„Kulturwohnzimmer“ https://www.tiefgang.net Fri, 10 Jun 2022 15:15:47 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Von Hexen, Punks und Heimweh https://www.tiefgang.net/von-hexen-punks-und-heimweh/ Fri, 03 Jun 2022 22:15:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9097 [...]]]> Die zweite Woche der SuedLese-Literaturtage im Süden Hamburgs bieten viel Abwechslung für Groß und Klein und auch zum Mitmachen …

Die 7. SuedLese vereint dieses Jahr den Bezirk und den Landkreis Harburg durch Literatur. Und dabei kommt niemand zu kurz: So geht es am Dienstag (7.6., 20 Uhr) in die Traditionskneipe „Zur Stumpfen Ecke“ in Hamburg-Harburg. Dort liest die renommierte Krimi-Autorin Simone Buchholz aus „River Clyde“, einer skurrilen Story zwischen Glasgow und St. Pauli.

Am 9.6. ist Trash-Autor Dolf Hermannstädter in der Fußgängerzone von Buchholz zu hören. (Foto: PR)

Am Mittwoch (8.6., 16 Uhr) bietet das HinZimmer wieder eine Lesung für Kinder ab 4 Jahren am Fenster der Räume am Hinzeweg in Hamburg-Heimfeld. Von einem Laster und direkt in der Fußgängerzone von Buchholz in der Nordheide liest am Donnerstag (9.6., 19.30 Uhr) der aus Bremen kommende Dolf Hermannstädter. Eine Ikone der Punk- und Trashliteratur die diesmal den Titel trägt: „Warum dauert es so lange, bis es besser wird?“

Am selben Abend (9.6., 19.30 Uhr) aber in der Bücherhalle in Hamburg-Harburg steht dann die Autorin Anja Röhl zur Lesung und auch zum Gespräch über „Verschickungskinder“. Am Freitag (10.6., 11 Uhr) wird dann wieder für Kinder ab 4 Jahren am Fenster des HinZimmers am Heimfelder Hinzeweg gelesen. Am Sonnabend (11.6., 11 Uhr) lädt dann die Volkshochschule Hamburg-Harburg zum ersten Teil eines Online-Kursus mit Anatoly Zhivago ein. (2. Teil So., 12.6., 11 Uhr) Es ist eine Schreibwerkstatt speziell für Theaterstücke und setzt keine Vorkenntnisse voraus – wohl aber eine Anmeldung.
Um 17 Uhr und ebenso online lädt dann die Hamburger Autorenvereinigung zu einer internationalen Lesung „Spring´s Blue Ribbon“. Auch hier ist eine Voranmeldung nützlich. In Präsenz hingegen wird die zweite Ausgabe von unartig.harburg im KulturWohnZimmer im Gloria-Tunnel in HH-Harburg eingeladen. Zwischen 15 und 21 Uhr kommt viel Ungesagtes und Wortkunst zur Geltung.
Die zweite SuedLese-Woche schließt dann am Sonntag (12.6.) mit einer Schreibwerkstatt zu Stadtgeschichten aus Wilhelmsburg mit Wiebke Johannsen im Bildungszentrum „Tor zur Welt“ in Hamburg-Wilhelmsburg. Beginn 11 Uhr.
Auch ab 11 Uhr startet im Landkreis Harburg am KulturPunkt Moisburg ein märchenhaftes Vergnügen für die ganze Familie. Von verschiedenen Startpunkten aus wird Moisburg auf die Märchen von Otfried Preußler hin erforscht. Ob die Kleine Hexe oder der Räuber Hotzenplotz – es wird spannend und rührselig zugleich.


Wie man Schriftbilder gestaltet, ist ab 15 Uhr das Thema eines Online-Kurses der Volkhochschule HH-Harburg mit Anja Eßelborn.

Das gesamte SuedLese-Programm ist entweder gedruckt in vielen Leseorten oder als PDF zum Download oder Lesen erhältlich unter www.suedlese.de. Die Homepage ist auch per smartphone zu bedienen und dort finden sich auch aktuelle Neuerscheinungen sowie eine
Bücherwand mit Titeln der letzten und aktuellen SuedLese.

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Das war mal ein KultUrLaub! https://www.tiefgang.net/das-war-mal-ein-kulturlaub/ Fri, 13 Aug 2021 22:36:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8276 [...]]]> Vom 9. Juli bis 8. August ist das Netzwerk SuedKultur im südlichen Hamburger Bezirk Harburg dem Aufruf des Kultursenators Brosda gefolgt und veranstaltete einen riesigen SuedKulturSommer. Die Bilanz: „Wir leben noch!“

 Anfang Mai stellte die Behörde für Kultur und Medien die Idee eines Hamburg weiten Kultursommers vor. Veranstaltende sollten sich mit Ideen für Kulturprogramme zur Urlaubszeit bewerben und mit einer millionenschweren Finanzierung der Kulturbehörde zum einen möglichst viele Kreative in Open-Air-Events kurzfristig in Beschäftigung bringen. Zum anderen sollte ein Programm entstehen, dass viele Daheimgebliebene mit Kulturangeboten die Urlaubszeit versüßt.

Das Netzwerk SuedKultur nahm die Einladung an, bewarb sich und erhielt zu Anfang Juni eine Finanzierungszusage, die schon wenige Wochen später ihre Umsetzung fand.

So gab es vom 9. Juli bis 8. August über vier Wochen auf drei verschiedenen Plätzen in Harburg ein Kulturspektakel, dass es so in Harburg noch nicht gegeben hatte. Beteiligt hatten sich Marias Ballroom, das Komm du, der Old Dubliner, das Stellwerk, das Kulturhaus Süderelbe, der Rieckhof, die Fischhalle, der Kulturverein Alles wird schön, die Kunstleihe Harburg, die Genossenschaft Dreifalt eG, die Kulturwerkstatt Harburg, das KulturWohnZimmer, der Kulturverein ContraZt, das Habibi Atelier, die Kunstkarawane, dem Sozialkontor Hamburg-Süd und die Kunstgruppe wattenbergART. Heraus kamen 214 Stunden Live-Kulturprogramm jeder Couleur und mit knapp 350 Künstler*innen – dabei viele direkt aus Harburg, manche gar in Kooperation mit dem Landesmusikrat Hamburg.

Nun ist der KultUrLaub vorbei und der Netzwerksprecher und Hauptakteur von SuedKultur, Heimo Rademaker zieht Bilanz: „Wir sind alle platt und brauchen eine Pause vom Festivalleben. Zeit zum Genießen hatten wir noch nicht, aber von allen Künstler*innen aber auch dem Publikum und gar den beteiligten Gewerken durchweg positive Resonanz. Und alle diese Leute wieder zu sehen und nun zu wissen, wer noch bei der Stange ist aber auch leider, wer nicht, ist für alle wichtig gewesen.“ Denn letztlich sei es eine Aktion solidarischer Kulturarbeit gewesen. „Es galt, Geld gegen Kulturarbeit in den Markt zu schießen, die Sommerzeit produktiv zu nutzen und die eigene Attitüde hinten anzustellen! Und das ist fast durchweg geglückt!“

Das Programm enthielt so ziemlich alles von Klassik, Rock, Punk, Ska, Reggea, Jazz, Folk oder Klezmer, über Kinderprogramm, Kino, Kabarett oder Klamauk, von Flamenco, Tanz und Kunst bis Kino und Shanties. Der nötige Sicherheitsdienst sorgte für die Einhaltung der Corona-Verordnung und bliebt dennoch oft unbemerkt, der Eintritt war mehr als moderat, die Licht- und Tontechniker*innen verhalfen jedem Klang zum fetten Sound, Öko-Toiletten für das abbaubare Nebengeschäft und so konnte das letztlich mehr als wechselhafte Wetter keinen Veranstaltungstag in Gefahr bringen. „Das war logistisch eine absolute Herausforderung! Und wenn es auch üblicherweise immer mal etwas stressiger wird – die Zusammenarbeit unter all den Playern sucht seinesgleichen und es zeigt: SuedKultur kann, wenn sie darf! Und so wurde es wie eine Art ´Klassentreffen` und wir denken für viele Künstler*innen von nördlich der Elbe eine gute Werbung für den kultursonnigen Süden der Stadt!“, so Heimo Rademaker. Nebenbei könne er auch anmerken, dass es zu keinem Zeitpunkt der vier Wochen irgendwo ernst zu nehmenden Ärger, Komplikationen oder bemerkenswerte Störungen gab. „Selbst ein Hubschrauberpilot wartete bis zum Ende eines Songs einer Band bevor er wieder seine Rotoren zum Start anwarf. Respekt und Rücksicht sind also noch da!“

Und was kommt als nächstes? „Ich selbst bin schon wieder in den Vorbereitungen des „Sommers im Park“, habe noch jede Menge Abrechnungen und Nachweise zu erledigen, plane aber auch schon eine neue  Clubreihe in meinem Club Marias Ballroom zusammen mit dem Landesmusikrast Hamburg. Mal etwas ganz Neues“, so Rademaker. Vom 1. Harburger Kunstfest habe er mitbekommen, dass sich fast alle Künstler*innen wünschten, dieses Outdoor-Format auch 2022 zu wiederholen und die Inklusionsband „Station 17“, die am letzten Tag fürs Sozialkontor HH-Süd auftrat spielte, habe auch viele Veranstalter der SuedKultur so nachhaltig begeistert, dass auch hier unbedingt weitere Ideen gefragt seien. „Vor allem wollen wir hoffen, dass auch wir im Süden Hamburgs unseren Beitrag leisten konnten, dass die Kultur nicht vor die Hunde geht und wir diese grausame Zeit der Pandemie irgendwie durchstehen und uns unsere Lust auf Kreativität erhalten bleibt!“  

Einige Fotos mit Eindrücken der vier Kulturwoche sind auf der SuedKultur-Facebook-Gruppe hinterlegt und jede Menge Videomitschnitte finden sich auf YouTube unter SuedKulturSommer!

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Klezmer, Kästner, Kabarett! https://www.tiefgang.net/klezmer-kaestner-kabarett/ Fri, 23 Jul 2021 22:03:49 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8241 [...]]]> Nachdem die erste volle Woche des SuedKulturSommers auf dem Harburger Rathausplatz erst recht Kulturappetit machte, geht es kommende Woche auf dem Harburger Kanalplatz weiter.

Ob Klassik, Jazz, Rock oder Shantys – auf dem Harburger Rathausplatz wurde vielen Kulturinteressierten erst recht Appetit auf mehr gemacht. Und es kommt mehr. Nachdem am Montag auf dem einen Platz ab und auf dem Kanalplatz aufgebaut wird, folgt ab Dienstag (27. Juli) wieder eine bunte Mischung aus diversen Kulturgenres.

Denn neben dem gut angenommenen „Poetomaten“ („Wort rein – Gedicht raus“), der von der Harburger Initiative KulturWohnZimmer auch kommenden Dienstag den ganze Tag lang nutzbar ist, kommen in der zweiten SuedKulturSommer-Woche nun auch Kabarett und Kinderprogramm hinzu.

So ist das „Waschlappentheater“ am Mittwoch (28.7, 12.15h) zu Gast als auch der Musikkabarettist Axel Burkhardt als „Bass-Poet“ (13.30h). Mit Latin-Jazz geht`s der Sängerin Norma Madrid am Donnerstag (29.Juli, 12h) los, gefolgt von einem klassischen Flöten-Trio „Flautissimo“ (13.15h) und dem Ensemble Aetheria (14.30h), das Barockmusik als open-Air bietet. Dann geht der in Moorburg beheimatete Kabarettist Johannes Kirchberg auf eine musikalische Lesetour zu Erich Kästner(15.45h). Etwas zu lachen gibt es auch am Freitag (30.Juli) um 17h mit dem Komödianten Bätz und seinem Programm  “Alles gut ist auch scheiße”. Und jiddische Lieder mit guter Laune bietet die Gruppe Mischpoke um 21 Uhr.

Am Sonnabend (31. Juli) ist auch die Bildende Kunst erstmals vertreten im Kunstkaufhaus. Dort gibt es den ganzen Tag über Objekte, Malereien und Grafiken verschiedener Harburger Künstler*innen zu sehen und zu kaufen. Psychodelisches bietet um 21h die Harburger Band Voodoo Diodes. Die Harburger Pantomime Alexander Heinze startet am Sonntag (1. Aug.) um 11h und die bekannte Rückröhre mit Gitarre „Feli“ ist um 12.15h zu erleben. Die Wohe am Kanalplatz klingt letztlich um 18.30h mit dem Fusion-Jazz-Quintett Alf Baben der Erde aus. Dann geht es ab dem 3. August auf dem Schwarzenbergplatz weiter.

In der Woche kostet ein Ticket für den ganzen Tag gerade einmal 3,62€, wochenends 6,25€. Das passt auch für die ganze Familie.

Für Snacks und Getränke ist ebenso gesorgt als auch alle Erfordernisse der Corona-Verordnung gesichert werden. Am besten aber man erwirbt zuvor das Ticket m Online-Vorverkauf über www.tixforgigs.com/SuedKultursommer und hat damit dem Team der SuedKultur bereits die Kontaktdaten vorab übermittelt und sich Plätze gesichert.

Heimo Rademaker, Sprecher der Initiative SuedKultur: „Die Auftaktwoche war schon klasse und hat gar im Fernsehen einige Aufmerksamkeit erregt. Dennoch blieb alles entspannt und locker. So soll es sein und eben einfach Lust auf mehr und anderes machen. Den Künstler*innen merk man an, wie sehr sich was aufgestaut hat und die Lust an der Performance ist stets kurz vor dem Explodieren!“

Programmhefte zur Orientierung sind aktuell beim Info-Point des Citymanagements in der Hölertwiete  als auch der Buchhandlung am Sand erhältlich oder können hier runtergeladen werden: www.sued-kultur.de/Programmheft

Der Preis für ein Tagesticket liegt zwischen 3,75 bis 6,75€ – muß aber eben online vorab gekauft werden. Das Programm findet sich in Kürze unter www.sued-kultur.de oder www.kultursommer.hamburg und dann Stichwort SuedKulturSommer.

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Harburg – Pampa oder gentrifizierbar? https://www.tiefgang.net/harburg-pampa-oder-gentrifizierbar/ Fri, 15 Feb 2019 23:27:45 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4891 [...]]]> Der Kunstverein Harburger Bahnhof ist nicht nur Ausstellungsfläche sondern greift auch Themen unserer Zeit auf. Die Reihe „Tracks“ steht da als Marke und nun kommt Christoph Twickel – wieder.

Bei der Reihe Tracks geht es am kommenden Sonntag (24.2.) mal wieder um Entwicklungen . Vor allem in Harburg. In der Ankündigung heißt es: „Wir betreiben eine Standpunktanalyse: Wo befinden wir uns? Was war vor uns hier? Was geschieht um uns herum? Welche Handlungen verknüpfen sich mit diesem Ort? Wir sprechen über gemeinsames Arbeiten, geteilte Zeit und gestalteten Raum, über Teilhabe und solidarische Bezugnahme. Wir sprechen über Infrastruktur und temporäre Gemeinschaften und erproben institutionelle wie individuelle Möglichkeiten, eben jene zu schaffen.“
Dabei beginnt es um 13Uhr mit einen Stadtspaziergang mit der Geschichtswerkstatt Harburg. Es geht zu Arbeitswelten und Wohnräumen im Harburger Bahnhofsviertel. (Treffpunkt Kunstverein.
Von 14 bis 18 Uhr gibt es dann eine „Teezeremonie“ mit Dungeon TT von Martin Kohout mit Paul Sochacki und um 15 Uhr ein Künstlerinnengespräch mit Chris Reinecke im Gespräch mit Lena Ziese.
Um 16h wird dann zur Diskussionsrunde geladen.
Das Thema „Zentralität, Peripherie, Gentrifizierung und Teilhabe in Harburg – Runder Tisch zum offenen Gespräch“. Dabei ist der Journalist Christoph Twickel, Anke Jobmann (Bezirksamt Harburg), Heiko Langanke (Initiative SuedKultur), Mathias Lintl (3falt / Stadtkultur Hafen) und Vertreter*innen des Kulturwohnzimmer und der Sauerkrautfabrik.

Die Runde ist insofern interessant, dass bereits vor acht Jahren Christoph Twickel als Autor des Buches „Gentrifidingsbums“ als Gast der Initiative SuedKultur war. Da war Hamburg gerade allerorten damit beschäftigt, dass abgewirtschaftete Leerstände und Brachflächen aufgehübscht, -gewertet und für teuer Geld verwertet wurden, was eine der zentralen Thesen Twickels war und ist. Damals fragte SuedKultur auch, ob Harburg gentrifizerbar ist bzw. geht eigentlich auch „ein bisschen Gentrifizierung“?

Dann kam die Lehman-Pleite und die zinsfreie Zeit, was seit 2010 ganz maßgeblich dafür sorgte, dass Geld in Grund und Boden und Betongold (sprich Haus- und Wohnungsbau) investiert wurde und wird, so für eine extreme Verknappung und Verteuerung von Raum gerade in Metropolen wie Hamburg führt(e).

Seinerzeit berichtete Thomas Sulzyc für das Abendblatt unter dem Titel „Harburg  – Diskussion: Was bringt die Gentrifizierung?“ zur Veranstaltung:
„Christoph Twickel bietet eine versöhnlichere Perspektive auf die Fußgängerzone an. Der Hamburger Journalist und Mitverfasser des Manifests „Not in our name – Marke Hamburg“ der Bewegung Recht auf Stadt identifiziert in Harburg noch das eigentliche Wesen von Stadt. Hier existiert noch die urbane Multitude, das Nebeneinander von Bevölkerungsgruppen. Anders ausgedrückt: In Harburg können sich Kopftuchträger und Rentner noch Kaffee satt leisten.

In seinem Buch „Gentrifidingsbums – oder eine Stadt für alle“ beschreibt Christoph Twickel die Wiedergeburt der abgewirtschafteten Altonaer Fußgängerzone. „Jetzt kommt Ikea, dann ist sie gerettet“, sagt er süffisant. Die Geschichte der Großen Bergstraße könnte auch die der Harburger Fußgängerzone sein.

Twickel beschreibt in seinem Buch Prozesse der Gentrifizierung, also den Umbau von Stadtquartieren und die Verdrängung von Mietern. Auf Einladung der Vereinigung Sued-Kultur, ein Zusammenschluss von Kulturschaffenden in Harburg, diskutierte der Autor vor 27 Besuchern im Jazzclub Stellwerk über die Rolle der Künstler und Kulturanbieter bei der Gentrifizierung.

Kulturell Aktive stecken nämlich in einem Dilemma: Nach der Devise „Wenn ein Ort langweilig wird, hauen die Reichen ab“ gilt heute selbst Subkultur als Standortfaktor im Monopolyspiel der milliardenschweren Investoren. Hamburg Marketing schmückt die Hansestadt in einem Werbespot mit Travestiten und Rockkonzerten.

Clubbetreiber und Galeristen bekommen leerstehende Gebäude in guten Lagen und machen sie interessant. Später fallen viele der selbstproduzierten Aufwertung zum Opfer, wenn gut verdienende Bevölkerungsgruppen in diese Quartiere mit hippem Image ziehen und die Mieten steigen.

„Müssen wir uns Sorgen machen?“, will Jazzclubchef Heiko Langanke wissen. Und einzelne bei Sued-Kultur meinen durchaus: Ja. Wenn die Initiative Kultur im Hamburger Süden schaffe, trage sie zur Gentrifizierung bei.

Eine Kulturwüste als Gegenstrategie zur Verdrängung au dem eigenen Viertel? Christoph Twickel erteilt einem so radikalem Weg eine klare Absage: „Es führt in die Irre, wenn wir sagen, ein Jazzclub schaffe Gentrifizierung.“ Der Kämpfer für ein „Recht auf Stadt“ unterscheidet zwischen Kulturschaffenden, die einfach nur ein Programm abspulen und dann wieder abhauen (…) und denen, die sich einmischen und dauerhaft im Stadtteil bleiben.

Eine Antwort darauf, wie man das bekämpft, was man selbst hervorruft, finden Twickel und sein Harburger Publikum, darunter die frühre Phönix-Center-Managerin Anette Eberhardt, an diesem Abend nicht. Einen Vorteil darin, dass Themen wie „Ekeltunnel“ oder Leerstand das Bild Harburgs in der Öffentlichkeit prägen, sieht Heiko Langanke jedenfalls nicht.

Wie aber solle Harburg damit umgehen, wenn es nur als „Idiotenstadt“ gesehen werde, fragt der Jazzclubchef und liefert in einer weiteren Frage eine Antwort, an die er selbst nicht so recht glaubt: „Geht auch ein bisschen Gentrifizierung?“ Ein wenig Aufwertung wäre ja nicht schlecht.

Leute, die vorher Turnschuhe oder Waschmittel vermarktet hätten, würden heute die Koordinaten der Politik bestimmen, beklagen Gentrifizierungsgegner. Stadt werde nur noch als Portfolio von Investitionsflächen gesehen, Politiker schauen willfährig zu. Menschen müssten diesen Leuten die Kulturpolitik wieder wegnehmen, sagt ein Besucher. Wie man aber Investmentgesellschaften und Konzernen die Macht über die Stadtentwicklung streitig macht – das bleibt an diesem Abend offen.“

Quelle: Hamburger Abendblatt

Kurzum: es dürfte mehr als interessant sein, welche Aspekte sich geändert und welche sich verstetigt haben.

Für S-Bahnreisende von Hamburg Hbf: 
Für den 24.2. ist Schienenersatzverkehr zwischen Hammerbrook und Wilhelmsburg angekündigt. Es empfiehlt sich den Metronom oder andere Regionalzüge zu nutzen.

Die Reihe Track wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.
Das Programm des Kunstvereins und die Reihe Track werden gefördert von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg.

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Dann eben anders! https://www.tiefgang.net/dann-eben-anders/ Fri, 26 Oct 2018 22:30:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4415 [...]]]> „Die sitzen doch da nur rum“, soll ein Politiker über das soziokulturelle Projekt gesagt haben. Nun stehen sie eben auf und packen es auch ohne Bezirkspolitik an. Sie können dabei helfen …

Im November 2017 kam die frohe Kunde: ein neues Kulturprojekt und von Studierenden des Kunstbereichs der Medical School Hamburg, der im Harburger Hafen zuvor ein neues Zuhause gefunden hatte eröffnete ein „KulturWohnZimmer“ im einstigen „Schmuddeltunnel“ zwischen Lüneburger Straße und Seevepassage. (´Tiefgang` berichtete im Nov. 2017 „Ein Wohnzimmer für Kultur“).

Und wahrlich – es kam Leben in die Durchgangsgruft. Es wurde neugierig beäugt, gesprochen und letztlich gemalt, gesungen und gemacht.

All das kostet Zeit. Und Zeit ist Geld und als für die meisten Studierenden das Ende der Lehrjahre vor der Tür stand, war man der Überzeugung: man hat was bewegt, man hat gezeigt: da geht doch was!

Weit gefehlt.

Mehrere Anträge im Bezirksparlament Harburg liefen ins Leere. Nicht, dass es nicht hätte Pro- und Kontra-Argumente für den Finanzierungsantrag geben können. Denn „wer hat das bestellt?“, „Ist es das wert?“, „Ist das angemessen im Vergleich zur auch von Haus aus kümmerlichen Finanzierung alt eingesessener Kulturprojekte im Süden“ … Es wäre einen Austausch wert gewesen. Aber dazu kam es harburglike gar nicht erst, denn zwei Mal wurden die Anträge schlichtweg abgelehnt. Diskussionslos. (Siehe auch ´Tiefgang` vom 14. Juli 2018: ´Würdelos`)

Ein Politiker – so munkelte es sich aus dem nicht-öffentlichen Entscheidungsraum des Parlaments heraus – soll entgegnet haben: „Die sitzen doch da nur rum!“ Also ganz anders als ´gestandene` Parlamentarier.

Nun sind sie dennoch wieder da und scheinen sich zum Motto zu nehmen: kein Blabla – machen!

Und so haben sie gleich auch eine Crowdfunding-Kampagne im Gepäck.

Ziel: bis Ende November sollen 6.300 € gesammelt werden, um Materialien, Werbung, Versicherung, und professionelle Betreuung damit abzudecken.

In einer zweiten Etappe sollen noch mal 6.300,- € zusammenkommen, um das Kulturwohnzimmer bis Ende Februar 2019 in vollem personellen Umfang agieren zu lassen. Mit professioneller Betreuung an allen Öffnungstagen.

„Wir möchten Menschen neue Räume für Kommunikation eröffnen“, heißt es auf der website der Kampagne. „Dies geschieht im Kontext des Kulturwohnzimmers durch unterschiedliche künstlerische Methoden. Das Kulturwohnzimmer ist Dienstag bis Donnerstag im Gloriatunnel in Harburg von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Dies ist die Basis des Kulturwohnzimmers. Es kann sich aber auch frei im öffentlichen Raum bewegen. So zum Beispiel bei Spray-Aktionen mit einer mobilen Spraywand. Das Kulturwohnzimmer ist immer dort, wo durch künstlerische Aktivitäten ein Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Schaffen geöffnet wird.“

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Das Ziel des Projektes ist, durch künstlerische und kunstanaloge Methoden Austausch und Begegnung zwischen Menschen in Hamburg-Harburg zu fördern. Eingeladen sind alle Menschen – ausnahmslos.

Finanzielle Hürden gibt es keine, sprachliche Barrieren sind im gemeinsamen künstlerischen Arbeiten untergeordnet. Es gibt Möglichkeiten der Teilhabe für Menschen allen Alters.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Das Projekt Kulturwohnzimmer kann einen Beitrag leisten zu einem guten Zusammenleben in Hamburg-Harburg. Das haben wir in der ersten Phase des Kulturwohnzimmers in unzähligen Aktionen und verschiedensten Formen erlebt. Damit sich jedoch etwas nachhaltig verändern kann, bedarf es Kontinuität. „Das wollen wir durch diese Kampagne gewährleisten und gleichzeitig möchten wir unabhängig von staatlichen Geldern und parteilichen Einflüssen agieren“, so die Lehren der Akteur*innen aus der Harburger Politiklandschaft.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Von dem Geld werden Materialien zum künstlerischen Arbeiten, Werbemittel für Veranstaltungen, Versicherungskosten und Honorare für eine professionelle Begleitung des Projektes finanziert.

In dieser zweiten Phase des Kulturwohnzimmers setzt sich das Team aus den mittlerweile fertig ausgebildeten GründerInnen und Studierenden im Praxissemester zusammen. Es ist uns ein Anliegen, die bisher gemachten Erfahrungen weiter zu geben.
„Wenn das erste Fundingziel erfüllt wird, dann können wir die PraktikantInnen an einem Tag der Woche professionell unterstützen. Das Kulturwohnzimmer kann somit in seiner gewohnten Form öffnen.
Sollte das zweite Fundingziel erreicht werden, könnten wir das Kulturwohnzimmer stetig weiterentwickeln und auf einen guten Mix an Ausgelernten und Studierenden BetreiberInnen bauen. Außerdem könnten wir den PraktikantInnen eine gerechtfertigte Aufwandsentschädigung zahlen.“

Wer steht hinter dem Projekt?

Das Kulturwohnzimmer wird betrieben von AbsolventInnen und Studierenden der Expressive Arts in Social Transformation an der Medical School Hamburg. Zu diesem Zweck wurde der Verein Kulturwohnzimmer gegründet. Die Räumlichkeiten werden freundlicher Weise von der Stadterneuerungs- und entwicklungsgesellschaft zur Verfügung gestellt.

Sie können das Projekt unterstützen – schon mit wenigen Euro und ganz simpel mit Direktüberweisung über das Crowdfunding-Portal.

Weiterführender Link: startnext.com/kuwozi

 

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Würdelos https://www.tiefgang.net/wuerdelos/ Fri, 13 Jul 2018 22:28:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3915 [...]]]> Der Gloria-Tunnel Harburgs ist alles andere als ein Lobgesang. Und das hat weniger mit den dort tätigen  Kulturschaffenden als mit der beschämenden Politik im Bezirk zu tun.

Es war im April Thema des Kulturausschusses. Es war im Mai Thema. Das KulturWohnZimmer.

Erst Ende 2017 eröffnete es und Harburgs Politik und Verwaltung freute sich: nicht nur, dass mit der Medical School Hamburg eine Abteilung der Künste in den Harburger Hafen gezogen war und so gleich viele junge Menschen durch ihre Ausbildung Harburg bereicherten. Sondern dass auch gleich ein paar jener Studierende die Initiative ergriffen und im ehemaligen „Schmuddel-Tunnel“ – dem Gloria-Tunel zwischen Lüneburger Straße und Seevepassage ein sogenanntes „KulturWohnZimmer“ errichteten. (´Tiefgang` berichtete am 18. Nov. 2017)

Und dann das: in einem Antrag an die Bezirksversammlung erklärten die Aktivist*innen ihre Ziele, ihre Arbeit, ihren Erfolg und ihre Kosten. Dafür wollten sie einen  Beitrag der Bezirksversammlung. Denn viele der Studierenden stehen vor dem Ende Ihrer Ausbildung und wünschten sich, einen Teil ihrer Daseinsvorsorge auf diesem Projekt dauerhaft begründen zu können.

Welch´ Frevel! Ist man doch in Harburg gewohnt, dass Kultur nicht nur kostenfrei (Stichwort ´Hutspende`) angeboten wird, sondern auch unentgeltlich ehrenamtlich erarbeitet. Denn „Harburg hat ja kein Geld“ verheißt die Leier. Vermutlich seit es den Bezirk gibt.

Noch schöner aber: die Aktivist*innen durften einen Vortrag im Kulturausschuss halten und im nicht-öffentlichen Teil (der dann die Finanzen klärt), so war von zuverlässigen Stimmen zu hören, wurde der Antrag ohne Diskussion (und Argumente) von der Großen Koalition aus SPD und CDU abgelehnt.

Im zweiten Anlauf dann war als offenbar einzig laut genanntes Argument zu vernehmen, dass die ja da nur rumsässen. Also ganz anders als Bezirkspolitik, wenn sie tagt.

Das kann nicht gerade einladend wirken oder die bisherige Arbeit in irgendeiner Form würdigen. Eher wohl führt es zu Verdruss, Unverständnis und Abkehr vom Bezirk.

Da in dem Antrag auch Honorare eingefordert wurden, kam die Frage auch an die Initiative SuedKultur auf, wie man den Antrag denn sehe. Denn SuedKultur bekomme ja (auch) so gar nichts und manche Institutionen innerhalb der SuedKultur-Initiative nur sehr wenig. Mit anderen und verwaltungstechnischen Worten: „nicht auskömmlich“. Nun: das macht es a) nicht besser und zeigt b) dass es nur noch schlimmer wird. Denn auch bei der schon bestehenden Kultur in Harburg kann von „Würdigung“ keine Rede sein. Und die Würde beginnt nicht mit Geld, sondern mit Haltung. Und selbst wenn die Initiative des KulturWohnZimmers Geld bekäme, wäre die Situation der SuedKulturler nicht besser oder schlimmer, sondern gleich schlecht. Eine Art soziokultureller Neid bringt niemandem was – außer dem für Kultur stets abgeneigtem Bezirks-Sparschwein. Probleme muß man erkennen, erörtern und lösen. Kurz: angehen.

Um so besser, dass die Oppositionspartei „Die Linke“ nicht nachgibt und in der Sommer-Sitzung des Bezirksparlaments (am 17. Juni) das Thema neuerlich aufgreift.

In dem Antrag (Drs. 20-3920) heißt es:

„Seit Jahren schon ist der „Gloria-Tunnel“ zwischen Seeveplatz und Lüneburger Straße ein ungeliebter und verwahrloster Ort. Es gab bereits viele Versuche, ihn attraktiver zu machen, wie z. B. ein Galerie-Café, das jedoch nicht viel Zuspruch bei der Bevölkerung fand. Seit Ende 2017 wird nun der größte Raum des ehemaligen Cafés Dienstag – Freitag von 14 bis 20 Uhr und Samstag von 12 bis 20 Uhr zum „Kulturwohnzimmer“. Es handelt sich um ein Projekt von fünf Studentinnen und Studenten der Fachhochschule Medical School Hamburg am Schellerdamm. Interessant an dem Projekt ist, dass Kunst hier keinen musealen Charakter hat oder die Vorbeikommenden in die Rolle von Zuschauern gedrängt werden, sondern unter Anleitung der Studierenden selbst künstlerisch tätig werden können. Material wird kostenlos zur Verfügung gestellt, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Unabhängig von gesellschaftlichen und kulturellen Hintergründen können die Menschen sich hier als Kunstschaffende begegnen – ein Konzept, das gerade im sozial und kulturell vielschichtigen Harburg eine wichtige Aufgabe erfüllen kann. So wird der Gloria-Tunnel, die vorherige Harburger „Schmuddelecke“ zum kreativen, alle Menschen verbindenden Raum. Vergütung haben die Student*innen erstmalig in den Monaten Mai, Juni 2018 erhalten. In der Zeit vom 22.11.2017 bis April 2018 sind die Student*innen ihrem Projekt unentgeltlich nachgegangen und ihr Bestreben, dieses Projekt auch nach dem Studium weiterzuführen, ist nur zu befürworten und damit einhergehend auch ein angemessener Lohn. Der Erfolg des „Kulturwohnzimmers“ ist auch der Verwaltung im Bezirksamt bewusst, deshalb wurde das Projekt im Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit bereits zweimal auf die Tagesordnung gesetzt.“

Die daraus resultierende Bitte im Antrag:

„Mit dem Kulturwohnzimmer Kontakt aufzunehmen, um über die Möglichkeit der Weiterfinanzierung des Projektes aus Bezirksmitteln oder auf andere Weise zu beraten.“

Kurzum: das, was „normalerweise“ am Anfang stehen sollte.

Es droht, eine Wiederauflage des Tunnel-Desasters zu geben. Denn schon mal – und da ging es um gute fünfstellige Beträge – wurde Kultur (aus-)genutzt, um hausmeisterische Tätigkeiten im einstigen „Schmuddel-Tunnel“ vorzunehmen. (siehe ´Tiefgang` vom 24. März 2017) Und die Situation drängt sich wieder auf: „Harburg – liebe es oder verlasse es“!

Quelle: sitzungsdienst-harburg.hamburg.de

 

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Ach Du Grüne Gloria! https://www.tiefgang.net/ach-du-gruene-gloria/ Fri, 08 Jun 2018 22:36:13 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3692 [...]]]> Der Gloria-Tunnel hat sich seit einiger Zeit vom Schmuddel- zum Kunst-Tunnel gemausert. Jetzt lädt er erst recht zum sommerlichen Verweilen ein.

Seit Anfang dieser Woche gilt es nicht mehr, den Gloria-Tunnel weiträumig zum Umlaufen. Genau das Gegenteil sollte nun mal erprobt werden. Denn nun herrscht für einige Zeit die »Grüne Gloria«.

„Die »Grüne Gloria« ist eine urbane Intervention, die durch

Raum zum Verweilen, 

Raum für Kommunikation und

Raum für dich

die Aufenthaltsqualität im und am Gloria-Tunnel erhöht.“

So jedenfalls beschreiben es Beate Kapfenberger und Martha Starke, die eigentlich aus dem neuen Kultur-Hot-Spot Wilhelmsburg stammen und das Projekt erdachten und auch umsetzen. Die Gerüst-Installation bietet verschiedene Sitzmöglichkeiten und Sichtachsen. „Die Landschaftsachse des Göhlbachtals wird in den Transitraum verlängert.“ Durch unterschiedliche Grünflächen und vertikale Bepflanzung wird die »Grüne Gloria« zum Aufenthaltsort im Transitraum.

Die »Grüne Gloria« ist ein Projekt von Beate Kapfenberger und Martha Starke von ´morgen`. Das selbstinitiierte Projekt der beiden Kommunikationsdesignerinnen wird möglich gemacht durch zahlreiche Materialsponsoren sowie durch eine Förderung des IEK Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost.

Eingeweiht wurde es am 5. Juni 2018 – dem Weltumwelttag eingeweiht und wird noch bis Mitte Juli  die Harburger Innenstadt bereichern! Also mal locker machen im Tunnel!

Weitere Infos: http://morgen.jetzt

 

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3. SuedLese überzeugt mit Vielfalt https://www.tiefgang.net/3-suedlese-ueberzeugt-mit-vielfalt/ Fri, 09 Mar 2018 23:04:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3256 [...]]]> Zum dritten Mal bereits finden im Hamburger Süden Literaturtage ´SuedLese` statt. Im ´Tiefgang` stellen wir Ihnen ab heute vorab etliche Bücher und Autor*innen vor.

Die Initiative SuedKultur mit über 40 Kulturinstitutionen des Süderelbe-Bereichs würdigt seit drei Jahren die literarische Arbeit südlich der Elbe und nennt sie konsequent ´SuedLese`. Dieses Jahr bestimmt sie den ganzen Monat April vor.

Das Programm ist regelrecht ein Spiegel der Zeit: Der Auftakt zum 1. April wird scherzhaft mit einer Lesung von Texten von Hans Scheibner im Literaturcafé Striepensaal in Neuwiedenthal gemacht. Passend zur Osterzeit stellt der Schauspieler Hartmut Lange in der St. Johannis-Kirche in der Bremer Straße die Frage, ob Jesus oder Judas für uns starb. Grundlage dafür ist das Monodrama „Judas“ der flämischen Autorin Lot Vekeman (6. Apr., 20h).

In Harburgs Irish Pub „The Old Dubliner“ liest der Harburger Autor Christoph Rommel über Sex, Drogen und andere Abgründe, will aber beim Bier vor allem Hoffnung geben (10. Apr.).

Unter den Stars der SuedLese findet sich der durch die TV-Sendung „Extra 3“ bekannte Auslandsreporter Dennis Gastmann (12. Apr., Bücherhalle Harburg), aber auch der zur Zeit viel gelobte Johann Scheerer, der als Sohn von Philipp Reemtsma dessen Entführung 1996 aus Teenager-Sicht bravourös schildert (24. Apr., Buchhandlg. am Sand). Und auch die gehbehinderte Laura Gehlhaar ist bundesweit als Inklusionsverfechterin bekannt und liest am 20. April aus ihrem neuesten Buch „Kann man da noch was machen?“ (Treffpunkt Hölertwiete).

Aber auch aktuelle Themen wie Migration und Flucht sind vertreten – passenderweise im Café Refugio. Dort liest am 19.4. der einst aus Sri Lanka geflohene und mittlerweile erfolgreiche deutsche Klinikarzt Umes Arunagirinathan aus seinem Buch „Der fremde Deutsche“ und ebendort lesen am 27.4. die Brüder Thaer und Thamer Imad aus ihren Erinnerungen „Von Tod zu Tod“.

Die SuedLese ist aber vor allem eine Würdigung der lokalen Literaturarbeit. „Es ist faszinierend, wie viele publizierende Schreiberlinge weitestgehend  unentdeckt hier leben und arbeiten“, so Mit-Organisator Heiko Langanke. Denn viele der Schreibenden und Lesenden entstammen direkt der Nachbarschaft. So die Agitatoren der Harburger Schreibwerkstatt wie Heide-Marie Preuß oder Kerstin Brockmann, die auch einen Schreibwettbewerb für den Nachwuchs ausschrieb und am 22. April im Kulturverein „Alles wird schön“ unter den mehr als 40 Einsendungen verleihen wird. Oder die Macher des Harburger Szene-Magazins „heigh“, die sich und den „Poetomaten“ im neuen Kreativort „Kulturwohnzimmer“ im Gloria-Tunnel vorstellen werden (13. / 14. Apr.). Die türkischstämmige Harburgerin Kadriye Bakşi wird aus ihren Kinderbüchern auf Deutsch aber auch türkisch vorlesen (13. Apr.) und die erfolgreiche Harburger Buchautorin Birgit Storm stellt ihren druckfrisch erschienen 3. Krimi „ „Alte Schuld und neues Leid“ erstmals im Rahmen der SuedLese vor.

All das und noch viel mehr an mehr als 20 verschiedenen Orten der Literatur im Süden der Stadt. Ob in Neugraben, Neuwiedenthal, Moorburg, Heimfeld, Harburg-City oder –Hafen, Rönneburg oder Wilhelmsburg – ob in der klassischen  Buchhandlung, an der Universität, in der Kneipe oder Restaurant, im Museum oder Tunnel – es wird gelesen, was das Zeug hält!

Weit über 40 lesende Akteure sind zugange und machen den Hamburger Süden einen ganzen Monat lang zum Literaturfest.

Möglich wird all das vor allem durch Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien, der Alfred Toepfer-Stiftung FVS und auch der Stadtentwicklungsgesellschaft Steg.

Das komplette Programmheft steht auch hier zum download bereit.

Die Initiative SuedKultur ist ein lockerer und ungeförderter Zusammenschluss von über 40 verschiedenen Kulturinstitutionen des Hamburger Südens. Sie besteht seit nunmehr 10 Jahren, stärkt die Wahrnehmung der Süderelbe-Kultur durch das Terminportal www.sued-kultur.de, seit acht Jahren mit einer jährlichen SuedKultur Music-Night (dieses Jahr am 20. Okt.) und eben den nunmehr dritten Literaturtagen SuedLese.

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