Staatsministerin für Kultur und Medien https://www.tiefgang.net Wed, 21 Sep 2022 09:07:03 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 „Kampf gegen das Clubsterben!“ https://www.tiefgang.net/9340-2/ Fri, 23 Sep 2022 22:59:46 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9340 [...]]]> Seit nun 10 Jahren ist die LiveMusikKommission (kurz LiveKomm) als Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland aktiv, vernetzt die Clubs sowie Festivals und vertritt deren Anliegen in der Öffentlichkeit. Das wurde in Hamburg gefeiert …

Die herausfordernden Zeiten der vergangenen Jahre lassen uns jeden Tag merken, es ist wichtig, dass es sie gibt!

Die Feier richtete sich mit besonderem Dank an die Mitglieder für ihr Vertrauen und ihre langjährige Treue, dem ehrenamtlich agierenden Vorstand für all die Mühen sowie Begleiter*innen außerhalb des LiveKomm Kosmos, die uns nach besten Kräften unterstützen.

Hervorzuheben sind die Kulturstaatsministerin Claudia Roth, deren Haus mit den NEUSTART KULTUR Programmen vielen eine Perspektive innerhalb der letzten zwei Jahre gegeben haben. Gleiches galt den Mitgliedern des parlamentarischen Forums für Festival- und Clubkultur, die immer ein offenes Ohr für unsere Belange und Probleme schenken sowie Ina Keßler und dem Team der Initiative Musik, die sich von Anfang an für die Clubkulturförderung engagieren.

Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien: „Die Gründer*innen und Mitglieder haben den Verein zu dem Netzwerk und dem Sprachrohr für Clubs und Livemusikspielstätten gemacht, zu einem zuverlässigem Ansprechpartner auf Bundesebene. Das beweisen die Vielzahl konkreter Förderprogramme für Clubs und Livespielmusikstätten. Das zeigt aber auch die gestiegene und so wichtige kulturpolitische Aufmerksamkeit auf allen Ebenen für die Situation und für die Belange von Clubs und Musikspielstätten. Vielen Dank für Ihren großen Einsatz!“

Caren Lay, Mitglied des deutschen Bundestags und Sprecherin des parlamentarischen Forums für Festival- und Clubkultur: „Der Bundestag hat letztes Jahr Clubs als Kultur anerkannt und sie so gefördert, sodass sie durch die Krise gekommen sind. Das wäre ohne den Druck der LiveKomm nicht passiert. Sie leistet Großartiges, um Clubkultur zu der Sichtbarkeit, der Anerkennung und dem Respekt zu verhelfen, den sie verdient. Zum 10-jährigen Bestehen gratuliere ich von Herzen. Im Kampf gegen das Clubsterben wird der Verband sicher weiter Wind aufwirbeln und ich unterstütze dabei leidenschaftlich gerne.“

Ina Keßler, Geschäftsführerin der Initiative Musik gGmbH: “Ohne die Livekomm und ihre regionalen Netzwerke wäre unsere vielseitige Unterstützung der Livemusikkultur undenkbar gewesen. Der Verband steht seit einem Jahrzehnt für eine gesunde Mischung aus Punkrock und unzähligen konstruktiven Ideen, mit denen sie immer wieder die Bundespolitik überzeugen. Nur durch ihr hartnäckiges und gleichzeitig feinfühliges Vorgehen wurde die Clubkultur „salonfähig“. Die Programme der Musikspielstätten stehen für eine wertvolle Kulturarbeit im gesamten Bundesgebiet. Mit ihren Konzerten von Pop und Rock über Jazz bis hin zu experimenteller Musik begeistern und verbinden sie viele Menschen – und das nicht nur in den Metropolen. Damit leisten die Clubs einen essenziellen Beitrag für unsere vielfältige Musiklandschaft.”

Die Live Musik Kommission e.V. (kurz LiveKomm) ist der Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland und repräsentiert mehr als 700 Musikclubs und Festivals in über 100 Städten und Gemeinden. Unsere Mitglieder gehören zu den größten Anbietern lokaler Kulturveranstaltungen, des städtischen Tourismus sowie der deutschen und internationalen Talentförderung. Die Verbindungen von Leidenschaft und Wirtschaft, Kunst und Kommerz, gesellschaftlicher Orientierung und rebellischer Attitüde des Undergrounds sind die Besonderheiten des Verbandes. Im Mittelpunkt steht bei allen Mitgliedern aber die Musik.

 

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Weiterentwicklung von Kampnagel https://www.tiefgang.net/weiterentwicklung-von-kampnagel/ Sat, 07 May 2022 11:14:28 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9005 [...]]]> Das 2021 mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnete Architekturbüro Lacaton & Vassal von Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal hat in einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) mit LV Baumanagement AG aus Hamburg den Zuschlag für die Sanierung und Erweiterung des internationalen Produktionszentrums Kampnagel erhalten.

Damit wird erstmals in Deutschland zusammen mit dem international renommierten Architekturbüro ein Bauprojekt realisiert. Dieses Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung haben heute Kulturstaatsministerin Claudia Roth und Kultursenator Carsten Brosda gemeinsam im Rahmen des Antrittsbesuchs der Staatsministerin in Hamburg vorgestellt.

Ende 2019 hatte der Bund beschlossen, die Sanierung Kampnagels mit bis zu 60 Millionen Euro zu unterstützen, die in gleicher Höhe von der Stadt kofinanziert werden. Ziel der umfangreichen Modernisierung ist es, das internationale Produktionshaus, das Anfang der 1980er-Jahre auf dem Gelände einer ehemaligen und heute denkmalgeschützten Kranfabrik entstanden ist, als weltweit renommiertes Zentrum für aktuelle Kunst unterschiedlicher Sparten auch architektonisch grundlegend weiterzuentwickeln. Die Sprinkenhof GmbH, die das Projekt im Rahmen des Mieter- Vermieter-Modells ausführen wird, hat für die Architekturleistung eine europaweite Ausschreibung durchgeführt, an der mehrere renommierte Büros teilgenommen haben. Den Zuschlag für die Umsetzung des Projektes hat die ARGE bestehend aus dem Pariser Architekturbüro Lacaton & Vassal und LV Baumanagement AG bekommen. Die Pritzker-Preisträger Lacaton & Vassal hatten bereits eine erste Konzeptstudie erstellt, die Grundlage der Ausschreibung war.

Die Modernisierung von Kampnagel ist eines der großen Projekte, mit denen Bund und Hamburg gemeinsam die Kultur in Hamburg ausbauen wollen. Weitere wichtige Projekte, über die sich die neue Kulturstaatsministerin Claudia Roth gemeinsam mit Kultursenator Carsten Brosda in Hamburg informiert hat, sind der Bau des neuen Deutschen Hafenmuseums, die Stärkung des Reeperbahn Festivals und die Aufarbeitung des Kolonialen Erbes mit der Rückgabe der Benin-Bronzen, die derzeit im MARKK zu sehen sind.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Hamburg wird in den kommenden Jahren zusammen mit dem Bund zahlreiche große Projekte umsetzen, die die Kulturstadt auch im internationalen Vergleich weiter stärken werden. Dabei werden wir gemeinsam die kulturelle Infrastruktur ausbauen, wie mit dem Bau des Deutschen Hafenmuseum oder der Weiterentwicklung von Kampnagel. Wir wollen aber auch die Stimme der Kultur stärken, zum Beispiel durch eine vertiefte Zusammenarbeit beim Reeperbahn Festival, und uns gemeinsam der Verantwortung aus unserer Geschichte stellen, wie bei der Aufarbeitung des kolonialen Erbes.

Ein wichtiges gemeinsames Projekt wird in den kommenden Jahren die Weiterentwicklung von Kampnagel sein. Kampnagel ist ein internationaler Ort der Kunst und der Begegnung. Die Sanierung unterstreicht diese Offenheit und Zugewandtheit des Hauses und schafft Zugänge, physisch, künstlerisch, gesellschaftlich. Es entstehen Räume der Begegnung und des gemeinsamen Austauschs über die gesellschaftlichen Themen mittels der Kraft der Kunst. Es gibt wohl weltweit nicht viele Architekten, die wie Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal so kreativ und sensibel mit der Seele dieses denkmalgeschützten Ortes der Kultur arbeiten können. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den Pritzker-Preisträgern und auf deren Impulse für Kampnagel.“

Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien: „Hamburg ist ein Leuchtturm des gelebten Kulturföderalismus in Deutschland. Ihre kreative Vielfalt verdankt die Hansestadt auch der Kulturfabrik Kampnagel, die als Motor der Freien Kulturszene weit über Deutschland hinausstrahlt. Damit das Haus seine internationale Schubkraft künftig weiter ausbauen kann, unterstützt die Bundesregierung Kampnagel und das Bündnis der Produktionshäuser mit erheblichen Mitteln.“

Amelie Deuflhard, Intendantin Kampnagel: „Ich freue mich sehr, dass das internationale Büro Lacaton & Vassal den Zuschlag bekommen. Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal arbeiten an bestehenden Gebäuden mit der Präzision von Archäologen und beschäftigen sich immer erstmal intensiv mit dem, was bereits da ist und mit der sozialen und kulturellen Verortung. Sie sie sind Expertinnen und Experten darin, das Potenzial von Bestehendem zu erkennen und es gleichzeitig in etwas Neues und Zeitgemäßes zu transformieren. Dabei gehen sie stets von den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer aus und schaffen Räume von größtmöglicher Flexibilität, Autonomie und Transparenz. Bei ihrem Konzept für Kampnagel hat genau diese Herangehensweise überzeugt: die Geschichte und gewachsene Struktur des Ortes zu berücksichtigen, ohne Fragen von Klima, Nachhaltigkeit, neuen Funktionen und Sichtlinien zu vernachlässigen. Eine derart umfangreiche Sanierung hat in kulturell umgenutzten Fabrikhallen in Europa bisher nicht stattgefunden. Die neue Architektur und der Nutzerinnen und Nutzer-orientierte Ansatz von Lacaton & Vassal verbinden sich in einzigartiger Weise mit den kuratorischen Visionen von Kampnagel. Ich bin deshalb überzeugt, dass Lacaton & Vassal im Einklang mit unserem Programm ein interdisziplinäres und innovatives Kunstzentrum der Zukunft gestalten werden.“

Jan Zunke, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH: „Die Sanierung der städtischen Kultureinrichtungen ist erforderlich, um der Bedeutung der Einrichtungen für die Kulturmetropole Hamburg gerecht zu werden. Wir freuen uns daher, mit dem Ergebnis der Ausschreibung eine Arbeitsgemeinschaft ausgewählt zu haben, um die erforderlichen Schritte machen zu können, so dass eine langfristig angelegte und werterhaltende Bauunterhaltung und Bewirtschaftung von Kampnagel gewährleistet ist. Mit der Weiterentwicklung dieses Standortes ist sichergestellt, dass auch in Zukunft ein belebender und funktionierender Theater- und Produktionsbetrieb den Kulturstandort Hamburg bereichert. Mit der Auswahl dieses renommierten und erfahrenen Architekturbüros wird die Grundlage geschaffen, behutsam und mit Bedacht diese besondere Kultureinrichtung zukunftsfähig aufzustellen, ohne den Charakter dieses einzigartigen Ortes zu verlieren. Wir freuen uns bei diesem besonderen Vorhaben auf eine weiterhin gute und konstruktive Zusammenarbeit.“

Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal: „Kampnagel ist ein faszinierender Ort, ein Sinnbild für Hamburg und seine Beziehungen zur Welt. Es ist für uns eine große Motivation und eine große Freude, an diesem Projekt zu arbeiten. Das Theater hat dem Fabrikgelände, auf dem es entstanden ist, seinen Stempel aufgedrückt und seine Seele eingehaucht und dabei den industriellen Charakter des Ortes nicht überschrieben, sondern ihn sich zunutze gemacht. Wir wollen mit unserer Arbeit die von Produktion und Kreativität geprägte Atmosphäre und die ursprüngliche industrielle Identität des Ortes erhalten, aber ohne Nostalgie, sondern mit dem Ehrgeiz, das Theater für sein Programm und die Nutzerinnen und Nutzer zukunftsfähig zu gestalten. Dazu gehört auch, Anforderungen an Nachhaltigkeit, Umwelt und Energieeffizienz zu berücksichtigen, die unterschiedlichen Nutzungen und Architekturen weiterhin sichtbar zu machen und neue Räume in diesem Sinne mit einer zeitgenössischen Architektur hinzuzufügen, möglichst bei fortlaufendem Spielbetrieb.“

Was ist auf Kampnagel geplant?

Mit der Sanierung und Erweiterung der Gebäude und des Geländes von Kampnagel soll das internationale und interdisziplinäre künstlerische Profil des Hauses gefestigt werden. Die historischen Kampnagel-Hallen sollen stärker geöffnet und für einen flexiblen Spielbetrieb ausgestattet werden. Die Probenmöglichkeiten sollen deutlich verbessert und erweitert und eine Unterbringungsmöglichkeit für kurz- und längerfristige Aufenthalte von Künstlergruppen aller Genres geschaffen werden. Kassen, Foyers, Sanitäreinrichtungen und Restaurant sollen ebenfalls überarbeitet beziehungsweise neu platziert werden. Auch das Verwaltungsgebäude soll saniert und neu geordnet werden. Die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kampnagel sollen sich verbessern und die Ausstattung der Veranstaltungsflächen, unter anderem von Bühnen- und Haustechnik, an den heutigen internationalen Standard angepasst werden. Zudem ist geplant, Hallen, Garten und Osterbekkanal miteinander zu verbinden und für Besucherinnen und Besucher und in den Stadtteil zu öffnen. Dabei soll vor allem die Kampnagel-typische offene, rauhe und freie Atmosphäre erhalten und gestärkt werden.

Mit der Beauftragung der ARGE startet jetzt die Detailplanung. Die Umsetzung soll ab 2025 in mehreren Abschnitten erfolgen, sodass der Spielbetrieb durchgehend weiterlaufen kann.

Das Architekturbüro

Die Architekten Anne Lacaton & Jean-Philippe Vassal gehören nicht erst seit der Verleihung des Pritzker-Preises 2021 zu den international wichtigsten Vertreterinnen und Vertretern einer pragmatischen, sozialen Architektur, die sowohl die ökonomischen als auch die ökologischen Grundlagen des Bauens hinterfragt und die dabei außergewöhnliche Lösungen entwickeln. „Never demolish“ – „Niemals abreißen“: Diesem Kernsatz folgend, nähern sich Lacaton & Vassal ihren Projekten mit größter Wertschätzung und Präzision und entwickeln dabei überraschende, neue, nachhaltige und in ihrer Einfachheit spektakuläre Lösungen.

Von ihnen wurde 2001 und 2012 das Palais de Tokyo in Paris mit einfachsten Mitteln in einen Ort der Freiheit für die Kunst verwandelt. Durch Umsetzung nur der absolut notwendigsten Veränderungen im nahezu auf den Rohbau zurückgefallenen ehemaligen Ort des Centre Pompidou gelang es Lacaton & Vassal, dem Gebäude eine vielschichtige Gelassenheit zu geben, die für dort ausstellende Künstlerinnen und Künstler (vor kurzem zum Beispiel Anne Imhof) einen höchst kreativen Raum lässt.

Einen Wohnblock mit 500 Wohnungen (Bordeaux, 2017) zu sanieren und dabei jede Wohnung um 20 Quadratmeter zu erweitern, ohne dass die Bewohner ausziehen müssen, ist ein Paradebeispiel für die Präzision mit der Lacaton & Vassal vorgehen.

Jean-Philippe Vassal beschreibt den Umgang mit dem Bestehenden: „Das Vorhandene hat einen Wert, wenn Sie sich die Zeit und Mühe nehmen, es sorgfältig zu betrachten. Tatsächlich ist es eine Frage der Beobachtung, sich einem Ort mit frischen Augen, Aufmerksamkeit und Präzision zu nähern… die Werte und die Mängel zu verstehen und zu sehen, wie wir die Situation ändern können, während wir alle Werte des Vorhandenen beibehalten.“

Kampnagel bekommt einen neuen kaufmännischen Geschäftsführer

Jonas Zipf (39) kommt im August 2022 als Kaufmännischer Geschäftsführer zu Kampnagel Hamburg. Das hat der Aufsichtsrat der Kampnagel Internationale Kulturfabrik GmbH einstimmig beschlossen. Jonas Zipf ist seit 2016 Werkleiter von JenaKultur, dem Eigenbetrieb der Stadt Jena für Kultur, Stadtmarketing und Tourismus. Vorherige Stationen waren die Schauspieldirektion am Staatstheater Darmstadt, als Leitender Dramaturg/Künstlerischer Leiter und Gesellschafter am Theaterhaus Jena, sowie Tätigkeiten am Thalia Theater Hamburg und der Schaubühne Berlin.

Quellen: www.pritzkerprize.com; www.hamburg.de/bkm 

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Arbeiten am Museum der Arbeit https://www.tiefgang.net/arbeiten-am-museum-der-arbeit/ Fri, 25 Feb 2022 23:26:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8787 [...]]]> Im Torhaus des Museums der Arbeit in Barmbek entsteht ein attraktiver zusätzlicher Museumsbereich.

Der neue Bereich beinhaltet eine neue Gastronomie und ein offenes Forum, in dem die Fragen zur Zukunft der Arbeit behandelt werden können. Die Umbauarbeiten haben jetzt begonnen und sollen 2023 beendet sein. Die Erweiterung ist ein wichtiger Schritt im laufenden Modernisierungsprozess des Museums, das vor 25 Jahren eröffnet wurde.

 Finanziert durch Mittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Höhe von 3,82 Millionen Euro und weiteren 2,85 Millionen Euro von Seiten der Freien und Hansestadt Hamburg kann passend zum 25-jährigen Jubiläum der Eröffnung des Museums der Arbeit mit der denkmalgerechten Sanierung am Torhaus des ehemaligen Fabrikensembles begonnen werden. Im Rahmen des Hamburger Mieter-Vermieter Modells (MVM) setzt die Sprinkenhof GmbH als Realisierungsträgerin die Baumaßnahmen um. Nach Abschluss der Umbauarbeiten wird in der zweiten Jahreshälfte 2023 in den frisch sanierten Räumen eine neue Gastronomie eröffnen und mit dem „Forum Zukunft gestalten“ neue sogenannte Kompetenzwerkstätten entstehen, in denen die Besucherinnen und Besucher die Zukunft der Arbeit selber ausprobieren können. Für die konzeptionelle und inhaltliche Gestaltung des neuen Torhaus bekommt das Museum 250.000 Euro aus Mitteln der Innovationsoffensive Museen der Kulturbehörde.

Im Jahr 2014 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die Mittel für die Sanierungsarbeiten des Gebäudes zur Verfügung gestellt. Auf Grundlage der architektonischen Entwürfe des Büros SIBYLLE KRAMER ARCHITEKTEN BDA wird mit dem neuen Torhaus ein weiterer attraktiver Ort für besondere Vermittlungsprogramme in den historischen Industriegebäuden des Museums der Arbeit geschaffen.

Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien: „Es ist für mich ein Grund zur Freude, dass die Arbeiten am Torhaus des Museums der Arbeit in Hamburg jetzt begonnen haben und der Bund dazu einen wichtigen finanziellen Beitrag leistet. In diesem Projekt verbinden sich die Verantwortung für historische Industriekultur mit den Möglichkeiten einer behutsamen denkmalgerechten neuen Gestaltung, die Raum für Begegnungen schafft. Die Modernisierung des Barmbeker Museums reiht sich ein in eine Vielzahl erfolgreicher gemeinsamer Projekte in enger Kooperation zwischen dem Bund und der Freien und Hansestadt Hamburg.“ 

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit der Erweiterung des Museums der Arbeit um das historische und denkmalgeschützte Torhaus öffnet sich das Haus weiter in die Stadtgesellschaft. Inhaltlich nimmt das Museum die Zukunft der Arbeit verstärkt in den Fokus. Damit leistet das Haus auch einen wichtigen Beitrag zur Debatte, wie wir künftig arbeiten wollen. Hamburg bekommt einen attraktiven Ort, an dem wir darüber diskutieren können, wie unterschiedlich sich die Folgen auf einzelne Branchen und Berufe auswirken und welche Antworten wir als Gesellschaft auf diese Umbrüche finden wollen und finden können. Darauf freue ich mich!“

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH): „Mit der jetzt startenden Neugestaltung des Torhauses nimmt die Modernisierung des Museum der Arbeit erstmals sichtbar Gestalt an. Parallel zu den anderen Haupthäusern unserer Stiftung macht sich auch dieses Museum auf den Weg, um durch sensible Erneuerung und Innovationen weiterhin für die Besucherinnen und Besucher ein attraktives Ziel zu bleiben. Dabei freut es mich besonders, dass mit dem Torhaus und dem ‚Forum Zukunft gestalten‘ gleich auch schon Maßnahmen verwirklicht werden können, die auf eine verstärkte Öffnung für das Publikum zielen, hier konkret durch das Angebot eines niedrigschwellig zugänglichen, sozialen Raumes für Austausch, Begegnung, Kreativität und vieles andere mehr. Mit einer charakteristischen thematischen Prägung reiht sich das Museum der Arbeit ein in den Kreis der Museen in Hamburg und in der SHMH selbst, die mit vergleichbaren neuen räumlichen und inhaltlichen Angeboten schon erfolgreich sind.“

Prof. Dr. Rita Müller, Direktorin des Museums der Arbeit: „Mit der denkmalgerechten Sanierung des Torhauses wird der Erhalt des letzten unsanierten Gebäudes eines für Hamburg wichtigen Fabrikensembles und Industriedenkmals gesichert. Die Verlagerung der Museumsgastronomie, das Schaffen neuer Kompetenzwerkstätten und des ‚Forums Zukunft gestalten‘ ist dabei der erste Schritt einer umfassenden Modernisierung der Museumsgebäude und seiner Dauerausstellungen. Mit dem ‚Forum Zukunft gestalten‘ schaffen wir einen Ort der Kommunikation und des Diskurses, einen Raum, der zur Mitgestaltung der Zukunft der Arbeit motivieren soll.“

Martin Görge, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH: „Der Sanierungsbeginn des Torhauses in den historischen Industriegebäuden des Museums der Arbeit stellt einen wichtigen Beitrag im Rahmen der Beibehaltung der Geschichte und Kultur Hamburgs dar. Mit dem neuen Torhaus soll ein weiterer attraktiver Ort für besondere Vermittlungsprogramme geschaffen werden. Ob Kreativworkshops, Gesprächsrunden oder After Work Clubs – der Erweiterungsbau soll für die unterschiedlichsten Veranstaltungsformate Platz bieten und Raum und Gelegenheit für kreatives Arbeiten schaffen. Wir freuen uns, dieses bedeutende Projekt realisieren zu können.“

Die Umbaumaßnahmen am Torhaus des Museums der Arbeit

Mit der Sanierung wird die ehemalige Kubatur des Torhauses wiederhergestellt, um damit den historischen Kontext im gesamten Gebäudeensemble deutlich zu machen. Auf diese Weise erhält das Gebäude durch die Rekonstruktion des früheren Dachbereiches ein Obergeschoss, das für besondere Formate der pädagogischen Vermittlungsarbeit genutzt werden kann. Darüber hinaus soll das Torhaus zukünftig direkt über einen verglasten Übergang von den Ausstellungsräumen des Museumsgebäudes erreichbar sein.

Im Erdgeschoss des Torhauses wird neben der Gastronomie das „Forum Zukunft gestalten“ einziehen. Die dort installierten Themeninseln, an denen sich neben Objekten aus der Sammlung auch Innovatives aus der Arbeitswelt und digitale Medienstationen befinden werden, sollen regelmäßig wechseln, um immer wieder neue Fragestellungen zu thematisieren. Durch die direkte Nähe zur Gastronomie öffnet sich das Haus auch noch stärker nach außen. Die neu gestalteten Räumlichkeiten sollen auch für Veranstaltungs-formate wie Kreativworkshops, Gesprächsrunden oder After Work Clubs genutzt werden.

Das durch die Umbauten neu entstehende Obergeschoss soll für die Einrichtung von zwei sogenannten Kompetenzwerkstätten genutzt werden. In den Kompetenzwerkstätten „Technik“ und „Kreativität“ werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit haben, sinnliche Erfahrungen mit unterschiedlichen Techniken und Materialien zu machen. Ein dritter Raum wird für dialogische Formate zur Verfügung stehen, so dass in den Räumen an den Vormittagen ein Programm für Schulklassen, an den Nachmittagen offene Programme für verschiedenste Nutzerinnen und Nutzer und an den Wochenenden Kurse oder Kindergeburtstage stattfinden können. Damit ergänzen die neuen Kompetenzwerkstätten das bisher sehr erfolgreiche Format der offenen Werkstätten im Museum der Arbeit.

Das „Forum Zukunft gestalten“ und das „Startup Torhaus“

Mit dem „Forum Zukunft gestalten“ entsteht im Torhaus ein neuer, interaktiver Denk-, Handlungs- und Erfahrungsraum. Unter der Leitfrage „Wie soll sich die Arbeit in Zukunft verändern?“ soll an einem offenen Ort über Ideen zu zukünftigen Formen und Konzepten von Arbeit gedacht und diskutiert, verhandelt, gespielt und gebaut werden. Das thematische Spektrum soll von den Feldern Ökonomie und Gerechtigkeit über Ökologie und Nachhaltigkeit bis zu Diversität und Teilhabe sowie Digitalität und Technik reichen. Mit dem entsprechenden Programm wurde bereits vor den Umbaumaßnahmen von August bis November 2021 unter dem Titel „Startup Torhaus“ begonnen. Die Veranstaltungsreihe war eine erste Plattform, um neue Formate zu testen, ein Netzwerk aufzubauen und Menschen, Organisationen und Initiativen zusammenzubringen, die die Zukunft der Arbeit aktiv mit gestalten wollen. Es wurden neue Diskussionsformate und Workshops ausprobiert und erste Kreativ-Werkstätten mit Kinder und Jugendlichen initiiert. Während der Sanierung wird der Planungsprozess fortgeführt mit der Reihe „Torhaus goes…“. Dann ist das Museum mit einem Programm zur Zukunft der Arbeit an weiteren Orten in Hamburg zu Gast, unter anderem im Freiraum des Museums für Kunst und Gewerbe und im Säulensaal des Altonaer Museums.

Das Torhaus und der Standort Museum der Arbeit

Das Museum der Arbeit ist in den Gebäuden auf dem ehemaligen Fabrikgelände der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie (NYH) untergebracht. Die Wahl des Standortes für das Museum fiel mit der ehemaligen Produktionsstätte der NYH in Barmbek auf eines der ältesten noch existierenden Fabrikensembles Hamburgs, das dort seit 1871 aufgebaut und ständig erweitert wurde. Wie kein anderer Standort in Hamburg veranschaulicht das denkmalgeschützte Ensemble die Industrialisierung Hamburgs anhand von „Alter Fabrik“ und „Neuer Fabrik“, Fabrikhof, Kesselhaus, Zinnschmelze und Torhaus. Seit 1992 wurden die Fabrikgebäude zum Museum umgestaltet. Das erste Ausstellungsgebäude, die „Neue Fabrik“, wurde 1996 fertig gestellt. Dort befindet sich seit 1997 die ständige Ausstellung des Museum und in der 3. Etage die Fläche für die wechselnden Sonderausstellungen. Im Oktober 1999 konnte das renovierte Erdgeschoss der „Alten Fabrik“ in Nutzung genommen werden. 2006 wurde ein weiterer Teil der „Alten Fabrik“ fertig gestellt. Im Sommer 2013 erfolgte die Sanierung des Museumshofes.

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Mit Kompetenz durch die Krise https://www.tiefgang.net/mit-kompetenz-durch-die-krise/ Fri, 26 Mar 2021 23:04:02 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7772 [...]]]> Die Bundesstaatsministerin für Kultur putzt in der Pandemie häufig aus, was die Länder nicht hinbekommen. Nun wird die Amateurmusik unterstützt.

Die Staatsministerin für Kultur und Medien fördert als Reaktion auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Rahmen des Rettungs- und Zukunftsprogramms NEUSTART KULTUR auch ein Programm zur Sicherung und Wiederbelebung der Amateurmusik in Deutschland.

Über seine Mitgliedsverbände unterstützt der Bundesmusikverband Chor und Orchester als Dachverband und mittelausreichende Stelle den Aufbau eines bundesweiten Kompetenznetzwerkes für die Beratung und Unterstützung der zumeist ehrenamtlich getragenen Amateurmusikszene. Zudem wird es eine Förderung von NEUSTART-Projekten geben, mit denen Amateurorchester und -chöre ihre musikalische Arbeit und ihren Probenbetrieb wiederbeleben sowie Corona-konforme Konzert- und Veranstaltungsformate erproben können – mit dem Ziel, ermutigend und beispielgebend für andere Ensembles zu wirken und neue Perspektiven zu entwickeln.

Eine vom BMCO einberufene und koordinierte Steuerungsgruppe aus Vertreter*innen der Mitgliedsverbände kam erstmalig Ende Oktober 2020 zusammen. Um die Basis künftig bedarfsgerecht und passgenau informieren, beraten und unterstützen zu können, wurden recht schnell vier Handlungsfelder identifiziert und entsprechende Arbeitsgruppen, sogenannte Themencluster, gebildet: „Wissenschaft“, „Ehrenamt-Support“ (Beratung), „Kreative Lösungen“ sowie „Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit“.

Neben den haupt- und ehrenamtlichen Verbandsakteurinnen und -akteuren, die sich insbesondere in der Gründungsphase des Netzwerks engagiert einbrachten, stehen ab dem 1. Februar 2021 zwanzig kompetente Hauptamtliche im Rahmen von neu geschaffenen Projektstellen bei den Mitgliedsverbänden zur Verfügung, die sich – eng verzahnt – um die Fragen und Bedarfe der Amateurmusikszene kümmern werden. So bietet das Kompetenznetzwerk Rechtsberatung, gibt Inspiration zu kreativen Lösungen in Pandemiezeiten, berät bei der Entwicklung und Umsetzung von Hygienekonzepten, erstellt hilfreiches Material und verweist auf geeignete Fördermöglichkeiten. Darüber hinaus schärft es in Politik und Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Nöte von Amateurorchestern und -chören sowie für die Notwendigkeit, durch differenzierte und vom aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand geleitete Corona-Regelungen im Bereich des Ensemblemusizierens einen wichtigen Teil unseres kulturellen Erbes und sozialen Lebens zu erhalten.

Ein Organigramm zur aktuellen Arbeitsstruktur des Kompetenznetzwerks finden sie hier: bundesmusikverband.de

Infos und Anträge hier: bundesmusikverband.de/neustart

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Schwimmt sogar https://www.tiefgang.net/schwimmt-sogar/ Fri, 15 May 2020 22:22:31 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6909 [...]]]> Der politische Strippenzieher Johannes Kahrs hat sein Bundestagsmandat niedergelegt und staatstragenden Auftritten steht die Kontaktsperre im Weg. Die PEKING ist dennoch restauriert.

Es ist wie beim Berliner Flughafen. Im Grunde wäre es ein Grund zu feiern, wenn Unmögliches doch noch wirklich wird. Doch die Pandemie macht auch hier nicht halt. Nun ist die Restaurierung der historischen Bark abgeschlossen und freuen tun sich dennoch etliche …

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Die Viermastbark PEKING erstrahlt wieder im vollen Glanz! Das 1911 bei Blohm+Voss gebaute Frachtschiff gehört zu den legendären Flying P-Linern der Reederei F. Laeisz, die für ihre Geschwindigkeit und ihre Sicherheit berühmt waren. Unter Leitung der Stiftung Hamburg Maritim wurden in den letzten drei Jahren auf der Peters Werft in Wewelsfleth Rumpf und Rigg des historischen Frachtseglers fachgerecht restauriert. Das Schiff mit seinen imposanten über 50 Meter hohen gelben Masten erstrahlt nun wieder in den Reedereifarben Schwarz (Rumpf über der Wasserlinie), Weiß (Wasserlinie) und Rot (Unterwasserschiff). Am heutigen Tag übernimmt die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) das Schiff wie geplant in ihr Stiftungsvermögen. In der Verantwortung der SHMH werden an Bord der PEKING in den kommenden Monaten noch weitere Ausrüstungsmaßnahmen für ihren künftigen Einsatz als größtes Objekt des zukünftigen Deutschen Hafenmuseums stattfinden. Im August ist die Rückkehr der PEKING in ihren Heimathafen Hamburg vorgesehen, wo sie zunächst im Hansahafen festmachen wird.

Das Schiff, das bis 1932 für die Reederei F. Laeisz über den Atlantik segelte, ist im Sommer 2017 aus New York zurück an die Elbe geholt worden. Zuvor war es seit 1974 fester Bestandteil des South Street Seaport Museums in Manhattan. Der Rückholung und Restaurierung ging ein jahrelanger unermüdlicher Einsatz der Stiftung Hamburg Maritim und der „Freunde der Viermastbark PEKING e.V.“ voraus. Möglich wurde dies durch die Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Höhe von rund 38 Millionen Euro aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags aus dem November 2015. Besonders Hamburger Bundestagsabgeordnete hatten sich erfolgreich dafür eingesetzt.

Überführung und Restaurierung wurden an die Stiftung Hamburg Maritim übertragen. Die Stiftung, die eine eigene Flotte historischer Schiffe betreibt, verfügt über große Erfahrung in der Restaurierung und hat auch dieses große Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss geführt. Nach nunmehr vier Jahren seit Projektbeginn überträgt die Stiftung Hamburg Maritim die PEKING an die Stiftung Historische Museen Hamburg.

Mit der Entwicklung, der Errichtung und dem Betrieb des Deutschen Hafenmuseums ist die Stiftung Historische Museen Hamburg beauftragt, von der auch derzeit die inhaltliche Konzeption zur späteren Nutzung der PEKING im Kontext des Deutschen Hafenmuseums erarbeitet wird. Im August 2020 wird die PEKING voraussichtlich im Hansahafen festmachen. Dort, in unmittelbarer Nachbarschaft zum historischen Schuppen 50A und der bestehenden Museumsflotte der Stiftung Historische Museen Hamburg, wird die PEKING als Zeugnis des transnationalen Seehandels weiter ertüchtigt und die Rekonstruktion der Inneneinrichtung vorangetrieben. Der Viermaster wird von einer Crew von vier Mitarbeitern betreut werden. Mit zusätzlicher Unterstützung von Ehrenamtlichen und den „Freunden der Viermastbark PEKING e.V.“ wird sie die Wartung und Pflege fachgerecht sicherstellen.

Die PEKING wird mit der Eröffnung des Deutschen Hafenmuseums auf dem Grasbrook seinen festen Liegeplatz in Hamburgs neuem Stadtteil erhalten. Dort sollen mit ihr die vielfältigen Verflechtungen aus der Zeit des Salpeterhandels zwischen Deutschland und Chile mit ihren wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Verästelungen erzählt werden. Sie wird so ein wichtiger Ort für das Thema Globalisierung am Knotenpunkt Hafen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Es ist beeindruckend, was für ein strahlend schönes Schiff die Stiftung Hamburg Maritim und die Peters Werft in den letzten drei Jahren wieder aus der PEKING gemacht haben. Ich danke allen, die in den letzten Jahren zu der erfolgreichen Rückführung und Restaurierung der Viermastbark beigetragen haben. Hamburg bekommt mit der PEKING ein außerordentliches Segelschiff, das uns auf eindrückliche Weise die Geschichte der Globalisierung deutlich macht. Die Planungen zum Deutschen Hafenmuseum sind in vollem Gange und die Stiftung Historische Museen wird die PEKING in den nächsten Jahren zu einem der zentralen Objekte dieses neuen Museums weiterentwickeln.“

Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien: „Endlich erstrahlt die PEKING wieder in all ihrer Pracht. Das Schiff, das 34 Mal das Kap Hoorn umrundet hat, gibt uns nicht nur einen Einblick in vergangene Transport- und Arbeitswelten. Die PEKING ist darüber hinaus auch ein Symbol für die frühe Globalisierung und ein maritimes Kulturgut von nationaler Bedeutung. Aus diesem Grund hat der Bund die Restaurierung und Rückholung des Schiffs in erheblicher Höhe gefördert. Wenn die PEKING einmal ihren endgültigen Liegeplatz eingenommen hat, wird sie ganz sicher zum Wahrzeichen des Deutschen Hafenmuseums in Hamburgs neuem Stadtteil werden.“

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der Stiftung Historische Museen: „Der heutige Tag ist ein historisches Datum in der Geschichte unserer Stiftung und ein Anlass zu großer Freude. Die Übernahme der PEKING bedeutet für die Stiftung Historische Museen Hamburg einen wichtigen Entwicklungsschritt, der die Aufgabenstellungen unserer Einrichtung erheblich erweitert. Ich bin mir sicher, dass die Viermastbark, für deren hervorragende Restaurierung wir der Stiftung Hamburg Maritim größten Dank schulden, ein neues Wahrzeichen Hamburgs sowie ein spektakulärer Botschafter und deutlich sichtbares Symbol für die fortschreitende Planung und Realisierung des Deutschen Hafenmuseums werden kann.“

Joachim Kaiser, Vorstandsmitglied der Stiftung Hamburg Maritim: „Als uns 2016 die Projektträgerschaft für die Restaurierung der PEKING angetragen wurde, waren wir zunächst eher reserviert, denn wir wussten sehr genau um ihren desolaten Zustand. Insbesondere ich habe immer wieder vor einer Übernahme gewarnt, weil sich hier ein Multi-Millionen-Risiko abzeichnete, auch wenn der Rumpf schon längst zu verschenken war. Die Fördermittelzusage und das in uns gesetzte Vertrauen haben uns dann motiviert, uns dieser großen Aufgabe zu stellen. Mannigfaltige Schwierigkeiten auf dem langen Weg liegen jetzt hinter uns, heute sind wir stolz und froh über das Gelingen des Restaurierungsprojekts. Wir danken der Werft für die qualitätsvolle Arbeit und allen, die zum erfolgreichen Gelingen beigetragen haben – der Bauaufsicht und den Taklern, aber auch den kaufmännischen Experten in unserer Stiftung, die das umfangreiche Vertragswerk betreut und die finanzielle Abwicklung des komplexen Projekts gesteuert haben.“

Johannes Kahrs, Mitglied des Deutschen Bundestags a.D.: „Ich habe mich bereits als 18-jähriger im Hafen von New York in die PEKING verliebt. Als ich hörte, dass sie verschrottet werden soll, war ich zunächst tieftraurig. Doch dann kam mir die Idee, die Rückholung und Sanierung der Viermastbark mit der Errichtung eines Deutschen Hafenmuseums zu verknüpfen. Diese ließ sich im Haushaltsausschuss dankbarerweise durchsetzen. Jetzt nähert sich die PEKING immer mehr ihrer Vollendung und ich bin nicht nur immer noch verliebt, sondern auch stolz wie Bolle, dass wir das Schiff retten konnten. Ganz besonders danke ich allen Beteiligten der Stiftung Maritim und insbesondere allen Ehrenamtlichen des Deutschen Hafenmuseums für Ihre leidenschaftliche Unterstützung.“

Rüdiger Kruse, Mitglied des Deutschen Bundestages aus Hamburg: „Mit der PEKING kehrt ein Schiff nach Hamburg zurück, dass nicht nur für eine Epoche der Seefahrt steht, sondern das Credo Hamburgs verkörpert: Handel treiben mit aller Welt. Seefahrt war nie Romantik. Die PEKING, in Hamburg gebaut, war modernste Transporttechnik, sowie die Schiffe und nun auch Flugzeuge, die heute in Hamburg gebaut werden. Ich bin froh, dass ich einen Beitrag leisten konnte, die Peking nachhause zu holen.“

Mathias Kahl, Vorsitzender des Vereins Freunde der Viermastbark PEKING e.V.: „Der Verein der Freunde der Viermastbark PEKING dankt allen Beteiligten für die Rückholung und herausragende Restaurierung der PEKING. Doch nach der Restaurierung ist vor der Pflege und Instandhaltung: Dieses große Schiff mit seinem riesigen Rigg über Jahre in dem jetzt erreichten Zustand zu erhalten, ist eine wirkliche Herausforderung, der sich unser Verein mit seinen derzeit 350 Mitgliedern aber gern annimmt; unsere Ehrenamtlichen brennen darauf, die PEKING in ihre Obhut zu nehmen.“

Nikolaus H. Schües, Inhaber der Reederei F. Laeisz und Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Hamburg Maritim: „Dank und Gratulation an alle Beteiligten. Die PEKING bald wieder in altem Glanz in Hamburg zu sehen, ist ein wahres Gemeinschaftswerk von öffentlicher Hand, Werft und Ehrenamt.“

Mark Dethlefs, Geschäftsführer der Peters Werft: „Ein jeder Refit- oder Reparatur-Auftrag der Peters Werft hat spezielle Herausforderungen, die wir in Zusammenarbeit mit unserem Kunden lösen müssen. Als die Viermastbark PEKING im Sommer 2017 von New York nach Wewelsfleth gebracht wurde, war sie in einem wirklich maroden Zustand. Der besondere Anspruch dieses Auftrags an uns als Werft und die SHM als Eigentümerin wurde offensichtlich. Im Laufe der aufwendigen Sanierung der PEKING, in der einmal nicht die Fahrtüchtigkeit, sondern die Nutzung zu einem reinen Museumsschiff die Aufgabe war, wurde jedoch nach und nach die Schönheit dieses historischen Frachtenseglers deutlich. Wir sind stolz, an diesem Auftrag mit historischer Bedeutung mitgewirkt zu haben und sind bewegt von der Tatsache, dass die PEKING auch heute noch so viele Emotionen weckt. Wir freuen uns schon darauf, gemeinsam mit anderen interessierten Besuchern die PEKING an ihrem Liegeplatz in Hamburg wiederzusehen.“

Michael Scheuermann, für den Vorstand von Hafenkultur e. V.: „‚Oha, das wird teuer…‘ sagten die Fachleute im Hafenmuseum, als 2014 der Erwerb der PEKING angekündigt wurde. So kam es denn auch – aber was für ein Prachtstück ist inzwischen aus dem Schiff geworden. Dankenswerter Weise wurde die PEKING – anders als viele andere, auch sehenswerte Museumsschiffe, die zu ihrem Unterhalt mit Gastronomie oder Hotelbetrieb an Bord beitragen müssen – wieder in den Originalzustand versetzt. So kann man als Besucher Seefahrt und Hafenumschlag nach 1900 nachvollziehen, so fügt sie sich hervorragend in das künftige Deutsche Hafenmuseum ein. Der Werft und den Beteiligten an der Wiederherstellung des Schiffes gebührt Anerkennung, die Ehrenamtlichen des Hafenmuseums Hamburg freuen sich auf das Festmachen der PEKING am Bremer Kai.“

Die Historie

Die Viermastbark PEKING wurde 1911 in Hamburg bei Blohm+Voss für die Reederei F. Laeisz gebaut, deren Schiffe alle ein „P“ als ersten Buchstaben im Namen tragen: PASSAT, POMMERN, PADUA zum Beispiel. Alle Frachtsegler der Reederei waren in der Salpeterfahrt eingesetzt. Ausgehend wurden Exportwaren für Chile geladen, zum Beispiel auch Steinway-Flügel für dort lebende Auswanderer-Familien, zurück segelten die Schiffe voll beladen mit Guano in Säcken, in Europa ein wichtiger Grundstoff für Dünger und Sprengstoff. Der Salpeterhandel sorgte auch in Südamerika bis zum Ersten Weltkrieg für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Auf jeder Reise wurde zweimal Kap Hoorn umsegelt, die PEKING allein brachte es auf 34 Kap-Hoorn-Umrundungen.

1932 machte die PEKING ihre letzte Reise unter Segeln, wurde außer Dienst gestellt und zum stationären Internats-Schiff umgebaut. Im Medway an der englischen Ostküste lag sie unter dem Namen ARETHUSA bis 1974 vor Anker und wurde dann vom New Yorker South Street Seaport Museum erworben. Das South Street Seaport Museum ließ den Rumpf der PEKING auf einer schottischen Werft in Stand setzen und anschließend über den Atlantik nach New York schleppen. Dort wurde sie wieder aufgetakelt und nahm zur 200-Jahr-Feier der amerikanischen Unabhängigkeit 1976 ihren prominenten Liegeplatz in Manhattan ein. Fortan diente sie als Museumsschiff und Touristenattraktion. Als das South Street Seaport Museum in den Jahren ab 2000 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, wurde die PEKING für viel Geld zum Verkauf angeboten. Schon damals hatte die frisch gegründete Stiftung Hamburg Maritim Interesse an dem berühmten Viermaster gezeigt, wegen der erheblichen Restaurierungskosten jedoch wieder Abstand genommen von dem Projekt. Über Jahre fand sich kein Übernahmeinteressent, so dass das South Street Seaport Museum das Schiff am Ende sogar als Geschenk anbot. Nachdem der Bundestag 2015 auf Antrag der Hamburger Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs und Rüdiger Kruse das Geld für Überführung und Restaurierung bereitgestellt hat, konnte 2017 die PEKING zurückgeholt werden.

Die PEKING ist einer von vier noch existierenden Windjammern aus der Flotte der legendären „Flying P-Liner“ der Laeisz-Reederei: die PASSAT liegt seit 1960 als Museumsschiff in Travemünde, die POMMERN liegt als Museumsschiff in Mariehamn (Finnland) und die ehemalige PADUA fährt unter dem Namen KRUZENSHTERN als Segelschulschiff unter russischer Flagge.“

Weitere Informationen: www.stiftung-hamburg-maritim.de; deutsches-hafenmuseum

 

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Engagement als Politikum https://www.tiefgang.net/engagement-als-politikum/ Fri, 28 Jun 2019 22:46:23 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5450 [...]]]> Ohne Ehrenamt geht nichts. Schon gar nicht in Sachen Kultur. Ein Dachverband will dies nun  unterstützen.

Ohne Fördervereine läge ein Großteil der Kulturarbeit in der Republik brach. So lassen sich Auswertungen deuten, nach denen ein Großteil der deutschen Kulturvereine nicht nur ehrenamtlich arbeiten, sondern auch viel Geld für die eigentliche Kultur generieren. Um dies zumindest sichtbar zu machen und fachlich zu unterstützen hat sich nun ein Dachverband gegründet.

In der Mitteilung heißt  es:

„In Deutschland gibt es mehr als 10.000 Kulturfördervereine. Diese Zahl und weitere Fakten werden erstmals in einem Policy Paper des neu gegründeten Dachverbands der Kulturfördervereine in Deutschland e. V. (DAKU) gemeinsam mit ZiviZ (Zivilgesellschaft in Zahlen) des Stifterverbandes und den Bundesverbänden mehrerer Kultursparten veröffentlicht. Der DAKU, der damit seine Arbeit aufgenommen hat, vernetzt Fördervereine aller Kultursparten und macht ihr vielfältiges bürgerschaftliches Engagement für die Kultur sichtbar. Gleichzeitig unterstützt die Vereine in ihren praktischen Belangen und Vorhaben.

Ob beim Ankauf von Kunstwerken, der Sanierung einer Dorfkirche oder der Werbung für eine Theatervorstellung – überall in Deutschland unterstützen Fördervereine Kultureinrichtungen mit finanziellen Beiträgen und konkreten ehrenamtlichen Tätigkeiten ihrer Mitglieder. Fördervereine liegen im Trend – besonders im Kulturbereich: In Deutschland gibt es mehr als 10.000 Kulturfördervereine. Davon wurden über zwei Drittel in den letzten drei Jahrzehnten gegründet. Der kürzlich gegründete DAKU hat in seinem ersten Policy Paper diese Zahlen präsentiert und seine Ziele formuliert: „In den Kulturfördervereinen steckt viel Potential. Sie unterstützen mit finanziellen Mitteln oder als Multiplikatoren und packen mit an, wo praktische Hilfe benötigt wird. Unsere Aufgabe muss es sein, ihre bürgerschaftliche Arbeit zu erleichtern. Wir wollen sie stärker sichtbar machen und die Weiterbildung und den Erfahrungsaustausch ihrer Mitglieder unterstützen“, so Prof. Frank Druffner, Vorstandsvorsitzender des Dachverbands. Der DAKU besteht derzeit aus einem Geschäftsstellenteam, einem dreiköpfigen Vorstand und einem achtköpfigen Beirat.

Beim 9. Symposium der Kulturfördervereine am 22. März 2019 trat der im Juli 2018 neu gegründete Dachverband der Kulturfördervereine in Deutschland e. V. erstmals an die Öffentlichkeit. Die Aufbauphase des DAKU wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Schirmherrin Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien, unterstützt.

„In Kulturfördervereinen sind viele Ehrenamtliche aktiv. Ohne sie würde es nicht gehen. Ob Oper, Theater, Museen, alle diese Einrichtungen stützen sich auch auf das Engagement ihrer Förderkreise. Kulturfördervereine sorgen an vielen Orten dafür, dass es überhaupt kulturelle Angebote gibt! Engagement verdient Unterstützung und Förderung – das gilt für alle Engagementbereiche. Wir wollen deshalb die bestmöglichen Rahmenbedingungen schaffen, damit sich Eigeninitiative und Engagement entwickeln können. Dafür haben wir im Bundesfamilienministerium eine eigene Abteilung geschaffen, um das Engagement in den Fokus unserer Politik zu stellen. Denn vom Engagement lebt nicht nur die demokratische Gesellschaft, sondern auch die Kultur“, so Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey.

Zahlen und Fakten:

  • Fast alle Kultureinrichtungen in Deutschland werden heute von einem Förderverein unterstützt.
  • Die meisten Kulturfördervereine gibt es in Nordrhein-Westfalen.
  • Bezogen auf die Einwohner ist ihre Zahl in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz am höchsten, gefolgt vom Saarland und Sachsen-Anhalt.
  • Mehr als zwei Drittel der Vereine wurden seit den 1990er Jahren gegründet. Dieser Gründungstrend setzt sich weiter fort.
  • In den meisten Kulturfördervereinen (86 %) arbeiten ausschließlich ehrenamtlich Aktive. Ohne sie gäbe es den Großteil der Kulturfördervereine nicht.

Der DAKU: Informationsplattform – Netzwerk – Interessenvertretung

Als Informationsplattform stellt der DAKU aktuelle Daten und Fakten zu den Kulturfördervereinen in Deutschland zur Verfügung. Besonders wichtig ist ihm, über spartenübergreifende Themen und Weiterbildungsangebote zu informieren.

Als Netzwerk setzt sich der DAKU für den – insbesondere lokalen und regionalen – Erfahrungsaustausch seiner Mitglieder untereinander ein. Er zeigt Perspektiven der Weiterentwicklung auf und bietet jungen wie etablierten Förderkreisen Unterstützung bei der operativen Arbeit.

Als Interessenvertretung organisiert der DAKU den spartenübergreifenden Auftritt der Kulturfördervereine in Deutschland und stellt sie als attraktive Partner der Kultureinrichtungen und ihrer jeweiligen Träger vor. Er gibt Auskunft über ihre bürgerschaftliche Arbeit und fungiert als Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.“

Quelle: kulturmanagement.net

Weiterführend: kulturfoerdervereine.eu

 

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Mehr als nur Worte https://www.tiefgang.net/mehr-als-nur-worte/ Fri, 15 Mar 2019 23:09:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5024 [...]]]> Vertreter*innen vom Bund, den Ländern und der Kommunen trafen diese Woche zusammen und zwar zum Thema Kultur. Vereinbart wurde viel Grundsätzliches. Aber hat es auch Substanz?

Die neu gegründete Kulturministerkonferenz (Kultur-MK) kam am vergangenen Mittwoch in Berlin zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Und es war viel vorbereitet worden, denn es dauerte nicht lang, da wurde schon ein Grundlagenpapier zu künftigen Zusammenarbeit veröffentlicht. Das ist meist ein Zeichen von Aktionismus und Symbolpolitik, wenn gleich es in der Pressemitteilung hieß, es sei „ein deutliches Bekenntnis zur kulturellen und künstlerischen Freiheit“. Der Zusammenschluss der für Kultur zuständigen Landesministerinnen und -minister und Senatorinnen und Senatoren ist im vergangenen Jahr gegründet worden, um kulturpolitischen Belangen der Länder auch auf Bundesebene mehr Sichtbarkeit zu geben, die Kulturpolitik und Förderprogramme von Bund und Ländern enger abzustimmen und die gesellschaftliche Bedeutung der Kultur zu stärken. Eines ihrer Probleme aber könnte sein, dass viele Köche auch den Kulturbrei verderben könnten. Denn wer hat für was eigentlich welche Kompetenz?

Ein Blick auf die führenden Vertreter*innen verdeutlicht dies: da ist als Vertreter der Kommunen Markus Lewe, CDU-Mann und aktueller Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Münster. Dann Michelle Müntefering, SPD-Frau, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, als eine der Bundesvertreterinnen, da im Bund man sich auf eine Position eines Bundeskulturministeriums noch nicht durchringen konnte. Dann CDU-Frau und Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters. Klingt nach Kultusministerin, ist es aber nicht ganz. Und letztlich Carsten Brosda, SPD-Mann, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg und eben Vorsitzender der neuen Kulturministerkonferenz (Kultur-MK). Eine Verteilung also ganz wie eine Große Koalition von CDU und SPD. Und Brosda ließ auch gleich symbolträchtig verlauten: „Eine freie und offene Gesellschaft braucht eine freie und starke Kultur. Es ist ein gutes und wichtiges Zeichen, dass die Länder als gemeinsame Grundlage ihrer künftigen engeren Zusammenarbeit ein deutliches Bekenntnis zur Freiheit der Kunst voranstellen. Wir sehen es als unsere gemeinsame Aufgabe an, diese Freiheit zu schützen und zu einem Maßstab unserer Kulturpolitik zu machen. Tendenzen der Einschränkung der Kunstfreiheit müssen wir entschieden entgegentreten und der Kultur weiterhin die Möglichkeit geben, sich frei zu entfalten und auch zu gesellschaftspolitischen Fragen deutlich Stellung zu beziehen.“

Immerhin: im Grundlagenpapier finden sich Bekenntnisse wie: „Kultureinrichtungen ist die Möglichkeit zu sichern, sich zu gesellschaftlichen oder politischen Problemlagen zu äußern und auch kritisch Stellung zu beziehen. Dies ist durch Artikel 5 des Grundgesetzes gedeckt.“ Darauf können sich nun insbesondere öffentlich geförderte Kultureinrichtungen berufen, wenn ihnen bei politisch unliebsamem Programm wohlmöglich mit  Kürzungen gedroht wird. Aber rechtsverbindlicher als eben der Grundgesetzparagraf eh ist, ist die Erklärung auch nicht. Wie ernst zu nehmen solche Grundsätze sind, wird die Praxis zeigen.

Rückführungen von menschlichen Überresten

Da stimmt allerdings die wenig später veröffentlichte Erklärung der Kulturministerkonferenz positiver. Dort nämlich ging es um das Thema „zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“. Und hier finden sich Aussagen, die das künftige Handeln etlicher Museen und Sammlungen künftig durchaus bestimmen dürften. Denn in der Erklärung heißt es: „Wir wollen dabei die Voraussetzungen für Rückführungen von menschlichen Überresten schaffen und für Rückführungen von Kulturgütern aus kolonialen Kontexten, deren Aneignung in rechtlich und/oder ethisch heute nicht mehr vertretbarer Weise erfolgte. Wir werden gemeinsam mit den betroffenen Einrichtungen Rückführungsverfahren mit der erforderlichen Dringlichkeit und Sensibilität behandeln.

Das Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten stammt nicht nur aus ehemaligen deutschen Kolonialgebieten, sondern auch aus anderen Teilen der Welt. Durch gewaltsame Aneignung von Kulturgütern im Zuge des europäischen Kolonialismus wurde vielen betroffenen Gesellschaften Kulturgüter geraubt, die für ihre Geschichte und ihre kulturelle Identität prägend sind. Kulturgüter vergegenwärtigen Zusammenhänge, die für das kulturelle Selbstverständnis der Gesellschaft, aus der sie stammen, von fundamentaler Bedeutung sind.“

Es geht also um Rückgabe und das Zugeständnis, dass etliche Teile musealer Bestände Raubgut sind.

proaktiv Sammlungsgut identifizieren

Und auch die aktive Aufforderung des Mitwirkens liest sich anders als manches Lippenbekenntnis: „Wir fordern alle öffentlichen Träger von Einrichtungen und Organisationen, in deren Beständen sich Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten befinden, aber auch  nichtstaatliche Museen, Sammlerinnen und Sammler sowie den Kunsthandel dazu auf, im Sinne dieser Eckpunkte an der Aufarbeitung der Herkunftsgeschichte von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten aktiv mitzuwirken und die jeweils erforderlichen Maßnahmen hierfür zu ergreifen.“

Und in dem folgenden 13-Punkte-Forderungskatalog wird auch durchaus aktives Handeln der betroffenen Kultureinrichtungen eingefordert. Etwa: „Rückführungsersuchen von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten sind zeitnah zu bearbeiten. Gleichzeitig sind die kulturgutbewahrenden Einrichtungen aufgerufen, selbstständig und proaktiv Sammlungsgut zu identifizieren, für das eine Rückführung in Frage kommt, auch ohne dass ein vorheriges Rückführungsersuchen vorliegt.“

Es wird nun eine Welle von Aufarbeitungen der Museumsbestände in Gang kommen, die manche düstere Geschichte unseres Landes an die Oberfläche spülen wird. Und Hamburg als Handelsstadt wie auch selbst Harburg als einstige Kautschuk-Fabrik mit Bezugsländern einstiger Kolonien werden da nicht verschont bleiben. Klar sein muß aber auch: man mag Geschichte eine zeitlang verdrängen. Es obliegt aber ihrem inneren Charakter, dass sie uns eh immer wieder einholt. Besser, wir stellen uns ihrer.

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„Orte der Debatte“ https://www.tiefgang.net/orte-der-debatte/ Fri, 25 Jan 2019 23:47:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4785 [...]]]> Beim Theater kennt sich berufsbedingt Kulturstaatsministerin Grütters aus. Nun lobt sie den Theaterpreis des Bundes für 2019 aus.

In der Ausschreibung heißt es:

„Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat zum dritten Mal den Theaterpreis des Bundes ausgelobt. Mit dem Preis werden herausragende Leistungen kleiner und mittlerer Theater – insbesondere auch jenseits der Metropolen – gewürdigt.

Die Kulturstaatsministerin erklärte: „Unsere Theater sind die Säulen unserer Kultur in Deutschland. Von Kommunen und gelegentlich von den Ländern gefördert, sind sie wichtige Orte der kulturellen Bildung und des gesellschaftlichen Lebens. Sie sind Orte kontroverser Debatten, die die Gesellschaft nie nur abbilden, sondern immer auch mitformen. Gerade die kleinen und mittleren Theater jenseits der großen Städte sorgen mit viel Leidenschaft und Engagement dafür, dass es in ganz Deutschland ein dichtes Netz an Theaterangeboten auf hohem professionellem Niveau gibt. Mit dem Theaterpreis des Bundes möchte ich nicht nur bemerkenswerte künstlerische Leistungen würdigen, sondern den Theatern insgesamt die ihnen gebührende Aufmerksamkeit und Wertschätzung verschaffen und die Künstlerinnen, Künstler und Ensembles ermutigen, ihren Weg unbeirrt weiter zu gehen.“

Der Theaterpreis des Bundes würdigt besondere Leistungen sowohl im künstlerischen Programm als auch im kulturellen Gesamtangebot der Theater und Spielstätten. Bewerben können sich kleine und mittlere Theater und Häuser der Freien Darstellenden Künste. Erstmals richtet sich die Ausschreibung auch an Häuser, die über kein festes Ensemble verfügen.

Die Durchführung des Bewerbungs- und Juryverfahrens, der Preisverleihung und eines begleitenden Symposiums liegt beim Deutschen Zentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI).

Hier finden Sie die offizielle Ausschreibung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien:

Ausschreibung Theaterpreis des Bundes 2019

Das Bewerbungsformular finden Sie hier:

Bewerbungsformular Theaterpreis des Bundes 2019

Wichtige Fragen und Antworten können Sie hier einsehen:

  Fragen und Antworten Theaterpreis des Bundes 2019

Die Bewerbungsfrist endet voraussichtlich am 15. Februar, die Jurysitzung ist für Ende März geplant.

Die Jury besteht aus:

Jörg Albrecht (Leitung Burg Hülshoff – Center for Literature), Sophie Diesselhorst (Redaktion nachtkritik.de ), Dorte Lena Eilers (Redaktion Theater der Zeit), Bettina Jahnke (Intendanz Hans Otto Theater Potsdam), Ulrike Kolter (Redaktion Die Deutsche Bühne), Matthias Schulze-Kraft (Künstlerische Leitung Lichthof Theater Hamburg)

Die Preisverleihung soll im Juni 2019 stattfinden.“

Quelle: iti-germany.de

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Geld für Großartiges https://www.tiefgang.net/geld-fuer-grossartiges/ Fri, 09 Feb 2018 23:52:09 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2968 [...]]]> 1,1 Mio. € aus dem Musikfonds stehen für herausragende Projekte aller Sparten der zeitgenössischen Musik zur Verfügung. Bis zu 50.000 Euro je Projekt sind möglich. Die Fristen laufen.

Auf Anregung der Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, ist durch sieben Verbände und Institutionen des Musiklebens in Deutschland im September 2016 der Musikfonds e.V. gegründet worden. Ziel des Musikfonds ist die Förderung der zeitgenössischen Musik aller Sparten in ihrer Vielfalt und Komplexität.

Prof. Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrates, wurde einstimmig zum Vorsitzenden des Musikfonds gewählt. Seine Stellvertreter sind Dr. Julia Cloot von der Gesellschaft für Neue Musik und Felix Falk von der Union Deutscher Jazzmusiker.

Mit dem Musikfonds sollen herausragende Projekte aller Sparten der zeitgenössischen Musik mit einer Antragssumme von bis zu 50.000 Euro unterstützt werden. Insgesamt stehen jährlich 1,1 Millionen Euro aus Mitteln der Staatsministerin für Kultur und Medien für den Fonds zur Verfügung.
Mit seinen Fördermaßnahmen spricht der Musikfonds alle Bereiche, Schnittmengen und interdisziplinären Ansätze von Neuer Musik, zeitgenössischer Moderne, Jazz, elektroakustischer Musik, freier Musik, improvisierter Musik, Echtzeitmusik, experimentellem Rock und Pop der Subkultur, radikale Strömungen von Elektro und Dance, Hardcore und Ensemble-Formationen aller Größen, Audio-Installationen oder Klangkunst an.

Das Kuratorium des Musikfonds e.V. besteht aus 14 Mitgliedern: Mark Chung, Prof. Lucas Fels, Prof. Orm Finnendahl, Prof. Stefan Fricke, Urs Johnen, Dr. Adelheid Krause-Pichler, Thomas Krüger, Prof. Dr. Ulrike Liedtke, Carolin Naujocks, Julia Neupert, Prof. Robert HP Platz, Kirsten Reese, Stefan Schulzki, und Dr. Ralf Weigand.

Folgende Institutionen und Verbände gehören zu den Gründungsmitgliedern:
▸ Deutsche Gesellschaft für Elektroakustische Musik
▸ Deutscher Komponistenverband
▸ Deutscher Musikrat
▸ Deutscher Tonkünstlerverband
▸ Gesellschaft für Neue Musik
▸ Initiative Musik
▸ Union Deutscher Jazzmusiker

 Fördergrundsätze des Musikfonds e.V.

Ziel des Musikfonds ist die Förderung der zeitgenössischen Musik aller Sparten in ihrer Vielfalt und Komplexität. Der Musikfonds nimmt eine hochambitionierte Musik in den Fokus, die nicht primär wirtschaftlich oder populistisch zielgerichtet ist, sondern die Kunst eher als Selbstzweck, als existenziell-kreative Notwendigkeit oder Folge unabdingbaren Ausdruckswillens begreift. Mit Strahlkraft und Tiefe ist sie unabhängig, zukunftsbezogen und experimentell, ihrer Zeit voraus und visionär, brisant, kontrovers, provokativ und damit prägend und bestimmend auch für etablierte, wirtschaftlich tragfähige Teile des Musikbetriebs. Mit seinen Fördermaßnahmen spricht der Musikfonds Bereiche, Schnittmengen und interdisziplinäre Ansätze von Neuer Musik, zeitgenössischer Moderne, Jazz, elektroakustischer Musik, freier Musik, improvisierter Musik, Echtzeitmusik, experimentellem Rock und Pop der Subkultur, radikale Strömungen von Elektro und Dance, Hardcore und Ensemble-Formationen aller Größen, Audio-Installationen oder Klangkunst an.

Der Musikfonds e.V. fördert im Sinne seiner Satzung in allen Bereichen der zeitgenössischen Musik herausragende Projekte, die sich durch ihre Qualität auszeichnen, beispielhaft zur künstlerischen Weiterentwicklung der zeitgenössischen Musik beitragen und in der Zusammenschau die gesamtstaatliche Bedeutung der Förderungen sichtbar machen. Antragsberechtigt sind natürliche und juristische Personen. Antragsteller*innen müssen im ereich der professionellen zeitgenössischen Musik tätig sein. Dies schließt die Einbeziehung von Laien bzw. Amateur*innen in geförderte Projekte nicht aus; reine Amateurmusikprojekte sind jedoch von der Antragstellung ausgeschlossen.

Antragsteller*innen müssen ihren Sitz bzw. Wohnsitz in Deutschland haben. Internationale Kooperationen sind möglich und erwünscht. Geförderte Projekte müssen jedoch mit einem Schwerpunkt in Deutschland realisiert werden und einen klar erkennbaren Bezug zum Musikleben in Deutschland aufweisen.

Bis zu 50.000,- €

Der Fonds fördert zeitlich befristete Projekte mit maximal 50.000 Euro. Dauerförderungen (regelmäßige oder institutionelle Förderungen) sind ausgeschlossen. Auch die Förderung von Ankäufen (z.B. von Instrumenten) ist ausgeschlossen. In Ausnahmefällen oder im Rahmen von Sonderprogrammen ist die Förderung von mehrjährigen Projekten möglich. In diesen

Fällen ist die Förderung strikt auf einen Zeitraum von drei Jahren zu begrenzen, wobei die Förderung einen Betrag von 50.000 Euro p.a. nicht übersteigen darf.

Die Förderung wird in der Regel als Festbetragsfinanzierung gewährt. Die Fördermittel sollen  so eingesetzt werden, dass weitere private und/oder öffentliche Finanzierungsquellen erschlossen werden. Eine Ko-Finanzierung ist insbesondere bei höheren Förderbeträgen in der Regel Voraussetzung.

Projekte, für die eine Förderung beantragt wird, dürfen zum Zeitpunkt der Förderentscheidung durch das Kuratorium (bzw. eine andere vom Fonds eingesetzte Jury) noch nicht begonnen haben.

Der Musikfonds darf keine Projekte unterstützen, die eine Förderung von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) oder von einer durch die BKM ständig geförderten Einrichtung (z.B. Kulturstiftung des Bundes, Hauptstadtkulturfonds, Deutscher Musikrat, Initiative Musik, Fonds Darstellende Künste, Fonds Soziokultur) erhalten. Die Förderung des Musikfonds aus Mitteln der BKM steht unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit der veranschlagten Haushaltsmittel sowie etwaiger Bewirtschaftungsmaßnahmen und Sperren. Auf die Auswertung und Dokumentation der Projektergebnisse wird – auch mit Blick auf eine Evaluation – besonderer Wert gelegt.

Diese Fördergrundsätze werden durch Förderregularien ergänzt, die Hinweise für Antragsteller*innen und relevante zuwendungsrechtliche Regelungen enthalten. Die Förderregularien werden vom Kuratorium des Musikfonds e.V. im Einvernehmen mit der Mitgliederversammlung beschlossen.

Im Zentrum des Musikfonds steht die allgemeine Projektförderung. Für Anträge in speziellen Bereichen können besondere Antragsbedingungen und -ziele formuliert werden. Im Mittelpunkt der Projektförderung steht die Trias „Werk-Interpretation – Veranstaltung/Vermittlung“. Anträge können jedoch auch für Teilbereiche gestellt werden.

Pro Jahr sind drei Förderrunden vorgesehen. Die erste Bewerbungsfrist lief zum 31. Jan. aus, die zweite ist zum 30. April und die letzte im Jahr 2018 zum 30. September.

Quelle: musikfonds.de

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„Kultur – hör´ die Signale!“ https://www.tiefgang.net/kultur-hoer-die-signale/ Sat, 01 Jul 2017 06:52:13 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1515 [...]]]> Wer sich über Geschenke freut, für den könnte jedes Jahr Bundestagswahlkampf sein. Diesmal trifft es sogar die Kultur. Und das nicht zu knapp.

In der Pressemitteilung des Ministeriums vom 28. Jun. 2017 heißt es:

„Der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, ist es in den Verhandlungen zum Bundeshaushalt 2018 gelungen, für ihr Budget eine Steigerung in Höhe von 312 Millionen Euro für kulturelle Institutionen und Projekte zu erreichen. Der Regierungsentwurf für den Haushalt 2018, der heute vom Kabinett verabschiedet wurde, sieht damit insgesamt rund 1,67 Milliarden Euro für den Kulturetat vor. Das bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Regierungsentwurf des Vorjahres um 23 Prozent. Seit dem Amtsantritt von Kulturstaatsministerin Grütters im Jahr 2013 hat sich der Haushalt damit um rund 460 Millionen Euro erhöht. Das entspricht einer Steigerung in dieser Legislaturperiode um gut 38 Prozent. Seit dem Amtsantritt von Bundeskanzlerin Merkel im Jahr 2005 stieg der Kulturetat um fast 60 Prozent.

Monika Grütters erklärte: „Die erneute Etatsteigerung ist ein großartiges Signal: Sie unterstreicht den gesamtgesellschaftlichen Wert der Kultur, denn Kunst und Kultur sind heute als Brückenbauer mehr denn je gefragt. Wir stärken damit die für Deutschland typische kulturelle Vielfalt und setzen abermals ein deutliches Zeichen für diesen wichtigen Aspekt unserer nationalen Identität. Künstler und Kreative werden davon ebenso profitieren wie etablierte Kultureinrichtungen.

„Zeichen für nationale Identität“

So werden wir mit 75 Millionen Euro einen zusätzlichen Anreiz für große internationale und nationale Filmproduktionen setzen und den Filmstandort Deutschland noch attraktiver machen. Die Gesamtsumme für den Deutschen Filmförderfonds wird sich danach im Jahr 2018 voraussichtlich auf insgesamt 125 Millionen Euro belaufen. Auch die bereits ab dem Haushaltsjahr 2016 erfolgte Erhöhung der kulturellen Filmförderung in meinem Haushalt um 15 Millionen Euro soll 2018 fortgesetzt werden.

Zur weiteren Stärkung des Kulturgutschutzes in Deutschland, den wir mit dem neuen Kulturgutschutzgesetz 2016 auf eine zeitgemäße Grundlage gestellt haben, sind 7,5 Millionen Euro für den Ankauf national wertvollen Kulturguts vorgesehen; insgesamt stehen dann 10 Millionen Euro hierfür zur Verfügung.“

25 Mio. für die Deutsche Welle

Mehr Geld gibt es auch für die Deutsche Welle. Der Auslandssender wird 25,7 Millionen Euro zusätzlich erhalten. Damit können unter anderem die Stärkung des Angebots für Russland und die Ukraine, des arabisch- und türkischsprachigen Angebots sowie die aktuellen Programme für Flüchtlinge fortgesetzt werden.

Träumt schon: Monika Grütters (Foto: M. Wächter)

Ein strukturelles Zeichen setzt der Bund auch mit der Aufnahme der Zuschüsse, die im neuen Hauptstadtfinanzierungsvertrag vereinbart wurden – diesmal mit einem starken Akzent in der Musik. So wird der Bund die Berliner Philharmoniker mit 7,5 Millionen Euro fördern, aber auch einen Beitrag von 10 Millionen Euro zur erstrangigen musikalisch-künstlerischen Arbeit an den Berliner Opern leisten. Die mehr als fünfzigprozentige Aufstockung des Hauptstadtkulturfonds auf 15 Millionen Euro schafft die Grundlage, eine Vielzahl an innovativen Einzelprojekten und Veranstaltungen fördern zu können, insbesondere Projekte der freien Szene.

Im Rahmen der Umsetzung des Hauptstadtfinanzierungsvertrags wird zudem der Bund das Land Berlin von Betriebs- und Programmkosten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz im Humboldt Forum entlasten; hierfür sieht der Regierungsentwurf 2,3 Millionen Euro vor.

Entwurf unter Vorbehalt

Mit dem neuen „Nationalen Präventionsprogramms gegen islamistischen Extremismus“ werden gerade auch Kultur und Medien ihren eigenen und unabdingbaren Beitrag leisten. Hierfür werden im Kulturhaushalt 6,5 Millionen Euro neu zur Verfügung stehen. Daraus sollen Initiativen zur kulturellen Integration sowie zur Prävention im Netz durch Stärkung der Medienkompetenz gefördert werden.

Im Filmbereich werden die Mittel zur schrittweisen Digitalisierung des deutschen Filmerbes im kommenden Jahr um 2,3 auf nun 3,3 Millionen Euro erhöht. Die Länder sind hier aufgefordert, sich ebenfalls in gleicher Höhe zu beteiligen.

Für notwendige Sanierungsmaßnahmen beim von der Deutschen Schillergesellschaft getragenen Deutschen Literaturarchiv Marbach konnten 850.000 Euro bereitgestellt werden. Für die Barenboim-Said-Akademie in Berlin, die 2016 in die dauerhafte Förderung aufgenommen wurde, ist eine Erhöhung um knapp 1,4 auf nun 6,9 Millionen Euro vorgesehen.

Der erste Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2018 steht unter dem Vorbehalt der weiteren Haushaltsaufstellung, insbesondere des parlamentarischen Haushaltsverfahrens, das erst nach der Bundestagswahl im Herbst stattfinden wird.“

Quelle: kulturstaatsministerin.de

(29. Jun 2017, TG)

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