Ateliers – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Tue, 19 Nov 2024 14:55:07 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Neue Räume für Musik und Kunst im ehemaligen Karstadt https://www.tiefgang.net/neue-raeume-fuer-musik-und-kunst-im-ehemaligen-karstadt/ Tue, 19 Nov 2024 14:55:07 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11316 [...]]]> Das Netzwerk SuedKultur aus dem Hamburger Süden sucht gemeinsam mit dem Rockbüro Hamburg nach kreativen Köpfen, die dringend benötigte Räume für ihre künstlerische Arbeit suchen.

Im Fokus stehen insbesondere Musiker*innen aller Genres, von Bands über Ensembles bis hin zu Chören, sowie bildende Künstler*innen, vor allem Maler*innen.

Ein neue, kreative „SuedStadt“ im ehemaligen Karstadt-Kaufhaus bietet ein enormes Potenzial, um diese dringend benötigten Räume zu schaffen. Die Räumlichkeiten könnten bis ca. 2032 genutzt werden und würden somit eine langfristige Perspektive für die Kulturszene im Süden Hamburgs bieten.

Gemeinsam mit Politik, der Verwaltung und weiteren Akteuren aus Hamburgs Süden wird aktuell ein Gesamtkonzept für eine Zwischennutzung erstellt. Die „SuedStadt“ wäre ein perfekter Ort, um Kunst zu erschaffen..

 Musik für alle Genres

Egal ob Rockband, Kammerensemble oder Chor – die Nachfrage nach bezahlbaren Proberäumen in Hamburg ist groß. Im ehemaligen Karstadt-Kaufhaus könnten nun Räume entstehen, die Musikern aller Genres und Größenordnungen die Möglichkeit bieten, zu proben und zu wachsen. Das erfahrene Rockbüro Hamburg, seit den 80er Jahren ein fester Bestandteil der Hamburger Musikszene und wird bei der Verwaltung und Vergabe der Räume unterstützen können.

Ateliers für Malerinnen und Maler

Auch bildende Künstlerinnen und Künstler sollen von diesem Projekt profitieren. Insbesondere Malerinnen und Maler sind herzlich eingeladen, sich zu melden. Die vorhandenen Flächen würden ausreichend Platz für Ateliers bieten und könnten damit die kreative Arbeit und einen inspirierenden Austausch unter Künstlern ermöglichen.

Ihre Ideen sind gefragt!

Interessierte Musikerinnen und Künstler können sich gerne an sprecher@sued-kultur.de wenden. Bitte geben Sie dabei an, welche Art von Raum Sie benötigen (Proberaum, Atelier) und wie oft Sie diesen nutzen möchten.

SuedStadt! Ein Zuhause für die Kultur

Das ehemalige Karstadt-Kaufhaus bietet ein enormes Potenzial für die kulturelle Entwicklung des Hamburger Südens. Mit diesem Projekt „SuedStadt“ möchten wir einen Ort schaffen, an dem sich Künstlerinnen und Künstler treffen, austauschen und ihre Kreativität entfalten können.

 Über SuedKultur

SuedKultur ist ein Netzwerk, das sich für die Förderung von Kunst und Kultur im Hamburger Süden einsetzt. www.sued-kultur.de

 Über das Rockbüro Hamburg e.V.

Das Rockbüro Hamburg ist seit über 40 Jahren eine feste Institution in der Hamburger Musikszene. Das Büro verwaltet und vergibt zahlreiche Proberäume in ganz Hamburg. Geschäftsführung Rockbüro Hamburg e.V. | Postfach 60 51 40 | 22246 Hamburg | Tel. 0152 – 29 229 998

Kontakt SuedKultur:

Jan Schröder, Sprecher SuedKultur; sprecher@sued-kultur.de

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Kunsthandwerk trotz(t) Corona! https://www.tiefgang.net/kunsthandwerk-trotzt-corona/ Fri, 09 Apr 2021 21:14:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7807 [...]]]> An diesem Wochenende lädt das Kunsthandwerk ein – und das in ganz Europa. Aber eben auch hier um´s Eck …

Die Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks Hamburg (AdK Hamburg) veranstaltet die Europäischen Tage des Kunsthandwerks erstmals in Hamburg – und zwar vom 9. bis 11. April 2021 online unter www.adk-hamburg.kunsthandwerkstage.de.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Hamburg hat ausgesprochen vielseitige und kreative Kunsthandwerkerinnen und -handwerker. Es ist ein starkes Signal für die Szene und die Kulturstadt, dass die AdK Hamburg sich gerade in diesem Jahr an den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks beteiligt. Online können die Werkstätten und Ausstellungsorte besucht werden. So sind die Tage des Kunsthandwerks auch in dieser Zeit ein wichtiger Marktplatz für die Szene und machen Lust auf den hoffentlich bald wieder möglichen direkten Kontakt.“

Isabelle Hofmann, Vorsitzende der AdK Hamburg: „Wir laden Sie herzlich ein, in die Welt der Handwerkskunst einzutauchen. Stöbern Sie virtuell durch das reichhaltige Angebot schöner Dinge. Unsere Website zu den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks bietet einen einzigartigen Überblick über die angewandte Kunst in der Metropolregion Hamburg. Nutzen Sie die Chance! Kunsthandwerk will berührt und gefühlt werden, keine Frage. Doch für die Entdeckung der oftmals versteckten Ateliers und Werkstätten ganz in Ihrer Nähe ist ein Online-Spaziergang geradezu ideal“.

Die Europäischen Tage des Kunsthandwerks (ETAK) sind vor bald 20 Jahren angetreten, den vielseitigen Wirtschaftsbereich Kunsthandwerk zu stärken, unter anderem mit einem europaweit gemeinsamen Wochenende der offenen Ateliers, Galerien und Werkstätten. Die Initiative zu den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks ging im Jahr 2002 vom Französischen Ministerium für Handwerk aus. Mittlerweile findet die Veranstaltung zeitgleich alljährlich Anfang April in 21 europäischen Ländern statt.

In diesem Jahr nimmt die AdK Hamburg an den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks erstmals mit der eigenen Website www.adk-hamburg.kunsthandwerkstage.de teil. Diese wurde von der Behörde für Kultur und Medien gefördert. Liebhaberinnen und Liebhaber angewandter Kunst haben damit die Möglichkeit, die lebendige Szene der Handwerkskunst vor Ort und in der Metropolregion ganz bequem aus per mouseclick zu entdecken und die Werkstätten und Ausstellungsorte online zu besuchen.

Eine Übersicht der Kunsthandwerkerinnen und -handwerker, sowie alle aktuellen Informationen über Öffnungszeiten finden Sie unter www.adk-hamburg.kunsthandwerkstage.de und www.kunsthandwerkstage.de

 

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„Mehr Bundeszuschuss zur Künstlersozialkasse!“ https://www.tiefgang.net/mehr-bundeszuschuss-zur-kuenstlersozialkasse/ Fri, 27 Mar 2020 08:40:57 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6591 [...]]]> Die Corona-Pandemie erfordert gerade für den Kultur- und Kreativbereich breit angelegte Hilfen. Manches wird schon angeschoben, anderes wäre noch wünschenswert. Der Kulturrat fasst zusammen.

In der Pressemitteilung des Deutschen Kulturrates heißt es:

„Berlin, den 23.03.2020. Das Bundeskabinett hat heute ein milliardenschweres Hilfspaket zur Unterstützung von Unternehmen und Solo-Selbständigen beschlossen, das auch für den Kultur- und Medienbereich nutzbar ist. Am Mittwoch soll das Maßnahmenpaket im Deutschen Bundestag zur Abstimmung gestellt werden und am Freitag im Bundesrat. Der Dreiklang an Maßnahmen, Betriebsmittelzuschüsse, Unterstützung bei persönlicher Notlage und Erhöhung der Schutzmaßnahmen, ergänzen die bislang beschlossenen Maßnahmen, wie z.B. der erleichterte Zugang zum Kurzarbeitergeld. An mittlere und große Unternehmen auch aus der Kultur- und Kreativwirtschaft richten sich Kreditprogramme der KfW sowie ein Wirtschaftsstabilisierungsfonds.

Ziel der Bundesregierung ist es, dass die Hilfen möglichst schnell bei den Antragstellern ankommen.

Betriebsmittelzuschüsse: Kleinunternehmen sowie Solo-Selbständige, das heißt gerade auch Künstlerinnen und Künstler und kleine kulturwirtschaftliche Unternehmen, können Zuschüsse beantragen, wenn sie durch die Corona-Pandemie einen Liquiditätsengpass haben. Solo-Selbständige und Kleinbetriebe mit bis zu 5 Beschäftigten können für die Dauer von drei Monaten einen Betriebsmittelzuschuss von 9.000 Euro beantragen, Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten einen Zuschuss bis zu 15.000 Euro.

Persönliche Lebensverhältnisse: Bei der Grundsicherung (ALG II) gilt für einen befristeten Zeitraum bis September, dass Rücklagen nicht zuerst aufgebraucht werden müssen, bevor die Grundsicherung greift. Auch werden Miete- und Mietnebenkosten ohne weitere Prüfung übernommen. Vielen Kulturschaffenden wird damit dieser Weg der Nothilfe geöffnet.

Erhöhung der Schutzmechanismen: Um Kündigungen von Mieträumen, wie Ateliers, Proberäumen und Clubs, zu vermeiden, soll befristet bis September eine Kündigung aufgrund von Mietschulden nicht möglich sein. Ebenfalls wurden Vorschriften im Insolvenzrecht gelockert.

Darüber hinaus haben verschiedene Bundesländer bereits Hilfsmaßnahmen speziell auch für Solo-Selbständige aus dem Kultur- und Medienbereich angekündigt.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Ich bin sehr froh, dass die Bundesregierung so schnell handelt und vor allem, dass sie die Solo-Selbständigen, also auch freiberuflichen Künstlerinnen und Künstler, sowie besonders die kleinen kulturwirtschaftlichen Unternehmen im Blick hat, denen in der Regel mit Krediten wenig geholfen ist. Zusammen mit den Maßnahmen der Länder wird hier ein wichtiges Signal für den Kultur- und Medienbereich gesetzt. Nach wie vor auf der Tagesordnung ist eine Anhebung des Bundeszuschusses zur Künstlersozialkasse auf 50%, die die abgabepflichtigen Unternehmen, nicht nur der Kultur- und Kreativwirtschaft, deutlich entlasten würde. Ohne die kreativen Impulse von Künstlerinnen und Künstlern und aus der gesamten Kulturszene, werden wir die Krise als Gesellschaft nicht durchstehen können. Ich bin froh, dass die Bundesregierung dies auch so sieht. Deshalb muss jetzt, nachdem die Nothilfe auf den Weg gebracht wurde, über ein spezielles Kulturförderprogramm in Zeiten der Krise gesprochen werden.“

Quelle: www.kulturrat.de

 

 

 

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Kunstraum in Barmbek https://www.tiefgang.net/kunstraum-in-barmbek/ Fri, 15 Mar 2019 23:57:13 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5006 [...]]]> Während in Harburg die Initiative SuedKultur seit Jahren den Mangel an Ateliers und Musikproberäumen  thematisiert, werden anderswo aktiv welche geschaffen. Nun geht es auf nach Barmbek.

Die Hamburg Kreativ Gesellschaft vermietet ab sofort (März 2019) mehrere Räume als Atelier- oder Büroräume in einer zweigeschossigen, sanierten Gewerbefläche in Barmbek-Süd. Auf einer Fläche von insgesamt ca. 700 m² sind im Souterrain und Hochparterre der Hufnerstraße knapp 20 Büro- und Atelierflächen frei, die zunächst mit einer Laufzeit von 5 Jahren an Akteure aus der Kreativwirtschaft vermietet werden. (Für einzelne Räume gelten kürzere Laufzeiten). Die Mietfläche wurde komplett renoviert (Fassaden, Dächer, Innenräume, Sanitäre Einrichtungen). Insgesamt stehen 19 Büro-/Atelierräume zur Verfügung, davon 9 Räume im Souterrain (UG) und 10 Räume im Hochparterre (EG). Die einzelnen Nutzungseinheiten sind zwischen ca. 12 – 65 m² groß. Voraussichtlicher Mietpreis: ca. 12,50 € / m² inkl. aller Nebenkosten. Mietpreis berechnet sich aus individueller Nutzfläche (Raum) zzgl. anteiliger Gemeinschaftsfläche.

Neue Atelier- und Büroräume in Barmbek-Süd ab sofort

Adresse: Hufnerstraße , 22083 HH

Kategorie: Büro /Atelier

Verfügbar ab: 1.3.2019

Verfügbar bis: 31.1.2024

Fläche: ca. 700 m²

Deckenhöhe: ca. 3,5 m

Etage: Souoterrain + Hochparterre

Anzahl der Zimmer: 19

Zustand: saniert

Heizung: Zentralheizung

Wasser: ja

Strom: ja

WC: ja

Lautstärkenbegrenzung: ja

Sonstiges

BESICHTIGUNGSTERMINE: Adresse: Hufnerstraße 20, 22083 Hamburg || Mi. 20.03.2019 14:30 Uhr. Melden Sie sich bei Interesse an einem der Besichtigungstermine bitte per Mail an:

Ansprechparter/in: Lisa Spelge, Tel.: 040 87 97 986- 11, lisa.spelge@kreativgesellschaft.org

 

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Es braucht Räume! https://www.tiefgang.net/es-braucht-raeume/ Fri, 25 Jan 2019 23:01:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4818 [...]]]> Gleich drei Anträge stehen für kommenden Dienstag auf der Agenda des Harburger Bezirksparlaments. Spät aber endlich.

Am Dienstag (29. Jan, 17.30h im Großen Saal des Harburger Rathauses) tagt die Bezirksversammlung Harburg und gleich drei Anträge fordern Kulturräume  für Musik und Kunst ein.

Die Neuen Liberalen, Die Linke und die SPD greifen das Thema auf. Unter Tagesordnungspunkt 5.3 der Agenda wird es wohl heißt her gehen.

Bei den Neuen Liberalen heißt es:

„Die Bezirksverwaltung wird beauftragt, sich nachdrücklich dafür einzusetzen, dass die von der kurzfristigen Kündigung ihrer Probenräume betroffenen sechs Musikbands zeitnah geeignete räumliche Alternativen in Harburg finden. Dabei soll insbesondere geprüft werden, ob und inwieweit das ehemalige Toilettenhäuschen am Schwarzenberg/Ecke Bissingstraße gegenüber der TUHH, das ehemalige Toilettenhäuschen an der B73 und die ehemaligen Räume des Zentrums für Umwelttechnik an der Buxtehuder Straße als Probenräume in Frage kommen. Ggf. ist auch auf provisorische Lösungen zurückzugreifen, um den betroffenen Bands zügig zu helfen.“ 

Bei der Linken:

„Wie nun der lokalen Presse (Hamburger Abendblatt v. 9. Jan 2019) zu entnehmen war, fallen kurzfristig für rund 60 Musiker*innen Proberäume in der Alten Wache, Nöldekestraße 17 fort. Seit mehr als sieben Jahren bemängelt zudem die Initiative SuedKultur einen erheblichen Mangel an Proberäumen für Musiker und hatte deshalb bereits im März 2011 die Initiative ergriffen, die damals leerstehende ehemalige Polizeiwache Nöldekestraße zu Proberäumen umzufunktionieren, was wegen Verkaufs an einen Privatinvestor ins Leere lief. Im Juni 2015 stellte selbst die Bezirksversammlung Harburg (s. Drs. 20-0769.01) fest, dass „ein erheblicher Bedarf in Harburg an Probenräumen für Musiker besteht.“ Dieses wird sowohl durch die Initiative SuedKultur als auch im Jan. 2017 durch die Verwaltung bestätigt. „Laut Aussage des RockBüro Hamburg e.V. würden 20 – 50 weitere Räume in Harburg die Übungsraumsituation erheblich entspannen und gemäß Betreiber von bandnet.de, der ebenfalls eine kleine Umfrage durchgeführt hat, sei Harburg schlecht abgedeckt und es suchten 13 Bands einen Proberaum in Harburg. Das Frauenmusikzentrum in Ottensen sowie der Betreiber von cdhamburg.de (Carajo Distorsion Hamburg) in Veddel teilten jeweils mit, dass dort auch Harburger probten, weil sie in Harburg nichts gefunden hätten.“ Passiert ist aber im Grunde wenig oder nichts. Laut unserer Großen Anfrage zur Situation und Entwicklung der Kultur in Harburg (Drs. 20-4112.01) sind in den letzten Jahren weder Bedarfe erfasst noch Bemühungen unternommen worden, um dem Proberaummangel sowohl für Musiker*innen als auch für Ateliers für die Bildenden Kunst entgegenzuwirken. (Siehe S. 5 und S. 18) Seite: 2/3 Dies aber ist festgelegter Bestandteil der Globalrichtlinie Stadtteilkultur: „Mit der Förderung sollen insbesondere folgende Ziele erreicht werden:

  • Kunst und Kultur auf der Basis einer lokalen, räumlich und organisatorisch entwickelten Infrastruktur anzubieten und zu vermitteln.
  • Menschen und Gruppen zu ermöglichen, sich künstlerisch und kulturell zu betätigen und kulturelle Angebote selbst zu organisieren.“

Und ausdrücklich heißt es dort hinsichtlich der Aufgaben des Bezirkes: „Die Bezirksämter gestalten den Planungsprozess zu Perspektiven der Stadtteilkulturförderung des jeweiligen Bezirks (…) Die Bezirksämter erfassen diese Bedarfe und Potenziale regelhaft und schreiben sie fort. (…) Parallel dazu werden im Rahmen eines offenen kulturpolitischen Dialoges auf Bezirksebene zwischen bezirklichen Gremien, der Bezirksverwaltung und Einrichtungen bei Bedarf bezirkliche Ziele/Teilziele zur Entwicklung der Stadtteilkultur formuliert. Sie konkretisieren den Zielrahmen der Globalrichtlinie Stadtteilkultur und treffen Aussagen zu spezifischen Sozialräumen, Zielgruppen oder Bereichen der Stadtteilkulturarbeit. Dabei wird sich die Spannung zwischen Zielvorgaben der Fachbehörde (Globalrichtlinie), Planungsvorgaben auf Bezirksebene und den Zielsetzungen der Einrichtungen und Akteure nicht vollständig auflösen lassen.“

Damit das bezirkliche sowie städtische Ziel, Ateliers und Musik-Proberäume zu schaffen erreicht werden kann, ist es dringend notwendig, kurzfristig als auch mittelfristig einen Entwicklungsplan zu erarbeiten.

Petitum/Beschlussvorschlag: Die Bezirksversammlung spricht sich für die Schaffung von Ateliers und Proberäumen im Bezirk Harburg aus sowie um die Einhaltung der Globalrichtlinie Stadtteilkultur und bittet:  Die Verwaltung möge ein Konzept erarbeiten, aus dem kurz-, mittel- und langfristige Lösungen ersichtlich sind, wie der akuten Not und dem steigenden Bedarf an

  • Proberäumen Rechnung getragen wird. Die Verwaltung möge prüfen, ob das ehemalige WC-Häuschen am Schwarzenberg (gegenüber der TUHH) kurzfristig als Proberaum umnutzbar ist und welche
  • Kosten dafür erforderlich sind. Die Verwaltung möge prüfen, ob das ehemalige WC-Häuschen am unteren
  • Schwarzenberg (Buxtehuder Straße) kurzfristig als Proberaum umnutzbar ist und welche Kosten dafür erforderlich sind. Die Verwaltung möge regelmäßig die Bedarfe ermitteln. Dabei kann der Hinweis
  • laut Drs. 20-4112.01, „eine Erfassung (sei) niemals vollständig herstellbar“ kein Argument sein, sich der Bedarfserfassung nicht anzunehmen. Seite: 3/3 Die Verwaltung möge unverzüglich die Kreativgesellschaft Hamburg konsultieren
  • und um Unterstützung bitten, da diese u.a. für Raumbedarfe für Kreative eigens von der Stadt Hamburg gegründet und eingesetzt wurde. Die Verwaltung möge ggf. einen Runden Tisch mit den Betroffenen einrichten,
  • diese zum Gespräch einladen und nachfolgend der Bezirksversammlung miteilen, in wie weit weitere Optionen für den Bezirk Harburg denkbar sind. Die Verwaltung möge prüfen, ob eine feste Anlaufstelle für Kulturschaffende benennbar ist, bei der Suchende sich ebenso melden können, Bedarfe erfasst sowie Angebote gesammelt und weiter gereicht werden.
  • Über die Ergebnisse soll in der Bezirksversammlung oder im Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit regelmäßig berichtet werden.“

Und bei der SPD:

„Für Musiker und Bands ist es erforderlich auf Probenräume zugreifen zu können, die ihnen einerseits die Möglichkeit geben unter guten Bedingungen zu proben, andererseits aber auch die Beeinträchtigung des Umfelds möglichst gering zu halten. Das macht die Suche nach geeigneten Räumen schwierig. Zumal in einer wachsenden Stadt auch ein entsprechender Preisdruck entsteht, der die Kosten für Räume jeglicher Art steigen lässt. Das ist oftmals für Hobbymusiker aber auch Profis eine enorme Belastung.

Nun sind aktuell auch noch Mietverträge für Probenräume von sechs Bands in der alten Wache Nöldekestraße kurzfristig gekündigt worden, da dort ein Wohnprojekt starten soll. Auch hier hat seitens des Eigentümers eine Interessenabwägung stattgefunden, die zu diesem Entschluss geführt hat.

Petitum/Beschlussvorschlag:
Die Verwaltung wird gebeten, dem Ausschuss für Kultur, Freizeit und Sport einen schriftlichen Bericht zu der aktuellen Kündigung zu geben. Ferner darin aufzuzeigen, welche Möglichkeiten zur Nutzung von Proberäumen derzeit bestehen, welche Unterstützungen der Bezirk bei der Findung von Probenräumen derzeit gibt bzw. welche darüber hinaus möglich wären und geeignete Probenräume im Bezirk auch unter Nutzung von Gebäuden in öffentlicher oder gemeinnütziger Hand zu identifizieren und die dazu erforderlichen Voraussetzungen und Vergabemöglichkeiten zu erläutern.“

 

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Und jetzt die Nöldekestraße https://www.tiefgang.net/und-jetzt-die-noeldekestrasse/ Fri, 11 Jan 2019 23:27:07 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4764 [...]]]> Eine Große Anfrage zum Stand der Kultur in Harburg offenbarte, in welch´ desaströsem Zustand die Kultur im Süden wirklich ist. Nun kracht es wieder mächtig. (Teil 3)

Seit Jahren fordert die Initiative SuedKultur Ateliers und Proberäume für Kulturschaffende. Ohne Erfolg. Ob Musikproberäume oder Ateliers – seit Jahren verschlechtert sich die Situation. Und nun nimmt die Not mit der Aufkündigung der Proberäume in der Alten Wache in der Nöldekestraße 17 noch akut zu. Gleich rund vierzig Musiker stehen schon in den nächsten Wochen vor einem massiven Problem.

Die Initiative SuedKultur erhielt Ende der vergangenen Woche einen Hilferuf aus der Nöldekestraße 17 in Harburg. Die einstige Polizeiwache wurde vor einigen Jahren an einen privaten Investor veräußert, der dort auch Proberäume für etliche Harburger Musiker*innen  zuließ. Nun ändern sich in weiten Teilen des Gebäudes die Mietverhältnisse und den Bands wurde kurzerhand gekündigt. Der Vermieter versuchte durchaus Alternativen zu finden. Aber Musikproberäume sind so einfach nicht: es braucht Schalldämmung nach innen und außen. Und bei der aktuellen überhitzten Immobiliensituation ist eh wenig zu bekommen.

Dabei fordert SuedKultur seit Jahren, dass der Bezirk seiner Pflicht nachkommen möge, Proberäume zu er- und vermitteln. So jedenfalls sieht es die Richtlinie für Stadtteilkultur als Aufgabe des Bezirks: „Die Bezirksämter erfassen diese Bedarfe und Potenziale regelhaft und schreiben sie fort.“

Schon 2015 stellte selbst die Bezirksversammlung Harburg fest, dass „ein erheblicher Bedarf in Harburg an Probenräumen für Musiker besteht“ und um konkret zu helfen, startete SuedKultur eine Umfrage unter Harburger Musiker*innen, die auch in der Bezirks-Drucksache 20-0769.01 einfloß. Dort hieß es dann im Januar 2017 – also vor genau zwei Jahren:

„Ergebnis der umfangreichen Recherche ist, dass es im Bezirk Harburg nur vereinzelte Proberäume gibt. Diese sind alle vermietet und es werden Wartelisten geführt. Im Internet auf Vermittlungsportalen sowie auf ebay-kleinanzeigen.de gibt es keine Einträge für Proberäume in Harburg. Daher kann keine Gesamtanzahl an Proberäumen mitgeteilt werden. Es ist auch zu vermuten, dass viele Musiker in privaten Räumen proben. Ermittelt wurden einzelne Proberäume

  • beim Verein Elbdeich e.V. in Moorburg,
  • in drei ehemaligen öffentlichen Toiletten und
  • im Kellergeschoss des Gebäudes Nöldekestraße 17.

Zudem hat SuedKultur eine nicht repräsentative Umfrage durchgeführt, an der 48 Musiker/innen bzw. Bands teilgenommen haben. Von den 48 Teilnehmern/innen der Umfrage probten 19 – 27 (die Angaben waren nicht eindeutig) in Harburg. Die genaue Lage der weiteren Proberäume konnte nicht ermittelt werden.“

Seither sind sowohl die öffentlichen Toiletten als eben jetzt auch das Kellergeschoss in der Nöldekestraße nun hinfällig. Also weniger Proberäume statt mehr. Aber Musik machende Menschen sind es mehr statt weniger geworden.

Nun also stehen weitere 10 Bands mit rund 60 betroffenen Musikern nun unmittelbar vor einem massiven Problem. Denn wo kann geprobt werden? Ohne Proben keine Auftritte. Ohne Auftritte keine Konzertmöglichkeit. Ein harter Schlag für Harburgs Kulturlandschaft.

Bands wie Yellow Carpet, Trashkat, Stillleben, die Betty Ford House Band, A Life in a Minute, die zuweilen auch zum Programm der jährlichen SuedKultur Music-Night beitragen aber auch ein afghanisches Musikprojekt stehen vor dem Aus.

Mittlerweile hat SuedKultur selbst Kontakte zu potenziellen Investoren, um etwa Gebäude zu kaufen und langfristig zu Proberäumen umzubauen. Zudem in anderen Städten wie Dresden oder Köln man hervorragende Beispiele findet, wie man mit Gebäude allein für Proberäumen gar noch ein Geschäft mache kann. Aber all das verpufft, wenn es seitens des Bezirkes weder ein Bewusstsein oder gar eine grundlegende Unterstützung gibt.

Weder zeigte sich der Bezirk bisher in der Lage, Eigentümer leerstehender Gebäude zu ermitteln, wie das alte ZEWU-Gebäude an der Stader Straße. Noch bringt er die Fantasie auf, eigenen Leerstand sinnvoll nutzbar zu machen. Sei es das alte WC-Häuschen am Schwarzenberg-Campus, Ecke Bissinger Straße oder zum alten Häuschen an der Buxtehuder Straße gegenüber des neuen MÖMAX-Centers (siehe aktuelle Drs. 20-4317 der Neuen Liberalen).

Dabei wäre die Bezirksverwaltung wohl gut beraten, möglichst zeitnah einen Runden Tisch einzuberufen und ernsthaft an Problem-Lösungen statt –verschiebungen zu arbeiten. Denn wie will man seit Jahren vom Senat mehr Geld für Stadtteilkultur einfordern, wenn man seinen (wenn auch nicht rechtsverbindlichen) Aufgaben und Pflichten nicht nachkommt?

Und leider betrifft es ja nicht nur Proberäume für Musik sondern auch Ateliers etwa die für Bildende Kunst. Das Thema stiefmütterlich zu behandeln ist grob fahrlässig. Denn im Grunde sind es die Arbeitsplätze von Kulturschaffenden. Man muss sich mal vorstellen, sie bekämen ihre Büros gekündigt, sollen aber weiter Arbeitsergebnisse produzieren.

Neben den rund 60 Musikern, die nun durch die Aufkündigung der Proberäume in der Nöldekestraße betroffen sind, fällt auch die Raumnutzung eines St.-Pauli-Fanclubs und des Tischkickervereins Sidekick e.V. weg, zu dem weitere 60 aktive Mitglieder zählen.


siehe auch:

 

 

 

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„Eine Null mehr, bitte!“ https://www.tiefgang.net/eine-null-mehr-bitte/ Fri, 02 Nov 2018 23:09:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4464 [...]]]> Geld ist in der Kunst meistens knapp. Das hat aber auch damit zu tun, dass selbst öffentliche Ausstellende sich zwar mit der Kunst schmücken aber dafür selten zahlen. Eine Forderung geht nun an die Kulturbehörde.

Die Initiative freier Kunstorte ART OFF HAMBURG fordert in 8 Punkten eine differenzierte Wahrnehmung der Vorbildfunktion der freien Künstlerinitiativen, als die kreativen und dynamischen Impulsgeber für eine nachhaltige Gestaltung der Stadtgesellschaft und eine entsprechende Wertschätzung ihrer Arbeit. In ihrer Forderung heißt es:

  1. „ART OFF Hamburg fordert eine 0 mehr für die Hamburger Kunstorte und Initiativen, d.h. eine Erhöhung der Fördersumme des Programmitteltopfes von 175.000 auf 1.750.000 Euro für ein zukunftsweisendes Schaffen der freien, bildenden Kunstszene Hamburgs.
  2. Wir fordern eine faire Honorierung für ausstellende Künstler*innen der freien Kunstorte
    Wie schon unter Punkt 11 des 14-Punkteprogramms der Kulturschaffenden Hamburgs aus 1981 formuliert, fehlen immer noch Ausstellungshonorare.
    Wir fordern von der Kulturbehörde einen Fonds, der es den öffentlichen und den öffentlich geförderten Ausstellungsinstituten ermöglicht, den Künstler*innen ein Ausstellungshonorar zu gewähren.
  3. Wir fordern eine faire Honorierung für die engagierten und professionell arbeitenden Akteur*innen der freien Kunstszene
    Mit 44.534 nicht honorierten Stunden für Konzeption, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, mit 1.435 beteiligten Künstler*innen und 97.040 Besucher*innen aus dem In- und Ausland pro Jahr steht die Förderung der zeitgenössischen Kunstproduktion und der sie vertretenden Hamburger Kunstorte und Initiativen in einem krassen Missverhältnis zu allen anderen Förderungen der Kultur und des Tourismus in Hamburg. Es wird allerhöchste Zeit dieses zu ändern!
  4. Wir fordern Flexibilität und Planungssicherheit
    Einerseits sollte die Programmplanung für die Antragsstellung flexiblere Freiräume für kurzfristige Entscheidungen ermöglichen. Andererseits sollte es Kunstorten, die schon viele Jahre kontinuierlich gearbeitet haben, ermöglicht werden, auch längerfristige Planungssicherheit zu erhalten.
  5. Wir fordern einen Etat für internationalen Künstler*innenaustausch, um Gastateliers für internationale Künstler*innen in Hamburg zu etablieren
    Durch die Etablierung von Gastateliers in den größeren Organisationen wie FRISE, Westwerk, Gängeviertel, Frappant u.a. wäre es möglich, dass diese auch von kleineren Off Orten zur Unterbringung internationaler Gäste mit genutzt werden könnten.
  6. Wir fordern zweimal jährlich einen runden Tisch (OFF-CIRCLE) mit allen beteiligten Akteur*innen
    Denn wir brauchen einen kreativen, erfinderischen und zukunftsweisenden Dialog auf Augenhöhe zwischen der Behörde für Kultur und Medien, der Politik, den Hamburger Institutionen der bildenden Kunst und den Vertreter*innen der ART OFF Hamburg. Wir müssen reden über Transparenz, Vermittlung, Kooperationen, Vergabemodalitäten, Juryzusammensetzungen, die Kultur- und Tourismustaxe und natürlich nicht zuletzt über den kommenden Doppelhaushalt.
  7. Wir fordern die Wiederbelebung der Woche der Bildenden Kunst in Hamburg
    Mit einer gemeinsamen Veranstaltung der Hamburger Kunstschaffenden, z.B. einem gemeinsamen Eröffnungswochenende, kann das Schaffen der Hamburger bildenden Künstler*innen in den Vordergrund gestellt werden.
  8. Wir fordern ein Budget für eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit der Off Orte
    Um die Sichtbarkeit von ART OFF Hamburg zu erhöhen und damit bekannt zu machen, ist eine professionell gestaltete öffentliche Werbung unverzichtbar, wie z.B. Plakate, Website, Newsletter und Social Media.

Unter ART OFF HAMBURG organisieren sich das 2025, Frise, der Raum linksrechts, mom art space, die Galerie Speckstrasse (Gängeviertel), das Westwerk, das Frappant, xpon-art, der Nachtspeicher23, der Einstellungsraum, das Künstlerhaus Sootbörn, Faktor, die Galerie Genscher, das Künstlerhaus Wendenstrasse /Studio 45, das Hinterconti, der 8. Salon, die Noroomgallery, Affenfaust, die Galerie Oel-Früh und die Galerie 21.“

 Weiterführender Link: facebook.com/artoffhamburg

 

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Ein Platz auf der Insel https://www.tiefgang.net/ein-platz-auf-der-insel/ Fri, 27 Oct 2017 22:14:45 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2356 [...]]]> Es wird eng in der stets wachsenden Stadt Hamburg. In Wilhelmsburg soll eine Liste verbliebener Räume zumindest die schlimmste Not abwenden.

Ob Workshop, Seminar oder Proberaum, Konzertlocation, Party oder Kindergeburtstag – Räume sind rar gesät und die paar dann zu kennen, oft nur Insidern vorbehalten. Das kann es ja auch nicht sein, sagten sich da einige Elbinsulaner und nun gibt es die „Raumliste“ für die Elbinsel Wilhelmsburg.

„Nun ist es deutlich einfacher hierfür die passenden Räume auf den Elbinseln zu finden: Die Raumliste ist fertig!“, sagt Projektorganisator Kai Sieverding vom Bürgerhaus Wilhelmsburg. Und gleich hinterher: „Oder besser gesagt, der Boden ist bereitet.“ Denn lang ist die Liste nicht und es steht zu befürchten, dass es nicht allein eine Sache des Willens bleiben wird, diese Liste zu verlängern. Auch im Bezirk Harburg werden seit langem weitere Räume gefordert (Ateliers, Musik-Proberäume, Tanzräume etc.) und der Bedarf wird nicht kleiner. Aber diese erste Liste macht eben auch deutlich, wie wenig Raum für Workshops, Parties, Konzerte verbleibt in einer Stadt, die stets zu wachsen als eines ihrer obersten Ziele betrachtet.

Und so stimmt zumindest der Ansatz: „In Zusammenarbeit mit Akteuren aus dem Stadtteil ist eine dynamische Grundstruktur zum gemeinsamen Weiterbearbeiten entwickelt.“

Die Liste will Angaben zu Kosten der Räume (Anmietung, inkl. Reinigung), Größe, Art der möglichen Veranstaltung/Nutzung, zur max. Besucherzahl, vorhandenem Material, Möglichkeiten eigene Speisen und Getränke mitzubringen bis hin zu  Zugang/Barrierfreiheit und Kontaktdaten der Ansprechpersonen liefern. Bis jetzt sind 12 relevante Orte der Elbinseln vertreten. Weitere sollen hinzukommen. Die Liste wird ca. einmal im Jahr aktualisiert und im Internet veröffentlicht: www.perspektiven-elbinseln.de

Wer also noch Räume kennt: bei Wunsch auf kostenlose Eintragung in die nächste Ausgabe Mitte 2018, einfach eine Mail an kaisieverding(at)buewi.de

Mit der Liste wird eine langjährige Forderung aus dem Stadtteil Wirklichkeit, eine Übersicht von Räumen zu schaffen, um Stadtteilaktivitäten stärker zu fördern. Die Elbinseln haben viele Aktive und auch viele Räume an denen Orte der Begegnung und des Miteinanders geschaffen werden können. Diese beiden Seiten zueinander zu bringen ist Ziel der Raumliste.

Und so bleibt der Weckruf auf der Elbinsel aber auch andernorts: „Wir bitten um rege Beteiligung zu Erweiterung der Liste, so dass in den kommenden Jahren eine umfangreiche Sammlung der verfügbaren Räume auf den Elbinseln entstehen kann.“

Ansprechpartner Elbinsel: Kai Sieverding – Projektorganisation
Tel.: 040 752017 – 20, Mail: kaisieverding(at)buewi.de

Liste Klick: Download

Quelle: buewi.de

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Stillstand beim Leerstand https://www.tiefgang.net/stillstand-beim-leerstand/ Sat, 20 May 2017 05:00:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1141 [...]]]> Die Initiative SuedKultur feiert in diesem Jahr ihre 10jährige Existenz – Grund genug, in einer lockeren Folge auf einige Ereignisse zurück zuschauen. So auch auf den Kampf um Räume …

In den 10 Jahren, die es die Initiative SuedKultur nun gibt, ging es immer auch um freie und bezahlbare Räume für Kreative. Auch in Harburg herrscht ein eklatanter Mangel an Ateliers für bildende Künstler*innen, Proberäume für Musik oder Tanz oder Theater. Räume selbst gibt es – aber selbst städtischer Besitz – so die Erfahrung – wird lieber leer stehen gelassen, als ihn – und sei es nur vorübergehend –  als kreative Arbeitszimmer nutzbar zu machen.

2011 war so ein erwähnenswertes Jahr der Leerstandsdiskussion. Vorausgegangen waren einige Preistreibereien, die zu schmerzhaften Verdrängungen künstlerischer Freiräume führten und spektakulär mit der Besetzung des Gängeviertels in der Hamburger City bundesweit für Aufmerksamkeit sorgten.

Einigen Kreative hatten die neue Digitaltechnik geschickt zu nutzen gewusst und erstmals eine Internetplattform geschaffen, in der leerstehende Gebäude gemeldet werden konnten und so wurde schnell die Größe der Misere sichtbar (mittlerweile unter leerstandsmelder.de/hamburg zu finden und selbst heute, im Mai 2017, werden 1.073 (!!!!)  Leerstände konkret benannt).

Nicht nur, dass lieber Gebäude leer stehen gelassen wurden und werden als zu vermieten – im Süden Hamburgs Harburg nicht nur das „Harburg Center“ am Ring sondern auch am anderen Ring-Ende die Gebäude am Lüneburger Tor. Es wurde auch recht augenfällig, wie groß die Zahl städtischer Gebäude dabei ist. Und da erschließt sich nicht wirklich, warum diese nicht zumindest kulturell genutzt werden.

In Harburg waren besonders vier Gebäude in öffentlicher Hand und für eine kulturelle Nutzung attraktiv: die alte Polizeiwache in der Nöldekestraße 17, daneben das ehemalige Gebäude des Freizeitzentrums Nöldeke, der Hochbunker in der Lasallestraße sowie die Schule in der Bunatwiete.

Leerstand für fast 3.000 € im Monat

Ohne lange Diskussion war ein Termin mit Leuten der Kulturbehörde, der noch recht jungen Kreativgesellschaft Hamburg und SuedKulturlern zur Besichtigung gefunden. An einem März-Tag 2011 durchgingen wir die Räume und waren erstaunt. Die Polizeiwache Nöldekestraße war außer Dienst gestellt worden, da ein neu errichtetes Gebäude an der Buxtehuder Straße gebaut worden war. Und so stand es einfach nur leer, wurde aber beheizt, war vollkommen intakt und kostete die Stadt Hamburg so monatlich rd. 2.800,- € statt etwas einzubringen. Und das schon über mehrere Jahre.

… und immer noch gut in Schuss!                    (Foto: S. Schnell)

Der Vertreter der zuständigen städtischen Firma Hamburger Vermögens-Verwaltung GmbH (HVG) teilte uns mit, dass die Handesstadt das Gebäude verkaufen will. Auf die Frage, was es denn kosten solle, wollte er sich aber nicht äußern. Kann man ein Gebäude verkaufen, wenn man den Preis nicht nennt?!? Natürlich nicht. Es war aber vielmehr die typische Einschätzung, dass Kulturschaffende eben eh kein Geld haben und so als Kaufinteressenten nicht infrage kommen. Daher wohl unnötig, ihnen auch nur ungefähre Preise zu nennen.

Wir erstellten dennoch Pläne der immerhin mehr als 2.500 qm Nutzfläche, die ideal als Proberäume für Musik nutzbar wären. Und nicht nur für die berühmte Feierabend-Mucke. Denn bei mehr als 5 Musicals in Hamburg ist das Potenzial an Profimusiker*innen, die Arbeitsräume tagsüber brauchen, groß. Letztlich sind es so etwas wie ihre Büros.

Gut 40 Räume, die – wenn man sie mit einer geschickten Raum-in-Raum-Isolation herrichtete – ein wahres Musik-Mekka bilden könnten. Gute Anbindung über Stadtautobahn wie auch Bahnhof-Nähe, Parkplätze sind vorhanden, Anwohnerbelästigung auszuschließen, ein großes Café im Eingangsbereich sowie 2-3 Räume für Events wie Tanzveranstaltungen oder andere kulturelle Nutzungen, im Keller evtl. noch zwei Tonstudios. Und das zu einem stündlichen Mietpreis von 5-7 € je Raum. Online-Reservierung und Rechnungsstellung heute kein echtes Problem mehr. Das ist bezahlbar – so denn eben kein runtergekommenes Moloch. Immerhin: die Betriebskosten wären locker wieder reingekommen. Aber Unterstützung, wie man diese Immobilie dahin bekommen könnte? Keine.

Nicht ganz, denn immerhin hatte der Eisenbahn-Bauverein Interesse bekundet. Der Kaufpreis wäre zwar nicht so hoch gewesen, aber dafür war angedacht, die kulturelle Nutzung aus eigenen Mitteln zu finanzieren (siehe HAN-Artikel „Leerstand für 2.800 Euro im Monat“). Das Interesse städtischer und auch bezirklicherseits aber war veschwindend gering.

Letztlich kaufte 2012/13 das Gebäude ein Harburger Geschäftsmann, der durchaus an einer kreativen Nutzung Interesse hat. Doch der Zeitlauf sorgte erst einmal dafür, dass die Wache seit einigen Jahren nun als Unterkunft unbegleiteter jugendlicher Flüchtlinge genutzt wird. An eine nachfolgende kulturelle Nutzung wird aber weiterhin gedacht (siehe wache17.de). SuedKultur bleibt dran.

               Innenansichten (Foto: S. Schnell)

Und die anderen Gebäude? Die Schule Bunatwiete wird seit Jahren immer zu als Ausweichquartier renovierbedürftiger Schulen genutzt, der Bunker Lasallestraße wird als Lagerraum vermietet und das ehemalige Freizeitzentrum Nöldekestraße ist zur Musikschule Klangfabrik geworden. Immerhin.

Sechs Jahre sind vergangen. Die Proberäume wurden eher weniger als mehr. Wer jetzt und akut nach Proberäumen sucht, ist leider nach wie vor auf  sich selbst gestellt. Denn ein weiterer Versuch das Thema anzugehen, scheiterte erneut (s. Tiefgang-Artikel „Probt doch in alten Luftschutzräumen“ vom 6. Mai 2017)

Immerhin an- und nachfragen aber kann man beim Verein elbdeich e.V. und auf der Veddel bei Carajo Distorsion Hamburg

Wer Proberäume oder Ateliers zur Verfügung stellen kann, kann sich gerne unter kontakt(at)sued-kultur.de melden. Der Bedarf ist da.

 

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SuedKultur – das Grundsatzprogramm https://www.tiefgang.net/suedkultur-das-grundsatzprogramm/ Fri, 14 Apr 2017 06:00:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=909 [...]]]> Die Kulturinitiative feiert in diesem Jahr ihre 10jährige Existenz – Grund genug, in einer lockeren Folge auf einige Ereignisse zurück zuschauen …

Kultur und Vereinsmeierei sind wie die Stachelschweine in Schopenhauers Gleichnis: allein ist es ihnen zu kalt und zu nah tun sie sich weh. So ähnlich tat sich auch der “bunte Haufen” Kulturschaffender immer wieder schwer einen Konsens zu finden. Verband sie mehr das Elend eben als Kulturakteure und der damit verbundene Wunsch nach Hilfe und Trost? Oder gab es auch ein gemeinsames Miteinander, das einte und stärkte?

Auf jeden Fall entstand im September 2011 ein Papier an “Grundsätzen”, dass das Selbstverständnis ausdrücken sollte und bis heute tut. Denn auch noch heute ist SuedKultur weder Verein noch Person. Der Wortlaut:

SUED KULTUR ist eine Interessengemeinschaft von Kunst- und Kulturschaffenden, die ihren selbstgewählten Aufgaben mit Leidenschaft nachkommt.

Daß die Arbeitskonditionen und das Arbeitsumfeld auch Leiden schaffen, ist ein immer wieder erfahrener Fakt. Wir alle leben für die Vielfalt des künstlerisch/kulturellen Geschehens im Süderelberaum, aber wir wollen auch davon leben.

SUED KULTUR steht für die Vielschichtigkeit des kulturellen Lebens, für seine Eigenständigkeit und seine Bedeutung für ein selbstbewusstes Kulturprofil.

SUED KULTUR steht auch für den Zusammenhalt untereinander und für die gegenseitige Unterstützung.

Zur Verwirklichung unseres Anspruches werden eine lokale Heimat, eine finanzielle, eine ideelle und eine politische Heimat benötigt.

Die lokale Heimat besteht aus Räumen, in denen Ideen entwickelt werden , die sich zum Experimentieren eignen, die Musikern ihre Proben ermöglichen, die einen Treffpunkt für Künstler und ihre Gäste in lockerer Atmosphäre bilden und die der Verödung des Stadtteils durch Originalität entgegenwirken. Angedacht sind auch Open-Air-Spielräume, in denen Kunst- und Kulturprojekte Präsenz zeigen können.

Die finanzielle Heimat ist vom Kulturetat abhängig, dessen Erhöhung von SUED KULTUR dringend gefordert wird.

Da ein Großteil der kulturellen Projekte ohne freiwillige, unentgeltlich arbeitende Helfer nicht realisiert werden könnte, fordern wir auch die Anerkennung dieser Leistungen durch ein entsprechendes Entgelt.

Als ideelle Heimat stellen wir uns den engen Austausch zwischen Kommunalpolitikern, Behördenvertretern und Kunst- und Kulturschaffenden vor, der zu einem besseren Verständnis und einer höheren Wertschätzung des kulturellen Lebens führen soll.

In Erweiterung sehen wir die ideelle Heimat auch in der verstärkten Einbeziehung der Bewohner.

Kreativ arbeitende Menschen teilen sich nicht ausschließlich einer kunstbeflissenen Elite mit, sondern sie sind auch für die Allgemeinheit da. Ihr kulturelles Angebot richtet sich an Kinder, Senioren, an Arbeitende und Arbeitslose. Sie sorgen dafür, dass der Stadtteil für Ortsfremde an Attraktivität gewinnt. Kunst und Kultur sind immer ein Experiment, das gesellschaftliche Entwicklungen vorwegnimmt und deswegen ein notwendiger Bestandteil der sinnlichen Wahrnehmung der Gegenwart und der Zukunft ist.

Die politische Heimat besteht aus der Neudefinition von Vergabekriterien, dem demokratischen Recht auf Transparenz (wie kommen Entscheidungen zustande), dem Mitspracherecht bei übergreifenden kulturellen Schwerpunktentscheidungen, der Selbstverwaltung und freien Verfügung eines Prozentsatzes vom Kulturetat, der Vereinfachung der Förderungsformalitäten und aus der bürokratischen Hilfestellung durch Informationen über mögliche Fördermittel außerhalb des Bezirkes und Unterstützung bei der Formulierung der Anträge.“

(Nachtrag, am 26.04. 2012 beschlossen:)

„In dem Bewußtsein, daß die Mitglieder von SuedKultur aus unterschiedlichen Einrichtungen mit differenten Zielen und aus Gruppen und Einzelpersonen mit verschiedenem Hintergrund bestehen, hat sich SuedKultur gegen einen konventionellen Zusammenschluß entschieden. SuedKultur als Ganzes ist eine Bewegung zur Förderung der örtlichen Kunst- und Kulturszene, deren ausreichender Finanzierung und somit der Bedeutung und Achtung kultureller Entwicklungen. SuedKultur sieht sich keiner politischen, ideologischen, wirtschaftlichen oder parteipolitischen Strömung verpflichtet. Die Rede-, Denk- und Aktionsfreiheit innerhalb von SuedKultur besteht und garantiert die Diskussionsvielfalt. Trotzdem ist SuedKultur weder gleichzusetzen mit Positionen, die von einigen Mitgliedern vertreten werden noch mit dem Bemühen von außen, eine Einordnung in Denkschubladen vorzunehmen. Das übergeordnete Anliegen von SuedKultur bleibt bestehen und ist unantastbar.“

(Autorin: Anke de Vries)

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