Yvonne Lautenschläger – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 04 Aug 2022 10:45:48 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 SuedArt´22: die Kunst des Südens https://www.tiefgang.net/suedart22-die-kunst-des-suedens/ Fri, 05 Aug 2022 22:04:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9246 [...]]]> Am Wochenende vom 19. bis 21. August wird die Friedrich-Ebert-Halle in Hamburg-Heimfeld zur Kunstarena. Denn dann lädt die Kunstleihe Harburg zur großen SuedArt22,bei der weit mehr als nur Kunst zu sehen ist.

Weit über 30 Künstler*innen und Kunstgruppen insbesondere aus dem Süden Hamburgs zeigen dann in den großen Foyers der Friedrich-Ebert-Halle aktuelle Arbeiten und laden zur Betrachtung aber auch zum Gespräch ein. In den Vorräumen der Balkone gibt es zudem  Installationen etwa aus Draht und Videoanimation, die wie ein Hologramm und mit musikalischer Umrandung ein längeres Betrachten und Verweilen ermöglicht. Im Souterrain wiederum findet sich eine Neuauflage des Harburger Kunstsalons, in dem verschiedene Gespräche vor allem mit Vertreter*innen von Harburger Kunstorten unterhaltsam aber eben auch informativ Einblicke in die Ausstellungsarbeit, ihre Entstehungsgeschichten und Urheber geben. Und: am Samstag (21.8.) wird es zum Abend auch noch musikalisch!
Also alles ist bereitet, um Harburgs Kunstszene in all ihren Facetten kennen und schätzen zu lernen! Die Leiterin des Projekts SuedArt22, die Künstlerin Antje C. Gerdts aus Moorburg: „Nachdem es im letzten Jahr beim SuedKulturSommer 2021 auf dem Schwarzenberg ein erstes Harburger Kunstfest gab, war allen Beteiligten schnell klar: das wollen wir am liebsten jedes Jahr!“ Vergangenes Jahr wurde es im Rahmen des pandemiebedingten Open-Air-Sommers mit zehn Zelten und täglich wechselnden Künstler*innen aufgesetzt und präsentierte gleich mehr als 60 Künstler*innen und Kunstgruppen. In der Innenwirkung war es wie ein befreiendes ´Klassentreffen` und verdeutlichte zugleich nach Außen die Vielfalt, Größe und Stärke, die die Harburger Kunstszene mittlerweile hat. „Dank einer Unterstützung durch das Bundesförderprogramm „Neustart Kultur“ überlegten wir im Kunstleihe-Team, ein ähnliches Kunstspektakel dieses Jahr lieber als Indoor-Event umzusetzen. Dabei war es gar nicht so einfach, entsprechend große Räume in Harburg ausfindig zu machen, die der Kunstszene einen angemessenen Platz geben. Zum Glück fanden wir ein Zeitfenster in der Friedrich-Ebert-Halle.“

Die Friedrich-Ebert-Halle als eigens 1930 fertiggestellter Konzertsaal für über 1.200 bestuhlte Plätze verfügt eben auch über zwei große Foyers vor dem eigentlichen Konzertsaal, die zudem über einen recht breiten und angerundeten Zwischengang miteinander verbunden sind. „Da der Bau aus der architektonischen Glanzzeit der Bauhaus-Schule stammt, ist allein das eine Betrachtung wert“, so Antje Gerdts. „Alles ist hell und Licht durchflutet, weiträumig und einladend, so dass alle Künstler*innen ausreichend Platz finden, um ihre Arbeiten adäquat ausstellen zu können. Und im Souterrain, wo einst die Kantine und Gastronomie der Pausen unterkam, bietet ein eigener Raum Platz und auch Ruhe für Petra Hagedorns Kunstsalon-Gespräche.“ Dort wird es dann zu festen Zeiten um Hintergründe des Kunstvereins Harburger Bahnhof, seine aktuellen und kommenden Ausstellungen und Künstler*innen gehen, um die Falckenberg-Sammlung, den nun schon 19 Jahre zelebrierten Harburger Kulturtag und auch den Harburger Kunstpfad sowie auch den Verein „Künstler zu Gast in Harburg“ und seinen aktuellen Stipendiaten Peter Busch aus Leipzig. Und auch zum Konzept der Harburger Open-Air-Galerie „walls can dance“ und weiteren Ideen des initiierenden „urban art instituts“ können sich Interessierte informierten lassen.

Die Liste der Künstler*innen selbst ist beträchtlich und ihre Arbeiten in Breite, Vielfalt und Aspekten schier unermesslich. Zu den Künstlern gehören Namen wie Thomas „Behri“ Behrens, Annette v. Borstel, Sven Brauer, Sanna Duschek, Harald Finke, Jens Förster, Inge Förtsch, Antje Gerdts, Irmgard Gottschlich, Sigrid Gruber, Petra Hagedorn, Ulrike Heimers-Dahm, Angelika Keusch-Wannags, Yvonne Lautenschläger, Peter Leibrock, Karl-Heinz Maukel, Werner Jarmatz, Jan Ratschat, Thomas Timm, Barbara Kathrin Möbius, Ralf Schwinge, Peter Busch (Künstler zu Gast in Harburg), Matthias Engelmann, Waldemar Sulewski, Jürgen Weber oder Gabriele Wendland. Unter den Kunstgruppen mit vielen weiteren Künstler*innen Alles wird Schön, das Habibi Atelier, Künstler zu Gast in Harburg oder die Kunstgruppe des Studiengangs e.a.s.t. der Medical School Hamburg und die Kunstgruppe WattenbergART.

Auch von der ukrainischen Künstlerin Paula Lytovchenko sind Werke zu sehen …

Unter den Namen findet sich auch Paula Lytovchenko aus der Ukraine. Sie lebt und arbeitet in Kiew, studierte dort Kunst und Architektur und ist seit den 90er Jahren als freischaffende Künstlerin tätig. Sie verfolgt in ihren Monotypien den Stil des Impressionismus, mal realistisch, mal nostalgisch. Reisen führten sie in die USA, Schweden, Frankreich, Italien, die Niederlande und auch Deutschland, wo sie auch ausstellte. Ihre bevorzugten Materialien sind Öl, Papier, Stift und Glas. Durch die Fortführung des impressionistischen Stils wirken ihre Arbeit vertraut, überraschen aber zugleich durch Unerwartetes. Die SuedArt22 wird ihr Platz geben, auch trotz des Krieges als Künstlerin tätig zu sein und ausstellen zu können.

„Kunst ist alltäglich“, so Sabine Schnell vom Vorstand der Kunstleihe Harburg. „Und als wir als Projekt des Netzwerkes SuedKultur die Kunstleihe als Artothek der vor allem Harburger Kunst 2019 auf den Weg brachten, ging es uns ja vor allem darum, diese auch in den Alltag
zu integrieren und sichtbar zu machen. Und nun hängen eben permanent mehr als 100 Werke in diversen Wohnungen, Praxen, Büros oder gar in einem Kiosk!“ Und Antje Gerdts ergänzt: “Mit der SuedArt wollen wir als Jahresevent dies nun verfestigen und ausbauen. Das  Rahmenprogramm, zu dem auch vor und nach der SuedArt unsere Führungen „Kunst vor Ort“ in eben die Harburger Kunstorte zählen wie auch der Kunstsalon eignen sich ideal, um mehr über Harburgs starke Kunstszene zu erfahren, neugierig zu sein und zu bleiben und zu begreifen, dass Kunst nicht etwas für das vermögende Establishment ist. Der Zuspruch zeigt und belegt ja: Kunst geht viele an und Kunst bewegt, ohne sich vereinnahmen lassen zu müssen. Da ist ein Event wie die SuedArt im Grunde nur die logische Konsequenz!“
Ein weiteres Highlight findet sich darüber hinaus am Samstag, 20. Aug, ab 17 Uhr mit dem Heimfelder Konzert „klangfarben“. Da stößt die im Nebengebäude untergekommene akademie für musik und kultur zur SuedArt und lädt zum Wandelkonzert. Dabei werden verschiedene Musiker*innen inmitten der ausgestellten Kunst musizieren und Klänge produzieren. Klar, auch „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgsky wird zu hören sein. Anke und David Dieterle von der Akademie: „Wir freuen uns über das SuedArt22 Kunstfest. Da wir eh seit geraumer Zeit mit unseren ´Heimfeld Konzerten` auch unsererseits einen musikalischen Beitrag zum Kulturleben im Süden einbringen, bot es sich hier ja ganz besonders an mit ´klangfarben` noch einen musikalischen Kunstbeitrag einzubringen. Es wird für uns aber vor allem die Besuchenden am 20. August spannend werden, wie sehr Musik und Kunst ganz neuen Ausdrucksformen hervorbringen!“
Absolutes I-Tüpfchen des Ganzen: der Eintritt ist frei, ganz nach dem Motto „Spendet, was es euch wert ist“, so Antje Gerdts.

Das gesamte Programm vom SuedArt-Fest aber auch den Führungen rund herum sowie über die Künstler*innen findet sich auf www.sued-art.de, wo auch das Programmheft zum Download zu finden ist.

 

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Kunstvolle Weihnacht https://www.tiefgang.net/kunstvolle-weihnacht-2/ Fri, 19 Nov 2021 23:25:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8581 [...]]]> Ab dem 25. November hat die Kunstleihe Harburg in der Meyerstraße 26 in Heimfeld wieder ihre Schaufenster hergerichtet: weihnachtlich aber vor allem kunstvoll.

Denn oft fehlt es bei der Suche nach Weihnachtsgeschenken dem einen oder anderen an Inspiration oder nach einer ganz persönlichen Note. Zum anderen haben die lokalen Künstler*innen nun seit bald 20 Monaten eine harte Durststrecke ohne Ausstellungen oder sonderliche Präsenz hinter sich. Diese bekommen hier die Gelegenheit, zumindest kleine Kunstwerke zum kleinen Preis anbieten zu können.
„Das hat schon letztes Jahr erstaunlich gut gefruchtet“, so Sabine Schnell von der Harburger Kunstleihe. „In diesem Jahr stellen wir zudem zum 100. Geburtstag des Harburger Künstlers Carl Ihrke bis Jahreswechsel Linol-Drucke mit vielen Harburger Motiven aus und bieten auch einige zum Kauf an.“ Aber auch Aquarelle und Tuschezeichnungen von Anne Flad, Regal-Kunst von Yvonne Lautenschläger, Acrylwerke von Petra Hagedorn oder Drucke von Sabine Schnell sind im Angebot und an Vielfalt und Ideen reichlich gesät. Damit bietet die Kunstleihe Harburg Interessierten nicht nur eine stilvolle und vor allem individuelle Auswahl an Präsenten an, sondern unterstützt eben zugleich die lokalen Künstler*innen Harburgs unter dem Titel „support your local artist“. „Und wenn schon viele nur noch dem Online-Shopping verfallen: Kunst ist doch nochmal etwas ganz persönliches und macht einfach mehr her“, so Anne Flad vom Organisationsteam der Kunstleihe. Unter den feilgebotenen Arbeiten finden sich auch Gutescheine für die Kunstleihe, Kunstpuzzle oder die Monsterkarten der Harburger Künstlerin Ulrike Hinrichs als Powerpack für Intuitionen. Die meisten Stücke sind rund um die Uhr und dekorativ in den Schaufenstern der Kunstleihe in der Meyerstraße 26, Ecke Bansenstraße zu sehen und zu den regulären Öffnungszeiten (Do-Fr. 14-18h und Sa., 12-18h) ohnehin besuchbar. Einfach Klingeln und um Einlass begehren!

Da aber auch die Kunstleihe Harburg als erste nonkommerzielle Artothek Hamburgs stest Unterstützung Miete aber auch Material benötigt, läuft zum Jahresende auch wieder die Spenden-Kampagne „Kohle für die Kunst“. Und es gibt auch kleine Dankeschöns je nach Spendenbetrag. Zur
Spendenkampagne hier: Kohle für die Kunst!

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Die Kunstleihe ist wieder da! https://www.tiefgang.net/die-kunstleihe-ist-wieder-da/ Mon, 05 Jul 2021 15:12:20 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8182 [...]]]> Die Corona-Beschränkungen machten es auch dem Team der Harburger Kunstleihe schwer. Doch nun ist die Kunst wieder da! Donnerstag geht´s los!

Kaum hatte die Kunstleihe im Januar 2020 die neuen Räume in der Heimfelder Meyerstr. 26 bezogen, kam die Pandemie und ließ frisch anberaumte Angebote für Kunstkurse und Neugierige brach liegen. Einen Schutzschirm gab und gibt es für so kleine Kunstvereine nicht, also hieß es durchhalten.

In der Kunstleihe können gut 250 Werke lokaler zeitgenössischer Künstler*innen für 6,- € im Vierteljahr geliehen werden und ermöglichen so eine niedrigschwellige aber auch persönliche Auseinandersetzung mit Kunst.

Jetzt werden Kontakte wieder möglich und die Räume werden ab kommenden Donnerstag (8. Juli) wieder geöffnet. Das Team hat nämlich personell Zuwachs bekommen. Anabell Fuchs startete zum Juli ihren Bundesfreiwilligendienst in der Kunstleihe und wird die unentgeltlich Ehrenamtlichen unterstützen.

Geöffnet für Interessierte als auch die Kunstleihe-„Stammkunden“ ist nun wieder donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 12 bis 18h.

Interessierte, die künftig lokale, zeitgenössische Kunst für Zuhause, das homeoffice, das Büro, die Praxis oder Kanzlei leihen möchten, sollten zur Registrierung ihren Personalausweis sowie 12,- € Anmeldegebühr mitbringen.

Anabell Fuchs wird in den nächsten Monaten die Kunstleihe auch bei der Einbindung neuer Künstler*innen und ihrer Werke helfen sowie für mögliche neue Kursangebote. „Die sind gefragt aber auch nötig, um die Mietkosten reinzubekommen“, so Fuchs.

Und sie ist auch schon tatkräftig eingebunden in das kommende 1. Harburger Kunstfest. Das kommt im Rahmen des Harburger SuedKulturSommers und wird vom 3. bis 8. August auf dem Schwarzenbergplatz gegenüber der Technischen Universität eine Woche lang Kunstgruppen wie Alles wird schön, das Habibi Atelier, wattenbergART oder die Kunstkarawane ebenso vorstellen wie gut 50 Einzelkünstler*innen mit aktuellen Arbeiten. Darunter Petra Hagedorn, Waldemar Sulewski, Jürgen Weber, Andrea Rausch, Harald Finke oder Yvonne Lautenschläger. In der Woche bleibt die Kunstleihe in der Meyerstraße dann noch mal geschlossen.

Weitere Infos unter: www.kunstleihe-harburg.de

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„Bild der Zuversicht!“ https://www.tiefgang.net/bild-der-zuversicht/ Fri, 06 Nov 2020 23:12:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7356 [...]]]> Der neue Lockdown verheißt auch für Harburgs Kunstszene nichts Gutes. Umso wichtiger, nun Hoffnung zu erhalten. Die Kunstleihe Harburg tat einen ersten Schritt.

 Mit dem erneuten Lockdown wird auch Harburgs Kulturszene weiter in die Knie gezwungen. Etliche bildende Künstlerinnen und Künstler hatten zumindest die Hoffnung am kommenden Wochenende zum 17. Harburger Kulturtag wieder auf ein kunstinteressiertes Publikum zu treffen und vielleicht auch das eine oder andere Kunstobjekt zu veräußern. Doch auch dies ist nun wieder abgesagt und manche Arbeit wieder vergebens.

Umso erfreuter zeigte sich die Harburger Künstlerin Yvonne Lautenschläger, als sie kürzlich von der Kunstleihe Harburg den Wunsch geäußert bekam, ihr Werk „veggie spa“ zu erwerben. „Ich fühle mich geehrt und war ziemlich überrascht“, so ihre spontane Äußerung bei einem Besuchs der Kunstleihe in der Meyerstraße Anfang der Woche. Die Kunstleihe bietet Kunstinteressierten seit zwei Jahren die Möglichkeit Kunst auf Zeit zu leihen. „Das wird selbst in der Corona-Zeit sehr gut angenommen“, so Sabine Schnell vom Vorstand des gemeinnützigen Vereins Kunstleihe Harburg e.V.. „Doch die meisten unserer über 200 leihbaren Kunstwerke sind Dauerleihgaben der Künstler und Künstlerinnen selbst, da wir keinen Etat für Ankäufe haben.“ Daher startete der Verein gerade in der Corona-Zeit die Spendenaktion „Kohle für die Kunst!“ und versucht damit einen Jahresetat von etwa 5.000 € zusammenzubekommen, um zumindest immer mal einige der Werke ankaufen zu können. „Damit werden die Kunstschaffenden für ihre Arbeit gewürdigt und die Kunst durch uns einer breiten Allgemeinheit zugänglich gemacht.“ Da nun die ersten 1.000,- € zusammen kamen und das Werk „veggie spa“ von Yvonne Lautenschläger sich größter Beliebtheit unter den Leihenden erfreut, entschied sich der Vorstand, des nun als ersten Ankauf anzufragen. „Yvonne unterstützte die Idee der Kunstleihe von der ersten Stunde an, wie auch viele andere Künstler*innen. Es schien uns an der Zeit, dieses Vertrauen auch gerade in der ausstellungslosen Zeit zurück zu geben und aus dem gespendeten Geld eben auch wirklich die Idee in die Tat umzusetzen“, so Sabine Schnell, die das Werk dankend entgegen nahm. Die Aktion läuft nun weiter und das Team hofft auf weitere Unterstützung bis Jahresende, dass die 5.000,- € geschafft werden. „Es gilt für uns alle, für einander einzustehen. Und so wie Kunst uns durch ihre bloße Existenz auch ein Bild der Zuversicht ist, so ist es auch der Ankauf durch die Kunstleihe“, so Schnell. „Es wird eine weitere Kunst werden, durchzuhalten. Und da zählt jeder Cent!“ 

Wer sich an der Spendenaktion „Kohle für die Kunst!“ beteiligen will, findet alle nötigen Informationen unter www.kunstleihe-harburg.de/kohle-fuer-kunst.

Oder direkt GLS Bank – Kunstleihe Hamburg e.V.; IBAN: DE37430609671041701000; BIC GENODEM1GLS

Es gibt auch kleine Goodies in Form von Gutscheinen oder Kunstpuzzles, die übrigens auch so als kleines Weihnachtsgeschenk in der Kunstleihe erhältlich sind. Da diese aufgrund des lockdowns aber nach wie vor keine geregelten Öffnungszeiten hat, wird empfohlen, vorab einen Termin unter Tel.: 040 – 300 969 48 oder kontakt@kunstleihe-harburg.de zu vereinbaren.

Kunstleihe Harburg e.V., Meyerstr. 26, 21075 Hamburg (S-Bahn Heimfeld) www.kunstleihe-harburg.de

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„Kriegskinder“ https://www.tiefgang.net/kriegskinder/ Fri, 30 Oct 2020 23:48:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7318 [...]]]> Im Februar war die Welt noch in Ordnung. Kurz vor dem Lockdown starteten wir unser Kunstprojekt „Kriegskinder – Die Schatten der Vergangenheit“. Durch die Corona Pandemie haben wir auch künstlerisch hinterfragt „Was haben Krieg und Corona gemeinsam?

von Ulrike Hinrichs

Die Idee des Kunstprojektes (Die Schatten der Vergangenheit) ist schnell erzählt: Die traumatischen Erfahrungen des 2. Weltkriegs liegen zwar lange zurück, aber sie wirken bis heute nach. Noch immer sind Menschen weltweit auf der Flucht, weil sie von Verfolgung, Krieg und Terror betroffen sind. Das von mir initiierte Kunstprojekt hat unterschiedliche Menschen zusammengebracht, die sich künstlerisch mit dem Thema beschäftigt haben. Die jüngste Teilnehmerin ist 28 Jahre, die Älteste 88 Jahre alt. Entstanden ist eine bunte Mischung an Kunstwerken, die keineswegs nur düstere Kriegsdramen darstellen, sondern das schwierige Thema auch mit Humor beleuchten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotoprojekt Holger Musiol

Auch die Corona Pandemie findet sich thematisch im künstlerischen Ausdruck wider. Wir erinnern uns an das irrationale Hamstern von Toilettenpapier? Und gehamstert wurde auch im Krieg, wenn auch nicht Klopapier, wie die Älteste berichtete, „da hat man sich anders zu helfen gewusst“, sagte sie. In unserer Gruppe kam die Idee auf, die Papprollen zu sammeln, zu gestalten und eine riesige Gemeinschaftsskulptur daraus zu machen.

Bei unseren regelmäßigen Treffen haben wir viel erzählt und diskutiert. Zu den Werken sind auch kreative Texte entstanden, aus denen im Rahmen der Ausstellungseröffnung gelesen wird. Ursula berichtete uns bei einem der Treffen von ihrer großen Angst, die sie mit 7 Jahren hatte, als sie das erste Mal vom Krieg hörte.

„Seit ich als Kind den Krieg erlebte und die Zeit danach, hat der Tod jede Bedeutung für mich verloren. ›Hast Du schon gehört, es ist Krieg!‹ sagte mir ein Kind auf dem Weg zum Bäcker. ›Was ist das denn“, fragte ich das Kind, das nur um ein geringes älter war als ich mit meinen sieben Jahren. ›Weiß ich doch nicht‹, war die Antwort, „meine Eltern haben es gesagt“. 

Es war der 1. September 1939, ich war auf dem Weg zum Brötchen holen. Die Stimmung fühle ich heute noch, als sei es gestern gewesen. Es musste etwas Schreckliches sein, die Straßen waren wie ausgestorben, ungewöhnlich um diese Morgenstunde. Und die Scheiben der Geschäfte, waren alle mit Pappe und Holz zugenagelt. Mir machte das Angst, eine unbestimmte Angst, mein Herz klopfte. Stumm schaute ich den Jungen an. ›Krieg?‹ fragte ich noch einmal, dann drehte ich mich um und rannte nachhause.

›Mama, es ist Krieg!“. 

›Ja,  sagte meine Mutter, man sagte es eben im Radio.‹

Diese Angst, diese schreckliche Angst !

Wenige Wochen später ging es los mit den Fliegerangriffen. Wir hatten die Marine und viele Werften in unserer Stadt, wo Kriegsschiffe und besonders U-Boote gebaut wurden, deshalb wurden wir ganz besonders bevorzugt von den Fliegern und ihren Bomben. Wenn die Sirenen heulten, dann riss die Mutter uns aus dem Schlaf und schrie, ›zieh Dich an, beeil Dich, wir müssen in den Luftschutzkeller‹. Sie riss das Baby aus dem Korb und einige Kleidung, mein Vater nahm einen schon gepackten Koffer mit wichtigen Papieren und wir hasteten in den Keller, wo schon die anderen Hausbewohner saßen, alle in Wolldecken gewickelt, die Kinder waren in die Stockbetten gelegt und schliefen weiter. Ich nicht. Ich war schon zu groß, für Schulkinder war kein Platz mehr in den Betten.

Dann hörten wir die Flugzeuge, das Schießen der Flak, wieder ein fremdes Wort, das Angst machte. Flak! Wie das knallte, dieses Wort. Es war eine der Abkürzungen, die wir im Laufe der Zeit lernten, Flak, Fliegerabwehrkanone. Einer der Männer, der Luftschutzwart, ging aus dem Keller, um nach Einschlägen von Brandbomben zu schauen. Dann mussten die Erwachsenen löschen und wir Kinder saßen allein dort unten mit unserer Angst.

Die geplante Gemeinschaftsausstellung auf dem Harburger Kulturtag am 8. November 2020 ab 12.00 bis 19.00 Uhr- St. Johanneskirche, Bremer Straße 9, 21073 Hamburg ist aufgrund des neuerlichen Lockdowns abgesagt worden. Ein Ersatztermin ist noch nicht bekannt.

Diese Kriegskinder stellen aus: Anne Flad, Antje Gerdts, Asif Raza Haidari, Edeltraut K. Schlichting, Norbert Schlichting, Holger Musiol, Karen Kandzia, Ralf Schwinge, Rita Peters, Sonja Alphonso, Thanushanth Anandarajah, Ulrike Hinrichs, Ursula Sauerbaum, Yvonne Lautenschläger, Zeinab Alipour.

Projektleitung: Ulrike Hinrichs www.lösungskunst.com

Das Projekt wird gefördert durch die Lokalen Partnerschaften für Demokratie Harburg und Süderelbe im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben!

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Harburgs digitales Kunstgedächtnis https://www.tiefgang.net/harburgs-digitales-kunstgedaechtnis/ Fri, 24 Jul 2020 22:50:01 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7105 [...]]]> Die Kunstleihe Harburg e.V. hat in seinem gerade mal anderthalbjährigen Bestehen lokale Kunst für viele einfach zugänglich gemacht. Zu dem analogen Erlebnis kommt nun – ganz corona-like – das digitale hinzu: die eigene website ist nun online.

Die Kunstleihe Harburg, in der seit Anfang 2019 zeitgenössische lokale Kunst aus Harburg für 3 Monate und für nur 6 € für Zuhause, das Büro oder homeoffice leihbar ist, hat jetzt ihr neues Webportal online gestellt:  www.kunstleihe-harburg.de

War bisher nur ein Werksverzeichnis über die Initiativseite SuedKultur verfügbar, hat der mittlerweile eigenständige und als gemeinnützig anerkannte Verein Kunstleihe Hamburg e.V.  nun ein umfassendes digitales Portal ins Leben gerufen. Dort sind nicht nur die rund 200 Werke von Künstler*innen wie Petra Hagedorn, Anke de Vries, Yvonne Lautenschläger oder Harald Finke zu sehen. Sie können auch dort schon reserviert werden. Aber mehr noch: Maße, Techniken und Materialien finden sich und es sollen auch noch Angaben zu den biografischen Daten ergänzt werden. Dabei dient das Portal aber nicht nur dem Kunstinteressierten als Werksverzeichnis, sondern es ist über Schnittstellen mit dem Museumsportal der Museumsgenossenschaft digicult (www.museen-sh.de) verbunden. Digicult mit Sitz in Kiel wurde gegründet, um Museumsbestände nach und nach zu digitalisieren und so nicht nur hinsichtlich ihrer Herkunft verfügbar zu halten sondern auch für die Nachwelt zumindest in digitaler Form zu erhalten und sichtbar zu machen. „Das Prinzip hat uns von Beginn an gut gefallen, obwohl wir ja kein Museum sind. Aber durch diese technische Möglichkeit können auch wir auf lange Sicht die aktuelle Kunst Harburgs ins digitale Gedächtnis bringen und sichtbar machen. So sind Werke von verstorbenen Harburger Künstler*innen wie Margrit Rohmann, Theo Stenzel oder Klaus W. Mitransky erfasst und geben Einblick in ihr Schaffen. Dadurch, dass diese Kunst zudem durch die Ausleihe in viele private Haushalte kommt, bleibt die Kunst aktuell“, so Sabine Schnell vom Team der Kunstleihe.

Das wäre dem unentgeltlich ehrenamtlich arbeitenden Verein aus sich selbst heraus nicht möglich gewesen, wohl aber durch die Mitgliedschaft im Artothekenverband Schleswig-Holsteins, der sich nun auf Schleswig-Holstein/Hamburg erweitert hat.

„Die mittlerweile gut 70 Dauerleihenden, die je 2-3 Werke alle Vierteljahr wechseln und so gesamt über 100 Werke aktiv nutzen, beweisen uns, wie groß das Interesse an aktueller Kunst im Bezirk ist“, so Schnell. „Da unser Bestand nun schon binnen kurzer Zeit auf gut 200 Werke angewachsen ist, sind wir froh, diesen Schritt frühzeitig angedacht und umgesetzt zu haben. Denn ältere Artotheken (wie andernorts Kunstleihen seit den 80er Jahren meist bezeichnet werden) arbeiten noch mit Karteikarten und die riesigen Bestände später digital zu erfassen, wird zunehmend schwerer, zeitintensiver und so auch kostspieliger.“ Und auch das Harburger Kunstleihe-Team hatte dafür schon viel Zeit investieren müssen. Die Werke zu fotografieren, mit Inventarnummer, Werksname, Technik, Maßen oder Jahrgang zu versehen, wegen der Urheberrechte mit einem Wasserzeichen zu schützen, in der Datenbank der digicult-Genossenschaft einzupflegen und von dort wieder zur neuen Website zu importieren, kostete viel Zeit und auch Geld.

„Jetzt aber haben wir erst mal die aktuellen Werke erfasst und neu hinzukommende sind dann immer mal wieder einzufügen“, so Sabine Schnell, die als selbständige Grafikerin dies auch nur schaffen konnte, weil aufgrund der Corona-Pandemie derzeit Aufträge  im eigentlichen Broterwerb brach liegen. „Wir hatten für die Programmierung als auch Erfassung der Werke bei verschiedenen Stellen um Zuschüsse gebeten. Aber bei uns entstand der Eindruck, dass zwar alle von Digitalisierung reden, aber kaum wissen, was es wirklich damit auf sich hat“.

Neben dem Werksverzeichnis findet der Portalsbesucher aber auch Kursangebote aus dem Kunstbereich als auch kommende und aktuelle Ausstellungen lokaler Künstler*innen oder Ausstellungsorte wie dem Kunstverein Bahnhof Harburg. Und ein „Blog“ wird künftig nicht nur über die hintergründige Arbeit des Kunstleihe Teams informieren sondern etwa auch Erfahrungsberichte von Kunstleihenden abbilden. „Es ist nämlich schon interessant, wie unterschiedlich die Kunst auf die Menschen wirkt. Ist es bei dem einen passend zum Sofa, ist es für andere die intensive Faszination von Motiven, Techniken oder Farben. So unterschiedlich die künstlerischen Ansätze als auch Künstler*innen selbst sind, so divers ist es auch bei den Betrachtenden“, resümiert Sabine Schnell. Dies wird der Blog mit Erfahrungsberichten künftig auch dokumentieren.

Ebenso hat sich derweil eine künstlerische Gruppe aus der „Kunstklink Eppendorf“ (vormals „Kulturhaus Eppendorf“) gemeldet. Auch die will dem Beispiel Harburgs folgen und eine Kunstleihe mit den örtlichen Künstler*innen eben Eppendorfs noch dieses Jahr auf den Weg bringen. „Wir haben Ihnen nicht nur unsere gesammelten Erfahrungen zur Verfügung gestellt sondern auch über das Portal berichtet. So wie es aussieht, werden sie es auch für sich nutzen, so dass Hamburg dann eine Kunstleihe mit 2 Standorten und wohl mehr als 300 Werken lokaler Künstler*innen online findet. Damit gehen wir einen großen Schritt weiter, die lokale Kunst aus der 2. und 3. Reihe und im Schatten der Prominenz sichtbar und wahrnehmbar zu machen.“

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lovemymonster https://www.tiefgang.net/lovemymonster/ Fri, 24 Apr 2020 22:43:45 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6801 [...]]]> Monster haben ihren ganz besonderen Reiz. Dem einen flößen die Fantasiewesen Angst ein, dem anderen dienen sie als Abschreckung, um böse Geister zu vertreiben. Und es soll auch Menschen geben, die ein Kuschelmonster im Bett haben, das böse Träume frisst.

von Ulrike Hinrichs

Wir alle haben große oder kleine „innere Monster“, die sich gern zu den unpassendsten Momenten zeigen. Sie stehen für unsere Schattenseiten, wie Wut, Angst, Scham, innere Leere, Schuldgefühle. Üblicherweise wollen wir diese Anteile loswerden, aber das funktioniert nicht. Verdrängung ist Monsternahrung. Wenn man die unangenehmen inneren Zeitgenossen sichtbar macht, sehen sie oft ganz liebenswert aus. Es lohnt sich daher künstlerisch mit diesen Monstern zu arbeiten.

Das Thema haben wir, der Künstler und Leiter des Habibi Ateliers Sly und ich, in einem großen Monster-Projekt künstlerisch aufgenommen. 40 Menschen haben sich intensiv mit Monstern beschäftigt (siehe ´Tiefgang`: „Der Spaß am Monster“).

Mitmachen konnte jede/r, die/der Spaß daran hatte.

Unsere jüngste Monsterkünstlerin ist 10, die älteste 88 Jahre alt. Sogar die Berliner Mega-Monster-Künstler Johan Potma und Mateo Dineem haben zu meiner großen Freude jeweils ein Monster beigesteuert (Zozoville Gallery). Wer mal in Berlin ist, sollte sich unbedingt die Monster-Galerie in Friedrichshain anschauen, ich war sofort schockverliebt in all die freundlich guckenden Gruselwesen.

Mateo Dineen aus Berlin

Nun sind sie ab Mitte Mai erhältlich, die aus den Motiven entstandenen 52 Monsterkarten als Power-Pack für die Intuition (www.lovemymonster.de).

Unsere Monsterkarten sind ebenso in Therapie, Coaching, Beratung oder Supervision einsetzbar wie in Kreativgruppen und zum Spielen in der Schule und Freizeit.

Die Karten folgen keinen statischen Regeln, sie dienen als Impulsgeber für die Kreativität und Intuition. Wenn wir ein Kunstwerk betrachten, dann gehen wir unbewusst, spielerisch in Resonanz mit unterschiedlichen persönlichen – oft problembelasteten – Themen, die sich uns im Werk spiegeln. Es ist wie ein inneres Echo. Es entsteht eine Verbindung zwischen Kunstwerk, Künstler und Betrachter (siehe ´Tiefgang`: „Mit der Kunst die Intuition einfangen“ und „Kunst ist nicht, Kunst wird“)

Wir nehmen Kontakt zu unserem inneren Heiler auf, jener Instanz, die Selbstheilungskräfte weckt und uns intuitiv auf den richtigen Weg führt. Die Monsterkarten können im Beratungs- und Therapiekontext auch für unsere inneren Monster stehen, jene Anteile (wie Angst, Wut, Schuldgefühle, Eifersucht etc.)  in uns, die wir gern verleugnen. Dabei wollen die inneren Monster gesehen werden. Verdrängung ist Monsternahrung! Monster freuen sich auch, wenn man über sie schmunzelt oder sogar lacht. Lebensfreude und Spaß sind  – wie auch der Mediziner Ruediger Dahlke (in seinem Arbeitsbuch zur Mandala-Therapie) konstatiert – vielleicht die am meisten unterschätzen Themen im Bereich moderner Therapieformen.

Die Karten lassen sich ebenso in der Schule oder privat zum Geschichten erzählen verwenden. Wie geht Ihre Monster-Geschichte? Ziehen Sie einfach eine Karte und erzählen Sie mal.

Mitgemacht beim Monster-Projekt haben

Kreativgruppen der Kunsttherapeutin Ulrike Hinrichs und des Künstler Sly Kristicevic:

  • Menschen im letzten Lebensabschnitt (Seniorenresidenz Harburg)
  • Kinderatelier der – Luth. Kirchengemeinde Harburg-Mitte
  • Künstlergruppe für Flüchtlinge in Harburg, Unterkunft in Sinstorf und Rotbergfeld (gefördert durch den Hamburger Integrationsfond)
  • Habibi Atelier (gefördert durch das Bezirksamt Harburg), ein offenes Atelier für Bürger*innen des Stadtteils

sowie Künstler*innen aus Hamburg und Berlin

Beteiligte Künstler*innen:  

Amelie Grabbert, Beate Tiemann, Bigigul, Carlos Ther, Chidera Westhauser, Christiane Wussow, Dirk Wulsten, Gisela Lange, Haitham Hassan, Ilinca Höpfer, Ilse Schwarzrock, Johan Potma, Johnson Opoku, Kai-Hendrik Matthies, Mateo Dineen, Natascha Artworx, Niki Fiand, Nora Marie Poppensiecker, Petra Hagedorn, Petra Herz, Raed, Rayana Shaipova, Rayana Shovkhalova, Renas Afdi Ali, Rita Peters, Roland Prinsler, Rufta Grmay, Salama Salama, Samera Al Khafage, Seyed J. Ghaffari, Sly Kristicevic, Susanne Weis, Thomas Timm, Ulrike Bergemann, Ulrike Hinrichs, Ursula Sauerbaum, Waltraut Wittleben, Yvonne Lautenschläger, Zeinab Alipour.

Mit dem Verkauf der Karten verdienen wir kein Geld. Die kleinen Einnahmen gehen vom Verlag direkt als Spende an die Johann Daniel Lawaetz Stiftung, die sich in Hamburg für soziale Projekte einsetzt.

Monsterkarten Synergia Verlag, 2020, 52 Karten mit Anleitung, 9cm x 6cm, ISBN: 978390724619

Bestellen: synergia-auslieferung.de

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Kraftvolle Kunst-Präsenz https://www.tiefgang.net/kraftvolle-kunst-praesenz/ Fri, 06 Sep 2019 22:29:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5733 [...]]]> Die Kunstszene Harburgs ist vielfältig und breit. Dies zeigte sie nun einmal mehr – aber in Buxtehude.

Harburg Kunstleihe ist noch jung, da sie erst Anfang diesen Jahres als eine Artothek ins Leben gerufen wurde. Doch sie machte es nicht nur erstmals in Hamburg möglich, für wenig Geld zeitgenössische lokale Kunst für Zuhause, das Büro oder die Praxis leihen zu können, sondern vernetzte auch die Harburger Künstlerinnen und Künstler auf neue Art und Weise.

Bei 3. Buxtehuder Kunstfest präsentierte sich nun der Kunstzirkel erstmals an einem gemeinsamen Stand und offenbarte die Stärke ihrer Vielfalt. Direkt neben dem Alten Rathaus Buxtehudes, in dem die städtische Buxtehuder Artothek gerade ihr 35jähriges Bestehen feiert, zeigten 15 Künstlerinnen und Künstler aus Harburg ihre Positionen der Kunst. Zu sehen farbstarke Landschaftsbilder von Christine Waldbüßer oder Jan Ratschat, digitale Fotoarbeiten von Petra Hagedorn oder Philipp Meuser, Acrylarbeiten von Anne Flad, Yvonne Lautenschläger oder Gabriele Wendtland oder auch Zeichnungen von Irmgard Gottschlich oder Pflanzenarbeiten von Antje C. Gerdts oder Harald Finke und viele andere mehr. Beide Festtage waren  trotz der Hitze sehr gut besucht und viele Gäste waren überrascht von der beeindruckenden Vielfalt aus der Nachbarschaft.

Aufgebaut: der Stand der Harburger Kunstgruppe (Foto: Sonja Alphonso)

„Der Buxtehuder Artothek sind wir sehr verbunden  und es war uns eine Freude, in direkter Nachbarschaft mit einem Stand neben dem Alten Rathaus auch die Harburger Kunstszene zeigen zu können“, so Sabine Schnell vom Kunstzirkel der SuedKultur. „Manche Buxtehuder waren überrascht, dass Hamburg erst jetzt – 35 Jahre später – eine Kunstleihe etabliert. Auf der anderen Seite war es für viele Harburger Künstler beeindruckend, die Buxtehuder Artothek mit ihrer Vielfalt und doch jung gebliebenen Kunst erstmals zu besuchen. Und auch der Austausch mit anderen Kunstschaffenden auf dem Fest hat alle Seiten bereichert“, so Schnell weiter.

Sonja Alphonso, die ebenfalls  am Stand der Initiative SuedKultur beteiligt war: „Man merkt dem Buxtehuder Kunstfest an, dass der Cheforganisator Sven Brauer selbst Künstler ist. Das Fest ist mit viel Umsicht und Charme entwickelt und somit vorbildlich, wie man zeitgenössische Kunst einer breiten Öffentlichkeit nahe bringt.“ Als Zeichen der Verbundenheit kündigte der Leiter des Buxtehuder Kunstfestes, Sven Brauer, dem SuedKultur-Team an, in Kürze selbst der Harburger Kunstleihe einen Besuch abzustatten und auch ein eigenes Werk zur Ausliehe mitzubringen.

Nach dem künstlerischen „Ausflug“ will das Kunst-Team der SuedKultur sich nun aber wieder voll auf die Kunstleihe Harburgs konzentrieren. Dort sind derweil mehr als 40 Werke an diverse Haushalte und Büros verliehen und so wird es Zeit die Sammlung wieder „aufzufüllen“. Einige Drucke, die aus einer privaten Sammlung überlassen wurden, sind frisch gerahmt. Die Kunstinitiative der Technischen Uni Hamburg will einige ihrer Bestandswerke über die Kunstleihe einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und auch das Fernsehen hat sich angekündigt, um in Kürze einen filmischen Bericht über die Tätigkeit der Harburger Kunstleihe zu machen. Es ist also viel zu tun.

Wer Interesse hat, kann die rund 150 Werke umfassende Ausstellung der Kunstleihe jeden Sonntag von 12-17h in der ehemaligen Filiale der Sparkasse Harburg-Buxtehude, Eißendorfer Straße 124 besuchen. Dort stehen dann auch meist Kaffee, Kuchen oder ein Glas Sekt bereit und laden zum Austausch.

Wer ein Werk leihen möchte, tut dies für 3 Monate und für 6,- € Leihgebühr. Ein Personalausweis sollte unbedingt mitgebracht werden.

Just Anfang dieser Woche besuchte das NDR-Fernsehen die Harburger Kunstleihe für das Hamburg Journal:

Weiterführende Links: www.sued-kultur.de/kunstleihe; facebook.com/KunstleiheHarburg; instagram.com/kunstleihe

 

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Bilder geben sich die Klinke in die Hand https://www.tiefgang.net/bilder-geben-sich-die-klinke-in-die-hand/ Fri, 02 Aug 2019 22:57:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5621 [...]]]> Auch Werke zweier Künstlerinnen, die auch in der Kunstleihe Harburg vertreten sind, gingen mit an Bord der Cap San Diego, wo insgesamt 10 Künstlerinnen im Rahmen der „Exhibition NordKünste“ bis zum 25. August ausstellen.

Von Sonja Alphonso

Der persönliche Bezug zu den beiden Künstlerinnen Yvonne Lautenschläger und Antje Gerdts lockte mich trotz Hitzewelle am 26.07. zur Vernissage. Im Hamburger Hafen wehte zum Glück ein angenehm erfrischender Wind, den ich jedoch leider nicht mit unter Deck nehmen konnte.

Gleich beim Hineingehen erkannte ich das Duo Vilou, dem ich schon mal im „Komm du“ gelauscht hatte. Sie gaben kein Konzert, sondern sorgten bei der Veranstaltung nur für musikalische Untermalung, ganz dezent, um die Besucher nicht von den Bildern abzulenken.

 

Yvonne Lautenschläger: Melancholie

Bemerkenswert finde ich, dass ich kurz darauf „Melancholie“ erneut über den Weg lief; Einem Bild, welches ich vor Jahren in einem ganz eigenen Kontext gesehen, kennen und lieben gelernt hatte, gemalt von Künstlerin Yvonne Lautenschläger, die ich seinerzeit noch nicht kannte.

Wie heißt es so schön? „Man sieht sich immer zweimal im Leben“ oder „Wiedersehen macht Freude“. Ein anderes Bild von ihr hatte zuvor auch schon mal an Wiedererkennungswert gewonnen.

Einst kaufte ich nämlich im „Komm du“ eine Postkarte, die mir gefiel, und erkannte das Motiv wieder, als wir Anfang des Jahres die Eröffnung der Kunstleihe Harburg vorbereiteten. Darunter eben auch „veggie spa“ in Originalgröße.

 

Yvonne Lautenschläger: veggie spa

Es erfreut sich großer Beliebtheit und ist deshalb fast stets in Umlauf. Kaum wird es zurückgebracht, findet es schon den nächsten Liebhaber… oder eine Liebhaberin.

Nach diesem kleinen Exkurs kehre ich zurück zur Ausstellung auf der Cap San Diego. Ich habe mir einige Werke und/oder Künstlerinnen gemerkt. Vor allem eine „Gelbe Welle“ hatte es mir angetan. Auch die „Fernsicht“ und „Transzendenz“ der gleichen Malerin sprachen mich an.

Leider konnte ich Anne Beecken bei der Vernissage nicht persönlich begegnen und meine Begeisterung zum Ausdruck bringen, denn als ich nachfragte, erfuhr ich, dass sie nicht zugegen sein konnte.

Gefesselt wurde meine Aufmerksamkeit u. a. auch vom Kettenkasten, der allerdings nicht zur Ausstellung, sondern Ausstattung des Schiffes gehört. Dort lagert die schwerfällige Ankerkette. Durch eine ovale Luke sieht man die beeindruckenden großen Kettenglieder, aufgetürmt zu einem gewichtigen Haufen.

Wo ich schon beim maritimen Ambiente bin, kann ich auch gleich die von Antje Gerdts bemalten Kaffeesäcke erwähnen. Bilder, die weit unten im Schiff hängen. Ich möchte einen Besuch der untersten Etage wärmstens empfehlen, obwohl der Abstieg schweißtreibend war. Hier befand sich der gefühlte Stauraum für hohe Temperaturen, im Gegensatz zu kühl gelegenen Kellern.

Stichwort „Streifzug“. Dazu fällt mir ein Bild von Miriam Bonner ein. Ich schwelge auch in der „Poesie der Formen: Sommerfrische“ von Carmen Lohse oder erinnere mich an „Airy views“ von Christine Bernreuther.

Renate Hamer beeindruckte mich als schöne, reife, vitale Frau. Ihre abstrakten, bunten Bilder sah ich mit neuen Augen, nachdem ich wusste, von wem sie sind.

Bei „I´m“ von Dora Nowa hielt ich mich länger auf, und als visuelle Highlights nahm ich noch zwei Werke von Hildegard Langefeld wahr: „ei 01/06-4“ und „s/w XII“. Titel, die mir leider nicht auf die Sprünge helfen, was ich gesehen und dabei empfunden habe.

Marzena Brandt war auch noch mit von der Partie und zeigte Fotografien. Alles in allem eine bunte und runde Sache.

Exhibition Nordkünste – 10 Künstlerinnen stellen noch bis zum 25. August 2019 von 10:00 bis 18:00 Uhr auf der Cap San Diego, Hamburger Überseebrücke aus.

Weiterführend: www.medeas.space

 

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Der Spaß am Monster https://www.tiefgang.net/der-spass-am-monster/ Fri, 26 Jul 2019 22:15:09 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5581 [...]]]> Monster sind Ungetüme, ungeheuerlich und sinnlich unfaßbar. Und doch so verschieden wie unsere eigenen Phantasien. Ein Kunstprojekt für alle geht dem nun humorvoll nach und lädt ein … 

Es ist die Kunsttherapeutin Ulrike Hinrichs, die in Kooperation mit dem Künstler Sly Kristicevic, Leiter des Habibi Ateliers in den Harburger Arcaden, das neue Kunstprojekt startet. Und es geht um das Thema Monster. Mitmachen kann und sollte jeder, der Lust hat.

Aber wie zum Teufel kommt man nun auf Monster?

„Sly und ich leiten unterschiedliche Kreativgruppen“, sagt Ulrike Hinrichs. „Warum nicht ein gemeinsames Projekt starten, das Spaß macht und Menschen, von jung bis alt, über den künstlerischen Ausdruck verbindet, dachten wir uns.“ Denn Monster haben ja so ihren ganz besonderen Reiz. Und die individuellen Assoziationen zu den Fantasiewesen sind ganz unterschiedlich. Den einen flößen sie Angst ein und dienen als Mahnzeichen, wie etwa Gargoyle, der als Wasserspeier Kirchen schmückt, um böse Geister abzuschrecken. Der Harburger Künstler Thomas Timm hat für das Projekt so etwa einen Drachenvogel gezeichnet. „Aus Kindertagen erinnere ich mich an ein furchteinflößendes Monster unter meinem Bett. Ich hatte Angst, dass es mich in seine Unterwelt zieht, wenn ich zu dicht am Rand des Bettes stehe. Im psychologischen Kontext gefällt mir die Metapher der Monster als Symbol für unsere Schattenseiten. Wut, Angst, Scham, innere Leere, Schuldgefühle, die Monster haben ganz unterschiedliche Namen und sehen bei jedem anders aus. Üblicherweise wollen wir diese Anteile loswerden, aber das funktioniert nicht. Verdrängung ist Monsternahrung“, sagt Hinrichs.

„Wenn man die Bösewichte dann allerdings sichtbar macht, sehen sie oft ganz liebenswert aus. Es lohnt sich daher künstlerisch mit diesen Monstern zu arbeiten“, ergänzt sie. Es gibt zudem auch Kuschelmonster, die böse Träume fressen. Die in Harburg lebende Künstlerin Yvonne Lautenschläger hat bereits ein solches Monster zum Kunstprojekt beigesteuert. „Das Zip-Monstaa frisst Sorgen und schlingt sie durch sein Zipper-Maul“, so Künstlerin Lautenschläger.

Hinrichs nutzt den künstlerischen Ausdruck als eine Sprache der Intuition (Beitrag „Mit der Kunst die Intuition einfangen“).

„Nicht nur das Gestalten, sondern auch das Betrachten von Bildern weckt intuitive Prozesse. Wir gehen unbewusst, spielerisch und explorativ in Resonanz mit unterschiedlichen persönlichen Themen, die sich im Kunstwerk spiegeln. Es entsteht eine Verbindung zwischen Werk und Betrachter. Spielerische und kreative Prozesse fördern die Intuition“, meint die Kunsttherapeutin.

Am Monster Projekt beteiligt sind ganz unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen künstlerischen Fertigkeiten. Es geht nicht um perfektes Malen, sondern um kreativen Ausdruck. Beteiligt sind zum Beispiel die von Ulrike Hinrichs geleitete Künstlergruppe für Flüchtlinge und der kreative Bewegungsraum in der Seniorenresidenz Harburg.

Das Habibi Atelier, hat seine Räume offen für Bürger*innen des Stadtteils. Dort kann jeder mitmachen und sich von Sly beim Monster Malen inspirieren und helfen lassen. Auch Künstler*innen aus Hamburg und Umgebung sind am Projekt beteiligt. Aus den Motiven soll ein Monster-Kartenset entstehen, als Power Pack für die Intuition. Gern können Interessierte noch mitmachen. Die individuelle künstlerische Interpretation zum Thema ist frei.

Die Bildkarten nehmen Kontakt zu der intuitiven Wahrnehmung auf, spiegeln Gedanken, Anliegen, Wünsche und fördern kreatives Denken. Über die Kunst geht man in Kontakt mit den Gefühlen. Kreativität öffnet neue Räume. Sie befreit von Konzepten und Denkmustern. „Die Karten können beruflichen Kontext als Impulskarten für Therapie, Coaching, Beratung und auch in der Schule, Familie, im Urlaub zum Erzählen von Geschichten verwendet werden“, freut sich Hinrichs.

Wer Interesse hat, sollte sich ganz unbefangen melden unter ulrike.hinrichs@web.de

 

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