Institutionen – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 29 May 2026 15:27:53 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Fußball, Masse und Macht https://www.tiefgang.net/fussball-masse-und-macht/ Mon, 01 Jun 2026 22:56:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13883 [...]]]> Hamburg bekommt eine neue Adresse für die Kultur, Kunst und Bildung. Und zur WM geht´s mit Schattenseiten des Fußballs los.

Während andernorts Flächen für Kultur oft nur schwer zu finden oder temporäre Provisorien sind, wächst im Johann Kontor am Klosterwall ein Ort heran, der langfristig überzeugen will. Ab Juni 2026 öffnet das „Kultur Kontor Hamburg“ seine Pforten – eine 700 Quadratmeter große Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche, die sich mitten im Herzen der Stadt, unweit der Kunstmeile, als neuer kultureller Anlaufpunkt etablieren soll.

Es ist ein ungewöhnliches Konstrukt: Die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) agiert hier als Hauptnutzerin, unterstützt von der Kulturbehörde. Dass ein internationaler Logistik-Riese wie Maersk die Fläche als Mieter durch einen Mieterlass fördert, zeigt zudem, wie moderne Stadtentwicklung und Kulturförderung Hand in Hand gehen können.

Kultursenator Dr. Carsten Brosda findet für diese neue Allianz klare Worte: „Mit dem Kultur Kontor bekommt Hamburg eine weitere Kulturfläche in zentraler Lage. Es bietet uns die großartige Möglichkeit, die Fläche flexibel zu bespielen.“ Flexibilität ist hier das Schlagwort. Das Kontor soll keine statische Galerie sein, sondern ein atmender Raum. Die SHMH wird die Fläche nutzen, um Einblicke in ihre Großprojekte zu geben – allen voran das mit Spannung erwartete Deutsche Hafenmuseum.

Was das Projekt besonders macht, ist seine Diversität. Einmal im Jahr gehört die Bühne der Behörde für Kultur und Medien, die hier Arbeiten der Edwin-Scharff-Preisträger*innen präsentiert. Damit schlägt man eine direkte Brücke zur Hamburger Kunstszene und gibt zeitgenössischen Positionen einen Raum, der weit über die Grenzen klassischer Museumswände hinausreicht.

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor der SHMH, unterstreicht den Anspruch: „Die SHMH möchte diese Fläche im Zentrum der Stadt für Präsentationen und Veranstaltungsformate zu verschiedenen ihrer aktuellen Großprojekte nutzen.“ Es geht um Transparenz, um den Arbeitsprozess hinter der Museumsarbeit und darum, die Stadtgesellschaft teilhaben zu lassen an dem, was hinter den Kulissen entsteht.

Die Eröffnung am 9. Juni markiert den Startschuss. Mit dem Johann Kontor gewinnt Hamburg eine Fläche, die architektonisch in die Moderne passt und inhaltlich genau das bieten will, was die Innenstadt so dringend braucht: einen Ort des Innehaltens, der Information und der ästhetischen Überraschung. Ein Kontor, in dem nicht mit Containern, sondern mit Ideen gehandelt wird.

Architektur trifft auf kulturellen Anspruch

Die architektonische Einbettung des Kultur Kontors ist dabei weit mehr als nur eine gefällige Unterbringung im Erdgeschoss. Von Beginn an war die kulturelle Nutzung als integraler Bestandteil des Johann Kontors fest im städtebaulichen Vertrag verankert. Frank Holst, Geschäftsführer von AUG. PRIEN Immobilien, betont: „Für uns war diese Entscheidung ein zentraler Aspekt unserer Planung und Durchführung.“

Das Ergebnis: eine bestens ausgestattete, barrierefreie Fläche, die durch ihre prominente Lage direkt am Klosterwall eine Brücke zwischen geschäftlichem Treiben und kultureller Reflexion schlägt. Es ist ein Raum, der durch seine moderne Transparenz einlädt – ein „atmender Raum“, wie es Kultursenator Dr. Carsten Brosda treffend formulierte. Dass ein internationaler Logistik-Riese wie Maersk als Hauptmieter den Standort durch einen Mieterlass fördert, unterstreicht die Rolle des Kontors als gesellschaftliches Engagement mitten in der Innenstadt.

Fußball, Masse und Macht

Passend zur anstehenden Fußballweltmeisterschaft der Männer im Sommer 2026 schlägt das Kultur Kontor mit seiner Eröffnungsausstellung ein Kapitel auf, das weit über den Sport hinausgeht. Ab dem 9. Juni 2026 wird die Wanderausstellung „SPORT. MASSE. MACHT. Fußball im Nationalsozialismus“ präsentiert.

Dass der Startschuss gerade in einem so neuen, offen gestalteten Raum erfolgt, ist kein Zufall. Die von der what matters gGmbH und dem Sportmuseum Berlin kuratierte Schau stellt die Frage, wie der Sport – und speziell der Fußball – zur Stabilisierung und Propagierung nationalsozialistischer Ideologie instrumentalisiert wurde. In Hamburg wird diese Ausstellung gemeinsam von der SHMH sowie der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte realisiert. Sie ist ein dringliches Angebot an das Publikum, die populärste Sportart der Welt einmal nicht nur unter Aspekten von Sieg und Niederlage zu betrachten, sondern als ein gesellschaftliches Feld, in dem Machtansprüche und ideologische Massenmobilisierung eine verheerende Allianz eingingen.

Die Ausstellung ist ein Auftakt, der verdeutlicht, welchen hohen Anspruch das Kultur Kontor Hamburg an sich selbst stellt: Hier soll nicht nur geschaut werden, hier soll diskutiert werden.

Ausstellungsdetails & Führungen

Für Interessierte, die sich tiefergehend mit den Inhalten der Ausstellung „SPORT. MASSE. MACHT.“ auseinandersetzen möchten, werden begleitende Führungen angeboten.

  • Eröffnung: 9. Juni 2026, 14.00 Uhr
  • Öffnungszeiten: Montag sowie Mittwoch bis Freitag von 10.00 bis 17.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr, Eintritt: Frei
  • Führungstermine: Informationen zu den aktuellen Terminen finden Interessierte auf der offiziellen Website: www.shmh.de/praesentationen/sport-masse-macht/
  • Vertiefende Infos zum Ausstellungsthema: sport-masse-macht.de

Ein Raum mit vielen Gesichtern

Die SHMH ist organisatorisch für das Programm verantwortlich. Man darf gespannt sein, welche weiteren Perspektiven sich hier in den kommenden Monaten eröffnen werden.

Das Programm des Kultur Kontors scheint klug konzipiert, um verschiedene Facetten der Hamburger Kulturlandschaft sichtbar zu machen. Denn die Stiftung Historische Museen Hamburg nutzt die Fläche künftig nicht nur als Galerie, sondern als aktive Plattform. Besonders spannend ist dabei der Fokus auf das Deutsche Hafenmuseum, das sich hier in einer intensiven Aufbauphase befindet. Besucher*innen erhalten die exklusive Möglichkeit, Einblicke in die Konzeption, die Objektauswahl und die komplexen Arbeitsverfahren dieses Großprojekts zu gewinnen – eine Art „Museum hinter den Kulissen“, das den Transformationsprozess unserer Stadtgeschichte erlebbar macht.

Edwin-Scharff-Preisträger*innen im Fokus

Ein weiterer Höhepunkt im Jahreskalender ist die jährliche Präsentation der Preisträger*innen des Edwin-Scharff-Preises, eine renommierte Auszeichnung Hamburgs, die seit 1955 jährlich an herausragende Künstler*innen für ihr Schaffen vergeben wird. Die Behörde für Kultur und Medien nutzt das Kultur Kontor dann für einen Monat, um diese herausragenden Leistungen in der bildenden Kunst ins Scheinwerferlicht zu rücken. In unmittelbarer Nähe zur Hamburger Kunstmeile entsteht so eine spannende Wechselwirkung: Die unmittelbare Nachbarschaft zu etablierten Institutionen schafft einen Dialog zwischen der arrivierten Kunstwelt und den frischen, preisgekrönten Positionen.

Ausblick:

Das Kultur Kontor versteht sich als „atmender Raum“. Die Mischung aus wechselnden Präsentationen der SHMH zu ihren Großprojekten und Modernisierungsvorhaben, temporären Ausstellungen zeitgenössischer Kunst durch Preisträger*innen und Informationsangeboten zum Deutschen Hafenmuseum sorgt für eine stete Dynamik, die dazu einlädt, öfter am Klosterwall vorbeizuschauen. Es ist diese bewusste Öffnung zur Stadtgesellschaft hin, die den besonderen Reiz ausmacht. „Das Kultur Kontor bietet uns die großartige Möglichkeit, die Fläche flexibel zu bespielen“, betonte Kultursenator Dr. Carsten Brosda – und genau diese Flexibilität scheint der Schlüssel zu sein, um aus einem reinen Ausstellungsort einen Ort der Begegnung zu machen.

Wer sich über das aktuelle Programm auf dem Laufenden halten möchte, findet alle Informationen unter www.shmh.de/kultur-kontor-hamburg. Das Kultur Kontor beweist schon jetzt, dass es nicht nur ein Raum für Exponate ist, sondern ein Ort, an dem die kulturelle Zukunft Hamburgs aktiv mitgestaltet wird.


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Wenn der Backstein swingt https://www.tiefgang.net/wenn-der-backstein-swingt/ Fri, 29 May 2026 22:25:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13944 [...]]]> Es gibt Tage, an denen die Hamburger Speicherstadt mehr ist als nur eine beeindruckende Kulisse für Smartphone-Bilder. Wenn die Kontorhäuser ihre Geschichte nicht nur in Stein meißeln, sondern im Takt von Lindy Hop mitschwingen, dann ist wieder UNESCO-Welterbetag.

von Carsten Leufelt-Schulz

Am 7. Juni 2026 lädt Hamburg dazu ein, das, was wir täglich als selbstverständlich zwischen Fleet und Klinker wahrnehmen, neu zu entdecken – unter dem Motto „Gemeinsam für Frieden und Verständigung“.

Dreh- und Angelpunkt des Geschehens ist das Kesselhaus am Sandtorkai. Wo einst Dampfmaschinen das Herz der Speicherstadt antrieben, schlägt am 7. Juni das kulturelle Herz der Stadt. Von 11 bis 19 Uhr verwandelt sich der Industriebau in einen Resonanzraum für Geschichte, Musik und Dialog.

Musikalisch wird es dabei alles andere als museal. Güneş und Marcus von HappyFeet Swing bringen den Geist der 1920er und 30er Jahre zurück auf das Pflaster der Speicherstadt. Wer den Rhythmus spüren will, ist um 15 Uhr beim Einführungskurs für Einsteiger*innen bestens aufgehoben. Wenn ab 16 Uhr „The Savoy Stompers“ gemeinsam mit der kalifornischen Sängerin Tiffany die Tanzparty eröffnen, trifft die Schwere der historischen Speicher-Architektur auf die Leichtigkeit des Swing – ein Kontrast, der Hamburgs weltoffene Identität perfekt widerspiegelt.

Wer die architektonischen Schätze der Stadt tiefergehend verstehen möchte, findet im Führungsprogramm fundierte Einblicke. Experten beleuchten ab 11, 13 und 15 Uhr die Welterbe-Kriterien der Speicherstadt und führen durch die Kontorhaus-Giganten wie das Chilehaus oder den Sprinkenhof.

Auch für das jüngere Publikum ist gesorgt: Während Familien bei speziellen Führungen (11 und 15 Uhr) erfahren, warum Wände in der Speicherstadt so dick sind und was Architektur mit Gewürzen zu tun hat, präsentiert das Allee Theater um 14 Uhr einen Ausschnitt aus der „Kleinen Zauberflöte“. Eine spielerische Hommage an die Hochkultur, die zeigt, dass Oper keine elitäre Angelegenheit ist.

Ein besonderer Clou des Tages ist der Blick über den Hamburger Tellerrand hinaus. Das Weltnaturerbe Wattenmeer ist zwar gut 100 Kilometer entfernt, doch am Welterbetag rückt es in die Speicherstadt. Auf einer geführten Wanderung durch die Innenstadt ziehen Experten Parallelen zwischen den Hamburger Brutvogelarten und dem artenreichen Wattenmeer. Es ist ein kluger Kniff, der daran erinnert, dass unser städtisches Welterbe – Speicherstadt und Kontorhausviertel – untrennbar mit dem ökologischen Erbe der Nordsee verbunden ist.

Das UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen ergänzt das Programm im Kesselhaus um eine globale Perspektive. Mit spielerischen Einblicken in die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) wird das Welterbe zum Lernort für eine Welt von morgen.

Der UNESCO-Welterbetag zeigt, dass Denkmalpflege weit mehr ist als nur der Erhalt von Fassaden. Es ist ein Forum für Begegnung. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es empfiehlt sich lediglich, rechtzeitig vor Ort zu sein, um die Führungen in Ruhe zu genießen. Ein Tag, der dazu einlädt, das „gemeinsame Erbe“ nicht nur zu bewahren, sondern aktiv zu erleben.

So., 7. Juni 2026, 11 – 19 Uhr, zentraler Ort: Kesselhaus, Am Sandtorkai 30

Alle Veranstaltungen sind kostenfrei

Weitere Infos: www.welterbe.hamburg


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Das Universum hinter Tönen https://www.tiefgang.net/das-universum-hinter-toenen/ Sat, 23 May 2026 22:39:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13891 [...]]]> Das Berufsfeld Musik im Jahr 2026 ist ein riesiges, oft unsichtbares Universum, das weit über die Rampe der klassischen Konzertbühne hinausreicht. Ein Portal leitet nun gekonnt hindurch …

Wer an ein Musikstudium denkt, sieht meist dasselbe Bild vor sich: Ein einsames Genie am Flügel, das stundenlang Tonleitern übt, oder die virtuose Geigerin, die auf den großen Solist*innenplatz im Orchester hinarbeitet. Doch wer die Augen und Ohren öffnet, merkt schnell: Das Berufsfeld Musik im Jahr 2026 ist ein riesiges, oft unsichtbares Universum, das weit über die Rampe der klassischen Konzertbühne hinausreicht.

Hinter den glänzenden Fassaden der Kulturmetropolen wächst eine Generation von Musikschaffenden heran, deren Alltag ganz anders aussieht. Da ist der Musiktherapeut, der mit Klängen Brücken zu Demenzerkrankten baut; die Musikpädagogin, die in der Popkultur die digitale Zukunft des Unterrichts erprobt; oder der Musikjournalist, der komplexe Kulturpolitik verständlich macht. Musik ist heute interdisziplinär, digital und flexibel. Doch genau diese enorme Vielfalt machte es jungen Talenten bislang schwer, den richtigen Weg zu finden. Die Auswahl war schlicht zu unübersichtlich, die Profile der einzelnen Institutionen zu verstreut. Bis jetzt.

Hier kommt der neue „Kompass Musikstudium“ ins Spiel, den das Deutsche Musikinformationszentrum (miz) – eine Einrichtung des Deutschen Musikrats – im Mai 2026 an den Start gebracht hat. Man darf sich dieses Tool nicht als verstaubtes Vorlesungsverzeichnis vorstellen, sondern als modernen digitalen Lotsen durch die deutsche Bildungslandschaft. In enger Kooperation mit der Hochschulrektorenkonferenz ist hier eine Plattform entstanden, die zum ersten Mal Ordnung in das Dickicht der Ausbildungsmöglichkeiten bringt.

Die nackten Zahlen des Portals (unter miz.org/de/kompass-musikstudium) sind beeindruckend: Mehr als 1.700 Studiengänge an Musikhochschulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland sind hier zentral erfasst und zugänglich gemacht worden. Das Besondere daran ist die intuitive Handhabung. Nutzer*innen müssen sich nicht mühsam durch die Websites von Dutzenden Instituten klicken, sondern können die Datenbank ganz gezielt nach drei Kernkriterien filtern:

Fachrichtung: Von Instrumentalausbildung über Musiktherapie und Journalismus bis hin zu pädagogischen Studiengängen.

Abschluss: Egal ob Bachelor, Master, Staatsexamen oder künstlerische Promotion.

Studienort: Eine geografische Suche, die zeigt, wo in Deutschland welche Schwerpunkte gesetzt werden.

Der Kompass liefert zu jedem Treffer kompakte, verlässliche Informationen über die tatsächlichen Studieninhalte und verlinkt direkt zu den weiterführenden Bewerbungs- und Prüfungsordnungen der jeweiligen Häuser. Das erklärte Ziel des miz ist es, Orientierung zu schaffen und jungen Menschen den oft einschüchternden Weg in den Musikberuf zu ebnen.

Wo der Code die Karriere trifft

Als wir vor einiger Zeit unter dem Titel „Wo der Code die Kunst trifft“ (Tiefgang, 21.04.2026) über die Digitalisierung der Musiklandschaft berichteten, ging es vor allem um neue ästhetische Räume, um Algorithmen in der Produktion und die Frage, wie Bits und Bytes die Kreativität verändern. Doch die Digitalisierung macht nicht an den Studiotüren halt – sie hat längst die gesamte Ausbildungslandschaft erfasst und gründlich durchgeschüttelt. Wer heute Musik studiert, muss oft selbst den Spagat zwischen Code und Kunst beherrschen. Das Problem: Die Wege dorthin waren bisher so verzweigt, dass viele Talente kapitulierten, noch bevor sie die erste Bewerbung abgeschickt hatten.

Genau an dieser Schnittstelle setzt der neue digitale Lotse an. Ein Blick auf das Suchportal (unter miz.org/de/kompass-musikstudium/suche) offenbart die schiere Bandbreite der modernen Musikwelt. Hier wird sichtbar, wie flexibel und spezialisiert die Ausrichtungen im Jahr 2026 geworden sind. Ob Kirchenmusik, Film&Sounds oder Musik&Geisteswissenschaft – die Bandbreite ist riesig und dazu kommen weitere interdisziplinäre Studiengänge an den Schnittstellen von Medien und Technologie, hochspezifische pädagogische Konzepte oder Nischenfächer – das Portal schlüsselt das unsichtbare Universum präzise auf.

Und der Kompass löst noch ein ganz praktisches, oft unterschätztes Problem: die Geografie der Ausbildung. Nicht jede*r kann oder möchte für das Studium ans andere Ende der Republik ziehen. Für all jene, die nahe der Heimat bleiben und in ihrem gewohnten Umfeld Wurzeln schlagen wollen, bietet die regionale Filterfunktion einen unschätzbaren Mehrwert. Mit wenigen Klicks lässt sich herausfinden, welche ungeahnten akademischen Schätze direkt vor der eigenen Haustür liegen. So wird der Code im Netz zum ganz realen Wegweiser für die Karriere in der Region.

Die Nische als Orientierung und Schutzfaktor

In Zeiten, in denen heftig über GEMA-Reformen, Verteilungsschlüssel und den Erhalt von Kulturräumen gestritten wird, ist Transparenz der erste Schritt zur Selbstbehauptung für den Nachwuchs. Wenn die traditionelle Förderung wackelt, müssen angehende Künstler*innen umso genauer wissen, wo sie ihre Nische finden können. Orientierung wird so zu einem echten Schutzfaktor für die ästhetische Vielfalt. Der neue Kompass erweist sich hier als echte Schatzkarte, die zeigt, dass die Musiklandschaft viel bunter ist, als es die starren Kategorien der Vergangenheit vermuten lassen.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt ein Selbstversuch auf der Plattform. Wer dort nach einem modernen Begriff wie „Computermusik“ sucht, wird nicht mit standardisierten Ergebnissen abgespeist, sondern stößt auf hochspezialisierte, innovative Studiengänge. Das Portal führt Interessierte beispielsweise direkt nach Essen an die Folkwang Universität der Künste. Dort verbirgt sich hinter der Suche weit mehr als nur technisches Handwerk: Studiengänge wie „Integrative Komposition“ oder „Professional Media Creation“ zeigen exemplarisch, wie die Ausbildung im Jahr 2026 auf die Anforderungen einer digitalisierten Kulturwelt reagiert.

Hier wird das visible Universum der Musik greifbar. Der Kompass bündelt diese oft versteckten Perlen und holt sie aus der Anonymität der akademischen Nische ins Rampenlicht. Er beweist, dass es sie gibt: die Orte, an denen Experiment, Technologie und Kunst fächerübergreifend verschmelzen. Für junge Menschen ist das die Chance, genau die Ausbildung zu finden, die zu ihrer Vision passt – abseits der ausgetretenen Pfade des Massenmarkts.

Ein Werkzeug mit und für die Zukunft

Mit dem „Kompass Musikstudium“ haben das miz und der Deutsche Musikrat einen Meilenstein gesetzt. In Zeiten, in denen sich die Koordinaten der Kulturwelt rasant verschieben, ist diese Plattform genau das richtige Werkzeug zur richtigen Zeit. Sie ist ein digitales Fundament, das Orientierung bietet, wo vorher oft nur Orientierungslosigkeit herrschte, und sie schützt die Vielfalt, indem sie die Nischen sichtbarer macht.

Doch so beeindruckend die jetzige Datenbank mit ihren über 1.700 Studiengängen bereits ist: Dieser Launch ist erst der Anfang. Das Portal ist als lebendiges System angelegt, und seine wahre Stärke wird sich in den kommenden Jahren entfalten. Wenn das Portal kontinuierlich mit neuen Fortentwicklungen, praxisnahen Inhalten und aktuellen Profilen gefüttert wird, wird seine Nützlichkeit für die Musiker*innen von morgen um ein Vielfaches steigen. Es ist ein erster, mutiger Schritt getan, um den digitalen Wandel in der Ausbildung nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu gestalten – damit das Musikland Deutschland auch in Zukunft so facettenreich bleibt, wie es dieser Kompass schon heute verspricht.

Hier zum Portal: https://miz.org/de/kompass-musikstudium


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Momente des Stillhaltens https://www.tiefgang.net/momente-des-stillhaltens/ Fri, 22 May 2026 10:10:13 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13896 [...]]]> Journalismus hat es in diesen Tagen schwer. Auch der Fotojournalismus, da doch jeder mit seinem Smartphone die Beliebigkeit der Bilder lediglich durch seinen Datenspeicher begrenzt sieht. Um so besser, wenn es jährlich eine Ausstellung der World Press Stiftung im Altonaer Museum gibt und die Aussage des Fotojournalismus und der Fotodokumentation zu würdigen weiß.

Seit dem 22. Mai und bis zum 15. Juni 2026 ist so auch dieses Jahr im Altonaer Museum eine große Auswahl von Fotos zu sehen, die Geschichten, die die Welt durch Fotografie vom 69. jährlichen World Press Photo Contest prägen und verbinden. Die jährliche Ausstellung präsentiert die Arbeiten der 42 ausgezeichneten Fotograf*innen und bringt Tiefe und Nuancen in unser Verständnis der Komplexität der Welt und hebt den überzeugendsten Fotojournalismus und die dokumentarischste Fotografie des vergangenen Jahres hervor. Die Gewinner*innen des World Press Photo Contest 2026 wurden von einer unabhängigen Jury aus 31 Fachleuten aus der ganzen Welt ausgewählt, die mehr als 57.376 Fotografien von 3.747 Fotograf*innen aus 141 Ländern überprüften. Die preisgekrönten Fotografien aus allen Regionen der Welt gehen dann jedes Jahr in einer Ausstellung auf Wanderschaft und werden in mittlerweile mehr als 100 Städten in fast 50 Ländern Station und auf der ganzen Welt von über einer Million Besucher*innen gesehen. In Hamburg präsentieren die Magazine GEO und stern die Ausstellung seit über 25 Jahren in Hamburg. Und eben im Museum Altona.

Die Themen des größten und renommiertesten Wettbewerbs dieser Art reichen von der Dokumentation politischer Auseinandersetzungen und kriegerischer Konflikte über die fotografische Schilderung der fortschreitenden Klimakrise bis zu Reportagen aus dem Alltagsleben unterschiedlicher Gesellschaften.

So das Foto von Tyrone Siu, Mitarbeiter und Fotojournalist bei der Agentur Reuters in Hongkong. Als in Tai Po ein Feuer auf einer Wohnanlage 168 Menschenleben forderte und Hongkong seinen tödlichsten Brand seit 1948 erlebte, wurden wir weltweit Zuschauer dieser Katastrophe. Der Fotograf Tyrone Siu traf einen Herrn Wong auf einer nahegelegenen Fußgängerbrücke etwa eine Stunde nach Beginn des Feuers. Herr Wong beobachtete, wie sein Haus in Flammen aufging, und fragte ängstlich, wo denn die Wasserwerfer und Löschfahrzeuge blieben und äußerte seine eh lange Angst vor den Renovierungsmaterialien. Obwohl keine offizielle Ursache gemeldet wurde, stellten Untersuchungen der Hongkonger Behörden später fest, dass starke Winde in Kombination mit dichtem Bambusgerüst, Baunetz und brennbaren Styroporplatten, die für die Fensterisolierung verwendet werden, als tödliche Beschleuniger fungierten, Bewohner im Inneren einsperrten, Notausgangswege blockierten und die anfängliche Reaktion behinderten. Das Feuer, das während der laufenden Renovierungsarbeiten ausbrach, unterstrich langjährige Bedenken hinsichtlich der Brandschutzvorschriften in alternden Hochhäusern.
Mehr als 2.000 Feuerwehrleute aus dem ganzen Gebiet waren an den massiven Rettungsmaßnahmen beteiligt, die durch die Höhe der Wohnanlage und die intensive Hitze erschwert wurden. Die Operation führte zum Tod eines Feuerwehrmanns und zu Verletzungen von 12 anderen. Nach der Katastrophe überprüft die Feuerwehr von Hongkong ihre Sicherheitsprotokolle für Hochhäuser, die sich externen Renovierungen unterzogen haben.

Foto: Tyrone Siu / Reuters

Was wir sehen: ein einziges Bild, das die Geschichte in einen einzigen Moment komprimiert. Ein Bild, das eben alles sagt über Katastrophen, Ängste, Menschen. „Zu keinem Zeitpunkt ist die Notwendigkeit genauer Informationen unerlässlicher, aber gleichzeitig schwieriger zu produzieren. Deshalb müssen wir alle eine freie Presse unterstützen.“ Ein Statement der World Press Stiftung, das alles sagt.

Oder Das Bild „Drone Wars“ von David Guttenfelder.  Guttenfelder ist Fotojournalist für die New York Times mit Sitz in Minneapolis und behandelt thematisch vor allem geopolitische Konflikte, humanitäre Krisen, Umweltfragen oder soziale Ungerechtigkeit. Über eine 30-jährige Karriere hat er über große Weltereignisse von Aufträgen auf der ganzen Welt berichtet.

Drone Wars von David Guttenfelder, The New York Times

So auch über den Krieg Russlands gegen die Ukraine. Als Russland Anfang 2022 seine umfassende Invasion in der Ukraine startete, dominierten Artillerie, Raketen, Panzer und Grabenkriege das Schlachtfeld. Die ukrainischen Streitkräfte sahen sich einem weitaus größeren und mechanisierteren Militär gegenüber. Ihr Überleben hing und hängt bis heute von der Improvisation ab und prägte eine der bedeutendsten Veränderungen in der modernen Kriegsführung: den Aufstieg des Drohnenkampfes. Hobby-Drohnen werden in ferngesteuerte Waffen umfunktioniert, und massenproduzierte First-Person-View (FPV)-Drohnen werden von Kilometern entfernt mit tödlicher Präzision gesteuert. Das Ergebnis ist ein unerbittliches Drohnen-Wettrüsten mit Russland und der Ukraine, die jetzt Millionen von Drohnen pro Jahr produzieren. Die Technologie wird bereits in Konflikten weltweit repliziert. Weite Gebiete der Ukraine wurden in „Tötungszonen“ verwandelt, in denen Zivilisten angegriffen, vertrieben und oft gefangen sind. Soldaten verbringen die meiste Zeit in unterirdischen Bunkern oder Kellern, die nicht versorgt werden können. Die rasante Weiterentwicklung der Drohnentechnologie übertrifft die internationalen rechtlichen Rahmenbedingungen und wirft tiefgreifende Fragen über Rechenschaftspflicht, Aufsicht und den Schutz des zivilen Lebens auf. Das Foto dokumentiert quasi die gesamte Geschichte der Bemühungen der Ukraine, ihre Drohnenfähigkeiten und die Auswirkungen russischer Drohnenangriffe auf Zivilisten und Soldaten zu verbessern. Die mörderische Kriegsindustrie.

Eine Ausstellung, dessen Besuch sich also jährlich stets aufs Neue lohnt. Die die Kraft aber auch Kunst der Fotografie eben durch ihr Zeigen selbst unterstreicht und neben der visuellen Faszination nachdenklich stimmt.

Bis 15. Juni: Ausstellung World Press Photo Exhibition 2026

Altonaer Museum |Museumstraße 23 |22765 Hamburg | Tel. 040 – 428 135 801

Besuchszeiten: Mo – Mi: 10 – 17 Uhr, Die geschlossen, Do – Fr: 10 – 20 Uhr, Sa – So: 10 – 18 Uhr

Tickets: 8,50 € für Erwachsene, 6 € für Gruppen von mehr als 10, ermäßigt 5 €

Weitere Informationen: www.worldpressphoto.org und www.shmh.de


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Die Mauer aus Paragrafen https://www.tiefgang.net/die-mauer-aus-paragrafen/ Sat, 09 May 2026 22:11:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13800 [...]]]> Die Debatte um die Harburger Kulturförderung erreicht mit der Stellungnahme der Behörde für Kultur und Medien (BKM) vom 5. Mai 2026 eine neue, ernüchternde Stufe der bürokratischen Logik.

Wer glaubte, dass die seltene Einigkeit der Harburger Parteienlandschaft in der Kulturbehörde für ein Umdenken sorgen würde, sieht sich nun eines Besseren belehrt. Es ist ein politisches Schauspiel der besonderen Art: Alle Harburger Fraktionen – von der Linken bis zur FDP – stehen Seite an Seite und fordern eine jährliche Erhöhung der Mittel um 457.000 Euro. Sie wollen endlich die Früchte des Kulturentwicklungsplans ernten und Institutionen wie SuedKultur oder das Kulturhaus Süderelbe auf ein solides Fundament stellen. Doch die Antwort aus der City liest sich wie ein Lehrstück in Sachen Zuständigkeitsvermeidung.

Die Kulturbehörde vollführt in ihrer Stellungnahme einen bemerkenswerten rhetorischen Spagat. Einerseits gibt sie den Harburger*innen recht: Ja, der Bezirk ist unterfinanziert. Ja, das kulturelle Potenzial wird nicht ausgeschöpft und kann es auch nicht. Andererseits zuckt sie mit den Achseln und verweist auf eine Steigerung von mickrigen 1,39 %, die gerade einmal die Tarifsteigerungen auffängt. Mehr sei nicht drin, und eine einseitige Bevorzugung Harburgs verbiete das System.

Das ist das Harburger Paradoxon: Man bescheinigt dem Bezirk schwarz auf weiß eine strukturelle Benachteiligung, weigert sich aber, diese zu beheben, weil man damit andere Bezirke benachteiligen könnte, die historisch gesehen ohnehin mehr Geld bekommen. Die Forderung der Behörde, dass alle sieben Bezirke gemeinsam einen neuen Verteilungsschlüssel aushandeln müssen, gleicht einer diplomatischen Sackgasse. Es ist, als würde man sieben hungrigen Menschen einen zu kleinen Kuchen hinstellen und verlangen, dass sie sich einstimmig auf eine neue Verteilung einigen, während einige bereits seit Jahren die größeren Stücke auf dem Teller haben.

Besonders bitter stößt auf, dass die Behörde die bezirkliche Entscheidungshoheit als hohes Gut preist. Doch was nützt die Hoheit über die Mittel, wenn diese Mittel hinten und vorne nicht reichen, um die selbst gesteckten Ziele der Kulturentwicklung zu erreichen? Das Bezirksamt hat einen Mehrbedarf von fast einer Million Euro angemeldet. Die Antwort der Behörde darauf ist eine Nullrunde mit Ansage.

Die Harburger Abgeordneten in der Bürgerschaft sind nun mehr denn je gefordert. Wenn die Behörde sich hinter dem Verteilungsschlüssel verschanzt, muss der politische Druck direkt in den Haushaltsverhandlungen der Stadt erhöht werden. Es geht nicht darum, anderen Bezirken etwas wegzunehmen. Es geht darum, dass eine wachsende Stadt wie Hamburg ihre Stadtteilkultur nicht nach historischen Zufälligkeiten, sondern nach aktuellen sozialen Realitäten finanzieren muss.

Wenn die Mauer aus Paragrafen nicht fällt, wird der viel gelobte Kulturentwicklungsplan als Papiertiger in den Archiven verstauben. Harburg hat geliefert, was Konzepte und Engagement angeht. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Hansestadt zeigt, ob ihr die kulturelle Teilhabe südlich der Elbe wirklich mehr wert ist als eine freundliche Stellungnahme. Alles andere wäre eine Fortsetzung jener Böhmschen Briefkultur, die zwar korrekt im Ton, aber verheerend in der Wirkung ist.


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Warum uns die „Reform“ alle angeht https://www.tiefgang.net/warum-uns-die-reform-alle-angeht/ Thu, 07 May 2026 22:36:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13780 [...]]]> In unserer dreiteiligen Serie „Der Preis der Töne“ beleuchten wir die fundamentale Krise der GEMA.

In den letzten zwei Jahren gab es heftige Debatten über die Verteilungsschlüssel innerhalb der GEMA-Sparten (U-Musik vs. E-Musik). Der Kern des Streits: Große Verlage und „Top-Verdiener“ profitieren systemisch stärker von Pauschalauszahlungen. Die Reform nun soll einiges ändern: Kleinere Urheber*innen fordern eine transparentere und „basisnähere“ Verteilung, die besonders Live-Auftritte in kleinen Clubs fairer entlohnt, statt nur die Radio-Charts zu bedienen. Was als solidarisches Schutzschild für Komponist*innen begann, droht im Jahr 2026 unter dem Druck von Algorithmen und Markteffizienz zu zerbrechen. Wir blicken auf die Wurzeln, die Fronten und die Zukunft unserer Musikkultur.

Heute: wem nützt die Reform?

Wenn wir über die GEMA-Reform sprechen, geht es um weit mehr als um nackte Zahlen auf den Konten der Urheber*innen. Es geht um die Zerstörung eines Ökosystems, das Deutschland weltweit einzigartig macht. Wenn das Solidarprinzip der reinen Marktlogik geopfert wird, trifft der drohende Kahlschlag die gesamte kulturelle Infrastruktur des Landes.

Die Folgen ziehen Kreise wie ein Stein, der in ein ruhiges Gewässer geworfen wird. Zuerst trifft es jene, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Wie die Interessengemeinschaft der Musikverleger (Mai 2026) in einer Stellungnahme zu bedenken gab: „Ohne die bisherigen Ausschüttungen bricht das Geschäftsmodell für jene weg, die das Wagnis eingehen, komplexe Partituren zu drucken und zu verbreiten, die sich erst in Jahrzehnten amortisieren.“

Wenn diese Verlage sterben, verschwindet das gedruckte Gedächtnis unserer musikalischen Gegenwart. Noch dramatischer zeigt sich dann das Bild bei den Festivals und Ensembles für Neue Musik. Sinkt die Unterstützung, stirbt die Nische – und mit ihr jene Experimentierräume, in denen die Sprache der Musik von morgen überhaupt erst entwickelt wird. Was bleibt, ist ein kultureller Einheitsbrei; ein Musikland Deutschland, das seine Museen pflegt, aber seinen lebendigen Geist aushungert.

Besonders bitter ist die Perspektive für den ländlichen Raum. Während die großen Metropolen ihre Leuchttürme vielleicht noch durch kommunale Mittel retten können, droht in der Fläche die kulturelle Verödung. Wenn nun die Markttauglichkeit zum alleinigen Gradmesser wird, werden jene Stimmen verstummen, die zu leise für die großen Algorithmen, aber zu wichtig für den gesellschaftlichen Diskurs sind.

Was am Ende dieser Debatte bleibt, ist die Frage nach dem sozialen Vertrag unserer Kultur. Wenn die GEMA-Hauptversammlung im Mai 2026 ihre Stimme abgibt, entscheidet sie über das Fortbestehen der Idee, dass Kunst Freiheit braucht, um auch dort zu existieren, wo sie sich nicht sofort rechnet. Wie der Journalist Axel Brüggemann in Backstage Classic (Mai 2026) mahnte, darf es nicht dazu kommen, dass ökonomische Selektionslogik die ästhetische Vielfalt besiegt.

Wahre Modernisierung hieße, die Instrumente der Förderung so zu schärfen, dass sie Nachwuchs und Innovation schützen, ohne die wirtschaftliche Basis zu gefährden. Es liegt nun an den Urheber*innen selbst zu beweisen, dass sie mehr sind als die Summe ihrer Klicks – und dass die Solidarität, die Richard Strauss einst begründete, auch im Zeitalter der Algorithmen noch einen unschätzbaren Wert besitzt.

Teil1: Richard Strauss und das Erbe von E und U

Teil2: Die Logik des Marktes


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Die Logik des Marktes https://www.tiefgang.net/die-logik-des-marktes/ Wed, 06 May 2026 22:28:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13775 [...]]]> In unserer dreiteiligen Serie „Der Preis der Töne“ beleuchten wir die fundamentale Krise der GEMA.

In den letzten zwei Jahren gab es heftige Debatten über die Verteilungsschlüssel innerhalb der GEMA-Sparten (U-Musik vs. E-Musik). Der Kern des Streits: Große Verlage und „Top-Verdiener“ profitieren systemisch stärker von Pauschalauszahlungen. Die Reform nun soll einiges ändern: Kleinere Urheber*innen fordern eine transparentere und „basisnähere“ Verteilung, die besonders Live-Auftritte in kleinen Clubs fairer entlohnt, statt nur die Radio-Charts zu bedienen. Was als solidarisches Schutzschild für Komponist*innen begann, droht im Jahr 2026 unter dem Druck von Algorithmen und Markteffizienz zu zerbrechen. Wir blicken auf die Wurzeln, die Fronten und die Zukunft unserer Musikkultur.

Heute: Wer zahlt und wer bekommt?

Wenn man die prunkvollen Foyers der Musikgeschichte verlässt und die kühlen Büros der GEMA-Zentrale in München betritt, ändert sich die Sprache. Hier regieren nicht mehr Partituren, sondern Bilanzen und Rechtsgutachten. Der Kern der aktuellen GEMA-Reform lässt sich auf ein Wort reduzieren: Äquivalenz.

Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine juristische Zäsur. Wie der Bundesgerichtshof (BGH) bereits in seinem richtungsweisenden Urteil von 2011 festschrieb, muss die Verteilung der Einnahmen streng dem wirtschaftlichen Wert der Nutzung folgen. Für den GEMA-Vorstand ist die Reform daher keine Herzensangelegenheit, sondern eine rechtliche Notwendigkeit. In internen Papieren und öffentlichen Stellungnahmen betont die GEMA-Führung (März 2026) immer wieder: „Wir müssen unsere Verteilungsschlüssel gerichtsfest und marktgerecht gestalten, um im internationalen Wettbewerb gegen profitorientierte Verwerter aus den USA bestehen zu können“.

Doch was die eine Seite als Modernisierung preist, nennt die andere Seite Verrat. Besonders laut hallt der Protest aus den Bildungsstätten des Landes. In einem beispiellosen Brandbrief der Rektor*innen deutscher Musikhochschulen (April 2026) warnten die Unterzeichner*innen eindringlich: „Die Pläne, den sogenannten Kulturfaktor massiv zu beschneiden, treffen das Herz der zeitgenössischen Komposition und drohen einen Kahlschlag in der Nachwuchsförderung auszulösen“.

Die Fronten sind verhärtet: Die Reformbefürworter*innen argumentieren, dass nur eine „verschlankte und effiziente GEMA“ das Überleben der Urheber*innen im digitalen Zeitalter sichern kann. Die Kritiker*innen halten dagegen, dass neue Fördermodelle wie „Contemporary Classic“ (CCL) lediglich „Nebelkerzen“ seien, die den massiven Rückzug aus der E-Musik-Förderung kaschieren sollen.

Besonders brisant ist dann noch die Frage der Mitbestimmung. Da die Reform die Ausschüttungen für viele Nischen-Genres kürzt, rückt die finanzielle Schwelle für eine „ordentliche Mitgliedschaft“ für junge Komponist*innen in weite Ferne. . Die „ordentliche Mitgliedschaft“ liegt aktuell und primär in einer starren Umsatzgrenze: Nur wer über mehrere Jahre hinweg signifikante Einnahmen durch GEMA-Vergütungen nachweist, erhält das volle Stimmrecht und Zugang zur Altersversorgung. In der Welt der Verteilungsschlüssel wird so also aus dem solidarischen „Wir“ von Richard Strauss ein exklusiver „Club der Etablierten“, in dem, wie es in einem Kommentar der FAZ (Mai 2026) hieß, faktisch das Prinzip „The winner takes it all“ Einzug hält.

Teil1: Richard Strauss und das Erbe von E und U


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Richard Strauss und das Erbe von E und U https://www.tiefgang.net/richard-strauss-und-das-erbe-von-e-und-u/ Tue, 05 May 2026 22:13:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13768 [...]]]> In unserer dreiteiligen Serie „Der Preis der Töne“ beleuchten wir die fundamentale Krise der GEMA.

In den letzten zwei Jahren gab es heftige Debatten über die Verteilungsschlüssel innerhalb der GEMA-Sparten (U-Musik vs. E-Musik). Der Kern des Streits: Große Verlage und „Top-Verdiener“ profitieren systemisch stärker von Pauschalauszahlungen. Die Reform nun soll einiges ändern: Kleinere Urheber*innen fordern eine transparentere und „basisnähere“ Verteilung, die besonders Live-Auftritte in kleinen Clubs fairer entlohnt, statt nur die Radio-Charts zu bedienen. Was als solidarisches Schutzschild für Komponist*innen begann, droht im Jahr 2026 unter dem Druck von Algorithmen und Markteffizienz zu zerbrechen. Wir blicken auf die Wurzeln, die Fronten und die Zukunft unserer Musikkultur.

Heute: zur Herkunft des Urheberrechts

Es ist ein nebliger Vormittag im Jahr 1903, als Richard Strauss in Berlin Geschichte schreibt. Gemeinsam mit Hans Sommer und Friedrich Rösch gründet er die AFMA – die Anstalt für musikalische Aufführungsrechte. Sein Antrieb war so simpel wie revolutionär. „Musikschaffende sollten nicht länger nur Almosenempfänger sein, sondern Teilhaber am wirtschaftlichen Erfolg ihrer eigenen Schöpfung“, so begründete Richard Strauss die Initiative im Rahmen der Gründungsversammlung der AFMA 1903.

Es war der Moment, in dem die Kunst ihre ökonomische Mündigkeit forderte. Strauss verstand, dass Komponist*innen gegenüber mächtigen Verlagen und Veranstalter*innen nur dann eine Chance hatten, wenn sie ihre Rechte bündelten. Damit legte er den Grundstein für das, was wir heute als kulturelles Solidaritätsprinzip kennen: Ein System, in dem die Urheber*innen gemeinsam für den Wert ihrer Arbeit einstehen.

Dieses System beruhte von Anfang an auf einer fast schon romantischen Übereinkunft: Die „starken“ Schultern der Unterhaltungsmusik stützen die „schwachen“ Glieder der ernsten Musik. Es war eine bewusste Entscheidung gegen die reine Marktlogik – eine Subventionierung des kulturell Wertvollen durch das kommerziell Erfolgreiche.

Heute, über 120 Jahre später, wirkt diese Trennung zwischen „E“ (Ernster Musik) und „U“ (Unterhaltungsmusik) so anachronistisch wie ein Grammofon im Apple Store. Und doch ist sie das emotionale Epizentrum der aktuellen Debatte. Kritiker*innen der GEMA-Reform sehen die Seele der Solidarität in Gefahr. So konstatierte der Journalist und Kulturkritiker Axel Brüggemann in der Ausgabe von Backstage Classic im Mai 2026, dass sich die Institution unaufhaltsam in eine „Gemeinschaft der Egoisten“ verwandle, wenn die solidarische Quersubventionierung unter dem Vorwand der Modernisierung abgeschafft werde. Der Riss geht tief: War die GEMA je ein reines Inkassounternehmen? Oder ist sie, wie Strauss es wohl sah, eine Kulturinstitution, deren wichtigstes Gut nicht der Euro, sondern die Vielfalt ist? Während die Algorithmen des Streaming-Zeitalters heute den Marktwert eines Liedes in Sekundenbruchteilen berechnen, stellt uns das Erbe von Strauss vor eine weit unbequemere Frage: Welchen Preis hat die Musik, die sich nicht sofort rechnet?


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Stimmen der Gegenwart https://www.tiefgang.net/stimmen-der-gegenwart/ Sat, 25 Apr 2026 22:39:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13690 [...]]]> Wenn in Buxtehude jährlich die Shortlist für den Buxtehuder Bullen präsentiert wird, ist es immer auch ein lokales Bekenntnis zur Leseförderung und zum Dialog zwischen den Generationen. Am 23. April wurde nun die Liste für den 55. Bullen offiziell vorgestellt.

Aus rund 80 Titeln hat die Jury fünf Favoriten ausgewählt, die nun um die renommierte Stahltrophäe und das Preisgeld von 5.000 Euro konkurrieren.

Das Herzstück dieses Jugendliteraturpreises ist seit seiner Gründung durch Winfried Ziemann im Jahr 1971 die absolute Augenhöhe. Elf Jugendliche und elf Erwachsene bilden eine paritätische Jury. Diese Struktur sorgt dafür, dass die Auswahl nicht über die Köpfe der Zielgruppe hinweg getroffen wird, sondern mitten aus ihrer Lebensrealität heraus entsteht. Dass der Preis heute durch die Stadtbibliothek und Förderer wie die Else und Heinrich Klindworth-Stiftung getragen wird, unterstreicht die tiefe Verwurzelung in der Stadtgesellschaft.

Die diesjährige Shortlist ist ein Spiegelbild globaler und persönlicher Krisen, verpackt in mitreißende Narrative. Jedes der fünf Bücher fordert seine Leser*innen heraus, die Perspektive zu wechseln.

Basma Hallak greift in Please Unfollow (Arctis, 416 Seiten, 19 Euro) das Thema Sharenting auf. Die Geschichte der 17-jährigen Sherry, deren Leben ungefragt auf Social Media vermarktet wurde, ist ein hochaktuelles Plädoyer für das Recht auf die eigene Identität in einer digitalisierten Welt.

Mit Hilde Myklebusts Auch am Tag leuchten die Sterne (CARLSEN, 256 Seiten, 15 Euro; übersetzt von Meike Blatzheim) weht ein norwegischer Wind durch die Auswahl. Die Erzählung über Mia, die zwischen Musical-Träumen und einer schweren Krankheitsdiagnose im Freundeskreis ihren Weg finden muss, besticht durch eine feine Balance zwischen Melancholie und Hoffnung.

Nina Scheweling führt uns mit Academy of Lies – Anatomie einer Verschwörung (LOEWE, 400 Seiten, 16,95 Euro) in die Welt der Elite-Internate. Hier verbindet sich das Thema Organtransplantation mit einem packenden Thriller-Plot, der die moralischen Grenzen wissenschaftlichen Ehrgeizes auslotet.

Einen harten Blick in die Geschichte wirft Moritz Seibert in seinem Debüt Das letzte Aufgebot (Karibu, 320 Seiten, 16,99 Euro). Er erzählt vom Schicksal eines 15-Jährigen in der Hitler-Jugend am Ende des Zweiten Weltkriegs – eine mahnende Erinnerung daran, wie zerbrechlich Frieden und Unschuld sind.

Schließlich lenkt Tara Sullivan mit The Bitter Side of Sweet (Peter Hammer Verlag, 320 Seiten, 14 Euro; übersetzt von Sandra Knuffinke und Jessica Komina) den Fokus auf die moderne Sklaverei auf Kakaoplantagen. Es ist eine Geschichte über Mut und Widerstand, die uns schmerzhaft bewusst macht, welchen Preis unser täglicher Konsum anderswo fordert.

„Es sind (Jugend-) Romane, die bewegen und Denkanstöße geben. Toll, wenn Bücher oder Geschichten das schaffen. Mit der Shortlist laden wir Jung und Alt dazu ein, mit den Protagonist*innen mitzudenken und mitzufühlen und vielleicht dabei auch die eigene Perspektive zu reflektieren“, so Melanie Hainke, Verantwortliche des Bullen-Projektteams. Für die Buxtehuder*innen und ihre Gäste wird die Literatur so in den kommenden Wochen im gesamten Stadtbild präsent sein. Von Mai bis Juli laden verschiedene Leseplätze in der Altstadt dazu ein, in die nominierten Werke hineinzuschnuppern. Ob in der Altstadtbuchhandlung, im Galerie Café Baham oder direkt am BULLEvard – die Stadt wird zur Leselounge.

Den krönenden Abschluss bildet der Preisentscheid am Dienstag, den 23. Juni 2026, um 19 Uhr im Stieglitzhaus. Dort wird sich zeigen, welches Werk die Jury am stärksten überzeugt hat. Ein Tag im 55. Jahr, in dem Buxtehude einmal mehr beweist, dass gute Geschichten keine Altersgrenzen kennen, sondern Menschen verbinden können. Wer neugierig auf die Stimmen von morgen ist, sollte sich diesen Termin rot im Kalender markieren.

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Wo der Code die Kunst trifft https://www.tiefgang.net/wo-der-code-die-kunst-trifft/ Tue, 21 Apr 2026 14:02:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13666 [...]]]> Wer macht eigentlich die Musik? Hinter jedem Song, der uns durch den Tag begleitet, und jedem Festival, das uns zum Tanzen bringt, steht ein komplexes Räderwerk.

Das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) hat nun ein neues Online-Portal geschaffen, das Licht in das Dickicht aus Rechten, Verlagen und digitalen Transformationen bringt. Es ist eine Einladung an alle Musikfreund*innen, den Blick hinter die Bühne zu wagen.

Wenn wir heute von Musik sprechen, sprechen wir oft von Streaming-Zahlen oder Ticketpreisen. Doch wie diese Welten zusammenhängen, blieb für viele bisher ein gut gehütetes Geheimnis der Branche. Mit dem neuen Fokus-Portal zur Musikwirtschaft bricht das MIZ diese Mauern auf. Es ist kein trockenes Datenarchiv, sondern ein lebendiger Wegweiser durch ein Ökosystem, das sich im ständigen Wandel befindet.

Ein Kompass für die Ära der Digitalisierung

Das Portal gliedert das Wissen in mehrere zentrale Teilbereiche, die unser musikalisches Erleben prägen:

Kreative & Urheberrecht: Erfahren Sie, wie Komponist*innen und Textdichter*innen in einer Welt der Algorithmen überhaupt noch wirtschaftlich beteiligt werden.

Live Entertainment: Ein tiefer Einblick in den Konzertmarkt, der heute als wichtigster Motor der Branche gilt und enorme Strahlkraft auf Tourismus und Gastronomie ausstrahlt.

Recorded Music: Von der Vinyl-Renaissance bis zum alles beherrschenden Audio-Streaming – hier werden die technologischen Umbrüche greifbar.

Musikverlage & Verwertungsgesellschaften: Wer schützt die Rechte? Das Portal erklärt die oft unsichtbare Arbeit von Institutionen wie der GEMA oder der GVL.

Instrumentenbau & Fachhandel: Ein Blick auf das traditionelle Handwerk, das heute zwischen globalem Wettbewerb und digitalem Fortschritt steht.

Was das Portal so wertvoll macht, ist die Verbindung von harten Fakten und anschaulicher Aufbereitung. Ob es um die Frage geht, wie hoch die Frauenanteile in Berufsorchestern sind, oder wie viele Millionen Titel täglich auf Streaming-Plattformen hochgeladen werden – das MIZ liefert die Antworten. Es bietet Orientierung über Fördermöglichkeiten, Stipendien und Fachveranstaltungen. Damit wird es zur unverzichtbaren Ressource für alle, die nicht nur Musik hören, sondern das „System Musik“ verstehen wollen.

Um den eigentlichen Wert dieses Werkzeugs zu verstehen, lohnt sich ein vertiefter Blick in drei Bereiche, in denen die Musikwirtschaft gerade eine tektonische Verschiebung erlebt. Wo die Musik der Zukunft entsteht: Das Streaming-Dilemma. Denn wer profitiert vom Klick?

Die Musikwirtschaft meldet Rekordumsätze, doch bei den einzelnen Musiker*innen kommt davon oft nur ein Bruchteil an. Das MIZ-Portal bündelt hierzu das notwendige Faktenwissen, um die Debatte um „User-Centric Payment“ zu verstehen. Während das aktuelle „Pro-Rata-Modell“ die Einnahmen in einen großen Topf wirft und nach Marktanteilen verteilt, zeigt das Portal Alternativen auf, wie die monatliche Abo-Gebühr direkter bei den tatsächlich gehörten Künstler*innen landen könnte.

Oder das Thema der GEMA und ihre oft unverständlichen Strukturen: Hinter dem oft als trocken empfundenen Begriff der „Verwertungsgesellschaft“ verbirgt sich das Immunsystem der Kulturlandschaft. Das Portal macht transparent, wie Institutionen wie die GEMA oder die GVL sicherstellen, dass Urheber*innen auch in einer grenzenlosen digitalen Welt entlohnt werden. Es verfolgt den Weg eines Euros vom Ticketkauf bis zum Notenblatt und erklärt, warum diese kollektive Rechtewahrnehmung gerade für Nischengenres und den musikalischen Mittelstand die einzige Überlebensgarantie gegen die Übermacht globaler Tech-Giganten ist.

Ebenso findet sich einiges zum Thema Musik & KI, der nächsten industriellen Revolution: Wir stehen an der Schwelle, an der Künstliche Intelligenz nicht mehr nur Werkzeug, sondern Miturheberin wird. Das MIZ-Portal dient hier als Radar für die rechtlichen und wirtschaftlichen Fragestellungen von morgen. Wem gehört ein Song, der auf Knopfdruck im Stil eines verstorbenen Weltstars generiert wurde? Wie schützen wir die menschliche Kreativität vor der algorithmischen Flut? Das Portal bündelt aktuelle Stellungnahmen und Expertisen zu Urheberrechtsschutz und Kennzeichnungspflichten und wird so zur unverzichtbaren Orientierungshilfe in einer Ära, in der die Grenze zwischen Mensch und Maschine verschwimmt.

Die Musikwirtschaft ist einer der Treibstoffe unserer Kultur. Das neue Portal des MIZ zeigt uns, dass Innovation und Tradition keine Gegensätze sein müssen. Es lädt uns ein, die Musik nicht nur als flüchtiges Geräusch, sondern als wertvolles Kultur- und Wirtschaftsgut zu begreifen.

Wollten Sie schon immer wissen, wie das „Income Tracking“ bei einem Musikverlag funktioniert oder wie sich die Honorare von Berufsmusiker*innen zusammensetzen? Dieses Portal hat das Zeug dazu der neue digitale Lieblingsort zu werden.

Das Portal: miz.org/de/themen/musikwirtschaft

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