Museen Stade – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 03 Nov 2023 08:49:40 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Return of the Living Dead https://www.tiefgang.net/return-of-the-living-dead/ Fri, 03 Nov 2023 23:40:51 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10397 [...]]]> Passend zur dunklen Jahreszeit: An vier Donnerstagen werden Zombiefilme und ein Vampirfilm in Stade gezeigt. Anlässlich der Ausstellung UNTOT präsentieren die Museen Stade im November in Kooperation mit der Bar Deluxxe eine Filmreihe, die in die herbstliche Jahreszeit passt. An vier Donnerstagen werden Zombiefilme und ein Vampirfilm gezeigt, der Eintritt ist kostenlos. Die Highlights des Gruselfilms stellen zahlreiche Bezüge zur neuen Ausstellung im Schwedenspeicher her. Sie geht den wiederkehrenden Toten im deutschsprachigen Raum nach und den Maßnahmen, die man gegen sie ergriff. Eine Auswahl von Grabsituationen, begleitet von archäologischen Zeugnissen vom 10. bis 19. Jh., aktuelle künstlerische Arbeiten sowie eine Vielzahl von Objekten aus der Popkultur laden in der Ausstellung zum Erkunden eines ebenso gruseligen wie spannenden Themas ein.

DO 9.11. | 20 Uhr
White Zombie
1932, 69 Minuten, FSK 12, mit Bela Lugosi, Regie: Victor Halperin

Die Reihe beginnt mit „White Zombie“, einem klassischen Schwarz-Weiß-Film, in dem Horror-Altmeister Bela Lugosi mitspielt. In diesem Zombiefilm verhalten sich die Untoten noch den westafrikanischen und karibischen Glaubenswelten entsprechend. Die Toten werden zum Leben erweckt, um als willenlose Sklaven auf Plantagen zu arbeiten. Die eigentliche Gefahr geht von Voodoo-Priestern aus, die sich machtvoll Menschen gefügig machen. Der Entstehungszeit des Films entsprechend, ist hier besonders eine junge, attraktive Frau bedroht, die sich der Begierde eines Mannes beugen soll. Das Patriachat und die Ausbeutung von Menschen sind der eigentliche Gruselfaktor.

DO 16.11. | 20 Uhr
Night of the Living Dead – Die Nacht der lebenden Toten
1968, 96 Minuten, FSK 16, Regie: George A. Romero

Mit dem Film “Night of the Living Dead“ bricht eine neue Ära der Zombiefilme an, er macht dieses Genre populär. Die Untoten entsteigen aus eigener Kraft den Gräbern und verfolgen Menschen, um ihr Fleisch zu essen und infizieren sie mit dem Untotendasein. Sie können nur durch die Zerstörung ihres Gehirns gestoppt werden. Wie man es dann auch später aus Zombiefilmen kennt, kämpft hier eine kleine Gruppe ums Überleben und ist sich dabei leider gegenseitig die größte Gefahr.

DO 23.11. | 20 Uhr
The Return of the Living Dead – Verdammt, die Zombies kommen
1988, 91 Minuten, FSK 18, Regie: Dan O’Bannon

In „The Return oft he Living Dead“ kehren die Zombies zurück. Der Zombiefilm mit seinen Charakteristika hat sich 1988 soweit etabliert, dass diese Elemente in einer Zombie-Komödie verarbeitet werden können. Dieser Film spielt direkt auf dem Friedhof, er wird als morbide Punk-Komödie bezeichnet und findet trotzdem Platz für Kritik am US-amerikanischen Militär.

DO 30.11. | 20 Uhr
Fünf Zimmer Küche Sarg
2014, 86 Minuten, FSK 12, Regie: Jemaine Clement, Taika Waititi

In die heutige Zeit versetzt die Mockumentary „Fünf Zimmer Küche Sarg“ – ein fiktionaler Dokumentarfilm im Reality-TV-Format. Vampire und andere Monstren leben unter uns und haben dieselben Alltagsprobleme zu bewältigen wie andere auch. Vier Vampire wohnen in einer WG und müssen sich zwischen Putzplan, Vampirjägern und den technischen Herausforderungen des digitalen Zeitalters arrangieren.

Die Filmvorführungen findet in den Räumen der Bar Deluxxe statt (Bungenstraße 2 / Ecke Fischmarkt, 21682 Stade) und sind kostenlos.

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Digitale Schatzsuche in Stade https://www.tiefgang.net/digitale-schatzsuche-in-stade/ Fri, 07 Jul 2023 22:25:06 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10111 [...]]]> Die Digitalisiserung ergreift auch die Museen. Warum also nicht gleich die digitale Generation dazu einladen?

Gefördert durch den Deutschen Museumsbund konnten die Museen Stade eine Projektwoche für Schüler*innen der IGS anbieten. Diese fand im Schwedenspeicher statt und wurde zusätzlich durch einen digitalen Workshop in der Jugendfreizeitstätte Alter Schlachthof begleitet. So konnten 16 Schüler eine digitale Schnitzeljagd auf einer Actionbound-App entwickeln, die nun von anderen auf dem eigenen Smartphone genutzt werden kann. Actionbounds sind „Serious Games“ für digitale Schatzsuchen, mobile Abenteuer und interaktive Guides, die man selbst erstellen und einem Publikum öffentlich zur Verfügung stellen kann. Die Museen Stade erweitern damit ihr bereits umfangreiches digitales Programm und zielen noch stärker auf Jugendliche und deren aktive Mitgestaltung an musealen Inhalten.

Die Jugendlichen hatten in der Projektwoche Zeit, sich mit dem Museum vertraut zu machen. Als Teil des Angebots lernten sie zudem die Möglichkeiten des Filmens und der Tonaufnahmen sowie die Nachbearbeitung kennen. Auf dieser Grundlage konnten sie ihren eigenen Actionbound entwickeln. Dabei wurde während der Projektwoche das zu erreichende Ergebnis nicht von vornherein festgelegt. Vielmehr ging es darum, einen eigenen Blick auf die Ausstellung und Regionalgeschichte zu erarbeiten. Die Jugendlichen zeigen in den Bounds „ihr“ persönliches Museum. Auf diese Weise sind fünf sehr verschiedene digitale Schnitzeljagden durch das Museum entstanden: Während einige informative Einblicke in die Ausstellung gewähren, gibt es auch einen Mordfall zu lösen oder einen humorvollen Spaß-Bound.

Erste Versuchsläufe, die Schnitzeljagden mit anderen zu teilen, haben bereits für Freunde und Familie stattgefunden, zu einem zweiten Termin waren Mitschüler*innen der 7. Klasse der IGS in das Museum eingeladen. Jetzt stehen die Bounds auch Besucher*innen des Museums Schwedenspeicher zur Verfügung und können kostenfrei auf dem eigenen Smartphone genutzt werden.

Die Förderung durch den Deutschen Museumsbund hat es ermöglicht, die Projektwoche in diesem Umfang umsetzen zu können. Mit dem Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 2013 außerschulische Projekte der kulturellen Bildung, insbesondere für Kinder und Jugendliche die wenig Zugang dazu haben. Für sein Vorhaben „Museum macht stark“ erhält der Deutsche Museumsbund als Projektpartner des Bundesministeriums für Bildung und Forschung noch bis 2027 insgesamt 6 Millionen Euro. Ziel des Vorhabens ist es, Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 18 Jahren, die von Hause aus nur wenig mit dem Museum in Berührung kommen, mit Angeboten dieser öffentlichen Einrichtung bekannt zu machen.

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Reisen in die Vergangenheit https://www.tiefgang.net/reisen-in-die-verganngenheit/ Fri, 17 Mar 2023 23:16:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9826 [...]]]> Auch in Niedersachsen beginnen die Osterferien und wer nicht weg fährt, kann ja in die Vergangenheit reisen. Die Museen Stade machen´s möglich!In der ersten Woche der Osterferien bieten die Museen Stade ein buntes Ferienprogramm für Kinder an. Es kann gemalt und gebastelt werden, es werden Einblicke in das Leben früher gewährt und wer möchte, kann das Museum einmal nachts zur Geisterstunde besuchen.
Teilnahmegebühr jeweils 6€, außer für „Nachts im Museum“, hier beträgt die Gebühr 7€.
Die Angebote für Dienstag sind bereits ausgebucht, daher wird eine Anmeldung unter 04141 79 773 50 oder buchungen[at]museen-stade[dot]de empfohlen.

Mi. 29.03. | 10–12 Uhr | Treffpunkt: Museum Schwedenspeicher
Schmuck der Vorzeit
In allen Epochen haben die Menschen Schmuck getragen: Ketten aus Bernstein, Armreife aus Gold und Ringe aus Bronze. Kinder im Alter von 7 bis 10 Jahren gehen auf Schatzsuche in der Museumsausstellung und stellen dann aus Metalldraht und Ton eigenen Schmuck her.

 

Mi. 29.03. | 14–16 Uhr | Treffpunkt: Kunsthaus
Malen wie ein*e Mini-Expressionist*in
Kinder im Alter von 7 bis 10 Jahren schauen sich im Kunsthaus die farbenfrohen Gemälde der beiden Freunde August Macke und Hans Thuar an. Davon inspiriert werden eigene Gemälde auf eine Leinwand gemalt – aber in viel kleinerem Format.

 

Mi. 29.03. | 19 Uhr | Treffpunkt: vor dem Stadeum
Nachts im Museum
Diese ungewöhnliche Stadtführung für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren führt durch die Stader Innenstadt im Zwielicht, bietet einen Einblick in unser dunkles Museum und eine virtuelle Zeitreise in vergangene Tage. So werden zu später Stunde die Schatten der Vergangenheit heraufbeschworen und die Stader Stadtgeschichte neu erzählt.
Teilnahmegebühr: 7€

 

Do. 30.03. | 10–12 Uhr | Treffpunkt: Museum Schwedenspeicher
Junge Detektiv*innen gesucht!
Im Museum wurde eingebrochen und alle sind verzweifelt. Es werden Ermittler*innen im Alter von 10 bis 12 Jahren gesucht, die den Fall so diskret und schnell wie möglich lösen. Dafür müssen versteckte Spuren gefunden und geheime Codes geknackt werden.

 

Do. 30.3. |14–16 Uhr | Treffpunkt: Kunsthaus
Ostereier bemalen
Mit Ostereiern beginnt die ziemlich beste Freundschaft zwischen August Macke und Hans Thuar. Im Kunsthaus schauen sich Kinder im Alter von 6 bis 8 Jahren die bunten Gemälde dieser beiden Expressionisten an, um dann in der Werkstatt eigene farbenprächtige Ostereier zum Verschenken zu bemalen.

 

Fr. 31.03. | 10–12 Uhr | Treffpunkt: Museum Schwedenspeicher
Ostern früher und heute
Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren üben schon für Ostern und gehen auf Suche durchs Museum. Dabei werden sie einiges über verschiedene Ostertraditionen herausfinden. Woher kommt eigentlich der Osterhase? Seit wann gibt es das Osterfeuer? Und was haben Eier mit Ostern zu tun?

weitere Informationen unter www.museen-stade.de

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Heino Jaeger´s Weg nach Stade https://www.tiefgang.net/9799-2/ Fri, 10 Mar 2023 23:43:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9799 [...]]]> 2022 sorgte Heino Jaeger in Hamburgs Süden für Aufsehen. Nun findet ein Teil seines Nachlasses ein Zuhause – in Stade …

Bis zum 5. März 2023 war die Ausstellung zum Werk von Heino Jaeger (1938, Harburg – 1997, Bad Oldesloe) im Museum für Stadtgeschichte in Harburg zu sehen. Genau ein Jahr zuvor nahm sie im Kunsthaus Stade ihren Anfang, das die erste große Retrospektive des Künstlers initiiert hatte. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen, der gerade in der zweiten überarbeiteten Auflage veröffentlicht wurde und im Kunsthaus Stade sowie in Harburg erworben werden kann.

Ein wichtiger Leihgeber der Schau war der frühere Galerist Heino Jaegers, Christian Zwang. Er hatte auch inhaltlich zur Entstehung der Ausstellung beigetragen und in diesem Zusammenhang erstmals den Wunsch geäußert, seine private Jaeger-Sammlung an ein Museum abgeben zu wollen. Bisher verfügt lediglich das Archäologische Museum Hamburg / Stadtmuseum Harburg über Werke des Künstlers. Die meisten Arbeiten Jaegers befinden sich in Privatbesitz.

Schon im Vorfeld der Stader Ausstellung hatten die Museen Stade eine Arbeit von Heino Jaeger in ihre Sammlungen übernommen. Es handelt sich um das „Panorama der Jahrtausende“, ein wichtiges Zeitzeugnis der 1970er-Jahre, welches von Jaeger und seinem Freund Harold Müller im Auftrag des damaligen Helmsmuseums gestaltet wurde. Nun kommen 155 Werke des Künstlers in Form von Zeichnungen, Gemälden, Aquarellen und Radierungen hinzu. Sämtliche Werke stammen aus dem Nachlass des im Oktober 2022 verstorbenen Galeristen Christian Zwang, dessen Wunsch – die Sammlung an ein Museum abzugeben – zusammen mit seinem Sohn Thomas Zwang realisiert werden konnte. Den Ankauf finanzierte die Hamburger HERMANN REEMTSMA STIFTUNG. „Wir freuen uns, dass die Kunst von Heino Jaeger endlich einen Platz gefunden hat“, wie Dr. Sebastian Giesen, Geschäftsführer der Stiftung, mitteilt.

„Die Sammlung Zwang bildet das gesamte Werk Heino Jaegers von den späten 1960er-Jahren bis Mitte der 1980er Jahre ab. Alle wichtigen Sujets und Techniken sind vertreten. Es ist nun die größte Museumssammlung des Künstlers, die den öffentlichen Zugang zu seinem einzigartigen Werk sicherstellt. Dies schließt an die mit Ausstellung und Katalog bereits umfassend begonnene Auseinandersetzung zu Jaeger an und bietet zahlreiche neue Möglichkeiten“, so Dr. Sebastian Möllers, Direktor der Museen Stade. Bei den Museen Stade wird der Neuzugang in ein längerfristiges Engagement münden. Es sollen Mittel akquiriert werden, um ein digitales Werkverzeichnis zu erstellen und eine Internetseite über den Künstler zu launchen.

Einen kleinen Auftakt macht die aktuell produzierte T-Shirt-Edition mit drei Motiven Jaegers aus der neuen Sammlung der Museen Stade, welche nun in den Shops der Museen Stade angeboten wird.

HEINO JAEGER

Heino Jaeger war Künstler, Komiker und Nonkonformist. Die Rundfunksendungen, mit denen er in den 1960er- und 70er-Jahren eine breite Aufmerksamkeit erreichte, machten ihn zum Vorbild vieler Satiriker*innen. Obwohl das bildkünstlerische Werk die größte Konstante seines Schaffens darstellt, ist es nahezu unbekannt und wurde mit der Ausstellung im Kunsthaus erstmals umfassend vorgestellt. Dabei wirbt die erlauchte Fangemeinde von Jaeger stetig für sein Werk und jüngst wurde seine Biografie als Roman von Rocko Schamoni veröffentlicht. Die Motive von Jaegers Arbeiten reichen von volks- und naturkundlichen Objektzeichnungen über vermeintlich klassisch anmutende Landschaften, von Straßenszenen hin zu Interieurs. Personen werden häufig technisiert dargestellt und treffen in seinen Zeichnungen und Gemälden auf Tiere oder Mischwesen. Jaegers Kindheitserlebnisse aus der Kriegs- und Nachkriegszeit werden ebenso in seinen Darstellungen sichtbar. Dabei sind die Zurschaustellung des Alltäglichen einerseits und die gleichzeitige Infragestellung eines Normalzustandes andererseits der Kern seiner künstlerischen Arbeit.

Biografie

geboren am 01.01.1938 in Harburg
Vater: Hein (Heinrich) Jaeger (*1901), Fotograf. Mutter: Elli Jaeger (*1904), geborene Grzegorek, Schneiderin. Schwestern: Marion (*1928) und Edith (*1930)

1943 Übersiedlung nach Dresden

1944 Einschulung in Dresden

1945 Zeuge des Luftangriffs auf Dresden im Februar 1945

1945 im Mai Rückkehr nach Hamburg-Harburg

1945-1953 Volksschule in Hamburg-Harburg

1950 Selbstmord des Vaters

1953-1956 Ausbildung zum Musterzeichner für Stoffdruck bei Maria May, Landeskunstschule Hamburg

1956-1959 Studium in der Klasse Freie Grafik und Illustration bei Alfred Mahlau bis zu dessen Emeritierung, Hochschule für bildende Künste, Hamburg (HFBK)

1959-1961 Studium in der Klasse für Schrift-Grafik bei Werner Bunz, HFBK

1959 studienbegleitende Tätigkeiten: Reisebegleiter und Entwurfszeichner für Prospekte und Plakate bei Scharnow-Reisen GmbH KG, Briefträger, Textilentwerfer, Vermesser / Wetterbeobachter auf Feuerschiff Elbe 1, Hilfsbäcker in Brotfabrik, Kautschukverwerter bei den Balatroswerken, H. Rost & Co, Musterzieher in Seifensiederei

ab 1960 freiberufliche Tätigkeiten als Zeichner von Stadtplänen und Lehrfilmen, angestellt als Zeichner im ehemaligen Museum für Völkerkunde, Hamburg (heute: MARKK. Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt)

1960-1968 Reisen mit Künstlerfreunden, darunter Michael Mau, Alexander Knispel, Hanns Witteck u.a. nach England, Belgien, Dänemark, Frankreich, ehem. Tschechoslowakei

zahlreiche Ausflüge in Norddeutschland

1965-1968 Zeichner im Landesmuseum Schleswig-Holstein

1966 erste eigene Wohnung in Hamburg-Harvestehude

1967 Zeichner im ehemaligen Helms-Museum (seit 2009 Archäologisches Museum Hamburg / Stadtmuseum Harburg)

1967 Umzug nach Hamburg-St. Pauli

1967 Reise mit Joska Pintschovius nach Frankreich und Besuch in Basel bei Jürgen von Tomëi, deutsch-schweizerischer Karikaturist und Grafiker

1968 Umzug nach Hamburg-Eppendorf

1970-1972 Erarbeitung des „Panoramas der Jahrtausende“ für das damalige Helms-Museum mit dem Freund und Kollegen Harold Müller

1970-1973 Reisen mit Joska Pintschovius u.a. nach Dänemark, England, Belgien

1972 Umzug nach Hamburg-Eimsbüttel, die Souterrainwohnung war ein ehemaliges Tapetenlager

1975 Reise und Versuch einer Auswanderung nach Thailand, Rückkehr noch im selben Jahr

1977 Umzug in die Hamburger Innenstadt

1981 bestellt das Vormundschaftsgericht einen Gebrechlichkeitspfleger für Heino Jaeger

1984 Totalverlust der Wohnung in der Hamburger Innenstadt durch selbstverursachten Brand

1984 Psychiatrieaufenthalt, daran anschließend wohnhaft in verschiedenen Sozialeinrichtungen und stationären Wohngruppen

1986 Umzug nach Bad Oldesloe, in die sozialpsychiatrische Facheinrichtung Haus Ingrid

am 07.07.1997 verstirbt Heino Jaeger an den Folgen eines Schlaganfalls

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Forschen in Tansania https://www.tiefgang.net/forschen-in-tansania/ Fri, 17 Feb 2023 23:08:42 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9739 [...]]]> Schon seit Mai 2022 erforschen die Museen Stade eine kolonialzeitliche Sammlung aus ihrem Bestand. Gefördert wird diese Unternehmung vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, welches seit 2019 einen besonderen Förderschwerpunkt zu Sammlungen aus kolonialen Kontexten hat. Die Sammlung erhielt die Stadt Stade bereits im Mai 1934 als Geschenk und zwar von dem Botaniker Karl Braun, der bis zu seiner Rente das Forschungszentrum für Obstbaumkrankheiten der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Stade leitete. Bevor Braun 1921 nach Stade kam, hatte er von 1904 bis 1920 im Amani Institut gearbeitet, einer Forschungsstation, welche vom Reichskolonialamt im tansanischen Usambara-Gebirge des damaligen „Deutsch Ostafrika“ eingerichtet wurde. Im Zuge seiner Arbeit sammelte er mit großer Akribie ethnografische Objekte, die er sich im kolonialen Unrechtskontext über Ankauf und Schenkungen aneignete. Diese umfassende Sammlung brachte er 1920 mit nach Deutschland, als er die inzwischen britische Kolonie verlassen musste.

Das historische Amani Institut besteht bis heute. Unterhalten wird es vom National Institute for Medical Research (NIMR), das am Fuße der Usambaras nach dem Ende der britischen Kolonialzeit eine neue Forschungseinrichtung geschaffen hat, die sich unter anderem der Malariaforschung und Ethnomedizin widmet.

Gemeinsam mit dieser nationalen Einrichtung machen sich nun die Museen Stade auf den Weg die Erforschung der Sammlung weiter voranzutreiben. Dazu wurde am 06.02.2023 eine Kooperationsvereinbarung von Prof. Said S. Aboud, Generaldirektor des NIMR, und Dr. Sebastian Möllers, Direktor der Museen Stade, in Dar es Salaam unterzeichnet, das die gemeinsamen Ziele und die Form der Zusammenarbeit festhält.

Dabei geht es unter anderem darum, einen Perspektivwechsel im Blick auf die Objekte und die Institutsgeschichte herzustellen. Da zur deutschen Kolonialgeschichte fast ausschließlich deutsche Quellen vorliegen, wurde bisher überwiegend aus Richtung der kolonialen Akteur*innen auf diesen Abschnitt der Geschichte geschaut.

Dies soll sich nun durch die Kooperation verändern. Auch geht es darum, die Fragestellungen der heutigen tansanischen Wissenschaftskolleg*innen einzubeziehen. Bisher wurde die Funktion der wissenschaftlichen Institutionen der Kolonialorgane nur sehr unzureichend beforscht. Dabei ist ihre Rolle im kolonialen Machtgefüge viel größer als man vielleicht auf den ersten Blick denkt. Häufig wurde auf die bekannten Namen und ihre vermeintlich großartigen Lebensleistungen anstatt auf ihre Verbrechen geschaut. So arbeitete z.B. auch Robert Koch in Amani, bevor er seine eigene Station am Viktoriasee einrichtete.
Was ist aber der Hintergrund der Forschungsaktivitäten in den Institutionen? Es ging unter anderem darum, sich Wissen der unterworfenen, einheimischen Bevölkerung anzueignen, die z.B. von Karl Braun bis zur Erschöpfung befragt wurde, wie er in seinen Tagebüchern darstellt und ein wichtiger Gegenstand des Forschungsprojekts sind. Ein weiterer Aspekt ist die effektive Ausbeutung der Kolonien. Welche Rohstoffe lassen sich wie verarbeiten, welche Pflanzen können angebaut, welche Tierarten verwertet werden usw.? Diese Fragen trieben auch Karl Braun um. Viele Objekte seiner ethnografischen Sammlung sind vor diesem Hintergrund von ihm ausgewählt.

In Amani sollte der größte botanische Garten der Welt entstehen, in kolonialer Konkurrenz zu einem botanischen Garten der Niederlande auf Java.

Über 3000 Pflanzenarten aus der ganzen Welt wurden nach Amani gebracht und angepflanzt. Im Gegenzug versorgte das Institut die deutschen botanischen Gärten und Forschungsinstitute mit Samen und Material für ihre Herbarien. Die Auswirkungen der deutschen Gigantomanie sind bis heute im Amani Nature Reserve überdeutlich nachvollziehbar. Der ehemalige botanische Garten hat sich verselbstständigt. Unzählige Pflanzenarten, die eigentlich nicht in das Ökosystem gehören, verdrängen die lokalen Spezies. Dabei wir die Region auch als das Festland-Galapagos bezeichnet, da es weltweit zu den 20 Orten mit der größten Biodiversität und den meisten endemischen Arten zählt. Dieser Status ist bedroht, eine Folge der deutschen Kolonialherrschaft, die auch das große Plantagenwesen, verbunden mit immensen Rodungen mit sich brachte – eine Veränderung ökologischer Systeme, geleitet von ökonomischen Interessen, die bis heute nachwirkt.

So sind die Folgen der deutschen Kolonialgeschichte bis heute wirksam und führen zu vielfältigen Problemen. Die Aufarbeitung dieses Teils deutscher Geschichte ist längst überfälligund rückt nun endlich in den Fokus. Sie kann allerdings nur zusammen mit Partner*innen aus dem heutigen Tansania erfolgen. Es muss ein gemeinsamer Weg der Aufarbeitung sein, so wünschen es sich die Museen Stade und auch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste. „Ein wesentlicher Bestandteil der Forschungsprojekte im Bereich des Kultur- und Sammlungsguts aus kolonialen Kontexten ist die Einbeziehung von lokalem Wissen und Partner*innen aus den Herkunftsländern der Sammlungen“, sagt Jan Hüsgen vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste. „Wir begrüßen deshalb ausdrücklich die vorbildhafte Kooperation der Museen Stade mit dem National Institute of Medical Research, die auch die Bereitstellung von Personalmitteln für die Forschung in Tansania umfasst.“

Um über die Koopertion mit dem National Institute of Medical Research hinaus noch weitere Stimmen einzubeziehen, fand nun am 09. und 10.02.2023 in Dar es Salaam ein Workshop statt, an dem ebenfalls Vertreter*innen des National Museum of Tanzania, der University of Dar es Salaam und des Amani Nature Reserve teilgenommen haben. Vorbereitet wurde die Veranstaltung gemeinsam mit dem örtlichen Goethe-Institut.

Ziel ist es, dabei auch Ideen für anschließende Ausstellungsprojekte zu entwickeln, welche die Ergebnisse des Forschungsprojekts einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland und Tansania vorstellen. Künstlerische Beiträge aus beiden Ländern sollen in diesem Zusammenhang den wissenschaftlichen Betrachtungshorizont erweitern.

Weitere Informationen: www.museen-stade.de/sammlung-karl-braun

 

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Schweine auf Shirt https://www.tiefgang.net/schweine-auf-shirt/ Fri, 10 Feb 2023 23:43:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9714 [...]]]> Die Idee wurde schon im Sommer 2015 geboren. Während der großen Piggeldy & Frederick-Ausstellung im Kunsthaus Stade und zum 50-jährigen Jubiläum der weltberühmten Schweine aus Mulsum. Jetzt ist sie nach der Pandemie in die Tat umgesetzt: eine T-Shirt-Edition.

Die Museen Stade haben gemeinsam mit Tilmann Loewe, dem Sohn der Erfinder der beiden Schweine, Elke und Dieter Loewe, eine erste T-Shirt Edition produziert, die nun exklusiv in den Museen Stade angeboten wird. Bedruckt werden die Fairtrade-T-Shirts aus Biobaumwolle in der kleinen aber feinen Stader Siebdruckwerkstatt von Bettina Uhlmann. Lokal produziert, in kleinen Auflagen. Das ist nur in Handarbeit möglich. Sind die Motive einmal als Siebe erstellt, kann beliebig auch in ganz unterschiedlichen Farben nachgedruckt werden. „So sind auch Sonderwünsche der Kund*innen möglich“, verrät Bettina Uhlmann im Gespräch. Beim Andruck waren Tilmann Loewe und Museumsdirektor Dr. Sebastian Möllers mit von der Partie. Das Foto zeigt die kleine Anlage, welche unweit des Horstsees ihr Zuhause hat.

Dass die bekannten Schweine aus Mulsum im Landkreis Stade stammen, hatte viele Besucher*innen bereits bei der Ausstellung beeindruckt. Nun gibt es für die Fangemeinde ein schickes neues regionales Produkt. Zunächst sind zwei Motive, in Damen-, Herren- und Kindergrößen sowie in verschiedenen Farben erhältlich. Die T-Shirts kosten 30 Euro für Erwachsene und 25 Euro für Kinder. „Nach der ersten Edition sind weitere Motive geplant“, erklärt Tilmann Loewe.

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