Gisela Baudy https://www.tiefgang.net Sat, 14 Feb 2026 12:01:05 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Von der Straße in den Kopf https://www.tiefgang.net/von-der-strasse-in-den-kopf/ Sat, 21 Feb 2026 23:37:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13294 [...]]]> Der März im Hamburger Süden beginnt nicht leise, sondern mit einer literarischen Wucht, die man in dieser Dichte nur einmal im Jahr findet. Die 11. SuedLese Literaturtage beginnen …

Wenn am 1. März der Startschuss für die 11. SuedLese fällt, verwandelt sich die Region zwischen Harburg und Buxtehude in eine pulsierende Bühne für das Wort. Die erste Woche setzt dabei sofort ein Zeichen: Es geht um Tiefe, um den Mut neuer Stimmen und um die Frage, wie Literatur uns helfen kann, die Welt – und uns selbst – besser zu verstehen.

Den Auftakt macht am Sonntag (1.3., 16 Uhr) eine fast meditative Begegnung mit der Natur. In der Heimfelder Friedrich-Naumann-Straße bei Alles wird schön e.V. laden Ulrike Burbach, Gisela Baudy und Christian Baudy zu einer Lesung für den Baum ein. Es ist eine Einladung zur Entschleunigung, will heißen: ein bewusstes Innehalten in einer Zeit, die oft zu schnell an uns vorbeizieht. Hier wird der Baum nicht als Kulisse, sondern als lebendiges Mitwesen begriffen – eine poetische Mahnung in Zeiten des ökologischen Umbruchs.

Ein erstes Highlight der Woche erwartet uns am Mittwoch (4.3., 19 Uhr) in der Fischhalle Harburg. Der Historiker Dr. Tillmann Bendikowski nimmt uns mit in Sagenhafte Nordgeschichten. Bendikowski ist ein Meister darin, staubige Archivfunde in lebendige Erzählungen zu verwandeln. Von Untoten im Kloster Harsefeld bis zur Entstehung des berühmten Diercke Schulatlas – er zeigt uns die Seele des Nordens jenseits der Klischees.

Besonders intensiv wird es am Freitagabend (6.3., 20 Uhr) im Treffpunkthaus Heimfeld. Dominik Bloh liest aus seinem neuen Werk Die Straße im Kopf. Bloh, der selbst elf Jahre obdachlos war, beschreibt darin eindringlich den täglichen Kampf mit der Normalität. Auch wenn er heute Bestsellerautor und Träger des Bundesverdienstkreuzes ist, bleibt die Straße in seinem Kopf präsent. Sein Buch ist kein bloßes Anklagen, sondern ein augenöffnender Bericht über das Leben zwischen zwei Welten und die Hürden eines Alltags, den man nach Jahren auf dem Asphalt erst mühsam wieder erlernen muss.

Am Samstagabend (7.3., 19 Uhr) lohnt sich dann ein Besuch in Buxtehude, denn der hört man dann ganz frische Stimmen des Verbrechens. Die Ladies Crime Night ist ohnehin ein Erfolgsformat des Vereins Mörderische Schwestern e.V., doch diesmal stehen exklusiv Debütantinnen im Rampenlicht. Dank einer neuen Förderung durch die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS liegt dieses Jahr erstmals ein besonderer Fokus auf diesen neuen Talenten. Das Prinzip ist nervenaufreibend: Fünf Autorinnen wie Hedda Anders oder Jana Stieler haben jeweils exakt zehn Minuten Zeit, ihre kriminellen Welten zu entfalten. Wenn der Schuss fällt, ist die Lesezeit gnadenlos vorbei. Ein Format, das perfekt zur energischen Atmosphäre der SuedLese passt.

Den Abschluss der ersten Woche bildet am Sonntag (8.3., 15 Uhr) ein intimer Einblick in die norddeutsche Seele. In einer privaten Wohnzimmerlesung in Harburg präsentiert Claus-Peter Rathjen plattdeutsche Texte von Hans-Joachim Meyer. Es ist dieser persönliche Rahmen, der die SuedLese so besonders macht – Literatur zum Anfassen, direkt in der Nachbarschaft.

Die Termine der ersten Woche im Überblick:

So., 01. März, 16 Uhr: Burbach, Baudy & Baudy – Lesung für den Baum, Alles wird schön e.V., Friedrich-Naumann-Straße 27, 21075 Hamburg; Eintritt: frei / Spende erwünscht

Mi., 04. März, 19 Uhr: Tillmann Bendikowski: Sagenhafte Nordgeschichten, Fischhalle Harburg, Kanalplatz 16, 21079 Hamburg; Eintritt: 15 Euro

Fr., 06. März, 20 Uhr: Dominik Bloh: Die Straße im Kopf, Treffpunkthaus Heimfeld, Friedrich-Naumann-Straße 9, 21075 Hamburg; Eintritt: VVK 12 Euro / AK 15 Euro

Sa. 07. März, 19 Uhr: Ladies Crime Night – Debüts, Stadtbibliothek Buxtehude, Fischerstraße 2, 21614 Buxtehude; Eintritt: 12 Euro

So., 08. März, 15 Uhr: Wohnzimmerlesung mit Claus-Peter Rathjen: Plattdüütsche Texte von Hans-Joachim Meyer, Hastedtstraße 34, 21073 Hamburg; Eintritt: frei / Spende erwünscht (Anmeldung erforderlich)

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2. Platz für „The Red Parrot“ https://www.tiefgang.net/2-platz-fuer-the-red-parrot/ Fri, 14 Jun 2024 22:28:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10934 [...]]]> „The Red Parrot“ (Der rote Papagei) heißt die Kurzgeschichte, mit der Gisela Baudy, awsLiteratur-Autorin aus Harburg, im Mai 2024 den zweiten Platz beim transatlantischen Literaturwettbewerb „Bandana II“ belegt.

„Unusual Encounters“ (Ungewöhnliche Begegnungen) sollten mit dem Motiv eines Bandanas (quadratisches Tuch mit besonderem Motiv) verknüpft sein. Christian Baudy hat das deutschsprachige Original der Autorin ins Englische übersetzt.

In der Erzählung geht es um einen Mann, der in einem Stadtpark gerade seine Mittagspause verbringen will. Am Handy ist seine aufgewühlte Tochter, die ihn drängt, sich mit dem aktuellen Zeitungsartikel „Der Amazonas brennt!“ zu beschäftigen. Zwischen Traum und Wirklichkeit begegnet er einem kleinen farbigen Mädchen, dem er in einen fremdartigen Wald mit uralten Bäumen folgt. Dort markiert ein schütterer Greis die letzten Bäume, um sie vor der Zerstörung durch den Menschen zu schützen. Er sieht entsetzt zu, wie die hungrige, leicht hinkende Kleine ihre erbettelten Bananen mit einem roten, verletzten Papageien teilt. Dabei erfährt er von dem Alten, dass die Eltern und die Tiere des Kindes in einem großen Waldbrand umgekommen sind. Zwischen dem Mann und dem vermeintlich verrückten Greis kommt es zur heftigen Auseinandersetzung um den Verbleib des Kindes. Am Ende bleiben im Park ein angekogeltes Papagei-Stofftier und ein löchriges Bandana zurück, das für den Protagonisten zum Brandmal wird.

„Was für eine schöne Geschichte. Enchanting, dreamy, motivating. Die Idee mit Traum und Wirklichkeit und etwas für die Umwelt tun zu wollen, kommt darin sehr schön zum Ausdruck“, gratulierte AnnElise Makin, eine deutsch- und englischsprachige Autorin, die seit etlichen Jahren mit ihrer Familie in den USA lebt und u.a. auch die Bandana II-Anthologie herausgibt. Sie hatte im letzten Jahr den Kurzgeschichten-Wettbewerb zum zweiten Mal zum Thema Bandana ausgeschrieben. Eine unabhängige Jury vergab das Preisgeld von insgesamt 550 USD.

Literaturangaben: The Bandana Book II – Unusual Encounters, iMakiNations BookProShop, ISBN (Bowker): 979-9902320-2-0, www.imakinations.com.

Und wer sich eilt, kann die Gewinnerin auch huete (15.6.) noch live erleben:

Sonnabend | 15. Juni 2024 | 16 Uhr | Gartenlesung | Eintritt frei – Spende willkommen

Ulrike Burbach, Gisela Baudy und Christian Baudy lesen
Am Rand der Stille – Prosa- und Lyrik

Die im Wechsel von den drei Hamburger Autor:innen vorgetragenen Prosa- und Gedichttexte lassen ein kunstvolles Sprachgeflecht zu menschlichen Beziehungen sowie unserem Unterwegssein in inneren und äußeren Landschaften entstehen.

Ulrike Burbach (Autorin aus Neugraben) führt mit Weitester Himmel an besondere Orte, etwa in die Wüste, in die der elfjährige Jan seine Traumreise unternimmt. Oder in den Südwesten der USA, wohin die Malerin Carla nach dem Tod ihres Mannes geflohen ist und von ihrer alten Freundin Maleen aufgespürt und zu einem neuen Leben verführt wird. Oder an einen skurrilen Rand der Welt, einem Ort zwischen Traum und Wirklichkeit. Dazu mischen sich lyrische Betrachtungen von den Harburgern Gisela Baudy und Christian Baudy aus ihren Lyrikbänden Worthaut, Blaues Ufer und Blättern unter Bäumen sowie Winter im April. Während der Lesung sind auch illustrierende Malereien von Christian Baudy aus den Gedichtbänden zu sehen.

Ulrike Burbach, freischaffende Künstlerin in den Bereichen Literatur, Malerei und Tanz, studierte Germanistik, Politik und Philosophie. Sie arbeitete zeitweilig als freie Mitarbeiterin beim Hamburger Abendblatt, schrieb für einen Arbeitskreis hochbegabter Frauen und ist heute in der Leseförderung tätig. Mittlerweile liegt ihr zweiter Erzählband Weitester Himmel vor.

Gisela Baudy studierte Altphilologie, Germanistik und europäische Volksliteratur. Sie liebt Dramen, Märchen und sozialkritische Filme. Nach langjähriger Verlagstätigkeit arbeitet sie heute als freie (Online-) Journalistin im „grünen Bereich“ und veröffentlicht. Gedichte, Aphorismen, Kurzgeschichten und (Natur-) Fotos in verschiedenen Medien.

Christian Baudy: Der Anglist und promovierte Sprachvermittler arbeitet freiberuflich als Online-Journalist, Bildungsakteur und Übersetzer. Er liest, malt und fotografiert gern und schreibt Gedichte, Kurzgeschichten und Kinderbücher – auf Deutsch und Englisch.

ORT: Familie Burbach-Freier | Schnuckendrift 24c | 21149 Hamburg |Zeit: 15. Juni, 16.00 Uhr

 

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Winter im April https://www.tiefgang.net/winter-im-april/ Fri, 24 Mar 2023 23:42:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9853 [...]]]> Lyrik kann in kalten Zeiten Hoffnung geben. Der Heimfelder Verlag „awsLiteratur“ hat ein neues Gedichtband herausgegeben.

Von Simone Erdmann

Krieg, Krisen, Konsumkritik und Klimawandel, aber auch Hoffnung auf ein „neues Kapitel“ im Weltgeschehen haben sich längst zwischen unsere Buchseiten eingenistet. Aber bei weitem noch nicht genug. „Grüne (T)Räume“, „Letztes Blatt“, „Eiszeit“ und „Neues Kapitel“ heißen denn auch die Kapitelüberschriften im Gedichtband „Winter im April – Gedichte und Aphorismen“ von Gisela Baudy und Christian Baudy, das jetzt im März 2023 bei awsLiteratur in Hamburg-Harburg erschienen ist.

Die kurzen lyrischen Sequenzen aus Haiku, Tanka, Elfchen, Prosagedichten und Aphorismen erfassen gleichermaßen Licht- und Schattenseiten des menschlichen Daseins. Es entsteht ein durchwachsenes Bild aus Natur-Harmonie und Umweltsünden, aus Menschlichkeit und Gewissenlosigkeit, aus Düsternis und Zuversicht.

So entführen uns sinnliche Bilder in die Welt der Natur, wenn „Eos“ (altgriechisch für Morgenröte) „den Horizont säumt“ oder erste Schwalben ihren „Silberflug himmelhoch feiern“. Aber es bleibt nicht bei reinen Naturerfahrungen. Die Harburger Autor:innen stellen sich aktuellen Themen. „Nachhaltigkeit hat ihren Preis, kostet aber nicht die Welt“, lautet zum Beispiel ein Aphorismus, mit dem Christian Baudy pointiert und knapp auf das jetzt Dringliche hinweist, ohne den Zeigefinger zu erheben. Oder Gisela Baudy stößt uns auf den „Weißen Fleck“ in unserem kollektiven Gedächtnis, wenn sie schreibt: „Man vergisst so schnell / wie man Pfützen vergisst / wenn sie trocknen.“ Aber auch die heutigen Auswirkungen des Klimawandels auf unser Leben kommen zu Wort, wenn es etwa in einem Haiku der Autorin heißt: „Herbst im August / Blatt für Blatt sitzen wir / auf dem Trockenen.“ Zu guter Letzt erfahren wir auch in einprägsamen Versen, was der Krieg mit uns macht. So heißt es in einem Elfchen des Autors: „Krieg / Tödlicher Kampf / Eine verlorene Schlacht / Entweder du oder ich / Nacht“, zu dem es – wie vereinzelt auch anderswo – ein englisches Pendant gibt.

Die beiden Dichter:innen haben auf 148 Seiten ein kleines Werk geschaffen, dass Naturklänge und kritische Töne poetisch miteinander vereint. Es bietet einen Freiraum für die Seele. Und es regt Leser:innen auf sprachspielerische Weise zum Nachdenken über unser Heute und Morgen an, indem es eine lyrische Plattform für Einordnungen, Fragen, Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten bietet. 26 farbige Acryl- und Ölkreide-Malereien von Christian Baudy unterstreichen die lyrische Aussage.

Schon mal vormerken: Einen Einblick in diesen und weitere Gedichtbände von Gisela und Christian Baudy können Sie demnächst in der Kulturwerkstatt in Harburg erhalten. Am 28. April lädt die Kulturwerkstatt um 19.00 Uhr zu „POETRY IN MOTION – Dichte Komposition aus Lyrik und Tanz“ ein. Auf der etwa 60-minütigen Veranstaltung werden die Lyriker:innen Gisela und Christian Baudy sowie die Tänzerin Ulrike Burbach Rhythmus und Poesie in Wort und Bewegung präsentieren. (Eintritt 10 Euro)

Literaturangaben:

„Winter im April – Gedichte und Aphorismen“ von Gisela Baudy und Christian Baudy. Mit 26 Malereien von Christian Baudy in Farbdruck. 148 Seiten. ISBN 978-3-947051-28-1. Preis: 16,- EUR. Veröffentlichung im März 2023. Bestellung in Ihrer Buchhandlung (VLB) oder – wenn es schneller gehen soll – direkt beim Verlag awsLiteratur per Email (buecher@aws-literatur.de).

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Die Harburg Art Tour https://www.tiefgang.net/die-harburg-art-tour/ Fri, 27 May 2022 22:12:01 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9091 [...]]]> An Harburgs Haus- und Fluztschutzwänden hat sich in den letzten Jahren die Kunst breit gemacht. Vielleicht mit das Beste, was Harburg passiere  konnte. Die Initiative „Harburg 21“ lädt dazu zur Radtour ein …

Harburgs Innenstadt lohnt eine Reise zu Fuß. Achtsame finden neben den großen Wandmalereien des städtischen Projektes Walls Can Dance (WCD), welche die Innenstadt mit dem Harburger Binnenhafen künstlerisch verbinden, auch großflächige Malereien örtlicher Schulen. Auch entdecken sie auf Schritt und Tritt Malereien etwa an Unterführungen, an versteckten Wänden im Hinterhof oder gar bemalte Elektrokästen. So etwa in Harburg-Heimfeld.

Kunst von Sebastian Knospe an der Heimfelder Straße. (Foto: Giseela Baudy)

Mit „HARBURG ART TOUR: zu Fuß durch Heimfeld“ stellt die lokale Initiative HARBURG21 einen weithin unbekannten „Kunstpfad“ in Harburgs Viertel Heimfeld vor – mit Text (Streckenverlauf, Kommentare) und Bildern, die Interessierte zu Fuß nachgehen können. Der etwa einstündige Rundgang beginnt und endet an der S-Bahn-Station Heimfeld. Wir begegnen dabei etwa einem Fleetenkieker, einer Meerjungfrau, einem Mädchen mit Regenschirm, einem indischen Elefanten oder großflächigen Mohn- und Gänseblumen, Schmetterlingen, einer bunt bemalten Kletterwand und ganzen Spiel- und Wiesenlandschaften. Die ART-Tour finden Sie auf dem Harburger Klimaportal unter harburg21.de/harburg-entdecken

Weitere Rundgänge und bebilderte Galerien zum HARBURG21-Projekt HARBURG ART TOUREN siehe www.harburg21.de

Hintergrund: Seit Sommer 2020 bringt die Initiative HARBURG21 im Rahmen des Projektes „Harburg entdecken“ in der Reihe HARBURG ART TOUREN gesunde und klimafreundliche Freizeitgestaltung in Harburg mit Straßen- und Fassadenkunst zusammen und folgt damit drei der 17 Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals), welche die Vereinten Nationen als globale Ziele bis zum Jahr 2030 festgelegt hat: nachhaltige Stadtentwicklung, Gesunde Stadt, Klimaschutz.

Zur Bildergalerie

Denn Harburg ist bunt und vielfältig, nicht nur in sozio-kultureller Hinsicht: Unser Bezirk profitiert von urbaner Kunst – ob mit seinem Kunstpfad oder mit seinen Wandgemälden, die zur Open Air Galerie vor Ort gehören. Am besten direkt (online oder offline) hingehen und hingucken. Im Fokus stehen hier Wandmalereien, die ganz unterschiedliche Aussagen zum städtischen Leben (am Wasser) machen. Hierzu gehören zum Beispiel auch die Werke, die im Rahmen des Projekts „Walls Can Dance“ entstanden sind. Und auch die legalen Sprüh-Bilder/Graffitis etwa an öffentlichen Schulen oder an der Flutschutzmauer am Bostelbeker Hauptdeich. Hier hat der Verein Großstadtraum auf insgesamt 510 Metern Länge die größte legale Wand zur freien künstlerischen Gestaltung mit Dose, Rolle oder Pinsel zur Verfügung gestellt. Überaus sehenswert sind aber auch die kleinen versteckten Malereien in Harburgs Stadtvierteln, zum Beispiel in Heimfeld.

HARBURG21 stellt peu à peu verschiedene HARBURG ART TOUREN mit Streckenverlauf und Bildern vor, die Interessierte zu Fuß oder per Rad nachgehen bzw. nachradeln können.

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Blättern unter Bäumen https://www.tiefgang.net/blaettern-unter-baeumen/ Fri, 12 Nov 2021 23:40:13 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8572 [...]]]> Möchten Sie sich einfach mal so aus dem Alltag „blättern“? Gleich den Blättern im Herbst? Dann lohnt sich der neue Lyrikband aus Harburg.

Der junge Harburger Verlag awsLiteratur, der zum Kulturverein Alles wird schön e.V. gehört, macht es möglich und zwar in der Sparte Lyrik. Aktuell sind es die lyrischen Reisenotizen durch die Brille eines Stadt-Radlers und Fußgängers.

In „Blättern unter Bäumen“ skizziert Christian Baudy in verspielten Kurzgedichten die kleinen Besonderheiten des Alltags – Momente, die Auge und Ohr für unsere Umwelt schärfen. Viel Worte macht er nicht. Er folgt vielfach der japanischen Natur-Dichtung in Form des titellosen, dreizeiligen „Haiku“ – sprachspielerisch und doppelbödig, auf Deutsch und gelegentlich auch auf Englisch.

Begeben Sie sich selbst auf Erkundungsreise und nehmen Sie Tuchfühlung mit der (Stadt-) Natur – ganz gleich ob im Herbst oder in einer anderen Jahreszeit. Mehr zum Buch mit Leseprobe ist bei awsLiteratur auf der Bücherseite unter www.aws-literatur.de zu finden.

 Christian Baudy, Blättern unter Bäumen – Haiku und andere Gedichte, mit Fotos von Gisela Baudy, aws-Literatur, der Verlag von Alles wird schön e.V. ISBN: 978-3-947051-23-6, schwarz-weiß, gedruckt auf Recyclingpapier

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6. SuedLese startet mit Bejamin Maack https://www.tiefgang.net/6-suedlese-startet-mit-bejamin-maack/ Fri, 21 May 2021 22:09:06 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7942 [...]]]> Zum 6. Mal und wenn auch überwiegend in digitaler Form starten am Die., 1. Juni, die Literaturtage in Hamburgs Süden – die SuedLese. Schon die erste Lesewoche hat es in sich.

Die Literatur führt uns dabei von Winsen, nach Moisburg, von Hamburg-Har- nach –Wilhelmsburg. Dabei u.a. Hamburg-Preisträger Benjamin Maack.

Dieses Jahr finden die vierwöchigen Literaturtage erstmals sowohl im Bezirk Hamburg-Harburg als auch im Landkreis Harburg statt. Ein Novum. „Stadt – Land – Fluss, ist das übergeordnete Thema, denn die Kulturschaffenden sehen keinen Grund an den Landesgrenzen von Hamburg und Niedersachsen Halt zu machen“, so Projektleiterin Anne Lamsbach. Möglich aber wurde es nur durch eine Unterstützung des Bundesfonds NEUSTART, „denn Politik und Verwaltung haben das Potenzial des Gemeinsamen wohl noch nicht entdeckt.“ Und es ist ja absurd: vieles verlagert sich ins WorldWideWeb, aber dem analogen Leben sind Grenzen gesetzt. Dies wollen die Kulturschaffenden von Winsen bis Moisburg, von Bezirk Harburg bis Wilhlemsburg und Neugraben nun aufbrechen. Und das Programm hat es in sich. Und auch wenn die meisten Lesungen als Zoom-Lesung mit Live-Chat oder als Video-Lesung zu erleben sind: sie sind stets von den typischen Kulturorten der Region kuratiert und zeigen so ihre individuelle Ausrichtung. Die Online-Links sind dann zum Termin unter www.suedlese.de zu finden.

Die., 01. Jun., 19.30h, KulturWerkstatt Harburg, Kanalplatz 6, 21079 Hamburg-Harburg (Hafen), www.kulturwerkstatt-harburg.de

Huug van’t Hoff  – Der fremde Cherokee – Freundschaft schreibt Geschichte

Anfang des 19. Jahrhunderts gründen die Cherokee eine demokratische Republik und fordern damit die USA heraus. Gegen Widerstände von innen und von außen. In dem Spannungsfeld ringen der Sohn eines verhassten Landhändlers und zwei Wegbereiter der Stammesveränderungen um ihre Freundschaft.

Nach einer Einführung über die Hintergründe zum Roman wird der Autor Huug van’t Hoff Passagen aus „Der fremde Cherokee“ präsentieren und dem Publikum einige Einblicke in die historisch spannenden Ereignisse bieten.

Huug van’t Hoff stammt aus Holstein. Bauerssohn, selbständiger und gelernter Buchhändler, Kultursoziologe, promovierter Literatur- und Medienwissenschaftler, fleißiger Bau-, Fabrik-, Fließband-, Feld- und Narrationsarbeiter sowie gediegener Kultur-Guerillero. Er lebte in Kiel, Berlin, Hamburg und derzeit in Essen.

Mi., 02. Jun., 10h, Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstr. 47a, 21073 Hamburg-Harburg

Julie Bender – Der Schatz des Arabers – Zeitreise zu Störtebeker

(für Schüler*innen der 3.-6. Klasse)

Alles klar zum Entern! Ein Piratenabenteuer in der Hansezeit! Bei dieser Lesung tauchen die Kinder in eine aufregende Schatzsuche ein und erfahren gleichzeitig spannende Dinge über das mittelalterliche Leben und Rauben auf See.

Sommerferien bei Opa Fridjof? Für den 12-jährigen Henrik ist klar: Das kann nur langweilig werden. Doch da irrt er sich gewaltig! Denn sein Großvater schickt ihn mit einer magischen Schatzkarte auf eine Zeitreise. Er soll den sagenumwobenen Schatz eines arabischen Kaufmanns suchen.

Im 14. Jahrhundert angekommen, findet sich Henrik auf einem Schiff des berühmten Seeräubers Störtebeker wieder. Mit den Piraten und seinen neuen Freunden Simon und Alina geht es auf eine abenteuerliche Schatzjagd. Der Steuermann Edo allerdings verfolgt bei der Suche seine ganz eigenen Pläne – und kommt Henrik mehr als einmal in die Quere …

Julie Bender: Alles begann damit, dass Julie Bender während ihres Studiums ‚Kreatives Schreiben‘ mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendbuch an der Hamburger Akademie bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb für Nachwuchsautoren den ersten Preis gewann. Heute schreibt sie neben anderen Kinderbüchern Geschichten über Mia Magie, eine kleine Hexe, die nicht nur in Pollys Pension wohnt, sondern vor allem in meinem Herzen.

Mi., 02. Jun., 18:00 Uhr, Komm du, Buxtehuder Str. 13, 21073 Hamburg

Janika Hoffmann – Der Quell der Finsternis (Fantasy)

Freundschaft, Abenteuer und Magie – diese Kernthemen finden sich im Finale der Drachenkralle-Trilogie von Janika Hoffmann wieder. Die Schwarzmagierin Ravenna bereitet ihren finalen Schlag vor, um Sarmela zu übernehmen. Die einzigen, die sie noch aufhalten können, währen Simon, die Drachin Maya und ihre Freunde. Doch nach dem letzten Kampf gegen Ravenna ist die Gruppe zerschlagen, jeder hat seine eigenen Dämonen zu bekämpfen. Um gegen Ravenna bestehen und ihre Familien retten zu können, müssen die Gefährten jedoch zusammenhalten.  Ihre letzte Hoffnung ist es, den magischen Stein zusammenzusetzen und der schwarzen Magie damit Einhalt zu gebieten. Gelingt das nicht, ist Sarmela verloren …

Weltenbummlerin Janika Hoffmann ist an der Nordseeküste aufgewachsen, hat zeitweise in Südafri-ka und Australien gelebt und ist mittlerweile nach Südhessen gezogen. Dort arbeitet sie hauptberufliche als Autorin und Twitch-Streamerin. Ihre Bücher entführen in verschiedene Bereiche der Fantasy und erscheinen teils bei Verlagen, teils in Eigenregie. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich mit ihren Haustieren, geht wandern oder taucht in Serien ein.

www.janikahoffmann.de

Do., 03. Jun., 17h, JoLa im Kulturhaus Süderelbe, Am Johannisland 2, 21147 Hamburg-Neugraben

Sascha Gutzeit – Detektivspinne Luise (Beste Unterhaltung für alle ab 6 Jahren)

Luise ist keine gewöhnliche Spinne, sondern eine Detektivspinne! Sie wohnt in Opa Huberts großem Garten und immer, wenn rund um den Garten seltsame Dinge passieren, übernimmt Luise den Fall.

Gemeinsam mit ihren Freunden erlebt die schlaue und neugierige Detektivspinne spannende Abenteuer und sorgt dafür, dass ihr die Täter ins Netz gehen.

Wenn Sascha Gutzeit aus den spannenden und humorvollen Luise-Geschichten vorliest, ist das etwas ganz Besonderes: Ein LESICAL – die Kombination aus Lesung und Musical.

Der Autor, Schauspieler und Sänger trägt nicht nur aus seinen Büchern vor, er spielt auch Theater und lässt Luise, ihre Freunde und alle anderen Figuren durch unterschiedliche Stimmen – wie bei einem Hörspiel – lebendig werden.

Außerdem singt Sascha viele seiner Lieder, die zum Mitmachen einladen. Wie zum Beispiel das »Detektivspinnenlied«!

Do, 3. Jun., 18.30h, VHS Harburg, Eddelbüttelstr. 47a,. 21073 Hamburg-Harburg

Hamburger Autorenvereinigung – Bleiben Sie negativ! Auftakt

Im April 2021 erschien das neue Buch der Hamburger Autorenvereinigung „Bleiben Sie negativ!“, an der 30 Autoren und Autorinnen beteiligt sind. In vielen Texten geht es um die Pandemie, in der wir uns noch immer befinden, also um Erlebnisse und Gedanken in schwieriger Zeit. Andere bieten Ausblicke auf ein weiteres Panorama. Herausgekommen ist ein Einblick in das vielfältige, sich derzeit eher im Verborgenen abspielende Schaffen der Hamburger Schriftsteller*innen. Die Herausgeber Sabine Witt und Gino Leineweber stellen zu Beginn der Lesereihe das Buchprojekt vor. Gino Leineweber liest außerdem seinen Text „Lockdown“ vor. Im Anschluss stehen die Autoren für ein Gespräch zur Verfügung. Die Lesereihe ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Hamburger Volkshochschule, der Hamburger Autorenvereinigung und der  „SuedLese – Literaturtage im Süden“.

VHS Kursnr.: 0500SHH01, Anmeldung erforderlich unter www.vhs-hamburg.de oder Tel. 040-428414284; Autoren: Sabine Witt, Gino Leineweber, Teilnahmegebühr: 8,00 €

Ab Fr., 4. Jun., 11h, Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestr. 20 21107 Hamburg-Wilhelmsburg

Pop-Up-Buch Workshop: Antje von Stemm: Mini-POP-IT-YOURSELF

Für Familien mit Kindern ab 6 Jahren und Schulklassen

Die Hamburger Illustratorin Antje von Stemm hat für euch eine Bastelvorlage entworfen, mit der ihr euer eigenes Mini-Pop-up-Buch basteln könnt – mit eigener Geschichte, eigenen Zeichnungen und ganz viel Spaß! Zu jeder Pop-up-Seite gibt es eine Video-Anleitung – so geht das Basteln „kinderleicht“.

Aber was ist überhaupt ein „Pop-up“? Und wie funktioniert dieses Projekt? All das erfahrt ihr in dem Workshop-Video, das Antje exklusiv für SuedLese und „Die Insel liest“ gedreht hat.

Das Heft Mini-POP-IT-YOURSELF kann ab dem 1. Juni kostenlos in den Bücherhallen Wilhelmsburg, Kirchdorf, Harburg und Neugraben abgeholt werden – solange der Vorrat reicht. Das Projekt kann auch mit ganzen Schulklassen durchgeführt werden. Hierfür stehen kostenlose Klassensätze bereit.

Ab Freitag 04.06.2021 bis Ende Juni

Eine Veranstaltung von „Die Insel liest“ / Bürgerhaus Wilhelmsburg, in Kooperation mit den Bücherhallen Wilhelmsburg, Kirchdorf, Harburg und Neugraben.

Fr., 04. Jun., 15.30h, HinZimmer, Hinzeweg 1, 21073 Hamburg-Heimfeld

Fensterlesung: Petra Albersmann – Ein Erzählprogramm für große und kleine Leute

Seit Januar 2021 ist die BürgerStiftung Hamburg in Harburg vertreten und bietet im HinZimmer einen Treffpunkt für die ehrenamtlichen VorleserInnen des Projektes „LeseZeit“, für Kinder und Jugendliche, die sich von den Angeboten rund um Bücher und Geschichten begeistern lassen oder für Menschen, die einen Ort suchen, wo sie sich kreativ an der Gestaltung der Gesellschaft / Nachbarschaft beteiligen können.

Petra Albersmann macht mit der ersten Fensterlesung den Auftakt und nimmt uns mit auf eine Reise zu Märchen aus aller Welt. Mit dabei ist ihr Froschkönig Rüdiger, der immer wieder Geschichten durcheinanderbringt und damit kleine wie große Zuschauer verzaubert.

Die neuen Fensterlesungen für Kinder sind ab jetzt immer mittwochs: 09., 16., 23. und 30. Juni von jeweils 16-17 Uhr. Wir lesen am Fenster während Ihr draußen (bei schlechtem Wetter unter einem Pavillon) an der frischen Luft bleiben und gespannt zuhören könnt. Für Gespräche über weitere Angebote im HinZimmer wird auch genug Zeit sein.

Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist begrenzt, daher bitte unbedingt telefonisch oder per E-Mail anmelden: Telefon: 040 87 88 969 60; E-Mail: cornelia.heydt@buergerstiftung-hamburg.de

Ab 4. Jun, 18h, Volkshochschule Harburg, Eddelbüttelstr. 47a, 21073 Hamburg-Harburg

Songtext-Schmiede: Offenes Treffen für Musiker*innen und Schreibende

Online-Kurs im Rahmen der Suedlese

Die Songtext-Schmiede ist ein Format für alle, die Lust haben, in kleiner, moderierter Runde und unter Gleichgesinnten eigene Songtexte zu besprechen und Impulse zur Weiterentwicklung zu gewinnen. Das offene Treffen beginnt mit einer kreativen Übung, die zur Inspiration einlädt und die im Anschluss gemeinsam ausgewertet wird. Es geht um Kreativität, Textflow, Schreibwerkzeuge und Aha-Erlebnisse. Eine Schmiede für neue Ideen und Austausch!

Kursnr. 0775MMW02, Steffi Böhnke; 12 €, 3 UStd., 1 Term., Beginn 4.6.21, Fr., 18-20.15 Uhr, Anmeldung erforderlich unter Tel. 040-428414284 oder www.vhs-hamburg.de

Fr., 04. Jun, 19h, Alles wird schön e.V., Friedrich-Naumann-Str. 27, 21075 HH

Sarah Just // sasa – terra inkognita – unbekanntes land

Sarah Just // sasa präsentiert drei Texte, die in Inhalt und Form nicht unterschiedlicher sein könnten: „terra inkognita“, ein Gedicht angelehnt an den Prolog einer Metall Band. „Ich küss dich glücklich“ – ein Poetry Slam zum Thema toxische Männlichkeit und „All Mut“, ein von Almut Wregg performativ umgesetzter Text mit Videoaufnahmen aus dem Wintergarten.

Und zum Abschluss Ikigai, ein Trio an Texten, das unterschiedliche Antworten auf die gleiche Frage geben will. Enjoy, folks!

Fr., 4. Jun.,  19h, Café Refugio, Bremer Str. 9, 21073 Hamburg-Harburg

Wilfried Manneke – Guter Hirte – Braune Wölfe

Es ist Mitternacht: Ein Molotow-Cocktail fliegt gegen die Hauswand von Pfarrer Wilfried Mannekes Haus und verfehlt nur knapp das Küchenfenster. Unbekannte kleben Hakenkreuze an die Kirchentür, es gibt »Juden raus«-Rufe vor dem Haus oder Drohungen per E-Mail und auf Facebook …

»Wir erobern die Städte vom Lande aus«, lautet die Parole der extremen Rechten. Das muss Wilfried Manneke feststellen, als er eine Stelle in der Südheide antritt. Als Auslandspfarrer hat er das Apartheidsregime in Südafrika erlebt und kann hier nicht tatenlos zusehen. Er mobilisiert die Behörden, organisiert Mahnwachen, Proteste und Gegenveranstaltungen. Sein Buch ist ein Weckruf und ein Appell sich zu engagieren und dem rechten Hass entgegenzustellen.

Wilfried Manneke studierte Theologie und war anschließend Auslandspfarrer in Südafrika. Seit 23 Jahren ist er Gemeindepfarrer. Vom Zentralrat der Juden in Deutschland wurde er 2018 für sein Engagement gegen rechts mit dem Paul-Spiegel-Preis ausgezeichnet.

Christoph Fasel, Germanistik, Geschichte und Philosophie. Nach der Promotion arbeitete er als Journalist, unter anderem für die „Bild“, das Magazin der „Süddeutschen Zeitung“, „Eltern“ und den „Stern“. Der Buchautor, Dozent und Coach war zudem Chefredakteur des „Reader’s Digest“ und hat bereits mehrere Bestseller geschrieben.

Fr., 04. Jun, 19h, Künstlerhof Scharmbeck, Winsen (Luhe)

Viola Livera & Bernhard Schwark  – Lichtperlen & Sternenstaub

mit Poesie & Kontrabass … Eine Klangwelt aus lichten Worten, Tönen aus der Stille und der Achtsamkeit für den Moment. Das Künstler-Duo nimmt seine Zuhörer mit auf eine poetisch- musikalische Reise –  bis der letzte Ton verklungen ist.

Die Gedichte sind von Viola Livera, die Kompositionen von Bernhard Schwark

Im Rahmen des Kultursommers 2021 im Landkreis Harburg lädt der Kultursommerpreisträger ´Hofkunst` zusammen mit dem Kulturverein „Alles wird schön“ zum Projekt *C-lare C-ante in der C-rise*.

Für alle Veranstaltungen gilt: open air auf der HOFKUNST-Bühne „auf dem Berg“(außer wenn anders angegeben) mit An- und Abstand, eigener Sitzgelegenheit und Selbstverpflegung. Schriftliche Anmeldung erforderlich hofkunst@gmail.com oder telefonisch 04171-5480 + 0157-389 384 95

Fr., 04. Jun., 20h, Kunstverein Harburger Bahnhof, Hannoversche Str. 85, 21079 Hamburg-Harburg

Elif Saydam & Vera Palme …schlafen sich durch (in englischer Sprache)

Anlässlich der Ausstellung der Künstlerin Elif Saydam bietet der Kunstverein im Rahmend er 6. SuedLese eine Auswahl an Texten von Elif Saydam und Vera Palme, die seit langem eng zusammenarbeiten „…schläft sich durch“

Elif Saydam und Vera Palme studierten gemeinsam Malerei an der Städelschule, Frankfurt am Main. 2018 schrieben sie unter dem Pseudonym Colt Jonner den Pulp-Thriller Desecration of Descent, erschienen bei Broken Dimanche Press. Gemeinsam traten sie u.a. auf der Berlin Art Week, im Schloss Balmoral (Bad Ems), auf der Cologne Art Book Fair (Köln) und im Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft (Nürnberg) auf. Ihre jeweiligen Arbeiten waren unlängst in der Gruppenausstellung Lose Enden in der Kunsthalle Bern, 2021, zu sehen. Ihr nächstes gemeinsames Projekt ist eine Lecture Performance mit anschliessender Schreibwerkstatt in der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg im Sommersemester 2021.

Sa., 5. Jun., 10h, Volkshochschule Harburg, Eddelbüttelstr. 47a, 21073 Hamburg-Harburg

Zeichenkurs mit Lesung: Die Brüder Löwenherz

Eine wunderbare Geschichte regt zum Zeichnen an, Sie lassen sich mit Stift und Papier treiben… An diesem Wochenende wird der Schauspieler Bruno Bachem für uns „Die Brüder Löwenherz“ von Astrid Lindgren vorlesen und wir zeichnen dazu. Dabei geht es nicht darum, die Geschichte zu illustrieren, sondern den Kopf auszuschalten und die vielen Bilder der Geschichte und unsere Vorstellungen von Nangijala in unsere Zeichnungen einfließen zu lassen. Zu Beginn und zwischen den Lesungsblöcken werden wir uns mit Blindzeichnen und anderen Experimenten lockern und zum Abschluss des Kurses gemeinsam unsere Ergebnisse besprechen.

Bitte bereithalten: Ausreichend Papier im beliebigen Format, Stifte, Tusche oder andere Farben mit Pinsel. Die Nutzungspauschale in Höhe von 30€ für das Schauspielerhonorar ist nicht ermäßigbar.

Kursnr. 0215SHH51, Jenni Tietze; 69 €,  inkl. 30 € NP, 8 UStd., 1 Term.,

Sa., 5.6.21 bis Sa., 5.6.21, 10-17 Uhr; Anmeldung erforderlich unter Tel. 040-428414284 oder www.vhs-hamburg.de

Sa., 05. Jun., 18h, Nachbarschaftstreff  Eißendorfer Str. 124, 21073 Hamburg-Eißendorf

Regine Seemann – Alsterschwan

Der dritte Fall für Stella Brandes und Banu Kurtoğlu in Hamburg: Mordermittlungen in den Harburger Bergen

Die Geschichte zeigt, dass medizinische Versuche an Menschen ohne deren Zustimmung immer wieder stattgefunden haben. Gerade im ehemaligen Nazi-Deutschland und später in den 1960er und 1970er Jahren hat die Medizin und Forschung davon Gebrauch gemacht. Diese heikle Thematik steht im Fokus des neuen Krimis »Alsterschwan« von Regine Seemann. In diesem taucht ein Jugendlicher bei einer Halloweenparty auf, bricht dort zusammen und stirbt. Sofort beginnen die Hamburger Kommissarinnen Stella Brandes und Banu Kurtoğlu mit den Ermittlungen, da noch zwei weitere Jugendliche vermisst werden. Dabei stoßen sie auf die finstere Geschichte eines abgebrannten Ferienheims und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Die Neugrabener Autorin Regine Seemann schafft eine spannungsreiche Atmosphäre, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart wandert und einen unglaublich düsteren Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele gibt.

Sa., 05. Jun, 19h, Alles wird schön e.V., Friedrich-Naumann-Str. 27, 21075 HH

Viola Livera und Bernhard Schwark– Lichtperlen & Sternenstaub

mit Poesie & Kontrabaß …Eine Klangwelt aus lichten Worten, Tönen aus der Stille und der Achtsamkeit für den Moment. Die Künstler nehmen ihre Zuhörer mit auf eine poetisch, musikalische Reise bis der letzte Ton verklungen ist. Die Gedichte sind von Viola Livera, die Kompositionen von Bernhard Schwark

www.diedelikaten.de/lichtperlen

Sa., 05. Jun., 19.30h, Wohnzimmer-Lesung online

Benjamin Maack – Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein  

Benjamin Maack liest aus dem Hamburger „Buch des Jahres“: „Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein“

„Bin ich jetzt ein Leben müde?“, fragt Benjamin Maack in seinem Depressions-Bericht „Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein“, als er mit seinem großen, schwarzen Rollkoffer vor der Psychiatrie steht.

Vier Jahre zuvor hatte er sich schon einmal eingewiesen, nach einem Nervenzusammenbruch – die Diagnose: Depression. Jetzt ist er wieder hier und berichtet von den letzten Nächten, die er nicht mehr im Ehebett, sondern auf dem Sofa verbringt, schlaflos, nervös, in Panik. Und dem Alltag in der Klinik, wie er mit den Mitpatienten „Alarm für Cobra 11“ schaut oder im großen Aufenthaltsraum Delfine im Mondlicht puzzelt. Wie ihm statt Frau und Kindern die Pfleger zum 40. Geburtstag gratulieren und wie er in der Kreativwerkstatt lernt, zu sticken. Er erzählt von Medikamenten, ihren Nebenwirkungen, von Selbstmordgedanken und jenem Abend, an dem auch starke Beruhigungsmittel nicht mehr helfen und er auf „die Geschlossene hinter der Geschlossenen“ verlegt wird – ständig schwankend zwischen Hoffnung und tiefer Verzweiflung. Eine Lesung und Gesprächsrunde im virtuellen Stuhlkreis.

So. 6. Jun., 10.30h, Volkhochschule Harburg, Eddelbüttelstr. 47a, 21073 Hamburg-Harburg

Anja Eßelborn – Handlettering für Fortgeschrittene

Sie haben erste Erfahrung mit dem Handlettering gemacht und nun geht es nicht weiter? Dann ist dieser Online Workshop eine gute Möglichkeit, tiefer in das Thema Handlettering einzusteigen. Hier geht es um Schmuckelemente, die Gestaltung von Bullet Journals oder Glückwunschkarten. Setzen Sie Ihre Texte in Szene! Bitte für den Kurs bereitlegen: Brushpens in 2 verschiedenen Farben, Fineliner in verschiedenen Stärken, Bleistift, Lineal und Knetradiergummi. Glattes Papier, mindestens 100g stark. Eventuell Aquarellfarben und Pinsel.

VHS Kursnr. 0192SHH80; Anmeldung erforderlich unter www.vhs-hamburg.de oder Tel. 040-428414284; Kursleitung: Anja Eßelborn; Kursgebühr: 25,00 € / 1 Termin

So., 06., Jun, 11h, Elbdeich e.V., Moorburger Elbdeich 249, 21079 Hamburg

Till Penzek – Floras Dschungel (interaktive Kinderlesung, 3-6 J.)

DIESE ANGEBOT WIRD MIT GEBÄRDENSPRACHE ÜBERSETZT!

Balkonien blüht. Flora hat es satt. Die ganze Stadt um sie herum versinkt in eintönigem Grau. Hier fehlt eindeutig Farbe! Aber woher soll die kommen? Da fliegt ein kleiner Vogel über den Balkon. Das Päckchen, das er fallen lässt, bringt eine merkwürdige Wurzel zum Vorschein. Als Flora sie gießt, sprießen Blätter aus der Knolle und nach kurzer Zeit wird der Balkon zum farbenprächtigen Dschungel! Klar, dass hier auch Affen leben. Und einer von ihnen braucht dringend Floras Hilfe. Ein Abenteuer beginnt … Oder war am Ende alles nur ein Traum?

Einlass ab 10 Uhr, Beginn 11 Uhr, Eintritt auf Hutspende; Die Veranstaltung findet (vorausgesetzt die behördlichen Richtlinien erlauben es) Open-Air auf unserem Außengelände statt!

So., 06., Jun, 15h, Elbdeich e.V., Moorburger Elbdeich 249, 21079 Hamburg

Till Penzek – Als die großen klein waren (interaktive Familienlesung, ab 6 J.)

DIESE ANGEBOT WIRD MIT GEBÄRDENSPRACHE ÜBERSETZT!

„Als die Großen klein waren, gab es weder Smartphone noch Internet – verrückt, oder? Aber wie haben deine Eltern damals telefoniert, Fotos gemacht oder Musik gehört? Wie konnten Sie Sich bloß ohne Handy verabreden? Dieses witzige Sachbilderbuch erzählt von verschwundenen Dingen. In der Kindheit der Großen alltäglich, für die Kinder von heute ziemlich absurd: Wählscheibentelefone, Telefonzellen, Audio- und Videokassetten, Negativfilme, Diaabende, die ersten Videospiele, Straßenkarten und vieles mehr. Eine fröhliche Zeitreise in die Kindheit heutiger Eltern – für die ganze Familie.“ www.penzek.com

Einlass ab 14 Uhr; Beginn 15 Uhr; Eintritt auf Hutspende (Eventuelle Antigen-Schnelltests müssen vor Ort; selbst bezahlt werden!)

So., 6. Jun.  16h, Alles wird schön, Friedrich-Naumann-Straße 27, 21075 Hamburg-Heimfeld

Querbeet – Eine literarische Reise durch Zeit und Raum

Eine hybride Lesereihe präsentiert von der Online-Gruppe „Brennende Buchstaben“ und dem Verlag awsLiteratur des Heimfelder Kulturvereins „Alles wird schön e.V.“.

Teil 1: 16 bis 18 Uhr

  • Conny Schramm – Expedition gelobtes Land (Erfahrungen eines Volunteers in einem israelischem Kibbuz)
  • Wolfgang Bauch – die sieben Todsünden in Text und Foto
  • Ulrike Burbach – StattGespenstern
  • Gisela Baudy und Diether Siegel entführen in eine von Chris Baudy bebilderte Welt der Lyrik

Teil 2: 19 bis 21 Uhr

  • Gabriele Behrend – Salzgras und Lavendel (ein für den „Kurd Laßwitz Preis“ nominierter Science-Fiction-Roman)
  • Christa Reimann – Lauschgesichter (aus ihrer Zeit als 7jähriges Mädchen im Dritten Reich)
  • Jan Christoph Nerger – S7 – Irrfahrt auf dem Zeitgleis (eine besondere S-Bahnfahrt durch das 20. Jahrhundert)
  • Wilfried Abels „Der Sternendrache – Im Netz der Algorithmen“ (eine Reise ins 28. Jahrhundert auf ein Abenteuer in den Tiefen des Weltraums)

Wolf Puschmann und Thorsten Küper moderieren die Lesung. Informationen und Online-Zugangsdaten: URL: www.aws-literatur.de/suedlese21

Die „Brennenden Buchstaben“ machen Literatur seit 2008 immersiv und inszenieren Lesungen mit Schriftsteller*innen auf virtuellen Bühnen. Bisher haben mehr als 200 Literaturschaffende bei ihnen aus ihren Werken gelesen. Bei awsLiteratur setzen seit 2016 Literaturschaffende facettenreiche Buchprojekte um: Biographisches, Fantastisches, Geschichtliches und Gesellschaftliches – in Poesie und Prosa. Das ehrenamtlich agierende Verlagsteam bedient professionell alle Genres. Bislang wurden 20 Taschenbücher mit Romanen, Erzählungen und Gedichten veröffentlicht.

So., 06. Jun, 16h, Wiese am Interkulturellen Garten, HH-Wilhelmsburg (Rücks. Veringstr. 147)

Jürgen Schöneich & Reneé de la Prade – Schräge Stories und Crazy Tunes

Lesung und Konzert mit Live-Übertragung ins Internet

Mal geht ein Bewerbungsgespräch furchtbar schief, mal beklagt sich ein Hund über Ungerechtigkeiten, mal will eine Spinne Germanys Next Topmonster sein. Wenn Jürgen Schöneich, im Netz Berlinermax genannt, auf der Bühne steht, weiß man nie, was kommt. Seine skurrilen kurzen Texte sind voller Humor und haben manchmal unerwartet Tiefgang. Meistens sehen sie die Realität aus einer ganz überraschenden Perspektive. Für die Bühne geschrieben und mit vollem Stimm- und Körpereinsatz vorgetragen.

Zu einer echten Show wird diese Lesung durch die Musik von Squeezebox-Goddess Reneé de la Prade aus San Francisco. Für das leibliche Wohl sorgt die Deichdiele mit Kaffee & Kuchen.

Jürgen Schöneich, geboren in Berlin, seit über 10 Jahren in Hamburg-Wilhelmsburg, schreibt gern und meist skurrile kurze Texte, um sie auf der Bühne vorzulesen. Ehemals Mitglied im „Club der lebenden Dichter“, den er jetzt wiederbeleben will. Anfragen an berlinermax@gmx.de

Reneé de la Prade stammt aus Kalifonien, USA, lebt seit einigen Jahren in Hamburg-Wilhelmsburg und begeistert mit dem Akkordeon. Mal solo, mal in Gruppen spielt sie Punk, Rock, Reggae, Blues, Zydeco, Irish Folk oder Cajun Music. Energiegeladen und phantasievoll kostümiert.

So., 06. Jun., 17h Kulturpunkt Moisburg

Peggy Wolf – Weißes Land

Haben Ehen ein Ablaufdatum, wann dürfen Frauen und Männer lügen und müssen Kinder ihre Eltern verstehen? Das sind einige der Fragen, die Peggy Wolf in ihrem Roman „Weißes Land“ beantwortet. Wie in einem Bildvortrag wird die Reise des Geologen Prof. Dr. Georg Rüssel erzählt und nebenbei sein Lebensschmerz. Er ist als Wissenschaftler anerkannt, erfolgreich und – zu Tode verzweifelt. Die Lesung wird musikalisch begleitet.

Peggy Wolf wuchs im Harz auf, studierte Bibliothekswesen in Leipzig, London und Sankt Petersburg und schloss als Diplom-Bibliothekarin ab. Nach der Pflicht folgte die Kür: Sie wandte sich dem Schreiben zu.

Etliche Jahre arbeitete Peggy Wolf als Reporterin für verschiedene Zeitungen, doch Peggy Wolf wollte längere Texte schreiben und begann mit Projekten als Ghostwriter. Nebenher verbesserte sie ihre erzählerischen Qualitäten. Sie schrieb Kurzgeschichten, denen Erzählungen folgten und schließlich der erste Roman Acker auf den Schuhen. Heute lebt Peggy Wolf in Moisburg und Hamburg und arbeitet am 4. Roman. www.autorinpeggywolf.net

So., 06. Jun, 19h, Hofkunstbühne Scharmbeck, Winsen (Luhe)

Diether Siegel – Elbvertiefung / Manungen

Diether Siegel liest aus seinen beiden im Verlag awsLiteratur erschienenen Büchern, „Elbvertiefung“ über seine elbauf-Wanderung und aus „Manungen“(sic! von niederdeutsch für Mond), seinem gerade neu erschienenen Buch über den Vollmond im Jahreskreis, das Chris Baudy illustriert hat.

Diether Siegel, walkabout-writer, 1946 in Gaissau am Bodensee geboren, aber aufgewachsen und seit 1950 sesshaft in Hamburg, hat sich im wahrsten Sinne des Wortes der Migration verschrieben. Seit 1975 als Gymnasiallehrer tätig, macht er sich 2002 in einem Sabbatjahr zum ersten Mal zu Fuß auf den Weg, durchquert das Land bis zu seinem Geburtsort – gemeinsam mit seiner Hündin Luna.

Für alle Veranstaltungen gilt: open air auf der HOFKUNST-Bühne „auf dem Berg“(außer wenn anders angegeben) mit An- und Abstand, eigener Sitzgelegenheit und Selbstverpflegung. Schriftliche Anmeldung erforderlich hofkunst@gmail.com oder telefonisch 04171-5480 + 0157-389 384 95


Die 6. SuedLese wird gefördert durch NEUSTART Kultur und die Behörde für Kultur und Medien Hamburg.

Das haptisch hochwertige, gedruckte Programm kann ab sofort und für 2,50€ Schutzgebühr und Versandkosten unter post@suedlese.de vorbestellt werden und wird per Post zugesandt. Oder es ist online als  Download unter www.suedlese.de zu bekommen.

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„Gefummel am Sinn, Klang, Rhythmus“ https://www.tiefgang.net/gefummel-am-sinn-klang-rhythmus/ https://www.tiefgang.net/gefummel-am-sinn-klang-rhythmus/#comments Fri, 06 Mar 2020 23:12:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6424 [...]]]> Lyrik scheint in Zeiten der Sachlichkeit und Funktionalität aus der zeit gefallen. Nicht so bei der 5. SuedLese. Wir haben nachgehakt.

 „Ich schreibe mir ein Bild“ (Siegfried Kopf)

Lyrik. Dieses Genre hat es schwer und dabei so viel zu bieten. Aber neben der Lyrikerin bzw. dem Lyriker braucht es natürlich auch ein aufgeschlossenes Publikum, das sich einlässt auf das, was da kommen mag und u. U. nicht leicht zu fassen ist. Lyrik erschließt sich in seiner Bedeutung nicht sofort, sondern lässt eher etwas anklingen; etwas, das einen berührt und/oder anspricht, bevor man versteht, wie und warum. Manches verhallt vielleicht unbegreiflich, anderes erzeugt ein Echo im eigenen Klangkörper.

Bei der diesjährigen SuedLese (5. März – 14. April) sollen auch wieder vorgetragene Verse – die sich keineswegs reimen müssen – dazu beitragen, der Ausdrucksform näherzukommen. Ein Werk möge wie ein Bild oder Parfüm auf Anhieb betören und dann nach und nach seine Kopfnote entfalten. Zu den Dichtenden, Denkenden und Fühlenden, die Dame zuerst:

Gisela Baudy veröffentlichte 2019 zwei Gedichtbände beim awsLiteratur Verlag des gemeinnützigen Kulturvereins Alles wird schön e. V.: „Worthaut“ und „Blaues Ufer“. In beiden Bänden hat Autor und Künstler Christian Baudy viele ihrer Gedichte mit eigenen Kunstwerken malerisch begleitet. Autorin und Maler lesen im Rahmen der awsLiteratur-Verlagspräsentation „Querbeet – awsLiteratur präsentiert Neues aus dem Verlagsprogramm“ gemeinsam aus beiden Werken und zeigen parallel Gedichte und Malereien per Powerpoint-Präsentation. Der Vortrag ist Teil einer Gemeinschaftslesung mit weiteren Autoren und Autorinnen und findet am 4. April in den Räumen des Heimfelder Kulturvereins statt.

Björn Jensen, u. a. Pädagoge und Bauarbeiter, beschreibt „Nächte aus Samt, Tage aus Beton“. Der Textschmied war schon oft zu Gast beim WORTart! Literaturfestival in der Fischhalle und liest in der Deichdiele in Wilhelmsburg.

Architekt, Texter, Maler und Fotograf Siegfried Kopf lädt bei einer Wohnzimmerlesung in Eißendorf zum „Frühlingsanfang“ ein.

Und last, but not least Ulrich Lubda, der auch schon mehr in seinem Leben gemacht hat, als hier aufgezählt werden kann und soll. Sein Thema bei der SuedLese: „Träume vom Schäfer von Schafen vom Überleben“ (Prosa) und “ShaFmanie” (Lyrik).

Tiefgang (TG): Von jedem von Euch wollen wir wissen: Was brachte euch zur Lyrik?

Gisela Baudy: Wer kann das schon wirklich sagen? Ich habe schon früh begonnen, „Tage“-Bücher zu schreiben. Irgendwann kam dort nur noch hinein, wenn mich Erlebtes auch sprachlich und klanglich reizte. Dazwischen konnten Wochen oder Monate vergehen.

Siegfried Kopf: Die Auseinandersetzung mit der Liebe und dem Zeitgeist während meiner Bundeswehrzeit als Kriegsdienstverweigerer in den Jahren 1973-1974.

Björn Jensen: Einen Auslöser oder ein bestimmtes Ereignis gab es nicht; Schon früh gefiel mir das Spiel mit der Sprache – oh, und mit 17 durfte ich an einem Buch der -auch- Kinderbuch-Autorin Ingeburg Kantstein mitschreiben („Sybilla war ein schönes Kind“).

Ulrich Lubda: Von allen Textsorten wird Lyrik gern als diejenige angesehen mit dem kürzesten Zugang zu Emotionen und dem, was als künstlerische Intuition bezeichnet wird. So jedenfalls wurde sie uns in den letzten Schuljahren im Deutschunterricht vorgestellt. Ich galt schnell als “Experte” für die für fast alle meiner gequälten Mitschüler hermetisch-geheimnisvollen und Abi-entscheidenden “Gedichtinterpretationen”. Vermutlich hatte ich eine Antenne dazu. Die in den 60ern behandelten Autoren waren natürlich wie üblich zeitversetzt eher gestrig wie: Trakl, Stadler, Rilke, Benn, Heym, Hofmannsthal, Lasker-Schüler – vielleicht auch Brecht. Die benutzte Anthologie hieß “Silberfracht”. Klar hat man sich dann stilistisch in eigenen Pennäler-Versuchen an diesen orientiert.

TG: Gab es ein Schlüsselerlebnis?

Gisela Baudy: Mit etwa acht Jahren wusste ich schlagartig, dass ich Schriftstellerin werden wollte. Das schlummerte dann aber lange vor sich hin …

Siegfried Kopf: Ein Foto-Buchgeschenk an einen Freund mit dem Titel “Wüstenlandschaften” – Ich schrieb ihm dazu eine Widmung, meinen ersten Text in Lyrik.

Björn Jensen: Der Punk kam ungefähr `80 nach Hamburg und ich schrieb für die Hamburger Band „Nimm2“ einige Texte. Als dann die ersten sogenannten Poetry_Slams stattfanden (Molotow, Ponybar, Nochtspeicher, Heimfeld ist Reimfeld), habe auch ich mich auf die Bühne getraut und tue das bis heute.

TG: Habt ihr Vorbilder?

Gisela Baudy: Ich mag Dichterinnen und Dichter, die die Kürze lieben. Ich denke da an bekannte Namen wie Rose Ausländer, Reiner Kunze, Erich Fried, aber auch an weniger bekannte wie Fred Stäheli oder Angelica Seithe. Aber auch Dichter wie etwa Joseph von Eichendorff, Rainer Maria Rilke, Gottfried Benn, Paul Celan oder die Dichterin Ingeborg Bachmann haben es mir angetan. Ich könnte die Reihe unendlich fortsetzen.

Siegfried Kopf: Nicht unbedingt, doch Texte von Kurt Tucholsky, Erich Fried und Sarah Kirsch haben mich schon beeindruckt.

Björn Jensen: Ich finde Vorbilder nicht das richtige Wort, weil es ein „Nachahmen“ implizieren könnte… Ich lese gerne und mag z.B. F. Villon und C. Bukowski für Sozialkritik und ungeschliffene Härte, J. Ringelnatz, T. Pratchett und D. Adams für Sprachwitz und Fantasie, E. Mühsam, B. Brecht und E. Kästner für Werk und Haltung, Novalis für wunderschöne romantische Lyrik….. um nur einige zu nennen.

Ulrich Lubda: Über die bereits erwähnten hinaus beschäftigt man sich im Rahmen eines literaturwissenschaftlichen Studiums natürlich ausgiebig mit Lyrik verschiedener Zeiten und Sprachen, für mich der englische und slawische Sprachraum, aber auch Frankreich – e. e. cummings, Bukowski, Burns, Jewtuschenko, Lermontow, Jessenin, Celan, Prévert, Cohen, Brel u.v.a.m. In letzter Zeit versuche ich, Michael Hamburger (aus Berlin nach England emigriert) und vor allem Seamus Heaney zu übersetzen. Toll und nachahmenswert finde ich nach wie vor die Lesungen des charismatischen Peter Rühmkorf zum Jazz von Michael Naura und Wolfgang Schlüter. Sehr inspirierend.

TG: Was schätzt ihr am Spiel mit den Worten am meisten?

Gisela Baudy: Wenn es nicht selbstverliebt daherkommt. Ich mag das Spiel mit Worten  wenn es unser Da-Sein greift und ihm Stimme verleiht. Denn ich liebe Worte, die Wurzeln haben zum Trinken.

Björn Jensen: Dass es mir öfter gelingt, mit Worten Bilder oder Gefühle entstehen zu lassen, das hat fast etwas Magisches…

Siegfried Kopf: Das Bild und den Klang, wenn der Text fertig ist – wenn ich in Laune bin zu schreiben, weiß ich nie, was daraus wird.

TG: Was ist die größte Herausforderung?

Siegfried Kopf: Der Anfang eines neuen Textes.

Gisela Baudy: Das Warten oder der Stillstand zwischen zwei Schaffensphasen. Klangbilder sind wie Fische, die in der Tiefe schwärmen und dir schnell entgleiten. Eine weitere Herausforderung ist es, im Alltag einen Freiraum zum Atmen und kreativen Gestalten zu finden.

TG: Verarbeitet ihr persönliche Erfahrungen oder kommen die Eingebungen aus dem Land der Fantasie?

Ulrich Lubda: Klar. Nur. Was sonst? Der Vorgang ist immer der gleiche. Ausgelöst durch ein Bild, Gefühl – oft auch über Musik, Geruch usw. – sind schon die ersten Worte und Begriffe da. Notiz und dann tagelanges Gefummel – am Sinn, Klang, Rhythmus.

Gisela Baudy: Ich mache hier keinen Unterschied. Gelungene Gedichte sind für mich Brenngläser. Sie verdichten das Erlebte und sie vervielfachen das Licht, das Leben ist.

Christian Baudy – Blaues Ufer

Siegfried Kopf: Fast all meine lyrischen Texte spiegeln meine Lebensgeschichte wieder, also Erfahrungen und insbesondere meine Einstellung in all ihren Facetten.

Björn Jensen: Oft sind es politische Ereignisse, die mir auf den Nägeln brennen und mich zur Feder greifen lassen. Ob nun anlässlich des 80.ten Jahrestages der Reichsprogromnacht, die Umbenennung von toten Zivilisten durch kriegerische Handlungen in „Kollateralschäden“ oder die frierende Obdachlose. Aber auch romantische Verse an die auserwählte Liebste…

TG: Was war die wohl schönste Reaktion auf einen eurer lyrischen Texte?

Gisela Baudy: Es waren die Worte: Das hat mich berührt. Viele Gedichte in „Worthaut“ und „Blaues Ufer“ sind Hingabe, sind Liebeserklärungen an das Leben. Gibt es Schöneres als Liebe, die übergeht?

Ulrich Lubda: Immer schön, wenn wenigsts ein Mensch erreicht wird. Manchmal gründlich.

Wie bei Björn Jensen, als eine Zuhörerin ihm nach einer „Heimfeld ist Reimfeld“-Veranstaltung sagte, dass sie bei seinen Worten habe weinen müssen, so tief hatte das Gedicht sie berührt. Und manchmal erobert man sogar Herzen (zurück).

Siegried Kopf: Meine Jugendliebe hat mich wiedergefunden durch meine Lyrik – wir sind nach mehr als 40 Jahren wieder ein Paar.

TG: Wenn das kein schönes Schlusswort ist! Vielen Dank für die schöne Einstimmung auf magische Momente mit Lyrik.

(Die Fragen für ´Tiefgang` stellte Sonja Alphonso)

 Die Orte der Worte:

  • Wohnzimmerlesung im Mehringweg 1Siegfried Kopf am 20. März ab 19 Uhr, Hutspende
  • Deichdiele, Vehringsstr. 156Björn Jensen am 25. März um 20 Uhr, Eintritt frei
  • Alles wird schön e. V., Friedrich-Naumann-Str. 27Ulrich Lubda am 27. März um 19 Uhr, Eintritt frei
  • Alles wird schön e. V., Friedrich-Naumann-Str. 27Gisela Baudy u. a. am 4. April ab 16 Uhr, Hutspende

 

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https://www.tiefgang.net/gefummel-am-sinn-klang-rhythmus/feed/ 1
Lyrisches Labsal bei awsLiteratur https://www.tiefgang.net/lyrisches-labsal-bei-awsliteratur/ Fri, 20 Dec 2019 23:15:48 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6183 [...]]]> In Harburg leben und arbeiten Autor*innen und auch mancher Verlag ist hier zuhause.  Gisela Baudy hat nun ihren 2. Gedichtband in Harburg geschrieben und auch in Harburg publiziert.

Von Simone Erdmann

Das Repertoir von awsLiteratur, dem Heimfelder Verlag von Alles wird schön e.V., wächst weiter. Gerade ist der kleine Gedichtband „Blaues Ufer“ von Gisela Baudy erschienen. Es ist der zweite Band einer Gedichtreihe, die die Autorin mit „Worthaut“ dieses Jahr im Frühjahr eröffnet hat. Beide Bände zeigen in pointiert formulierten Kurzgedichten die Höhen und Tiefen des Lebens. Die mit feinsinnigem Fingerspitzengefühl angerichteten Gedicht-Menüs sind eine versöhnlich-philosophische Lebens- und Lese-Reise: eine besinnliche Lektüre für alle Tage – untermalt mit den poetischen Pinselstrichen von Christian Baudy. Die Bücher können zu je 7,00 Euro über awsLiteratur unter buecher@aws-literatur.de bestellt werden.

Kleine Kostprobe aus „Blaues Ufer“:

Lichtfang

Im Licht sein
aufgefangen
vom Leben.

Atmen
im Kreißsaal
des Lichts.

Eine Kostprobe aus „Worthaut“ und „Blaues Ufer“ gibt es im Rahmen der Suedlese 2020 bei der awsLiteratur-Verlagspräsentation „Querbeet – awsLiteratur präsentiert Neues aus dem Verlagsprogramm“. Am 4. April 2020 liest die Autorin gemeinsam mit Christian Baudy im Heimfelder Kulturverein „Alles wird schön e.V.“ in der Friedrich-Naumann-Straße 27. Dabei präsentieren sie auch einige Malereien per Powerpoint-Präsentation.

Die beiden Bände:

  • Gisela Baudy, Worthaut, mit Malereien von Christian Baudy, Verlag: awsLiteratur, Hamburg. 68 Seiten, April 2019, ISBN 978-3-947051-07-6. Preis: 7,- EUR.

  • Gisela Baudy, Blaues Ufer. Mit Malereien von Christian Baudy, Verlag: awsLiteratur, Hamburg 2019. 72 Seiten. ISBN 978-3-947051-08-3. Preis: 7,- EUR.

 

 

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„An Traumata muss man nicht scheitern“ https://www.tiefgang.net/an-traumata-muss-man-nicht-scheitern/ Sat, 04 Mar 2017 08:00:37 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=698 [...]]]> Während für viele Lyrik Ausdruck von Schönem und Geborgenheit ist, denkt Gisela Baudy an Isolation und Trauma. Das wirft Fragen auf, die wir ihr stellen …

 

Tiefgang (TG): Gisela, Ende 2016 ist dein literarisches Erstlingswerk mit dem klangvollen Titel „Tonspuren – Lyrisches Tagebuch“ erschienen. Worum geht es darin?

Gisela Baudy: Im Mittelpunkt steht eine junge Frau namens Clarissa, die schreibend einen Weg aus der inneren Isolation hin zu einem lebendigen Du sucht. Aber der Weg ist nicht geradlinig. Er führt nach schmerzhaften Kindheitserinnerungen über eine scheiternde Liebesbeziehung zunächst in ein noch tieferes seelisches Aus. Doch am Ende des Tunnels öffnen sich für Clarissa Wege zu einem geerdeten Leben, zum Du und zu einer nie gekannten seelischen Weite aus Horizont und Vogelflug.

TG: Warum dieser Titel?

Baudy: Zunächst meint „Tonspuren“ als Begriff ganz profan die Spuren auf einem Tonträger. In der übertragenen Form erinnert er aber an Töne, die von weither im eigenen Innern angeschlagen werden. Ich benutze den Begriff Tonspur ebenfalls doppelt: als Grundton, der in der eigenen Seele in einem bestimmten Lebensabschnitt angeschlagen wird, und als Buchkapitel, das jeweils diese leisen bis schrillen Seelentöne einfangen und beherbergen möchte.

TG: Auf dem Buchcover sind aber Tonscherben zu sehen …

Baudy: Richtig. Ich benutze den Begriff „Tonspuren“ bewusst mehrdeutig. Denn aus Ton kann auch zum Beispiel eine Schale bestehen. Tonschalen können, mit Wasser gefüllt, einen heilsamen Ton erzeugen, sie können aber auch beim Hinfallen brechen. Und noch mehr: Tonsplitter sind immer auch Fugen, durch die hindurch sich Keimlinge ein Weg ins Licht bahnen können. Die Protagonistin Clarissa ist alles: eine Zerbrochene und eine Aufbrechende.

TG: In „Tonspuren“ vermischen sich also verschiedene Wahrnehmungsarten wie Bild, Ton und Wort. Sind diese Synästhesien typisch für dein ganzes lyrisches Werk? Ich denke da zum Beispiel an das gleichsam hingekratzte, scharfkantige Gedicht „Wortspitzen“: „Worte / scharf umrandet / glatt / Münzen / auf der Zunge. // Der Fährmann kassiert / und fährt dich heim.“

Baudy: Es gibt gewisse Stimmen, die so reden. Aber jeder hat seine eigene Wahrnehmung, und das ist gut so.

TG: Deine Texte sind für Gedichte und Tagebuchnotizen ungewöhnlich kurz. Wie kommt das?

Baudy: Tonsplitter oder Wortstoppeln wäre für meine Texte der treffendere Ausdruck. Denn Clarissas Seele stottert. Das zeigt sich natürlich auch in ihrer Sprache, die innere Töne nur bruchstückartig festhalten kann.

TG: Hast du literarische Vorbilder?

Baudy: Ich lese gerne Autorinnen und Autoren wie Rainer Maria Rilke, Rose Ausländer, Gottfried Benn, Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Karl Krolow, Reiner Kunze, Erich Fried oder Hans Magnus Enzensberger, aber auch relativ unbekannte zeitgenössische Lyriker wie den Schweizer Autor Fred Stäheli, mit dem ich in Zürich Germanistik studierte, oder die Dichter Angelica Seithe und Nobert Mieck, die ich erst kürzlich für mich entdeckt habe.

TG: Wie lange hast du an deinem Gedichtband gearbeitet?

Baudy: Mit Unterbrechungen an die vier Jahre. Aber ich habe schon früher meine Tagebuchaufzeichnungen nach Textstellen und Gedichten durchforstet und immer wieder zu neuen Themen zusammengestellt. Die Texte selbst gehen bis in meine Studienjahre in Zürich zurück. Inzwischen haben aber viele davon einige Bearbeitungsstufen hinter sich.

Lebensreise des lyrischen Ichs in zehn „Tonspuren“

TG: Und wann entstand der Buchtitel? Es gibt ja inzwischen so einige Bücher mit diesem Titel auf dem Markt.

Baudy: Ja leider – wie so vieles, das plötzlich eine Inflation erlebt. Dabei kam mir der Titel „Tonspuren“ schon viele Jahre früher beim Wiederlesen und Neubearbeiten meiner Texte in den Sinn. Als ich ihn dann später im Internet fand, wollte ich ihn wegen seiner spezifischen Symbolik für mein Buch dennoch beibehalten und erweiterte ihn zu „Tonspuren – Lyrisches Tagebuch“.

TG: Lyrikbände sind oftmals Sammlungen von Gedichten, die in scheinbar beliebiger Reihenfolge abgedruckt oder − seltener − thematisch angeordnet sind. Wie sieht es mit deinen Tonspuren aus?

Baudy: Meine Tagebuchaufzeichnungen und Gedichte zeichnen chronologisch die Lebensreise des lyrischen Ichs in zehn „Tonspuren“, sprich Kapiteln nach. Die Ordnung der Kapitel und der einzelnen Textsplitter innerhalb eines Kapitels ergeben sich aus der Geschichte selbst.

TG: Was möchtest du deiner Leserschaft mit „Tonspuren“ auf den Weg geben?

Baudy: Lass es mich mit meinem Gedicht „Lebensreise“ sagen: „Werden / der du warst / bevor die Flügel brachen. // Werden / der du bist / trotz Flügelbruch.“

Mit anderen Worten: Traumata gehören zum Leben. Aber: Du musst an ihnen nicht scheitern. Du kannst mit ihnen auch leben lernen.

TG: Karl Valentin hat mal gesagt: „Kunst ist schön. Macht aber viel Arbeit. „. Warum schreibst du?

Baudy: Darf ich wieder mit meinem Gedicht „Wenn es gelingt“ antworten?

 „In jedem gelungenen Gedicht / klopft ein Herz / für die Gesundung eines Herzens. // Arbeit Erde / für das Gelingen / einer bewohnbaren Erde.“

Meine Gedichte wollen Gegenwart (er-) lebbar machen. Sie wollen da und dabei sein. Und sie sind auf der Suche nach Weggenossen, die die Erde etwas wohnlicher machen.

Schade nur, dass sie viel Arbeit machen, aber keine auskömmlichen Erträge einbringen. Ich zitiere hier nur Walter Moers, wenn er schreibt: „Schreiben ist der verzweifelte Versuch, der Einsamkeit etwas Würde abzugewinnen – und etwas Geld!“ (Aus: „Die Stadt der Träumenden“)

TG: Womit verdienst du denn dein Brot?

Baudy: Ich arbeite als freie Journalistin und Online-Redakteurin für einen kleinen gemeinnützigen Verein zu den verschiedenen Themen Umwelt- und Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit, Bildung und verwandte Themen. Aber: Das (nicht freiwillige) Leben als Freie ist nicht gerade einfach.

TG: Gibt es noch andere literarische Publikationen von dir?

Baudy: Im Bereich Lyrik veröffentliche ich noch nicht lange. Seit 2014 sind in literarischen Anthologien und Zeitschriften einige meiner Gedichte erschienen. Ansonsten habe ich noch Glossen für Zeitungen geschrieben.

TG: Du bist bei der Schreibwerkstatt Harburg. Warum?

Baudy: In der Schreibwerkstatt suche ich einen inneren Freiraum und die Motivation für kreatives Schaffen, das sich im Alltag nur allzu leicht verschüttet. Auch fasziniert es mich immer wieder, wie die Leiterin Kerstin Brockmann vorgelesene Texte professionell analysiert, besonders Gelungenes hervorhebt und mögliche Schwachstellen schnell erkennt. Und es tut gut zu sehen, dass sie bei aller Analyse und konstruktiver Kritik die Autoren immer aufzubauen versteht.

TG: Du liest am 21. März 2017 in der Gemeinschaftslesung „Begegnungen“ aus deinem Gedichtband zum Thema „Vogelschrift“. Was hat es damit auf sich?

Baudy: Das Bild des Vogelflugs durchzieht alle meine Kapitel und scheint mir das Thema „Begegnung“ symbolisch am besten aufzunehmen. Denn Vögel fliegen nicht einfach, sie beschriften mit ihrem Flug den Himmel und bringen etwas Lyrik und Gegenwart in den tristen Alltag. Lass dich überraschen.

TG: Zuletzt noch ein Spruch: Die Katze lässt das Mausen nicht. Wie sieht’s bei dir aus: Planst du schon dein nächstes literarisches Werk?

Baudy: In Zukunft würde ich mich gerne weiteren Themen zuwenden. Ich denke neben allgemein Menschlichem auch an Umwelt- und soziale Themen. Vielleicht probiere ich auch mal andere literarische Formen aus. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Denn der (Berufs-) Alltag ist gefräßig. Er lässt der Kreativität wenig Spielraum.

TG: Wenn ich das mal in meine eigenen Worten fassen darf: Kunst kommt nach Brot.

Baudy: Ja, ganz genau.

TG: Ich danke dir für das Gespräch.

 

Gisela Baudy ist Mitglied der Schreibwerkstatt Harburg, die mit der Gemeinschaftslesung „Begegnungen“ am 21. März 2017 ab 19:30 Uhr bei „Alles wird schön“, Friedrich-Naumann-Straße 27 die SuedLese-Literaturtage eröffnen wird. Die Autorin stellt einige Kostproben aus ihrem Buch vor.

Gisela Baudy – Tonspuren – Lyrisches Tagebuch, Verlag Stimme fürs Leben e.U., Wien 2016. Printausgabe: ISBN 978-3-903032-08-8 (188 Seiten). Mit Fotos von Gisela und Chris Baudy. Preis: 19,90 Euro (E-Book 9,90 Euro). Zu bestellen u. a. im Online-Shop des Verlages, bei www.buchhandel.de oder über die kostenlose Hotline der Buchhandlung Osiander 0800 9201 300.

Siehe auch die Besprechung hier bei ´Tiefgang`.

(28. Feb. 2917, das Gespräch führte Christian Baudy, freier Autor, Online-Redakteur und Mitglied der Schreibwerkstatt Harburg)

 

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Ein Tagebuch des Traumas https://www.tiefgang.net/tonspuren-lyrisches-tagebuch/ Fri, 23 Dec 2016 09:41:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=236 [...]]]> Im Herbst 2016 ist von der Heimfelder Autorin Gisela Baudy ein ungewöhnliches Buch erschienen. Denn es ist ein Gedichtband, handelt aber von Isolation und Traumatisierung …

„Es gibt Menschen, die sich im Unverlässlichen wohnlich einrichten. Und es gibt auch Menschen, denen es schlichtweg an der Begabung zur Heimat fehlt“, sagt eine junge Frau namens Clarissa zu Beginn ihrer Tagebuchaufzeichnungen. „Begabungsfrei“ und „wohnungslos“ greift die Protagonistin zu Gedicht-splittern (Wortstoppeln) und Tagebuchnotizen als letztem Notanker. Mit ihnen arbeitet sie ihre Traumata aus ihrer Kindheit und einer gescheiterten Liebesbeziehung ab.

Baudy zeichnet in kurzen Gedichten und lose zusammengetragenen Tagebuchfetzen den steinigen und kurvenreichen Weg einer traumatisierten Seele aus der „Ichferne“ und Isolation in eine Seelenland-schaft nach, in der Lichtungen und Begegnungen möglich sind. Dabei nimmt Baudy die ineinander verwobenen Seelenklänge aus Licht und Verlorenheit auseinander und setzt sie auf eigene „Tonspuren“.

In diesem Prozess verwandeln sich die insgesamt zehn Kapitel selber zu Tonspuren, die sich wiederum aus bis zu 16 Gedichten sprich Tonsplittern zusammenfügen. Ein Foto von Christian oder Gisela Baudy zu Kapitelanfang holt den jeweils gefundenen Ton ins Bild.

Ungewöhnlich ist auch der Aufbau des Gedichtbandes: Anstelle einer losen Sammlung von Gedichten legt Baudy eine poetische Reise mit einem chronologischen Entwicklungsverlauf vor. Die Gedichte, Tagebucheintragungen und Fotos erzählen zusammen eine Geschichte – über die Rückkehr eines Menschen aus der Isolation in das Leben.

Bei allem bedient sich die Autorin einer Sprache, die durch ihre eigene Bildhaftigkeit berührt. „Lass uns die Sonne stunden / im Gedächtnis / der Erde“ heißt es zum Beispiel im Kapitel „Himmel und Erde“. Oder es sind Verse wie „Vogel sein im Fluge / der Boden gewinnt / und Himmel gewährt“. Besondere I-Tüpfelchen sind die hier und da aufleuchtenden mythologischen und philosophischen Elemente.

Autorin Gisela Baudy (Foto: Chris Baudy)

„Der vorliegende Gedichtzyklus will allen Traumatisierten Mut machen“, sagt Baudy in ihrem Vorwort. „Es geht um das Kindsein als Utopie – um die Sehnsucht, die Heimat, die uns schon immer lebt.“ In der Tat. Das Buch könnte Menschen, die ihre eigene Stimme suchen, eine Hilfe auf ihrem Weg sein.

Die Berliner Autorin Karin Manke findet dazu die persönlichen Worte: „Wie sehr sich doch Dichter in ihren Innenwelten ähneln.“ Und es heißt dort weiter: „So begleite ich (einen Tag lang) die Autorin durch ihr „Tonspuren“-Buch und zugleich mich selbst, die ebenso in Worten, Versen und Sinnsprüchen denkt. Das Gelesene wird den Tag überdauern.“

Eine Leseprobe finden Sie hier: Leseprobe „Tonspuren“

 

Gisela Baudy, Tonspuren – Lyrisches Tagebuch, Verlag Stimme fürs Leben e.U., Wien 2016, 188 Seiten mit zahlreichen Fotos von Chris und Gisela Baudy. ISBN 978-3-903032-08-8. Verkaufspreis 19,90 Euro.

Zu bestellen u.a. im Online-Shop des Verlages oder bei www.buchhandel.de. Zu den E-Book-Ausgaben und weiteren Infos siehe unter E-Book.

Am 21. März 2017 liest die Autorin aus ihrem Gedichtband im Kulturverein “Alles wird schön” in der Friedrich-Naumann-Straße 17, 21075 Hamburg-Heimfeld im Rahmen einer Gemeinschaftslesung bei der SuedLese der Künstlervereinigung SuedKultur. Die Lesung ist der Auftakt der Literaturtage, die vom 20. März bis zum 14. April 2017 in ganz Hamburg-Harburg stattfinden.

(23. Dez. 2016, TG)

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