Lyrik https://www.tiefgang.net Fri, 09 Aug 2024 09:12:16 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Der Gräfins Gedichte https://www.tiefgang.net/der-graefins-gedichte/ Fri, 09 Aug 2024 22:04:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11076 [...]]]> Wo sonst wenn nicht im Schloß Agathenburg könnten Gedichte der Gräfin Maria Aurora von Königsmarck gelesen werden.

Am Samstag, den 31. August 2024, findet um 18 Uhr ein „Abend mit Maria Aurora von Königsmarck“ auf Schloss Agathenburg statt. Mitwirkende aus Schweden und Deutschland stellen Gedichte der berühmten Stader Gräfin vor. Tickets kosten 15 Euro.

Es ist das schönste Buch in der Universitätsbibliothek Uppsala, meint der schwedische Germanistikprofessor Bo Andersson. Er hat die barocke Gedichtsammlung mit dem Titel „Nordischer Weÿraúch“ im Jahr 2022 neu aufgelegt. Darin enthalten sind geistliche Gedichte in der Handschrift der Maria Aurora von Königsmarck.

Auf Schloss Agathenburg stellt ein Team von Expertinnen und Experten die Gedichte der Gräfin in Wort, Musik und Diskussion vor: Die Schauspielerin Johanna Krumstroh trägt einige der Gedichte vor. Annegret Schönbeck (Sopran) und Martin Böcker (Cembalo) bringen Gesänge zu Gehör. Erläuterungen zur Entstehung liefert der schwedische Germanistikprofessor und Herausgeber Bo Andersson persönlich, im Dialog mit Dr. Beate-Christine Fiedler vom Niedersächsischen Landesarchiv, Abteilung Stade.

Die Idee für die Veranstaltung stammt von Claudia Brandy, Pastorin in der Kirchengemeinde St. Wilhadi: „Eine Pastorin im 21. Jahrhundert, die Liedautorin ist – und eine Gräfin der Barockzeit, die geistliche Lieder verfasste, diese Schnittmenge an diesem Ort löste in mir spontane Begeisterung aus und den Wunsch durch die Präsentation ihres Werkes die Stimme der Frauen zu stärken.“

Der Landschaftsverband Stade, die Alles Gute Stiftung der Kreissparkasse Stade und der Lions Club Stade „Maria Aurora von Königsmarck“ unterstützen das Projekt. Tickets gibt es u.a. online unter www.schlossagathenburg.de zum Preis von 15 Euro.

Projekt und Idee
Pastorin Claudia Brandy

Mehr dazu:
Maria Aurora von Königsmarck (28.4.1662-16.2.1728), die Enkelin des Erbauers von Schloss Agathenburg, wurde schon zu Lebzeiten als Barockdichterin gefeiert. Sie schrieb Theaterstücke, Opernlibretti und Gedichte. Der Schwerpunkt ihres lyrischen Schaffens fiel in die Jahre von 1680 bis 1692 am Stockholmer Königshof. Maria Aurora von Königsmarck zu Ehren ist Schloss Agathenburg seit 2015 als frauenORT anerkannt. Die Initiative des Landesfrauenrates Niedersachsen e.V. macht damit auf Orte aufmerksam, die sich durch das Wirken bedeutender Frauen auszeichnen.

Gefördert durch den Landschaftsverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, die Alles Gute Stiftung der Kreissparkasse Stade und den Lions Club Stade „Maria Aurora von Königsmarck“

Schloss Agathenburg | Hauptstraße 45 |21684 Agathenburg

Mit der S-Bahn von Hamburg aus: S5 Richtung Stade bis Agathenburg, 5 Minuten Fußweg von der Haltestelle bis zum Schloss. 

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Zum Ursprung der Welt https://www.tiefgang.net/zum-ursprung-der-welt/ Fri, 03 Nov 2023 23:26:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10390 [...]]]> Der Lyriker Diether Siegel hat im aws-Literaturverlag einen weiteren Band veröffentlicht.

Diether Siegel ist Lyriker, walk-about-writer und unermüdlicher Mahner gegen „den Eiligen Geist“ unserer fortschrittsgläubigen, erdüberlastenden Zeit. Mit seinem jetzt bei awsLiteratur erschienenen Sachbuch „Baartz IV – Der Turtle Island Trail“, bleibt er seinem Anliegen treu und wirbt für mehr naturbelassene und gelassene Lebensart durch mehr wertschätzende Achtsamkeit für unsere Erde.

In seinem 52-seitigen Band nimmt der Autor in Text und Bild die geneigte Leserschaft mit auf (s)eine spirituelle und „fußläufige“ Reise zum Ursprung der Welt. Siegel stützt sich dabei auf den irokesischen Schöpfungsmythos aus dem Märchen von der Himmelsfrau. Darin spielt die (Wasser-) Schildkröte (turtle) eine in der Tat „tragende“ Rolle, denn auf ihrem Rücken entstand unsere Erde.

Im ersten Teil reflektiert das „Hand- und Fußbuch“, wie es der Autor selbst nennt, die dringend nötige Entschleunigung in unserer überstressten (Groß-Stadt-) Welt. Der zweite Teil stellt Siegels Freiluft-Angebot zu mehr innerer und äußerer Ruhe vor, den „Turtle Island Trail“. Es ist ein kleiner Naturpfad in der Nähe des Elbe-Radwanderweges, den der Autor in den Elbauen im kleinen Ort Baartz 2022 angelegt hat – als frei zugänglicher Erholungsort und als Weg der Rück-Besinnung auf die wesentlichen Dinge des Lebens. Insgesamt 21 Fotos von Gisela und Christian Baudy dokumentieren den Baartzer Elbe-Wanderweg. Ein eigenes Bild ist allerdings immer noch ursprünglicher – das Buch verrät ortsunkundigen (Rad-) Wanderinnen und Wanderern, wie sie dahingelangen.

Literaturangaben:

Diether Siegel, Baartz IV – Der Turtle Island Trail. Ein Stück Lebensglück unterm Himmelszelt draußen vor der Tür. awsLiteratur 2023, farbig, 56 Seiten, 21 Fotos (Gisela Baudy, Christian Baudy) und 2 Malereien (Christian Baudy), ISBN: 978-3-947051-32-8, Preis: 10 EUR.

Bestellung buecher@aws-literatur.de oder in Ihrer Buchhandlung (nur als Verlagsbestellung).

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Wanted: Hamburger Literatur https://www.tiefgang.net/wanted-hamburger-literatur/ Fri, 04 Mar 2022 23:44:49 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8810 [...]]]> Die Hamburger Literaturpreise werden wieder ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist ist am 30. Juni 2022.

Die Hamburger Literaturpreise, das Förderprogramm für Literatur der Behörde für Kultur und Medien, umfassen insgesamt Preisgelder von 57.000 Euro und beinhalten sieben mit je 6.000 Euro dotierte Preise für Literatur und Comic sowie drei mit je 3.000 Euro dotierte Preise für literarische Übersetzungen. Außerdem wird die Auszeichnung „Buch des Jahres“ verliehen. Die Hamburger Literaturpreise werden in sieben Kategorien vergeben: Buch des Jahres, Roman, Erzählung, Lyrik/Drama/Experimentelles, Kinder- und Jugendbuch, Comic und literarische Übersetzungen. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2022.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit den Hamburger Literaturpreisen fördern wir die literarische Vielfalt in unserer Stadt. Für zahlreiche Autorinnen und Autoren ist ein Hamburger Literaturpreis der Anstoß, aus ihrer literarischen Ambition eine Karriere zu machen. Ich freue mich, den Weg so renommierter Autorinnen und Autoren wie Isabel Bogdan, Katrin Seddig oder Stefan Beuse zu verfolgen, der einst mit einem Hamburger Literaturpreis begann. Außerdem hat sich im Laufe der Jahre ein höchst aktives Netzwerk rund um die Literaturpreise gebildet, das gerade in den letzten Monaten für Zusammenhalt und Zuversicht in der Szene gesorgt hat.“

Die Behörde für Kultur und Medien fördert mit den Hamburger Literaturpreisen Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer sowie Zeichnerinnen und Zeichner, die in Hamburg oder im Gebiet des Hamburger Verkehrsverbundes ihren ersten Wohnsitz haben. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige fünfköpfige Jury, die in jedem Jahr neu zusammengestellt wird. Die Vergabe des Comic-Preises wird vom Hamburger Comicfestival e. V. begleitet, der die Comic-Übersetzerin und -Kuratorin Lilian Pithan als Expertin in die Jury entsendet. Für die Kategorie „Buch des Jahres“ ist keine Eigenbewerbung möglich. 2021 ging diese Auszeichnung an Andreas Moster für seinen Roman „Kleine Paläste“. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 284 Bewerbungen für den Wettbewerb eingereicht. Der Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda verleiht die Auszeichnungen am 5. Dezember 2022 im Literaturhaus Hamburg.

In diesem Jahr erfolgt die Bewerbung erstmals über den Online-Dienst der Behörde für Kultur und Medien.

Über die Vergabe der Hamburger Literaturpreise entscheidet eine unabhängige fünfköpfige Jury in nicht öffentlicher Sitzung mit einfacher Mehrheit.

Die Hamburger Literaturpreise werden in 7 Kategorien vergeben: 

1. Kategorie „Buch des Jahres“ (keine Eigenbewerbungen möglich)
2. Kategorie „Roman“
3. Kategorie „Erzählung“
4. Kategorie „Lyrik, Drama, Experimentelles“
5. Kategorie „Kinder- und Jugendbuch“
6. Kategorie „Comic“
7. Kategorie „Literarische Übersetzungen“.

Die Hamburger Literaturpreise sind insgesamt mit 57.000 Euro dotiert. Die Preise der Kategorien 1 bis 6 sind mit jeweils 6.000 Euro, die Kategorie 7 mit jeweils 3.000 Euro dotiert.

Bewerbung Hamburger Literaturpreise

Frist: Donnerstag, 30. Juni 2022

Bewerbungen für die Hamburger Literaturpreise sind ab sofort möglich.

Alle Informationen zum Bewerbungsverfahren und den Voraussetzungen finden Sie in der aktuellen Ausschreibung.

Quelle: www.hamburg.de/bkm

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Lyrik als Auszeit https://www.tiefgang.net/lyrik-als-auszeit/ Fri, 28 Jan 2022 23:36:43 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8734 [...]]]> Der Harburger Chris Baudy hat beim Harburger Verlag awsLiteratur kürzlich sein Debüt veröffentlicht. „Blätter unter Bäumen“. Simone Erdmann sprach mit ihm.

Der Lyrikband „Blätter unter Bäumen“ (´Tiefgang` berichtete) enthält Reisenotizen durch die Brille eines Stadt-Radlers und Fußgängers.

Christian Baudy skizziert in verspielten Kurzgedichten die kleinen Besonderheiten des Alltags – Momente, die Auge und Ohr für unsere Umwelt schärfen.

Tiefgang (TG): Deine Gedichtsammlung „Blättern unter Bäumen“ ist gerade bei aws-Literatur erschienen. Erzähl mal, worum es in deinem Debüt-Band geht.

Christian Baudy: Es geht um das Erleben von Stadt-Natur. Momentaufnahmen, Beobachtungen, die ich auf diversen Radtouren, Jogger-Runden und Spaziergängen „im Grünen“ gemacht habe. Und dann in Gedichtform aufgeschrieben habe.

TG: Also reden wir hier von einer Art lyrischer Reisenotizen. Was hat dich dazu motiviert?

Baudy: Ich musste diese Augenblicke einfach irgendwie festhalten. Auch für andere.

TG: Mit welcher Botschaft?

Baudy: Ich möchte meine Leserschaft einladen, draußen mal innezuhalten, Natur zu atmen, zu schmecken, zu riechen und mal genauer hinzusehen und hinzuhören. Praktisch Tuchfühlung mit der natürlichen Umwelt aufzunehmen und den Gefühlen dabei nachzuspüren. Denn das ist sehr wohl auch in der Stadt möglich und auch in vielerlei Hinsicht nötig.

TG: Warum?

Baudy: Wir alle brauchen eine Auszeit vom meist hektischen Alltag: Man vergisst ja fast vor lauter beruflichen Terminen und privaten Verpflichtungen das Luftholen, besonders in der Stadt. Und wenn ich an die Zukunft unseres Planeten denke, die ja letztlich auch unser aller Zukunft ist, dann sollten wir uns unsere Umwelt innerlich und direkt, quasi „vor Ort“ zurückerobern, entspannt betrachten, auf sich wirken lassen und vor allem ihren Wert schätzen lernen.

TG: Aha, daher weht der Wind. Schreibst du bevorzugt Gedichte?

Baudy: Zurzeit schon.

TG: Was bedeutet speziell Dichten für dich?

Baudy: Für mich ist Dichten eine komprimierte Kunstform der Sprachführung, des Erzählens, des Kommunizierens. Da steckt Rhythmus und Klang, Kopf-Kino und Dialogangebot in einem drin. Mit Gedichten kann ich Emotionen, Beobachtungen, Erfahrungen, Reaktionen und Reflektionen relativ kurz, aber nicht mal so eben, zum Ausdruck bringen – mal verspielt, experimentell, mal gereimt, mal humorvoll oder ernsthaft. Und wenn meine Dichtkunst beim Gegenüber eine Saite (gerne auch mehrere) zum Klingen bringt, bin ich am Ziel meiner Träume.

TG: Seit wann schreibst du eigentlich?

Baudy: Gedichtet habe ich bereits als Teenager, meist leichte Kost und kurz. Zuerst auf Deutsch, dann zunehmend auch auf Englisch und insgesamt mit mehr Tiefe, aber immer noch kurz. In den letzten Jahren sind auch Kurzgeschichten dazugekommen, die sich, wie viele meiner kurzen Gedichte, entweder auf Online-Portalen und oder in Anthologien tummeln. Ja, und nun liegt ja mein Erstlingswerk vor.

TG: Woher kommen deine Ideen zu den Gedichten?

Baudy: Mal abgesehen von bestimmten Anlässen ist es der Augenblick, der mich zum Dichten bringt. Und die Herausforderung, mit wenigen, aber effektiven Mitteln viel zu sagen und durch geschickte, sprachliche Schachzüge mein zentrales Anliegen und Empfinden auf den Punkt zu bringen. Es braucht nicht immer viele Worte.

TG: Gibt es literarische Vorbilder für dich?

Baudy: Ja im Grunde alle, deren Werke mich sehr ansprechen. Auf Lyrik bezogen fallen mir da spontan ein: die klassischen japanischen Dichter wie Matsuo Bashō und Yosa Buson, der libanesisch-amerikanische Dichter und Philosoph Kahlil Gibran, der österreichische Dichter Erich Fried; auch Janosh oder Wilhelm Busch. Aber auch zeitgenössische Schriftsteller:innen wie etwa Angelika Seithe.

TG: Hast du schon neue literarische Projekte in petto?

Baudy: Och, so einige. Ein weiterer Gedichtband liegt an. Auch das eine oder andere Kinderbuch entsteht gerade im Kopf und so manche Kurzgeschichte wartet auf ihren öffentlichen Auftritt.

TG: Da liegt ja noch Einiges vor dir.

Baudy: Ja, und gut Ding will Weile haben, besonders wenn der Brot-Job ständig dazwischenfunkt, damit die Kasse stimmt.

TG: Und womit verdienst du deine Brötchen?

Baudy: Die Butter zum Brot kommt über freiberufliche Tätigkeiten. Genauer über das Schreiben deutscher und manchmal auch englischer Sachtexte oder Online-Artikel. Manchmal kommen auch deutsch-englische Übersetzungsarbeiten dazu.

TG: Du bist also auch beruflich ein Textarbeiter.

Baudy: Ja, aber ebenso ein Event-Koordinator, Netzwerker und gelegentlich auch Bildungstätiger.

TG: Du bist also ein vielseitig beschäftigter Mann. Ich danke dir für das Gespräch.

(Das Interview für ´Tiefgang“ führte Simone Erdmann)

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Blättern unter Bäumen https://www.tiefgang.net/blaettern-unter-baeumen/ Fri, 12 Nov 2021 23:40:13 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8572 [...]]]> Möchten Sie sich einfach mal so aus dem Alltag „blättern“? Gleich den Blättern im Herbst? Dann lohnt sich der neue Lyrikband aus Harburg.

Der junge Harburger Verlag awsLiteratur, der zum Kulturverein Alles wird schön e.V. gehört, macht es möglich und zwar in der Sparte Lyrik. Aktuell sind es die lyrischen Reisenotizen durch die Brille eines Stadt-Radlers und Fußgängers.

In „Blättern unter Bäumen“ skizziert Christian Baudy in verspielten Kurzgedichten die kleinen Besonderheiten des Alltags – Momente, die Auge und Ohr für unsere Umwelt schärfen. Viel Worte macht er nicht. Er folgt vielfach der japanischen Natur-Dichtung in Form des titellosen, dreizeiligen „Haiku“ – sprachspielerisch und doppelbödig, auf Deutsch und gelegentlich auch auf Englisch.

Begeben Sie sich selbst auf Erkundungsreise und nehmen Sie Tuchfühlung mit der (Stadt-) Natur – ganz gleich ob im Herbst oder in einer anderen Jahreszeit. Mehr zum Buch mit Leseprobe ist bei awsLiteratur auf der Bücherseite unter www.aws-literatur.de zu finden.

 Christian Baudy, Blättern unter Bäumen – Haiku und andere Gedichte, mit Fotos von Gisela Baudy, aws-Literatur, der Verlag von Alles wird schön e.V. ISBN: 978-3-947051-23-6, schwarz-weiß, gedruckt auf Recyclingpapier

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Entdeckte Stimmen https://www.tiefgang.net/entdeckte-stimmen/ Fri, 06 Nov 2020 23:50:13 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7361 [...]]]> Ob Comic, Lyrik oder Erzählung – Literatur hat viele Gesichter und vor allem immer wieder neue. Sie zu entdecken ist ein Teil der Literaturpreisvergabe Hamburgs. Nun wurden wieder einige gekürt …

Die Behörde für Kultur und Medien zeichnet sechs Autorinnen und Autoren, drei Übersetzerinnen und Übersetzer und eine Comic-Zeichnerin für ihre herausragenden literarischen Arbeiten aus. Die Literaturpreise werden in den Kategorien Roman, Erzählung, Lyrik–Drama–Experimentelles, Kinder- und Jugendbuch, Comic sowie Literaturübersetzungen verliehen. Außerdem kürt die unabhängige Jury Benjamin Maacks „Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein“ als „Buch des Jahres“. Die Literaturpreise sind mit je 6.000 Euro dotiert, die Preise für literarische Übersetzungen mit je 3.000 Euro. 336 Bewerberinnen und Bewerber aus dem Großraum Hamburg haben 2020 an dem Wettbewerb teilgenommen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die zahlreichen Bewerbungen für die Hamburger Literaturpreise zeigen, wie wichtig diese Preise sind, mit denen wir sowohl etablierte Autorinnen und Autoren auszeichnen als auch noch zu entdeckende Stimmen. Die Preise helfen Autorinnen und Autoren ihre Verlage zu finden – und umgekehrt. Sie zeigen das breite Spektrum und die literarische Kompetenz in unserer Stadt. Benjamin Maack hat mit ,Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein‘ ein sowohl stilistisch wie inhaltlich herausragendes Buch über seine Depression geschrieben. Ein Wagnis, das nun zurecht als Hamburger ,Buch des Jahres‘ ausgezeichnet wird. Der Comicpreis passt hervorragend zu Hamburg als wichtigem Studienort und Zentrum für grafisches Erzählen. Die Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur würdigt unsere Stadt als kreativen Standort für die Leseförderung. Allen Preisträgerinnen und Preisträgern gratuliere ich herzlich.“

Die mit je 6.000 Euro dotierten Hamburger Literaturpreise erhalten in der Kategorie:

  • „Buch des Jahres“: Benjamin Maack für „Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein“ (Suhrkamp Verlag)
  • Roman: Magdalena Saiger für „Was ihr nicht seht oder Die Absolute Nutzlosigkeit des Mondes“ und Simon Urban für „Wie alles begann und wer dabei umkam“
  • Erzählung: Frank Schliedermann für „Dorval, Quebec“
  • Lyrik/Drama/Experimentelles: Silke Stamm für den experimentellen Text „Hohe Berge“ und Peter Thiers für das Theaterstück „Paradiesische Bauten“
  • Kinder- und Jugendbuch: Uticha Marmon für „Dreizehn Wochen Sonntag oder Wie ich den Kaninchen die Sprache zurückgab“
  • Comic: Nadine Pedde für „Gespenster der DDR“

Die mit jeweils 3.000 Euro dotierten Preise in der Kategorie Literarische Übersetzungen gehen an:

  • Ursel Allenstein für die Übersetzung des Romans „Nach der Sonne / Efter solen“ von Jonas Eika aus dem Dänischen, erschienen bei Hanser Berlin
  • Mirko Bonné für die Neuübersetzung des Romans „Der Niemand von der ,Narcissus‘ / The Nigger of the ,Narcissus‘“ von Joseph Conrad aus dem Englischen, erschienen bei mare
  • Cornelia Wend für den Roman „Doggerland“ von Élisabeth Filhol aus dem Französischen, erschienen in der Edition Nautilus

Die Jury, bestehend aus dem Buchhändler Thomas Bleitner (Buchhandlung Lüders), der Autorin Julia Ditschke (Hamburger Literaturpreis 2019), der Literaturjournalistin Natascha Geier (NDR Fernsehen), der Lektorin Katharina Picandet (Edition Nautilus) und der Übersetzerin Britt Somann-Jung (Hamburger Literaturpreis 2019) hat ihre Wahl aus 260 anonymisierten Einsendungen für Literatur, 53 Comic-Projekten und 23 literarischen Übersetzungen getroffen.

Die Preisverleihung findet als geschlossene Veranstaltung mit reduzierter Teilnehmerzahl voraussichtlich am Montag, 7. Dezember um 19.30 Uhr im Literaturhaus Hamburg statt, wenn dies im Rahmen der aktuell geltenden Corona-Regeln möglich ist. Falls nicht, wird die Preisverleihung 2021 stattfinden.

Quelle: Behörde für Kultur und Medien Hamburg

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Die Wort-Wahl https://www.tiefgang.net/die-wort-wahl/ Fri, 06 Mar 2020 23:29:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6461 [...]]]> Während im Süden Hamburgs die SuedLese-Literaturtage ihre Fahrt aufnehmen, werden in der Kulturbehörde schon die Pokale geputzt. Denn es werden wieder Preise für Literatur, Comics und Übersetzungen verteilt. Die Ausschreibung läuft.

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Das insgesamt mit 57.000 Euro dotierte Förderprogramm für Autorinnen und Autoren der Stadt Hamburg geht in eine neue Runde. Es beinhaltet acht mit je 6.000 Euro dotierte Preise für Literatur und Comic sowie drei mit je 3.000 Euro dotierte Preise für literarische Übersetzungen. Die Bewerbungsfrist läuft ab sofort und endet am 15. Juni 2020. Der Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda verleiht die Auszeichnungen am 7. Dezember 2020 im Literaturhaus Hamburg.

Die Hamburger Literaturpreise werden seit dem vergangenen Jahr in folgenden Kategorien vergeben: (1) Buch des Jahres, (2) Roman, (3) Erzählung, (4) Lyrik, Drama, Experimentelles, (5) Kinder- und Jugendbuch, (6) Comic und (7) literarische Übersetzungen. Insgesamt werden elf Preise ausgeschrieben.

Senator für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda:„Die seit dem vergangenen Jahr neu strukturierten und ausgeweiteten Hamburger Literaturpreise ermöglichen den Autorinnen und Autoren noch besser zu zeigen, wie vielfältig die Literaturszene der Stadt ist. Mit Saša Stanišićs Memoir ,Herkunft‘ wurde eines der ergreifendsten und klügsten Bücher als Hamburger ,Buch des Jahres‘ 2019 ausgewählt, das inzwischen in der ganzen Welt gelesen wird. Ich freue mich auf die vielen unterschiedliche Beiträge der Preisträgerinnen und Preisträger des aktuellen Jahrgangs.“

Die Behörde für Kultur und Medien fördert mit den Hamburger Literaturpreisen Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer sowie Zeichnerinnen und Zeichner, die in Hamburg oder im Gebiet des Hamburger Verkehrsverbundes ihren ersten Wohnsitz und Lebensmittelpunkt haben. Über die Vergabe der Hamburger Literaturpreise entscheidet eine unabhängige fünfköpfige Jury. Die Vergabe des Comic-Preises wird vom Hamburger Comicfestival e. V. begleitet, der 2020 Professor Markus Huber (Muthesius Kunsthochschule Kiel) als Experten in die Jury entsendet. Für die Kategorie „Buch des Jahres“ ist keine Eigenbewerbung möglich. 2019 wurden insgesamt 347 Bewerbungen für den Wettbewerb eingereicht.“

Quelle: Behörde für Kultur und Medien

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„Gefummel am Sinn, Klang, Rhythmus“ https://www.tiefgang.net/gefummel-am-sinn-klang-rhythmus/ https://www.tiefgang.net/gefummel-am-sinn-klang-rhythmus/#comments Fri, 06 Mar 2020 23:12:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6424 [...]]]> Lyrik scheint in Zeiten der Sachlichkeit und Funktionalität aus der zeit gefallen. Nicht so bei der 5. SuedLese. Wir haben nachgehakt.

 „Ich schreibe mir ein Bild“ (Siegfried Kopf)

Lyrik. Dieses Genre hat es schwer und dabei so viel zu bieten. Aber neben der Lyrikerin bzw. dem Lyriker braucht es natürlich auch ein aufgeschlossenes Publikum, das sich einlässt auf das, was da kommen mag und u. U. nicht leicht zu fassen ist. Lyrik erschließt sich in seiner Bedeutung nicht sofort, sondern lässt eher etwas anklingen; etwas, das einen berührt und/oder anspricht, bevor man versteht, wie und warum. Manches verhallt vielleicht unbegreiflich, anderes erzeugt ein Echo im eigenen Klangkörper.

Bei der diesjährigen SuedLese (5. März – 14. April) sollen auch wieder vorgetragene Verse – die sich keineswegs reimen müssen – dazu beitragen, der Ausdrucksform näherzukommen. Ein Werk möge wie ein Bild oder Parfüm auf Anhieb betören und dann nach und nach seine Kopfnote entfalten. Zu den Dichtenden, Denkenden und Fühlenden, die Dame zuerst:

Gisela Baudy veröffentlichte 2019 zwei Gedichtbände beim awsLiteratur Verlag des gemeinnützigen Kulturvereins Alles wird schön e. V.: „Worthaut“ und „Blaues Ufer“. In beiden Bänden hat Autor und Künstler Christian Baudy viele ihrer Gedichte mit eigenen Kunstwerken malerisch begleitet. Autorin und Maler lesen im Rahmen der awsLiteratur-Verlagspräsentation „Querbeet – awsLiteratur präsentiert Neues aus dem Verlagsprogramm“ gemeinsam aus beiden Werken und zeigen parallel Gedichte und Malereien per Powerpoint-Präsentation. Der Vortrag ist Teil einer Gemeinschaftslesung mit weiteren Autoren und Autorinnen und findet am 4. April in den Räumen des Heimfelder Kulturvereins statt.

Björn Jensen, u. a. Pädagoge und Bauarbeiter, beschreibt „Nächte aus Samt, Tage aus Beton“. Der Textschmied war schon oft zu Gast beim WORTart! Literaturfestival in der Fischhalle und liest in der Deichdiele in Wilhelmsburg.

Architekt, Texter, Maler und Fotograf Siegfried Kopf lädt bei einer Wohnzimmerlesung in Eißendorf zum „Frühlingsanfang“ ein.

Und last, but not least Ulrich Lubda, der auch schon mehr in seinem Leben gemacht hat, als hier aufgezählt werden kann und soll. Sein Thema bei der SuedLese: „Träume vom Schäfer von Schafen vom Überleben“ (Prosa) und “ShaFmanie” (Lyrik).

Tiefgang (TG): Von jedem von Euch wollen wir wissen: Was brachte euch zur Lyrik?

Gisela Baudy: Wer kann das schon wirklich sagen? Ich habe schon früh begonnen, „Tage“-Bücher zu schreiben. Irgendwann kam dort nur noch hinein, wenn mich Erlebtes auch sprachlich und klanglich reizte. Dazwischen konnten Wochen oder Monate vergehen.

Siegfried Kopf: Die Auseinandersetzung mit der Liebe und dem Zeitgeist während meiner Bundeswehrzeit als Kriegsdienstverweigerer in den Jahren 1973-1974.

Björn Jensen: Einen Auslöser oder ein bestimmtes Ereignis gab es nicht; Schon früh gefiel mir das Spiel mit der Sprache – oh, und mit 17 durfte ich an einem Buch der -auch- Kinderbuch-Autorin Ingeburg Kantstein mitschreiben („Sybilla war ein schönes Kind“).

Ulrich Lubda: Von allen Textsorten wird Lyrik gern als diejenige angesehen mit dem kürzesten Zugang zu Emotionen und dem, was als künstlerische Intuition bezeichnet wird. So jedenfalls wurde sie uns in den letzten Schuljahren im Deutschunterricht vorgestellt. Ich galt schnell als “Experte” für die für fast alle meiner gequälten Mitschüler hermetisch-geheimnisvollen und Abi-entscheidenden “Gedichtinterpretationen”. Vermutlich hatte ich eine Antenne dazu. Die in den 60ern behandelten Autoren waren natürlich wie üblich zeitversetzt eher gestrig wie: Trakl, Stadler, Rilke, Benn, Heym, Hofmannsthal, Lasker-Schüler – vielleicht auch Brecht. Die benutzte Anthologie hieß “Silberfracht”. Klar hat man sich dann stilistisch in eigenen Pennäler-Versuchen an diesen orientiert.

TG: Gab es ein Schlüsselerlebnis?

Gisela Baudy: Mit etwa acht Jahren wusste ich schlagartig, dass ich Schriftstellerin werden wollte. Das schlummerte dann aber lange vor sich hin …

Siegfried Kopf: Ein Foto-Buchgeschenk an einen Freund mit dem Titel “Wüstenlandschaften” – Ich schrieb ihm dazu eine Widmung, meinen ersten Text in Lyrik.

Björn Jensen: Der Punk kam ungefähr `80 nach Hamburg und ich schrieb für die Hamburger Band „Nimm2“ einige Texte. Als dann die ersten sogenannten Poetry_Slams stattfanden (Molotow, Ponybar, Nochtspeicher, Heimfeld ist Reimfeld), habe auch ich mich auf die Bühne getraut und tue das bis heute.

TG: Habt ihr Vorbilder?

Gisela Baudy: Ich mag Dichterinnen und Dichter, die die Kürze lieben. Ich denke da an bekannte Namen wie Rose Ausländer, Reiner Kunze, Erich Fried, aber auch an weniger bekannte wie Fred Stäheli oder Angelica Seithe. Aber auch Dichter wie etwa Joseph von Eichendorff, Rainer Maria Rilke, Gottfried Benn, Paul Celan oder die Dichterin Ingeborg Bachmann haben es mir angetan. Ich könnte die Reihe unendlich fortsetzen.

Siegfried Kopf: Nicht unbedingt, doch Texte von Kurt Tucholsky, Erich Fried und Sarah Kirsch haben mich schon beeindruckt.

Björn Jensen: Ich finde Vorbilder nicht das richtige Wort, weil es ein „Nachahmen“ implizieren könnte… Ich lese gerne und mag z.B. F. Villon und C. Bukowski für Sozialkritik und ungeschliffene Härte, J. Ringelnatz, T. Pratchett und D. Adams für Sprachwitz und Fantasie, E. Mühsam, B. Brecht und E. Kästner für Werk und Haltung, Novalis für wunderschöne romantische Lyrik….. um nur einige zu nennen.

Ulrich Lubda: Über die bereits erwähnten hinaus beschäftigt man sich im Rahmen eines literaturwissenschaftlichen Studiums natürlich ausgiebig mit Lyrik verschiedener Zeiten und Sprachen, für mich der englische und slawische Sprachraum, aber auch Frankreich – e. e. cummings, Bukowski, Burns, Jewtuschenko, Lermontow, Jessenin, Celan, Prévert, Cohen, Brel u.v.a.m. In letzter Zeit versuche ich, Michael Hamburger (aus Berlin nach England emigriert) und vor allem Seamus Heaney zu übersetzen. Toll und nachahmenswert finde ich nach wie vor die Lesungen des charismatischen Peter Rühmkorf zum Jazz von Michael Naura und Wolfgang Schlüter. Sehr inspirierend.

TG: Was schätzt ihr am Spiel mit den Worten am meisten?

Gisela Baudy: Wenn es nicht selbstverliebt daherkommt. Ich mag das Spiel mit Worten  wenn es unser Da-Sein greift und ihm Stimme verleiht. Denn ich liebe Worte, die Wurzeln haben zum Trinken.

Björn Jensen: Dass es mir öfter gelingt, mit Worten Bilder oder Gefühle entstehen zu lassen, das hat fast etwas Magisches…

Siegfried Kopf: Das Bild und den Klang, wenn der Text fertig ist – wenn ich in Laune bin zu schreiben, weiß ich nie, was daraus wird.

TG: Was ist die größte Herausforderung?

Siegfried Kopf: Der Anfang eines neuen Textes.

Gisela Baudy: Das Warten oder der Stillstand zwischen zwei Schaffensphasen. Klangbilder sind wie Fische, die in der Tiefe schwärmen und dir schnell entgleiten. Eine weitere Herausforderung ist es, im Alltag einen Freiraum zum Atmen und kreativen Gestalten zu finden.

TG: Verarbeitet ihr persönliche Erfahrungen oder kommen die Eingebungen aus dem Land der Fantasie?

Ulrich Lubda: Klar. Nur. Was sonst? Der Vorgang ist immer der gleiche. Ausgelöst durch ein Bild, Gefühl – oft auch über Musik, Geruch usw. – sind schon die ersten Worte und Begriffe da. Notiz und dann tagelanges Gefummel – am Sinn, Klang, Rhythmus.

Gisela Baudy: Ich mache hier keinen Unterschied. Gelungene Gedichte sind für mich Brenngläser. Sie verdichten das Erlebte und sie vervielfachen das Licht, das Leben ist.

Christian Baudy – Blaues Ufer

Siegfried Kopf: Fast all meine lyrischen Texte spiegeln meine Lebensgeschichte wieder, also Erfahrungen und insbesondere meine Einstellung in all ihren Facetten.

Björn Jensen: Oft sind es politische Ereignisse, die mir auf den Nägeln brennen und mich zur Feder greifen lassen. Ob nun anlässlich des 80.ten Jahrestages der Reichsprogromnacht, die Umbenennung von toten Zivilisten durch kriegerische Handlungen in „Kollateralschäden“ oder die frierende Obdachlose. Aber auch romantische Verse an die auserwählte Liebste…

TG: Was war die wohl schönste Reaktion auf einen eurer lyrischen Texte?

Gisela Baudy: Es waren die Worte: Das hat mich berührt. Viele Gedichte in „Worthaut“ und „Blaues Ufer“ sind Hingabe, sind Liebeserklärungen an das Leben. Gibt es Schöneres als Liebe, die übergeht?

Ulrich Lubda: Immer schön, wenn wenigsts ein Mensch erreicht wird. Manchmal gründlich.

Wie bei Björn Jensen, als eine Zuhörerin ihm nach einer „Heimfeld ist Reimfeld“-Veranstaltung sagte, dass sie bei seinen Worten habe weinen müssen, so tief hatte das Gedicht sie berührt. Und manchmal erobert man sogar Herzen (zurück).

Siegried Kopf: Meine Jugendliebe hat mich wiedergefunden durch meine Lyrik – wir sind nach mehr als 40 Jahren wieder ein Paar.

TG: Wenn das kein schönes Schlusswort ist! Vielen Dank für die schöne Einstimmung auf magische Momente mit Lyrik.

(Die Fragen für ´Tiefgang` stellte Sonja Alphonso)

 Die Orte der Worte:

  • Wohnzimmerlesung im Mehringweg 1Siegfried Kopf am 20. März ab 19 Uhr, Hutspende
  • Deichdiele, Vehringsstr. 156Björn Jensen am 25. März um 20 Uhr, Eintritt frei
  • Alles wird schön e. V., Friedrich-Naumann-Str. 27Ulrich Lubda am 27. März um 19 Uhr, Eintritt frei
  • Alles wird schön e. V., Friedrich-Naumann-Str. 27Gisela Baudy u. a. am 4. April ab 16 Uhr, Hutspende

 

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https://www.tiefgang.net/gefummel-am-sinn-klang-rhythmus/feed/ 1
Die Kür fürs Comic https://www.tiefgang.net/die-kuer-fuers-comic/ Fri, 17 May 2019 22:13:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5233 [...]]]> Die Würdigung der Hamburger Literatur wird nun auch den Kinder- und Jugendbüchern aber vor allem auch der Comics zuteil. Die Ausschreibung läuft …

Die Behörde für Kultur und Medien vergibt künftig auch Preise für Comics sowie Kinder- und Jugendbücher und zeichnet ein „Buch des Jahres“ aus.

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Die Stadt Hamburg hat für 2019 ihr Förderprogramm für Hamburger Autorinnen und Autoren umfassend umstrukturiert und ergänzt: Erstmals werden auch Preise in den Kategorien Comic sowie Kinder- und Jugendbuch vergeben, darüber hinaus wird fortan ein Buch des Jahres gekürt. Die Preise sind jeweils mit 6.000 Euro dotiert, die Preisgelder für literarische Übersetzungen wurden auf je 3.000 Euro angehoben. Insgesamt sind die Hamburger Literaturpreise mit 57.000 Euro dotiert. Die Bewerbungsfrist läuft ab sofort und endet am 15. August 2019. Der Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda verleiht die Auszeichnungen am 2. Dezember 2019 im Literaturhaus Hamburg.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Das neue Format der Hamburger Literaturpreise unterstreicht, in welcher kreativen Bandbreite Themen und Perspektiven literarisch verhandelt werden und spiegelt gleichzeitig die enorme Vielfalt der Literaturszene der Stadt wider. In den vergangenen Jahren ist in Hamburg eine kreative, wachsende Comicszene entstanden, zudem ist die Stadt ein etablierter Standort der Kinder- und Jugendliteratur.

Mit der neuen Preiskategorie ,Buch des Jahres‘ erhalten zudem auch Schriftstellerinnen und Schriftsteller, deren Bücher bereits erschienen sind, die verdiente Anerkennung für ihre großartige literarische Arbeit.“

Die Hamburger Literaturpreise werden künftig in folgenden Kategorien vergeben: (1) Buch des Jahres, (2) Roman, (3) Erzählung, (4) Lyrik, Drama, Experimentelles, (5) Kinder- und Jugendbuch, (6) Comic und (7) literarische Übersetzungen. Insgesamt werden elf Preise ausgeschrieben, in den Kategorien Roman und Erzählung werden zwei, für literarische Übersetzungen drei Auszeichnungen vergeben. Mit Ausnahme der ersten Kategorie muss es sich um unveröffentlichte Werke handeln.

Die Behörde für Kultur und Medien fördert mit den Hamburger Literaturpreisen Autorinnen und Autoren sowie Übersetzerinnen und Übersetzer, die in Hamburg oder im Gebiet des Hamburger Verkehrsverbundes ihren ersten Wohnsitz und Lebensmittelpunkt haben. Über die Vergabe der Hamburger Literaturpreise entscheidet eine unabhängige Jury. Die Vergabe des Comic-Preises wird vom Hamburger Comicfestival e.V. begleitet.“

Die vollständige Ausschreibung sowie die Bewerbungsunterlagen finden sich unter: www.hamburg.de/literaturpreise oder www.literaturinhamburg.de/literaturpreise

 

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Frei wie das Meer https://www.tiefgang.net/frei-wie-das-meer/ Fri, 22 Mar 2019 23:04:54 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4955 [...]]]> Ute Olk hat eine Stimme. Wenn sie spricht, weiß man sofort, sie hat etwas zu sagen. Als Mitglied im Ensemble von „Gutes Theater“ überzeugt sie mit Bühnenpräsens.

Ein unbeschriebenes Blatt ist sie wahrlich nicht: Ute Olk. Bei der 4. SuedLese wird sie am 4. April im Kulturcafé ´Komm du` eine weitere Seite von sich aufblättern.

Tiefgang (TG): Worauf dürfen wir uns freuen, wenn Du bei der „SuedLese“ dabei bist?

Ute Olk: Auf eine facettenreiche, inspirierende, lustvolle Lyrik-Performance.

TG: Das klingt vielversprechend.

Ute Olk: Das stimmt –auf alle Fälle trifft dies für mich zu. Mir macht es jedes Mal eine Riesenfreude, meine Texte vor Publikum zu präsentieren. Sie werden dann lebendig, und ich bin oft selbst überrascht über ihre Wirkung.

TG: Warum ausgerechnet Lyrik – der man doch gemeinhin ein „Nischendasein“ nachsagt…?

Ute Olk: …und ist eine Nische nicht etwas Herrliches …? Menschen hetzen hin und her – dann kommen welche vorbeigeschlendert – schauen links und rechts, entdecken die „poetische Nische“ – staunen, träumen, genießen… Jetzt mal im Ernst – Reim und Dichtung gehören zu mir, seit ich lesen und schreiben kann. Ich liebte Wortspiele, ich träumte in Reimen, so ist es heute noch. Lyrik ist mein Medium, um mir die Welt anzueignen. Dieser „verdichtete“ Blick, die Freiheit des Ausdrucks, ist etwas Wunderbares. Es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“. In unserer Zeit des sich rentieren müssen, verwertbar zu sein, der festgelegten Kennziffer zu entsprechen, ist Poesie geradezu ein Lebensretter.

TG: Dein schauspielerisches Talent kommt Dir dabei sicherlich zu Gute … Die Texte erinnern zum Teil an Robert Gernhardt, Ringelnatz, Mascha Kaleko … und haben diese ganz eigene Färbung.

Ute Olk: Danke für die Blumen! Die von Dir genannten Künstler schätze ich sehr!!

TG: Was freut Dich besonders bei deinen Auftritten?

Ute Olk: Wenn mir am Ende ein „gestandener Mann“ sagt: „Ich bin heute Abend nur mitgeschleift worden und dachte immer, Gedichte sind nur etwas für kleine Mädchen…- aber das war so toll, ich möchte dein Buch kaufen…“

TG: Apropos Buch. Du hast bereits zwei Gedichtbände veröffentlicht, einzelne Gedichte haben Preise bekommen. In Anthropologien finden sich Gedichte von Dir. Was haben wir 2019 von Dir zu erwarten?

Ute Olk: Es stehen weitere Lesungen an – auch über Hamburgs Grenzen hinaus kommen Anfragen –sozusagen „Lyrik to go“… – Außerdem läuft meine Schublade vor „Lose-Blatt“-Sammlung über –die Veröffentlichung des 3. Gedichtbandes naht…

Ute Olk lebt und arbeitet im Hamburger Süden. »Die Inspiration lauert überall« … ist ihr Credo. So kann das morgendliche Staubkörnchen sie bereits in lyrische Hochstimmung versetzen. Sie rezitiert ihre Gedichte gekonnt und facettenreich vor der stetig wachsenden Fangemeinde. »Kann das Wort den Stein erweichen – Silben singen in den Fugen.«

Termin bei der 4. SuedLese: Do., 4. April, 20h, Kulturcafé Komm du, Buxtehuder Str. 13,21073 Hamburg-Habrug, www.komm-du.de, Eintritt frei, Hutspende erbeten!

Bisher im Handel:

Rosaroter Mond, Engelsdorfer Verlag, ISBN: 9783862682447

Wortmetz, Engelsdorfer Verlag, Preis: 8.80,- €; ISBN: 9783960084907

(Das Interview für ´Tiefgang` führte Sonja Alphonso)

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