Kunst – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 05 Jun 2025 15:00:03 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Ulla Lohmanns Erinnerungen an eine prägende Jugend https://www.tiefgang.net/ulla-lohmanns-erinnerungen-an-eine-praegende-jugend/ Fri, 13 Jun 2025 22:30:23 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11953 [...]]]>

Es gibt Bücher, die leise daherkommen und doch eine immense Wucht entfalten. „Mein Weg hinaus“ von Ulla Lohmann ist so ein Buch.

Es ist kein lautes Plädoyer, keine anklagende Abrechnung, sondern ein zutiefst persönlicher und doch universeller Bericht über das Erwachsenwerden in der Nachkriegszeit. Ulla Lohmann, vielen in Hamburg-Harburg nicht zuletzt durch ihr langjähriges kulturelles Engagement und ihren nichtkommerziellen Ausstellungsraum C15 bekannt, legt hier ihre Kindheit und Jugend zwischen 1949 und 1969 im Rheinland offen – eine Zeit und ein Ort, die für viele eine ganze Generation geprägt haben.

Die Autorin, die seit 1969 in Hamburg lebt und arbeitet, hat sich über Jahrzehnte hinweg nicht nur den Naturwissenschaften und der Stadt- und Landschaftsplanung gewidmet, sondern auch intensiv kulturpolitisch engagiert. Ihre Sammlungen von Gegenwartskunst und ihre Gesprächsreihe „dialogKULTUR“ im Rahmen des C15 zeugen von einem tiefen Verständnis für die Mechanismen von Kunst und Gesellschaft. Mit „Mein Weg hinaus“ offenbart sie nun eine weitere Facette ihres Schaffens: die einer sensiblen Beobachterin ihrer eigenen Vergangenheit.

Ein nüchterner Blick auf ein enges Korsett

Ulla Lohmann nimmt uns mit in ein konservativ geprägtes Elternhaus an der niederländischen Grenze, in eine Welt, die von Bevormundung, überlieferten Kriegstraumata und einer spürbaren Lieblosigkeit durchzogen ist. Die Erzählung beginnt mit der detaillierten Beschreibung einer Kindheit und Jugend im Rheinland, nahe der niederländischen Grenze. Hier wird das Fundament für das Verständnis der späteren Entwicklung gelegt. Es wird ein Bild des ländlichen Lebens gezeichnet, das stark von katholischer Prägung, traditionellen Familienstrukturen und den unaufgearbeiteten Schatten des Zweiten Weltkriegs bestimmt ist.

Sie erzählt von Familienurlauben und -festen, von der Verwandtschaft, der Schule und der Kirche, vom Leben auf dem Dorf, Kommunion, Beichte und Prozessionen. Es sind präzise Beobachtungen, die uns ein Gefühl für die „engen Verhältnisse“ vermitteln, aus denen die junge Ulla schließlich auszubrechen versucht und zumindest nach dem Schulabschluss ihren Heimatort verlässt: „Niemals verspürte ich Sehnsucht, niemals bemerkte ich die geringste Spur von Heimweh. Doch wie oft bin ich in Gedanken, die Kindheitserinnerungen im Kopf, durch die bescheidenen Zimmer, den Garten und die Obstwiese gelaufen, habe renoviert, umgebaut und renaturiert.“

Der Aufbruch zum Studium in die Großstadt markiert den entscheidenden Wendepunkt und den Höhepunkt ihrer Erzählungen. Die Aufnahme des Studiums in Hamburg wird zugleich zum Symbol für den erfolgreichen Ausbruch und die Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu beginnen. Es ist der konkrete Akt der Befreiung, der über die bloße Sehnsucht hinausgeht.

Dabei wählt Lohmann einen bemerkenswert klaren und nüchternen Ton. Es ist eine Prosa, die Distanz schafft, ohne kalt zu wirken. Sie vermeidet Vorwurf und Abrechnung, stattdessen beschreibt sie das Geschehen mit einer fast schon dokumentarischen Genauigkeit. Diese Zurückhaltung im Ausdruck macht die zugrunde liegende Thematik – die Suche nach Selbstbestimmung und die Befreiung aus einem Geflecht seelischer Armut – umso eindringlicher. Man spürt die innere Not, den wachsenden Wunsch nach Veränderung, der sich Seite für Seite durch das Buch zieht, ohne dass er je explizit ausformuliert werden müsste. Die Lücken, das Ungesagte, sprechen oft lauter als jede direkte Anklage.

Die gesellschaftliche Prägung einer Generation

Was „Mein Weg hinaus“ besonders wertvoll macht, ist seine Fähigkeit, über die individuelle Geschichte hinaus ein gesellschaftliches Umfeld lebendig werden zu lassen. Es ist die Geschichte einer Frau, die ihren eigenen Weg gehen musste, wie so viele andere jener Zeit, die sich aus ähnlichen Verhältnissen befreien wollten. Das Buch wird damit zu einem Zeitdokument, das die Prägung einer ganzen Generation beleuchtet, die im Schatten des Krieges und in einem oft starren gesellschaftlichen Gefüge aufwuchs.

Ulla Lohmanns „Mein Weg hinaus“ ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt, das leise Fragen stellt und doch tief in die menschliche Seele blickt. Es ist ein Plädoyer für die innere Stärke und den Mut, sich den eigenen Weg zu bahnen – selbst wenn dieser Weg aus engen Verhältnissen herausführt. Absolut lesenswert!

Ulla Lohmann – Mein Weg hinaus. Kindheit und Jugend in engen Verhältnissen

Dittrich Verlag (in der Velbrück GmbH Verlage), 2025 (Soeben erschienen)

ISBN: 978-3-910732-49-0

Umfang: 208 Seiten, Hardcover, Preis: 22,00 €

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Werde Teil des „Sommer im Park 2024“ https://www.tiefgang.net/werde-teil-des-sommer-im-park-2024/ Thu, 28 Mar 2024 23:46:15 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10718 [...]]]> Macht mit und werdet Teil des „Sommer im Park 2024“!

Es ist offiziell! Das Festival „Sommer im Park“ wird in diesem Jahr vom 23. bis zum 28.07. auf der idyllischen Freilichtbühne im Herzen des Harburger Stadtparks stattfinden. Kreative Köpfe aus den Bereichen Musik, Theater, Comedy, Tanz, Sport und anderen kulturellen Sektoren sind herzlich eingeladen, an diesem Event teilzunehmen – unsere Bühne bietet eine vielfältige Plattform für jede Art von Talent!
Im Rahmen des „Sommer im Park 2024″, der in der ersten Woche der Hamburger Sommerferien stattfindet, wird von den Organisator:innen ein abwechslungsreiches Ferienprogramm für die gesamte Familie zusammengestellt. Startups, Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen sind eingeladen, den Harburger*innen ihren Beitrag zu unserem Bezirk zu präsentieren, Aktionen oder Informationsstände anzubieten. Ob Hundetraining, Kinderschminken, Poetry Slam, Workshops oder Open Air Yoga. Die Ideen der Harburger:innen sind gefragt! Lasst uns Eure Ideen wissen und gestaltet mit uns einen unvergesslichen „Sommer im Park 2024“!

Wie kann man sich bewerben?
Interessierte können ab sofort Bewerbungen einreichen. Dazu ganz einfach dem Link folgen und das Formular ausfüllen. Alternativ gibt es die Möglichkeit, eine E-Mail an das Harburg Marketing-Büro zu senden, sich telefonisch oder persönlich in der Harburg Info zu melden. Teilnahmeschluss ist der 10.04. Ab dem 17.04. erhalten alle Bewerber:innen eine Rückmeldung. Die Auswahl wird durch ein Gremium, bestehend aus Harburg Marketing, Stellwerk, Marias Ballroom und dem künstlerischen Leiter Jan Schröder, getroffen.
Online unter folgendem Link: https://form.jotform.com/233235284384357 | Telefonisch: 040 32 00 46 96 | Per E-Mail: info@sommer-im-park-harburg.de
Persönlich in der Harburg Info, Hölertwiete 6: montags – freitags, 10.00 – 18.00 Uhr

Open Air Festival auf der Harburger Freilichtbühne
Seit 2018 findet der „Sommer im Park“ jährlich im Harburger Stadtpark statt, mit dem Ziel, die Kultur und Integration Harburgs zu fördern und die Vielfalt der örtlichen Kulturszene zu präsentieren. Die überdachte Freilichtbühne dient als einzigartiger Veranstaltungsort, der durch seinen Aufbau und die umliegende Bepflanzung eine herausragende Akustik bietet. Der Schwerpunkt des Festivals liegt auf den Bereichen Kultur, Kunst, Musik, Sport, Nachhaltigkeit und der Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Altersgruppen, Nationalitäten und Persönlichkeiten – alles im Einklang mit der Natur. An dem Event kann und soll sich jede:r gerne beteiligen. Der „Sommer im Park“ wird gefördert durch die Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Harburg.
Antonia Marmon, Geschäftsführung des Harburg Marketing e.V.: „Wir hoffen auf zahlreiche Bewerber:innen, um gemeinsam Harburgs Vielfalt auf unsere historische Freilichtbühne zu holen. Wir möchten allen die Möglichkeit geben, ihre Projekte zu den Themen Inklusion, Integration, Diversity und ehrenamtlichem Engagement vorzustellen, Nachwuchs zu werben und vor allem auf diese wichtigen Themen aufmerksam zu machen.“

Kontakt:
Harburg Marketing e.V.
Hölertwiete 6 | 21073 Hamburg
Telefon: 040 32 00 46 96
Mail: info@harburg-marketing.de

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Die Kompaktführung https://www.tiefgang.net/die-kompaktfuehrung/ Fri, 05 Jan 2024 23:24:51 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10505 [...]]]> Geschichte, Kunst, Archäologie – wo man schnell den Überblick verlieren könnte, fängt in Buxtehude eine Führung erst an.

Am Sonntag, 7. Januar 2024, lernen Erwachsene bei einer einstündigen Kompaktführung die abwechslungsreiche Ausstellung des Museums zu Buxtehudes Stadtgeschichte, Kunst und Archäologie kennen. Kinder bauen in der Sonntagswerkstatt mittelalterliche Spielzeuge wie einen Schnurrer nach.

Das Team des Buxtehude Museums startet sein Veranstaltungsjahr 2024 mit einem runden Angebot für Erwachsene und Kinder. In der Kompaktführung um 14:00 Uhr lernen die Teilnehmenden bei einem Rundgang die Vielfalt der Museumsthemen kennen und erfahren abwechslungsreich und unterhaltsam die Geschichte der Hansestadt Buxtehude. Welchen Blick hatten Hamburger Künstler im 19. Jahrhundert auf die Stadt? Wie läuft eine Ausgrabung ab und was wurde in Immenbeck alles gefunden? Und was verbirgt sich hinter dem begehbaren Kunstwerk des Museums?

Im Anschluss startet um 15:15 Uhr die Sonntagswerkstatt. Dieses Mal ist sie als offenes Atelier konzipiert. Unter dem Motto „Wie das Leben so spielt – Mittelalterliches Spielzeug selbst gebaut“ erfahren die Kinder, was z.B. eine Nussmühle, Schnurrer oder Alkerke ist. Sie können sich eines der Spielzeuge aussuchen und für zu Hause nachbauen.

Die Führung dauert 60 Minuten. Erwachsene zahlen 9,00 Euro inkl. Eintritt, Kinder ab 6 Jahren 4,00 Euro inkl. Eintritt. Die Kleine Sonntagswerkstatt findet von 15:15-17:15 Uhr statt und ist für Kinder ab sechs Jahren geeignet. Der Eintritt ist für Kinder frei, es fallen Materialkosten in Höhe von 2,00 Euro an.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen finden Sie unter www.buxtehudemuseum.de oder unter Telefon 04161 50797-0.

Der besondere Tipp: Nutzen Sie die letzte Gelegenheit, sich beim nächsten Atelierkurs für Erwachsene im Museum anzumelden. Am Sonntag, 14.1.2024, können Sie japanische Buchbindetechniken lernen und anwenden. Der Kurs „Ohne Leim und Presse“ findet von 11:30-15:30 Uhr statt. Kosten: 50 Euro inkl. Material, max. 10 Plätze.

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„Hamburg dekolonisieren!“ https://www.tiefgang.net/hamburg-dekolonisieren/ Fri, 10 Jun 2022 22:26:07 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9116 [...]]]> Die Behörde für Kultur und Medien stellt einmalig Projektmittel in Höhe von 150.000 Euro bereit, um die Aufarbeitung des Kolonialen Erbes der Stadt zu unterstützen.

Nach zwei Jahren, in denen auch zivilgesellschaftliche Initiativen stark unter den Folgen der Pandemie zu leiden hatten, sollen die Mittel dabei helfen, Aktivitäten wieder aufzunehmen und neue Formate zu schaffen. Ziel ist es zudem, neue Perspektiven auf die sicht- und unsichtbare Vergangenheit der Stadt zu ermöglichen und dekoloniale Erinnerungsformate aber auch Wissensvermittlung in die Breite der Gesellschaft zu unterstützen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Seit mehreren Jahren ist die Stadt dabei, ihre koloniale Vergangenheit aufzuarbeiten. Diesen dringend notwendigen Diskurs haben wir ganz wesentlich auch zivilgesellschaftlichen Gruppen zu verdanken, von denen sich viele schon lange für die Aufarbeitung des kolonialen Erbes einsetzen. Mit den Sondermitteln wollen wir Projekte unterstützen, die die Debatte über unsere Geschichte neu beleben und verstärkt in eine breite Öffentlichkeit tragen.“

Der Senat hatte 2014 beschlossen, die koloniale Vergangenheit der Stadt aufzuarbeiten. 2019 wurde als beratendes Gremium ein Beirat zur Dekolonisierung Hamburgs berufen. Er berät die Kulturbehörde zum Thema und hat unter anderem ein Eckpunktepapier erarbeitet, das nun im nächsten Schritt zu einem gesamtstädtischen Konzept ausgearbeitet werden soll. Seine Mitglieder wurden aufgrund ihrer herausragenden Positionen in den verschiedenen Communities und/oder aufgrund ihres zivilgesellschaftlichen, künstlerischen oder kulturellen Engagements ausgewählt.

Der Beirat zur Dekolonisierung Hamburgs sagt zu den beschlossenen Sondermitteln: „Die Pandemie hat zivilgesellschaftliche Engagements gestört oder lahmgelegt. Die Erfahrungen der Zivilgesellschaft sind jedoch unabdingbar für die Dekolonisierung unserer Stadt, die zu einem grundlegenden Perspektivwechsel der Erinnerungskultur beitragen kann. Unser Fokus liegt vor allem auf dem Empowerment dieser Zivilgesellschaft, darunter die BIPoC- und asiatischen Communities. Wir freuen uns darauf, mit dem Förderprogramm wieder an eine lebendige Szene anzuschließen, besonders in Hinblick auf das kommende stadtweite Erinnerungskonzept.“

Die Sondermittel „Hamburg dekolonisieren!“ werden ab Juli 2022 für die Bereiche Kunst, Kultur, Bildung und Vermittlung vergeben. Antragsberechtigt sind Hamburger Vereine oder Stadtteilgruppen, aber auch Einzelpersonen mit nachgewiesener Expertise und Erfahrung im Bereich Kolonialgeschichte. Die Einreichung von Projektanträgen ist ab sofort bis 26. Juni an kb-museen@bkm.hamburg.de möglich. Die Projekte werden von einer unabhängigen Jury ausgewählt und sollen bis Ende 2022 abgeschlossen sein.

Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren gibt es unter: www.hamburg.de/bkm/koloniales-erbe/

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Kausalität und Synchronizität https://www.tiefgang.net/kausalitaet-und-synchronizitaet/ Fri, 11 Feb 2022 23:47:21 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8753 [...]]]> Die Zeit, wie wir sie alltäglich wahrnehmen, scheint für alle und alles gleich zu ticken. Sie schießt wie ein Pfeil in die Zukunft.

Von Ulrike Hinrichs

Das ist die lineare Zeit (siehe auch Zeit vergeht? Zeit entsteht?)

In der linearen Zeit sprechen wir von der Kausalität der Ereignisse. Kausalität beschreibt die Verbindung von Ursache und Wirkung. Weil ich die Nummer meiner Mutter gewählt habe (Ursache), geht sie ans Telefon (Wirkung). Unser ganzes Rechtssystem der Verantwortlichkeit baut auf der Kausalität.

Der Physiker Richard M. Muller konstatiert in seinem Buch JETZT, dass die Zeit flexibel und dehnbar sei und sich sogar umkehren könne. Dies erinnert an die Beschreibung der zirkulären Zeit, wie sie indigene Völker und spirituelle Meister beschreiben. Neben der linearen Zeit existiert eine andere Form der Zeit. Sie dreht sich wie ein Rad, sagen die Schamanen. Diese zirkuläre Zeit ist aus der Perspektive unserer Alltagszeit zeitlos. Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit sind gleichzeitig. Im Raum der Zeitlosigkeit entstehen synchrone Ereignisse. Synchronizität bedeutet, dass zwei Ereignisse, die nicht kausal miteinander verbunden sind, einen Sinn ergeben (Du denkst an deine Mutter, in diesem Moment ruft sie an). In unserer Kultur tuen wir solche synchronen Ereignisse als bloßen Zufall ab. Alle anderen Interpretationen sind Hokuspokus. Aber ist das so?

Die Quantenphysik hat grundlegende Theorien der klassischen Physik von Newton auf den Kopf gestellt. Newtons Gesetze, die bei makroskopischer Beobachtung uneingeschränkt gültig erscheinen, sind nach der Quantenphysik auf den Mikrobereich nicht übertragbar. Räumlich getrennte physikalische Systeme regieren aufeinander, sie zeigen synchrone Ereignisse ohne kausal miteinander verbunden zu sein. Der Welle-Teilchen-Dualismus, wonach Objekte der Quantenphysik gleichermaßen die Eigenschaften von Wellen wie die von Teilchen zeigen können, weicht auch von unserer Alltagsphysik ab. Und darüber, wie das Objekt reagiert (Welle oder Teilchen), können die Wissenschaftler nur  Wahrscheinlichkeitsaussagen machen, keine sicheren Vorhersagen. Auch die auf Heisenberg zurückgehende quantenphysikalische Erkenntnis, dass der Wissenschaftler in einem wissenschaftlichen Experiment nicht als ein Subjekt ein Objekt beobachten kann, sondern durch den Akt der Beobachtung das Experiment beeinflusst, rüttelte an dem Selbstverständnis der Objektivierbarkeit physikalischer Untersuchungen.

Nichts also scheint so klar, wie wir es in unserer materialistisch-mechanistischen Welt gelernt haben.

„Das Universum schafft künstlerisch.

Um mit ihm zu kommunizieren, müssen wir kreativ sein“

Der zirkulären Zeit begegnen wir in der echten Stille, beispielsweise in der Meditation. Aber auch künstlerische Prozesse kitzeln den Bereich der Unendlichkeit. Wir tauchen ein in eine Welt der inneren Bilder. Mythen, Märchen, Poesie, Musik, Geschichten berühren eine andere Ebene der Wahrnehmung. Man könnte es vielleicht die Sprache der Seele oder des höheren Selbst nennen. Wir sind Teil eines alles verbindenden Netzes. Wir sprechen hier nicht die Worte der Buchstaben, sondern die der Bilder. Wir finden hier die intuitiven Prozesse, berühren die Zukunft durch Vorahnungen und Geistesblitze. Kunst ist eine Sprache der Intuition. Die Kunst hilft uns das auszudrücken, was wir jenseits der Wortsprache wahrnehmen können. Ich beschreibe es gern auch als „Sehhilfe“, so als setzen wir uns eine Brille auf, die uns in eine andere Realität blicken lässt. Mehr dazu Kunst als evolutionärer Jackpot 

 

Ulrike Hinrichs ist Kunsttherapeutin (M.A.) und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist auch Autorin des Fachbuches „Kunst als Sprache der Intuition. Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen“

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Kultursommer Hamburg mit über 1.800 Veranstaltungen https://www.tiefgang.net/kultursommer-hamburg-mit-ueber-1-800-veranstaltungen/ Fri, 20 Aug 2021 22:00:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8290 [...]]]> Vier Wochen lang haben Hamburgs Kulturveranstalterinnen und -veranstalter, Künstlerinnen, Künstler und Kreative die Hansestadt in einen regelrechten Kulturrausch versetzt. Mitte August nun endete der Kultursommer Hamburg.

Über 1.800 Veranstaltungen an rund 200 Orten in 55 Hamburger Stadtteilen fanden im Rahmen des Kultursommers statt. Die Abschlussveranstaltung zeigt, dass ein Abschluss auch ein Anfang sein kann: Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg eröffnete am 14. und 15. August 2021 mit dem Rathausmarkt Open-Air die neue Konzertsaison 2021/22. Zugleich war die Vorstellung am 15. August um 20.30 Uhr der feierliche Abschluss des Kultursommers Hamburg. Generalmusikdirektor Kent Nagano dirigierte eine Hommage an Jacques Offenbach. Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, Kultursenator Dr. Carsten Brosda und Kulturstaatsrätin Jana Schiedek besuchten das Konzert auf dem Rathausmarkt.

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher: „Mit dem Kultursommer haben Kunst und Kultur in Hamburg einen Neustart erfahren. Mit über 1.800 Veranstaltungen in vier Wochen ist Hamburg kulturell wieder aufgelebt. Die Freude darüber ist in der ganzen Stadt zu spüren. Ich danke den Veranstaltern, den Künstlerinnen und Künstlern und allen anderen, die diesen Kultursommer unterstützt haben, sehr herzlich für ihr Engagement. In den nächsten Monaten stehen weitere Konzerte, Festivals und Kultur-Events auf dem Programm. Doch weiterhin gilt: Corona-Infektionsschutz ist wichtig, und den erreicht man am besten durch eine Impfung.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Ob Musik im Park, Oper am Hafen, Ausstellungen in Bahnhöfen oder Lesungen auf dem Alsterdampfer: In den letzten vier Wochen blieben in Hamburg kulturell keine Wünsche offen. Der Kultursommer Hamburg hat uns wieder spüren lassen, welche Kraft in der Kunst liegt. Über 100 kreative Projekte haben die gesamte Stadt erobert, Räume wieder geöffnet, in denen wir Kunst und Kultur gemeinsam erleben können, oder neue geschaffen. Ob geplant oder nicht, nahezu überall konnten Hamburgerinnen und Hamburger Kultur entdecken und sich in diesen wunderbaren Rausch versetzen lassen, den nur Kultur auslösen kann. Und dieser endet nicht mit dem Kultursommer, denn danach geht es weiter: Die Spielzeiteröffnungen der Theater und Konzerthäuser, die Festivals und Ausstellungshighlights versprechen einen kulturell ebenso berauschenden Herbst in der Hansestadt. Auch mit Blick auf diese Perspektive gilt: Impfen schützt die Kultur. Wer sich impfen lässt, sichert den Weg zurück in ein unbeschränktes unbeschwertes kulturelles Leben.“

Ausblick

Der Kultursommer Hamburg markiert den Anfang des Neustarts der Kultur nach dem langen Lockdown im Winter und Frühling 2020/2021. Mit dem umfangreichen Förderprogramm hat die Behörde für Kultur und Medien einen Impuls für den Neubeginn des kulturellen Lebens gesetzt. Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturveranstalterinnen und -veranstalter haben eine Perspektive erhalten und konnten ihre Projekte realisieren.

Auch nach dem offiziellen Ende Mitte August sind noch einige Kultursommer-Veranstaltungen zu erleben (Termine unter www.kultursommer.hamburg). Und nach dem Kultursommer geht Hamburg einen weiteren Schritt in Richtung neue kulturelle Normalität: Die fortschreitende Impfkampagne macht es möglich, dass die Hamburger Kultureinrichtungen im August und September in die neue Spielzeit starten. Festivals wie das Reeperbahn Festival, das Harbour Front Literaturfestival und das Filmfest Hamburg stehen ebenfalls auf dem Programm für diesen Herbst.

Und auch das Jahr 2022 wird mit einem kulturellen Highlight beginnen: Am 11. Januar feiert die Elbphilharmonie ihren fünften Geburtstag.

Kultursommer Hamburg

Mit dem Kultursommer Hamburg feierte die Hansestadt vom 15. Juli bis zum 16. August 2021 den Neustart der Kultur. Unter dem Motto „Play out loud“ war in der ganzen Stadt die Vielfalt und Lebendigkeit der Kultur erlebbar. Die Behörde für Kultur und Medien hat ein umfangreiches Förderprogramm aufgelegt, durch das mehr als 100 Veranstaltungsformate aller Sparten in allen Hamburger Bezirken realisiert werden konnten. An rund 200 Orten fand ein vielfältiges Programm mit über 1.800 Veranstaltungen aus den Bereichen Musik, Kunst, Film, Literatur, Theater, Kinder- und Jugendkultur statt – zumeist unter freiem Himmel. Die Vielzahl der Spielorte erstreckte sich dabei vom Rathausmarkt bis zum Garten einer Kirchengemeinde – öffentliche Plätze und Parks wurden genauso bespielt wie ungewöhnliche Orte, darunter Alsterdampfer, Pontons auf dem Fleet oder Schaufenster.

Kultursommer Hamburg – Zahlen, Fakten, unnützes Wissen

  • 1.800 Veranstaltungen
  • in vier Wochen
  • in 7 Bezirken
  • und 55 Stadtteilen
  • mehr als 185.000 Besucherinnen und Besucher
  • rund 115 Kulturveranstalterinnen und -veranstalter
  • 5.700 Künstlerinnen und Künstler
  • an 200 Veranstaltungsorten
  • 25.000 Meter „Play out loud“-Flatterband
  • 3.000 verschenktes Kultursommer-Eis
  • 20 Quadratmeter „Play out loud“-Teppich …
  • … der an 5 Locations für die Kultur ausgerollt wurde
  • es fielen insgesamt ca. 74 Liter Regen pro Quadratmeter
  • es gab 168 Stunden Sonnenschein
  • Temperaturen erreichten Höchstwert von 28,6°C (25.07) und dem Tiefstwert von 10,6°C (20.07)

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„Künstlerische Überforderung!“ https://www.tiefgang.net/kuenstlerische-ueberforderung/ Fri, 16 Jul 2021 22:16:52 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8223 [...]]]> Bühne frei für die Kultur! Auf dem Spielbudenplatz wurde am vergangenen Donnerstag der Kultursommer Hamburg  eröffnet, der die Hansestadt in den nächsten vier Wochen in einen Kulturrausch versetzen wird. Zahlreicher Kulturgrößen nahmen das Kultursommer-Motto „Play out loud“ wörtlich.

Michel Abdollahi führte durch das Programm, Udo Lindenberg und Corny Littmann plauderten auf der Bühne und bunt gemischte Musikacts, von den Alphornbläsern der Dresdner Sinfoniker über Saxophonistin Stephanie Lottermoser bis hin zu Le Fly und Das Bo, gaben einen kleinen Vorgeschmack auf all das, was in den kommenden vier Wochen kulturell zu erleben sein wird.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Endlich ist es soweit, der Kultursommer  Hamburg beginnt! Wir feiern den Anfang vom Anfang, den Neustart der Kultur nach Corona. Hamburgs Kulturszene hat heute spektakulär gezeigt, dass sie nicht verlernt hat zu begeistern. Dies wird in den nächsten vier Wochen in der ganzen Stadt zu spüren sein. Zu verdanken haben wir dies vor allem dem Engagement der Beteiligten, von Künstlerinnen und Künstlern über Veranstalterinnen und Veranstalter bis hin zu den Bezirken und unserem Kooperationspartner STADTKULTUR HAMBURG. Mit dem Kultursommer zeigt die Hamburger Kultur, dass viele in der Krise noch enger zusammengerückt sind, um jetzt gemeinsam Herausragendes auf die Beine zu stellen. Eine kreative Explosion, eine künstlerische Überforderung – das ist genau, was wir jetzt brauchen. Was für ein Signal für die Kulturstadt Hamburg!“

Die Eröffnungsveranstaltung bereitete der Vielfalt der Kultur eine Bühne, die in Hamburg in den nächsten Wochen zu erleben sein wird. Den Auftakt machten die Alphornbläserinnen und -bläser der Dresdner Sinfoniker, die am Samstag mit „Himmel über Hamburg“, einem Kultursommer-Projekt von Elbphilharmonie und Kampnagel, auf den Dächern der Lenz-Siedlung spielen werden. Saxophonistin und Sängerin Stephanie Lottermoser, die bereits zum Auftakt des SuedKulturSommers auf dem Harburger Kanalplatz spielte, eröffnet die Konzertreihe „Hope’n’Air“ auf dem Vorplatz der Elbphilharmonie und gab heute schon einen Vorgeschmack auf ihr Konzert. DAS BO und Le Fly zeigten weitere Facetten der Musikstadt Hamburg und begeisterten das – sitzende – Publikum. Durch den Abend führte Moderator Michel Abdollahi, zum Gespräch zu Gast waren neben Udo Lindenberg und Corny Littmann auch Amelie Deuflhard, Kampnagel-Intendantin, Christoph Lieben-Seutter, Generalintendant Laeiszhalle und Elbphilharmonie, Corinne Eichner, Geschäftsführerin von STADTKULTUR HAMBURG, Julia Staron, Spielbudenplatz, und Andreas Muhme, Fotograf der Outdoor-Ausstellung „Faces of St. Pauli“.

Der Kultursommer Hamburg

Vom 15.7. bis 16.8. setzen über 100 Hamburger und darüber hinaus Kulturveranstalterinnen und -veranstalter, gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien, ein vielfältiges Programm in der ganzen Stadt. Über 1.200 Veranstaltungen sind bereits angekündigt, täglich werden es mehr. In 39 Stadtteilen, die sich über alle sieben Hamburger Bezirke verteilen, beginnt ab heute der Hamburger Kultursommer mit vier Wochen voller Kultur sämtlicher Sparten: Musik, Kunst, Film, Literatur, Theater sowie Kinder- und Jugendkultur und vieles mehr wird geboten. Hamburgerinnen und Hamburgern wird auf diese Weise ein breit gefächertes Angebot von Live-Kultur geboten, das dazu einlädt, auch unter Corona-Bedingungen wieder gemeinsam zu erleben. Gleichzeitig erhalten Künstlerinnen und Künstler sowie Veranstalterinnen und Veranstalter eine Perspektive.

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Kulturellen Spaziergänge https://www.tiefgang.net/kulturellen-spaziergaenge/ Fri, 02 Jul 2021 22:16:02 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8163 [...]]]> Der Sommer 2021 wird ein Neubeginn im kulturellen und künstlerischen Leben Hamburgs sein. Einen prominenten Teil des Kultursommers gestaltet ART OFF HAMBURG, die Initiative selbstverwalteter Künstler- und Künstlerinnenhäuser und Ausstellungsorte.

Auch wenn – wen wundert´s? – Harburg nicht auf deren Kultur-Landkarte steht: vom 30. Juli bis 5. September bietet ART OFF HAMBURG Spaziergänge zwischen mehr als 20 Ausstellungsorten an, um den öffentlichen Raum künstlerisch neu zu beleben. Ein spartenübergreifendes Programm, das im Umfeld der Häuser und auf den Spazierwegen stattfindet, vereint Kunst, Musik, Theater und vieles mehr. Es unterstützt Kulturschaffende, die durch Corona in ihren Arbeitsmöglichkeiten besonders beeinträchtigt waren, und macht den enormen Reichtum an Kunstinitiativen in Hamburg sichtbar. Das trägt auch einem wesentlichen Ziel von ART OFF HAMBURG Rechnung: der angemessenen Honorierung künstlerischer Arbeit.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die freien Kunstorte gehören zur kulturellen DNA Hamburgs. Ihr Beitrag ist ein wichtiger Teil des Kultursommers. ART OFF HAMBURG hat mit großem Engagement in kurzer Zeit ein sehr besonderes und vielfältiges Programm entwickelt, das dazu einlädt, Kunst und Kultur auch abseits der bekannten Wege zu entdecken. Für Hamburgerinnen und Hamburger ist das die Gelegenheit für eine kulturelle Wiederentdeckung ihrer Stadt nach dem Lockdown. Der ART OFF HAMBURG Kultursommer wird sicher ein Highlight im Kultursommer-Programm.“

Unter dem Motto „Wir sind hier“ hat ART OFF HAMBURG ein Konzept entworfen, das für das urbane Flanieren begeistert und die Isolation des Lockdowns vergessen lässt. In drei Rundgängen und zwei Ausflügen werden verschiedene Stadtteile und Ausstellungsorte entdeckt und miteinander verbunden. Zahlreiche Stationen im Freien präsentieren Kunst, Konzerte, Performances, Tanz und Literatur. Über 400 freie Hamburger Kulturschaffende sind beteiligt. An Kinder und Jugendliche ist mit besonderen Projekten gedacht. Diese Rundgänge und Ausflüge, an denen man hauptsächlich zu Fuß, aber auch mit dem Rad teilnehmen kann, kosten keinen Eintritt. Sie können im Vorbeigehen ausprobiert, mit einer interaktiven Karte geplant oder als geführte Tour erlebt werden. Mitte Juli werden die Routen auf Plakaten, Flyern und im Internet bekannt gemacht. Ein Infomobil ist an den Orten des Geschehens und in der Stadt unterwegs.

Kunstweg Ost

Den Auftakt macht der Hamburger Osten am Wochenende vom 30. Juli bis 1.August. Dieser erste Rundweg führt durch St. Georg, Hammerbrook, Rothenburgsort, Wandsbek und wieder zurück. Beteiligt sind die Kunstorte und Initiativen Einstellungsraum, Billekraftwerk/Hallo e. V., Kunst-Imbiss, Künstlerhaus Wendenstraße/Studio 45, Mikropol, nachtspeicher23, noroomgallery, Oel-Früh, Projektgruppe, xpon-art gallery und Zollo. Als Gast heißen wir auch die Fabrik der Künste mit den „Positionen“ des Berufsverbandes Bildender Künstlerinnen  und Künstler willkommen.

Kunstweg Mitte

Vom 13. bis 15. August sind Hamburg Mitte und St. Pauli an der Reihe. Diese zweite Route führt vom Westwerk zum Gängeviertel mit Galerie LaDöns, Galerie Speckstraße, mom art space und Raum linksrechts. Weiter geht es durch den Park Planten un Blomen, wo Konzerte und Performances im Grünen zu sehen sind, um dann ins Karolinenviertel einzutauchen. Galerie Genscher, hinterconti, Kunst-Imbiss und Vorwerk-Stift/Galerie 21 sind dort aktiv, während im Westwerk schon die nächste Veranstaltung vorbereitet wird.

Ausflug 1 und 2

Durchatmen kann man bei Ausflügen in die Nähe des Sachsenwalds oder nach Niendorf. Das Künstlerhaus Bergedorf zeigt am 21. und 22. August, dass gute Kunst nicht nur im Zentrum Hamburgs zu sehen ist. Das Künstlerhaus Sootbörn mit seinen großzügigen Außenflächen im Bauhausstil lädt am 28. und 29. August ein. Der Kunstimbiss als mobile Kunstversorgung leistet beiden Gesellschaft.

Kunstweg West

Von 3. bis 5. September findem im Hamburger Westen dann ein dritter Rundgang und das Finale statt. Über St. Pauli und Altona geht es nach Bahrenfeld und Ottensen. Zurück zum Ausgangspunkt führen öffentliche Verkehrsmittel. Die freien Kunsträume 2025, 8. Salon, Frappant, Frise und hinterconti stellen zahlreiche Projekte im Freien vor. Die Reeperbahn wird erkundet, und auch der Kunst-Imbiss lässt sich wieder blicken. Außerhalb dieser Rundwege wird es Einzelveranstaltungen geben, die ab 15. Juli auf das Programm der Spaziergänge, Radtouren und Ausflüge einstimmen und den Sommer dann im September ausklingen lassen.

Der ART OFF HAMBURG Kultursommer wird im Programm Kultursommer 2021 durch die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus NEUSTART KULTUR gefördert, die dafür 500.000 Euro zur Verfügung stellt. Außerdem fördert die Behörde für Kultur und Medien das Projekt mit 125.000 Euro.

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1,5 Mio. für kreative private Schulen https://www.tiefgang.net/15-mio-fuer-kreative-private-schulen/ Fri, 26 Mar 2021 23:27:37 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7757 [...]]]> Die Hamburger Kulturbehörde entwickelt Förderprogramm für private Schulen im Kreativ- und Kulturbereich in Höhe von 1,5 Millionen Euro.

Die Behörde für Kultur und Medien entwickelt gemeinsam mit dem Landesverband private Kreativschulen (LPKH) einmalig ein Hilfsprogramm zur Überbrückung Corona-bedingter Ausfälle. Für künstlerische Privatschulen wie Musik-, Mode-, Tanz-, Kunst-, Design-, Gesang- oder Schauspielschulen werden insgesamt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Pro Einrichtung können maximal 75.000 Euro beantragt werden. Antragsberechtigt sind private Kreativschulen, die durch die Stadt Hamburg anerkannt BAföG-berechtigt sind und im Zuge der Corona-Pandemie erhebliche Einnahmeausfälle haben.

In Hamburg gibt es eine Vielzahl von künstlerischen Privatschulen, die als Berufsfachschulen anerkannt BAföG-berechtigt sind und dem Nachwuchs als Ausbildungsorte vielfältige künstlerische Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten bieten. Insbesondere kleine und mittlere Kreativschulen sind im Zuge der Corona-Pandemie durch den eingeschränkten Betrieb von erheblichen Einnahmeausfällen betroffen. Mit der Förderung sollen neue ausbildungsbezogene Projekte der Einrichtungen unterstützt werden, die kreative und innovative Ziele verfolgen. Das können zum Beispiel Präsentationsformate wie Konzerte oder Aufführungen, digitale Formate oder vieles mehr sein. So sollen Hamburgs private Kreativschulen nicht nur finanziell durch die Pandemie kommen, sondern sich auch für die Zukunft aufstellen können.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Für Hamburgs lebendige Kultur und die vielfältige Kreativwirtschaft ist der künstlerische Nachwuchs unverzichtbar. Die privaten Kreativschulen sind ein wichtiges Element der verschiedenen kreativen Ausbildungsangebote. Sie prägen in langer Tradition die künstlerischen Entwicklungslinien der Stadt. Es ist wichtig, dass wir ihnen durch die Förderung eine Perspektive bieten und damit den künstlerischen Nachwuchs unterstützen können.“

Lukas Scheja, 1. Vorstand Landesverband private Kreativschulen: „Der Landesverband der Bafög-anerkannten privaten Kreativschulen in Hamburg möchte diese seiner Satzung entsprechend selbstlos fördern. In Zusammenarbeit mit der Behörde für Kultur und Medien haben wir für die Zeiten der Pandemie diese Projektförderung erarbeitet. Wir wünschen uns den Erhalt der Kreativschulen und ihrer Wettbewerbsfähigkeit in diesen schwierigen Zeiten für den Kulturstandort Hamburg.“

Private, BAföG-anerkannte Hamburger Kreativschulen, die bereits vor dem 1.2.2020 gewerblich tätig waren, können ab sofort und bis zum 30.6.2021 Anträge auf Förderung einreichen. Pro Einrichtung sind mehrere Anträge bis zu einer maximalen Fördersumme von insgesamt 75.000 Euro möglich. Die Anträge finden sich auf der Website des Landesverbands private Kreativschulen (www.kreativschulen.hamburg) und können ab sofort digital über den LPKH eingereicht werden (projektantrag@kreativschulen.hamburg).

 

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Die Schönheit der Andersartigkeit https://www.tiefgang.net/die-schoenheit-der-andersartigkeit/ Fri, 24 May 2019 22:47:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5303 [...]]]> Für sein langjähriges, herausragendes Engagement für Künstlerinnen und Künstler mit Autismus wurde Volker Elsen nun vom Bundespräsidenten ausgezeichnet.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, überreicht diese Woche die Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande in der „Galerie der Schlumper“ in der Marktstraße 131. Denn auch sie sind Teil des Engagements.

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien hieß es dazu:  

„Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Volker Elsen setzt sich mit dem Verein akku e. V. seit 2010 aktiv für mehr Diversität im Kunstbetrieb ein. Er sorgt gemeinsam mit dem Verein seit vielen Jahren dafür, dass Künstlerinnen und Künstler mit einer autistischen Wahrnehmung in der Welt des Kunstbetriebs eine größere Anerkennung bekommen und nicht weiter marginalisiert werden. Durch seine Arbeit sensibilisiert Volker Elsen die Sehgewohnheiten des Publikums für Kunst, die sich in ihrer Andersartigkeit und Schönheit so zeigen kann, wie sie ist und macht so die Künstlerinnen und Künstler mit ihren Talenten sichtbarer.“

mittig Volker Elsen

Volker Elsen wurde 1964 in Gelsenkirchen geboren und ist Inhaber einer Werbeagentur in Paderborn. Den Anstoß, sich für die Kunst von Autistinnen und Autisten zu engagieren und 2010 den Verein akku – Autismus, Kunst und Kultur e.V. zu gründen, gab die Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Werk seines autistischen Bruders Matthias Elsen. Gemeinsam mit über 180 Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland, unter anderem einige Mitglieder der Schlumper sowie mit der Initiative akku, realisierte er 2010 in Kassel die erste bundesweite Ausstellung mit dem Titel „Ich sehe was, was Du nicht siehst…“ in der documenta-Halle. Über 7.000 Besucherinnen und Besucher sahen die Ausstellung allein in den ersten drei Wochen. Anschließend wurde aus der Initiative der gleichnamige Verein, mit dem die Ausstellung durch verschiedene deutsche und europäische Städte tourte.

Der Verein akku e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, Arbeiten von autistischen Künstlerinnen und Künstlern durch Ausstellungen, Konzerte und Lesungen zu vermitteln sowie Netzwerke und Kooperationen mit dem Kunstbetrieb aufzubauen. In einer Gesellschaft der Diversität schafft der Verein durch seine praxisnahen Projekte Gelegenheiten für soziale Interaktion von Menschen mit und ohne Autismus. Über 230 Künstlerinnen und Künstler mit Autismus sind im Netzwerk von akku e.V. registriert und reisen zu den jeweiligen Ausstellungsorten, bis nach Gent, Barcelona und Madrid. So entstehen Begegnungsräume für die Diskussion über mehr Vielfalt in Kunst und Gesellschaft.“

Quelle: Behörde für Kultur und Medien Hamburg

 

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