Karsten Schölermann https://www.tiefgang.net Tue, 30 Mar 2021 11:01:52 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 „Zukunftsfähigkeit sichern!“ https://www.tiefgang.net/zukunftsfaehigkeit-sichern/ Fri, 02 Apr 2021 22:56:47 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7785 [...]]]> Der Bundesverband LiveKomm und der Berliner Verein Worx“ haben eine Bundesstiftung gegründet. Ziel: die Sicherung von Kulturräumen.

Die Live Musik Kommission – der Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (kurz: LiveKomm) und der Berliner Verein „Berlin Worx e.V.“ haben nach einjähriger Planungszeit die Bundesstiftung LiveKultur ins Leben gerufen. Ermöglicht wurde die Gründung durch eine Spende, die Jägermeister 2020 im Rahmen seiner globalen #SAVETHENIGHT Initiative an Berlin Worx gegeben hat, sowie den Eigenmitteln der LiveKomm. Die Ziele der Stiftung wird die Sicherung von bedeutsamen Kulturräumen und Flächen, die Entwicklung von Förderkonzepten für die Livekultur sowie die Anerkennung der Livekultur als wertige, schützenswerte und förderungswürdige Kultur sein.

„Die Krise hat uns nochmals gezeigt, die LiveKomm benötigt eine eigene „förderfähige“ Struktur, um die gemeinnützigen Bestandteile unserer Verbandsarbeit auslagern zu können. Hierfür wurde nun eine „Bundesstiftung LiveKultur“ auf Bundesebene errichtet, was mich sehr stolz macht“, erläutert Karsten Schölermann, Vorsitzender der Bundestiftung LiveKultur: „Wir brauchen beispielsweise einen bundesweiten „Schallschutzfonds“. Darüber hinaus müssen wir Flächen anmieten, pachten oder erwerben, um sie dem „Verwertungsdruck“ zu entziehen und sie dauerhaft der Livekultur widmen zu können. Wir müssen die Zukunftsfähigkeit von Clubs und (kleinen) Festivals sichern: ökologisch, ökonomisch, technisch und gesellschaftlich. Und wir wollen die nächste Generation Clubbetreiber:innen und Veranstalter:innen ausbilden.  Auch in Sachen „Innenstadt-Kultur“ kann die Stiftung als Träger fungieren und „Urban-Spaces“ begründen.“

Anna Blaich, stellvertretende Vorsitzende Bundesstiftung LiveKultur sowie zweite Vorsitzende des Regionalverbands EventKultur Rhein-Neckar e.V. ergänzt: „Mit Unterstützung aus Politik, Wirtschaft und der Live-Branche soll nun die Stiftung Kulturräume für Musikclubs und Festivals sichern, um die Livekultur als Bestandteil der deutschen Kulturlandschaft zukünftig zu erhalten. Werden die Livemusikspielstätten, und damit die von ihnen gebotenen Bühnen, nicht erhalten, verschwinden die ersten Auftrittsmöglichkeiten für Künstler:innen und damit ein Teil der kulturellen Diversität.“

Neben Anna Blaich und Karsten Schölermann vertreten Felix Grädler (LiveKomm Vorstand und Geschäftsführer der halle02 in Heidelberg) und Bernd Strieder (stellvertretender Geschäftsführer des VPBy, Verband für Popkultur in Bayern e.V.) als weitere Vorstandsmitglieder die Bundesstiftung LiveKultur. Ein weiterer Vorstandsposten ist noch vakant und soll durch eine Vorständin besetzt werden.

Zudem wird der Vorstand zukünftig durch einen Stiftungsbeirat unterstützt, der sich aus Vertreter:innen der Branche und der Politik zusammensetzen wird. Der Sitz der Bundesstiftung befindet sich im Schloss Alteglofsheim bei Regensburg, welches bereits Sitz der Bayerischen Musikakademie und des VPBy ist.

Quelle: Die LIVEKOMM (Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V.)

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„Ein Ansprechpartner!“ https://www.tiefgang.net/ein-ansprechpartner/ Fri, 08 Jan 2021 23:36:28 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7573 [...]]]> Die Krise hat die Kulturszene mit vollster Wucht erwischt. Ratlosigkeit macht sich breit. Müssen wir umdenken? Mutiger sein? Vor was haben wir Angst? Viva la VUCA! Heute Karsten Schölermann, KNUST

Viva la VUCA!

VUCA ist das Akronym für Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität. Treffender könnte man die aktuelle Situation kaum beschreiben. Corona hat unsere Welt noch komplizierter, noch schneller, noch unsicherer und noch unvorhersehbarer gemacht.

COVID-19 stellt die Veranstaltungsbranche gerade vor nicht mehr zu bewältigende Herausforderungen: Konzerte, Ausstellungen, Theater, Clubs, Kongresse, Opern etc., mit ihren Akteuren, den Veranstaltern, Musikern, Tänzern, Schauspielern und und und – alle stecken in einer katastrophalen Krise. Ebenso wie das unüberschaubare Ökosystem aus Technikern, Stage Hands, Kostümdesignern, Caterern, Elektrikern, Visagisten und so vielen mehr.

Wie können wir helfen? Das fragten sich Simone Ashoff (Good School), Terry Krug (Krug⁺) und Marc Thomsen (JTI) auf dem Reeperbahn Festival im September 2020. Es lag auf der Hand: Es braucht ein starkes und interdisziplinäres Netzwerk, um der Krise zu begegnen. Dazu gehören, neben den Playern der Veranstaltungsbranche, auch Mediziner, Organisationssoziologen, Marketinggurus, Philosophen und viele andere. Gemeinsam mit diesen Experten gilt es neue Wege zu finden. Nicht aus der Krise, sondern mit der Krise.

VIVA LA VUCA war geboren.

Seitdem heißt es gemeinsam Antworten finden, um neue Wege zu gehen. Dafür galt es zunächst die aktuelle Situation zu analysieren. Herausgekommen sind viele Fragen, die versuchen die Krise in ihrer Komplexität greifbarer zu machen:

  • Müssen wir umdenken?
  • Sollten wir mutiger sein?
  • Schafft diese Krise Raum für Experimente oder zwingt sie uns vielmehr dazu?
  • Was kommt vielleicht nie wieder?
  • Und wovor haben wir eigentlich Angst?
  • Ist die Digitalisierung die Lösung für alles oder bedarf es dafür mehr?
  • Welche individuellen Herausforderungen beschäftigen jeden von uns in dieser Zeit?

Herausforderungen, die zwar ganz persönlich sind, aber jede für sich kann ein allgemein gültiger Parameter für diese Krise sein. Wir haben alle Gespräche aufgezeichnet. – Als Denkanstöße, als Anregung für weitere Fragen und als Anlass, um nach Antworten zu suchen. Jeder ist eingeladen, uns bei diesem Prozess zu unterstützen.

Mit dieser Serie stellen wir verschiedene Macher und ihre Überlegungen und Ansätze dar.

Viel Spaß beim Schauen!

Heute: Karsten Schölermann ist die Rampensau der deutschen Clubbetreiber. Als Gründungsmitglied der Livekomm hat er es geschafft, dass Clubkultur gesellschaftlich relevant geworden ist. Chapeau! – Leider ist ein großer Teil seines Films kaputt gegangen. Karsten bringt aber auch mit einem Satz alles auf den Punkt.

weitere Infos unter: www.viva-la-vuca.de

Sie wollen das Projekt Viva la VUCA bzw. die Zukunftswerkstatt sowie weitere Workshops und Angebote der Club Acadamy der Hamburger Clubstiftung unterstützen?

Kontoinhaber:

Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg

IBAN: DE14 2005 0550 1500 9378 16

BIC: HASPDEHHXXX

BANK: Sparkasse Hamburg

Verwendungszweck: Viva la VUCA

oder online: vivalavuca

 

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Ein Hoch auf Kleinstkonzerte! https://www.tiefgang.net/ein-hoch-auf-kleinstkonzerte/ Fri, 07 Feb 2020 23:32:54 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6335 [...]]]> Mit „Live 100“ starten die Initiative Musik und die LiveKomm ein neues Förderprogramm für Livemusikspielstätten. Es richtet sich gezielt an kleine Clubs, sogenannte „Grassroots Venues“, die jungen Bands und experimentellen Formaten eine Bühne bieten.

Berlin/Hamburg. Diese „Grassroot“-Konzerte werden mit 200 Euro pro Veranstaltung gefördert. Dabei gehen 100 Euro an den Club und 100 Euro als Gagenanteil an die auftretenden Künstler*innen. Live 100 soll einen Anreiz schaffen, mehr solcher Kleinkonzerte zu veranstalten, die ein finanzielles Risiko darstellen, da sie meist mit niedrigen Eintrittserlösen einhergehen.

Martin Eifler, Referatsleiter bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), sieht Live 100 als wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt: „Man kann sich auf den Standpunkt stellen: Gute Musik wird sich durchsetzen, das war schon immer so! Aber die Musikwelt hat sich über die Jahrzehnte verändert. Nie wurde zwar mehr Musik gehört als heute, nie war es auch einfacher, Musik zu produzieren und zu verbreiten. Aber die Schwelle zum Live-Auftritt, durch den man künstlerische Kompetenz vor Publikum aufbauen kann und der später die wirtschaftliche Existenz im Musikgeschäft absichern soll, bleibt unverändert hoch und noch immer mit großen Risiken verbunden. Hier bietet das neue Förderprogramm Live 100 der Initiative Musik eine unbürokratische finanzielle Hilfe, Risiken für Musikerinnen und Musiker und für die kleinen Clubs zu begrenzen und damit auch zur Bewahrung kultureller Vielfalt und künstlerischer Freiheit beizutragen.“

Im Bereich der „Grassroot“-Konzerte kann schon ein verhältnismäßig geringer Zuschuss wie 100 Euro pro Band und Club eine entscheidende Wirkung erzielen. So kann der Club mit diesem Betrag die Nebenkosten der Konzerte annähernd decken. Durch Live 100 profitieren erstmals die auftretenden Künstler*innen sowie die Clubs gemeinsam direkt von einem Förderprogramm auf Bundesebene.

Karsten Schölermann, Vorstandsmitglied der LiveKomm, der das Programm mitentwickelt hat, sagt: „Die Intention, die uns bei der Konzeption von Live 100 begleitete, ist die Erzeugung eines Schulterschlusses zwischen Clubbetreiberinnen und Clubbetreibern und den gleichberechtigt geförderten Künstlerinnen und Künstlern. Damit verbunden sind etliche positive Effekte: Mehr Auftritte für Nachwuchsbands in renommierten Musikclubs wie auch der Aufbau neuer Publikumsstrukturen für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler. Insgesamt erhoffen wir uns eine stark ansteigende Anzahl von Kleinkonzerten, die mithelfen wird, den Musikstandort Deutschland von der Basis her zu stärken. Als LiveKomm fordern wir die Clubszene auf, zahlreiche Anträge zu stellen.“

Im Programm Live 100 können Clubs eine Förderung für bis zu 48 Kleinkonzerte beantragen. Bezuschusst werden Konzerte mit einem Eintrittsumsatz von bis zu 1.500 Euro (max. Eintrittspreis 15 Euro), zu denen nicht mehr als 100 zahlende Gäste erscheinen. Die Konzerte müssen zu 100 Prozent live gespielt und bei der GEMA gemeldet sein.

Ina Keßler, Geschäftsführerin der Initiative Musik, begrüßt Live 100 als bedeutsamen neuen Baustein im Förderportfolio: „Schon in der ersten Förderrunde können wir mehr als 8.500 Konzerte unterstützen. Damit ist Live 100 ein entscheidendes neues Element unserer Livemusikförderung. Die begünstigten Grassroot-Konzerte sind essenziell für junge Musikerinnen und Musiker zu Beginn ihrer Karrieren, um eine aussagekräftige Bühnenpräsenz zu entwickeln. Mit dem APPLAUS stärken wir bereits seit 2013 die öffentliche Aufmerksamkeit für die Belange der Clubmacherinnen und Clubmacher. Digi-Invest und TE-SA helfen den Clubs seit 2016 bei der technischen Modernisierung. Mit diesem Spektrum an Förderprogrammen und der Clubstudie, die in Kürze startet, wollen wir mit unseren Partnern wie LiveKomm oder BK Jazz die Livebranche weiter nachhaltig unterstützen.“

Für das neue Programm stellt Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters mehr als 1,7 Millionen Euro zur Verfügung, mit denen die Kleinkonzerte gefördert werden.

Alle Informationen zum Antrags- und Vergabeverfahren sind für die Antragsteller*innen ab sofort auf der Webseite der Initiative Musik verfügbar. Das Antragsverfahren läuft bis zum 23. Februar 2020, 18 Uhr.

Weitere Informationen und Antrag: initiative-musik.de/foerderprogramme/live100

Kontakt

Initiative Musik gGmbH, Friedrichstraße 122, 10117 Berlin

Ines Weißbach – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

030 – 531 475 45 – 22, ines.weissbach@initiative-musik.de, www.initiative-musik.de

Die Initiative Musik gGmbH ist die zentrale Fördereinrichtung der Bundesregierung und Musikwirtschaft für die Sparten Rock, Pop und Jazz, gefördert durch GVL und GEMA.

LiveMusikKommission e.V., Geschäftsstelle Hamburg, Kastanienallee 9, 20359 Hamburg; Christian Ordon – Assistenz des geschäftsführenden Vorstands der LiveMusikKommission e.V.

+49 (0)40 – 235 184 16, christian.ordon@livekomm.org, www.livekomm.org

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You´ll never rock alone https://www.tiefgang.net/youll-never-rock-alone/ Fri, 26 Jul 2019 22:16:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5595 [...]]]> Fast 170 Clubs und Veranstalter der Hamburger Musikszene bilden mittlerweile das „Clubkombinat“. Ein Rückblick auf 15 Jahre Lobbyarbeit.

Im Juli 2019 existiert der Verein Clubkombinat Hamburg e. V. 15 Jahre und bildet somit nach der Berliner Clubcommission die zweitälteste Vereinigung von Musikspielstätten in Deutschland. Am 06. Juli 2004 fand die offizielle Gründungsversammlung des Hamburger Clubverbands im Waagenbau statt. Neben HafenklangZinnschmelzeFundbureauAstra Stube, EdelfettwerkMarkthalle  und  Molotow nahmen nahmen auch leider längst stillgelegte, teils abgerissene Perlen wie beispielsweise ClickSchilleroperEgal Bar,  Mandarin Casino und Tanzhalle St. Pauli an dem Treffen unter der Sternbrücke teil. Rund 20 Geschäftsführer*innen und Booker*innen gehörten der Gründungsgeneration an, die sich vereinte, um Probleme der Szene im Kollektiv zu benennen, Ideen zu entwickeln und Lösungen zu erarbeiten. An der Aufgabenstellung hat sich bis heute nichts geändert. Inzwischen verbindet das Clubkombinat knapp 170 Vereinsmitglieder. Das Jubiläum zum fünfzehnjährigen Bestehen bietet Anlass, um mit drei Aktionen einige Rückblicke, Einblicke und Ausblicke auf die Verbandsarbeit zu werfen:

“15 Jahre Clubkombinat – You´ll never walk alone”

Ein Feature in Schrift und Bewegtbild dokumentiert die Anfänge, Meilensteine, Arbeit und Visionen des Club-Kollektivs. Der erste Teil der viergliedrigen Serie von Birgit Reuther wured auf der Verbands-Homepage am Samstag, den 06. Juli veröffentlicht. Zeitzeugen, Gründungsmitglieder, ehemalige und aktuelle Clubbetreiber*innen und Unterstützer*innen wie Andrea Rothaug (Rock City e.V.), Wolfgang Landt (Markthalle), Andi Schmidt (Molotow), Terry Krug (Tanzhalle St.Pauli), Karsten Schölermann (Knust), John Schierhorn (Waagebau) sowie Dr. Carsten Brosda (Senator der Behörde für Kultur und Medien) kommen dabei zu Wort.

Hamburger Club-Türen Poster veröffentlicht

81 Türen, hinter denen unzählige unvergessliche Abende und Nächte verbracht wurden, sind für das neue Club-Türen Poster abgelichtet worden (´Tiefgang` berichtete). Von Aalhaus bis Yoko, Altona bis Wandsbek und Anarcho-Punk-Laden bis Weltmusik-Bühne ist alles dabei. So bunt die Türen, so vielfältig sind auch die Musikbühnen dahinter. Auch Türen, die für immer geschlossen bleiben werden, wie die der Kogge und der BarRock, wurden hier für die Ewigkeit festgehalten. Ab sofort sind die Poster (A1) für 10 Euro im St. Pauli Tourist Office (Wohlwillstraße 1 und auch per Online-Bestellung unter info@sanktpaulioffice.de zzgl. Versand) sowie beim Clubkombinat Hamburg (Kastanienallee 9) erhältlich. Eine digitale Variante, die noch weitere Club-Türen zeigt und auch die jeweiligen Websites und viele Club-Portraits bereithält, ist unter club-tueren.clubkombinat.de zu finden.

Sommerfest am 26. August 2019

In Kooperation mit pop-up records lädt das Clubkombinat Ende August auf das Festivalgelände von SOMMER IN ALTONA zum Sommerfest ein. Die geladenen Gäste erwarten verschiedene Beiträge zur fünfzehnjährigen Geschichte des Clubkombinats, u. a. ein Club-Talk zwischen dem Rapper DAS BO, Susanne “Leo” Leonhard (Docks/Prinzenbar), Holger Jass (Ex-Onkel Pö) und Claudia Mohr (Waagenbau). Die Moderation übernimmt Siri Keil (NDR Info Nachtclub).

Quelle: clubkombinat.de

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Ein Hoch auf Live! https://www.tiefgang.net/ein-hoch-auf-live/ Fri, 06 Jul 2018 22:03:17 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3851 [...]]]> Live-Konzerte kosten mehr als sie bringen. Das war vor mehr als zehn Jahren ein Statement  von Clubbetreiber*innen bei einem Brunch der damaligen Kultursenatorin von Welck. Daraus wurde der „Live Concert Account“ und ist seither eine feste Größe …

Früher wurden Clubs mit „Prämien“ ausgezeichnet für vermeintliche tolle Programme des Vorjahres. Warum der eine Club prämiert wurde und der andere nicht, verstanden selbst die Prämierten damals nicht und schlugen vor, sich lieber an zählbaren Fakten zu orientieren. Herauskam der „Live Concert Account“ – als Schlüssel für die Berechnung von Anzahl und Kosten von Konzerten. Und er ist mittlerweile zu einer der besten Fördermodelle der Republik geworden. Weil fair und umfassend, so dass es wieder Spaß macht, Konzerte zu veranstalten.

Das hat über die Jahre auch die Kulturbehörde verstanden und gibt regelmäßig ihren Teil dazu. Der andere kommt von den Clubs und ihrer eigenen Stiftung selbst.

In der Pressemittelung  der Behörde für Kultur und Medien heißt es nun:

„Stadt erhöht bundesweit einzigartige Unterstützung für kleinere private Musikbühnen auch künftig von 150.000 auf 250.000 Euro

Die Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg – kurz Clubstiftung – und die Behörde für Kultur und Medien haben jetzt eine neue Förderrunde des Live Concert Accounts (LCA) gestartet. Die Behörde für Kultur und Medien hat die regelmäßige Fördersumme wie im Vorjahr von 150.000 auf 250.000 Euro erhöht. Dies wird nach einem entsprechenden Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft auch zukünftig gewährleistet sein. Damit wird Livemusikkultur in Hamburg langfristig substanziell unterstützt.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Hamburger Livemusikclubs sind ein wichtiger Bestandteil der Musikszene Hamburgs. Clubs sind Orte an denen Musikkultur greifbar wird. Viele junge Talente treten zuerst hier auf. Die Clubs leisten so auch einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchsförderung. Der Live Concert Account hat sich zu einem der wichtigsten Förderinstrumente für die vielfältige Musikszene in Hamburg entwickelt. Gemeinsam mit dem Clubkombinat und RockCity entwickelt, lebt der Account wesentlich von der Solidarität unter den Clubs. Mit der langfristigen Erhöhung der Mittel für den Live Concert Account wollen wir die lebendige Clubkultur Hamburgs ausbauen.“ 

Karsten Schölermann, 1. Vorsitzender Clubstiftung: „Der LCA investiert unmittelbar in die kreativen Freiräume für Künstlerentwicklung. Damit steigt die Bereitschaft Konzerte zu realisieren, die nicht wirtschaftlich sind und leistet Entwicklungshilfe für viele Nachwuchskünstler. Dass die Bürgerschaft dieses Instrument zur Stärkung der privaten Musikbühnen im zehnten Jahr des Bestehens über die Regierungsfraktionen hinaus für die nächsten Jahre beschlossen hat, ist ein wichtiges kulturpolitisches Signal.“

Der Live Concert Account (LCA) ist ein Fördermodell für Hamburger Livemusik-Spielstätten, das gemeinsam von der Behörde für Kultur und Medien, dem Clubkombinat Hamburg e. V. und RockCity Hamburg e. V. – auch im Dialog mit der GEMA – entwickelt wurde. Dieses Förderinstrument für Livemusik ist in seiner Form bundesweit einmalig: Die jeweilige Förderung pro Club wird im Kern auf der Grundlage der entrichteten GEMA-Vergütungen des Vorjahres bemessen und anhand eines Verteilungsschlüssels errechnet. Mittels dieser Quote wird im Verhältnis zur verfügbaren Fördersumme direkt an die Antragssteller ausgeschüttet. Das bedeutet: Je mehr Konzerte, desto höher die Förderung.

Im letzten Jahr konnten 51 Hamburger Clubs und Musikinitiativen vom Live Concert Account profitieren. Wie in den vergangenen Jahren auch, kann sich das endgültige Förderbudget durch private Spenden und ergänzende Mittel aus dem sogenannten FairTix Ticketing der Clubstiftung noch erhöhen.

Die Antragsunterlagen sind ab sofort online verfügbar und können bei der Clubstiftung eingereicht werden. Die Antragsfrist endet am 1. September 2018.“

Antragsunterlagen und weitere Informationen unter

hamburg.de/bkm und clubstiftung.de

Quelle: www.hamburg.de/bkm

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„Hier spiele ich gerne!“ https://www.tiefgang.net/hier-spiele-ich-gerne/ Fri, 10 Nov 2017 23:25:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2504 [...]]]> Was ist eigentlich ein guter Club für Musiker*innen? Ein Wettbewerb hilft jetzt, dies herauszufinden.

Musiker*innen und Clubs müssten im Grunde dickste Freunde sein. Aber oft gibt es Streit um Gagen, Catering und Umgang. Denn Clubs sind ja irgendwie auch das Arbeitszimmer von Musiker*innen. Und wer ihnen ein gutes stellt, soll dafür auch geehrt und gestärkt werden. Aber wie soll man herausfinden, wer gut und wer schlecht ist? Klar, geförderte Clubs können und werden wohl eher feste Gagen anbieten können. Aber ist auch die Technik gut und der Umgang mit den Auftretenden? Oder können und tun das nicht eher die kleinen Clubs, weil sie in ihrer Leidenschaft auch eher mal das Kaufmännische ignorieren?

Am besten, man fragt einfach mal die Musiker*innen selbst. Und das geht immer am besten, wenn man es mit einem Wettbewerb ein wenig inszeniert und ganz öffentlich raus haut. Und das Gute, man selbst kann beim nominieren auch noch etwas gewinnen.

Und so entstand der Backstage Club Award. Beim DER BACKSTAGE CLUBAWARD 2018 nominieren Musiker*innen die Preisträger. Im ersten Schritt sind diese dazu aufgefordert, ihre Favoriten vorzuschlagen. Ab Januar startet dann das große Voting, bei der die Auswahl vorgeschlagener Clubs ermittelt werden. Und so ab sofort Musiker*innen alle bundesweiten Locations in vier Kategorien für den BACKSTAGE Clubaward 2018 nominieren – in unterschiedlichen Kategorien: „die beste Sound- und Bühnentechnik“, „die beste Nachwuchsarbeit und Förderung der lokalen Szene“, „der bester Umgang mit Musikern auf und hinter der Bühne“ und allgemein „der beste Club 2018“.

Der BACKSTAGE Clubaward ist eine Initiative der LiveKomm, Backstage PRO, Clubs am Main e.V. und dem Musikmesse Festival Frankfurt. Gesponsert wird er durch einige Technikfirmen, die es so auch gleich als Werbung nutzen. Legitim.

Es war eine gelungene Premiere, als Anfang April in Frankfurt zum ersten Mal der BACKSTAGE Clubaward 2017 an die besten deutschen Clubs im Bereich Live-Kultur verliehen wurde.

In der Kategorie „Backstage des Jahres“ wurde die Live Music Hall aus Köln gewählt. Die sieben Vertreter des Clubs konnten sich neben der BACKSTAGE Clubaward-Plakette über einen Preis der Firmen Thon und Gravity im Wert von jeweils 500€ freuen.

Den Preis in der Kategorie „Beste Nachwuchsförderung / Newcomerclub des Jahres“ erhielt der Frankfurter Club Das Bett. Die Firma Shure stellte hierfür Equipment im Wert von 1.000 € zur Verfügung.

Preisträger: Live Music Hall (Köln), Backstage (München), Das Bett (Frankfurt)

Das Backstage aus München vereinte in der Hauptkategorie die meisten Votes auf sich und ist damit zum „Club des Jahres“ gewählt. Hans-Georg und Beate Stocker durften sich über Equipment im Wert von 2.000 € für Produkte der Firmen LD Systems und Cameo freuen. Dieser Preis wurde von der Firma Adam Hall Group zur Verfügung gestellt. Karsten Schölermann von der LiveKomm und selbst (Mit-)Betreiber diverser Hamburger Clubs wie Knust, LOGO und in Harburg dem Stellwerk: „Unfassbare 1.178 Musikerinnen und Musikern haben an der Abstimmung teilgenommen und damit ihren Support für die Clubszene bekundet. Wir werden alles dafür geben, diesen Schulterschluss zwischen Musiker/Innen und Clubszene auch weiterhin zu beleben. Das war Großes Tennis. Danke!“

Nach diesem Erfolg gibt es nur eines: Die Neuauflage für 2018. Und sie startet genau jetzt!

Die Musiker- und Band-Community wird diesmal noch stärker einbezogen: Als Musiker/In kannst du deine favorisierten Locations ab sofort in drei Kategorien für den BACKSTAGE Clubaward 2018 nominieren.

Mitmachen, gewinnen und live spielen!

Durch die Einreichung deiner Nominierung und mit etwas Losglück hast du die Chance, einen Einkaufsgutschein zu gewinnen. Unter allen Teilnehmern werden Gutscheine im Wert von 1000 Euro (1 x 500, 1 x 300, 1 x 200) verlost! Deine Teilnahme an der Nominierung ist bis zum bis 20. Dezember 2017 möglich.

Ab Januar 2018 startet dann das große Voting, durch das die Preisträger ermittelt werden. Das große Preisverleihungs-Event findet am 10. April zum Auftakt des Musikmesse Festivals im Frankfurter Szene-Club „Nachtleben“ statt.

Der BACKSTAGE Clubaward ist eine Initiative der LiveKommBackstage PRO, Clubs am Main e.V. und dem Musikmesse Festival Frankfurt.

Zum Wettbewerb: backstagepro.de

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„Geld kennt keinen Rock´n´Roll …“ https://www.tiefgang.net/geld-kennt-keinen-rocknroll/ Fri, 08 Sep 2017 22:30:17 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2103 [...]]]> Seit 30 Jahren wird das Hamburger Rathaus gerockt. Ja, wirklich gerockt. Und die Musik bekommt nicht nur der Erste Bürgermeister sondern ganz Hamburg gratis auf die Ohren gehauen. Ein Grund zur Würdigung.

Alles fing mit der Staatsoper an…“, erinnert sich Karsten Schölermann, Urgestein der Hamburger Clubszene und immer noch unverdrossen unterwegs. Und er führt aus: „Die Staatsoper bekommt – seit ich denken kann – unglaublich viel Geld von der Stadt Hamburg. Und alle Jahre wieder, so auch 1987, treffen sich (blauäugig) Menschen der moderneren Musikbranche, um in der Stadt nach Mitteln für zeitgemäße Musik zu suchen. 1987 führte dies, unter Beteiligung von Hamburger Musikern, Konzertveranstaltern und anderen aus der Hamburger Musikbranche, zur Gründung eines Vereines: ROCK CITY HAMBURG e.V.“

1987: das Hamburger Rockspektakel startet in pink.

Und eben dieser Verein beschloss, Geld für eine große Sause zu besorgen, nämlich das erste Hamburger ROCKSPEKTAKEL. Der damalige Haushaltsexperten der GAL (Grüne Alternative Liste) Paul Rieckmann kümmerte sich, dass es wirklich Geld gab. „400.000 DM spuckte der Senat aus einem versteckten Haushaltstitel aus. Geld, von dem nicht einmal die eigentlich für Musik zuständige Kulturbehörde wusste“, so Schölermann.

Das Konzept war einfach

„Unser Konzept war einfach: Man nehme 100.000 DM für Werbung 100.000 DM für ein Büro mit zwei Mitarbeitern und 200.000 DM für eine Woche voller Konzerte mit einer Clubnacht am Anfang (DIE NACHT DER CLUBS) und einem Abschlussfestival auf dem Hamburger Rathausmarkt (RATHAUS ROCK) – das ganze hieß ROCKSPEKTAKEL und fand vom 8.9.1988 bis 18.9.1988 in Hamburg statt.

„Hamburg – das Hoch im Norden“ stand auf dem ersten Plakat:  „Die leuchtend pinke Gitarre wühlt sich durch den Schamhaarberg eines anthrazit-nackten, farblich verfremdeten Mannes. Seine Linke greift den Hals des Instrumentes in der Pose eines geübten Onanisten“ schrieb dazu die TAZ. Der Rummel um das nackte Musikanten-Männchen kam uns ob der entstehenden PR für das Festival gerade recht, und die Musiker fanden es eh´ “geil“ – die Analogie von Sex und Rock „zwangsläufig“.

Mit diesem Knallbonbon als Start war es nicht verwunderlich, dass schon bald kritische Töne ob der Verwendung der städtischen Mittel folgten.“

Völlig frei finanziert

Aber wie meistens: das staatliche Geld war – wie auch das provozierende Plakat – schon 1990 nicht mehr da. Stattdessen gab es jetzt zwei Veranstaltungen – und eine gibt es bis heute, völlig frei finanziert: Die NACHT DER CLUBS und das ROCKSPEKTAKEL.

Schölermann: „Es ist müßig nachzuweisen, wie viel Förderung aus den 400.000 DM schlussendlich hervorgegangen sind – ganz von meiner Existenz als Veranstalter abgesehen. Aber der Qualitätsnachweis fällt über die Jahre ganz einfach aus. Bis heute ist das ROCKSPEKTAKEL auf dem Hamburger Rathausmarkt tolerierter Gast – ein Stolperstein zwischen Cyclassix, Stuttgarter Weindorf und Alstervergnügen. Dabei ist der Charme des beleuchteten Rathauses bis heute anmutend.

Und jede Band aus Hamburg würde mittlerweile dort auftreten – auch und gerade die anspruchsvollen. Die Location ist einmalig, und es ist ein echtes Musikfestival – nur eben ohne Eintritt.

Das es überleben konnte ist genau diesem Faktor zu verdanken. Anfang der 90er Jahre war es zunächst „PRINCE DENMARK“ – die mit Ihren sechsstelligen Zuschüssen für Werbung und Programmqualität  sorgten. In den Vergangenen Jahren war es – seit 1988 als Partner dabei – die Bremer (!) Brauerei BECKS.“

Spiegel der Finanzgeber

So war das ROCKSPEKTAKEL immer auch ein Spiegel der Finanzgeber. Je höher die Unterstützung – desto besser das Programm – desto eindeutiger aber auch die Botschaft des Geldgebers.

Trink mich, rauch mich, iss mich, lies mich, hör mich. Einmal im Jahr verschmelzen diese Begriffe in ein Open-Air-Eins: „Umsonst und Draussen, und jede Menge Rock´n´Roll“. Schölermann: „Es hat mich schon immer gestört, dass das Geld keinen Rock´n´Roll kennt. Aber er kennt es, und es kann nichts kennen. Was soll da schon bei rum´ kommen?“

Im Falle des ROCKSPEKTAKELS zumindest jedes Jahr drei Tage, bei jedem Wetter und viel Musik. Mal mehr, mal weniger Rock ´n ´Roll kam heraus. Aber doch so viele feine Stunden. Die Liste der Bands ist lang, aber manche mittlerweile legendär.

1988: Avia, Elephant, Loti Pohl, Felix de Luxe, Abi Wallenstein

1989: Steinwolke, Hannes Bauer, Pape, Die abstürzenden Brieftauben, B.Sharp, Kraan

1990: Bon Scott, Plan B, Norbert und die Feiglinge, Mitch Ryder

1991: National Galerie, Die Prinzen, Abba Revival Band, Underworld, Man, Wolf Maahn

1992: Gamma Ray, The Land, Peacock Palace, Whisky Priests,
Michel van Dyke, Rudolf Rock & die Schocker

1993: Axxis, Illegal 2001, Inchtabokatables, Herwig Mitteregger

1994: Cultured Pearls, Subway to Sally, Peter & the Test Tube Babies, H-Blockx, Selig, The Busters, The Bates

1995: Paddy goes to Holyhead, Ninos con Bambos, Bad News Reunion, Die Kassierer, Cucumber Men, Abwärts

1996: El Vez, Lotto King Karl, Bogus Brothers, Blind Passengers, Roh !, Judge Dread

1997: Messer Banzani, Pornomat, Gagu, Latin Quarter

1998: Coalminers Beat, Motorsheep, Pothead, Dernameistsolangdassichdasehkeinschweinmerkenkann, Lecker Fischbrät

1999: EMERGENZA ROCK FINAL u.a. mit: Kashmir, 3 Gramm, Myballoon u.a.

2000: Kind of Blue, Lemonbabies, Goldrausch, Knorkator, Waltari, Ezio, Reef

2001: Rantanplan, Desmond Dekker, Emil Bulls, Nina Hagen & Band,
Jazz Butcher, The Busters

2002: Dubtari, Cultured Pearls, Vivid, H-Blockx, The Shining, Such a Surge

2003: Dedushki, Fiddlers Green, Boo!, Laurel Aitkin, Gutbucket, Pinkostar, 4Lyn

2004: Beatsteaks, Mother Tongue, Kid Alex, Smoke Blow, Die Schröders

2005: Sharonas, Blackmail, Dendemann & Mirko Machine, Looptroop,
Tigerbeat, Revolverheld, Dawn Penn

2006: Bela B. y Los Helmstedt, Donots, Abwärts

2007: Oomph! – Superpunk – Ezio – iO – Flowin‘ Immo & Les Freaqz – Positunes

2008: H-Blockx – Blackmail – Jaya The Cat – I-Fire – Wirtz

2009: Ohrbooten – 4 Lyn – Pohlmann – Dubtari – Caracho – Betty Blitzkrieg – The Inspector Clouzo – Rocola Baccalao – Bomba Estereo

2010: Smoke Blow, Abwärts, Urban Majik Johnson, I-Fire, Piazumanju, Monsters of Liedermaching, 5Bugs, Das Pack

2011: Mono Inc., The Dillinger Escape Plan, Caliban, Le Fly, [soon], The Pleasures, Dark Age, D-Flame

2012: Wirtz, Smoke Blow, I-Fire, Jonas & the Massive Attraction (CAN), Skindred (UK), Vayden (USA), The Skatoons, Sondaschule

2013: Jaya the Cat (NL), Le Fly, Monsters of Liedermaching, Loui Vetton, Das Pack, Mr. Irish Bastard, Liedfett, Urban Majik Johnson

2014: Wirtz, I-Fire, Lord of the Lost, La Confianza, Montreal, Galaxy Space Man, Unzucht, Sondaschule,

2015: Hayseed Dixie (USA), Jaya the Cat (NL), Dritte Wahl, Das Pack, Monsters of Liedermaching, Rogers, Swiss & die Andern, Blut Hirn Schranke, Liedfett

2016: Caliban, Vitja, River Becomes Ocean, Le Fly, Sondaschule, Eljot Quent, Der Fall Böse, Pensen Paletti, Der Wahnsinn

DAS PROGRAMM 2017

Und dieses Wochenende zeigt das nie alt werdende Festival wieder was es drauf hat. Ein Besuch ist Pflicht!

Am Samstag (09. Sept.)

Mad Hatter’s Daughter

13:00 – 14:00 Uhr

Kira und Basti waren ein paar Jahre zusammen, bevor er ihre einzigartige Gesangsstimme entdeckte. Die beiden waren im Auto unterwegs und das Radio lief, als Kira plötzlich anfing zu singen. Sie hatte ihn sofort begeistert. Basti spielt seit über 10 Jahren in Bands und arbeitet als Engineer und Produzent im Musik-Business und entschied kurzerhand, Kira Gesangsstunden zu schenken. Momentan arbeiten die beiden mit Sven Bünger (Madsen, Johannes Oerding, Roger Cicero, …) an zwei weiteren Radio Singles für ihr Album, welches noch 2017 auf den Markt kommen wird.

Linda Rum Band

14:20 – 15:20 Uhr

Angefangen hat alles am Klavier – klassisch ausgebildet im Kindesalter. Dann kam der Gesang dazu, die Gitarre und das Songwriting. Und wer sich einmal in die Arrangements hineingefühlt hat, den wird es nicht überraschen, dass auch viele Jahre klassischer Kirchenmusik die studierte Organistin geprägt haben.

Doch dabei ist es nicht geblieben. Linda Rums Musik ist lebendig und darum facettenreich. Stimmig, aber nicht eintönig. Die Dynamik ihrer Arbeit wird schon spürbar, wenn sie die Bühne betritt. Diese zierliche, auf den ersten Blick ruhige Erscheinung mit der alles vereinnahmenden Persönlichkeit und Ausstrahlung. In ihrem Kollektiv aus Mitmusikern bleibt die Stimme das zentrale Element. Die Mischung aus modernem Folk, Pop und Post Rock präsentiert sich mal ausufernd sphärisch, mal treibend und Beat fokussiert, dann wieder ganz sanft und authentisch gefühlvoll, ohne im Kitsch zu enden.

 

Odeville

15:40 – 16:40 Uhr

Noch vor zwei Jahren galten Odeville als Geheimtip in der Hamburger Musikszene. 2017 sind die fünf Jungs aber schon eine feste Größe der Deutschsprachigen Indie-Kultur. Ihr aktuelles Album „Phoenix“ hatte einen beachtlichen Anteil an ihrem Erfolg. Songs wie „Leuchtreklamenpoesie“ oder „Lichtblick“ sind eingängige Radio-Singalongs, die sich nicht vor den üblichen Mainstream-Verdächtigen verstecken müssen. Odeville sind aber viel mehr als nur „Das nächste große Ding“ zwischen Bendzko und Giesinger. Mit ihrer überragenden Live-Präsens irgendwo zwischen Euphorie und Melancholie, Party und Post-Pop und einer gehörigen Portion Selbstironie ziehen sie jeden Zuschauer in ihren Bann. Die dreckige Gitarren und das sonnige Gemüt einer Beatsteaks- Show, die süßen Melodien und intelligenten Texte einer Element of Crime Platte, ein wenig Stadionrock à la Kings of Leon und ihre unnachahmliche Lausbubenattitüde machen jeden Gig der Band unvergesslich.

Ripe & Ruin

17:00 – 18:00 Uhr

„Like all good fruit the balance of life is in the ripe & ruin“

Von rasender Wut, über ohnmächtige Verzweiflung. Von unerfüllbaren Wünschen, zu meditativem Frieden.
Von statischer Stille, zu ekstatischem Tanz.

Ripe & Ruin destillieren ihre Songs aus der gesamten Vielfalt menschlicher Emotionen. Immer auf der Suche nach neuen Grenzen und dem was bleibt wenn man sie hinter sich lässt. Das Hamburger Rock-Trio setzt auf Authentizität. Roh, ungeschönt, greifbar. Ein Muss für alle Fans handgemachter Musik.

The Wake Woods

18:20 – 19:20 Uhr

Nach dem gefeierten Debütalbum aus 2015 („Heilige Madonna der 6 Saiten! Es gibt sie noch. Junge Rockbands, die genau wissen, wie man die Harfe bläst!“ – GrandGuitars), dem 2.Platz beim DEUTSCHEN ROCKPREIS und dem Support für DEEP PURPLE im Juli 2016 (DON AIREY: „Die Jungs spielen das richtige Zeugs – und das wirklich gut!“) nimmt die Band Kurs auf die nächste Runde. Das neue Album wird Anfang 2018 veröffentlicht. Zuvor wird die Aufzeichnung des Live Konzertes für den WDR ROCKPALAST im Oktober als Highlight gefeiert.

 

 

 

Horisont (SE) 19:45 – 20:45 Uhr

Dicke Schnurrbärte und enge Hosen… HORISONT aus Schweden schöpfen Inspiration aus der endlosen Quelle des Blues, oder zumindest dem Spirit des Blue Oyster Cult… Ihr Sound erinnert an den Anfang der 70er, als sich die Generation der 60er Jahre den sanften Hippie-Sound vornahm und ihn schwarz anmalte; als Hard Rock und Prog einen neuen Sound erschufen… Passend zum neuen Album, dass von der Presse übrigens durch die Bank weg gefeiert wird, haben sie einen weltweiten Vertrag bei Century Media unterzeichnet… Der weiteren Karriere steht also nichts im Weg…

 

The Vintage Caravan (IS)

21:15 – 22:15 Uhr

Mit einem Durchschnittsalter von grade mal 23 Jahren, zeigen die isländischen Classic Prog-Rocker von THE VINTAGE CARAVAN die Reife einer Band, die seit Jahrzehnten auf Tour ist. Bei ihrer ersten Festival-Show 2012 durften sie nur in Begleitung ihrer Eltern auftreten. Entsprechend war keiner der anwesenden Journalisten gewappnet für das folgende Spektakel.

Der Rest ist Geschichte… Ein Plattenvertrag bei Nuclear Blast, Festival-Shows in Wacken, Roskilde, Hellfest und Summer Breeze, sowie Touren mit Europe, Blues Pills, Grand Magus und Orchid… Wir freuen uns sehr, sie auf dem Rockspektakel begrüssen zu dürfen…

 

Blues Pills (SE)

22:45 – 23:59 Uhr

Nicht viele moderne Bands haben das Glück, einen so einzigartigen, unnachahmlichen Stil mitsamt so einer unglaublichen Stimme, ihr Eigen zu nennen. Und damit im Jahr 2017 einen wirklichen Hype zu erleben.

Die psychedelischen Sounds von BLUES PILLS erinnern an die guten 60er und 70er Jahre, mit all den Zutaten der damaligen Zeit… Ein Hauch Americana aus den 60ern, eine Prise Blues, einen ordentlich Schlag Rock’n’Roll und ein Schluck Soul wird in den wunderbaren Cocktail aus Sound gemischt, den wir BLUES PILLS nennen.

Mit ihrem neuen Album „Lady In Gold“ kommen sie als Headliner zu uns auf den Hamburger Rathausmarkt.

 

Und auch am Sonntag (10. Sept.) gibt´s was auf die Ohren:

Gold 13:00 – 13:40 Uhr

Lilian Gold singt und Florian Seyfarth spielt Gitarre. Zusammen sind sie Gold. Gold ist Soul, Blues und Funk, ein Glitzermeer der Gefühle.

Im Frühjahr 2017 begegneten sich Lilian und Florian auf einer Jamsession und stellten fest, dass sie musikalisch gut zusammenpassen. Lilians Texte handeln von Liebe und Leben und mit Florians grooviger Gitarre entstanden schnell die ersten gemeinsamen Songs und schon nach den ersten Gigs war klar, dass dieses Gold auf die Bühne gehört.

Die Beiden präsentieren ihre Musik sowohl im Duo als auch, je nach Situation, im Trio mit Percussion und als volle Band.

Alexander von Rothkirch – 14:00 – 14:40 Uhr

Ein Mann, eine Gitarre. Der Hamburger Singer/Songwriter Alexander v. Rothkirch kommt mit wenig aus, um zu begeistern. Tolle Songs, eine warme, dunkle Stimme, unverkennbares, perkussives Gitarrenspiel. Funk und Rock’n’Roll für die Hüfte, Balladen für die Seele.

Wie er selbst ist auch seine Musik voll Dynamik und positiver Energie, sodass das Publikum mit ihm warm ist, sobald er die Bühne betritt. Sympathisch, wortgewandt, authentisch, selbstbewusst, mitreißend, mal laut und rau, mal leise und seicht, mal solo, mal mit Band.

 

Better Than – 15:00 – 16:00 Uhr

Junger energiereicher Indierock und ausdrucksstarke deutsche Texte: Genau das vereinen die fünf Jungs von Better Than und erinnern dabei an den echten nahen Stil der alten Hamburger Schule. Mal kämpferisch und laut heraus, dann wieder gefühlvoll und bedacht: Im Mittelpunkt stehen die Emotionen. Eingebettet in frische Gitarrenklänge, konkrete Beats und schwebende Sounds berichtet die raue Stimme von Frontmann Phillip Scholz über alle Höhen und Tiefen auf der Suche nach sich selbst. Noch so jung, doch voller Euphorie für die Musik. Auf der Bühne entfacht Better Than ein Feuerwerk der Emotionen.

Port Joanna-  16:20 – 17:20 Uhr

Port Joanna bringen die gute alte Zeit des Funk, Soul und Rock zurück in die Clubs und Herzen dieser Welt. Ein Ort, an dem Musik noch lebendig und eine Gitarre noch eine Gitarre ist. Mal tanzbar, immer gefühlvoll, nie gekünstelt.

Wer Lust auf gute, handgemachte Musik hat, der sollte sich Port Joanna auf keinen Fall entgehen lassen. Angefangen als spontan zusammen gewürfelte Coverband, spielte die Band einige größere Auftritte in und um Hamburg. Dass sie nun auch mit den eigenen Songs zu überzeugen wissen, davon erzählen die Ohrwürmer in den Köpfen des Publikums, noch Tage nach den Shows.

Reggaedemmi – 17:40 – 18:40 Uhr

Reggaedemmi ist ein bunter Haufen aus der ganzen Welt, der sich in Hamburg über die Musik zusammengefunden hat. Von Haus aus nehmen die Jungs die meisten Dinge recht locker, die Musik dafür ganz schrecklich ernst.

Mit ihrer eigenen Musikmischung – zwischen Roots- Reggae, Dancehall und Uptempo-Ska bleibt nichts unangetastet – dank knackigen Bläsersätze, dumpfem Bass, sowie schweißtreibenden Rhythmen garantiert Reggaedemmi immer gute Stimmung.

Skaramanga – 19:00 – 20:00 Uhr

Eine dicke Portion Ska, gemixt im organisierten Chaos, entstanden aus dem kreativen Wahnsinn völlig unterschiedlicher Musikstile, schieben die zehn (Exil)-Hamburger bereits seit über 12 Jahren eine schwarz weiße Einheit schweißtreibender Upbeats vor sich her. Mittlerweile angekommen auf den Bühnen dieser Republik, nehmen Skaramanga ihre Zuhörer mit auf eine Reise durch die Welt einer der urbansten Musikstile unserer Zeit. Mit der Lizenz zum Tanzen wird spätestens nach den Eigeninterpretationen bekannter Klassiker der Hosenzwang gänzlich aufgehoben. Lady´s and Gentleman, boys and girls Skaramanga is back in town ! Ein echtes Muss vom Musikliebhaber bis zum Punk in Nadelstreifen!

Dubtari – 20:30 – 22:00 Uhr

Nach mittlerweile 20 Jahren Bühnenerfahrung und fünf Alben, haben sich DUBTARI zu einer festen Größe in der deutschen Reggae- und Ska-Szene gemausert.

Während Ska und Reggae bis heute die musikalische Basis der Band geblieben sind, fanden im Laufe der Jahre auch immer mehr Musikstile wie z.B. Dancehall, Dub, Latin, HipHop, Drum’n’Bass und Rock ihren Weg in die Stücke. Das Ergebnis ist der unverkennbare und trotzdem abwechslungsreiche dubtari-Sound, der durch deutsche, spanische und englische Vocals von Frontfrau Quiandra und Frontmann Marcophone komplettiert wird. Dubtari nennt diese einzigartige Mischung Intercontinental-Offbeat.

Weiterführende Links: rockspektakel.de und facebook.com/rockspektakel.de

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Fördern und gefördert werden https://www.tiefgang.net/foerdern-und-gefoerdert-werden/ Sat, 20 May 2017 05:45:28 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1157 [...]]]> Kleine Musikclubs sind die Kinderstuben der Stars von Morgen. Das war der StarClub für die Beatles ebenso wie das alte Knust in der Brandstwiete für R.E.M.. Das gehört gefördert. Sagen die Clubs, aber auch der Senat.

Und so haben zum neunten Male die Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg – kurz Clubstiftung – und die Behörde für Kultur und Medien jetzt das Antragsverfahren für die neuerliche Förderrunde des Live Concert Accounts (LCA) gestartet.

Die Förderung richtet sich an Musikclubs und Musikinitiativen mit festem Spielort in Hamburg, die

  • seit mindestens einem Jahr vom derzeitigen Betreiber geführt werden und
  • jährlich mindestens 24 Livemusik-Konzerte veranstalten
  • die keine institutionelle Förderung bekommen und
  • deren Gesamtveranstaltungsfläche nicht größer als 500 Quadratmeter ist bzw.
  • deren Kapazität nicht über 1000 Personen fasst.

                                   250.000 € stehen zur Verfügung

Nachdem bereits im letzten Jahr die Rekordzahl von 52 Musikclubs Fördergelder von der Stadt erhalten hat, stehen in diesem Jahr durch eine einmalige Erhöhung um 100.000 Euro (von 150.000 auf 250.000 Euro) so viel Mittel wie nie zuvor bereit, um Clubkonzerte zu unterstützen. Weitere Spenden der Clubstiftung werden insbesondere die Talententwicklung als wichtigen Teil der Livemusik-Kultur zusätzlich befördern.

Bereits im vergangenen Jahr wurde das regelmäßige Budget der Behörde für Kultur und Medien für den LCA von jährlich 150.000 Euro durch zusätzliche Mittel in Höhe von 50.000 Euro angehoben. Zusätzlich brachte die Clubstiftung 15.000 Euro aus dem FairTix-Ticketing für den LCA als Direktspende ein. Dank einer Spende des privaten Musikunterstützers Jan Szlovak von 20.000 Euro konnte die gesonderte Unterstützung von Nachwuchskonzerten (sogenannte „LCA+“) ausgebaut werden, so dass 2016 insgesamt 235.000 Euro zur Verfügung standen.

„kleine Musikclubs unverzichtbar“

Kultursenator Carsten Brosda (Foto: clubkombinat)

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Der Live Concert Account hat sich in den letzten neun Jahren als Förderinstrument sehr bewährt und wird im kontinuierlichen Dialog mit der Szene weiterentwickelt. Die solidarisch eingebrachten Anteile aus dem clubeigenen Ticketing wie auch die großzügige private Spende zeigen, dass der LCA insgesamt ein Erfolgsmodell ist. Wenn wir wie in diesem Jahr die Möglichkeit haben, das vorgesehene Budget aufzustocken, so tun wir das gerne, weil es unmittelbar der Veranstaltung von Livemusik in den so unverzichtbaren kleineren Musikclubs und der musikalischen Vielfalt in Hamburg dient.“

Leithammel der Clubs: Karsten Schölermann (Foto: Knust)



Karsten Schölermann, 1. Vorsitzender der Clubstiftung, unterstreicht die Bedeutung der Hamburger Club-Förderung: „Zwei Drittel der geförderten Konzerte sind Kleinstkonzerte, die wir im Rahmen des LCA-PLUS-Konzeptes gesondert fördern. Kleinere Konzerte mit geringem Eintritt und wenigen Besuchern haben einen besonderen Stellenwert bei der Entwicklung neuer Talente und sind somit besonders förderungswürdig. Damit können insbesondere die kleinen Vielveranstalterclubs in ihrer Kulturarbeit zusätzlich unterstützt werden.“

Je mehr Konzerte, desto höher die Förderung

Der Live Concert Account (LCA) ist ein Fördermodell für Hamburger Livemusik-Spielstätten, das gemeinsam von der Behörde für Kultur und Medien, dem Clubkombinat Hamburg e. V. und RockCity Hamburg e. V. entwickelt wurde. Dieses Förderinstrument für Livemusik ist in seiner Form bundesweit einmalig: Die jeweilige Förderung pro Club wird im Kern auf der Grundlage der entrichteten GEMA-Vergütungen des Vorjahres bemessen und anhand eines Verteilungsschlüssels errechnet. Mittels dieser Quote wird im Verhältnis zur verfügbaren Fördersumme direkt an die Antragssteller ausgeschüttet. Das bedeutet: Je mehr Konzerte, desto höher die Förderung.

Die Antragsunterlagen sind ab sofort online verfügbar und können bei der Clubstiftung eingereicht werden.
Anträge stellen:

Die Clubs können ihre Anträge bei der Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg (Clubstiftung) einreichen, die die Abwicklung des Verfahrens für die Clubs übernimmt.

Die Antragsfrist endet am 1. September 2017 (Poststempel).

Antragsunterlagen und weitere Informationen unter
hamburg.de/bkm und
clubstiftung.de
Weitere Informationen finden Sie unten im Download oder direkt bei der:

Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg
Kastanienallee 9
20359 Hamburg
Tel.: 040-235 18 777
Fax: 040-235 18 885
E-Mail: kontakt@clubstiftung.de
stiftung-private-musikbuehnen-hamburg.de

(19. Mai 2017, hl)

Weiterführend: Wie steht es um die Clubszene in Hamburg?

Ein Video, produziert 2013 im Rahmen des Projektseminars „Musikproduktion in der Stadt. Feldforschung zwischen künstlerischem Prekariat und städteplanerischen Zukunftsstrategien“ unter der Leitung von Robin Kuchar an der Leuphana Universität Lüneburg.

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Ohne Eintritt heisst nicht ohne Kosten https://www.tiefgang.net/ohne-eintritt-heisst-nicht-ohne-kosten/ Sat, 21 Jan 2017 16:36:22 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=507 [...]]]> Der Laden brummt, der Schweiß tropft, die Band rockt! Und doch außer Spesen nichts gewesen?

Im Unterschied zu Museen oder Theatern werden die über Live-Musikclubs nicht zur Hochkultur sondern eher zur Unterhaltungsbranche gezählt. Über den kulturellen Anspruch kann man sicher und immer streiten. Nicht aber, dass diese meist privat wirtschaftenden und daher ungeförderten Liveclubs die Konzerte im Grunde selbst bezuschussen. Nämlich durch die Gastronomie. Woran mag das liegen?

Im Grunde eine Rechengeschichte. Beleuchten wir es mal aus Sicht eines Clubs. Ein Club also mit Kapazitäten für sagen wir mal 100 Leute – also ein recht kleiner. Er hat eine gute Akkustik und macht sich zu eigen, ausschließlich Singer- und Songwriter-Club sein zu wollen. Große Technik braucht er also nicht, wohl aber eine Verstärkung für Gesang und Ansagen. Den können die Musiker selbst einstellen, technisches Personal ist also nicht nötig.

Nehmen wir an, dieser Club nimmt dafür  10,- € Eintritt. Mehr würden die meisten Leute wohl auch nicht für einen singenden Gitarrenschläger zahlen wollen. Der Laden wird halb voll, er hat also bei vollem Eintritt (meist wird nach Konzertbeginn der Eintritt aber leicht reduziert) 50 Tickets à 10,- € verkauft. 500,- € Einnahme. Klingt erstmal gut.

Davon gehen nun ab: Mehrwertsteuer, Werbung (Druck von Flyern, Plakaten, evtl. noch jemand, der es aufhängt oder austeilt), ein Grafiker, der den Monatsflyer erstellt, 4-5 % Künstlersozialkassenabgabe, weil es ein kreativer Job ist. Die Urheberrechtsvereinigung GEMA nimmt anteilig auf den Gesamteintritt 5%. Für die Abendkasse braucht es Personal. Und dann die liebe Verwaltunsgarbeit, denn Ordnung muß sein. Der Künstler muß eine Liste mit seinen gespielten Songs fertigen und von wem sie sind. Die müssen bei der GEMA nachgereicht werden. Die Anmeldung, dass es überhaupt ein Konzert geben wird und was es kostet, muß zuvor gemacht werden. Meist bedarf es auch eines Rahmenvertrages bei regelmäßigen Konzerten. Formulare, Formulare, Formulare …

Das Konzert samt Bild und Text muß an die Presse raus gegeben und am besten im eigenen Internetauftritt beworben werden. Der Musiker bekommt Freigetränke und vielleicht eine Kleinigkeit als Snack. Das muß buchhalterisch erfasst sein. Wenn es ein lokaler und “befreundeter” Musiker ist, wird man ihm vielleicht als Solisten 150,-€  Gage zahlen. Davon muß dieser noch seine Fahrtkosten, seine Arbeit, um den Gig zu bekommen und seine künstlerische Arbeit von konkret 4 Stunden (Aufbau, Soundcheck, Warten, zwei Konzertblöcke zu je 45,- € Minuten, Fahrtzeit und –kosten) bestreiten. Und so bleibt weder auf der einen, noch auf der anderen Seite Nennenswertes hängen.

Wäre der Club nun größer, werden auch die Kosten und Risiken höher. Mehr und bekanntere Musiker, wohlmöglich mit ansprechender Ton- und Lichttechnik, eventuell bekommt noch ein Agent für die Vermittlung der Band Geld, Hotel für auswärtige Künstler … Die Liste der Kosten könnte stetig weitergeführt werden. Eine Garantie, dass der Club voll wird, gibt es hingegen nie.

Was am Abend oft ein Spaß ist, verdeckt allzuoft die viele Arbeit und das hohe Risiko der kleinen Bühnen. Und selbst wenn der Club keinen Eintritt nimmt und ein Hut für Spenden rumgeht: der Kostenapparat bleibt in Teilen bestehen. Ohne Eintritt heißt nicht ohne Kosten!

Das Bier bezahlt die Band

Bezahlt wird die Musik letztlich durch Gewinne in der Gastronomie!  Bier zahlt Band könnte man auch sagen. Das erklärt sich zuweilen auch aus der Geschichte von Live-Musikclubs. Denn früher engagierten Wirtshäuser durchaus Kapellen, um den Bierumsatz zu steigern. Sogenannte Brauhaus-Kapellen waren bis in die sechziger Jahre eben das Wochenende-Vergnügen. In all den Jahren hat sich aber nicht nur die Musik geändert. Vor allem sind hunderte Bestimmungen und Vorschriften entstanden, die das musikalische “Geschäft” immer weiter erschwerten. Die Unterstellung, dass das Wirtshaus aber eben nur aus Gewinnabsicht die Kapelle bestellt, ist oft noch geblieben.

Und hier beißt sich die Club-Katze in den eigenen Schwanz: der Eintritt darf nicht zu hoch sein, um möglichst viele Gäste anzulocken. Und die müssen nun wiederum möglichst viel konsumieren. Ruhige Konzerte (Klassik, Jazz, Experimentelles) heißt meist, konzentriertes Publikum  und weniger Konsum. Und mal ehrlich: trinken Sie mehr als drei oder vier 3 Bier, Wein, Wasser? Der Markt bestimmt also ein wenig auch den Preis und auch die Musik.

Live-Musik ist so fast immer ein Zuschussgeschäft. Und die Quersubventionierung erfolgt durch die Gastronomie. Und damit nicht genug. Meist müssen Parties und Vermietungen allein deshalb gemacht werden, um die Live-Konzerte zu kompensieren.

Auch selbst wenn das nun alles läuft und leidenschaftliches Können im Hintergrund viele schöne Konzertabende beschert: das Ende der Fahnenstange ist es immer noch nicht. Konzession, Lärmschutz, Stellplatzabgabe, Spielstättenverordnung, Brandschutz, Sanitäranlage … ein einziger Nachbar kann einem Club das Leben zur Hölle machen! Karsten Schölermann, Betreiber des nun 40 Jahren “Knust”und auch im Harburger “Stellwerk “involviert, nennt es nicht zufällig  die “Liste des Grauens”.

Und die Dimensionen in einer Metropole wie Hamburg sind immens. Seit einigen Jahren gibt es einen Fonds (“Live Concert Account” – kurz: LCA  – genannt), der diesen immerhin mehr als 80 privaten und ungeförderten Musikclubs zumindest die bezahlten GEMA-Rechnungen des Vorjahres ausgleicht. Und das macht für ein Jahr allein in diesem einen Kostenpunkt mehr als 170.000,- €! Man ahnt hier aber auch, welche Wirtschaftskraft in den vermeintlich kleinen Clubs steckt.

Aber wo gibt es Lösungen? Immerhin: Politisch wurde auf Hamburger Ebene aber auch den meisten anderen Städten erkannt, dass eben Live-Clubs nicht nur zu vernachlässigende Subkultur sind, sondern zu einem guten Teil auch zur Attraktivität einer Stadt und ihrem Kulturleben beitragen. Schwieriger wird es aber zunehmend Anwohner und Clubs zusammen zu halten. Debatten über sogenannte “Kulturzonen”, in denen Anwohner eben akzeptieren müssen, dass Clubs abends auch mal laut werden könnten, gab und gibt es immer wieder. Einen Durchbruch aber nicht.

Viele Clubs sind auch wegen geringer Mietpreise oft in alten, heruntergekommenen Räumen. Das macht gesetzliche Anforderungen ebenso schwerig wie es aber bei steigenden Grundstücks- und Mietpreisen solche Räume zugleich immer weniger gibt. Und es ist Fakt, dass Clubs selten mehr als 5,- € Miete je Quadratmeter erwirtschaften können. Kredite bei Banken bekommen sie in den seltensten Fällen, Rücklagen sind bei den Margen kaum möglich.

Und wenn nun der Gast auch noch sein Bier vor der Tür am benachbarten Kiosk trinkt (“cornern”) oder gar selbst reinschmuggelt, sich über die Eintrittspreise beschwert oder gar Konzerte umsonst fordert, dann ist der Wert dieser Kultur bedroht.

Ein Wirt aus dem Süderelbe-Raum, der immer mal Musiker spielen ließ, kann hier stellvertretend zitiert werden: “Wir stellen das ganze Thema Livemusik ab nächstem Jahr ein. Da die Kosten zu hoch und das Interesse zu niedrig war in den letzten Jahren.”

Eine weitere Debatte ware vermutlich nötig, um die Kosten zu senken. Musikclubs könnten zum Beispiel steuerrechtlich ähnlich den Gastronomen gestellt werden, die Theater- oder Open-Gäste in der Pause bewirten. Die haben nämlich in ihren Getränkepreisen nur eine verminderte Mehrwertsteuer von 7 statt 19% einzukalkulieren. Bei einem Bier für 3,- € immerhin 33 Cent! Das ware eine Entlastung, die zumindest in Teilen den Kulturbetrieb erleichtern würde.

Kurzum: trinken Sie im Club Ihres Vertrauens demnächst ruhig mal ein Bier oder Wein mehr. Die Band wird es danken!

(21. Jan. 2017, hl)

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