ZEIT-Stiftung https://www.tiefgang.net Fri, 19 May 2023 14:14:14 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Kunst in neuen Kontexten https://www.tiefgang.net/kunst-in-neuen-kontexten/ Fri, 19 May 2023 22:05:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9993 [...]]]> Das Bucerius Kunst Forum feiert am 8. Juni 2023 bereits sein 20jähriges Bestehen im Rahmen der Ausstellungseröffnung von Lee Miller. Fotografin zwischen Krieg und Glamour (10.6. – 24.9.2023) und blickt zuversichtlich in die Zukunft.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth wird zu diesem Anlass während der Eröffnung sprechen. Das Bucerius Kunst Forum wurde 2002 durch die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gegründet und mit der Ausstellung Picasso und die Mythen am 16. Dezember 2002 eröffnet. Bereits davor konnte als Preview die Ausstellung Meisterwerke aus Dresden vom 15.10. bis 19.11.2002 gezeigt werden.

Die ZEIT-Stiftung initiierte das Bucerius Kunst Forum, um die Förderung von bildender Kunst im Sinne der Stifter Ebelin und Gerd Bucerius nachhaltig zu gestalten. Seit 2002 hat das Haus 60 monografische Ausstellungen und Themenpräsentationen von der Antike bis zur Gegenwart sowie zahlreiche interdisziplinäre Veranstaltungen mitten im Zentrum von Hamburg angeboten und rund 3,5 Millionen Besucher:innen empfangen.

Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien: „20 Jahre nach seiner Gründung geht die Strahlkraft des Bucerius Kunst Forum weit über Hamburg hinaus. Zu dieser Erfolgsgeschichte gratuliere ich herzlich. Zudem freue ich mich, dass das Bucerius Kunst Forum in seinem Jubiläumsjahr ausschließlich Kunst von Frauen zeigt. Damit wird ein deutliches Zeichen gesetzt gegen die strukturelle Benachteiligung von Frauen, die es auch in der Bildenden Kunst seit Jahrhunderten gibt. Ich hoffe sehr, dass möglichst viele Kultureinrichtungen diesem Beispiel folgen werden – und Künstlerinnen in der Bildenden Kunst endlich die Sichtbarkeit erhalten, die ihnen zusteht.“

Manuel J. Hartung, Vorsitzender des Vorstands der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius: „Mit dem Bucerius Kunst Forum wurde vor 20 Jahren ein neuer Raum für Kunst mitten in der Hamburger Innenstadt geschaffen. Die Vision „Kunst für alle zugänglich zu machen“, ist durch den Erfolg von beeindruckenden Ausstellungen wie beispielsweise der zu „Frida Kahlo“ Wirklichkeit geworden. 3,5 Millionen Menschen haben das Bucerius Kunst Forum bisher besucht und auch zukünftig sollen die Ausstellungen möglichst viele Menschen mit den unterschiedlichsten Interessen und Prägungen begeistern, inspirieren und zum Austausch anregen. Kunstfreiheit ist Ausdruck von Demokratie: Mit dem Bucerius wollen wir auch in herausfordernden Zeiten wie diesen Orientierung geben und einen Raum für offene Diskussionen schaffen.“

Kathrin Baumstark, Direktorin des Bucerius Kunst Forums: „Ich schätze mich glücklich, bereits einen Teil der Geschichte des Bucerius Kunst Forums miterlebt und gestaltet zu haben. Ich freue mich darauf, das Bucerius Kunst Forum gemeinsam mit meinem Team in die Zukunft zu führen – durch Ausstellungen, die berühren und sich künstlerisch sowie durch aktuelle gesellschaftlich relevante Bezüge einprägen.“

Stefanie Lüdeking, Geschäftsführerin des Bucerius Kunst Clubs: „Als Philipp Adlung Geschäftsführer des Bucerius Kunst Forums wurde, war ich seine Assistentin und habe damals schon die ersten Mitglieder des Bucerius Kunst Clubs registriert. Heute zählt unser Freundeskreis rund 3.000 Unterstützer:innen. Das Bucerius Kunst Forum habe ich seit seiner Gründung als dynamisch und in steter Entwicklung wahrgenommen.“

 Bereits 1997 begannen die ersten Planungen in der ZEIT-Stiftung für das Bucerius Kunst Forum. Als wichtige Kennzeichen wurden seine zentrale Lage, die wechselnden Ausstellungen, die innerhalb einer Stunde besichtigt werden können, und Exponate von höchster Qualität aus verschiedenen Gattungen der bildenden Kunst festgelegt. Die Lage in direkter Nähe von Einkaufsstraßen und Büros sowie die Gestaltung der Ausstellungen sollten das Angebot einfach erfahrbar und nutzbar machen. Neben Ausstellungen wurde das Haus zudem ein Forum für Veranstaltungen aus anderen gesellschaftlichen Bereichen und Kunstgattungen. Die geeigneten Räumlichkeiten fand die ZEIT-Stiftung am Rathausmarkt, im ehemaligen Gebäude der Reichsbank von 1914. Heinz Spielmann, ehemaliger Direktor des Schloss Gottorf, wurde als Gründungsdirektor gewonnen und Ortrud Westheider vom Westfälischen Landesmuseum in Münster und heutige Direktorin des Museum Barberini in Potsdam als Kuratorin. Die frühzeitige Fertigstellung des Umbaus ermöglichte eine Vor-Premiere mit der Ausstellung Meisterwerke aus Dresden. Die erste eigens kuratierte Ausstellung Picasso und die Mythen fand vom 13. Dezember 2002 bis 16. März 2003 statt. Dem Team des Bucerius Kunst Forums standen von Beginn an ein Kuratorium aus hochkarätigen Persönlichkeiten der Museumsbranche sowie der Bucerius Kunst Club als aktiver Förderverein zur Seite.

Seit seiner Gründung erfreut sich das Bucerius Kunst Forum einer sehr positiven Resonanz und konnte bisher über 3,5 Millionen Besucher:innen, sowohl aus Hamburg als auch international, in seinen Ausstellungen und Veranstaltungen begrüßen. Herausragende Besucher:innenerfolge waren: Frida Kahlo (2006: 190.000 Besucher:innen), Marc Chagall. Lebenslinien (2010: 130.000 Beuscher:innen), William Turner. Maler der Moderne (2011: 110.000 Besucher:innen), Paula Modersohn-Becker. Der Weg in die Moderne (2017: 100.000 Besucher:innen) sowie die Schau David Hockney. Die Tate zu Gast (2020), die trotz Corona 90.000 Besucher:innen anlockte. Die aktuelle Ausstellung Gabriele Münter. Menschenbilder zählte in den ersten 10 Wochen bereits 55.000 Besucher:innen.

Auf die Besucher:innenerfolge reagierte das Bucerius Kunst Forum mit baulichen Erweiterungen. 2008 konnten die Räumlichkeiten um das Obergeschoss ergänzt werden, wodurch ein zweiter Ausstellungsraum, das Ian Karan Auditorium und die erste Malschule des Bucerius Kunst Forums entstanden. 2019 bezog das Bucerius Kunst Forum seine neuen Räume am Alten Wall 12. Über vier Etagen erstreckt es sich heute mit einer Ausstellungsfläche von 850 qm auf einer Ebene, die flexibel gestaltbar ist.

Das Bucerius Kunst Forum erweiterte das zeitliche Spektrum seiner Ausstellungen 2011 von der Antike bis zur Gegenwart, beginnend mit der Ausstellung Gerhard Richter. Bilder einer Epoche. Einen thematischen Schwerpunkt setzte die Ausstellungstriologie zur US-amerikanischen Kunst vor Edward Hopper 2007 bis 2009, die erstmalig die US-amerikanische Kunst zwischen 1800 und 1950 dem deutschen Publikum erschloss. 2023 steht das Ausstellungsprogramm ganz im Zeichen großartiger Künstlerinnen der bildenden Kunst.

Über die zwei Jahrzehnte wurde das Haus in personeller Kontinuität geführt. Auf Gründungsdirektor Heinz Spielmann folgte 2005 Ortrud Westheider als Direktorin. Philipp Adlung, erster Geschäftsführer, wurde 2007 von Andreas Hoffmann abgelöst. Als Ortrud Westheider 2016 zum Museum Barberini wechselte, wurde Franz Wilhelm Kaiser Direktor. Kathrin Baumstark, seit 2016 Kuratorin am Haus, wurde 2019 künstlerische Leiterin und 2022 Direktorin. Andreas Hoffmann hat das Bucerius am 1. Mai 2023 für die Geschäftsführung der documenta und des Museum Fridericianum verlassen. Anfang Juni 2023 übernimmt Evelyn Bertz die Leitung Verwaltung und Finanzen.

 

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Kindern vorzulesen ist wichtiger denn je https://www.tiefgang.net/kindern-vorzulesen-ist-wichtiger-denn-je/ Fri, 11 Nov 2022 23:43:41 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9472 [...]]]> Wem vorgelesen wird, liest später selbst gerne vor. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die jetzt vom Bundesbildungsministerium veröffentlicht wurde.

In der Pressemitteilung dazu heißt es:  

„Vorlesemonitor 2022“ Kindern vorzulesen ist wichtiger denn je

Die Bedeutung des Vorlesens für den Bildungserfolg von Kindern soll bei Eltern und der gesamten Gesellschaft mehr Aufmerksamkeit bekommen – so die Schlussfolgerung aus dem „Vorlesemonitor 2022“. Danach lesen immer weniger Eltern ihren Kindern vor. Das Bundesbildungsministerium unterstützt Initiativen zur Vorlese- und Leseförderung. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wer selbst in der eigenen Kindheit zuhause Vorlesen erlebt hat, liest den eigenen Kindern später mit höherer Wahrscheinlichkeit vor als wenn die eigene Erfahrung fehlt. 

Foto: Jennifer Braun

Was steckt hinter dem „Vorlesemonitor 2022“?

Es handelt sich um eine Bildungsstudie der Stiftung Lesen, der „Zeit“ und der Deutsche Bahn Stiftung – unterstützt vom Bundesbildungsministerium. Die Ergebnisse wurden am Montag in Berlin vorgestellt.  Für den „Vorlesemonitor 2022“ wurde die Vorlesepraxis in Familien mit Kindern im Alter von ein bis acht Jahren untersucht. Insgesamt wurden deutschlandweit 800 Familien in persönlichen Interviews befragt.

Die Studie zieht auch Rückschlüsse zu Umfrage-Ergebnissen der vergangenen Jahre. Zudem analysiert der Monitor Vorlesebiografien und Risikofaktoren – und macht Angaben, wie viel Vorlesestoff in den Familien vorhanden ist. Dabei werden analoge und digitale Angebote einbezogen.

Wie sind die wichtigsten Ergebnisse?

Der „Vorlesemonitor 2022“ zeigt unter anderem, dass 39 Prozent der 1- bis 8-jährigen Kinder selten oder nie vorgelesen wird. 2019 lag der Anteil bei 32 Prozent. Viele Eltern fangen mit oder nach dem zweiten Geburtstag der Kinder vergleichsweise spät mit dem Vorlesen an. Den meisten 3- bis 5-Jährigen wird laut Studie zu Hause vorgelesen. Spätestens mit dem Eintritt in die Schule lesen Eltern aber deutlich seltener vor. Vor allem Eltern mit formal geringer Bildung sind wenig aktiv. Mehr als die Hälfte von ihnen liest ihren Kindern selten oder nie vor.

Ergebnis ist zudem: Wer selbst in der eigenen Kindheit zuhause Vorlesen erlebt hat, liest den eigenen Kindern später mit höherer Wahrscheinlichkeit vor als wenn die eigene Erfahrung fehlt. Das zeigt sich tendenziell auch bei Erwachsenen mit formal geringer Bildung.

Was hat außer dem Bildungsstand der Eltern Einfluss auf das „Vorlese-Verhalten“?

Ein weiterer Aspekt ist, wie viel Vorlesestoff vorhanden ist. Je mehr Kinderbücher im Haushalt vorliegen, desto regelmäßiger lesen Eltern ihren Kindern vor und geben frühe Impulse für das (Vor-) Lesen weiter. So haben 44 Prozent der befragten Familien maximal zehn Kinderbücher im Haus. Die Auftraggeber der Studie halten es daher für dringend geboten, dass Bücher besser für alle Familien verfügbar sind.

Auch digitale Vorlesematerialien können dazu beitragen, dass Vorlesen und Lesen in mehr Familien stattfindet. 34 Prozent der Kinder nutzen digitale Bücher oder Kinderbuch-Apps – unabhängig davon, ob die Eltern regelmäßig vorlesen oder nicht.

Warum ist regelmäßiges Vorlesen so wichtig?

„Regelmäßiges Vorlesen ist nicht nur förderlich für die späteren Sprach- und Lesekompetenzen, sondern auch für die Fantasie und stärkt zudem die Eltern-Kind-Beziehung.“ Das betonte Jens Brandenburg, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium. Vorlesen sei somit ein überaus wichtiges Element früher Bildungsförderung. Laut dem Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, Jörg F. Maas, eröffnet Vorlesen „Kindern die Welt der Geschichten und legt wie keine andere Aktivität den Grundstein für Bildung und Zukunftschancen“.

Wie unterstützt der Bund Vorlese- und Leseförderung?

Der Bund fördert die Bemühungen für mehr Vorlese -und Leseaktivitäten mit einer Reihe von Maßnahmen und Initiativen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Jens Brandenburg, ist Mitglied im Kuratorium der Stiftung Lesen. Mit der Stiftung arbeitet der Bund auch bei der Initiative „Lesestart 1-2-3“ zusammen. Dabei wird Eltern für deren Kinder in den ersten drei Lebensjahren jeweils ein Buchgeschenk in Form von Lesestarts-Sets zur Verfügung gestellt. Das Bundesbildungsministerium fördert die Initiative seit 2011.

Mit der Informationskampagne „Lesen & Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“ will der Bund Menschen aller Altersgruppen und Bildungsvoraussetzungen erreichen. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der Kampagne auf Hausarztpraxen. Denn Beipackzettel verstehen, oder sich über gesunde Ernährung und Bewegungsangebote informieren, ist für viele nur schwer möglich. Rund 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland können nicht oder kaum lesen und schreiben.“

Zur Studie Vorlesemonitor 2022 hier: www.stiftunglesen.de

 

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35.000 Euro für ukrainische Kulturschaffende https://www.tiefgang.net/35-000-euro-fuer-ukrainische-kulturschaffende/ Fri, 16 Sep 2022 22:56:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9329 [...]]]> Zwei Spendenaktionen des Bucerius Kunst Forums und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius haben im Zeitraum von März bis 11. September 2022 insgesamt 35.000 Euro Spenden für den Culture of Solidarity Fund Ukraine der European Cultural Foundation generiert.

 Während der Ausstellungen Minimal Art. Körper im Raum und Herbert List. Das magische Auge konnten Besucher:innen des Bucerius Kunst Forums das sogenannte Solidaritätsticket alternativ zum regulären Ausstellungsticket für den doppelten Preis kaufen. Zudem war am 18. März der ukrainisch-russische Künstler Aljoscha mit seiner Installation Der evolutionäre Optimismus zu Gast. Freund:innen des Bucerius Kunst Forums spendeten über 11.000 Euro zu diesem Anlass. Die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Trägerin des Hamburger Ausstellungshauses, hat die so erzielten Spenden von insgesamt 17.000 Euro um 18.000 Euro ergänzt.

Prof. Manuel J. Hartung, Vorstandsvorsitzender der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius: „Gerade jetzt, nach einem halben Jahr Krieg, ist es wichtig, den Menschen in der Ukraine weiter beizustehen. Deshalb bin ich froh, dass wir mit den Spenden der vielen Besucher:innen und Freund:innen des Bucerius Kunst Forums Kulturschaffende in der Ukraine unterstützen können und jene, die geflüchtet sind. Mit der European Cultural Foundation haben wir dafür einen erfahrenen Partner an unserer Seite.“

Prof. Dr. Andreas Hoffmann, Geschäftsführer des Bucerius Kunst Forums: „Der solidarische Geist und die Bereitschaft, die Spendenaktionen in kürzester Zeit umzusetzen, war sowohl bei Aljoscha als auch im ganzen Team zu spüren. Wir freuen uns, dass sich unsere Besucher:innen durch das Solidaritätsticket angesprochen fühlten und danken unseren Freund:innen, die mit großzügigen Spenden auf die erschreckende Situation reagierten.“

Die European Cultural Foundation und eine Reihe weiterer Stiftungen aus ganz Europa haben mit dem Culture of Solidarity Fund Ukraine bis zum 31. August 2022 85 Projekte mit einer Gesamtsumme von 1.350.000 Euro gefördert. Direkt zu Beginn des Krieges hat das Expertenteam des Fonds über Kontakte in der Ukraine Nothilfeinitiativen und künstlerische Solidaritätsaktionen vor Ort ermittelt und mit größeren Spenden unterstützt. Dazu gehörte z.B. der Ukrainian Emergency Art Fund, der vom MOCA Museum of Contemporary Art, dem ukrainischen Medien Start-up Zaborana, der Kiewer Kunstgalerie The Naked Room und dem Kultur- und Museumskomplex Mystetskyi Arsenal eingerichtet wurde, um ukrainische Kulturprojekte durch einmalige Zahlungen oder Langzeit-Stipendien für Kulturschaffende aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus hat der Fonds verschiedene Initiativen gefördert, die Desinformation und Propaganda in den Medien und im Internet bekämpfen und hat Kultureinrichtungen in der Ukraine und ganz Europa dabei unterstützt, sichere Zufluchts- und Produktionsräume für ukrainische Künstler und Kulturschaffende bereit zu stellen. Dazu zählt z.B. die Initiative des Projektes Massia in Estland. Massia ist ein Ort in ländlicher Umgebung an dem Künstler:innen, Praktiker:innen, Wissenschaftler:innen, Aktivisten:innen und Forscher:innen, ihre Arbeitsbedingungen selbst bestimmen. Die Verantwortlichen heißen Künstler:innen und Kulturschaffende aus der Ukraine, aber auch politische Künstler:innen, Aktivist:innen oder Journalist:innen, die Russland aus Angst vor Verfolgung verlassen müssen, willkommen und bieten Residencies an. Die Förderungsaktivitäten des Culture of Solidarity Fonds für die Ukraine werden im September zusammen mit weiteren Partner:innen fortgesetzt und eine Reihe von Kulturveranstaltungen mit Künstler:innen und Kulturschaffenden aus der Ukraine unterstützt.

Quelle: buceriuskunstforum.de

 

 

Mehr Informationen zu den geförderten Projekten des Culture of Solidarity Fund Ukraine:

https://culturalfoundation.eu/stories/culture-of-solidarity-fund-ukraine-edition-grantees/

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Aufruf: Hilfe für ukrainische Kultur! https://www.tiefgang.net/aufruf-hilfe-fuer-ukrainische-kultur/ Fri, 01 Apr 2022 22:41:21 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8921 [...]]]> Der Krieg in der Ukraine nimmt auch etlichen ukrainischen Kulturschaffenden ihre Existenz. Hamburg ruft nun zur Hilfe auf und hilft selbst. Auch im Süden der Stadt kann was getan werden …

Seit dem 1. April 2022 schreibt die Behörde für Kultur und Medien (BKM) das Residenz-Programm INTRO in einer erweiterten Variante aus. Mit dem Programm soll schutzsuchenden Künstlerinnen und Künstlern ermöglicht werden, an Hamburger Kultureinrichtungen weiter künstlerisch tätig zu sein und eigene Projekte umzusetzen. Auf Initiative der Rudolf Augstein Stiftung, Claussen-Simon-Stiftung, ZEIT-Stiftung und Hamburgischen Kulturstiftung wurde außerdem der Hilfsfonds ART CONNECTS ins Leben gerufen, um Projekte von Hamburger Kultureinrichtungen und schutzsuchenden Künstlerinnen und Künstlern zu fördern. Für beide Programme stehen zunächst jeweils 150.000 Euro zur Verfügung.

Wer Räume, Darbietungsmöglichkeiten oder andere künstlerische Hilfen aus dem Süden der Stadt bieten kann oder will, kann sich auch unter kontakt@sued-kultur.de Betreff „Ukraine“ melden, um evtl. auf kurzem Wege unbürokratisch sich zu koordinieren. Hilfreich sind sicher Musik-Proberäume / Ateliers aber auch Auftrittsmöglichkeiten.

Das Programm „INTRO – Hamburg Residencies for artists at risk“ baut auf das seit 2019 erfolgreich laufende INTRO Programm der Kulturbehörde auf. Angesichts der aktuellen Lage wird es dieses Jahr vorgezogen und auf Residenzen für bis zu 20 Künstlerinnen und Künstler ausgeweitet. INTRO unterstützt Hamburger Kultureinrichtungen, Stadteilkultureinrichtungen, Vereine und Kollektive darin, Residenzen zur künstlerischen Zusammenarbeit für schutzsuchende Künstlerinnen und Künstler und weitere Kreative aller Nationalitäten zu schaffen. Diese können dadurch bis zu sechs Monate in den Einrichtungen arbeiten, weiter ihrer künstlerischen Arbeit nachgehen, eigene Projekte entwickeln und umsetzen und dabei erste Kontakte in Hamburg knüpfen. Hierfür erhalten die Einrichtungen bis zu 800 Euro monatlich für Sachkosten für künstlerischen Bedarf, Requisiten, Raummieten, Technik sowie Übersetzungen und sonstige Hilfsmittel. Hinzu kommt eine monatliche Pauschale von 300 Euro pro Einrichtung für die Betreuung der Künstlerinnen und Künstler. Für die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler wird es ein Rahmenprogramm geben, welches die Vernetzung untereinander und in die Hamburger Kulturlandschaft ermöglichen soll.

Die Ausschreibung ist zu finden unter: www.hamburg.de/bkm/kulturaustausch-interkulturell

Mit dem ART CONNECTS – Hilfsfonds für Projekte mit schutzsuchenden Kulturschaffenden wollen Hamburger Stiftungen und weitere Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft Hamburger Kultureinrichtungen und Künstlerinnen und Künstler zügig und unbürokratisch bei der künstlerischen Zusammenarbeit mit Schutzsuchenden unterstützen. Gefördert werden die Umsetzung von gemeinsamen Projekten ebenso wie Recherchen und ergebnisoffene Arbeitsprozesse. Schwerpunkt der Förderung sind in Hamburg schutzsuchende Künstlerinnen und Künstler aller Nationalitäten, die wegen des Kriegs in der Ukraine – vor dem Kriegsgeschehen oder vor Repressalien in ihrem Heimatland – geflüchtet sind. Initiiert wurde der Hilfsfonds ART CONNECTS von der Rudolf Augstein Stiftung, der Claussen-Simon-Stiftung, der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie der Hamburgischen Kulturstiftung. Weitere Förderer sind bisher die K. S. Fischer Stiftung, Mara und Holger Cassens-Stiftung, Gabriele Fink Stiftung, Dorit & Alexander Otto Stiftung, Richard Ditting GmbH & Co. KG und Quantum Immobilien AG.

Die Ausschreibung ist zu finden unter www.kulturstiftung-hh.de/artconnects. Anträge können ab dem 8. April 2022 über ein Online-Formular bei der Hamburgischen Kulturstiftung gestellt werden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Der Krieg in der Ukraine macht erneut deutlich, wie wichtig unabhängige Kunst und Kultur für lebendige Demokratien sind. Sie sind ein wichtiger Bestandteil von Frieden und Freiheit. Die Kulturbehörde hilft Künstlerinnen und Künstlern, die in der Hansestadt Schutz suchen, weiterhin künstlerisch produktiv zu sein. Zudem ermöglicht das Programm INTRO allen Beteiligten, durch das gemeinsame Arbeiten sich neue Perspektiven zu erschließen. Es braucht gerade jetzt die laute Stimme von Kunst und Kultur. Daher haben wir die Ausschreibung vorgezogen, um den Künstlerinnen und Künstlern, die jetzt nach Hamburg kommen eine Perspektive bieten zu können. Ich danke den Stiftungen, dass sie darüber hinaus den Fonds ART CONNECTS initiiert haben. Die Programme geben den schutzsuchenden Künstlerinnen und Künstlern eine Stimme und helfen ihnen, sich weiter künstlerisch auszudrücken.“  

Gesa Engelschall, geschäftsführender Vorstand der Hamburgischen Kulturstiftung: „Unmittelbar nach Beginn des Kriegs in der Ukraine haben Hamburger Kultureinrichtungen, Künstlerinnen und Künstler nicht nur Solidaritätsveranstaltungen auf die Beine gestellt, sondern auch gezielt mit in Not geratenen Kulturschaffenden Kontakt aufgenommen, um ihnen einen sicheren Ort und die Möglichkeit der Zusammenarbeit zu bieten. Darin möchten wir sie mit ART CONNECTS zügig und unbürokratisch unterstützen. Mit der Förderung von gemeinsamen Projekten wollen wir schutzsuchenden Kulturschaffenden die Möglichkeit geben, ihrer künstlerischen Tätigkeit nachzugehen, mit Hamburger Akteurinnen und Akteuren zusammenzuarbeiten und ihr Schaffen sichtbar zu machen. Und setzen damit auf die verbindende Kraft der Kunst!“

Die Ausschreibungen und Kontaktmöglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler finden Sie unter www.hamburg.de/bkm/kulturaustausch-interkulturell

Die Website der Senatskanzlei Hamburg hält viele hilfreiche Informationen für in Hamburg ankommende, auch auf Ukrainisch und Russisch, bereit: www.hamburg.de/ukraine

 

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Wer arbeitet für wen? https://www.tiefgang.net/wer-arbeitet-fuer-wen/ Fri, 02 Nov 2018 23:10:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4429 [...]]]> „Künstliche Intelligenz“ sei das nächste große Ding, prophezeien viele Technik-Freaks. Aber macht  sie die Arbeit sinnvoller, leichter oder ersetzt sie uns? Das Museum der Arbeit sucht Antworten.

In der Mitteilung der Stiftung Historische Museen Hamburg heißt es:

„Die Arbeitswelt der letzten Jahrzehnte war bereits von vielfältigen Prozessen der Automatisierung geprägt. Mit der Digitalisierung halten nun auch Algorithmen, Robotersysteme und künstliche Intelligenzen Einzug in mehr und mehr Bereiche unserer Arbeit. Die damit verbundenen Prognosen für die Zukunft der Arbeit führen zu Diskussionen über das Pro und Contra dieser Veränderungen.

Für manche stellt das Modell „Arbeit 4.0“ eine radikale und unabwendbare Bedrohung breiter Berufsfelder dar, für andere liegt in der zunehmenden Automatisierung keineswegs ein blinder Automatismus, sie plädieren vielmehr für eine aktive Gestaltung einer neuen Arbeitswelt, bei der gesellschaftliche, politische und soziale Lösungen mitgedacht werden müssen. Was machen wir also, wenn zukünftig Roboter und Künstliche Intelligenzen (KI) große Teile unserer Arbeit erledigen? Lassen wir die Arbeitswelt, wie wir sie kennen, für immer hinter uns und finden wir neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine? Beschert uns die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung ein freieres und selbstbestimmteres Arbeiten oder bedrohen die prognostizierten Szenarien unser Verständnis vom existenzsichernden und sinngebenden Arbeitsleben?

Die Sonderausstellung „Out of Office“, die im Museum der Arbeit in Zusammenarbeit mit dem Bucerius Lab der ZEIT-Stiftung ab 7. November 2018 zu erleben ist, setzt sich mit diesen Zukunftsfragen auf interaktive Weise auseinander. An elf thematisch spezifizierten Stationen wird den Besuchern gezeigt, welche fundamentalen Umbrüche durch Roboter und Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt bereits stattfinden und welche uns unter Umständen noch bevorstehen. Vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Wandels der Arbeitswelt bzw. der Prognosen und Visionen von zukünftigen Prozessen diskutiert die Ausstellung zusammen mit den Besuchern, wie wir als Gesellschaft mit den kommenden Veränderungen umgehen wollen, welche Chancen wir ergreifen können und mit welchen Risiken wir uns befassen müssen.

Grafik: MdA

Ziel der Ausstellung ist es, die Dimension der mit der Digitalisierung der Arbeitswelt verbundenen Veränderungen zu erkunden und den Besuchern eine Orientierung in der aktuellen Diskussion zu geben. Dabei möchte die Ausstellung zum einen für die Frage sensibilisieren, was wir eigentlich unter „Arbeit“ verstehen, und zum anderen Wissen darüber vermitteln, wovon wir eigentlich reden, wenn wir Schlagwörter wie „KI“ oder „Robotik“ benutzen. Anhand von Animationen, Info-Grafiken, Experten-Interviews, Filmsimulationen, Virtual-Reality-Stationen, den kreativen Ergebnissen einer KI und natürlich von Robotern möchte die Ausstellung zur Diskussion einladen, welche Möglichkeiten der Zukunftsgestaltung von verschiedenen Akteuren ins Spiel gebracht werden. In einem partizipativen Forum werden die Besucher dazu eingeladen, an Touch-Screens ihren individuellen Blick auf die Zukunft der Arbeit zu gestalten und zu bewerten.

OUT OF OFFICE

Ein Ausstellungsprojekt des Museums der Arbeit und des Bucerius Lab der ZEIT-Stiftung.
Dauer: 07.11.2018 – 19.05.2019 während der Öffnungszeiten des Museums.
Eröffnungsfestival zur Ausstellung: Warum arbeiten Sie noch?
am Samstag,  dem 10. November 2018 von 11 bis 20 Uhr, Eintritt frei.
mit Kuratorenführungen, Vorträgen, Workshops, Diskussionsrunden, Filmen und mehr.

Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, 22305 Hamburg, direkt am U-/S-Bahnhof Barmbek“

Quelle: Stiftung Historische Museen Hamburg

 

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