Diversität https://www.tiefgang.net Wed, 04 Jun 2025 12:59:02 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Harburg feiert Vielfalt im pulsierenden Miteinander https://www.tiefgang.net/harburg-feiert-vielfalt-im-pulsierenden-miteinander/ Fri, 27 Jun 2025 22:46:11 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11935 [...]]]>

Farbenfrohe Stände reihen sich aneinander, Gelächter und Musik erfüllen die Luft. Harburg feiert seine Vielfalt!

Es ist Sonntag, der 6. Juli 2025, und der Harburger Rathausplatz pulsiert. „Harburg hat Platz für Vielfalt!“ – dieses Motto ist dann nicht nur ein Slogan, sondern gelebte Realität. Die Harburger City verwandelt sich an diesem Tag in eine riesige Bühne für Inklusion, Integration und Diversität, ein Fest, das alle Altersgruppen, Kulturen und Generationen zusammenbringt.

Man spürt förmlich die Vorfreude, die in der Luft liegt, wenn Antonia Marmon, Geschäftsführerin des Harburg Marketing e.V., von den Planungen spricht. „Besonders freue ich mich darüber, dass sich so viele engagierte Akteur*innen beteiligen und wir gemeinsam die Vielfalt unseres Bezirks feiern“, erklärt sie mit strahlenden Augen. Und tatsächlich: Knapp 40 Vereine und Initiativen aus den Bereichen Kultur und Sport, Gemeinwesen und Gesundheit, Bildung und Beratung, sowie Vertreter von Polizei, Feuerwehr und Bezirksamt sind gekommen, um ihre Angebote vorzustellen. Es ist eine beeindruckende Demonstration des bürgerschaftlichen Engagements, das diesen südlichsten Hamburger Bezirk so besonders macht.

Wer das Vielfaltsfest in den vergangenen Jahren erlebt hat, weiß um die besondere Atmosphäre. Schon in der Vergangenheit war der Harburger Rathausplatz Schauplatz von bunten Märkten, interkulturellen Bühnenprogrammen und Mitmachaktionen, die Menschen zusammenbrachten. Das Fest am 6. Juli knüpft an diese erfolgreiche Tradition an, setzt aber neue Akzente unter dem vom Senat vorgegebenen Thema „Inklusion und Integration“ und dem Harburger Leitbild „Zusammenleben in Vielfalt“.

„Harburg hat Platz für Vielfalt ist nicht nur ein Motto, sondern gelebte Realität“, fährt Antonia Marmon fort. Sie beschreibt einen „Erlebnis-Sonntag, der zeigt, wie wertvoll eine lebendige Innenstadt für alle ist. Für die City, ihre Akteur*innen und die Besucher*innen.“ Und das Programm verspricht, dieses Versprechen einzulösen: Eine Hüpfburg für die Kleinsten, eine Live-Bühne, die zum Tanzen einlädt, und eine Vielfaltsmeile, auf der man Neues entdecken und ausprobieren kann. All das findet zwischen 13 und 18 Uhr statt, und als besonderes Highlight haben die Geschäfte in der Harburger City ebenfalls bis 18 Uhr geöffnet – perfekt für einen ausgedehnten Sonntagsbummel.

Kultur, Sport und Gemeinschaft im Fokus

Das Fest „Harburg feiert Vielfalt“ ist eine gemeinsame Anstrengung des Bezirksamtes Harburg und Harburg Marketing, unterstützt von vielen Seiten: den Harburger Einzelhandelsgeschäften, der Bezirksversammlung Harburg, der Sicherheitskonferenz Harburg (Siko) und dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Es ist ein starkes Signal, das Harburg hier aussendet: Ein Signal für Offenheit, Toleranz und ein friedliches Miteinander.

Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftliche Spaltungen oft diskutiert werden, sind solche Feste wichtiger denn je. Sie zeigen nicht nur, was bereits gut funktioniert, sondern bieten auch konsumfreie Mitmachangebote, die zum Kennenlernen und zur Interaktion anregen. Es geht darum, Barrieren abzubauen und die vielfältigen Facetten Harburgs erlebbar zu machen.

Man darf gespannt sein, welche Geschichten an diesem Tag auf dem Harburger Rathausplatz geschrieben werden, welche neuen Verbindungen entstehen und wie die gelebte Vielfalt dieses besonderen Bezirks Hamburgs gefeiert wird. Ein Besuch lohnt sich für alle, die das Herz Harburgs schlagen hören und Teil dieser lebendigen Gemeinschaft sein möchten.

Sonntag, 06. Juli 2025, 13-18 Uhr: Harburg hat Platz für Vielfalt! (Inklusion, Integration und Diversität)

Harburger Rathausplatz und gesamte Harburger City mit Hüpfburg, Live-Bühne, Vielfaltsmeile mit rund 40 Vereinen und Initiativen aus Kultur, Sport, Gemeinwesen, Gesundheit, Bildung, Beratung sowie Polizei, Feuerwehr und Bezirksamt. Eintritt frei.

 

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Gekürt: „Female* Voices“ https://www.tiefgang.net/gekuert-female-voices/ Fri, 17 May 2024 22:20:06 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10855 [...]]]> Am vergangenen Donnerstag wurde zum 21. Mal der HAMBURGER STADTTEILKULTURPREIS verliehen: an das Projekt „Female* Voices – Was uns zum Leuchten bringt“!

Das Projekt der Stiftung Bürgerhaus Wilhelmsburg wurde in feierlichem Rahmen in der Halle 424 mit dem größten Preis der Stadtteilkultur ausgezeichnet. Mit dem Hamburger Stadtteilkulturpreis werden wegweisende Projekte und Programme der lokalen Kultur in Hamburg gewürdigt. Der mit 10.000 Euro dotierte Hamburger Stadtteilkulturpreis wurde am Donnerstag, den 16. Mai 2024 vom Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda in der Halle 424 im Oberhafen übergeben. Dieses Jahr wurde zum ersten Mal zusätzlich der Publikumspreis der Stadtteilkultur an das Geschichtsprojekt „Erinnere unsere Geschichte – Jüdisches Leben in Wandsbek“ vom Kulturschloss Wandsbek vergeben.

Female* Voices ist ein Empowermentprojekt, das mit musikalischen Mitteln von Diskriminierung betroffene FLINTA* (Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre, trans und agender Personen) miteinander vernetzt und auf die Bühne bringt. Das Ensemble schafft durch die Auftritte ein öffentliches Bewusstsein gegen Ausgrenzung, rechte Strukturen und setzt ein Zeichen für Empowerment und queeren Feminismus.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Hamburger Stadtteilkultur trägt mit ihren Angeboten in den Stadtteilen nicht nur zum breitgefächerten Kulturprogramm Hamburgs bei, sondern öffnet Räume für den direkten Austausch und damit für den Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft. Das Projekt Female* Voices steht genau dafür. Ein Gesangs- und Performance-Projekt, das mit seinem Einsatz für Diversität, Zusammenhalt und eine freie, gleichberechtigte Gesellschaft und einem klaren Bekenntnis gegen jede Art von Diskriminierung und Rassismus die Jury überzeugt hat. Dieses Projekt zeigt eindrücklich die gesellschaftliche Kraft der Soziokultur. Dass das Kulturschloss Wandsbek für sein Projekt zum jüdischen Leben im Stadtteil mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wird, den es in diesem Jahr zum ersten Mal gibt, hebt die große Bedeutung des Themas auch in den Stadtteilen hervor. Ich gratuliere beiden Projekten zur Auszeichnung! Darüber hinaus danke ich Stadtkultur Hamburg e. V. für die Durchführung sowie allen fördernden Stiftungen für ihr großes Engagement.“

Bei der Preisverleihung hielt der ehemalige Geschäftsführer der KUNSTKLINIK Klaus Kolb die Laudatio. Zusammen mit Prof. Dr. Julius Heinicke vom Institut für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim und der ehemaligen Referentin des Bundesverband Soziokultur Jennifer Tharr hatte er die Preisträgerinnen und Preisträger aus der Vorauswahl der Preisstifterinnen und -stifter ermittelt. Die Autorin und Slam-Poetin Mona Harry führte durch die Veranstaltung und ein Kurzfilm des Filmemachers Martin D’Costa stellte das Gewinnerprojekt des Stadtteilkulturpreises vor.

Jurybegründung

In der Begründung der Jury für die Entscheidung heißt es: „Das Projekt Female* Voices wird von der Jury als besonders preiswürdig angesehen, da es Frauen* mit vielfältigen Lebensrealitäten auf den Elbinseln durch Musik zusammenbringt und ihre Anliegen mit gemeinsamen Stimmen sichtbar macht. Frauen* aus unterschiedlichen sozialen Schichten und Milieus kommen miteinander in Kontakt und haben die Möglichkeit, sich musikalisch weiterzuentwickeln und zu professionalisieren. Female* Voices trägt die Forderungen der Frauen* über die Grenzen des Stadtteils hinaus auf die Bühnen. Das Projekt lädt zum Mitmachen ein, ist energiegeladen und freudvoll, stärkt die Teilnehmenden nachhaltig und fördert transkulturelle Begegnungen. Es ermöglicht den Teilnehmer*innen, ihr eigenes Lebensumfeld mitzugestalten, ihre Stimme zu erheben und sichtbar zu sein. Es nutzt das vorhandene Potenzial der Solidarität und Diversität in der Projektgruppe, um mit kreativen Mitteln ein öffentliches Bewusstsein zu schaffen gegen Ausgrenzung und rechte Strukturen, für Empowerment und Feminismus. Die Jury schätzt auch die Arbeit im Hintergrund, den Aufbau von nachhaltigen Strukturen, und betont, dass das, was auf den Straßen und in den Sälen der Elbinsel sichtbar ist, nur ein Teil der Leistung ist. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury besonders die hohe konzeptionelle und künstlerische Qualität des Projekts sowie dessen Beitrag zur Diversität gesellschaftlicher Gruppen und zur Sichtbarkeit feministischer Perspektiven in der Kultur.“

Gestiftet und unterstützt wird der Stadtteilkulturpreis von der Hamburgischen Kulturstiftung, der Gabriele Fink Stiftung, der Patriotischen Gesellschaft von 1765 und der Behörde für Kultur und Medien. Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. unterstützt die Umsetzung. STADTKULTUR HAMBURG, der Dachverband für lokale Kultur und kulturelle Bildung, ist als Experte und Szenekenner für Konzeption und Durchführung des Wettbewerbs zuständig.

Von Anfang November 2023 bis Anfang Januar 2024 konnten sich kulturelle Initiativen, Zentren und Vereine sowie Einzelpersonen, die sich in der Stadtteilkulturarbeit in Hamburg engagieren, für den Preis bewerben. In diesem Jahr wurden gut 40 Kulturprojekte und ­programme eingereicht.

Als Finalistinnen und Finalisten nominierten die Preisstifterinnen und -stifter neben dem jetzt ausgezeichneten Female* Voices weitere neun herausragende Projekte und Programme der Stadtteilkultur (in alphabetischer Reihenfolge):

  • der erste Brakula Weihnachtszauber des Bramfelder Kulturladens e. V.
  • das Stadtteilfestival Crossdorf der Nysen GbR
  • das Geschichtsprojekt Erinnere unsere Geschichte – Jüdisches Leben in Wandsbek vom Kulturzentrum Wandsbek e. V.
  • das Kunst- und Forschungsfestival KLIMASTRÖME – das Fest der Elbe des studio playces
  • die Gemeinschaftsausstellung Orte der Zwangsarbeit in Hamburg der Geschichtswerkstätten Hamburg e. V.
  • das inklusive Kursprogramm STIM vom Lukulule e. V.
  • das Beteiligungsprojekt Der Tansania Park in Jenfeld – Postkolonialismus im Stadtteil vom Salon International e. V.
  • das Musikprojekt Ukulele am Start vom KulturKlinker Barmbek e. V.
  • die WERKSTATT im Gröninger Hof der Genossenschaft Gröninger Hof eG

Erste Verleihung des Publikumspreises

Dieses Jahr wurde zum ersten Mal der Publikumspreis der Stadtteilkultur zusätzlich zum Preis der Jury vergeben. Der neue Preis ist mit einem Preisgeld von 2.000 Euro dotiert. Drei Wochen lang konnte das Publikum über das Internet für seine Favoritinnen oder Favoriten abstimmen. Zur Wahl standen die zehn Finalistinnen und Finalisten des Stadtteilkulturpreises. Der Preis wurde auf der Verleihung von der Geschäftsführerin von STADTKULTUR Corinne Eichner an das Geschichtsprojekt „Erinnere unsere Geschichte – Jüdisches Leben in Wandsbek“ vom Kulturschloss Wandsbek übergeben. Im Projekt hat das Wandsbeker Stadtteilkulturzentrum eine Online-Karte über jüdische Geschichte im Stadtteil erstellt. Das Projekt regt die Nachbarschaft an, sich mit der eigenen Stadtteilgeschichte zu beschäftigen und sich somit ihr eigenes Umfeld auf eine neue Weise anzueignen.

Die Hamburger Stadtteilkultur und ihre Projekte stehen für Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger sowie für Mitgestaltung der Stadtgesellschaft. Stadtteilkultur fördert Nachwuchs und Bildungsgerechtigkeit.

Stadtteilkultur bietet Freiräume und schafft lokale Identitäten. Stadtteilkultur berührt und begeistert, weil sie Kultur mitten in der Gesellschaft und mitten aus der Gesellschaft ist. Sie spiegelt die ganze Vielfalt der Kulturen unserer Stadt.

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Die Pandemie als Brandbeschleuniger https://www.tiefgang.net/die-pandemie-als-brandbeschleuniger/ Fri, 10 Feb 2023 23:37:09 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9704 [...]]]> Die Pandemie ist bewältigt. Aber ist nun auch alles wieder gut? Mancher Blick täuscht. Es gibt viel zu tun …

Wie nun eine Studie aufzeigt, hat die Pandemie manche Prozesse im Kulturbetrieb beschleunigt. Wer sich nun neuen Erfordernissen nicht anpasst, wird absehbare Herausforderungen nur schwer stemmen können.

Das Institut für Kulturelle Teilhabeforschung (IKTf) hat bereits 2019 begonnen eine Langzeitbefragung durchzuführen: eine kontinuierliche Erforschung der Besucher*innen von Kultur- und Freizeiteinrichtungen im deutschsprachigen Raum – kurz KulMon®. Insgesamt 56.093 standardisierte Interviews wurden von Januar 2019 bis Ende August 2022 und mit Ausnahmen der Lockdowns durchgeführt. In 7 Museen und Gedenkstätten sowie 9 Bühnen wurden die Besucher*innen befragt.

Und die Ergebnisse sind herausstechend:

  • Der Anteil der Altersgruppen über 60 Jahre ist 2020/2021 im Kulturpublikum stark gesunken, hat sich 2022 aber wieder erholt. Allerdings wurden die grundsätzlichen Probleme eines tendenziell veralteten Publikums durch die Krise noch verschärft.
  • Lokale Besucher*innen kompensierten nicht das Wegbleiben von Tourist* innen. Insbesondere für Kultureinrichtungen mit traditionell hohem Anteil von Gästen aus dem Ausland stellt deren Wegfall auch aktuell noch eine ökonomische Herausforderung dar.
  • Kultureinrichtungen, welche nur ein homogenes und nicht diverses Stammpublikum ansprechen, können dessen Webbleiben kurzfristig nicht einfach kompensieren.
  • Die Pandemie hat die soziale Ungleichheit im Kulturpublikum verschärft. Diejenigen gesellschaftlichen Gruppen, welche bereits vor der Krise Kultureinrichtungen selten besucht haben, sind in COVID-19- Zeiten noch stärker weggeblieben. Diese Entwicklung hat sich 2022 noch nicht erholt.
  • Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen der Kultureinrichtungen wurden vom Publikum begrüßt und sehr positiv beurteilt.
  • Digitale Angebote der Kultureinrichtungen ersetzen zumindest auf Seiten des bestehenden Publikums keine Präsenzveranstaltungen.

Die Pandemie hat ab dem Frühjahr 2020 zu einem deutlichen Rückgang des Anteils der Besucher*innen über 60 Jahre geführt. Aufgrund noch nicht existierender Impfungen und noch nicht flächendeckender und verpflichtender Nutzung von Schutzmasken blieben diese statistisch gesehen gesundheitlich vulnerablen Gruppen 2020 Kulturangeboten aus Furcht vor Ansteckung fern. Der Anteil der 60 bis 70- Jährigen ist um ein Drittel, der der 70 bis 80- Jährigen um die Hälfte und der der über 80- Jährigen sogar um zwei Drittel gesunken. Vordergründig hat es den Anschein, als ob die Anteile jüngerer Besucher*innen gestiegen wären. Dieses Phänomen ist jedoch nur auf das Fehlen der älteren Gäste zurückzuführen und nicht mit einer gestiegenen Besuchsaktivität der jüngeren Gäste gleichzusetzen. Bereits im Verlauf von 2021, aber dann vor allem von 2022 haben sich die Anteile der älteren Besucher* innen wieder erholt – die Altersverteilung hat also wieder das präpandemische Niveau erreicht.

Im Kulturpublikum besteht ganz generell wenig Diversifizierung nach Altersgruppen. Ältere sind prinzipiell überdurchschnittlich häufiger vertreten als in der Gesamtgesellschaft. Die Kultursoziologie ist sich schon seit Langem einig: Diese ungleiche Verteilung ist nicht auf einen Alters-, sondern auf einen Generationeneffekt zurückzuführen. Ein bestimmtes Verhalten (z. B. Kulturbesuch) tritt nicht mit dem Beginn eines gewissen Alters ein, es ist vielmehr von der Generation abhängig, in welcher eine Person sozialisiert wurde. Somit entwickeln später geborene Generationen im Alter nicht „automatisch“ ein Interesse an Kulturbesuchen.

Schlussfolgerungen:

  • Die Pandemie hat zahlreiche bereits vorher bestehende Herausforderungen in der Struktur des Publikums von Kultureinrichtungen verschärft. Sie wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger.
  • Eine heterogene Struktur des Publikums, die nicht die Diversität der Gesellschaft abbildet, führte in der Pandemie zum ökonomisch problematischen Wegbleiben der Besucher* innen. Zu diskutieren ist, wie durch eine andere Programm- und Personalpolitik auch eine stärkere Diversität im Publikum geschaffen werden kann, um auch auf zukünftige Krisen besser reagieren zu können.
  • Die Verschärfung der sozialen Ungleichheit durch die Pandemie ist enorm. Mögliches Gegensteuern wird auch dadurch erschwert, dass Einrichtungen aus rein ökonomischen Gründen gezwungen waren, sich in den Pandemiejahren und auch noch aktuell um die Sicherung des Stammpublikums zu kümmern.
  • Die digitalen Angebote der Kultureinrichtungen werden von den Nutzer*innen noch nicht ausreichend angenommen. Zu diskutieren ist, inwieweit eine Investition in Vermittlungs- und Kommunikationsmaßnahmen zu einer höheren Nutzung führen können.
  • Empirisch noch nicht angemessen erforscht ist die These der Entwöhnung des Publikums. Inwieweit verlagerte sich in Zeiten des Lockdowns das Freizeitverhalten in den privaten Raum? Und wie besonders war die Rolle der Beziehungsqualität zwischen Besucher*in und Einrichtung? Geht die Einrichtung sogar gestärkt aus der Krise, wenn sie die Beziehung aufrechterhält? Diese Fragen müssen zukünftige Studien beantworten.
  • Schließlich kann auch ergebnisoffen diskutiert werden, in welchen Sparten und an welchen Orten 2022 das Angebot an Kulturveranstaltungen stärker gewachsen ist als die Nachfrage, und welche Konsequenzen die verschiedenen Akteur*innen aus Einrichtungen, Verwaltung und Politik daraus ziehen. In anderen vergleichbaren Branchen wie z. B. der Veranstaltungswirtschaft werden dementsprechende Überangebote bereits erkannt.

Die gesamte Studie gibt es hier zum Download: www.iktf.berlin

 

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10 Millionen für Soziokultur https://www.tiefgang.net/10-millionen-fuer-soziokultur/ Fri, 24 Jul 2020 22:17:32 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7111 [...]]]> Auch im Kulturbereich müssen sich etliche Akteur*innen neu ausrichten. Dafür werden nur erhebliche Mittel bereitgestellt. Die Ausschreibung läuft.

Der Fonds Soziokultur fördert, vorbehaltlich der Bewilligung der Finanzmittel, aus Mitteln des Programms NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, BKM, mit insgesamt 10 Millionen Euro in den Jahren 2020/21 partizipative Kulturprojekte. Bis September 2021 können Projekte in ganz Deutschland mit einer Maximalsumme von i.d.R. 30.000 € und in der Regel mit bis zu 80% des Gesamtbudgets gefördert werden. Die Antragstellung ist voraussichtlich ab Mitte August 20 über das Online-Portal des Fonds Soziokultur möglich.

Hintergrund

Als Teil des großen Corona-Hilfsprogramms NEUSTART KULTUR unterstützt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien mit insgesamt bis zu 50 Mio. Euro die sechs Bundeskulturfonds. Finanziell gestärkt werden damit die Stiftung Kunstfonds, der Deutsche Literaturfonds e.V., der Fonds Darstellende Künste e.V., der Fonds Soziokultur e.V., der Deutsche Übersetzerfonds e.V. und der Musikfonds e.V.  Staatsministerin Prof. Monika Grütters lobt die Fonds als „starke Partner mit großer Erfahrung“.

Sonderprogramm: Unterstützung und Weiterentwicklung

Das Sonderprogramm des Fonds Soziokultur e.V. fördert Projekte von Einrichtungen bzw. Trägern der kulturellen Bildung und Medienbildung, der Soziokultur und Kulturarbeit bei der krisenbedingten Neuausrichtung und Stärkung ihrer Arbeit im Schnittfeld von Kunst und Gesellschaft. In zusätzlichen und zeitlich versetzten Programmen sind offene sowie themengebundene Ausschreibungen geplant: Mitte August 2020 soll der Auftakt, ohne Themenbindung, gemacht werden.

Geplante Themenschwerpunkte sind: Netzwerke und Neue Schnittstellen, Kinder und Jugendliche als Ko-Produzent*innen, Diversität und Inklusion sowie Digitalität und Soziokultur. Der Fonds Soziokultur setzt mit diesen Themenschwerpunkten und der geplanten Begleitung einen qualitativen Akzent. Dringend notwendige Unterstützung wird mit einer inhaltlichen Entwicklung verknüpft und hat auf diese Weise eine nachhaltigere Wirkung.

Transfer und Begleitung

Zur Unterstützung und Verbreitung guter Praxis soziokultureller Arbeit wird es eine Begleitung für beispielhafte Projektträger geben. Ziel ist es unter anderem zur Stärkung des Sektors beizutragen und die Netzwerke und Beziehungen zwischen Gesellschaft und Kultur zu fördern. Dieses Begleitprogramm, das von einer Gruppe deutscher und internationaler Expert*innen geleitet wird, wird Unterstützung in drei Bereichen bieten: Digitalisierung, Entwicklung innovativer Programme und neue Modelle der Zusammenarbeit mit freien Künstler*innen und Kulturpädagog*innen.

Das Sonderprogramm des Fonds Soziokultur ist Teil des NEUSTART KULTUR-Programms der BKM – Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien – im Konjunkturpaket der Bundesregierung.

Die Förderprogramme „Allgemeine Projektausschreibung“ sowie „U25 – Richtung: Junge Kulturinitiativen“ des Fonds Soziokultur laufen regulär mit Fristen zum 02.11.2020 sowie 02.05.2021 weiter und ermöglichen Projektlaufzeiten auch bis ins Jahr 2022.

Nähere Informationen unter: fonds-soziokultur.de

Kontakt: Fonds Soziokultur, Weberstr. 59 a, 53113 Bonn, info@fonds-soziokultur.de, Tel.: 0228 – 97 14 47 90, Fax: 0228 – 97 14 47 99

 

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Lehren aus der Krise https://www.tiefgang.net/lehren-aus-der-krise/ Thu, 30 Apr 2020 22:00:14 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6832 [...]]]> Die Corona-Krise hat erhebliche Implikationen für Kunst und Kultur und zugleich für die Kulturelle Bildung als Öffentliches Gut und als zentrale Voraussetzung der kulturellen Teilhabe. Der Rat für kulturelle Bildung zieht erste Lehren.

Als Beitrag zur Debatte äußert sich Ende April 2020 der Rat für Kulturelle Bildung dazu in einem Positionspapier auf seiner Website mit folgenden Kernaussagen:

„Die Schulen und Lehrkräfte sind bis auf Weiteres gezwungen, im Ausnahmemodus zu agieren. In den vergangenen Tagen wurden vereinzelt Empfehlungen ausgesprochen, sich vor diesem Hintergrund auf die Kernfächer wie Sprachen und Mathematik zu beschränken. Der Rat für Kulturelle Bildung sieht dies kritisch und weist gegenüber Schulen und Bildungspolitik auf das Potenzial der ästhetischen Bildung im Umgang mit Unsicherheit und Verunsicherung hin. In der Krise sollten Schulen neben der Sicherung von Übergängen und Abschlüssen auch – mitunter digitale gemeinschaftliche – ästhetische Erfahrungsräume öffnen, sowohl um ihren Allgemeinbildungsauftrag zu erfüllen, als auch um den Auswirkungen der Krise auf den Einzelnen zu begegnen. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, für die Schulen teilweise der einzige Ort für kulturelle Teilhabe sind.

Zahlreiche kreative und kurzfristig ins Leben gerufene digitale Formate der Kulturellen Bildung zeigen mögliche positive Nebenwirkungen des Corona-Schocks bei den Kulturinstitutionen und weiteren non-formalen Anbietern der Kulturellen Bildung. Diese sollten seitens der Institutionen sowie der Jugend- und Kulturpolitik über die Krise hinaus, vor allem hinsichtlich ihres Potenzials, neue Zielgruppen zu erreichen und kulturelle Teilhabe zu stärken evaluiert und, wo sinnvoll, verstetigt werden.

Die Sehnsucht nach Sinnlichem und Gemeinschaft, die sich in kulturellen und künstlerischen Bewältigungsstrategien auf die Krise äußert, sowie die vielen kreativen Strategien der Akteurinnen und Akteure Kultureller Bildung zeigen, dass Kulturelle Bildung als Weg aus der Isolation gerade neu erfunden wird und werden muss. Kulturpolitik und -verwaltung sollten die Bemühungen der entsprechenden Akteurinnen und Akteure nach Kräften unterstützen. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass Themen, die in den letzten Jahren mühsam aufgebaut und entwickelt wurden – die Diversität der kulturellen Gegenstände und ästhetischen Praxen, die Vielfalt der künstlerischen und kulturellen Perspektiven – jetzt nicht aus dem Blick geraten.

Die Strukturen kultureller Bildungslandschaften sind alles andere als krisenfest – hier sind alle betreffenden Ebenen der Bildungs-, Jugend-, und Kulturpolitik und -verwaltung angesprochen, eine stabile Grundlage für kommunale und regionale Bildungslandschaften als Voraussetzung für das Öffentliche Gut Kulturelle Bildung zu schaffen, statt weiterhin auf Abruf- und Selbstausbeutungsbereitschaft in einem von Honorarkräften und Projektförderungen geprägten Feld abzustellen.

Auch die Akteure, Stakeholder und Gestalter Kultureller Bildung sind gefragt, ihre Annahmen über Qualität, Teilhabe, Zugänge im Hinblick auf Kulturelle Bildung zu reflektieren. Der Ausnahmezustand sollte uns lehren, welche dieser Annahmen konstant sind und die Krise überdauern müssen, und wie Kulturelle Bildung gestaltet werden muss, um jetzt und in Zukunft alle Menschen zu erreichen.“

Das gesamte Positionspapier: Positionspapier Corona

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Die Schönheit der Andersartigkeit https://www.tiefgang.net/die-schoenheit-der-andersartigkeit/ Fri, 24 May 2019 22:47:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5303 [...]]]> Für sein langjähriges, herausragendes Engagement für Künstlerinnen und Künstler mit Autismus wurde Volker Elsen nun vom Bundespräsidenten ausgezeichnet.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, überreicht diese Woche die Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande in der „Galerie der Schlumper“ in der Marktstraße 131. Denn auch sie sind Teil des Engagements.

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien hieß es dazu:  

„Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Volker Elsen setzt sich mit dem Verein akku e. V. seit 2010 aktiv für mehr Diversität im Kunstbetrieb ein. Er sorgt gemeinsam mit dem Verein seit vielen Jahren dafür, dass Künstlerinnen und Künstler mit einer autistischen Wahrnehmung in der Welt des Kunstbetriebs eine größere Anerkennung bekommen und nicht weiter marginalisiert werden. Durch seine Arbeit sensibilisiert Volker Elsen die Sehgewohnheiten des Publikums für Kunst, die sich in ihrer Andersartigkeit und Schönheit so zeigen kann, wie sie ist und macht so die Künstlerinnen und Künstler mit ihren Talenten sichtbarer.“

mittig Volker Elsen

Volker Elsen wurde 1964 in Gelsenkirchen geboren und ist Inhaber einer Werbeagentur in Paderborn. Den Anstoß, sich für die Kunst von Autistinnen und Autisten zu engagieren und 2010 den Verein akku – Autismus, Kunst und Kultur e.V. zu gründen, gab die Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Werk seines autistischen Bruders Matthias Elsen. Gemeinsam mit über 180 Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland, unter anderem einige Mitglieder der Schlumper sowie mit der Initiative akku, realisierte er 2010 in Kassel die erste bundesweite Ausstellung mit dem Titel „Ich sehe was, was Du nicht siehst…“ in der documenta-Halle. Über 7.000 Besucherinnen und Besucher sahen die Ausstellung allein in den ersten drei Wochen. Anschließend wurde aus der Initiative der gleichnamige Verein, mit dem die Ausstellung durch verschiedene deutsche und europäische Städte tourte.

Der Verein akku e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, Arbeiten von autistischen Künstlerinnen und Künstlern durch Ausstellungen, Konzerte und Lesungen zu vermitteln sowie Netzwerke und Kooperationen mit dem Kunstbetrieb aufzubauen. In einer Gesellschaft der Diversität schafft der Verein durch seine praxisnahen Projekte Gelegenheiten für soziale Interaktion von Menschen mit und ohne Autismus. Über 230 Künstlerinnen und Künstler mit Autismus sind im Netzwerk von akku e.V. registriert und reisen zu den jeweiligen Ausstellungsorten, bis nach Gent, Barcelona und Madrid. So entstehen Begegnungsräume für die Diskussion über mehr Vielfalt in Kunst und Gesellschaft.“

Quelle: Behörde für Kultur und Medien Hamburg

 

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Förderung von Vielfalt https://www.tiefgang.net/foerderung-von-vielfalt/ Thu, 29 Mar 2018 22:12:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3343 [...]]]> Die Kulturstiftung des Bundes hat das Projekt „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ aufgesetzt, um Kultureinrichtungen zu helfen, die Bereiche Programm, Publikum und Personal für mehr Diversität zu öffnen. Jetzt steht die nächste Förderrunde an.

In der Pressemitteilung heißt es:

„Die Kulturstiftung des Bundes unterstützt aus dem Fonds „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ mit insgesamt 21 Millionen Euro die diversitätsorientierte Entwicklung von Kultureinrichtungen.

Die Kulturstiftung des Bundes fördert Kultureinrichtungen aller Sparten dabei, die Bereiche Programm, Publikum und Personal für mehr Diversität zu öffnen. Hierfür stellt sie Mittel für eine Personalstelle in der Kultureinrichtung sowie zusätzlich Projektmittel für unterstützende Aktivitäten und Formate bereit. Die Projektmittel müssen durch zusätzliche Mittel von der Kulturinstitution kofinanziert werden. Vorhaben, die ausschließlich auf die Vermittlung von bestehenden Themen und Inhalten abzielen, werden nicht gefördert.

Einsendeschluss für die zweite Antragsrunde ist der 30. Juni 2018.

Migration hat die Gesellschaft in Deutschland in der Vergangenheit verändert und wird sie auch in Zukunft verändern. Deutschland ist ein Einwanderungsland und besonders Städte sind geprägt durch gesellschaftliche Vielfalt. Viele Institutionen haben begonnen, die neue Stadtgesellschaft mitzugestalten, jedoch spiegelt sich die kulturelle Diversität der Städte in den Programmangeboten, im Personal und im Publikum von Kultureinrichtungen noch nicht wider. Weder in Entscheidungspositionen noch im Publikum entspricht der Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte ihrem Anteil an der Bevölkerung.

Mit 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft unterstützt die Kulturstiftung des Bundes Institutionen aus den Sparten Kunst, Musik, Darstellende Künste, Literatur, Architektur, Neue Medien und verwandte Formen sowie spartenübergreifende Institutionen und kunst- und kulturhistorische Museen, die sich in ihrem Feld mit Fragen der Gegenwart befassen, die gesamte Gesellschaft in den Blick zu nehmen: Einwanderung und kulturelle Vielfalt sollen als ebenso chancenreiches wie kontroverses Zukunftsthema aktiv in das eigene Haus und in die Stadtgesellschaft getragen und strukturelle Ausschlüsse im Kulturbetrieb vermindert werden. Der Fonds soll eine große Bandbreite von Ansatzpunkten, Strategien und Methoden fördern, die in exemplarischer Weise aufzeigen, wie Institutionen – thematisch und personell – ihr Potenzial zur Mitgestaltung der neuen Stadtgesellschaft wirksam entfalten können.

Die Ausschreibung erfolgt in zwei Runden in den Jahren 2017 und 2018. Die Kultureinrichtungen bewerben sich mit einer ausführlichen Darstellung ihrer Ausgangssituation in der Stadt, ihrer Motivation und den Zielen sowie ihrer geplanten Arbeit mit dem/der Agent/in. Für den Antrag ist ausschließlich das ab Dezember 2016 auf der Website der Kulturstiftung des Bundes bereitgestellte Onlineformular zu verwenden.
Die Auswahl trifft der Vorstand der Kulturstiftung des Bundes auf der Grundlage von Empfehlungen durch eine unabhängige Jury. Im Falle einer positiven Vorauswahl durch die Jury ist die persönliche Präsentation des eingereichten Antrages durch die Leitung der antragstellenden Institution erforderlich.“

Quelle: kulturstiftung-des-bundes.de

Aus Hamburg wurden 2017 gefördert:

Dieser Slogan prangt derzeit auf der Museumswebsite.

Das Museum für Völkerkunde in Hamburg erhält eine Förderung unter anderem für die Neugestaltung der Programmatik und die Überarbeitung der Dauerausstellung. Das Museumsteam möchte Rolle und Aufgabe des Hauses in der polykulturellen Gesellschaft überdenken und seinem kolonialen Erbe auf die Spur kommen. Durch ein erweitertes Outreach-Programm sollen neue Ansätze der Beteiligung und Inklusion entwickelt werden, um weitere Akteure und Zielgruppen der Hamburger Stadtgesellschaft anzusprechen. Das Museum möchte zum Forum und zum Vorbild für ein vernetztes und kulturell vielfältiges Kulturverständnis werden.

Das fremdsprachige Programm der Bücherhallen.

Die Hamburger öffentlichen Bücherhallen wollen alle Bevölkerungsgruppen der Stadt einladen, die Bibliothek zu „ihrem“ Kultur- und Begegnungsort zu machen. Sie möchten so der Zusammensetzung der Hamburger Bevölkerungsstruktur besser Rechnung tragen. Außerdem möchte das Haus die Personalstruktur verändern, seine Kompetenzen mit interkulturellen Öffnungsprozessen verbessern und lernen, dieses Wissen an andere Kultureinrichtungen und öffentliche Bibliotheken in Hamburg und deutschlandweit weiterzugeben.

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Geld für Weitsicht https://www.tiefgang.net/geld-fuer-weitsicht/ Fri, 22 Dec 2017 23:51:10 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2744 [...]]]> Ein Museum stellt sich dem Erbe der Kolonialzeit, eine Bibliothek wird zum Treffpunkt der Kulturen. Das wird nun honoriert …

In der Pressemitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Im Rahmen des Programms „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ erhalten die Institutionen bis zu 360.000 Euro. Die Kulturstiftung des Bundes hat das Museum für Völkerkunde und die Bücherhallen Hamburg für das Programm „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ ausgewählt. Mit diesem Programm fördert die Stiftung Kultureinrichtungen, die beispielhaft Konzepte und Methoden zur Mitgestaltung der neuen Stadtgesellschaft und für die Teilnahme postmigrantischer Bevölkerungsgruppen entwickeln. Im Rahmen des Programms werden 17 Kultureinrichtungen über vier Jahre mit insgesamt rund sechs Millionen Euro gefördert. Die sechs Museen, fünf Theater, fünf Bibliotheken sowie eine Musikschule erhalten Mittel für besondere Aktivitäten und für die Einrichtung einer Stelle, sodass für vier Jahre eine Person eingestellt werden kann, die den diversitätsorientierten Veränderungsprozess der Kultureinrichtung konzipieren und steuern soll, so die Kulturstiftung des Bundes.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Konzepte des Museums für Völkerkunde und der Bücherhallen Hamburg zeigen, welchen Stellenwert die kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft auch an unseren Kultureinrichtungen genießt. Dieses Engagement der Hamburger Kultureinrichtungen wird nun mit der Förderung im Rahmen des Programms 360° auch vom Bund honoriert. ‚360°‘ fördert die interkulturelle Öffnung von Kulturinstitutionen, damit diese die diverse Stadtgesellschaft und ihre Themen strukturell und inhaltlich stärker einbeziehen. Ich gratuliere dem Museum für Völkerkunde und den Bücherhallen Hamburg zu ihrem Erfolg und bin gespannt auf erste Projekte.“

Spuren des Kolonialismus

Das Museum für Völkerkunde erhält eine Förderung unter anderem für die Neugestaltung der Programmatik und die Überarbeitung der Dauerausstellung. Das Museumsteam möchte Rolle und Aufgabe des Hauses in der multikulturellen Gesellschaft überdenken und seinem kolonialen Erbe auf die Spur kommen. Außerdem sollen neue Ansätze der Beteiligung und Inklusion entwickelt werden, um weitere Akteure und Zielgruppen der Hamburger Stadtgesellschaft anzusprechen. Das Museum möchte zum Forum und zum Vorbild für ein vernetztes und vielfältiges Kulturverständnis werden.

Ort der Begegnung

Die Bücherhallen Hamburg wollen alle Bevölkerungsgruppen der Stadt einladen, die Bibliothek zu „ihrem“ Kultur- und Begegnungsort zu machen. Sie möchten so der Zusammensetzung der Hamburger Bevölkerungsstruktur besser Rechnung tragen. Außerdem möchte das Haus die Personalstruktur verändern, seine Kompetenzen mit interkulturellen Öffnungsprozessen verbessern und lernen, dieses Wissen an andere Kultureinrichtungen und öffentliche Bibliotheken in Hamburg und deutschlandweit weiterzugeben.

Die neue Stadtgesellschaft

Mit „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ unterstützt die Kulturstiftung des Bundes spartenübergreifend Kulturinstitutionen, die sich mit Fragen des demographischen Wandels befassen und darin die gesamte Gesellschaft in den Blick nehmen: Themen wie Einwanderung und kulturelle Vielfalt sollen aktiv in das eigene Haus und in die Stadtgesellschaft getragen und Teilhabe ermöglicht  werden. Um sich dieser Themen anzunehmen, finanziert die Kulturstiftung den ausgewählten Einrichtungen mit je bis zu 360.000 Euro für vier Jahre eine Personalstelle und stellt Mittel für die Umsetzung von besonderen Aktivitäten bereit. Der Fonds wird somit laut Kulturstiftung des Bundes eine große Bandbreite von Ansatzpunkten, Strategien und Methoden fördern, die in exemplarischer Weise aufzeigen, wie Institutionen ihr Potenzial zur Mitgestaltung der neuen Stadtgesellschaft wirksam entfalten können.

Neben den beiden Hamburger Institutionen werden das Focke Museum, die Kunsthalle Bremen, das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz, das Deutsche Hygiene Museum, das Theater Bremen, das Theater Dortmund, das Staatstheater Nürnberg, das theater junge generation in Dresden, das Berliner Theater an der Parkaue, die Stadtbibliotheken in Bremen, Heilbronn, Köln und Pankow sowie die Musikschule der Stadt Bochum gefördert.“

Weitere Informationen: www.kulturstiftung-des-bundes.de

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