Kulturbehörde Hamburg https://www.tiefgang.net Thu, 13 Aug 2026 09:36:46 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Freiraum für die Kunst https://www.tiefgang.net/freiraum-fuer-die-kunst/ https://www.tiefgang.net/freiraum-fuer-die-kunst/#respond Thu, 13 Aug 2026 09:36:43 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14389 [...]]]> Mit Arbeitsstipendien für die bildende Kunst schafft die Hansestadt Hamburg einen geschützten Raum für Experimente, Konzentration und Weiterentwicklung. Nun ist der Startschuss für die Ausschreibung Jahrgang 2027 gefallen.

In einer Stadt, die so sehr von ihrer kulturellen Vielfalt lebt wie Hamburg, ist die Unterstützung künstlerischer Visionen kein bloßer Luxus, sondern ein essenzieller Baustein für die Zukunftsfähigkeit der Szene. Seit nunmehr 45 Jahren verfolgt die Behörde für Kultur und Medien eine ebenso beharrliche wie erfolgreiche Strategie:

Was 1981 als Pilotprojekt begann, hat sich längst als eines der nachhaltigsten Förderinstrumente der Stadt etabliert und ist bundesweit zum Vorbild für ähnliche Programme geworden. Über 400 Künstler*innen konnten in den vergangenen viereinhalb Jahrzehnten von dieser Unterstützung profitieren, die weit über eine finanzielle Zuwendung hinausgeht.

Senator Dr. Carsten Brosda betont die Bedeutung dieser Förderung: „Die Arbeitsstipendien schaffen Freiraum, sich intensiv auf die kreative Arbeit zu konzentrieren und bieten zugleich wertvolle Möglichkeiten des Austausches und der Vernetzung untereinander. Damit tragen sie wesentlich dazu bei, die Hamburger Kunstszene lebendig, vielfältig und innovativ zu halten.“

Das Stipendium ist für die Dauer eines Jahres angelegt und mit monatlich 1.500 Euro dotiert. Diese finanzielle Basis ermöglicht es den ausgewählten Künstler*innen, den Druck des Alltagsgeschäfts zu mindern und sich voll und ganz neuen Projekten oder der konzeptionellen Weiterentwicklung ihres Werkes zu widmen. Doch der Fokus liegt nicht allein auf der Atelierarbeit: Ein wesentlicher Bestandteil des Förderprogramms ist die abschließende Gruppenausstellung im Kunsthaus Hamburg. Dieser öffentliche Auftritt, begleitet von einer fachkundigen Publikation, bietet den Stipendiat*innen eine wertvolle Plattform, um ihre Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit und der Fachwelt zu präsentieren.

Bewerbungsphase läuft

Gesucht werden herausragende, eigenständige künstlerische Positionen. Teilnahmeberechtigt sind bildende Künstler*innen mit Hauptwohnsitz in Hamburg und einer abgeschlossenen Ausbildung. Eine unabhängige Fachjury wird im November die Auswahl treffen, die Entscheidung erfolgt voraussichtlich Anfang Januar 2027. Wer die Chance nutzen möchte, Teil dieses langjährigen Erfolgsmodells zu werden, sollte sich beeilen: Bewerbungsschluss ist der 24. September 2026.

Die Ausschreibung für die Arbeitsstipendien für bildende Kunst 2027 erfolgt in Hamburg, Bewerbungen sind bis zum 24. September 2026 online über das Serviceportal der Stadt Hamburg möglich, die Stipendien sind mit monatlich 1.500 Euro dotiert, Website: serviceportal.hamburg.de


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Wieder nichts gelernt? https://www.tiefgang.net/wieder-nichts-gelernt/ Fri, 27 Jun 2025 22:24:57 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12028 [...]]]>

Die neue Oper: Hamburgs Kulturlandschaft ist einmal mehr im Umbruch begriffen, und das mit einem Paukenschlag, der weitaus mehr erhält erzeugt als nur Applaus.

Die Kühne-Stiftung als treibende Kraft hinter dem Vorhaben eines neuen Opernhauses für die Hamburgische Staatsoper verkündete bereits auf ihrem eigenen Nachrichtenportal (kuehne-stiftung.org) den Startschuss für das architektonische Qualifizierungsverfahren. Nun bestätigt auch die Kulturbehörde Hamburgs in ihrem Newsletter diese Weichenstellung, was dem Vorhaben einen weiteren Stempel der amtlichen Legitimation verleiht.

Fünf „international renommierte Architekturbüros“ – darunter Bjarke Ingels Group (BIG) aus Kopenhagen, Snøhetta aus Oslo und Sou Fujimoto aus Tokio/Paris – wurden eingeladen, Entwürfe für das Opernhaus am Baakenhöft zu entwickeln. Eine Entscheidung über den Siegerentwurf wird Ende 2025 erwartet. Kultursenator Carsten Brosda betont auch hier die Vision eines „einladenden und öffentlichen Ortes für alle mit einer Architektur von Weltrang“, der der Hamburgischen Staatsoper „optimale Bedingungen“ bieten und einen „herausragenden Platz an der Elbe“ schaffen soll. Er dankt allen Beteiligten dafür, dass diese „Chance für die Kulturstadt Hamburg mit großer Leidenschaft gemeinsam“ angegangen wird. Bestätigt wird auch, dass das Projekt gemeinsam von der Kühne-Stiftung und der Stadt Hamburg realisiert wird, aber die Stiftung nach Abschluss der Planungen und einer Kostenschätzung die endgültige Entscheidung über die Umsetzung trifft. Der Senat redet zwar mit, entschieden tut aber Kühne. Dafür bereitet der Hamburger Senat eine Drucksache vor, um die Zustimmung der Bürgerschaft zum Vertrag einzuholen. Ist das Partizipation?

Ein solch euphorisches Bild, wie es von den Akteur*innen selbst gezeichnet und nun auch von offizieller Seite der Stadt bestätigt wird, klingt verlockend und verspricht eine glänzende Zukunft für die Kulturstadt Hamburg. Doch gerade die Einseitigkeit dieser Darstellung, die auf dem Newsroom der Kühne-Stiftung und in den Verlautbarungen der Kulturbehörde präsentiert wird, lässt die Skepsis wachsen. Denn was in diesen frohen Botschaften gänzlich unerwähnt bleibt, sind die Schattenseiten einer Diskussion, die Hamburg seit Monaten bewegt – detailreich beleuchtet unter anderem vom kritischen Portal Ballett-Journal.de.

„Offene Bühne“ für die Debatte?

Das vorherrschende Narrativ der Kühne-Stiftung und der Kulturbehörde umschifft geschickt jede Klippe der Kontroverse, die sich um dieses ambitionierte Projekt rankt. Die Kritik, die sich vielerorts formierte und die das Ballett-Journal.de präzise aufgreift, wird ausgeblendet: Die fehlende öffentliche Debatte über die Notwendigkeit und den Standort eines Neubaus, die historischen Bedenken bezüglich des Baakenhöfts – einst ein Ort des kolonialen Erbes –, oder die nicht unerheblichen Kosten, die trotz Mäzenatentum auf die Stadt zukommen könnten. Die Bestätigung der „Abstimmung mit der Freien und Hansestadt Hamburg“ und des gemeinsamen Vorgehens der Stiftung und der Stadt durch die Kulturbehörde vermag zwar eine Einigkeit zu suggerieren, doch die Stimmen der Hamburger Bürger*innen, die sich eine solche „Abstimmung“ auch im Vorfeld und in breiterer Form gewünscht hätten, finden hier keine Erwähnung.

Gisela Sonnenburg vom Ballett-Journal.de hebt hervor, dass die altehrwürdige Hamburgische Staatsoper, seit 1678 ein Herzstück der Stadtkultur, durch ihre zentrale Lage, ihre Zugänglichkeit zwischen Binnenalster, Dammtor-Bahnhof und Gänsemarkt, und ihre über Jahre gewachsene Seele, besticht. Sie sei ein Ort, der für viele Hamburger*innen mehr ist als nur eine Spielstätte – sie ist ein Stück Identität. Die Sorge, dass ein Neubau in der HafenCity primär touristischen Interessen dienen und das besondere Flair sowie die etablierte Anbindung an das städtische Leben verlieren könnte, wird von den Befürworter*innen bewusst ignoriert. Stattdessen wird die Vision eines „spektakulären Ortes“ in den Vordergrund gerückt, dessen „einmalige Aufgabe“ von „prominenten Planer*innen“ gelöst werden soll.

Sonnenburg äußert zurecht Bedenken hinsichtlich einer möglichen Einflussnahme, die mit solch großzügigem Mäzenatentum einhergehen könnten – etwa die Befürchtung, dass eine Neuausrichtung hin zu „populistischeren und massentauglicheren Produktionen“ stattfinde. Auch die internen Unruhen beim Hamburg Ballett unter dem nun geschassten Intendanten Demis Volpi, finden in den offiziellen Verlautbarungen der Stiftung und der Kulturbehörde keinerlei Erwähnung, sind aber ein wichtiger Aspekt, der von kritischen Stimmen aufgegriffen wird.

Ob auf diesen Grundlagen ein nachhaltiges und später erfolgreiches Fundament eines neuen Opernhauses zu bauen ist?

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Kunst im öffentlichen Raum https://www.tiefgang.net/kunst-im-oeffentlichen-raum/ Fri, 19 Jan 2024 23:01:15 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10523 [...]]]> In Hamburg spielt die Kunst im öffentlichen Raum seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle. Jetzt nimmt sie wieder Fahrt auf …

2014 lobte die Stadt zum ersten Mal das Initiativprojekt Stadtkuratorin aus. Über einen Projektzeitraum von jeweils drei Jahren sollten im Rahmen von künstlerischen Projekten städtische und gesellschaftliche Fragestellungen im internationalen Kontext kritisch verhandelt werden. Das Projekt ging auch der Frage nach, wie Kunst im öffentlichen Raum heute wirken und gesellschaftliche Debatten entfachen kann. Das Hamburger Modell fand als einmaliges Beispiel für die Weiterentwicklung von Kunst im öffentlichen Raum bundesweit Beachtung. Die erste Stadtkuratorin, Sophie Goltz, entfachte von 2013 bis 2016 eine lebendige Debatte um die Aktualität und Relevanz von Kunst im öffentlichen Raum. Dirck Möllmann, der als zweiter Stadtkurator von 2016 bis 2019 tätig war, setzte diese Diskussion mit langfristigen Impulsen fort.

 In Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Hamburg wird das Projekt Stadtkuratorin jetzt neu aufgesetzt und auf einen Projektzeitraum von fünf Jahren verlängert. Mit dem Kunsthaus konnte eine Trägerinstitution gewonnen werden, die als Zentrum für zeitgenössische Kunst, partizipativer Ausstellungsort, künstlerische Produktionsstätte sowie Diskussionsplattform für Kulturpolitik etabliert ist. Dadurch soll ein vielschichtiger Brückenschlag zwischen lokalen sowie nationalen und internationalen künstlerischen Strömungen ermöglicht werden. Hamburg-spezifische Themen und aktuelle gesellschaftsrelevante Diskurse, die im Kunsthaus im Fokus stehen, sollen mit dem Projekt Stadtkuratorin zukünftig auch im Stadtraum thematisiert werden. Kuratorinnen oder Kuratoren oder auch künstlerische Gruppen, die für fünf Jahre das Programm Stadtkuratorin mit Leben füllen wollen, können sich vom 15. Januar bis 1. März 2024 für das Projekt bewerben. Die internationale Ausschreibung und weitere Informationen stehen auf der Website des Kunsthauses unter https://kunsthaushamburg.de/wp-content/uploads/2020/12/Ausschreibung-Stadtkuratorin_D.pdf. Für das Projekt Stadtkuratorin stehen jährlich Mittel von 250.000 Euro zur Verfügung. Darin enthalten sind das Honorar für die Stadtkuratorin oder den Stadtkurator, Mittel für die Realisierung von Projekten sowie weitere anfallende Kosten.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Kunst im öffentlichen Raum hat sich in Hamburg in den letzten Jahrzehnten zu einer wichtigen Kunstsparte entwickelt, die nicht nur sehr präsent im Stadtbild ist, sondern uns auch regelmäßig gedanklich stolpern und über grundsätzliche gesellschaftliche Fragen nachdenken lässt. Das Ziel des Projektes Stadtkuratorin ist es, dem bisherigen Programm unter Einbeziehung seiner Historie und aktueller künstlerischer Entwicklungen durch eine unabhängige kuratorisch wirkende Person eine zeitgemäße inhaltliche und strukturelle Perspektive zu verleihen. Sophie Goltz und Dirck Möllmann haben hier auf ganz unterschiedliche Weise bereits wichtige erste Impulse gegeben. Zusammen mit dem Kunsthaus Hamburg wollen wir dieses Programm nun noch fester in die Szene hinein vernetzen, damit es noch besser in die Stadtgesellschaft wirken kann.“

Anna Nowak, Geschäftsführung und Künstlerische Leitung des Kunsthauses Hamburg: „Als Trägerinstitution unterstützen wir das Projekt Stadtkuratorin und freuen uns, gemeinsam Synergien zu schaffen, um die Bildende Kunst in Hamburg zu stärken. Die Aufgaben der zukünftigen Besetzung umfassen den Aufbau eines Büros als Anlaufstelle zur Bündelung und Vermittlung sowie die Dokumentation urbaner künstlerischer Prozesse. Zugleich sollen eigenständig und unabhängig kuratorische Initiativen entwickelt werden.“

Das Projekt Stadtkuratorin markiert einen wichtigen weiteren Schritt in der langen Geschichte der Kunst im öffentlichen Raum in Hamburg. Im Jahr 1981 löste die Hansestadt als erste deutsche Metropole das bis dahin praktizierte Auftragsprogramm Kunst am Bau mit dem Programm Kunst im öffentlichen Raum ab. Diese Entscheidung war eine Reaktion auf den kulturellen und gesellschaftlichen Wandel sowie die veränderten Anforderungen an die Stadt als Lebens- und Interaktionsraum. Durch die Öffnung des Stadtraums für freie Projekte der Bildenden Kunst gelang ein bedeutender Schritt in Richtung einer demokratischen Gestaltung von Stadtkultur.

Das experimentelle Hamburger Programm Stadtkuratorin geht diesen Weg konsequent weiter und setzte weitreichende Maßstäbe. Durch temporäre oder dauerhafte Kunstwerke und Projekte sowie kuratierte Ausstellungen wurden immer wieder aktuelle gesellschaftliche Themen sichtbar gemacht und in öffentliche Debatten eingebracht. Ziel ist es, dass Kunst im öffentlichen Raum Hamburgs mit dem Programm Stadtkuratorin nun wieder gesteigerte Beachtung erfahren und noch stärker in die Stadtgesellschaft wirken wird.

Die Ausschreibung

Ab Sommer 2024 ist die Stelle Stadtkuratorin (m/w/d) neu zu besetzen. Teil der Aufgabe ist der Aufbau des Büros Stadtkuratorin als Anlaufstelle, zur Bündelung und Vermittlung und die Dokumentation urbaner künstlerischer Prozesse. Zugleich sollen auch eigene kuratorische Initiativen entwickelt werden. Zweimal im Jahr sollen die geplanten Inhalte der Geschäftsführung des Kunsthauses vorgestellt werden.

Die Tätigkeit umfasst im Wesentlichen folgende Aufgaben:
• das überregional und international vielbeachtete Projekt Stadtkuratorin neu zu strukturieren, zu verstetigen und inhaltlich sowie organisatorisch zu leiten
• die experimentelle Ausrichtung des Förderprogramms Kunst im öffentlichen Raum zu stärken und innovative kuratorische Praxen zu fördern
• durch eigene und/oder eingeladene kuratorische Positionen neue künstlerische Impulse zu setzen
• die aktuellen Diskurse mit entsprechender Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation zu verbinden und zu vermitteln
• ein Konzept für eine mögliche dauerhafte Trägerstruktur zu entwickeln
• die Zusammenarbeit mit der Kunstkommission und die Verzahnung mit dem regulären Förderprogramm (Open Call) strategisch beratend mitzugestalten
• ein Konzept zu entwickeln, welches die bestehenden Kunstwerke im öffentlichen Raum berücksichtigt
• Handlungsräume für Kunst in anderen städtischen Aktionsfeldern (z.B. in Prozesse der Stadt- und Landschaftsplanung) frühzeitig zu verankern und hier beratend und intervenierend zu agieren
• Künstler*innen vor Ort bei der Planung und Realisierung von Projekten, die im Rahmen des Stadtkuratorin-Programms entstehen, zu beraten und zu unterstützen

Bewerbungsvoraussetzungen:
• hervorragende kuratorisch-konzeptionelle Leistungen im Bereich Bildender Kunst / Kunst im öffentlichen Raum
• fundierte Kenntnisse im Bereich Projektleitung, Budgetplanung, Öffentlichkeitsarbeit und im Umgang mit öffentlichen Geldern
• ausgewiesene Erfahrung im Umgang mit Förderorganisationen bzw. beim Einwerben von Drittmitteln
• Bereitschaft, über die Projektlaufzeit von 5 Jahren in Hamburg zu leben

• kommunikative Kompetenz, Teamstärke, Flexibilität
• sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse

Was wir bieten:
Die Position ist zunächst auf 5 Jahre befristet. Vergütung in Anlehnung an TVÖD 13. Für das Projekt Stadtkuratorin stehen jährliche Mittel von 250.000 Euro zu Verfügung. Darin enthalten sind das Honorar, Bürokosten, mögliche zusätzliche Honorare, Öffentlichkeitsarbeit sowie Mittel für die Realisierung von Projekten. Es besteht zudem die Möglichkeit, bei der Behörde für Kultur und Medien für die Realisierung von Projekten Drittmittel zu beantragen.
Für darüberhinausgehende Bedarfe sollte Stadtkuratorin bereit und in der Lage sein, zusätzliche Mittel einzuwerben.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung bis zum 1. März und bitten um folgende Unterlagen:
Motivationsschreiben (max. 3 Seiten, auf Deutsch oder Englisch) sowie Lebenslauf und Portfolio ihrer bisherigen kuratorischen Arbeit.
Wir setzen uns für Diversität und Inklusion ein. Unterschiedliche Hintergründe, Perspektiven, Herangehensweisen und Erfahrungen bereichern unser Miteinander. Wir freuen uns über Bewerbungen mit passenden Einstellungsvoraussetzungen.
Die Gespräche werden am 8. April stattfinden. Die ausgewählten Bewerber*innen werden dann aufgefordert sein, dem Gremium, bestehend aus Personen der Fachbereiche Kunst, urbane Praxis, dem Kunsthaus Hamburg und der Kunstkommission in Hamburg, ein ausgearbeitetes Konzept zu präsentieren. Die Reisekosten nach Hamburg werden erstattet.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Kunsthaus Hamburg
Anna Nowak / Theresa Strebling
Tel.: +49 40 335803
Mail: bewerbung@kunsthaushamburg.de

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Wer kommt eigentlich? https://www.tiefgang.net/wer-kommt-eigentlich/ Fri, 13 Jan 2023 23:04:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9637 [...]]]> Wer besucht in Hamburg eigentlich welche Kultureinrichtung? Wie informiert sich das Publikum über Kulturangebote und wie wird die Hamburger Kulturszene wahrgenommen? Die Kulturbehörde will es wissen …

Was hat sich eigentlich seit Beginn der Pandemie verändert? Viele Fragen, denen man noch nicht wirklich nachgegangen ist. Ihre Antworten könnten aber zukunftsweisend sein.

Um repräsentative Daten zur Publikumsstruktur in den Hamburger Kultureinrichtungen zu gewinnen, startet die Behörde für Kultur und Medien in enger Absprache mit Hamburger Kultureinrichtungen im Januar eine breit angelegte Befragung von Besucher*innen, die an verschiedenen Terminen im gesamten Jahr 2023 stattfinden wird. Zunächst wird stichprobenartig das Publikum in den staatlichen Häusern wie den Museumsstiftungen oder den Staatstheatern befragt. Im Laufe des Jahres können sich auch private Kulturinstitutionen an der Befragung beteiligen. Ergänzt wird die Erhebung durch eine Nicht-Besucherbefragung im Laufe des Jahres.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Nach den großen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sehen wir ein sehr uneinheitliches Bild bei den Besucherzahlen: Während einige Kulturveranstaltungen wieder ausverkauft sind, werden andere weiter eher zögerlich besucht. Wir wollen genauer wissen, woran das jeweils liegt und welche Strategien sich lohnen, um das Publikum noch besser anzusprechen. Der erste Schritt ist daher eine breit angelegte Besucherbefragung. Wir wollen erfahren, wie sich das Publikum unserer Kultureinrichtungen zusammensetzt und welche Bedürfnisse es hat. Wir brauchen repräsentative Daten zum Publikum der Kultureinrichtungen und zur Kulturstadt Hamburg. Die Ergebnisse können eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Kulturstadt Hamburg in den nächsten Jahren sein. Die Kultureinrichtungen können mit dieser Basis noch gezielter auch ein neues Publikum ansprechen und ihre Reichweite vergrößern. Denn wir alle brauchen Kultur.“

Die Befragung der Besucher*innen war ursprünglich für das Jahr 2020 geplant und musste wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Sie beginnt im Januar und findet in verschiedenen Kultureinrichtungen über das gesamte Jahr 2023 statt. Sie wird vom Leipziger Marktforschungsunternehmen CONOSCOPE durchgeführt und startet in den staatlichen Kulturinstitutionen: Archäologisches Museum Hamburg, Bergedorfer Museumslandschaft, Deichtorhallen Hamburg, Deutsches Schauspielhaus, Hamburg Musik (Elbphilharmonie, Plaza und Laeiszhalle), Hamburger Kunsthalle, Hamburgische Staatsoper, Kampnagel, KZ-Gedenkstätte Neuengamme, MARKK – Museum am Rothenbaum, Museum für Kunst und Gewerbe, Philharmonisches Staatsorchester, Planetarium Hamburg, Thalia Theater und die Häuser der Stiftung Historische Museen Hamburg.

In jeder Kultureinrichtung werden so viele Besucher*innen befragt, dass die Daten repräsentativ für das jeweilige Haus sind. Alle erhobenen Daten werden außerdem gesammelt ausgewertet, sodass darüber hinaus auch aussagekräftige Ergebnisse zur Publikumsstruktur der Kulturstadt Hamburg insgesamt entstehen. Insgesamt sollen rund 15.000 Besucherinnen und Besucher befragt werden. Geschulte Interviewerinnen und Interviewer werden an mit den Kultureinrichtungen abgestimmten Terminen die Besucher*innen auf Basis eines Fragebogens interviewen. Der Fragebogen kann analog oder digital ausgefüllt werden.

In allen Kultureinrichtungen wird ein identischer Basisfragebogen genutzt. Jede Kultureinrichtung kann außerdem noch eigene Fragen hinzufügen und so Antworten auf individuelle Fragestellungen erhalten.  In den nächsten Monaten können sich außerdem private Kultureinrichtungen anschließen und in ihren Häusern ebenfalls die Besucher*innen befragen. Darüber hinaus soll in einer ergänzenden Nicht-Besucherbefragung im Laufe des Jahres näher untersucht werden, warum Menschen sich gegen den Besuch einer Kultureinrichtung entscheiden und wie sich das Verhalten der Besucher*innen von Kultureinrichtungen in den letzten drei Jahren verändert hat. Es ist geplant, nach rund sechs Monaten ein erstes Zwischenergebnis vorzulegen. Für die Befragung steht insgesamt ein Budget von rund 160.000 Euro zur Verfügung.

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„Positiv in die Zukunft“ https://www.tiefgang.net/positiv-in-die-zukunft/ Fri, 03 Jul 2020 22:28:07 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7050 [...]]]> Im technischen Transformationsprozess hat die Musikwirtschaft manche Feder gelassen. Aber nicht alle. Auch dank einer Förderung des Music WorX Accelerators.

 

Nun gibt es wie jedes Jahr wieder eine Ausschreibung zur Förderung mit dem Tenro „jetzt erst recht!“

In der Mitteilung der Kreativgesellschaft Hamburg heißt es:

„Mit dem Music WorX Accelerator fördert die Hamburg Kreativ Gesellschaft 2020 gemeinsam mit der Behörde für Kultur und Medien erneut innovative Geschäftsideen aus der Musikwirtschaft. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 13. Juli 2020.

Kreative Geschäftsideen und Innovationen treiben die Musikwirtschaft maßgeblich an. Nicht erst in Zeiten der Corona-Pandemie werden dringend Alternativen zu bestehenden Distributionswegen und neue, digitale Erlös- und Geschäftsmodelle gebraucht. Gemeinsam mit der Hamburg Kreativ Gesellschaft unterstützt die Behörde für Kultur und Medien die Branche auf ihrem Weg durch Wandel und Krise: Im Music WorX Accelerator fördert die Kreativ Gesellschaft technologiebasierte Geschäftsideen, die die Musikwirtschaft in die Zukunft führen.

Gesucht: Innovative Gründerinnen und Gründer aus Europa

Bewerben können sich Gründerinnen und Gründer aus Hamburg, aber auch aus Deutschland und ganz Europa. Insbesondere sucht die Kreativ Gesellschaft nach Teams, die ihr Unternehmen noch nicht oder erst vor kurzem gegründet haben. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 13. Juli 2020.

Music WorX ist einer der wenigen Acceleratoren weltweit, die sich explizit an Start-ups aus der Musikwirtschaft wenden. Ziel des Programms ist die Hamburger Musikbranche und ihr Innovationsökosystems zu stärken – damit die Stadt auch in Zukunft internationale Musikmetropole bleibt.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Corona-Krise stellt auch die Musikbranche vor große Herausforderungen. Insbesondere das ausfallende Live-Geschäft betrifft weite Teile der Branche. Es ist wichtig, dem mit Innovationen entgegenzutreten und neue Vertriebsansätze zu entwickeln und umzusetzen. Mit dem Förderprogramm Music WorX unterstützt Hamburg Gründerinnen und Gründer dabei, positiv in die Zukunft zu planen. Für die Musikbranche in Hamburg ist es von großer Bedeutung, das die Stadt gerade in schwierigen Zeiten für die internationale Gründerszene attraktiv ist und so, mit Kreativität, Mut und guten Ideen einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der Krise leistet.“

Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft: „Die Corona-Krise macht deutlich, dass über die Geschäftsmodelle in der Musikbranche ganz grundsätzlich nachgedacht werden muss. Das betrifft die Überwindung des Value Gaps ebenso wie die smarte Verbindung von digitalen und Live-Formaten. Wir suchen auch 2020 nach den besten Ideen für die Musikwirtschaft von morgen: Wir laden Pionier/innen aus ganz Europa ein, ihre Konzepte in Hamburg weiterzuentwickeln, hier Netzwerke aufzubauen und mittels Music WorX erfolgreich durchzustarten.“

Drei Monate, vier Teams

Die Kreativ Gesellschaft fördert maximal vier Teams pro Jahr. Der Accelerator läuft von Mitte August bis Anfang November 2020. In dieser Zeit entwickeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Geschäftsidee weiter – unterstützt durch Experten und Expertinnen sowie Mentoren und Mentorinnen aus der Hamburger Musikwirtschaft. Darüber hinaus knüpfen die Gründerinnen und Gründer wertvolle Kontakte zu relevanten Branchenvertreterinnen und -vertretern.

Das Förderprogramm endet mit dem Music WorX Pitch: Hier präsentieren die Teams ihr Geschäftsmodell dem Hamburger Publikum, einer Fachjury und möglichen Investorinnen und Investoren. Die Gewinner des Pitches erhalten den mit 5.000 Euro dotierten Jurypreis.

Wichtig zu wissen: Music WorX wird öffentlich finanziert. Daher geben die Gründerinnen und Gründer keine Anteile ihres Unternehmens ab.

Bewerbung

Alle Infos zum Programm und das Bewerbungsformular finden Sie hier: kreativgesellschaft.org

Gern gesehen sind Konzepte, die der Musikindustrie helfen, die Coronakrise zu stemmen. Aber selbstverständlich sind auch andere innovative Ideen willkommen.“

 

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Literarischer Zusammenhalt https://www.tiefgang.net/literarischer-zusammenhalt/ Thu, 30 Apr 2020 22:29:01 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6829 [...]]]> Auch die Kulturszene in Hamburgs Süden hat die Restriktionen zur Eindämmung der Covid19-Pandemie schwer getroffen. Doch es gibt auch Signale der Hoffnung.

Kaum hatte das kleine Jubiläum zur 5. SuedLese – den jährlichen vierwöchigen Literaturtagen im Hamburger Süden begonnen, wurde es auch schon wieder am 14. März eingestampft. Auf der Strecke blieben 45 Autor*innen, deren Lesungen ins Wasser fielen. Auch die alte Faustregel „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ erwies sich schnell als irreführend, denn wann sollen all die Lesungen, Konzerte und Ausstellungen nachgeholt werden? Und so zeichnete sich alsbald ab: auch die noch so kleinen Einnahmen aus Honoraren, Buchverkäufen oder Hutspenden und Eintritten würden für die Literat*innen ersatzlos wegfallen.

Kulturschaffende also am Ende der Nahrungskette?

„Zum Glück hat unser Kultursenator früh das Desaster auch für die Kulturschaffenden erkannt und gegengesteuert“, so SuedLese-Macherin Sonja Alphonso. Und so konnte das SuedLese-Team über die Abteilung „Literatur“ der Kulturbehörde Hamburg nun nochmal 6.000,- € für Ausfallhonorare der ausgefallenen Lesungen erhalten.

„Ein schwacher Trost“, so Alphonso, die die Mittel nun an die Autor*innen weiter geben durfte. „Denn eine erfolgreiche Lesung mit interessiertem und neugierigem Publikum an schönen Orten ist durch nichts zu ersetzen. Aber eben auch die kleinen Honorare und Buchverkäufe sind für viele Harburger Kulturschaffende Teil ihres Einkommens, ihrer Mietzahlungen oder Buchdruckkosten. Gerade die Kulturschaffenden der 2. und 3. Reihe trifft diese Zeit daher besonders hart.“

Und da die Grundmotive der SuedLese und auch anderer Events der Initiative SuedKultur Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt sind, ist die Anerkennung dieser nicht so im Rampenlicht stehenden aber immens wichtigen Arbeit substantiell. „Ebenso passt übrigens dazu, dass einige Autor*innen auf Ausfallhonorare verzichteten: Sie sitzen alle in einem Boot, zeigen sich solidarisch und erklärten sich bereit, zugunsten anderer zu verzichten, die es NOCH nötiger haben als sie selbst, um die Ausfälle zu kompensieren.“

Ganz nebenbei werden so übrigens die Gesamtkosten solcher Literaturtage viel bewusster, die viel aus eigenem und privatem Engagement von Kulturclubs und –cafés bestritten werden.

Während etwa der Bezirk Harburg die SuedLese dieses Jahr mit einem Druckkostenzuschuss von knapp 3.650 €  unterstützt hat, waren für die Gestaltung des 80(!)-seitigen Programmheftes, die redaktionelle Arbeit, das Verteilen von Werbemitteln und Plakaten allein weitere 5.000,- € nötig. Die nun in Teilen nachgezahlten Honorare hingegen werden von den Leseorten und den Veranstaltern selbst erwirtschaftet und betragen ca. 12.000,- €. „Wollte man die Literaturtage also privat auf die Beine stellen, müsste man schon gute 20.000,- € investieren. Und dafür, dass für viele Harburger es manchmal als normal oder gar angemessen erscheint, wenn man 2-3 Euro „Hutspende“ zahlt, muss man eingestehen: all das ist nur auf Kosten anderer möglich. Der Literat*innen und der Veranstaltenden. Ob das nach der Corona-Krise so noch funktionieren wird, bleibt allerdings abzuwarten“, so Alphonso nachdenklich.

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„Verhöhnung der Opfer!“ https://www.tiefgang.net/verhoehnung-der-opfer/ Fri, 27 Apr 2018 22:49:20 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3564 [...]]]> Das einstige Stadthaus war einst auch ein Ort des nationalsozialistischen Schreckens: es wurde  verhört, gefoltert und verschleppt. Heute wird dort flaniert und konsumiert. Der Widerstand bleibt wach und lädt ein.

Nun strahlen sie – die luxuriösen „Stadthöfe“ und laden zum Shopping ein. Das Versprechen, dass auch der Erinnerung an den Faschismus würdig gedacht werde (wir berichteten mehrmals im ´Tiefgang`? ), entpuppt sich als Farce: 40 Stühle, 13 Meter Fläche. Bei weitem nicht genug, sagen die Kritiker*innen und rufen nun zur Besichtigung und Kundgebung am Mi., 2. Mai um 17.30h, Stadthausbrücke 8a.

Im Aufruf zur Kundgebung heißt es:

„Unser gemeinsames Ziel ist eine Sichtbarmachung des Ortes als zentrale Stätte des Nazi-Terrors und als würdiger Dokumentations- und Erinnerungsort an den antifaschistischen Widerstand in Hamburg

Mitten in Hamburgs Innenstadt befindet sich der ehemalige Sitz der Ordnungspolizei, der Gestapo, der Kriminal- und Sicherheitspolizei und weiterer Polizeidienststellen des 3. Reiches. Von 1933 bis 1943 war hier für Hamburg und weite Teile Norddeutschlands die Zentrale des Nazi-Terrors.

Im Jahr 2009 stellte der Senat endlich fest, welch große Bedeutung dieses Gebäudeensemble an der Stadthausbrücke für die Gedenkstättentopografie der Stadt hat, und formulierte ausdrücklich die Notwendigkeit, hier „ein würdiges Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Hamburg“ zu etablieren.

Bedauerlicherweise haben die politisch Verantwortlichen beim Verkauf des Gebäudes jeglichen Gestaltungsanspruch für einen würdigen Gedenk -ort ohne Not aus der Hand gegeben.

Der neue Prunkpalast der französischen Quantum AG basiert auf einem Ort des Nazi-Terrors. (Illustration: Quantum AG)

Als der Immobilieninvestor Quantum das Gebäude 2009 erwarb, musste er sich im Kaufvertrag lediglich dazu verpflichteten einen „Lernort mit unterschiedlichen Inhalten (Ausstellung, Seminare, Veranstaltungen, Inszenierungen, Dokumentationen)“ zu realisieren (Drs. 19/4555). Hierfür war lt. Kaufvertrag eine Ausstellungsfläche von etwa 750 qm vorgesehen.

Wer nun am 2. Mai 2018 zur Stadthausbrücke 8a kommt und die Ladenfläche betritt, die einst ein Gedenkort an Widerstand und Verfolgung in Hamburg werden sollte, findet sich in einer Buchhandlung mit angeschlossenem Café und einer 70 qm-Gedenkecke wieder.

In dieser Ecke haben 40 Stühle Platz, als Ausstellungsfläche bleiben 13 laufende Meter Wandfläche. Wie hier die verschiedenen Aspekte der Verfolgung angemessen dargestellt und darüber hinaus ein angemessenes Gedenken an den Hamburger Widerstand ermöglicht werden soll, bleibt unvorstellbar.

Peinliche Provinzposse

Trotzdem behaupten sowohl Quantum als auch die Behörde für Kultur und Medien als Vertreterin der Stadt Hamburg, der Investor habe seine Verpflichtung aus dem Kaufvertrag – einen würdigen Gedenkort an Verfolgung und Widerstand zu errichten und zu betreiben – erfüllt.

Mit dieser peinlichen Provinzposse bleibt Hamburg deutlich hinter anderen Städten zurück: Münster, Nürnberg, Köln, Düsseldorf, München, Berlin, … Nach Jahrzehnten des Verdrängens und Beschweigens wurden dort in den letzten dreißig Jahren in Gebäuden, die ähnlich wie das Stadthaus in Hamburg, Hauptquartiere des organisierten Nazi-Terrors waren, moderne und angemessene Dokumentations- und Erinnerungsorte geschaffen.

In Hamburg entsteht nun in dem Gebäude, wo sich einst Hamburgs NS-Terror-Zentrale befand, der wohl luxuriöseste Konsumtempel der Stadt, der unter dem Motto „Hommage an das Leben“ vermarktet wird.

  • Hier wurden die Hamburger Polizeibataillone aus Hamburg, Bremen und Lübeck für den Einsatz im Vernichtungskrieg organisiert und eingesetzt.
  • Hier wurden die Deportationen der Hamburger Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma geplant und vorbereitet.
  • Hier wurden unzählige mutige Menschen, die sich der Nazi-Herrschaft entgegenstellten, brutal gefoltert.
  • Hier begann der Leidensweg politischer Gegner_innen, Zeugen Jehovas, Homosexueller und als Asoziale Stigmatisierter in die Konzentrationslager.

„Unendliche Plaisir“

Doch all das taucht in der Quantum-Image-Kampagne auf der Seite www.stadthoefe.de nach wie vor mit keinem Wort auf. Neben peinlichen plattdeutsch-französischen Textpassagen, die das heran- nahende „Unendliche Plaisir“ ankündigen, finden sich zur Geschichte des Hauses nur dürre Worte wie: „Die Gebäude sind in den Jahren 1888 bis 1916 als Sitz der Hamburger Verwaltung entstanden – bis zum Sommer 2013 wurden diese von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt genutzt.“

Ein solcher Umgang mit dem historischen Erbe bedeutet eine unerträgliche Banalisierung von Terrorherrschaft, Vernichtungskrieg und Völkermord und eine Verhöhnung der Opfer.

Die Initiative Gedenkort Stadthaus ist empört, dass weder dem von der Kulturbehörde geladenen „Runden Tisch“ noch der danach erfolgten Berufung eines “Beirats“ die Bereitschaft zugrunde lag, an dem unwürdigen Konstrukt eines „Dreiklangs aus Buchhandlung, Café und Ausstellung“ noch irgendetwas Substanzielles zu ändern.

Unerträgliche Banalisierung

Wir bleiben dabei: Hamburg braucht einen zentralen Dokumentations- und Erinnerungsort an Verfolgung und Widerstand in der zentralen Stätte des Nazi-Terrors.

Diese Forderung werden wir auch weiterhin an die Stadt, an den Investor und Projektentwickler Quantum sowie an die inzwischen zu Mehrheitseigentümern gewordenen Ärztlichen Versorgungswerke von Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt richten und erwarten entsprechende Entscheidungen.

Wir nehmen den Triumph des Kommerzes über die Erinnerung nicht hin: Konsum statt Gedenken? Jamais!“

Erstunterzeichner*innen für die Initiative Gedenkort Stadthaus:

Arbeitskreis ehemals verfolgter und inhaftierter Sozialdemokra-ten (AvS); Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein e.V.; Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V.; City-Hof e.V. – Für gelebte und gebaute Kultur; FG Sozial-, Kinder- und Jugendhilfe – ver.di Hamburg; AK Antirassismus – ver.di Hamburg; Förderkreis Gedenkstätte und Lernort Stadthaus; Freundeskreis KZ-Gedenkstätte Neuengamme e.V.; Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.; Hamburger Bündnis gegen Rechts; Initiative Gedenktafel Stadthaus 1981; Landesjugendring Hamburg e.V.; Netzwerk Recht auf Stadt Hamburg; Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen; Stolpersteine Hamburg e.V.; Hein Pfohlmann, 1. Vorsitzender des Kuratori ums der Gedenkstätte Ernst Thälmann Hamburg.; Dr. Sigrid Curth, Geschichtswerkstatt Wandsbek; Stephan Kaiser, Süderelbearchiv; Detlef Baade; Rolf Becker; Esther Bejarano; Norbert Hackbusch; Ulrich Henschel, Pastor i.R.; Barbara Hüsing; Michael Joho; Siri Keil; Bernhard Nette; Peggy Parnass; Bernhard Stietz-Leipnitz; Sönke Wandschneider, Pastor; Sylvia Wempner

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„Geld kennt keinen Rock´n´Roll …“ https://www.tiefgang.net/geld-kennt-keinen-rocknroll/ Fri, 08 Sep 2017 22:30:17 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2103 [...]]]> Seit 30 Jahren wird das Hamburger Rathaus gerockt. Ja, wirklich gerockt. Und die Musik bekommt nicht nur der Erste Bürgermeister sondern ganz Hamburg gratis auf die Ohren gehauen. Ein Grund zur Würdigung.

Alles fing mit der Staatsoper an…“, erinnert sich Karsten Schölermann, Urgestein der Hamburger Clubszene und immer noch unverdrossen unterwegs. Und er führt aus: „Die Staatsoper bekommt – seit ich denken kann – unglaublich viel Geld von der Stadt Hamburg. Und alle Jahre wieder, so auch 1987, treffen sich (blauäugig) Menschen der moderneren Musikbranche, um in der Stadt nach Mitteln für zeitgemäße Musik zu suchen. 1987 führte dies, unter Beteiligung von Hamburger Musikern, Konzertveranstaltern und anderen aus der Hamburger Musikbranche, zur Gründung eines Vereines: ROCK CITY HAMBURG e.V.“

1987: das Hamburger Rockspektakel startet in pink.

Und eben dieser Verein beschloss, Geld für eine große Sause zu besorgen, nämlich das erste Hamburger ROCKSPEKTAKEL. Der damalige Haushaltsexperten der GAL (Grüne Alternative Liste) Paul Rieckmann kümmerte sich, dass es wirklich Geld gab. „400.000 DM spuckte der Senat aus einem versteckten Haushaltstitel aus. Geld, von dem nicht einmal die eigentlich für Musik zuständige Kulturbehörde wusste“, so Schölermann.

Das Konzept war einfach

„Unser Konzept war einfach: Man nehme 100.000 DM für Werbung 100.000 DM für ein Büro mit zwei Mitarbeitern und 200.000 DM für eine Woche voller Konzerte mit einer Clubnacht am Anfang (DIE NACHT DER CLUBS) und einem Abschlussfestival auf dem Hamburger Rathausmarkt (RATHAUS ROCK) – das ganze hieß ROCKSPEKTAKEL und fand vom 8.9.1988 bis 18.9.1988 in Hamburg statt.

„Hamburg – das Hoch im Norden“ stand auf dem ersten Plakat:  „Die leuchtend pinke Gitarre wühlt sich durch den Schamhaarberg eines anthrazit-nackten, farblich verfremdeten Mannes. Seine Linke greift den Hals des Instrumentes in der Pose eines geübten Onanisten“ schrieb dazu die TAZ. Der Rummel um das nackte Musikanten-Männchen kam uns ob der entstehenden PR für das Festival gerade recht, und die Musiker fanden es eh´ “geil“ – die Analogie von Sex und Rock „zwangsläufig“.

Mit diesem Knallbonbon als Start war es nicht verwunderlich, dass schon bald kritische Töne ob der Verwendung der städtischen Mittel folgten.“

Völlig frei finanziert

Aber wie meistens: das staatliche Geld war – wie auch das provozierende Plakat – schon 1990 nicht mehr da. Stattdessen gab es jetzt zwei Veranstaltungen – und eine gibt es bis heute, völlig frei finanziert: Die NACHT DER CLUBS und das ROCKSPEKTAKEL.

Schölermann: „Es ist müßig nachzuweisen, wie viel Förderung aus den 400.000 DM schlussendlich hervorgegangen sind – ganz von meiner Existenz als Veranstalter abgesehen. Aber der Qualitätsnachweis fällt über die Jahre ganz einfach aus. Bis heute ist das ROCKSPEKTAKEL auf dem Hamburger Rathausmarkt tolerierter Gast – ein Stolperstein zwischen Cyclassix, Stuttgarter Weindorf und Alstervergnügen. Dabei ist der Charme des beleuchteten Rathauses bis heute anmutend.

Und jede Band aus Hamburg würde mittlerweile dort auftreten – auch und gerade die anspruchsvollen. Die Location ist einmalig, und es ist ein echtes Musikfestival – nur eben ohne Eintritt.

Das es überleben konnte ist genau diesem Faktor zu verdanken. Anfang der 90er Jahre war es zunächst „PRINCE DENMARK“ – die mit Ihren sechsstelligen Zuschüssen für Werbung und Programmqualität  sorgten. In den Vergangenen Jahren war es – seit 1988 als Partner dabei – die Bremer (!) Brauerei BECKS.“

Spiegel der Finanzgeber

So war das ROCKSPEKTAKEL immer auch ein Spiegel der Finanzgeber. Je höher die Unterstützung – desto besser das Programm – desto eindeutiger aber auch die Botschaft des Geldgebers.

Trink mich, rauch mich, iss mich, lies mich, hör mich. Einmal im Jahr verschmelzen diese Begriffe in ein Open-Air-Eins: „Umsonst und Draussen, und jede Menge Rock´n´Roll“. Schölermann: „Es hat mich schon immer gestört, dass das Geld keinen Rock´n´Roll kennt. Aber er kennt es, und es kann nichts kennen. Was soll da schon bei rum´ kommen?“

Im Falle des ROCKSPEKTAKELS zumindest jedes Jahr drei Tage, bei jedem Wetter und viel Musik. Mal mehr, mal weniger Rock ´n ´Roll kam heraus. Aber doch so viele feine Stunden. Die Liste der Bands ist lang, aber manche mittlerweile legendär.

1988: Avia, Elephant, Loti Pohl, Felix de Luxe, Abi Wallenstein

1989: Steinwolke, Hannes Bauer, Pape, Die abstürzenden Brieftauben, B.Sharp, Kraan

1990: Bon Scott, Plan B, Norbert und die Feiglinge, Mitch Ryder

1991: National Galerie, Die Prinzen, Abba Revival Band, Underworld, Man, Wolf Maahn

1992: Gamma Ray, The Land, Peacock Palace, Whisky Priests,
Michel van Dyke, Rudolf Rock & die Schocker

1993: Axxis, Illegal 2001, Inchtabokatables, Herwig Mitteregger

1994: Cultured Pearls, Subway to Sally, Peter & the Test Tube Babies, H-Blockx, Selig, The Busters, The Bates

1995: Paddy goes to Holyhead, Ninos con Bambos, Bad News Reunion, Die Kassierer, Cucumber Men, Abwärts

1996: El Vez, Lotto King Karl, Bogus Brothers, Blind Passengers, Roh !, Judge Dread

1997: Messer Banzani, Pornomat, Gagu, Latin Quarter

1998: Coalminers Beat, Motorsheep, Pothead, Dernameistsolangdassichdasehkeinschweinmerkenkann, Lecker Fischbrät

1999: EMERGENZA ROCK FINAL u.a. mit: Kashmir, 3 Gramm, Myballoon u.a.

2000: Kind of Blue, Lemonbabies, Goldrausch, Knorkator, Waltari, Ezio, Reef

2001: Rantanplan, Desmond Dekker, Emil Bulls, Nina Hagen & Band,
Jazz Butcher, The Busters

2002: Dubtari, Cultured Pearls, Vivid, H-Blockx, The Shining, Such a Surge

2003: Dedushki, Fiddlers Green, Boo!, Laurel Aitkin, Gutbucket, Pinkostar, 4Lyn

2004: Beatsteaks, Mother Tongue, Kid Alex, Smoke Blow, Die Schröders

2005: Sharonas, Blackmail, Dendemann & Mirko Machine, Looptroop,
Tigerbeat, Revolverheld, Dawn Penn

2006: Bela B. y Los Helmstedt, Donots, Abwärts

2007: Oomph! – Superpunk – Ezio – iO – Flowin‘ Immo & Les Freaqz – Positunes

2008: H-Blockx – Blackmail – Jaya The Cat – I-Fire – Wirtz

2009: Ohrbooten – 4 Lyn – Pohlmann – Dubtari – Caracho – Betty Blitzkrieg – The Inspector Clouzo – Rocola Baccalao – Bomba Estereo

2010: Smoke Blow, Abwärts, Urban Majik Johnson, I-Fire, Piazumanju, Monsters of Liedermaching, 5Bugs, Das Pack

2011: Mono Inc., The Dillinger Escape Plan, Caliban, Le Fly, [soon], The Pleasures, Dark Age, D-Flame

2012: Wirtz, Smoke Blow, I-Fire, Jonas & the Massive Attraction (CAN), Skindred (UK), Vayden (USA), The Skatoons, Sondaschule

2013: Jaya the Cat (NL), Le Fly, Monsters of Liedermaching, Loui Vetton, Das Pack, Mr. Irish Bastard, Liedfett, Urban Majik Johnson

2014: Wirtz, I-Fire, Lord of the Lost, La Confianza, Montreal, Galaxy Space Man, Unzucht, Sondaschule,

2015: Hayseed Dixie (USA), Jaya the Cat (NL), Dritte Wahl, Das Pack, Monsters of Liedermaching, Rogers, Swiss & die Andern, Blut Hirn Schranke, Liedfett

2016: Caliban, Vitja, River Becomes Ocean, Le Fly, Sondaschule, Eljot Quent, Der Fall Böse, Pensen Paletti, Der Wahnsinn

DAS PROGRAMM 2017

Und dieses Wochenende zeigt das nie alt werdende Festival wieder was es drauf hat. Ein Besuch ist Pflicht!

Am Samstag (09. Sept.)

Mad Hatter’s Daughter

13:00 – 14:00 Uhr

Kira und Basti waren ein paar Jahre zusammen, bevor er ihre einzigartige Gesangsstimme entdeckte. Die beiden waren im Auto unterwegs und das Radio lief, als Kira plötzlich anfing zu singen. Sie hatte ihn sofort begeistert. Basti spielt seit über 10 Jahren in Bands und arbeitet als Engineer und Produzent im Musik-Business und entschied kurzerhand, Kira Gesangsstunden zu schenken. Momentan arbeiten die beiden mit Sven Bünger (Madsen, Johannes Oerding, Roger Cicero, …) an zwei weiteren Radio Singles für ihr Album, welches noch 2017 auf den Markt kommen wird.

Linda Rum Band

14:20 – 15:20 Uhr

Angefangen hat alles am Klavier – klassisch ausgebildet im Kindesalter. Dann kam der Gesang dazu, die Gitarre und das Songwriting. Und wer sich einmal in die Arrangements hineingefühlt hat, den wird es nicht überraschen, dass auch viele Jahre klassischer Kirchenmusik die studierte Organistin geprägt haben.

Doch dabei ist es nicht geblieben. Linda Rums Musik ist lebendig und darum facettenreich. Stimmig, aber nicht eintönig. Die Dynamik ihrer Arbeit wird schon spürbar, wenn sie die Bühne betritt. Diese zierliche, auf den ersten Blick ruhige Erscheinung mit der alles vereinnahmenden Persönlichkeit und Ausstrahlung. In ihrem Kollektiv aus Mitmusikern bleibt die Stimme das zentrale Element. Die Mischung aus modernem Folk, Pop und Post Rock präsentiert sich mal ausufernd sphärisch, mal treibend und Beat fokussiert, dann wieder ganz sanft und authentisch gefühlvoll, ohne im Kitsch zu enden.

 

Odeville

15:40 – 16:40 Uhr

Noch vor zwei Jahren galten Odeville als Geheimtip in der Hamburger Musikszene. 2017 sind die fünf Jungs aber schon eine feste Größe der Deutschsprachigen Indie-Kultur. Ihr aktuelles Album „Phoenix“ hatte einen beachtlichen Anteil an ihrem Erfolg. Songs wie „Leuchtreklamenpoesie“ oder „Lichtblick“ sind eingängige Radio-Singalongs, die sich nicht vor den üblichen Mainstream-Verdächtigen verstecken müssen. Odeville sind aber viel mehr als nur „Das nächste große Ding“ zwischen Bendzko und Giesinger. Mit ihrer überragenden Live-Präsens irgendwo zwischen Euphorie und Melancholie, Party und Post-Pop und einer gehörigen Portion Selbstironie ziehen sie jeden Zuschauer in ihren Bann. Die dreckige Gitarren und das sonnige Gemüt einer Beatsteaks- Show, die süßen Melodien und intelligenten Texte einer Element of Crime Platte, ein wenig Stadionrock à la Kings of Leon und ihre unnachahmliche Lausbubenattitüde machen jeden Gig der Band unvergesslich.

Ripe & Ruin

17:00 – 18:00 Uhr

„Like all good fruit the balance of life is in the ripe & ruin“

Von rasender Wut, über ohnmächtige Verzweiflung. Von unerfüllbaren Wünschen, zu meditativem Frieden.
Von statischer Stille, zu ekstatischem Tanz.

Ripe & Ruin destillieren ihre Songs aus der gesamten Vielfalt menschlicher Emotionen. Immer auf der Suche nach neuen Grenzen und dem was bleibt wenn man sie hinter sich lässt. Das Hamburger Rock-Trio setzt auf Authentizität. Roh, ungeschönt, greifbar. Ein Muss für alle Fans handgemachter Musik.

The Wake Woods

18:20 – 19:20 Uhr

Nach dem gefeierten Debütalbum aus 2015 („Heilige Madonna der 6 Saiten! Es gibt sie noch. Junge Rockbands, die genau wissen, wie man die Harfe bläst!“ – GrandGuitars), dem 2.Platz beim DEUTSCHEN ROCKPREIS und dem Support für DEEP PURPLE im Juli 2016 (DON AIREY: „Die Jungs spielen das richtige Zeugs – und das wirklich gut!“) nimmt die Band Kurs auf die nächste Runde. Das neue Album wird Anfang 2018 veröffentlicht. Zuvor wird die Aufzeichnung des Live Konzertes für den WDR ROCKPALAST im Oktober als Highlight gefeiert.

 

 

 

Horisont (SE) 19:45 – 20:45 Uhr

Dicke Schnurrbärte und enge Hosen… HORISONT aus Schweden schöpfen Inspiration aus der endlosen Quelle des Blues, oder zumindest dem Spirit des Blue Oyster Cult… Ihr Sound erinnert an den Anfang der 70er, als sich die Generation der 60er Jahre den sanften Hippie-Sound vornahm und ihn schwarz anmalte; als Hard Rock und Prog einen neuen Sound erschufen… Passend zum neuen Album, dass von der Presse übrigens durch die Bank weg gefeiert wird, haben sie einen weltweiten Vertrag bei Century Media unterzeichnet… Der weiteren Karriere steht also nichts im Weg…

 

The Vintage Caravan (IS)

21:15 – 22:15 Uhr

Mit einem Durchschnittsalter von grade mal 23 Jahren, zeigen die isländischen Classic Prog-Rocker von THE VINTAGE CARAVAN die Reife einer Band, die seit Jahrzehnten auf Tour ist. Bei ihrer ersten Festival-Show 2012 durften sie nur in Begleitung ihrer Eltern auftreten. Entsprechend war keiner der anwesenden Journalisten gewappnet für das folgende Spektakel.

Der Rest ist Geschichte… Ein Plattenvertrag bei Nuclear Blast, Festival-Shows in Wacken, Roskilde, Hellfest und Summer Breeze, sowie Touren mit Europe, Blues Pills, Grand Magus und Orchid… Wir freuen uns sehr, sie auf dem Rockspektakel begrüssen zu dürfen…

 

Blues Pills (SE)

22:45 – 23:59 Uhr

Nicht viele moderne Bands haben das Glück, einen so einzigartigen, unnachahmlichen Stil mitsamt so einer unglaublichen Stimme, ihr Eigen zu nennen. Und damit im Jahr 2017 einen wirklichen Hype zu erleben.

Die psychedelischen Sounds von BLUES PILLS erinnern an die guten 60er und 70er Jahre, mit all den Zutaten der damaligen Zeit… Ein Hauch Americana aus den 60ern, eine Prise Blues, einen ordentlich Schlag Rock’n’Roll und ein Schluck Soul wird in den wunderbaren Cocktail aus Sound gemischt, den wir BLUES PILLS nennen.

Mit ihrem neuen Album „Lady In Gold“ kommen sie als Headliner zu uns auf den Hamburger Rathausmarkt.

 

Und auch am Sonntag (10. Sept.) gibt´s was auf die Ohren:

Gold 13:00 – 13:40 Uhr

Lilian Gold singt und Florian Seyfarth spielt Gitarre. Zusammen sind sie Gold. Gold ist Soul, Blues und Funk, ein Glitzermeer der Gefühle.

Im Frühjahr 2017 begegneten sich Lilian und Florian auf einer Jamsession und stellten fest, dass sie musikalisch gut zusammenpassen. Lilians Texte handeln von Liebe und Leben und mit Florians grooviger Gitarre entstanden schnell die ersten gemeinsamen Songs und schon nach den ersten Gigs war klar, dass dieses Gold auf die Bühne gehört.

Die Beiden präsentieren ihre Musik sowohl im Duo als auch, je nach Situation, im Trio mit Percussion und als volle Band.

Alexander von Rothkirch – 14:00 – 14:40 Uhr

Ein Mann, eine Gitarre. Der Hamburger Singer/Songwriter Alexander v. Rothkirch kommt mit wenig aus, um zu begeistern. Tolle Songs, eine warme, dunkle Stimme, unverkennbares, perkussives Gitarrenspiel. Funk und Rock’n’Roll für die Hüfte, Balladen für die Seele.

Wie er selbst ist auch seine Musik voll Dynamik und positiver Energie, sodass das Publikum mit ihm warm ist, sobald er die Bühne betritt. Sympathisch, wortgewandt, authentisch, selbstbewusst, mitreißend, mal laut und rau, mal leise und seicht, mal solo, mal mit Band.

 

Better Than – 15:00 – 16:00 Uhr

Junger energiereicher Indierock und ausdrucksstarke deutsche Texte: Genau das vereinen die fünf Jungs von Better Than und erinnern dabei an den echten nahen Stil der alten Hamburger Schule. Mal kämpferisch und laut heraus, dann wieder gefühlvoll und bedacht: Im Mittelpunkt stehen die Emotionen. Eingebettet in frische Gitarrenklänge, konkrete Beats und schwebende Sounds berichtet die raue Stimme von Frontmann Phillip Scholz über alle Höhen und Tiefen auf der Suche nach sich selbst. Noch so jung, doch voller Euphorie für die Musik. Auf der Bühne entfacht Better Than ein Feuerwerk der Emotionen.

Port Joanna-  16:20 – 17:20 Uhr

Port Joanna bringen die gute alte Zeit des Funk, Soul und Rock zurück in die Clubs und Herzen dieser Welt. Ein Ort, an dem Musik noch lebendig und eine Gitarre noch eine Gitarre ist. Mal tanzbar, immer gefühlvoll, nie gekünstelt.

Wer Lust auf gute, handgemachte Musik hat, der sollte sich Port Joanna auf keinen Fall entgehen lassen. Angefangen als spontan zusammen gewürfelte Coverband, spielte die Band einige größere Auftritte in und um Hamburg. Dass sie nun auch mit den eigenen Songs zu überzeugen wissen, davon erzählen die Ohrwürmer in den Köpfen des Publikums, noch Tage nach den Shows.

Reggaedemmi – 17:40 – 18:40 Uhr

Reggaedemmi ist ein bunter Haufen aus der ganzen Welt, der sich in Hamburg über die Musik zusammengefunden hat. Von Haus aus nehmen die Jungs die meisten Dinge recht locker, die Musik dafür ganz schrecklich ernst.

Mit ihrer eigenen Musikmischung – zwischen Roots- Reggae, Dancehall und Uptempo-Ska bleibt nichts unangetastet – dank knackigen Bläsersätze, dumpfem Bass, sowie schweißtreibenden Rhythmen garantiert Reggaedemmi immer gute Stimmung.

Skaramanga – 19:00 – 20:00 Uhr

Eine dicke Portion Ska, gemixt im organisierten Chaos, entstanden aus dem kreativen Wahnsinn völlig unterschiedlicher Musikstile, schieben die zehn (Exil)-Hamburger bereits seit über 12 Jahren eine schwarz weiße Einheit schweißtreibender Upbeats vor sich her. Mittlerweile angekommen auf den Bühnen dieser Republik, nehmen Skaramanga ihre Zuhörer mit auf eine Reise durch die Welt einer der urbansten Musikstile unserer Zeit. Mit der Lizenz zum Tanzen wird spätestens nach den Eigeninterpretationen bekannter Klassiker der Hosenzwang gänzlich aufgehoben. Lady´s and Gentleman, boys and girls Skaramanga is back in town ! Ein echtes Muss vom Musikliebhaber bis zum Punk in Nadelstreifen!

Dubtari – 20:30 – 22:00 Uhr

Nach mittlerweile 20 Jahren Bühnenerfahrung und fünf Alben, haben sich DUBTARI zu einer festen Größe in der deutschen Reggae- und Ska-Szene gemausert.

Während Ska und Reggae bis heute die musikalische Basis der Band geblieben sind, fanden im Laufe der Jahre auch immer mehr Musikstile wie z.B. Dancehall, Dub, Latin, HipHop, Drum’n’Bass und Rock ihren Weg in die Stücke. Das Ergebnis ist der unverkennbare und trotzdem abwechslungsreiche dubtari-Sound, der durch deutsche, spanische und englische Vocals von Frontfrau Quiandra und Frontmann Marcophone komplettiert wird. Dubtari nennt diese einzigartige Mischung Intercontinental-Offbeat.

Weiterführende Links: rockspektakel.de und facebook.com/rockspektakel.de

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Im Schlaf die Kunst gefördert https://www.tiefgang.net/im-schlaf-die-kunst-gefoerdert/ Sat, 29 Apr 2017 06:00:20 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=955 [...]]]> Während die einen schlafen, schreiben die anderen Anträge für hochtrabende Kunst- und Kulturprojekte. Und manchmal kommt auch großartiger Müll heraus. Gerne auch 2018 …

Die Pressemitteilung der Kulturbehörde Hamburg:

„Die Behörde für Kultur und Medien unterstützt mit 500.000 Euro aus der Kultur- und Tourismustaxe jährlich Projekte der Freien Szene, die sich inhaltlich und künstlerisch durch hohe Qualität auszeichnen. Anträge auch dieses Jahr für Projekte im kommenden Jahr eingereicht werden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Bildende Kunst, Musik, Tanz, Theater, Architektur, Design – aus dem Elbkulturfonds wurden in den vergangenen Jahren ganz unterschiedliche Projekte gefördert. In ihren Ansätzen fand sich jedoch stets die Gemeinsamkeit, künstlerisches Arbeiten und Forschen mit gesellschaftspolitischen Fragen zu verknüpfen. Mit dem Elbkulturfonds können wir die Freie Szene in ihrer künstlerischen Arbeit unterstützen und darüber hinaus als gesellschaftlichen Impulsgeber weiter stärken.“

Eine fünfköpfige, unabhängige Jury mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Musik, Bildende Kunst, Design und Darstellende Künste berät über die Vergabe der Fördermittel, mit denen seit 2013 jährlich sechs bis acht, teils spartenübergreifende, Projekte mit einem Volumen ab ca. 50.000 Euro gefördert werden.

Die Auswahl der vergangenen Jahre spiegelt die große Bandbreite und Qualität künstlerischen Arbeitens in Hamburg wider. Sie bezeugt zudem die bewusste Entscheidung der Jury, mit dem Elbkulturfonds politische und gesellschaftskritische Projekte zu unterstützen, die ohne öffentliche Förderung nicht realisiert werden könnten.

Die Arbeiten greifen dabei Themen wie Recycling („Das Müllprojekt“, 2017), die Situation von Geflüchteten („Refugees Welcome Tour“, 2016), Demokratie („Sieg über die Sonne“, 2017), die Aufarbeitung des Kolonialismus („Inverted Space“, 2014) auf. Gleichzeitig werden mit Projekten wie den „Hallo Festspielen“ (2016) oder der „Öffentlichen Gestaltungsberatung“ (2014) Gegenentwürfe zu bestehenden Gesellschaftsformen entwickelt.

Die unabhängige Jury entscheidet im dritten Quartal 2017 über die Vergabe der Fördergelder für 2018.

Informationen zu den Förderkriterien des Elbkulturfonds sowie die Antragsunterlagen finden Sie unter www.elbkulturfonds.hamburg

Antragsschluss ist Freitag, der 30. Juni 2017. Rückfragen zum Elbkulturfonds richten Sie bitte an elbkultur@bkm.hamburg.de.“

(Quelle: elbkulturfonds.hamburg)

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