Kulturbehörde und Stiftungen bringen schutzsuchende Künstler*innen und Hamburger Kultureinrichtungen zusammen

Aufruf: Hilfe für ukrainische Kultur!

Grafik: Hamburger Kulturstiftung

Der Krieg in der Ukraine nimmt auch etlichen ukrainischen Kulturschaffenden ihre Existenz. Hamburg ruft nun zur Hilfe auf und hilft selbst. Auch im Süden der Stadt kann was getan werden …

Seit dem 1. April 2022 schreibt die Behörde für Kultur und Medien (BKM) das Residenz-Programm INTRO in einer erweiterten Variante aus. Mit dem Programm soll schutzsuchenden Künstlerinnen und Künstlern ermöglicht werden, an Hamburger Kultureinrichtungen weiter künstlerisch tätig zu sein und eigene Projekte umzusetzen. Auf Initiative der Rudolf Augstein Stiftung, Claussen-Simon-Stiftung, ZEIT-Stiftung und Hamburgischen Kulturstiftung wurde außerdem der Hilfsfonds ART CONNECTS ins Leben gerufen, um Projekte von Hamburger Kultureinrichtungen und schutzsuchenden Künstlerinnen und Künstlern zu fördern. Für beide Programme stehen zunächst jeweils 150.000 Euro zur Verfügung.

Wer Räume, Darbietungsmöglichkeiten oder andere künstlerische Hilfen aus dem Süden der Stadt bieten kann oder will, kann sich auch unter kontakt@sued-kultur.de Betreff „Ukraine“ melden, um evtl. auf kurzem Wege unbürokratisch sich zu koordinieren. Hilfreich sind sicher Musik-Proberäume / Ateliers aber auch Auftrittsmöglichkeiten.

Das Programm „INTRO – Hamburg Residencies for artists at risk“ baut auf das seit 2019 erfolgreich laufende INTRO Programm der Kulturbehörde auf. Angesichts der aktuellen Lage wird es dieses Jahr vorgezogen und auf Residenzen für bis zu 20 Künstlerinnen und Künstler ausgeweitet. INTRO unterstützt Hamburger Kultureinrichtungen, Stadteilkultureinrichtungen, Vereine und Kollektive darin, Residenzen zur künstlerischen Zusammenarbeit für schutzsuchende Künstlerinnen und Künstler und weitere Kreative aller Nationalitäten zu schaffen. Diese können dadurch bis zu sechs Monate in den Einrichtungen arbeiten, weiter ihrer künstlerischen Arbeit nachgehen, eigene Projekte entwickeln und umsetzen und dabei erste Kontakte in Hamburg knüpfen. Hierfür erhalten die Einrichtungen bis zu 800 Euro monatlich für Sachkosten für künstlerischen Bedarf, Requisiten, Raummieten, Technik sowie Übersetzungen und sonstige Hilfsmittel. Hinzu kommt eine monatliche Pauschale von 300 Euro pro Einrichtung für die Betreuung der Künstlerinnen und Künstler. Für die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler wird es ein Rahmenprogramm geben, welches die Vernetzung untereinander und in die Hamburger Kulturlandschaft ermöglichen soll.

Die Ausschreibung ist zu finden unter: www.hamburg.de/bkm/kulturaustausch-interkulturell

Mit dem ART CONNECTS – Hilfsfonds für Projekte mit schutzsuchenden Kulturschaffenden wollen Hamburger Stiftungen und weitere Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft Hamburger Kultureinrichtungen und Künstlerinnen und Künstler zügig und unbürokratisch bei der künstlerischen Zusammenarbeit mit Schutzsuchenden unterstützen. Gefördert werden die Umsetzung von gemeinsamen Projekten ebenso wie Recherchen und ergebnisoffene Arbeitsprozesse. Schwerpunkt der Förderung sind in Hamburg schutzsuchende Künstlerinnen und Künstler aller Nationalitäten, die wegen des Kriegs in der Ukraine – vor dem Kriegsgeschehen oder vor Repressalien in ihrem Heimatland – geflüchtet sind. Initiiert wurde der Hilfsfonds ART CONNECTS von der Rudolf Augstein Stiftung, der Claussen-Simon-Stiftung, der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie der Hamburgischen Kulturstiftung. Weitere Förderer sind bisher die K. S. Fischer Stiftung, Mara und Holger Cassens-Stiftung, Gabriele Fink Stiftung, Dorit & Alexander Otto Stiftung, Richard Ditting GmbH & Co. KG und Quantum Immobilien AG.

Die Ausschreibung ist zu finden unter www.kulturstiftung-hh.de/artconnects. Anträge können ab dem 8. April 2022 über ein Online-Formular bei der Hamburgischen Kulturstiftung gestellt werden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Der Krieg in der Ukraine macht erneut deutlich, wie wichtig unabhängige Kunst und Kultur für lebendige Demokratien sind. Sie sind ein wichtiger Bestandteil von Frieden und Freiheit. Die Kulturbehörde hilft Künstlerinnen und Künstlern, die in der Hansestadt Schutz suchen, weiterhin künstlerisch produktiv zu sein. Zudem ermöglicht das Programm INTRO allen Beteiligten, durch das gemeinsame Arbeiten sich neue Perspektiven zu erschließen. Es braucht gerade jetzt die laute Stimme von Kunst und Kultur. Daher haben wir die Ausschreibung vorgezogen, um den Künstlerinnen und Künstlern, die jetzt nach Hamburg kommen eine Perspektive bieten zu können. Ich danke den Stiftungen, dass sie darüber hinaus den Fonds ART CONNECTS initiiert haben. Die Programme geben den schutzsuchenden Künstlerinnen und Künstlern eine Stimme und helfen ihnen, sich weiter künstlerisch auszudrücken.“  

Gesa Engelschall, geschäftsführender Vorstand der Hamburgischen Kulturstiftung: „Unmittelbar nach Beginn des Kriegs in der Ukraine haben Hamburger Kultureinrichtungen, Künstlerinnen und Künstler nicht nur Solidaritätsveranstaltungen auf die Beine gestellt, sondern auch gezielt mit in Not geratenen Kulturschaffenden Kontakt aufgenommen, um ihnen einen sicheren Ort und die Möglichkeit der Zusammenarbeit zu bieten. Darin möchten wir sie mit ART CONNECTS zügig und unbürokratisch unterstützen. Mit der Förderung von gemeinsamen Projekten wollen wir schutzsuchenden Kulturschaffenden die Möglichkeit geben, ihrer künstlerischen Tätigkeit nachzugehen, mit Hamburger Akteurinnen und Akteuren zusammenzuarbeiten und ihr Schaffen sichtbar zu machen. Und setzen damit auf die verbindende Kraft der Kunst!“

Die Ausschreibungen und Kontaktmöglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler finden Sie unter www.hamburg.de/bkm/kulturaustausch-interkulturell

Die Website der Senatskanzlei Hamburg hält viele hilfreiche Informationen für in Hamburg ankommende, auch auf Ukrainisch und Russisch, bereit: www.hamburg.de/ukraine

 

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