Bezirk Harburg https://www.tiefgang.net Fri, 25 Jun 2021 09:06:38 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 „Kulturpolitische Eiszeit“ https://www.tiefgang.net/kulturpolitische-eiszeit/ Fri, 25 Jun 2021 22:00:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8123 [...]]]> Letzte Woche geriet die berechtigte Übergabe von Petitionsunterschriften im Bezirk Harburg zum Eklat. Für einige SuedKultur-Aktive ist das leider längst Gewohnheit.

Als vergangene Woche über 2.300 Unterschriften zum Erhalt des bisherigen Rieckhofs an Bezirksamtsleiterin Fredenhagen übergeben wurden, geriet die Situation zum Eklat: Pressevertreter sollten nicht zugelassen werden, die Anwesenheit des Rieckhof-Geschäftsführers wurde als respektlos diffamiert und  wiederholt behauptet, die neuen Förderrichtlinien machten die Einleitung eines regelmäßigen Interessensbekundungsverfahren regelrecht notwendig. Die Situation ist festgefahren und leider für Kulturschaffende nichts Neues.

„Als wir schon im vergangenen Sommer, im Mai 2020, in einem Offenen Brief bemängelten, dass die vielen ungeförderten Kulturschaffenden im Bezirk Harburg erst recht in der Pandemie im Stich gelassen wurden, wurden wir prompt und regelrecht vorgeladen. Man sagte uns, dass wir nicht einfach einen offenen Brief versenden könnten. Der müsse vorab abgestimmt werden“, so Heimo Rademaker, Sprecher der Initiative SuedKultur. „Das wäre ja aber entgegen jeden Sinnes eines offenen Briefes!“

Und leider sei man es auch gewohnt, immer wieder nur hingehalten und mit teils falschen Behauptungen abgeschoben zu werden. „Dass kein Geld da sei, kennen alle aus Harburg – auch wenn der Stadtteilkulturetat seit Jahren nie ausgeschöpft wurde. Dass Verfahren unterschiedlich gehandhabt werden, wird auch schon mal abgetan, es gäbe eben unterschiedliche Verfahren. Und weil ich anmerkte, dass ich unsere Unzufriedenheit auch gegenüber der Kulturbehörde kundtat – denn an wen soll man sich denn sonst noch wenden? – wurde mir regelrecht klar gemacht, dass ich das gar nicht dürfe“, so erinnert sich Rademaker weiter. “Es ist echte Eiszeit im Dreigestirn von Kultur, Politik und Verwaltung und ich sehe nach wie vor keine gute Basis etwas zu entwickeln. Die Art und Weise wie Kultur hier in autoritäre Standards gezwungen werden soll, erinnert an tiefe 80er Jahre, als Stadtteilkultur im Grunde auch aus Protest ihre Geburtsstunde erlebte. Damals sagte man gerne: „Geh´ doch rüber, wenn es dir hier nicht passt“ und das Thema war erledigt. Ich habe meine Zweifel, dass man so heute noch agieren kann. Einfach miteinander reden macht so im Moment keinen Sinn!“

]]>
Mehr Worte auch ohne Orte https://www.tiefgang.net/mehr-worte-auch-ohne-orte/ Fri, 14 May 2021 22:59:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7902 [...]]]> Ein Slogan der fast schon traditionell gewordenen Literaturtage „SuedLese“ sind die „Orte der Worte“. Auch wenn man die wohl kaum besuchen kann, scheint es die Worte kaum zu kümmern. Ein Literaturfest der Superlative kündigt sich an.    Das kulturelle Leben liegt weitestgehend brach und immer wieder angekündigte Veranstaltungen werden meist ebenso wieder abgesagt. Nicht so in Hamburgs Süden. Die fast schon tot geglaubten Literaturtage SuedLese machen dank Bundesförderung gar einen Sprung nach vorne.

„Es ist unglaublich, was sich an Ideen, Kreativität und Engagement aufgestaut hat“, so Projektleiterin Anne Lamsbach zu den laufenden Planungen. „Gut 100 Lesungen, Workshops und Diskussionen erwarten Literaturfreunde den ganzen Juni über. Das zeigt den Hunger nach Kultur bei den Kulturschaffenden und wir hoffen, mit unserem vielfältigen Angebot auch bei den Kulturinteressierten zumindest in Teilen die literarisch-kulturellen Entbehrungen des letzten Jahres ausgleichen zu können!“ 

Projektleiterin 2021: Anne Lamsbach

Und wie es die Zeiten erfordern, wird vieles anders und neu:

  • Erstmals und unter dem Motto „Stadt – Land – Harburg“ sprengt die SuedLese die kulturellen Grenzen des Landkreises Harburg in Nordniedersachsen und dem Bezirk Harburg der Hansestadt Hamburg. Bisher waren aus politisch-administrativen Abgrenzungen keine gemeinsamen Kulturaktivitäten möglich
  • Dadurch sind „Orte der Worte“ wie der Kulturpunkt Moisburg, der Marstall in Winsen, die Empore in Buchholz oder auch das Freilichtmuseum Kiekeberg ebenso dabei wie die Wilhelmsburger Deichdiele oder der Speicher am Kaufhauskanal und viele, viele andere
  • Erstmals findet eine offizielle Kooperation mit der Hamburger Autor* innenvereinigung statt, die in einem Sonderformat einen großen Querschnitt des literarischen Schaffens in und um Hamburg bietet
  • Es gibt bald eigens eine Website für die Literaturtage, die aber auch ganzjährig Lesehungrigen ein Wegweiser für Lesetermine oder Neuerscheinungen sein wird: suedlese.de.
  • Es wurde eine eigene Literaturwerkstatt <<LitLab>> gegründet als Kooperation der Initiative SuedKultur und dem Fachbereich Poesie der Medical School Hamburg. Hier sollen dauerhaft neue Wege und Formen der Darstellung von Literatur erforscht und befördert werden. Dazu werden in einem Blog auf der Seite suedlese.de regelmäßig Ergebnisse veröffentlicht, die Autor*innen aber auch Lesefans gutes Handwerkszeug geben werden.
  • Die gut 100 (!) Termine für Lesungen, Schreib- und Kreativworkshops, Diskussionen und Besprechungen im Rahmen der 6. SuedLese geben einen direkten Verweis auf die Online-Adressen per Link, die meist über das Videokonferenz ZOOM abgewickelt werden. Das reduziert ständig wechselnde Formate und soll auch weniger internetaffinen Literaturfreunden die Teilhabe und Teilnahme vereinfachen
  • Es werden brauchbare und leicht verständliche Hinweise gegeben, wie man den Genuss der online-Lesungen per Flachbildschirm-Fernseher oder Kopfhörer erhöhen kann
  • Die haptisch hochwertigen Programmhefte der 6. SuedLese aber auch persönlich signierte Bücher der Lesungen können in Bälde direkt über das Portal suedlese.de bestellt und auch der Online-Zahlungsverkehr dort abgewickelt werden. Die Gelder werden dann zentral an Autor*innen oder den lokalen Buchhandel weitergegeben und der postalische Versand organsiert. Ein Rund-um-Lese-Paket der besonderen Art!
  • Da Lesungen für die Leseorte als auch Literat*innen stets auch eine Einnahmequelle sind, wird dem Publikum nahegelegt, auch einen Eintritt zu zahlen, wenngleich er nicht Bedingung ist, um sich zu den Lesungen zuzuschalten. Die üblichen Eintritte bzw. Spenden zwischen 5,- und 15,- € können ebenso direkt über das SuedLese-Portal abgewickelt werden

Das Literaturangebot im Rahmen der SuedLese reicht von Kinderlesungen über Poesie, Prosa, Sachbuch, Kabarett, Krimi bis zu szenischer Lesung. Mit dabei sind lokale Matadoren wie Ute Holst oder Sonja Alphonso der Harburger Schreibwerkstatt von „Alles wird schön e.V.“ und der wiederbelebte „Club der lebenden Dichter“ aus Wilhelmsburg. Auch literarische Größen wie die vielfach ausgezeichnete Kinderbuchautorin Kirsten Boie, der Preisträger des Blauen Löwen, Jens Böttcher, der Hamburger Literaturpreisträger aus Harburg, Benjamin Maack, sind bei der diesjährigen SuedLese vertreten und nicht zuletzt bereichern die Kabarettisten Kerim Pamuk, Lutz von Rosenberg-Lipinsky und Johannes Kirchberg mit ihren szenischen Lesungen den Literatursommer im Hamburger Süden und dem Landkreis Harburg in Niedersachsen.

Das Programm wird zurzeit unter Hochdruck fertig gestellt und ist bis zur SuedLese dann vollumfänglich auf dem Portal www.suedlese.de zu finden. Das gedruckte Programmheft kann ab sofort und für 2,50€ Schutzgebühr und Versandkosten unter post@seudlese.de  vorbestellt werden und wird zugestellt sobald es aus dem Druck ist.

Über die einzelnen Programmpunkte und Inhalte, Orte der Worte und Diskussionen rund um das Buch und Hamburgs literarischen Süden informiert das SuedLese-Team zeitnah.

Die 6. Suedlese – Literaturtage im Süden Hamburgs werden gefördert durch NEUSTART Kultur sowie die Behörde für Kultur und Medien Hamburg.

]]>
Literarischer Zusammenhalt https://www.tiefgang.net/literarischer-zusammenhalt/ Thu, 30 Apr 2020 22:29:01 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6829 [...]]]> Auch die Kulturszene in Hamburgs Süden hat die Restriktionen zur Eindämmung der Covid19-Pandemie schwer getroffen. Doch es gibt auch Signale der Hoffnung.

Kaum hatte das kleine Jubiläum zur 5. SuedLese – den jährlichen vierwöchigen Literaturtagen im Hamburger Süden begonnen, wurde es auch schon wieder am 14. März eingestampft. Auf der Strecke blieben 45 Autor*innen, deren Lesungen ins Wasser fielen. Auch die alte Faustregel „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ erwies sich schnell als irreführend, denn wann sollen all die Lesungen, Konzerte und Ausstellungen nachgeholt werden? Und so zeichnete sich alsbald ab: auch die noch so kleinen Einnahmen aus Honoraren, Buchverkäufen oder Hutspenden und Eintritten würden für die Literat*innen ersatzlos wegfallen.

Kulturschaffende also am Ende der Nahrungskette?

„Zum Glück hat unser Kultursenator früh das Desaster auch für die Kulturschaffenden erkannt und gegengesteuert“, so SuedLese-Macherin Sonja Alphonso. Und so konnte das SuedLese-Team über die Abteilung „Literatur“ der Kulturbehörde Hamburg nun nochmal 6.000,- € für Ausfallhonorare der ausgefallenen Lesungen erhalten.

„Ein schwacher Trost“, so Alphonso, die die Mittel nun an die Autor*innen weiter geben durfte. „Denn eine erfolgreiche Lesung mit interessiertem und neugierigem Publikum an schönen Orten ist durch nichts zu ersetzen. Aber eben auch die kleinen Honorare und Buchverkäufe sind für viele Harburger Kulturschaffende Teil ihres Einkommens, ihrer Mietzahlungen oder Buchdruckkosten. Gerade die Kulturschaffenden der 2. und 3. Reihe trifft diese Zeit daher besonders hart.“

Und da die Grundmotive der SuedLese und auch anderer Events der Initiative SuedKultur Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt sind, ist die Anerkennung dieser nicht so im Rampenlicht stehenden aber immens wichtigen Arbeit substantiell. „Ebenso passt übrigens dazu, dass einige Autor*innen auf Ausfallhonorare verzichteten: Sie sitzen alle in einem Boot, zeigen sich solidarisch und erklärten sich bereit, zugunsten anderer zu verzichten, die es NOCH nötiger haben als sie selbst, um die Ausfälle zu kompensieren.“

Ganz nebenbei werden so übrigens die Gesamtkosten solcher Literaturtage viel bewusster, die viel aus eigenem und privatem Engagement von Kulturclubs und –cafés bestritten werden.

Während etwa der Bezirk Harburg die SuedLese dieses Jahr mit einem Druckkostenzuschuss von knapp 3.650 €  unterstützt hat, waren für die Gestaltung des 80(!)-seitigen Programmheftes, die redaktionelle Arbeit, das Verteilen von Werbemitteln und Plakaten allein weitere 5.000,- € nötig. Die nun in Teilen nachgezahlten Honorare hingegen werden von den Leseorten und den Veranstaltern selbst erwirtschaftet und betragen ca. 12.000,- €. „Wollte man die Literaturtage also privat auf die Beine stellen, müsste man schon gute 20.000,- € investieren. Und dafür, dass für viele Harburger es manchmal als normal oder gar angemessen erscheint, wenn man 2-3 Euro „Hutspende“ zahlt, muss man eingestehen: all das ist nur auf Kosten anderer möglich. Der Literat*innen und der Veranstaltenden. Ob das nach der Corona-Krise so noch funktionieren wird, bleibt allerdings abzuwarten“, so Alphonso nachdenklich.

]]>
Highlight 10. Meridian https://www.tiefgang.net/highlight-10-meridian/ Fri, 13 Sep 2019 22:01:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5773 [...]]]> Was tut sich in Harburgs Kulturpolitik? Wir halten auf dem Laufenden …

Die FDP sieht den 10. Meridian – also Längengrad – als Kulturereignis. Daher stellte sie für einen möglichen kommenden Kulturausschuss jetzt einen Antrag (Drucksache 21-0121), in dem sie feststellt, „der zehnte Meridian verläuft auch durch Harburg“.

Daraus folgert sie: „Der zehnte Meridian sticht in Langenhorn in die Stadt, er überwindet den Flughafen, durchschneidet die Alster und die Mönckebergstraße und trifft in der Hafencity das Maritime Museum. Genau dort soll es eines Tages eine Messingmarkierung geben, um sichtbar zu machen, dass man sich spannenderweise mitten auf dem zehnten Längengrad befindet. Natürlich bricht dieser Längengrad nicht nördlich der Elbe ab, er führt auch durch Harburg, in Rönneburg verlässt er die Stadt nämlich wieder. An mehreren Orten in Hamburg befinden sich bereits Denkmäler, wie zum Beispiel auf der Kennedybrücke und in der Mönckebergstraße. Am Winterhuder Marktplatz befindet sich ebenfalls eine Markierung. Um dem Bezirk Harburg ein weiteres Highlight hinzuzufügen, soll es auch hier ein Denkmal für den zehnten Längengrad geben. Dadurch wird Harburg in eine Liste von Meridiandenkmälern aufgenommen und erhält gesteigerte Aufmerksamkeit.

Die Verwaltung wird aufgefordert zu prüfen, inwiefern der zehnte Meridian in Harburg, an einer geeigneten Stelle, als Denkmal sichtbar gemacht werden kann. In dem für Kulturthemen zuständigen Ausschuss soll bis spätestens 31. Januar 2020 berichtet werden.“

Die Linke hingegen fragt in einer kleinen Anfrage die Bezirksverwaltung, wie es um den jährlichen Angleich der Stadtteilkulturmittel stünde (Drucksache 21-0122). „Seit 2018 erhöht der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg die Mittel für Stadtteilkultur jährlich um 1,5 Prozent mit der Begründung, jährliche Kostensteigerungen zumindest in Ansätzen auszugleichen. Diese Gelder sind auch an den Bezirk Harburg geflossen.“

Daher fragt sie,

Sind diese Mittel zum Ausgleich inflationärer Kostensteigerungen im Bezirk Harburg an Kulturschaffende weitergegeben worden? Wenn nein, warum nicht?

  1. Sind insbesondere die mit Festbetrag finanzierten sogenannten „institutionellen Förderungen“ automatisch um 1,5% erhöht worden?
    1. Wenn ja, in gleichem Maße (also an alle institutionell Geförderten) oder unterschiedlich verteilt?
    2. Wenn ja, bitte mit Aufschlüsselung der erhöhten Fördersummen.
    3. Wenn nein, warum nicht?
    4. Wenn in Bearbeitung, bitte mit Zeitrahmen der Umsetzung und des Geldflusses sowie Angabe der angedachten Förderzahlen (in % und Realsummen).
  2. Ist geplant, diese Erhöhungen wie vom Senat beabsichtigt jährlich und automatisiert weiterzugeben?
    1. Wenn nein, warum nicht?
    2. Wenn nein, was ist dann mit den jährlich erhöhten Mitteln angedacht?“

Eine Antwort wird binnen wenigen Tagen zu erwarten sein.

Quelle: sitzungsdienst-harburg

]]>
Wir sollten reden! https://www.tiefgang.net/wir-sollten-reden/ Fri, 21 Jun 2019 22:15:57 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5513 [...]]]> Wie wird sich Harburgs Innenstadt in den beiden nächsten Jahrzehnten entwickeln? Ein Workshop soll (wieder mal) die Bürgerbeteiligung sichern.

Am Mittwoch, 26. Juni 2019, sind alle Harburger Bürgerinnen und Bürgern sowie andere Interessierte eingeladen zur Präsentation der ersten Ergebnisse und Diskussion über Pläne und Ideen zur weiteren Entwicklung der Harburger Innenstadt.

Harburg liegt mit einem Bevölkerungswachstum von 6,3 % im Zeitraum von 2013 bis 2017 auf Platz zwei unter den Hamburger Bezirken. Das macht sich auch in Harburgs Innenstadt bemerkbar. Steigende Mieten und Immobilienpreise seien ein wichtiger Antrieb der derzeitigen Innenstadtentwicklung, heißt es seitens der Bezirksverwaltung. Aber auch die erheblichen Entwicklungs- und Nachverdichtungspotenziale, in Form von Baulückenschließungen, Aufstockungen oder Neubau sowie die Anbindung an die S-Bahn und Fernbahn seien wichtige Voraussetzungen.

Doch wie gelingt es, diese Entwicklungen zu lenken? Wie kann Harburgs Innenstadt attraktiver werden und von der Entwicklung des Binnenhafens profitieren? Was kann für den Einzelhandel und Gastronomie in der Lüneburger Straße getan werden? Wie gelingt eine gute soziale Mischung der Wohnbevölkerung. Welche Priorität wird dem Fuß- und Radverkehr eingeräumt? Wie wird der Bahnhof an in die Innenstadt angebunden oder kommt die Innenstadt zum Bahnhof?

Für all diese und weitere Fragen will das Bezirksamt Harburg mit dem „Rahmenplan Innenstadt Harburg 2040“ Antworten finden. Der Rahmenplan soll die Weichen für die wesentlichen Entwicklungen der Innenstadt in den kommenden Jahren stellen und die Grundlage für eine Reihe von Planrechtsänderungen bilden, die u.a. mehr Wohnen in der Innenstadt ermöglichen sollen. Bei der Rahmenplanung wird das Bezirksamt Harburg von einem Konsortium aus Planern und Experten unterstützt, das aus einer deutschlandweiten Ausschreibung hervorgegangen ist.

Es besteht aus dem Stadtplanungsbüro Raumwerk aus Frankfurt, den Landschaftsplanern Club L 94 aus Köln, dem Verkehrsplanungsbüro mociety aus Frankfurt und einem schalltechnischen Gutachter. Wegen der teilweise grundlegenden Anregungen und des langen Planungshorizontes ist nicht zu erwarten, dass der Plan 1:1 in die Wirklichkeit findet, er wird aber wichtige Impulse geben. Der Abschluss des Planverfahrens wird für Herbst 2019 erwartet.

Zuvor aber seien die Harburger Bürger gefragt. Im Rahmen einer Dialogwerkstatt will der Bezirk nun erste Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren und dabei besteht Gelegenheit, gemeinsam mit Fachexperten die Ideen zu diskutieren und Anregungen für das weitere Verfahren zu geben.

Termin: Datum: 26. Juni 2019, Zeit: 17 – 20 Uhr, Ort: Rathaus Harburg, Harburger Rathausplatz 1, 21073 Hamburg, Großer Sitzungssaal

Die Veranstaltung ist kostenfrei und barrierefrei zu erreichen.

Weitere Infos: hamburg.de/stadtplanung-harburg; www.mitteninharburg.de; Programm Dialogwerkstatt Innenstadt

]]>
Harburger Vogel(ab)schießen https://www.tiefgang.net/harburger-vogelabschiessen/ Fri, 24 May 2019 22:14:49 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5318 [...]]]> 70 Jahre Grundgesetz – welch ein Grund zum Feiern. Auch in Harburg. Aber wer feiert hier was?

Harburg hat eine lange Tradition im Vogelschießen. Selbst Erste Bürgermeister sind jährlich aus Gründen der Wertschätzung verpflichtet, dem beizuwohnen. Leider wird man  auch Zeuge, wenn Harburg im übertragenen Sinne mal wieder den Vogel abschießt. Ein Paradebeispiel dafür hat der Bezirk jüngst und ausgerechnet zum Feiertag des Grundgesetzes präsentiert. Ein Projekt mit Modellcharakter, das „Demokratie ganz nah“ veranschaulichen sollte, missriet regelrecht ins Gegenteil.

Doch der Reihe nach:

Frühzeitig zu 70 Jahren Grundrechte rief die Bundeszentrale für politische Bildung  dazu auf, kreative Ideen zum Themas „Grundrechte“ zu entwickeln, um unterschiedliche Diskussions- und Beteiligungsformate anbieten. „Vor allem dort, wo Menschen bisher selten mit „der Politik“ in Berührung kommen können oder wollen. Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt in diesem Band alle Projekte vor und lädt ein, den Erfahrungsaustausch über neue Methoden zu vertiefen.“

Die Harburger Anwältin und Kunsttherapeutin Ulrike Hinrichs bewarb sich und entwickelte das Projekt „Gemalte Freiheit“. Es hatte großen Zuspruch und brachte viele innovative Ideen hervor (´Tiefgang` berichtete „Die gemalte Freiheit“ vom  28. Juli 2018 wie auch  „Grundrechte sorgten für volles Haus“ vom 29. Sept. 2018).

Ein voller Erfolg hinsichtlich der Zielsetzung: das Projekt machte die Werte greifbar und nahbar, warb so für Respekt, Wertschätzung und Partizipation. Das Resultat sorgte dafür, dass die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg derweil es gar als Modellprojekt für ganz Hamburg sieht. Wenn das mal nichts ist!

Nun aber zum oben erwähnten Vogel(ab)schießen. Pünktlich nun zum 70. Geburtstag unseres Grundgesetzes lädt der Bundespräsident eben zum Kaffeekränzchen die Akteure der Projekte aus den verschiedenen Bundesländern ein und bringt auch eine Dokumentation als praxisnahe Festschrift heraus. In der nimmt das Harburger Projekt eine relevante Stellung ein. Passend zum Thema und Projekt sinniert der Bundespräsident im Vorwort: „Demokratie ganz nah. Im Alltag erleben wir ja leider oft das genaue Gegenteil: Distanz, mal mit Fakten, mal mit Gefühlen begründet. Die repräsentative Demokratie, wie sie das Grundgesetz definiert, ist unter Druck geraten, weil sich viele Menschen in unserem Land nicht wahrgenommen oder nicht als Teil von ihr empfinden.“

(Die FridayForFuture-Demonstranten oder das aktuelle YouTube-Video von Rezo hatten als Projekte übrigens nicht teilgenommen … )

Harburg also mal ganz vorne. Doch wer fährt zum Kaffeekränzchen in Berlin samt Ehrung des Projektes? Nicht etwa Ulrike Hinrichs mit den Akteuren des Projektes. Nein. Harburgs Sozialdezernentin Dr. Jobmann findet sich ein und lässt sich mit dem Bundespräsi ablichten. Ganz offiziell, zählt ja zur Arbeitszeit. Doch damit nicht genug: stolz verkündet das Bezirksamt Harburg zudem am 22. Mai  in seiner Pressemitteilung auf der eigenen Facebook-Seite:

„Im Rahmen der Initiative „Demokratie ganz nah – 16 Ideen für ein gelebtes Grundgesetz“, die unter Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht, darf der Bezirk Harburg die Freie und Hansestadt Hamburg mit dem Projekt „Gemalte Freiheit“ vertreten. Sozialdezernentin Dr. Anke Jobmann reiste dafür auf Einladung heute zur Matinee und Ordensverleihung zum 70. Jahrestag des #Grundgesetzes nach Berlin.

Das Projekt hat sich zur Aufgabe gemacht, mit Menschen unterschiedlicher Generationen, Herkunft und Milieus zusammenzuarbeiten und sich mit den im #Grundgesetz verankerten Grundrechten aller Menschen in #Deutschland persönlich und künstlerisch in historischer Perspektive auseinanderzusetzen. Der Ausgangsgedanke war, dass das Grundgesetz als wichtigster Ankerpunkt unserer gesellschaftlichen Grundwerte gerade in Zeiten neuer Problemlagen und polarisierender Wertekonflikte für die Zukunft der #Demokratie eine überragende Bedeutung besitzt.

Mit dem experimentellen Kunstprojekt waren alle Hamburgerinnen und Hamburger aufgerufen, ihren Blick auf das Grundgesetz künstlerisch zu gestalten. loesungskunst./grundrechte_kreativ“

Dr. Jobmann (links) feiert mit dem Bundespräsidenten Respekt, Anerkennung und Würde. (Foto: BA Harburg)

Fehlt was? Ja. Klar. Von wem kam noch die Idee? Wer ist die Urheberin (Achtung – Urheberrechte!) und wessen Lorbeeren stehen hier wem?

Später erst wird kommentarlos – als sei nichts gewesen – der Satz hinzugefügt: „Ein großer Dank an die Kunsttherapeutin Ulrike Hinrichs für die Initiierung und tolle Begleitung des Projektes!“

Respekt, Anerkennung, Würdigung … naja, so genau nimmt man es in Harburg eben nicht. Und überhaupt: hat das was mit dem Thema Grundgesetz zu tun?!? Kann ja mal passieren.

Nun, wenn man so lapidar mit diesem Thema umgeht, viel Geld für Themen wie Integration, Partizipation oder Diversität ausgibt, um es nachfolgend einfach „abzufeiern“, sollte man es vielleicht lieber ganz lassen. Selbst das Vogelschießen ist bei den Schützenvereinen  vermutlich besser aufgehoben.

Die Projekturheberin hat sich im Übrigen postalisch mit ihrer Ent-Täuschung ans Büro des Bundespräsidenten gewandt. Denn die Kreativen hätten sich gefreut und wären stolz gewesen, die Anerkennung entgegen nehmen zu dürfen. Und so macht Harburg  eben wieder auf sich aufmerksam. Dieser wundersame Teil der Weltmetropole Hamburgs …

Der „Werkstattbericht“ mit allen bundesweiten Projekten steht übrigens kostenfrei als download unter: demokratie-ganz-nah

Zum Thema siehe auch tiefgang/idee-des-gelebten-grundgesetzes

]]>
Stets bemüht https://www.tiefgang.net/stets-bemueht/ Fri, 26 Apr 2019 22:13:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5191 [...]]]> Die Bezirksverwaltung hatte in der letzten Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport und Freizeit unter anderen das Thema „Musikproberäume“ aufgegriffen (zur Drucksache 20-3647). Das Ergebnis erstaunt.

In seiner Sitzung am Do., 18. April 2019 war der akute Mangel an Musikproberäumen Thema im Bezirksausschuss „für Kultur, Sport und Freizeit“. Dort gab es vor allem eine aktuelle Stellungnahme der Bezirksverwaltung, die auf einen Antrag von Ende Januar 2019 der Fraktion der Grünen zurück geht. In dem wurde gefordert, leerstehende Gebäude auf eine Nutzung als Mu8sikproberäume hin zu prüfen. Auch der mögliche Verkauf von Gebäuden bzw. seine dauerhafte Anmietung (allein um schon mögliche Investitionen darstellen zu können) solle geprüft werden und auch die Hamburg eigene „Kreativgesellschaft“ um Unterstützung gebeten werden. Die hat insbesondere die Funktion als eine Art städtischer Agent für Kreative tätig zu sein.

Als Grundlage dieser Aufforderung wurde benannt, dass „seit mehr als sechs Jahren die Initiative SuedKultur einen erheblichen Mangel an Proberäumen für Musiker (z.B. März 2011 – Initiative die damals leerstehenden ehem. Polizeiwache Nöldkestr. zu Proberäumen umzufunktionieren)“ bemängele. Im Juni 2015 habe auch die Bezirksversammlung festgestellt, dass „ein erheblicher Bedarf in Harburg an Probenräumen für Musiker bestehe. Dies wurde im Jan. 2017 durch die Verwaltung nochmals bestätigt. Passiert ist in all den Jahren nur eines: es ist alles noch viel schlimmer geworden. Daher zig die Partei daraus den Schluss: „Damit das bezirkliche sowie städtische Ziel, Proberäume für Musikerinnen und Musiker zu schaffen erreicht werden kann, ist es notwendig hier ein politisches Signal zu setzen.“

Nun kam am 23. April 2019 die Stellungnahme der Verwaltung. In dieser heißt es:

„Der Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit (KSF) hat in seiner Sitzung am 31.01.2019 das Thema „Proberäume für Musiker“ und die dazu vorliegenden Drucksachen 20-3647, 20-4367, 20-4368 und 20-4374 ausführlich diskutiert. Hintergrund war, dass die schwierige Situation, in Harburg einen Proberaum zu finden, aktuell dadurch verstärkt werde, dass zahlreichen Musikern die Proberäume gekündigt wurden. Der KSF hat daher einstimmig folgenden Beschluss gefasst (ergänzt durch eine Liste potentiell in Frage kommenden Objekte:

„Die Bezirksverwaltung (nicht nur das Dezernat 3, sondern alle Dezernate) möge kurzfristig alle Möglichkeiten der Unterbringung von Musikern, wie z.B. Container oder freiwerdende Gebäude oder Unterbringungen prüfen und mitteilen, wo Nutzungen, ggf. auch nur temporär, in Frage kämen.“

Es waren nach all den Jahren konkrete Lösungen gefragt. Und immerhin: „Da es im Bezirksamt Harburg keine Personalressourcen für diese Aufgabe gibt, hat die Bezirksamtsleitung einmalig Mittel für eine befristet beschäftigte Honorarkraft zur Verfügung gestellt. Ziel war die Vorstellung der Recherche-Ergebnisse im letzten KSF dieser Legislaturperiode.“

Dabei wurden mögliche Objekte erfasst, Eigentumsverhältnisse und Ansprechpartner recherchiert und sondiert, ob die Räume den Anforderungen an einen geeigneten Proberaum entsprechen. Dem darf man entnehmen, dass all die Jahre zuvor dies offenbar gar nicht erst unternommen wurde.

Das Ergebnis zeigte immerhin: 20 konkrete Objekte wurden in Harburg konkret geprüft. Zudem auch mehrere Schulen und Kleingartenvereine – und sei es nur zur möglichen Mitnutzung von Räumen sowie der Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF), der nicht mehr benötigte Container eventuell stellen könnte. Von all dem wurden 14 Objekte sowie die Nutzung von Containern überprüft und für ungeeignet befunden.

„Bei zwei Objekten sowie bei der Anfrage der Behörde für Schule und Berufsbildung bei fünf Schulen fehlen noch die abschließenden Rückmeldungen, sodass hier eine Aussage noch nicht möglich ist. 

Es konnten sechs Objekte identifiziert werden, die möglicherweise als (temporäre) Proberäume in Frage kommen könnten. Es handelt sich dabei um den ehemaligen Standort der Lessing Stadtteilschule am Sinstorfer Weg (Zwischennutzung), das ehemalige Toilettenhäuschen am Schwarzenberg / Ecke Bissingstraße, das ehemalige Toiletten- bzw. Kioskhäuschen an der B 73 sowie den Bunker am Schwarzenberg / Lessing Gymnasium. Darüber hinaus haben zwei Kleingartenvereine signalisiert, dass ggf. eine Mitnutzung der Vereinsgebäude in Frage kommen könnte. Bei allen Objekten konnten in der Kürze der Zeit nicht alle Fragen für ein mögliches Mietverhältnis abschließend geklärt werden. Zudem sind beim Toilettenhäuschen, Kioskhäuschen und Bunker erhebliche Investitionen für eine Nutzung erforderlich.“

Das ist nicht viel Konkretes, aber immerhin ein erster Schritt zur möglichen Lösung. Aber hinsichtlich des weiteren Vorgehens wird zugleich wieder eingeschränkt: „Dem Bezirksamt stehen derzeit keine eigenen Ressourcen für eine weitergehende Prüfung zur Verfügung. Ggf. ist eine externe Stelle mit Erfahrung in Bauunterhaltung, dem Vermietungsgeschäft sowie den Bedürfnissen der Musiker*innen zu beauftragen. Ungeachtet dessen sind an dieser Stelle die Möglichkeiten des Bezirksamtes begrenzt, um auf Akteure des freien und stark nachgefragten Immobilienmarkts zu Gunsten der Kreativwirtschaft einzuwirken.

Die Hamburg Kreativgesellschaft hat auf Nachfrage mitgeteilt, ebenfalls keine Kapazitäten zu haben.

Zudem ist eine stärkere Beteiligung der Kulturschaffenden mit ihrer Expertise im weiteren Verlauf der Prüfungen zu klären. Darüber hinaus ist ggf. in einem zusätzlichen Schritt ein Verfahren festzulegen, das die Anmietung sowie die Vergabekriterien für geeignete Proberäume vorgibt und klärt, wer hierfür verantwortlich ist. Sowohl Bezirksamt als auch Kreativgesellschaft können die Aufgabe einer Vermittlungsstelle für Proberäume im Bezirk Harburg nicht wahrnehmen.“

Fazit:

Es verdeutlicht vor allem eines:

  1. man erkennt, dass die Situation durchaus grenzwertig ist und mit einer kurzen Recherche es eben nicht getan ist. Das hätten dann nämlich die Musiker*innen selbst hin bekommen.
  2. Es wurde bis hierhin offenbar nicht mal daran gedacht, bei Leerständen etwa von Schulen oder Kioskhäuschen eine kulturelle Nutzung in Erwägung zu ziehen. Statt dessen etwa wurden beim Kioskhäuschen an der B73 Strom- und Wasser-Anschlüsse gekappt, die jetzt zu benannten höheren Kosten zur Wiederherrichtung führen würden.
  3. Die Bezirksverwaltung ist für das Thema Kultur(-Belange) unterbesetzt
  4. und kommt aber in all den Jahren erst jetzt auf die Idee, Kulturschaffende in solche Prozesse einzubinden und zu beteiligen.

Es ist zu befürchten, dass auch all das nach den Bezirksparlamentswahlen wieder in Schubladen verschwindet und verstaubt und alles wieder auf Null gestellt wird.

Harburg hat viel zu tun, um kulturell auf die Beine zu kommen, will es nicht die eh überschaubare Kreativszene auch noch in die Resignation führen oder in die Flucht zwingen.

Quelle: sitzungsdienst-harburg.hamburg.de

]]>
Harburgs Stadtteilkulturmittel https://www.tiefgang.net/harburgs-stadtteilkulturmittel/ Fri, 14 Dec 2018 23:12:54 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4613 [...]]]> Dass es um die Kultur auch in Harburg besser stehen könnte, ist kein neuer Wunschgedanke. Dass es aber schlimmer steht als nötig, zeigt neuerdings eine Große Anfrage der Partei Die Linken. Die Antworten verheißen nichts Gutes … (Teil I)

Die Partei Die Linke hat im Oktober eine recht umfangreiche „Große Schriftliche Anfrage zur Situation und Entwicklung der Kultur im Bezirk Harburg“  an die Bezirksverwaltung Harburg gestellt. Anfang November kamen die Antworten und es zeigt vor allem eines:  nach oben ist verdammt viel Luft!

Da die Thematik derart vielschichtig ist, gehen wir in einer lockeren Reihe einzelne Felder der Bezirkskultur mal genauer durch. Heute: „Teil I –  Harburg und die Stadtteilkulturmittel“

Über 26 Seiten zieht sich das Frage- und Antwort-Spiel. Ein Teil handlee ums liebe Geld – die da „Stadtteilkulturmittel“ heißen.

Harburg bekommt – wie alle anderen Bezirke – für seine lokalen Kulturangebote Mittel über die Behörde für Kultur und Medien, die es dann bezirklich verteilen kann. Diese werden in Hamburg „Stadtteilkulturmittel“ genannt und als Zielsetzung, was damit erreicht werden soll, wurden vor Jahren mal die sogenannten „Global-Richtlinien“ entworfen. Klingt mondän, ist aber im Grunde für Rund-um-die-Kirchturmspitze gemeint. Darin wird z.B. formuliert: „Stadtteilkultur ist kein Produkt staatlicher Versorgungsplanung, sondern entsteht und wirkt – unabhängig von Planungs- oder Sozialindikatoren – auf der Grundlage spezifischer, regional unterschiedlich gewachsener und entwickelter Strukturen und Milieus in Verbindung mit initiativem Engagement von Personen, Gruppen und Einrichtungen.“

Unter anderem wird auch eine Zielsetzung formuliert, wie die Fürsorge seitens des Bezirkes für eben diese Stadtteilkultur zu verstehen ist: „Die Bezirksämter gestalten den Planungsprozess zu Perspektiven der Stadtteilkulturförderung des jeweiligen Bezirks (…) Die Bezirksämter erfassen diese Bedarfe und Potenziale regelhaft und schreiben sie fort (…) Parallel dazu werden im Rahmen eines offenen kulturpolitischen Dialoges auf Bezirksebene zwischen bezirklichen Gremien, der Bezirksverwaltung und Einrichtungen bei Bedarf bezirkliche Ziele/Teilziele zur Entwicklung der Stadtteilkultur formuliert. Sie konkretisieren den Zielrahmen der Globalrichtlinie Stadtteilkultur und treffen Aussagen zu spezifischen Sozialräumen, Zielgruppen oder Bereichen der Stadtteilkulturarbeit. Dabei wird sich die Spannung zwischen Zielvorgaben der Fachbehörde (Globalrichtlinie), Planungsvorgaben auf Bezirksebene und den Zielsetzungen der Einrichtungen und Akteure nicht vollständig auflösen lassen.“

So weit so logisch: Kultur im Stadtteil (versus z.B. Hochkulturangeboten der Elbphilharmonie oder Staatsoper) entsteht im „Milieu“ und durch das Engagement vor Ort, das folglich transparent und im Dialog zu unterstützen sei. Die Kultur setzt die „Impulse“ und die werden unterstützt.

Gesamt stellt der Senat die Stadtteilkulturmittel für alle Bezirke gesamt auf. Die Verteilung aber ist nicht gleichmäßig – nach dem Motto Gesamtbetrag durch sieben Bezirke. Und auch nicht logisch herleitbar – z.B. an Betrag je Einwohner oder ähnlichem. „In seinem Jahresbericht 2018 kritisiert der Rechnungshof die Ungleichverteilung der Mittel auf die Bezirke: Im Schnitt sieht der Stadtteilkulturetat für jeden Hamburger zirka 3,60 Euro vor, errechnet der Rechnungshof. Nach der Aufteilung auf die Bezirke bleiben für jeden Harburger jedoch nur 1,80 Euro übrig, während die Altonaer oder die Hamburger aus dem Bezirk Mitte mit Stadtteilkultur für annähernd fünf Euro pro Bürger erbaut werden.“ (nachzulesen etwa im ´Hamburger Abendblatt` vom 31. März 2018)

Sauerei könnte man meinen. Und ist es auch. Aber wie sieht es mit jenen Mitteln aus, die Harburg bekommt?

Unter Punkt 18 “Verwaltung der Stadtteilkulturmittel” wird in den Anlagen C & D der Schlüssel der Gelderverteilung aufgeschlüsselt.

Die Förderung baut sich wie folgt zusammen:

  • Die gesamte Rahmenzuweisung Stadtteilkultur für Harburg beträgt im Jahr 2016 exakt 184.000 €, 220.000 € im Jahr 2017, ab 2018 dann 257.000 € . Nachfolgend erfolgt dann eine jährliche Steigerung um 1,5%, also um 3.800 €.
  • Daneben gibt es noch Fördermittel, die seinerzeit zur Finanzierung des Frauenkulturhauses in der Neuen Straße aufgewandt wurden und seit seiner „Abwicklung“ dem allgemeinen Harburger Stadtteilkulturtopf zugerechnet werden. jährlich 68.000 €

So ergibt sich rein rechnerisch, dass

> 2014 inkl. der Fördermittel des Frauenkulturhauses (FKH) gesamt 268.000€ zur Verfügung standen. Davon waren 159.000 € an institutionelle Förderungen gebunden. Nach der Liste der Projektförderung wurden weitere 32.679,12€ für Projektförderung ausgegeben und. Es blieben also 60.320,28 € über.

> 2015 standen wie im Vorjahr 268.000 € zur Verfügung. Davon waren wieder 159.000 € an institutionelle Förderungen gebunden. Nach der Liste der Einzel-Projektförderung wurden zudem 66.347,22 € an Projektanträge vergeben. Über blieben also 26.652,78 €.

> 2016 standen wie schon 2014 und 2015 genau 268.000 € zur Verfügung. Davon waren dann nach einzelnen Erhöhungen 166.800 € an institutionelle Förderungen gebunden. Nach der Liste der Projektförderung wurden zudem 37.306,20 € vergeben und unter der Rubrik “informativ” aus den Mitteln des FKH weitere 54.790,- €. Gesamt kam hier ein Minus von 6.896,- € zum Tragen.

> 2017 standen dann erstmals  284.000 €  zur Verfügung. Davon waren wieder 159.000 € an institutionelle Förderungen gebunden. Nach der Liste der Projektförderung wurden zudem 16.600,- € vergeben und unter der Rubrik “informativ” aus den Mitteln des FKH weitere 48.069,79 €. Gesamt blieben immer noch 30.530,21 € über.

Das ergibt einen beeindruckenden Zwischenstand. : Denn demnach summierten sich zwischen 2014 bis 2017 mehr als 110.000 € im Topf. Wer hätte das für möglich gehalten?!? Harburg hat Geld – über.

> 2018 standen erstmals sogar 321.000 € zur Verfügung. Davon waren 219.000 € an institutioneller Förderung gebunden. Nach der Liste der Projektförderung wurden bis zur Anfrage (und das Jahr neigt sich erst dem Ende) zudem 30.732,52€ vergeben und unter der Rubrik “informativ” aus den Mitteln des FKH weitere 39.848,21 €. Gesamt waren zum Stichtag noch 35.319,27 € über.

Demnach wären mittlerweile mehr als 140.000 € aus den letzten Jahren über.

Um Impulse im Bezirk also zu unterstützen wären Mittel da. Da über die Projektanträge aber nur im nicht-öffentlichen Teil des bezirklichen Kulturausschusses entschieden wird, ist dies alles den eigentlichen Kulturschaffenden bisher verborgen geblieben. Ob es überhaupt die Ausschussmitglieder wissen, ist ebenso unbekannt. Will man wissen, wie es vorbildlich anders geht, reicht ein Blick z.B. in den Bezirk Nord. In der November-Sitzung 2018 findet sich völlig selbstverständlich eine Mitteilung über die veranschlagten, die verausgabten und die noch verfügbaren Haushaltsmittel für Kultur: Sitzungsdienst HH-Nord

Es ist also durchaus berechtigt und wünschenswert, wenn der Bezirk Harburg in der Pro-Kopf-Kulturmittelverteilung des Hamburger Senats gleichgestellt würde und mehr bekäme. Wie aber der Volksmund so schön verlangt, müsse man aber immer auch vor seiner eigenen Haustüre kehren.

]]>
3 Tage Freilicht-Kultur https://www.tiefgang.net/3-tage-freilicht-kultur/ Fri, 27 Jul 2018 22:46:23 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3957 [...]]]> Bis 2012 war „Fete ohne Knete“ an der leicht versteckten Freilichtbühne im Harburger Stadtpark am Außenmühlenteich eine stadtbekannte Hausnummer. Dann gab es Ärger und lange nichts. Jetzt startet der Bezirk selbst als Kulturveranstalter zu einem „Sommer im Park“.

Die Geschichte um Veranstaltungen auf der Feilichtbühne im Stadtpark ist lang und eher kein Sommermärchen. (´Tiefgang` berichtete: „Kultur an der frischen Luft“ 6. Mai 2017;  „Mehr Trubel hinter als auf der Bühne“, 14. April 2018)

Da sie letztlich so gut wie gar nicht mehr genutzt wurde, stand der Bezirk Harburg unter Druck, denn viel Sanierungsgeld war seit 2013 geflossen und bedurfte der Rechtfertigung. Und so nahm sich der Bezirk letztlich selbst in die Pflicht und agiert nun als Veranstalter. Federführend wurde das Citymanagement Harburg ins Boot geholt und mit der Lawaetz Stiftung und der Initiative SuedKultur ein neues Veranstaltungsformat entwickelt: Das Kulturfestival „Sommer im Park“.

Das Open-Air-Kulturfestival „Sommer im Park“ findet nun erstmalig vom Fr., 24. bis zum So., 26. August 2018 im Harburger Stadtpark statt. Mit Pop-, Rock- und Jazzmusik sowie Auftritten von Orchestern und Big Bands über Poetry Slam, Geschichtenerzählern, Tanz und Theater wird ein breit gefächertes und abwechslungsreiches Angebot bei freiem Eintritt zu sehen sein.

Mit dem als Gartendenkmal geschützten Harburger Stadtpark, in dem sich die 2014 grundsanierte barocke, über 1.000 Quadratmeter große Freilichtbühne befindet, will Harburg so wieder auf den ganz besonderen Ort für kulturelle Veranstaltungen aller Art aufmerksam machen.

Das neue Festivalformat zeige zudem, wie lebendig die kulturelle Szene, die von einem beeindruckenden ehrenamtlichen Engagement getragen wird, in Harburg ist und dass es stimmungsvolle Locations gibt, die dem vielfältigen Kulturgeschehen einen passenden Rahmen bieten, heißt es in de Pressemitteilung. Und in der Tat: viele Kreative aus dem Süden Hamburgs haben sich einen Bühnenauftritt ebendort schon lange gewünscht. Denn inmitten des Parks mit Blick auf den Teich – ein einzigartiges Idyll.

Das neue Veranstaltungskonzept wurde letztlich möglich mit Mitteln von rund 30.000,- € der Harburger Bezirksversammlung, der SAGA Stiftung Nachbarschaft, Lotto Hamburg und dem Eisenbahnbauverein. Für Gagen so berichtet auch das Portal harburg-aktuell.de aber fließe kein Geld.

Das dreitägige Programm ist für die Besucher kostenlos und umfasst insgesamt 28 Programmpunkte. Mit dabei sind Julia Vej, Franz Josef & Band oder die Celtic Cowboys. Rock, Pop, Swing, Tanz, Comedy, Kabarett, A-Capella und gar Kettensägen-Kunst ist zu erleben. Moderiert wird an den drei Tagen von insgesamt vier NDR-Moderatoren, darunter der Harburger Werner Pfeifer, der auch mit seiner Hafen-Bande selbst Musik zum Besten geben wird. Rund 80 Künstler und Künstlergruppen hatten sich um einen Auftritt beworben und kamen vorwiegend direkt aus dem Bezirk oder nahen Umland.
„Sommer im Park soll zeigen, wie lebendig die kulturelle Szene in Harburg ist und dass es stilvolle Locations gibt, die dem kulturellen Angebot einen passenden Rahmen bietet“, so Citymanagerin Gitte Lansmann. Und Bezirksamtsleiter Dierk Trispel: „Es ist ein Format, das neu gegründet worden ist. Ich verbinde es mit der Hoffnung, dass es eine ganz tolle Veranstaltung wird und es auch in den kommenden Jahren stattfinden wird.“

Gerrald Boekhoff, Leiter des Fachamts ´Management des öffentlichen Raums`, hofft, dass die Bühne durch die Veranstaltung einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt und künftig von Kulturschaffenden mehr nachgefragt wird. Die Initiative SuedKultur begrüßt grundsätzlich jedes Plus von kultureller Nutzung. Aber klar ist auch: derartige Gelder stehen sonst der Kultur nicht zur Verfügung. Vielmehr muß noch Geld für WCs, Wasser, Elektrik etc. aufgebracht und in der Regel über Getränkeverkauf refinanziert werden. Denn Eintritt zu nehmen, was in Harburg ohnehin viele Veranstalter meiden, ist dort so gut wie unmöglich. Bleibt also abzuwarten, welche Nachhaltigkeit das „Sommer im Park“-Festival auf künftige Anfragen haben wird. Viele Kulturschaffende haben sich mittlerweile mit privaten Open-Air-Flächen Ausweichmöglichkeiten geschaffen.

Die Programmzeiten und -details finden sich an den angegebenen Tagen unter  www.sued-kultur.de.

 

]]>
„Spezifische Milieus“ https://www.tiefgang.net/spezifische-milieus/ Fri, 08 Jun 2018 22:55:02 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3733 [...]]]> Harburg hat zu wenig Geld – auch für die Kultur. Das wird auch gerne in der Politik kritisiert. Ändern tut es aber wenig, wie nun eine Stellungnahme der Kulturbehörde verdeutlicht.

Es geht um die Drucksache „20-3622.01“. Dort kritisierte erst jüngst die CDU, dass Harburg gemessen an seiner Einwohnerzahl bei der Mittelvergabe für die sogenannte „Stadtteilkultur“ – also die Kulturarbeit im Bezirk – zu kurz weg kommt. Eine Stellungnahme der Kulturbehörde zweifelt dies gar nicht an. Mehr aber auch nicht. Wir dokumentieren hier den Wortlaut.

Stellungnahme zum Antrag CDU betr. Rahmenzuweisung Stadtteilkultur Sachverhalt:

„Seit vielen Jahren beklagt die Bezirksversammlung, dass die Finanzmittel im Bereich der Stadtteilkultur zu gering sind und dass der Bezirk Harburg traditionell benachteiligt wird. Dazu stellt der Rechnungshof in seinem aktuellen Jahresbericht 2018 folgendes fest: Die Mittel der Rahmenzuweisung Stadtteilkultur der Behörde für Kultur und Medien sind für die Bewirtschaftung, die bauliche Unterhaltung sowie institutionelle Förderung von Stadtteilkulturzentren und für die Förderung von Projekten der Stadtteilkultur sowie von Geschichtswerkstätten vorgesehen. Sie sollen gemäß der Globalrichtlinie der Identifizierung der Bevölkerung mit ihrem Stadtteil sowie der Entwicklung von Stadtteilen dienen.

Die Rahmenzuweisung für die Jahre 2015/2016 in Höhe von 5,8 Mio. Euro war – gemessen an ihrer Einwohnerzahl – sehr unterschiedlich auf die Bezirke aufgeteilt. Beispielsweise standen den Bezirksämtern Hamburg-Mitte und Altona viermal höhere Mittel pro Einwohner zur Verfügung als Harburg. Die BKM berücksichtigt zwar ab 2017 die Bevölkerungszahl, allerdings nur bei der Bemessung der Zuwächse der Förderung um jeweils 400.000 Euro in den Jahren 2017 und 2018 sowie ab 2019 jährlich um 1,5 %. Dies vermag die bisherige Gewichtung zwischen den Bezirken aber nicht ernsthaft zu verändern, zumal die Förderung im Übrigen einen am Bestand orientierten Sockelbetrag enthält.

Der Rechnungshof hat den bis 2016 festgeschriebenen Verteilungsschlüssel und die hauptsächlich am Bestand orientierte Verteilung ab 2017 kritisiert, da mit ihnen eine bedarfsgerechte Ressourcenverteilung nicht hergestellt wird. Zudem behindern sie die von der Globalrichtlinie bezweckte Planung und Entwicklung einer an Bedarfen orientierten Stadtteilkultur. Der Rechnungshof hat eine Mittelverteilung empfohlen, die auf einer systematischen Bedarfserhebung basiert, zum Beispiel mit Hilfe mehrerer Indikatoren, die sowohl die Sozialstruktur, als auch vorhandene Einrichtungen berücksichtigen. Er macht darauf aufmerksam, dass derzeit nicht geregelt ist, inwieweit sich im Bezirk festgestellte Bedarfe auf die Verteilung der Rahmenzuweisung überhaupt auswirken, und entsprechende lokale Erhebungen damit ins Leere gehen. Er hält die Entwicklung von bedarfsorientierten Kriterien für die jährliche Verteilung mehrerer Millionen Euro für unabdingbar.Damit bestätigt der Rechnungshof eindrucksvoll die von der Bezirksversammlung immer wieder angemahnte bessere Berücksichtigung des Bezirks Harburg bei der Mittelvergabe.

Petitum/Beschlussvorschlag: Die Bezirksversammlung beschließt: Die Vorsitzende der Bezirksversammlung möge bei der zuständigen Fachbehörde, der Finanzbehörde und der Senatskanzlei darauf hinwirken, dass im Rahmen der zukünftigen Haushaltsaufstellungen den Bedenken des Rechnungshofes vollständig Rechnung getragen wird, um die Benachteiligung des Bezirks Harburg bei der Kulturförderung endlich vollständig zu beseitigen und auch in Harburg bedarfsorientiert geplant werden kann. Hamburg, am 07.03.2018 Fraktionsvorsitzender Ralf-Dieter Fischer, Lars Frommann, Brit-Meike Fischer-Pinz

Die Behörde für Kultur und Medien nimmt zu dem Antrag der CDU Drs. 20-3622 wie folgt Stellung: „Die Bezirksversammlung Harburg hat die Behörde für Kultur und Medien mit Beschluss vom 9. März 2018 aufgefordert, die Rahmenzuweisung Stadtteilkultur für den Bezirk Harburg stärker an sozialräumlichen Daten des Bezirks auszurichten und das Förderbudget zu erhöhen. Die Behörde für Kultur und Medien übermittelt dazu folgende Stellungnahme: Stadtteilkultur entsteht und wirkt – unabhängig von Planungs- oder Sozialindikatoren – auf der Grundlage spezifischer, regional unterschiedlicher gewachsener und entwickelter Strukturen und Milieus in Verbindung mit initiativem Engagement von Personen, Gruppen und Einrichtungen. Der Senat sieht vor diesem Hintergrund die Notwendigkeit, erfolgreiche Arbeit von Stadtteilkulturzentren und Geschichtswerkstätten als Netzwerkknoten in lokalen Milieus zu stabilisieren und ihre Projektarbeit insbesondere zur Herausbildung lokaler Identität zu stärken. In dieser Rolle wirken Zentren auch als Impulsgeber, Projektentwickler und Servicepartner für nachwachsende Initiativen. Die genannten Leistungen entfalten sich auf der Grundlage kontinuierlicher Arbeit und begründen eine nachhaltige Förderung. Die Bezirke sind auf Grundlage der Globalrichtlinie Stadtteilkultur eigenverantwortlich in der Feinspezifikation der Rahmenzuweisung Stadtteilkultur. Mit dem Doppelhaushalt 2017 /2018 waren substanzielle Erhöhungen der Rahmenzuweisungen im Bereich Stadtteilkultur verbunden: Es konnte eine Steigerung des Ansatzes um insgesamt 800 Tsd. Euro realisiert werden. Gegenüber dem Haushaltsansatz 2016 wurde der Ansatz in 2018 für Harburg um 93 Tsd. Euro erhöht. Ab dem Doppelhaushalt 2019/2020 wird die Steigerung des Ansatzes für die Stadtteilkultur um jährlich 1,5 % fortgeschrieben. Zur Schlüsselung des erhöhten Ansatzes hat die Behörde für Kultur und Medien ein Abstimmungsverfahrungen durchgeführt und im Ergebnis Einvernehmen mit allen Bezirksamtsleitungen erzielt. Unabhängig davon setzt sich die Behörde für Kultur und Medien weiterhin für einen bedarfsgerechten Mittelansatz in der Hamburger Stadtteilkultur ein und macht dabei auch auf spezifische Bedarfe einzelner Bezirke aufmerksam.“

Quelle: sitzungsdienst-harburg.hamburg.de

Fazit: Ein Schulterschluss mit den Kulturschaffenden selbst wurde im Vorwege nicht gesucht, was gegebenenfalls die Notwendigkeit zum Handeln unterstrichen hätte. So bleibt es leider beim politischen Geplänkel. Motto: Schön, dass wir´s angesprochen haben!

]]>