Speicher am Kaufhauskanal https://www.tiefgang.net Thu, 12 Mar 2026 13:40:36 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Geschrieben, um gesund zu werden https://www.tiefgang.net/geschrieben-um-gesund-zu-werden/ Sun, 01 Mar 2026 23:34:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13396 [...]]]> Pünktlich zu den SuedLese Literaturtagen erscheint der Debüt-Roman „Co“ von Rina Schmeller. Ein Werk, das es in sich hat. Denn es bricht mit dem Schweigen zu einem Thema, das präsenter ist als man ahnt: der Co-Abhängigkeit.

Co-abhängig in Sucht, Partnerschaften, Beziehungen generell. Druckfrisch wird es Rina Schmeller im Speicher am Kaufhauskanal im Harburger Hafen zu Gehör und ins Gemüt bringen. Wir haben schon mal im Vorfeld nachgefasst.

Tiefgang (TG): Frau Schmeller, „Co“ ist Ihr Debütroman und bricht radikal mit dem Schweigen über ein oft unsichtbares Thema: die Co-Abhängigkeit. Was war der entscheidende Funke, der Sie dazu gebracht hat, gegen dieses gesellschaftliche Tabu anzuschreiben und die Perspektive derer zu wählen, die im Schatten der Sucht eines anderen leben?

Rina Schmeller: Danke für Ihre Frage. Mir gefällt, wie Sie das formulieren. „Co“ erzählt als Autofiktion von meiner eigenen Erfahrung. Ich war lange co-abhängig. Dieses Buch ist das Ergebnis eines Prozesses, der vor allem darin bestand, eine Sprache zu finden, später dann auch eine Form. Ich habe mit diesem Stoff literarisch zu schreiben begonnen. Anfangs liefen die Prozesse im Schreiben und Leben parallel, griffen dann zunehmend ineinander, bis sie sich voneinander lösten. In der letzten Zeit meiner Arbeit an „Co“ hatte ich in meinem Leben bereits stabilen Abstand gewonnen. Co-Abhängigkeit ist als Thema wenig beleuchtet, aber allgegenwärtig. Es war mir wichtig, das sichtbar zu machen. Zu wissen, dass viele betroffen sind, war dabei immer wieder ein Antrieb.

TG: Ihre Sprache im Roman ist eine Mischung aus Klarheit, Rhythmus und irgendwie auch Stille. Wie haben Sie es geschafft, für die oft chaotische und von Gewalt geprägte Dynamik der Abhängigkeit eine so präzise Form zu finden, ohne dabei in Sentimentalitäten zu verfallen?

Rina Schmeller: Zunächst musste ich vom Stillstand erzählen, der durch jahrelange Wiederholung entsteht, das ist ziemlich anspruchsvoll. Ich musste möglichst klar benennen, gegen die eigene Scham anschreiben und den Reflex, zu schützen, ablegen. Es war elementar, das Tabu zu brechen und die Sprachlosigkeit im Text zu bewahren. Im Prozess habe ich mich Passage für Passage bis an die Schmerzpunkte vorgetastet und nach einer Form gesucht. Schließlich haben sich die einzelnen Teile wie ein Puzzle zusammengefügt. Selbstbestimmt zu arbeiten, war für „Co“ sehr wichtig. Was das Thema nicht brauchte, ist nicht im Text. Reduktion und Verdichtung sind die literarischen Verfahren. Dennoch habe ich bewusst nicht verschlüsselt und gehe offensiv mit meiner Erfahrung um. Gefühle sind im Text zurückgenommen, so entsteht Raum, im besten Fall, für die Gefühle der Lesenden.

TG: Sie haben in Leipzig Literarisches Schreiben studiert und waren Stipendiatin der Autor*innenwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin. Hat dies das handwerkliche Fundament gelegt?

Rina Schmeller: Das sicher auch. In erster Linie haben diese Orte mir einen fachlichen Austausch ermöglicht. Man begegnet Autor*innen mit Erfahrung und hat Lesende, die selbst schreiben. So erfährt man erste Resonanzen, bewegt sich aber in einem geschützten Rahmen. In diesem Umfeld kann man eine Haltung zum eigenen Schreiben entwickeln, sich bewusst machen, wie und warum.

TG: Bei der SuedLese lesen Sie im Speicher am Kaufhauskanal, einem Ort mit Geschichte in Harburg. Freuen Sie sich auf den Kontrast, Ihre sehr intime und bewegende Geschichte in diesem weiten, geschichtsträchtigen Raum zu präsentieren?

Rina Schmeller: Ihre Frage macht mich neugierig auf den Raum, ich freue mich sehr auf die Lesung. Vielleicht zeigt sich am 15. März, dass der Kontrast gar nicht so stark ist. Für mich gehört die Arbeit an „Co“ in die Jahre 2018-2025, das Thema ist aber zeitlos, würde ich sagen, und die Erfahrung sehr menschlich und weit verbreitet.

TG: Ihr Buch wird als Zeugnis der Selbstermächtigung und des Wiederfindens der eigenen Freiheit beschrieben. Ist es Ihnen ein Anliegen, den Leser*innen zu zeigen, dass es auch nach Jahren der Umklammerung einen mutigen Weg zurück zum eigenen Ich gibt?

Rina Schmeller: Ich habe dieses Buch geschrieben, weil es nötig war, um gesund zu werden, und um für das Thema zu sensibilisieren. „Co“ macht etwas sichtbar, das tagtäglich passiert – anhand einer individuellen Geschichte. Dahinter steht der Prozess meines Ausstiegs, einer realen Auseinandersetzung. Die Geschichte soll aber kein Beispiel sein, dem nun zu folgen wäre. So unterschiedlich die Krankheitsverläufe sind, so unterschiedlich sind auch die Auswege. Das Buch ist ein Zeugnis, das ermutigen kann und möchte. Es wird hier und da seine Wirkung tun, wo und wann und wie auch immer.

TG: Haben Sie bereits Rückmeldungen von Leser*innen erhalten, die sich in der Geschichte von „Co“ wiedererkannt haben, und wie beeinflusst dieser Austausch Ihre Sicht auf Ihr eigenes Debüt?

Rina Schmeller: Bislang gibt es keine Rückmeldungen, „Co“ erscheint ja erst, am 11. März. Ich habe aber bei Lesungen bereits schöne Resonanz erlebt, die mir viel bedeutet hat. Co-Abhängigkeit ist eine Krankheit mit ähnlichen, oft gleichen Symptomen und doch unterschiedlichen Verläufen. Die erzählte Geschichte ist dementsprechend keine Blaupause, andere erleben ganz anderes, was allerdings nicht heißt, dass nicht viele (gefühlt) das Gleiche erleben. Man müsste die Menschen fragen und ihnen zuhören, wenn sie erzählen. Es ist Aufgabe der Gesellschaft und der Menschen in ihr, eine Sensibilität zu entwickeln. 

(Das Interview für „Tiefgang“ führte Heiko Langanke)

Termin:

So., 15. Mrz., 17 Uhr: Rina Schmeller – Co | Eintritt frei / Spende erwünscht; Moderation: Simone Lechner

Speicher am Kaufhauskanal, Blohmstraße 22, 21079 Hamburg, www.speicher-am-kaufhauskanal.com

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„SuedLese sollte möglichst zwei Mal im Jahr stattfinden“ https://www.tiefgang.net/suedlese-sollte-moeglichst-zwei-mal-im-jahr-stattfinden/ Fri, 04 Apr 2025 22:52:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11565 [...]]]> Den Abschluss der SuedLese Literaturtage beschreiten dieses Jahr sieben mörderische Schwestern. Die Oberschwester Regine Seemann im Interview.

Regine Seemann ist in Neugraben geboren, lebt noch immer da – sogar im selben Haus, arbeitet hauptberuflich als Lehrerin in Wilhelmsburg, schreibt leidenschaftlich gerne Krimis mit Lokalkolorit und organisiert zum wiederholten Male eine Ladies Crime Night (14.4., 19 Uhr) zusammen mit einigen „mörderischen Schwestern“ bei den SuedLese Literaturtagen. Da wollten wir`s doch mal genauer wissen …

Tiefgang (TG): Die Ladies Crime Night bildet den krönenden Abschluss der SuedLese Literaturtage 2025. Was hat Dich dazu inspiriert, dieses besondere Format zu wählen, und was erwartet das Publikum?

Regine Seemann: Die Ladies Crime Nights gibt es schon eine ganze Weile. Sie sind quasi ein Markenzeichen der Mörderischen Schwestern e.V. Eine LCN ist eine besonders lebendige Art, eine Lesung zu gestalten, da innerhalb einer Veranstaltung wechselnde Szenarien gibt. Und, ohne jetzt viel vorwegnehmen zu wollen: Ein bisschen Nervenkitzel ist auch immer dabei. Sie findet in der Woche vor Ostern statt, was bedeutet, dass es für die Zuhörer*innen auch möglich sein wird, signierte Bücher für das Osternest zu erstehen.

TG: Wie kam es zu der Auswahl der 7 Krimiautorinnen Carola Christiansen, Franziska Henze, Marley Alexis Owen, Sylvia Bergman, Elisabeth Grimm, Alex Roller und Ihnen?

Regine Seemann: Wenn ich eine LCN organisiere, spreche ich zunächst die Autorinnen an, die ich kenne. Natürlich ist es dann manchmal so, dass diesen die Lesung terminlich nicht passt. Dann schicke ich eine Mail an den Verteiler der Mörderischen Schwestern HH / SH mit der Anfrage, wer gern lesen würde. In der Regel gibt es schon in den ersten Minuten eine Vielzahl von Interessentinnen, denn das Format ist sehr beliebt. Für diese LCN habe ich versucht, einen guten Mix auszuwählen. Das Genre Thriller ist vertreten sowie Cosy Crime und natürlich Regionalkrimis wie die, die ich schreibe.

TG: Die SuedLese Literaturtage haben sich zu einem festen Bestandteil der Harburger Kulturszene entwickelt. Was macht dieses Literaturfestival Deinjer Meinung nach so besonders?

Regine Seemann: Der Süden Hamburgs wird ja manchmal belächelt, auch, was kulturelle Events angeht. Dabei haben wir hier wahnsinnig viel zu bieten. Es gibt die verschiedensten Spielstätten, Theater, Bücherhallen, Literaturcafés, um hier nun ein paar zu nennen. Und die Buchläden, die es im Hamburger Süden gibt, sind regelmäßig unter den Nominierten und auch Gewinnern des Hamburger Buchhandlungspreises wie z. B. Der Buchladen von Bettina Meyer in Neugraben oder Lüdemann in Wilhelmsburg. Dies alles wird bei der SuedLese absolut stimmig bei verschiedenen Veranstaltungen repräsentiert. Und vor allem ist es wichtig, dass das Lesen an sich mindestens einmal im Jahr im Vordergrund steht.

TG: Wie lange bist Du schon an der Organisation der SuedLese beteiligt?

Regine Seemann: Das erste Mal habe ich bei der SuedLese 2019 aus meinem Debut-Krimi „Falkenberg“ gelesen. Das war in der Seniorenresidenz Neugraben. Total passend, da diese als Vorlage für die Senioren-Wohnanlage in meinem Buch gedient hat. Ich bin in Neugraben aufgewachsen. Insofern war dieser Abend ein Heimspiel. Es folgten drei weitere Lesungen im Rahmen der SuedLese, zwei in Wilhelmsburg, wo ich arbeite und eine während des ersten Corona-Lockdowns per Video. Auch eine interessante Erfahrung.

TG: Du bist nicht nur Organisatorin der Ladies Crime Night sondern auch selbst Krimiautorin. Kannst Du uns etwas über Deinen persönlichen Bezug zum Genre und Deine eigenen Werke erzählen?

Regine Seemann: Ich habe selber immer gern Krimis gelesen. Vor allem die aus dem Norden Europas. Und auch mystische Geschichten interessieren mich wie z. B. die Sage um den berühmten Seeräuber Klaus Störtebeker, der seinen Piratenschatz am Neugrabener Falkenberg vergraben haben soll. Als Kind bin ich selber mit einem Plastikschäufelchen losgezogen, um ihn auszugraben. Und, als ich mal ein bisschen mehr Zeit hatte, habe ich begonnen, meine Gedanken um diese Sage in einen „kriminellen“ Bezug zur Gegenwart zu setzen. Wichtige Elemente aller meiner Bücher sind die zwei Handlungsebenen. Eine spielt in der heutigen Zeit und eine in der Vergangenheit. Das Dritte Reich kommt immer wieder vor, aber auch das Leben in menschenverachtenden Sekten wie der Colonia Dignidad oder Medikamentenversuche an Kindern und Jugendlichen in den siebziger Jahren waren schon Themen. Bei den Ermittlungen stehen zwei Kommissarinnen im Fokus, die in Hamburg geborene Stella und die aus der Türkei stammende Banu.

TG: Gibt es Verbindungen oder Gemeinsamkeiten zwischen Deinen Werken und denen der anderen Autorinnen?

Regine Seemann: Bei dieser Ladies Crime Night ist das nicht der Fall. Bei manchen LCN ist es aber so, dass aus einer gemeinsamen Anthologie, also einer Sammlung von Kurzkrimis, vorgelesen wird, die von den Mörderischen Schwestern herausgegeben wurde. Dies hatten wir z. B. bei der SuedLese 2023 als ausschließlich aus „Tatort Nord 2 “ gelesen wurde.

TG: Die Ladies Crime Night ist ein Veranstaltungsformat der Mörderischen Schwestern. Was genau bedeutet das und wie wirkt sich das auf den Ablauf des Abends aus?

Regine Seemann: Zunächst einmal haben wir eine tolle Deko, die ein bisschen aussieht wie ein Tatort. Alles ist in Rot und Schwarz gehalten. Dies ist auch der Dresscode für die Autorinnen, die lesen. LCN sind ein bisschen wie kurzweilige Theateraufführungen, bei denen die Zuschauenden etwas über die Autor*innen erfahren und in dramatischer Art und Weise deren Werke kennenlernen. Wir haben einige Highlights zu bieten, ich möchte hier aber nicht zu viel verraten.

TG: Was sind Deine Zukunftsvisionen für die SuedLese Literaturtage und die Ladies Crime Night?

Regine Seemann: Die SuedLese sollte möglichst wie 2022 zwei Mal im Jahr stattfinden, denn es gibt viele Kulturschaffende und -interessierte hier bei uns, die so häufiger zusammenkommen können. Warum nicht auch mal Lesungen an außergewöhnlichen Orten im Hamburger Süden veranstalten? Ich würde z. B. sehr gern einmal aus „Falkenberg“ auf dem Falkenberg, also outdoor, lesen. Vielleicht im Rahmen der nächsten SuedLese? Die LCN sollten meiner Meinung nach ein fester Bestandteil der SuedLese sein. Dieses Format bietet wie kein anderes die Möglichkeit, bei nur einer Lesung, mehrere Autor*innen kennenzulernen. Außerdem kommen hier Spiel, Spaß und Spannung niemals zu kurz.

TG: Vielen Dank das Gespräch und auf eine mordsspannende Ladeis Crime Night zum Abschluss der diesjährigen SuedLese!

Krimis von Regine Seemann:

Falkenberg (2018), Elbleichen (2019), Alsterschwan (2020), Friedhofsengel (2022), Bitterkaltes Land (2024)

Termin:

Mo., 14. Apr., 19 Uhr: Ladies Crime Night – Spannung bis zum Sch(l)uss, Eintritt: 10,- €

Speicher am Kaufhauskanal, Blohmstr. 22, 21079 Hamburg-Harburg (Hafen)

Es lesen: Carola Christiansen, Franziska Henze, Regine Seemann, Marley Alexis Owen, Sylvia Bergman, Elisabeth Grimm und Alex Roller

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Wahrnehmungswerkstatt Deutsche Einheit https://www.tiefgang.net/wahrnehmungswerkstatt-deutsche-einheit/ Fri, 22 Sep 2023 22:19:06 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10338 [...]]]> Mit einem besonderen Kulturprojekt zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober macht der Harburger Speicher am Kaufhauskanal auf sich aufmerksam.

Kulturmanager Henry C. Brinker hat für den Abend des 2. Oktober um 19 Uhr den Bestseller-Autor Prof. Dirk Oschmann eingeladen. Sein Buch „Der Osten-eine westdeutsche Erfindung“ hat die Gefühlswelt vieler Ostdeutscher zum ersten Mal auf großer Bühne erfahrbar gemacht.
Gibt es diese eigene Ost-Identität, die vor allem im Westen für die rasant wachsende gesellschaftliche Spaltung verantwortlich gemacht wird? Populismus, ein mangelndes Demokratieverständnis, Rassismus, Verschwörungsmythen und Armut – scheinbar sind die nicht mehr ganz neuen Bundesländer der Quell allen gesellschaftlichen Übels.
Der Leipziger Germanist Dirk Oschmann zeigt in seinem polemischen, aber auch mit vielen Fakten unterlegten Buch, dass der Westen sich über dreißig Jahre nach Mauerfall als gültige Norm definiert und den Osten als Abweichung wahrnimmt. Unsere Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden nach Oschmann von westdeutschen Perspektiven dominiert. Pointiert durchleuchtet Dirk Oschmann, wie seiner Meinung nach dieses „Othering“ unserer Gesellschaft schadet und initiert damit eine längst überfällige Debatte.
Gleichwohl stößt sein Buch auf ebenso viel Widerspruch wie Zuspruch. Henry C. Brinker, über Jahre als politischer Journalist u.a. bei ARD und RTL tätig, erörtert Fragen der deutschen Wahrnehmung in Ost und West mit dem Autor Dirk Oschmann und dem Bildhauer Rainer Düvell. Brinker konnte als Marketingchef beim MDR in Leipzig und Marketingdirektor der Semperoper reichlich Erfahrung sammeln im Umgang mit Stereotypen und tatsächlichen Mentalitätsunterschieden in Ost und West.
Der Bildhauer und Architekt Rainer Düvell richtet auf dem Speichergelände am 2. und 3. Oktober eine ganztägige „Wahrnehmungswerkstatt“ ein mit einer eindrucksvollen Kunsinstallation auf dem Speichergelände. Das Publikum bekommt reichlich Gelegenheit, Fragen der eigenen Haltung zu Ost und West mitzudiskutieren.
weitere Information zum Programm: www.transform-info.de

Termin: 2. und 3. Oktober 2023 Hamburg: begehbarer Zeit-Raum zur Deutschen Geschichte sowie Wahrnehmungswerkstätten um 11 Uhr und 15 Uhr beim Speichers am Kaufhauskanal, Blohmstraße 22, 21079 Hamburg/ Harburg-Hafen)

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Poesie, Krimi und Platt zum Kulturtag https://www.tiefgang.net/poesie-krimi-und-platt-zum-kulturtag/ Fri, 28 Oct 2022 22:52:04 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9453 [...]]]> Am 6. November findet der bereits 19. Harburger Kulturtag statt und die Spezialausagbe der SuedLese Literaturtage mischt mit – mit Poetomaten, Ladies Crime Night, Plattdeutsch oder Lesung auf einem Laster …

Den ganzen November über wird Hamburgs Süden mit ausgezeichneter Literatur beglückt. Und da am 6. November zudem der 19. Harburger Kulturtag stattfindet, lag es nahe, auch die Literatur mit einzubringen.
Im Untergeschoss der Galeria Karstadt etwa findet sich zwischen 13 und 18 Uhr der Poetomat des Vereins KulturWohnZimmer. Er ist schon quasi fester Bestandteil der SuedLese-Literaturtage geworden, bringt er doch die Poesie in den Alltag der Menschen. Die Idee ist so schön wie simple: man gibt ein Wort und eine Münze in den schwarzen Kasten, es rattert und knattert und nach kurzer Zeit spuckt er ein individuelles Gedicht aus.
Krimi-Fans hingegen sollten sich um 16 Uhr auf dem Harburger Rathausplatz einfinden. Dort rollt dann ein Laster ein, auf dessen Dach der Fantasy-Autor Nils Petersen aus seinem neuen Roman „Veljkos Café“ liest. Die Idee ist eine Abwandlung der mittlerweile etablierten Laster-Konzerte, die die Agentur Waldinsel-Konzerte aus Buchholz inmitten der Pandemie aufbrachte, um Konzerte im Freien und samt Abstandsregeln zu den Leuten zu bringen. Warum also nicht auch mit Literatur?

Um 17.30 Uhr geht es ebenso mit Krimis aber in einem gänzlich anderen Format im Kulturpalst Rieckhoffstraße weiter. Dort sind sechs Vertreterinnen der „Mörderischen Schwestern“ im kriminalistischen Wettstreit. Allesamt sind Krimi-Autorinnen und dürfen bei der Ladies Crime Night zehn Minuten aus ihren Krimis lesen. Dann fällt ein Schuss und die nächste ist dran. Ein unterhaltsames Literaturformat, das Spaß und Spannung mal ganz anders verbindet.
Und wer das Plattdeutsche liebt, sollte sich abends um 19 Uhr im Speicher am Kaufhauskanal, Blohmstraße 22 im Harburger Hafen einfinden. Da ist dann nämlich der aus dem NDR bekannte Jan Graf zu Gast und wird aus seinem neuen Buch „Mann in de Tünn“ aber auch anderen Bänden lesen und zuweilen auch musizieren.

Zu den einzelnen Programmpunkten am Harburger Kulturtag lohnt es sich unter www.suedlese.de zu stöbern!

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200 Absagen und gut 300.000,- € Schaden! https://www.tiefgang.net/200-absagen-und-gut-300-000-e-schaden/ Mon, 16 Mar 2020 16:22:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6510 [...]]]> Harburgs Kulturszene ist seit Jahren unterfinanziert und basiert auf viel privatem Engagement. Die Krise rund um die Corona-Pandemie trifft sie nun mitten  ins Herz.  

Die Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus treffen viele, die Harburger Kulturszene aber besonders hart.  Museen, Theater,  Volkshochschule und Bücherhallen haben bis auf weiteres geschlossen. Viele sind fest gefördert oder gar in kommunaler Hand, manche zumindest mit öffentlichen Geldern unterstützt. Aber der Großteil der Harburger Clubs und Kulturorte bieten Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Theater oder Vorträge aus privatem Engagement und  Risiko.

Sie trifft es jetzt ungewöhnlich hart, denn dass der Bezirk Harburg Hilfe geben kann, bezweifeln sie. Als Zusammenschluss in der Initiative SuedKultur  sind gut 50 Kulturinstitutionen im Bezirk Harburg vereint, die seit 12 Jahren sich gegenseitig unterstützen und für eine bessere Wahrnehmung der Kultur im Süden der Stadt sorgen. Aber sie kritisiert auch seit Jahren, dass z.B. in der Verteilung der Stadtteilkulturmittel des Senats an den Bezirk Harburg eine schwere Unterfinanzierung besteht. Rund 300.000,- € weniger als der Durchschnitt aller Hamburger Bezirke fehlen jährlich. Nun da Hilfe dringend geboten wäre, um abgesagte Auftritte und Einnahmen  sowie die Bedienung von Verbindlichkeiten in der größten Härte abzufedern, belegt sich dieser Missstand.

In einer Blitzumfrage vom vergangen Freitag (13. März 2020) zeigt sich schon jetzt: rund 200 Veranstaltungen sind alleine im März betroffen, mit rund 20.000 erwarteten Besuchern und einem direkten finanziellen Ausfall von konservativ geschätzten 300.000 €! Und noch haben nicht alle Kulturorte Rückmeldung gegeben. Hinzu kommt das private Vermietungsgeschäft, das die Kulturangebote aber eben auch Miete, Personal und Gastronomie mit finanzieren.

Heimo Rademaker, Sprecher der Initiative SuedKultur und selbst privater Betreiber des Marias Ballrooms: „Es stehen Existenzen auf dem Spiel! Es braucht dringend und vor Ort Hilfestellung für die Clubs und Kulturschaffenden. Die Kulturbehörde hat großzügige Unterstützung angesagt. Aber was kommt davon und für wen in Harburg an? Unsere Erfahrungen waren schon guten Zeiten nicht gut. Jetzt könnte es bedeuten, dass mancher Laden nicht nur vorübergehend schließt.“

Und sie machen einen Großteil des Harburger Kulturangebots aus: sei es Marias Ballroom, das Stellwerk, das Kulturcafé Komm du, die Fischhalle, das Old Dubliner, die Stumpfe Ecke, der Verein ContraZt e.V., die Inselklause aber auch der Speicher am Kaufhauskanal oder die Musikgemeinde Harburg, die gerade Konzerte mit den Hamburger Symphonikern absagen musste.

„Und wir wollen keine Extra-Wurst in Harburg. Denn bei vielen Kulturschaffenden in Hamburg geht es gerade ans Eingemachte. Aber Harburg ist besonders hart getroffen und hat seit Jahren sich zu wenig um Sicherungsmechanismen gekümmert und kümmern können. Von was auch?“, so Heimo Rademaker.

 

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Wissenschaft & Kultur – tut sich was? https://www.tiefgang.net/wissenschaft-kultur-tut-sich-was/ Fri, 13 Sep 2019 22:01:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5723 [...]]]> Kultur, Wissenschaft und Forschung – allesamt in Harburg gut vertreten. Aber haben sie auch miteinander zu tun? Die Harburger SPD will dies nun wissen und lädt zur Diskussion …

 In der Ankündigung heißt es:

„Wissenschaft und Kultur als Treiber für die Entwicklung des Hamburger Südens?

Im Süden tut sich was: die TU Hamburg, das Fraunhofer Center für Maritime Logistik, Hamburg Innovation Port, das DLR Institut für Lufttransportsysteme, der Innovation Campus Green Technologies stehen für Wissenschaft, Forschung und Innovation, das Archäologische Museum, die Sammlung Falckenberg, SuedKultur, das Stellwerk, die Kulturwerkstatt, der Speicher am Kaufhauskanal für eine ganze Reihe kultureller Magneten.

Wissenschaft, Forschung und Kultur entwickeln sich in Harburg kräftig und haben Anziehungskraft über die Bezirksgrenzen hinaus. Entsteht hier eine neue Attraktivität für den Standort Harburg mit Schubkraft für die Stadtentwicklung?

Dazu nehmen Stellung und diskutieren:

  • Prof. Dr. Ed Brinksma – Präsident TUHH
  • Sophie Fredenhagen – Bezirksamtsleiterin Harburg
  • Franz-Josef Höing – Oberbaudirektor Hamburg
  • Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss – Direktor Archäologisches Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg

Moderation: Holger Lange

Auch Ihre Fragen und Beiträge sind willkommen.

Einige Diskussionspunkte:

Wie stark sind die Zusammenhänge zwischen Kulturszene, Wissenschaftslandschaft und Kommunaler Entwicklung?

Welche Auswirkungen und Anforderungen ergeben sich für die regionale Wirtschaft, das Wohnungsangebot und die Verkehrsentwicklungen, z.B. in Hinblick auf eine mögliche Magistralenentwicklung?

Ist es Boomtown Hamburg oder gibt es auch spezielle Südfaktoren?

Stimmen Harburger und gesamthamburgische Wahrnehmung überein?

Was können Stadt und Bezirk tun?

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 20.09.2019

SPD Hamburg-Harburg, Julius-Ludowig-Str. 9, 21073 Hamburg, Tel.: 040 – 77 24 82, Mail harburg@spd-hamburg.de

Termin: Mi., 25. Sept. 2019, 19 Uhr, Stellwerk, Bahnhof Harburg (über Fernzuggleis 3) Hannoversche Str. 85, 21079 Hamburg, www.stellwerk-hamburg.de

 

 

 

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Der Geschichtler des Klaviers https://www.tiefgang.net/der-geschichtler-des-klaviers/ Fri, 28 Sep 2018 22:20:48 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4163 [...]]]> Am 20. Oktober gibt es zum 8. Mal die SuedKultur Music-Night im Hamburger Süden! 20 Orte, gut 40 Konzerte und das Ganze für 5€ Eintritt! Da braucht man Orientierung. Wir helfen. Heute ein Blick in den Speicher am Kaufhauskanal.

Endlich! Der Speicher am Kaufhauskanal ist wieder Teil der Music-Night. Und er sticht mit seinem Gast schon stilistisch heraus, denn es gibt Klassik. Aber nicht nur so und von irgendwem. Nein, es gilt an diesem Abend den weltweit gefragten Pianisten Ratko Delorko ab 20 Uhr zu erleben und es wäre schon respektabel, nicht einfach während des Konzertes hineinzuplatzen. Zudem: keine Angst, wer Klassik nicht kennt. Das Programm hilft beim Einstieg in ein Genre, das fasziniert!

Doch erstmal zur Person: Im Alter von drei Jahren entdeckte Ratko Delorko das Klavier als sein „Lieblingsspielzeug“, wie er es gerne nennt. Es dauerte weitere drei Jahre bis er herausfand, dass es sich für seine jugendlichen Kompositionsversuche als ideales Werkzeug anbot.

Beruflich ausgebildet wurde er dann in Köln, Düsseldorf und München, wo er Klavier, Komposition und Dirigieren studierte. Ein Mann von Fach kam heraus.

Und er freut sich: „Zu Gast sein durfte ich in solch schönen Spielstätten wie der Berliner Philharmonie, Düsseldorfer Tonhalle, Kölner Philharmonie, Gasteig München, Essener Philharmonie, Hamburger Musikhalle, Bremer Glocke, St. Martin in the Fields London, Paleau de la Musica Valencia, Beijing Concert Hall, Shanghai Oriental Arts Center und anderen.“ Eine Welt für sich in der Musik!

Eines seiner Lieblingsprogramme ist dabei „Die Geschichte des Klaviers“. Und so wie der Titel es suggeriert, so ist es auch: Er spielt Kompositionen der jeweiligen Zeit auf 22 Originalinstrumenten und erzählt die Entwicklung des Klaviers von seinem Beginn bis zur heutigen Zeit. „Gerne, wenn auch in deutlich geringerem Maß, spiele ich mit Kollegen aus dem Jazz- und Rock-Bereich zusammen“, ergänzt Delorko. Nun, das wird er im Speicher nicht schaffen, denn 22 Instrumente würde den Rahmen wahrlich sprengen. Aber das Programm für sich dürfte manchem Liebhaber das Herz öffnen:

Set 1:    Bernardo Pasquini (1637-1710): Partita

               Georg Friedrich Händel (1685-1759): Fantasie C-Dur

               Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Variationen über
               “Ah, vous dirai-je, maman!“

Set 2:    Ludwig van Beethoven (1770-1827): Sonate cis-Moll                                                                     

                op.27 Nr. 2 “Mondschein – Sonate“

Set 3:    Frederic Chopin (1810-1849): Prelude Des-Dur
               op. 28. No. 15 „Regentropfen“
               Walzer cis-Moll Op. 64 Nr. 2

               Franz Schubert (1797-1828): Impromptu in As-Dur op. 90 Nr. 4

               Frederic Chopin (1810-1849): Etude Op. 25 No. 1

Set 4:    John Field (1782 – 1837): Nocturne B-Dur Nr. 5

               Robert Schumann (1810-1856): Papillons

               Franz Liszt (1811-1886): Le Rossignol

               Louis Moreau Gottschalk (1829-1869): Souveniers d’ Andalousie

Und man merkt: als Komponist liegt Delorkos Schwerpunkt auf Solo-Klaviermusik, Klavierduo, Kammermusik, elektronischer Musik, Oper und Ballett. Derzeit lehrt er an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt. Bis dahin hatte er in Malaysia, Russland, Italien, Kroatien, den USA, Vietnam und China Gastprofessuren inne gehabt und Meisterkurse geleitet. Kürzlich erschien zudem sein Buch „Profi-Tipps“ rund um das Klavier im „Staccato-Verlag, Düsseldorf“ veröffentlicht.

Also: hier kann man genießen und gar noch was lernen! Durch das Programm führt zudem Nicola Funk.

Weiterführend: www.delorko.com

Ort: Speicher am Kaufhauskanal, Blohmstraße 22, 21079 Hamburg, www.speicher-am-kaufhauskanal.com

 

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Persönlichste Grüße an „Mein Hamburg“ https://www.tiefgang.net/persoenlichste-gruesse-an-mein-hamburg/ Sat, 02 Sep 2017 06:28:23 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1918 [...]]]> Was macht ein Hamburger in der Schweiz? Er träumt vom Hafen und St. Pauli. Tenorist Daniel Behle machte gleich ein ganzes Programm daraus und ist jetzt zu Gast in Harburg.

Wenn von den Niedersächsischen Musiktagen die Rede ist, würde man wohl im ersten Moment nicht vermuten, dass sie in Harburg stattfinden. Und doch, so ist es: Erstmals findet 2017 im Rahmen der Musiktage auch ein Konzert auf Hamburger Gebiet statt. Am Mittwoch, 13. September, ist der Weltklasse-Tenor Daniel Behle im Speicher am Kaufhauskanal an der Blohmstraße zu Gast. Unterstützt wird er bei seinem an diesem Tag um 19 Uhr beginnenden Konzertauftritt vom „Schnyder Trio“.

Kultivierter Gesang mit Slang

Wenn der Tenor Daniel Behle den ur-hamburgischen Evergreen „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ anstimmt, dann ist das eine wunderbare Mischung aus kultiviertem Gesang und norddeutschem „Slang“. Und es ist bei weitem nicht der einzige Hamburg-Song, den Behle im Repertoire hat. Die Niedersächsischen Musiktage präsentieren Daniel Behle und das Schnyder Trio nun mit dem Programm „Mein Hamburg“ im Speicher am Kaufhauskanal in Hamburg-Harburg.

Neidisch auf all die Hymnen

Dieses Programm ist einer Sehnsucht zu verdanken. Denn Daniel Behle, geboren und aufgewachsen in Hamburg, lebt seit einigen Jahren in der Schweiz und vermisst dort am meisten das Wasser – „gefolgt vom FC St. Pauli“, wie er gerne einwirft. Die Idee für die musikalische Liebeserklärung an Hamburg wiederum kam dem Sänger, als er an der Wiener Volksoper engagiert war. Daniel Behle stellte nämlich fest, dass viele Komponisten der Stadt Wien ein Denkmal gesetzt haben: „Konfrontiert mit unzähligen Hymnen über Wetter, Frauen, Liebe, Kutschen oder Straßen wurde ich schon etwas neidisch, dass es so etwas in diesem Stil über meine Stadt im Norden nicht gibt.“

Das war der Auslöser: Daniel Behle nahm sich fortan und ganze drei Jahre lang Zeit für Komposition und Arrangements von Hamburg-Liedern. Manche Lieder kennt man von Hans Albers oder Shanty-Chören, aber nicht in dieser exquisiten Vertonung mit Klaviertrio und strahlendem Tenor; Behles kongeniale Partner sind die Mitglieder des Schnyder Trios. Und für viele Lieder des Programms hat Daniel Behle sogar den Text geschrieben – seine persönlichsten Grüße an seine Heimatstadt.

Hauch von Wiener Kaffeehaus

Die Arrangements bekommen durch die Besetzung mit den klassischen Instrumenten Geige, Violo cello und Klavier einen Hauch von Wiener Kaffeehaus, und Behle weiß sehr genau, wo und wie er die einzelnen Instrumente zum Leuchten bringen kann. Und wie er im Kunstgesang vermag, eine hamburgisch gefärbte Aussprache zu formen: Das hat hanseatisches Format wie ein Einstecktuch im blauen Jackett mit Goldknöpfen.

Musik ändert Raum

Daniel Behle ist einer der vielseitigsten deutschen Tenöre und in Konzert, Lied und Oper gleichermaßen erfolgreich. Sein breit gefächertes Repertoire reicht von barocken Meisterwerken über klassisches und romantisches Repertoire bis hin zu Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts. Seit er im Herbst 2010 unter René Jacobs Mozarts „Zauberflöte“ aufgenommen hat, vergleicht die Fachpresse ihn mit dem jungen Fritz Wunderlich.

Die 31. Niedersächsischen Musiktage widmen sich vom 2. September – 1. Oktober 2017 dem Thema „Raum“. Intendantin Katrin Zagrosek hat ein Programm konzipiert. Dabei zeigt sie auf, wie Musik Raumwahrnehmung verändern kann. Internationale Künstler wie Avishai Cohen, Carolin Widmann, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen sowie der Tenor Daniel Behle, die Junge Deutsche Philharmonie oder Jörg Widmann spielen in thematisch passenden Räumen. Darunter in diesem Jahr das neugestaltete Museum Schloss Fürstenberg, die Wattenmeer-Besucherzentren in Cuxhaven und Wilhelmshaven, das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück, das von Daniel Libeskind gestaltete Zentralgebäude der Leuphana Universität Lüneburg, das Oberharzer Wasserregal oder auch die Lindenallee in Heinde.

„Kultur ist wichtiger Standortfaktor“

Wie in jedem Jahr werden die Niedersächsischen Musiktage in Zusammenarbeit mit den Sparkassen in Niedersachsen und örtlichen Mitveranstaltern durchgeführt. Der NDR begleitet die Niedersächsischen Musiktage als Medienpartner. NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen berichten ausführlich und überregional über die Niedersächsischen Musiktage.

Sparkassen-Direktor Gerhard Oestreich und Katrin Zagrosek

Präsentiert wird dieser musikalische Höhepunkt von der Sparkasse Harburg-Buxtehude, die Partner dieses außergewöhnlichen Konzertabends ist. Veranstalter der Musiktage, die in der Zeit vom 2. September bis 1. Oktober an mehr als 50 Orten stattfinden, ist die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die es mit ihrer seit Jahren großzügigen Förderung möglich macht, hochkarätige Kultur auch einem vielschichtigen Publikum zu präsentieren.

„Kultur ist für uns ein besonders wichtiger Standortfaktor. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, wenn die Eintrittspreise mithilfe unserer Unterstützung günstig gehalten werden“, sagte Wilfried Wiegel, Leiter der Unternehmenskommunikation bei der Sparkasse Harburg-Buxtehude, als er gemeinsam mit Intendantin Katrin Zagrosek und Sparkassen-Regionaldirektor Gerhard Oestreich das aktuelle Programm vorstellte.

Einst Lager- heute Konzerthaus: der Speicher am Kaufhauskanal.

 

Der Ort:

Der Speicher am Kaufhauskanal im Besitz der Familie Lengemann ist Hamburgs ältester Großspeicher. 1827 errichtet, ist der Fachwerkbau im Binnenhafen ein vorindustrielles Gebäude aus Holz und Backstein. Die als Weltkulturerbe ausgezeichnete, gründerzeitliche Speicherstadt ist 70 Jahre jünger. Heute wird der Speicher am Kaufhauskanal als Kulturspielstätte genutzt – mit spartenübergreifenden Angeboten von Kammermusik über Theater und Tanz bis hin zu Lesungen und politischen Diskussionen. Mit Events von der Familienfeier bis zum Innovation Summit sichert Kulturmanager Henry C. Brinker dem Speicher am Kaufhauskanal nachhaltig die wirtschaftliche Autarkie und Unabhängigkeit in der Programmgestaltung.

Termin: Mittwoch, 13. September, 19 Uhr im  Speicher am Kaufhauskanal, Blohmstraße 22, 21079 Hamburg

Tickets online: eventim.de

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