Jürgen K. F. Rohde – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 10 May 2024 09:11:34 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Die Kunstschätze im Süden Hamburgs https://www.tiefgang.net/die-kunstschaetze-im-sueden-hamburgs/ Fri, 10 May 2024 22:59:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10823 [...]]]> Was haben ein Schloss, ein alter Zwinger, eine Hauswand, eine frühere Fabrikhalle, die Straße oder Fachwerkhäuser gemein?
Sie sind ungewöhnliche Orte der Kunst im Süden Hamburgs. Das Festival SuedArt24 lädt nun ein, sie (neu) zu entdecken …

Kunstinteressierten sind zwar das Kunsthaus Stade, die Falckenberg-Sammlung oder die Kunststätte Bossard geläufig. Aber wie sind sie eigentlich entstanden? Wer waren die Initiator*innen? Was macht diese Orte für welche Art Kunst eigentlich so besonders?
Auf diese Fragen gibt das Festival SuedArt24 den gesamten Juni über nun Antworten. Zu gut 25 Kunstinstitutionen und mit fast täglich ausgewählten Führungen und Terminen lädt es Kunstaffine und vor allem auch Menschen ein, die lange nicht mehr oder nur selten sich mit den zahlreichen Kunstangeboten im Süden der Elbmetropole befassen.
„Es ist eine neuartige Kooperation der bedeutendsten Kunstorte im Süden Hamburgs“, so Initiator Heiko Langanke. Zwei Jahre feilte er am Konzept, sprach mit den Akteur*innen und gewann auch Unterstützende wie die Adalbert Zajadacz- und Claussen-Simon-Stiftung, die Sparkasse Harburg-Buxtehude und auch die Hamburger Kulturbehörde für das Projekt.
Und die Liste der Teilnehmenden ist aus vielerlei Aspekten bemerkenswert. Denn in der Tat hat die südliche Metropolregion Hamburgs mit dem Kunsthaus Stade, dem Schloss Agathenburg, der Kunststätte Bossard, dem Marschtorzwinger Buxtehude, dem Kunstverein Harburger Bahnhof oder der Falckenberg-Sammlung eine Vielzahl bedeutender und überregional beachteter Kunststätten. Hinzu kommen eine Kunstinsel, ein Kunstpfad, eine Freiluftgalerie und Hamburgs größte offizielle Graffiti-Galerie. Und so stehen im Juni erstmals Sub- und Hochkultur in einem kooperativen Miteinander. Aber ebenso außergewöhnlich ist, dass sie sich quasi wie an einer Perlschnur am südlichen Ufer der Elbe entlang reihen und noch besser: sie sind fast alle mit der S-Bahn-Linie 5 erreichbar. Hier kann man Kunst also wahrlich „erfahren“!

Aber die SuedArt24 verfolgt ein weiteres Ziel: „Uns wird bei den Ausstellungsbesuchen oft gar nicht klar, wieso diese Orte und Räume zu Kunstorten wurden. Warum sie so besonders gut für ihre Kunstpositionen geeignet sind und auch nicht, wer eigentlich dahintersteckt,“ so Heiko Langanke zum Konzept. Da ist etwa das alte Fachwerkhaus in der Harburger Lämmertwiete, das nach außen hin mit einer Eisdiele zum Verweilen lädt, im Dachgeschoss aber Kunststipendiat*innen des Vereins „Künstler zu Gast in Harburg“ einen Atelierraum zum Arbeiten bietet. Da ist ein altes barockes Schloss eines schwedischen Gouverneurs, das heute moderne Kunst oft junger Nachwuchskünstler*innen präsentiert. Und bei Jesteburg ist gleich ein ganzer Ort samt Gartenanlage von einem Künstlerpaar aus den 1920er Jahren zu einem echten Kunsttempel geworden.

Das Beste: fast alle Orte sind leicht mit der S-Bahnlinie 5 erreichbar

All das wird bei der SuedArt24 nun nebeneinander und auch in Kontext gestellt. Fast täglich gibt es Termine, die durch die aktuellen Ausstellungen führen aber auch Erklärungen zu Hintergründen und Machern jenseits der eigentlichen Kunst geben. Und so ist nicht nur die Kunst von Künstler*innen wie Jürgen K.F. Rohde, Jakob Lena Knebl, Ashley Hans Scheirl, Hanne Darboven, Sven Brauer, Karin Engelking, Iryna Kogan, Birte Bosse, Alice Gericke, Christian Haake, Conrad Hübbe, Christian Jankowski, Sanna Duschek, Noémi Barbaglia, Brigitte Nolden, Franz Kaiser, Marinella Senatore, Johann und Jutta Bossard, Uzma Sultan, Sebastian Dannenberg, Willi Zodel oder Elke Kegel-Judis zu sehen, sondern es wird auch gemeinsam auch gepicnict, gelaufen, erklärt und mit Workshops an Techniken oder Sichtweisen herangeführt.
„Es ist ein Format, das keiner ausgewiesenen Kunstexpertise bedarf! Gerade jene, die nicht so recht wissen, ob und was sie damit anfangen sollen, finden hier einen perfekten Anlass, auf Entdeckungstour zu gehen“, so Heiko Langanke. Und er ist froh, dass er mit dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und der Firma Ströer auch Unterstützung für die Werbung fand.
„Es ist neben einem Kunstfest auch eine kulturelle Kooperation aller Beteiligten der südlichen Metropolregion Hamburgs. Denn ob Niedersachsen oder Hamburg – Kunst kennt diese Landesgrenzen nicht und so geballt wie südlich der Elbe die Kunst zuhause ist: das sucht schon seinesgleichen!“
Zum Event, das den ganzen Juni über läuft, gibt es neben einer ausführlichen Website www.sued-art.de auch ein gedrucktes Programmheft, das haptisch hochwertig gestaltet auch ein Statement der Kunstregion abgibt. Und auch dies ist online abrufbar. Und wer den einen oder anderen Termin nicht wahrnehmen kann: das Programm gibt auch Hinweise, wann und wie lange welche Ausstellungen wo auch so zu besuchen sind.

Zu den teilnehmenden Institutionen gehören das Kunsthaus Stade, Schloß Agathenburg, Kunststätte Bossard, der Marschtorzwinger und die Artothek Buxtehude, die Buxtehuder Kunstinsel, die kleine Flethphilharmonie wie auch die Kunströsterei Buxtehude, das Neugrabener Kulturhaus Süderelbe, die Heimfelder Hall, die MSH Hamburg, die Kunstinitiative der TUHH, die Kunstleihe Harburg, der Kunstverein „Alles wird schön“ in Heimfeld, die Harburger Galerie 1565, das Mayr´sche Haus Harburg, der Harburger Kunstpfad, das Harburger HabibiAtelier, die Freiluftgalerie Walls Can Dance, das Stadtmuseum Harburg, das Harburger Kulturwohnzimmer, der Kunstverein Harburger Bahnhof, die Sammlung Falckenberg in Harburg, die Artothek und der Kunstverein in Buchholz / Nordheide.

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„balance 2 – out of balance“ https://www.tiefgang.net/balance-2-out-of-balance/ Fri, 24 Jul 2020 22:52:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7119 [...]]]> Aus dem Gleichgewicht, aus dem Lot geraten. Die zwölfte Ausgabe der Buxtehuder Kunstinsel trägt den Titel „balance 2 – out of balance“ und könnte in dieser Zeit kaum treffender überschrieben sein.

Buxtehude. Für Künstler Folkert Bockenthien ist es nach 2010 bereits die zweite Installation, die er für die schwimmende Kunstplattform im Viver, auf Höhe „Zwischen den Brücken“, realisiert. Erneut nimmt er dabei das Thema Gleichgewicht auf.

Am Montag, 20. Juli, wurde seine Kunstinstallation im dritten Anlauf, nach der Corona-bedingten Verschiebung im April und einer ungeplanten „Besetzung“ des letztjährigen Kunstwerks „Wellenboot #2“ von Thomas Werner durch ein nistendes Teichhuhn und es deshalb nicht früher abgebaut werden konnte, endlich zu Wasser gelassen. Torsten Lange, Fachgruppenleiter Kultur, Tourismus, Stadtmarketing, freute sich bei der Übergabe, dass die Kunstinsel nun wieder ein neues Kunstwerk zeigt und das kulturelle Leben in der Stadt ganz langsam wieder in Bewegung kommt.

„Artensterben und Klimawandel haben sich zu einer globalen Krise verdichtet, die Wohlstand, Sicherheit und Gesundheit der Menschheit, über alle politischen, kulturellen und ethnischen Grenzen hinweg bedroht. Wie wir essen, uns fortbewegen, arbeiten, wohnen, wie stark wir uns vermehren, wie unsere Wirtschaft funktioniert, welche Ziele Politik verfolgt und wie jeder einzelne von uns den Alltag gestaltet: Alles scheint „aus dem Lot geraten“, erklärt Folkert Bockenthien sein Exponat und schlägt den Bogen selbstverständlich auch zu COVID-19.

Das etwa vier Meter hohe Kunstwerk schwimmt auf einer Insel, die die Erde zeigt. Das circa 20 Kilogramm schwere Lot besteht aus recyceltem Styropor. Es muss sich zeigen, wie es die Balance bei Wind und Sturm hält, so Folkert Bockenthien.

Die Idee sowie die Künstlerinnen und Künstler der Kunstinsel:

Zehn Jahre nach „Balance“ gestaltet der Künstler Folkert Bockenthien erneut die Buxtehuder Kunstinsel. „balance 2 – out of balance“ ist das 12. Kunstwerk, der vom Buxtehuder Künstler Jürgen K.F. Rohde ins Leben gerufenen Plattform für Kunst auf dem Wasser. Seit 2009 hatten Künstlerinnen und Künstler der Region die Möglichkeit, die „Insel“ nach eigenen kreativen Vorstellungen zu gestalten. Dies waren bisher:

  • 2009 Jürgen Rohde „Rhombonaden“
  • 2010 Folkert Bockentien „Balance“
  • 2011 Christa Mücke „man kann es drehen und wenden wie man will“
  • 2012 Michael Jalowczarz „Spiegel der Anderswelt“
  • 2013 Dorota Albers „Maispignon“
  • 2014 Christa Donatius „3 rote Figuren“
  • 2015 Gundula Menking „Meerjungfrau und Seemannsgran“
  • 2016 Peter Schmidt „Kreuzfahrten“
  • 2017 Jürgen K.F. Rohde „Leuchtfeuer in der Este“
  • 2018 Uwe Schloen „Rüdiger (Lost in the Supermarket)“
  • 2019: Thomas Werner: „Wellenboot #2“

Website von Folkert Bockethien: www.bockentien.de

Weitere Informationen: Kulturteam der Hansestadt Buxtehude, T: 04161/501-2322 www.buxtehude.de/kultur

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Harburger Kunst goes Buxtehude https://www.tiefgang.net/harburger-kunst-goes-buxtehude/ Fri, 09 Aug 2019 22:44:32 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5585 [...]]]> Am Wochenende (24./25. August) wird zum dritten Mal die Buxtehuder Innenstadt zur Kunstmeile. Und eine Gruppe Künstler*innen aus Harburg sind dabei.

Es war einfach mal eine Idee, die aber so gut einschlug, dass sie nun bereits zum dritten Mal in Folge umgesetzt wird. Am letzten August-Wochenende präsentieren sich wieder 30 Stände mit Künstlerinnen und Künstlern sowie Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern beim Buxtehuder Kunstfest. Buxtehude wird an dem Wochenende zwischen dem Historischem Rathaus und dem Ostfleth zur einzigen Kunstmeile.

Wie erfolgreich so ein Konzept aufgeht, zeigt, dass es in diesem Jahr mehr Bewerbungen für die Pavillons gab, als Plätze zu vergeben waren. Eine vierköpfige Fachjury hat lokale wie europäische Künstlerinnen und Künstler ausgewählt und setzt dabei auf eine Mischung aus bekannten Ausstellenden und denjenigen, die sich an den zwei Tagen zum ersten Mal in Buxtehude präsentieren möchten. Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Zeichnungen und Illustrationen. Auch digitale Kunst wird zu entdecken sein, erklärt Künstler und Mitorganisator Sven Brauer. Aus seiner Feder stammt erneut das Veranstaltungsplakat, das, wie im Urban Sketching üblich, mit Fineliner und Aquarell gezeichnet wurde.

„Wir wollen Kunst niedrigschwellig präsentieren und dabei für eine lauschige, familiäre Atmosphäre in der Stadt sorgen“, so Torsten Lange, Fachgruppenleiter Kultur, Tourismus und Marketing der Hansestadt Buxtehude. Deshalb habe man sich in diesem Jahr gegen die große Bühne und lieber für kleinere Podeste für das abwechslungsreiche Rahmenprogramm in der Fußgängerzone entschieden.

Und auch etliche Künstler*innen rund um die zu Jahresbeginn gegründete „Kunstleihe Harburg“ – derweil als Projekt in einen Verein überführt – nehmen erstmals kollektiv teil. Denn die Kunstleihe, die jeden Sonntag im Nachbarschaftstreff Eißendorfer Straße 124 von 12-17 Uhr nicht nur rund 150 Werke vorwiegend lokaler Künstler*innen ausstellt sondern bei Interesse auch für kleines Geld verleiht, ist zugleich ein eigenes Netzwerk der lokalen Kunst geworden. „Und dies ist erstmals die Idee, mal zusammen eine Ausstellung zu organisieren und solidarische Präsenz zu zeigen“, so Sabine Schnell von der Kunstleihe Harburg. „Es ist eine Menge Arbeit für ein*e einzelne*n Künstler*in, an solchen Kunstevents teilzunehmen: es braucht ein Vielzahl an Werken, Organisation, Eigenvermarktung, Transport und natürlich die Präsenz vor Ort. Das ist nicht jedem gegeben und nicht regelmäßig übers Jahr zu schaffen“, ergänzt sie. Da macht es Sinn, als Kollektiv aufzutreten und einen Stand für alle zu belegen.

„Und dem Buxtehuder Kunstfest merkt man an, dass es mit Liebe und Leidenschaft konzipiert ist. Da findet sich ebenso eine Gemeinsamkeit wie auch Buxtehude stolz auf seine jetzt 35jährige Artothek sein kann. Da sind wir die greenhorns und den Kunstverleihern. Und Frau Wiegel von der Buxtehuder Artothek hatte uns im Vorfeld gute Tipps gegeben und auch Mut gemacht. Auch das verbindet uns mit Buxtehude!“

Das Gute an der gemeinsamen Ausstellung der Harburger*innen in Buxtehude ist aber auch, dass die Betrachter eine recht gute Auswahl an verschiedenen Werken, Techniken und Ansätzen vorfinden. Und dort können sie eben mal nicht geliehen sondern auch gekauft werden. Unter den Künstler*innen finden sich unter anderen Anne Flad, Jürgen Havlik, Irmgard Gottschlich, Antje Gerdts, Harald Finke, Jan Ratschat, Christine Waldbüßer, Sabine Schnell oder auch Gabriele Wendland. Der Stand/Pavillon des Kunstteams Harburg wird an beiden Tagen direkt neben dem Alten Rathaus Buxtehude zu besuchen sein, in dem auch die Buxtehuder Artothek geöffnet  haben wird.

Also, für Kunstinteressierte mehr als ein Grund, sich mal nach Buxtehude aufzumachen. An dem Sonntag, 25. August, bleibt dann allerdings die Kunstleihe in Harburg geschlossen …

Beim Kunstfest ist auch die Buxtehuder Artothek im Historischen Rathaus geöffnet. Also eine Chance, sich anzuschauen, was eine gestandene Artothek an Kunst so im Bestand hat.

Ein weiteres Highlight des Buxtehuder Kunstfestes ist die Kinderkulturkarawane „Sosolya Undugu Dance Academy“. Sie tritt am Samstag 25. August, um 14.30 Uhr und am Sonntag, 25. August, um 11.30 Uhr auf dem Rathausmarkt auf. Das Projekt ist Teil der „Undugu -Bewegung“, die mittels Musik und Tanz für Respekt und Verständnis zwischen den verschiedenen Stammeskulturen in dem afrikanischen Land einsetzt. Im Brückenschlag zwischen Künsten, Traditionen und Bräuchen thematisiert die „Sosolya Undugu Dance Academy“ z.B. brisante Rituale wie die Genitalverstümmelung in Uganda und fordert zum gesellschaftlichen Umdenken auf.
Für die musikalische Unterhaltung sorgen außerdem die  Straßenmusikbank FREAKAZ und Max Kratz mit seiner Violine.
Musikalisch geht es auch nach dem Kunstgenuss weiter. Dann lädt das Stadtjugendorchester Buxtehude am Samstag, 24. August von 17 – 19 Uhr in den Buxtehuder Stadtpark zum Picknickkonzert. Mit selbstmitgebrachtem Picknickkorb oder mit einer von dem Stadtjugendorchester gefüllten Picknicktasche für 18 Euro, der Lunch-Bag für zwei für 13 Euro oder der Single-Bag für acht Euro, die vor Ort erhältlich sind, können Besucherinnen und Besucher den Nachmittag auf einer Decke bei moderner Blasmusik ausklingen lassen.

Für das leibliche Wohl der angereisten Künstlerinnen und Künstler ist Mitorganisator Olaf Iwersen von der Rösterei am Fleth an beiden Kunstfesttagen zwischen Fleth und Rathaus mit seinem Bollerwagen unterwegs. Seine Rösterei lädt an beiden Tagen zum Kaffeegenuss ein.

Im Marschtorzwinger werden Zeichnungen, Bilder, Objekte von Jürgen K.F. Rohde gezeigt. Die Ausstellung unter dem Titel „sowohl – als – auch“ ist vom 20. August bis zum 29. September zu sehen. Der Künstler, dem anlässlich seines 80. Geburtstag in diesem Jahr, diese Retrospektive gewidmet ist, wird während des Kunstfestes an beiden Tagen jeweils von 15 – 17 Uhr persönlich im Marschtorzwinger anwesend sein.

Das 3. Buxtehuder Kunstfest findet am Samstag, 24. August, von 11 – 18 Uhr und am Sonntag, 25. August, von 11 – 17 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Weiterführende Links:

www.buxtehude-kunstfest.de; www.sued-kultur.de/kunstleihe; www.facebook.com/KunstleiheHarburg; www.instagram.com/kunstleihe

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sowohl – als – auch https://www.tiefgang.net/sowohl-als-auch/ Fri, 09 Aug 2019 22:14:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5653 [...]]]> Die Grenzenlosigkeit der Fantasie ist seine treibende Kraft. Auch mit 80 noch. Dafür ehrt in die Stadt Buxtehude nun mit einer Retrospektive: Jürgen K.F. Rohde.

 

Buxtehude. Er gilt als Schöpfer der Buxtehuder Kunstinsel: Jürgen K.F. Rohde. Der Dammhauser Zeichner und Grafiker feierte vor kurzem seinen 80. Geburtstag. Das Kulturteam der Hansestadt Buxtehude ehrt den Künstler aus diesem Grund mit einer Retrospektive. Vom 20. August bis 29. September werden unter dem Ausstellungstitel „sowohl  – als – auch“ Zeichnungen – Bilder – Objekte im Marschtorzwinger knapp 30 Werke gezeigt, die im Zeitraum 1969 bis 2018 entstanden sind.
„Mich faszinieren die grenzenlosen Möglichkeiten der Fantasie in der Kunst“, sagt Rohde selbst über seine Arbeit. „Meine Bilder und Objekte sind selten ganz eindeutig – sie lassen viel Raum für die Fantasie des Betrachters. Auch die Bildtitel erklären nicht den Inhalt. Sie deuten nur eine von vielen Interpretationsmöglichkeiten an.

Es ist aber sicher kein Zufall, wenn z.B. ein Bild mit dem Titel „Systemauflösung“ im Jahre 1989 gemalt wurde. Oder ein Bild mit dem Titel „Spülfeld“ ein Stück Land zeigt, auf das Sand aus tieferen Schichten aufgespült wurde, wodurch das, was lange Zeit verdeckt war, wieder sichtbar wird.

Am Sonntag, 18. August 2019 um 11 Uhr wird die Ausstellung durch die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Lemm und einer Einführung von Kunst- und Kulturwissenschaftlerin Claudia Rasztar, eröffnet. Jürgen K.F. Rohde wird ebenso anwesend sein. Er nutzt zusätzlich das 3. Buxtehuder Kunstfest am 24. und 25. August, jeweils von 15 bis 17 Uhr, um im Marschtorzwinger mit Kunstinteressierten ins Gespräch zu kommen. Ausstellungseröffnung: Sonntag, 18. August 2019, 11 Uhr

Ausstellungsdauer: 20. August – 29. September 2019
Ort: Marschtorzwinger, Liebfrauenkirchhof, Buxtehude,

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 15 – 19 Uhr; Samstag und Sonntag 11 – 18 Uhr; Eintritt frei

Die Ausstellung wird unterstützt durch die Sparkasse Harburg-Buxtehude.

Biographie Jürgen K. F. Rohde

  1. Juli 1939  geboren in Wittenberg (Lutherstadt), aufgewachsen in Rostock (DDR), Ausbildung zum Schiffbauer

1957                Flucht nach Hamburg, Arbeit als Schiffbauer, Grundwehrdienst bei der Bundeswehr, grafischer Zeichner bei Airbus und Zeitmagazin

1969-77           Kunststudium Hochschule für bildende Künste Hamburg

Kunstaktionen, Ausstellungsbeteiligungen im Raum Hamburg und Buxtehude

1971                IG Kunst

Gründung Künstlergruppe IG Kunst, Planung und Realisation von Projekten in Buxtehude z.B. Aktionen – „Rettet den Fleth“ – „Erhalt Haus Fischerstraße“ – „Petriplatz wird Marktplatz“. Aufbau eines Kulturzentrums am Ostfleth,- Dokumentation Bahnübergang (Film im Buxtehude Museum), 12 Jahre Mitarbeit Kulturausschuss Buxtehude, Idee zum 1. Kunstpreis Buxtehude (Konzeption + Realisierung)

1977-1987       Kunst- und Sozialtherapeut in einer heilpädagogischen Einrichtung, davon zwei Jahre Heimleitung

Ab 1987          überwiegende Tätigkeit im Bereich bildende Kunst (Malerei, Grafik, Skulptur, Installation)

Einzelausstellungen, Installationen

1996                „Form und Auflösung“       Buxtehude Museum

1999                „Bilder und Figuren“          Marschtorzwinger

2000                „Fluss Leuchten“                 Este

2002                „Hanse Häuser“                   Wesel Niederrhein

2004                „Rote Laterne“                    Stavenort

2005                „Grande Miniatur“             Buxtehude

2007                „Monaden & Urzeller“       Marschtorzwinger

2009                „Television masks“              Installation Veilky Novgorod

2009                „Kunstinsel Este“                Rhombonade, Installation, Zeichnungen

2010                „Natürlich-Künstlich“         Gemeinsame Ausstellung im Zwinger mit Dorotha Albers
2013                „Tischinstallationen“          Konzept für „Erinnerungsausstellung Bruhns-Decker“

2016                „Bilder + Objekte“               Galerie „Schichtwechsel“, Hamburg

2017                „Installation“                        Kunstinsel „Leuchtfeuer“, Buxtehuder Este

Weiterführend: www.buxtehude.de/kultur

 

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Die Kunst des Shoppens https://www.tiefgang.net/die-kunst-des-shoppens/ Fri, 23 Mar 2018 23:21:30 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3346 [...]]]> Buxtehude hat ein Faible für die Künste. Diese wird zum 8. Male auch auf dem Wasser präsentiert. Dieses Jahr präsentiert der Bremer Künstler Uwe Schloen seinen „Rüdiger“.

Buxtehude. Auf dem Viver wird am Samstag, 21. April, die neue Kunstinsel der Öffentlichkeit präsentiert. Mit der Installation von Uwe Schloen mit dem Titel „Rüdiger (Lost in the Supermarket)“ wird bereits zum 10. Mal ein Kunstobjekt auf dem Viver ausgestellt.

Um 11.30 Uhr wird Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt im Restaurant „din hau“, Zwischen den Brücken, das Kunstwerk offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Ambivalenz der Konsumwelt im Fokus

Uwe Schloen

Uwe Schloens Installation besteht aus übereinander gestapelten Einkaufswagen; in einem Einkaufswagen sitzt verloren eine Holzfigur. Große Augenhöhlen, in sich gekehrt. Der Bremer Künstler weist mit seiner Arbeit auf die Ambivalenz der Konsumwelt hin.

Auf der einen Seite riesige Shopping Malls, mit Menschen, die nichts anderes im Kopf zu haben scheinen, als Konsum. Auf der anderen Seite der Spaß am Kaufen, die Notwendigkeit Geld auszugeben – ökonomisch gesehen. Er setzt sich mit seiner Installation mit der bunten Warenwelt auseinander, „die durchaus ihren Reiz hat, gerade auch künstlerisch“, so Schloen. Seine Arbeit – die bis zum Frühjahr 2019 zu sehen sein wird – lasse dem Betrachter genug Freiheit. Uwe Schloen: „Jeder wird eh seine eigene Geschichte dazu im Kopf haben.“

Erste Kunstinsel wurde 2009 installiert

„Rüdiger (Lost in the supermarket)“ – auf Deutsch: Verloren im Supermarkt – löst die blau-rote Installation „Leuchtfeuer“ von Jürgen K. F. Rohde ab. Der Buxtehuder Künstler Rohde war es auch, der vor einem Jahrzehnt die Idee hatte, Kunst und Künstlern der Region eine Plattform auf dem Wasser zu bieten und schuf 2009 die sogenannte Kunstinsel. Den Anfang machte er selbst mit seiner Installation „Rhombonaden“.

Es folgten: 2010 Folkert Bockentien „Ballance“ / 2011 Christa Mücke „man kann es drehen und wenden wie man will“ / 2012 Michael Jalowczarz „Spiegel der Anderswelt“ / 2013 Dorota Albers „Maispignon“ / 2014 Christa Donatius „3 rote Figuren“ / 2015 Gundula Menking „Meerjungfrau und Seemannsgran“ / 2016 Peter Schmidt „Kreuzfahrten“ / 2017 Jürgen K.F. Rohde „Leuchtfeuer in der Este“

Uwe Schloen wurde 1958 geboren, besuchte die Fachoberschule für Gestaltung in Bremen, studierte Bildhauerei und Malerei in Hamburg und ist seit 1987 freischaffender Künstler.

Quelle: www.buxtehude.de/kultur

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Die Kunst der deformierten Milchtüten https://www.tiefgang.net/die-kunst-der-deformierten-milchtueten/ Sat, 12 Aug 2017 06:44:02 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1800 [...]]]> Der Kunstpreis sollte zum Thema der Verbrauchermesse passen. Vielleicht keine so gute Idee …

Im Frühjahr hatte die Stadt Buxtehude ihren jährlichen Kunstpreis ausgeschrieben. Wir berichteten: ´Tiefgang` vom 29. Apr. 2017)  Aber irgendwie war dieses Jahr etwas Sand im Getriebe. Aus der – immerhin humorvollen – Pressemitteilung der Stadt Buxtehude:

„Buxtehude. Nicken, Kopfschütteln, Lachen, Zweifeln, Reden. Ganz viel Reden – miteinander, aber auch übereinander: Ruhig und ereignislos, wie mancher gehofft hatte, war die Veranstaltung zur Verleihung des Preises „KünstlerInnen sehen Buxtehude“ 2017 am Abend des 09. Augusts nicht. Denn am Ende gab es eine Preisverleihung ohne Preisträger, eine emotionale Auseinandersetzung über Kunst, und die Entscheidung eines Künstlers, sein Bild gleich wieder mit nach Hause zu nehmen.

Doch der Reihe nach: 2017 gibt es keinen Preisträger des Wettbewerbs „KünstlerInnen sehen Buxtehude“. Die Jury hat stattdessen drei Werke lobend erwähnt und das Preisgeld unter den folgenden drei Künstler aufgeteilt; jeweils 1.000 Euro überreicht bekamen Jürgen K. F. Rohde für „Ja! Ja! / effiziente Milchkuh, deformierte Milchtüten“, Sven Brauer für „Wenn Kreise sich windig schließen“ und Britta Lange für „Ahoi Buxtehude!“.

14 Künstler hatten Werke eingereicht

Das diesjährige Motto des mit 3.000 Euro sehr gut dotierten Preises „KünstlerInnen sehen Buxtehude“ lautete – mit Bezug auf die für den 3. September geplante Verbrauchermesse „Vor-Ort-Fair-ändern“ – „Fair-ökologisch-nachhaltig“. Die Künstler waren aufgerufen, ein Werk zu schaffen, das sich sowohl dem ökologischen Thema als auch der Hansestadt Buxtehude widmet. 14 Künstler der Region waren dem Aufruf gefolgt und hatten ein Kunstwerk zum Thema eingereicht. Eine aus vier Personen bestehende Jury hatte getagt und die Entscheidung gefällt: „Die Jury hat sich einstimmig entschieden, den Preis als solchen in diesem Jahr nicht auszuloben“, heißt es in der Begründung, vorgelesen vom für Kultur zuständigen Fachgruppenleiter der Hansestadt Buxtehude Torsten Lange. Und weiter heißt es, in Absprache mit dem Sponsoren, der Sparkasse Harburg-Buxtehude, werde man „das Preisgeld den drei Werken, die sich aus künstlerischer Sicht am besten mit dem Themen ´fair-nachhaltig-ökologisch` auseinandergesetzt haben, zukommen zu lassen.“

Künstler diskutierten kontrovers

Diese Entscheidung stieß nicht nur auf offene Ohren. Einige Künstler diskutierten lebhaft darüber, ob eine solche Entscheidung fair sei, ob die Ausschreibungsbedingungen mit dem Urteil der Jury wirklich erfüllt worden wären und ob die Ausschreibungskriterien bei allen Werken tatsächlich erfüllt seien. Erwin Hilbert aus Tostedt wurde es dann offensichtlich zu viel: Er hängte sein vielbeachtetes Bild „Der verlorene Stachel des Buxtehuder Igels“ ab und verließ mit Bild die Veranstaltung. Im gut besuchten Marschtorzwinger entspann sich eine rege Diskussion über die ausgestellte Kunst im Anschluss an die Preisverleihung.

Interessierte können sich die 13 ausgestellten Werke – ein Mix aus Zeichnungen, Malerei, Kollagen sowie Glas- und Schmiedearbeiten – noch bis zum 10. September im Marschtorzwinger am Westfleth anschauen. Weil es in diesem Jahr keinen Preisträger gibt, wird es keine Einzelausstellung geben und keines der Werke des aktuellen Wettbewerbsjahrgangs wird in den Fundus der geht in den Fundus der Artothek übergehen.

(Quelle: Stadt Buxtehude)

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