dem man lange verweilt.“ (Thomas André, Hamburger Abendblatt vom 24. Mai 2017)

Frank Schulz, Jahrgang 1957, wurde für seine Romane vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Hubert-Fichte-Preis (2004), dem Irmgard-Heilmann-Preis (2006) und dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor (2015). 2012 erschien Onno Viets und der Irre vom Kiez, 2015 Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen, 2016 Onno Viets und der weiße Hirsch.

“Schulz ist ein Meister der Milieubeschreibung.” Die Zeit

Das Buch: Frank Schulz: „Anmut und Feigheit“, Galiani-Berlin, ISBN: 978-3-86971-173-7
Erschienen am: 16.08.2018, 336 Seiten, gebunden mit SU, Preis: 22,00 €

Termin: Do., 25. Okt. 2018, Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg, Eintritt: 8,- €, Tel.: 040 / 77 29 23, Mail: harburg@buecherhallen.de

Der Kartenvorverkauf läuft bereits in der Bücherhalle Harburg. Einlass ab 19:30 Uhr.

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Tiefgründig oberflächlich https://www.tiefgang.net/tiefgruendig-oberflaechlich/ Fri, 29 Jun 2018 22:10:29 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3767 [...]]]> „Tiefgründig oberflächlich“ ist der Titel einer am kommenden Mittwoch eröffnenden Ausstellung der Harburger Fotografin und Tiefgang-Begeliterin Sonja Alphonso. Und es gibt viel zu entdecken …

Die Ausstellung läuft vom 04. Juli bis Ende August und umfasst sowohl Fotografien auf Leinwand mit Motiven aus der Natur. Als auch Speckstein-Skulpturen. Allesamt Zeugnis ihrer Faszination für Formen und Oberflächen.

Für die 55jährige Harburgerin Sonja Alphonso spielt Ästhetik in ihrem Leben eine große Rolle: „Ich fotografiere, zeichne, male und gestalte mit großer Hingabe und Liebe zum Detail. Vor einigen Jahren entdeckte ich dazu noch das Schreiben als Ausdrucksform. Sprachbilder und Bildersprache gehen seither häufig Hand in Hand.“

Die Konstante in ihrem Tun: Fotografieren. Dem Augenblick Aufmerksamkeit schenken und die Vielfalt der Erscheinungsformen feiern. Seit sie mit 18 Jahren eine Spiegelreflexkamera geschenkt bekam, begleitet sie die Leidenschaft für persönliche Perspektiven durch ihr Leben.

„Mit 17 Jahren fing ich an zu zeichnen, versuchte mich später mit Farbe und Pinsel und fand 2009 Gefallen an der Brandmalerei, wo ich zeichnerisches Geschick mit meiner Vorliebe für Holz verbinden konnte.“

Schriftsprachliche Ambitionen entwickelte sie erst vor wenigen Jahren. Seither aber gewinnt eben auch das Schreiben an wachsender Bedeutung. Ihre Themen: Autobiografisches mit einem weinenden und einem lachenden Auge, alltägliche Blogs, wöchentliche Kolumnen mit und im TIEFGANG unter dem Pseudonym Philo-Sophie Selbst-Zweifel im Online-Feuilleton von SuedKultur, sehr kurze Kurzgeschichten und lange Romane, die nicht fertig werden, „weil ich zu selten dazu komme“.

Ihr Statement: „Ich probiere gerne Neues aus und hoffe, dass man beim Betrachten meiner Werke etwas von dem Reichtum spürt, den ich meistens empfinde.“

Wer Interesse an einer überdimensionalen Visitenkarte ihres Schaffens, kann ihre Website besuchen unter www.see-me.online

Die Ausstellung „tiefgründig oberflächlich“ ist ab dem 4. Juli bis Ende August zu den typischen Öffnungszeiten (Die-Sa ab 10h) der Bücherhalle Harburg,  Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg, www.buecherhallen.de/harburg zu sehen.

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Arne Dahl liest „Sechs mal zwei“ https://www.tiefgang.net/arne-dahl-liest-sechs-mal-zwei/ Fri, 15 Sep 2017 22:41:54 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2095 [...]]]> Krimis – jeden Tag im Fernsehen, als Buch oder gar Hörspiel. Ist das nicht etwas übertrieben? „Gewalt darf nie reines Entertainment sein“, sagt der Bestseller-Autor Arne Dahl und liest seinen neuen Krimi in Kürze in Harburg.  

Arne Dahl, Jahrgang 1963, heißt mit bürgerlichem Namen Jan Arnald und hat mit seinen Kriminal-romanen um die Stockholmer A-Gruppe eine der weltweit erfolgreichsten Serien geschaffen. International mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, verkauften sich allein im deutschsprachigen Raum über eine Million Bücher. Sein Thriller-Quartett um die Opcop-Gruppe mit den Bänden »Gier«, »Zorn«, »Neid« und »Hass« wurden ebenfalls Bestseller.

Zwischenzeitlich wurde ihm selbst schon Angst und Bange von seiner Schreibe, aber: „Die Realität ist immer schlimmer. Man muss akzeptieren, dass in der Welt viel Gewalt herrscht.“

Mit »Sieben minus eins« begann Arne Dahl 2016 furios eine neue Serie um das Ermittlerduo Berger & Blom, die ihm international höchstes Lob und großen Erfolg einbrachte. »Sieben minus eins« stand mehr als ein halbes Jahr in den Top 10 der deutschen Bestsellerliste; »Sechs mal zwei« ist Berger & Bloms zweiter Fall und wird von Autor Arne Dahl am Fr. 17. November 2017 um 20h in der Bücher-halle Harburg selbst gelesen. Und wer kein Schwedisch oder Englisch kann – einen Übersetzer bringt er auch gleich mit.

Seine Haltung zum eigenen Genre: „Gewalt darf nie reines Entertainment sein, sie muss immer etwas über unsere Gesellschaft, den Zeitgeist sagen. Und ich denke, dass uns Krimis in diesen unsicheren Zeiten etwas Wichtiges geben: Auch wenn ich nie alles auflöse, können sie Antworten liefern, die es in der irrationalen Realität eben nicht gibt.“

Zum Buch:

Zwei Dinge sind Desiree Rosenqvist von der Stockholmer Polizei sofort klar: Der Brief, den sie in Händen hält, wurde in einem Zustand völliger Verzweiflung und Paranoia geschrieben.

Und er enthält Details eines ihrer alten Mordfälle, die nur der Mörder selbst oder eine ihm vertraute Person kennen kann. Desiree kontaktiert Sam, der zusammen mit Molly Blom in den schwedischen Norden aufbricht, um die Verfasserin des Briefs zu finden: Wer ist sie, und warum wendet sie sich an Desiree und Sam? Jemand aber scheint sie um jeden Preis davon abhalten zu wollen, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Doch das ist nicht Berger und Bloms einziges Problem …

Ein spannender Abend erwartet Sie!

Foto: Sara Arnald

Arne Dahl – „Sechs mal zwei“

erschienen am 01.09.2017; 400 Seiten, Klappenbroschur, Übersetzt von: Kerstin Schöps

ISBN: 978-3-492-05811-7; € 16,99;

 

Arne Dahl liest aus „Sechs mal zwei“ am Fr., 17. November 2017 um 20h in der Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg

Moderation und deutsche Lesung: Sebastian Dunkelberg

Kartenvorverkauf direkt bei:

Bücherhalle Harburg, Buchhandlung am Sand Harburg, Volkshochschule Harburg oder

online unter www.vhs-hamburg.de.

Getränkeausschank ab 19:15 Uhr durch EISKELLER, Harburg

Zu den Veranstaltern:

Im Frühjahr 2016 startete die Initiative SuedKultur erstmals Literaturtage unter dem Titel „SuedLese“, um den zahlreichen Orten von Lesungen aber auch regionalen Autor*innen eine angemessene Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Wie so oft lerne die Akteur*innen sich dabei erst richtig kennen und die Buchhandlung am Sand, die Volkshochschule und die Bücherhalle Harburg entdeckten, dass gemeinsam veranstaltete Lesungen nicht nur erfolgreich sind sondern Spaß machen. Somit wuchs der Gedanke, künftig und auch außerhalb der nun jährlich geplanten SuedLese Literaturtermine anzubieten. Der mit Arne Dahl ist nun einer von diesen. Wir freuen uns!

Weiterführende Links: arnedahl.ne oder  sued-kultur.de

Ein Interview im „Spiegel“ vom 29. Aug. 2016

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Holt Euch die Kunst nachhause! https://www.tiefgang.net/holt-euch-die-kunst-nachhause/ Sat, 05 Aug 2017 04:09:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1732 [...]]]> Die Idee ist so spektakulär unspektakulär, dass es ein Wunder ist, dass es sie in Hamburg noch nicht gibt: eine Artothek. Dies will eine Gruppe Kunstinteressierter der SuedKultur nun ändern …

Und sie bekommt dabei Unterstützung von der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.. Eine Artothek ist wie eine Biblio-, Audio- oder Videothek eben eine Ausleihstelle für Kunst. Bilder, Skulpturen, Grafiken oder Fotografien meist regionaler Künstler*innen sind für ein geringes Entgelt und inklusive einer Versicherung leihbar, schmücken zuhause den Wohn-, oder im Büro den Arbeitsbereich und fördern unwillkürlich die Auseinandersetzung mit Techniken, Inhalten und dem Kunstschaffenden selbst.

SuedKultur will nun in den kommenden ein bis zwei Jahren eine Expertise einholen und ein Konzept passend für Harburg erstellen, um eben im Bezirk Harburg die erste Artothek in Hamburg aufzubauen. Und für diverse Reise- und Übernachtungskosten hat sie nun die Unterstützung der Toepfer-Stiftung zugesagt bekommen.

Leihe günstiger als HVV-Tageskarte

Artotheken sind vor allem in den 80er Jahren allerorts entstanden. Bundesweit gibt es bereits mehr als 130 ihrer Art und je nach Initiatoren sehr unterschiedlicher Ausprägung. In der Nähe etwa in Buxtehude. Auch dort bezieht sich die Artothek vor allem auf regionale Künstler*innen, die dort leben und arbeiten. Und zu einem geringen Preis von 6 Euro inklusive Versicherung und für ein Vierteljahr stehen dort über 500 Werke zur Ausleihe zur Verfügung. Die Artothek Buxtehude existiert bereits seit mehr als 30 Jahren. Dort können übrigens auch Hamburger entleihen. (siehe hierzu auch den Tiefgang-Artikel vom 18. Mrz 2017).

Regionale Kunst und Kunstschaffende gibt es auch reichlich im Bezirk Harburg. Allein der jährliche Kulturtag lässt die Vielfalt und Quantität erahnen.

„Die Vielzahl der im Bezirk ansässigen Künstler lässt sich leicht aus den Teilnehmern am Harburger Kulturtag ablesen. 2016 waren insgesamt 25 Einzelkünstler und Einrichtungen beteiligt. Dabei muss berücksichtigt werden, dass in vielen Einrichtungen Gruppenausstellungen stattfanden so dass die Anzahl der Einzelkünstler wesentlich höher gewesen ist“, so Anke de Vries, selbst Künstlerin aus Harburg, die vielen durch ihren Kunstverbund „Kobalt Kunst international e.V.“ seit Jahren vertraut ist und die jährlich mit einem offenen Atelier neue Bürger*innen für Kunst zu interessieren schafft.

Und in der Tat: in diesen Jahr findet im Herbst bereits zum 14. Male der Harburger Kulturtag statt, der an einem Samstag jährlich mehrere tausend Besucher in etliche Ausstellungsräume, Galerien und Ateliers in Harburg lockt und damit im Grunde das große Interesse an bildender Kunst vor allem aus dem Regionalen im Bezirk Harburg dokumentiert.

Und damit nicht genug: die Bücherhalle Harburg feiert in diesem Jahr ihr 40jähriges Jubiläum ihrer Galerie, die regelmäßig in der Bücherhalle Harburg in der Eddelbüttlerstraße vor allem regionale Künstler*innen vorstellt. Und das mit großem Zuspruch. Andreas Patommel von der Bücherhalle Harburg und auch Mitinitiator der Artothek Harburg-Idee: „Bis heute hatten wir in der Bücherhalle 451 Ausstellungen mit ca. 11.520 Kunstwerken – Bilder, Skulpturen etc. – und etwa 6.885.000 Besucher. Wir erfassen so etwas ja. Die Galerie war bis heute ununterbrochen belegt –  außer während des Umzugs 1998. Die Nachfrage ist wesentlich höher als das Angebot.“

Die Würdigung regionaler Kunst

Alles Belege, dass auch in Harburg und auch Hamburg eine Artothek auf Nachfrage stößt. Heiko Langanke, Sprecher der SuedKultur: „Wichtig an der Artotheken-Idee ist vor allem, dass regionale Künstler*innen gewürdigt werden. Sie leben und arbeiten hier und verdienen unsere Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Auf der anderen Seite ist es aber auch für den Entleihenden der beste niedrigschwellige Zugang zur Kunst. Man schaut zuhause oft auf so ein Bild, lässt es wirken und stellt sich Fragen nach Aussage, Materialien, Wirkungen von Techniken und all das. Wenn man dazu noch weiß, dass die Kunst quasi aus der Nachbarschaft stammt, wird es erst richtig spannend.“

Tolle Idee, aber wer soll das bezahlen?

„Es ist erstaunlich“, so Langanke, „aber ich habe bisher keinen Fall bundesweit gefunden, bei dem eine Artothek wegen finanzieller Schieflagen geschlossen wurde. Das hat – ganz simpel – auch damit zu tun, dass die erworbenen Kunstwerke haushalterisch meist an Wert gewinnen. Das Geld ist also entgegen allen Klischees und üblichen Vorurteile der Kulturpolitik nicht aus dem Fenster geworfen, sondern mehrt sich sogar. Und zwar weil es Kunst ist!“

Kritische Fragen erwünscht

Nun will die Artotheken-Gruppe der SuedKultur-Initiative Nägel mit Köpfen machen. Es sollen die verschiedenen Artotheken der Republik auf inhaltliche Schwerpunkte, kreative Impulse, Erfahrungswerte der Praxis, Finanzierungsmodelle und auch regionalen Bezügen geprüft und begutachtet werden. Experten sollen besucht oder eingeladen werden, um möglichst viel von den bereits anderswo gemachten Erfahrungen für Harburg zu gewinnen. Letztlich sollen aber auch die modernen Mittel der Digitalisierung und Dokumentation ergründet werden. Letztlich immer unter dem Aspekt, was für den Bezirk Harburg am besten geeignet wäre. Dies soll dann in ein Konzept fließen, das Inhalte, Strukturen, Räume aber auch Finanzen abwägt, darstellt und handhabbar macht. „Es kann auch sein, dass wir an irgendeinem Punkt feststellen müssten, dass es nicht geht. Aber ganz ehrlich? Es würde mich sehr wundern“, so Heiko Langanke schließend. Fest steht für SuedKultur aber auch: es ist keine private Initiative. Vielmehr verstehen sich die Initiatoren als Hilfe, um Verwaltung und Politik das vielfältige Spektrum zu erschließen, um es dann in kommunaler Regie umzusetzen. „Kritische Fragen sind erwünscht“, so Langanke.

Und Künstlerin de Vries: „Der Bezirk Harburg wäre der einzige in ganz Hamburg, der die Einrichtung einer Artothek fördert. Damit gliedert er sich in eine Reihe von großen und kleineren Städten ein, die ihre Artotheken betreiben, bis hin zum Bundestag, der über eine eigene Artothek verfügt. Im Bezirk befindet sich vieles im Wandel. Da ist die Zeit reif, ein eindeutiges Zeichen zu setzen und auf die Veränderungen zu reagieren.“

Interessenten an dem Projekt „Artothek Harburg“ können sich gerne per E-Mail unter kontakt(at)sued-kultur.de melden.

 

 

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