Integration – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Wed, 04 Jun 2025 12:59:02 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Harburg feiert Vielfalt im pulsierenden Miteinander https://www.tiefgang.net/harburg-feiert-vielfalt-im-pulsierenden-miteinander/ Fri, 27 Jun 2025 22:46:11 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11935 [...]]]>

Farbenfrohe Stände reihen sich aneinander, Gelächter und Musik erfüllen die Luft. Harburg feiert seine Vielfalt!

Es ist Sonntag, der 6. Juli 2025, und der Harburger Rathausplatz pulsiert. „Harburg hat Platz für Vielfalt!“ – dieses Motto ist dann nicht nur ein Slogan, sondern gelebte Realität. Die Harburger City verwandelt sich an diesem Tag in eine riesige Bühne für Inklusion, Integration und Diversität, ein Fest, das alle Altersgruppen, Kulturen und Generationen zusammenbringt.

Man spürt förmlich die Vorfreude, die in der Luft liegt, wenn Antonia Marmon, Geschäftsführerin des Harburg Marketing e.V., von den Planungen spricht. „Besonders freue ich mich darüber, dass sich so viele engagierte Akteur*innen beteiligen und wir gemeinsam die Vielfalt unseres Bezirks feiern“, erklärt sie mit strahlenden Augen. Und tatsächlich: Knapp 40 Vereine und Initiativen aus den Bereichen Kultur und Sport, Gemeinwesen und Gesundheit, Bildung und Beratung, sowie Vertreter von Polizei, Feuerwehr und Bezirksamt sind gekommen, um ihre Angebote vorzustellen. Es ist eine beeindruckende Demonstration des bürgerschaftlichen Engagements, das diesen südlichsten Hamburger Bezirk so besonders macht.

Wer das Vielfaltsfest in den vergangenen Jahren erlebt hat, weiß um die besondere Atmosphäre. Schon in der Vergangenheit war der Harburger Rathausplatz Schauplatz von bunten Märkten, interkulturellen Bühnenprogrammen und Mitmachaktionen, die Menschen zusammenbrachten. Das Fest am 6. Juli knüpft an diese erfolgreiche Tradition an, setzt aber neue Akzente unter dem vom Senat vorgegebenen Thema „Inklusion und Integration“ und dem Harburger Leitbild „Zusammenleben in Vielfalt“.

„Harburg hat Platz für Vielfalt ist nicht nur ein Motto, sondern gelebte Realität“, fährt Antonia Marmon fort. Sie beschreibt einen „Erlebnis-Sonntag, der zeigt, wie wertvoll eine lebendige Innenstadt für alle ist. Für die City, ihre Akteur*innen und die Besucher*innen.“ Und das Programm verspricht, dieses Versprechen einzulösen: Eine Hüpfburg für die Kleinsten, eine Live-Bühne, die zum Tanzen einlädt, und eine Vielfaltsmeile, auf der man Neues entdecken und ausprobieren kann. All das findet zwischen 13 und 18 Uhr statt, und als besonderes Highlight haben die Geschäfte in der Harburger City ebenfalls bis 18 Uhr geöffnet – perfekt für einen ausgedehnten Sonntagsbummel.

Kultur, Sport und Gemeinschaft im Fokus

Das Fest „Harburg feiert Vielfalt“ ist eine gemeinsame Anstrengung des Bezirksamtes Harburg und Harburg Marketing, unterstützt von vielen Seiten: den Harburger Einzelhandelsgeschäften, der Bezirksversammlung Harburg, der Sicherheitskonferenz Harburg (Siko) und dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Es ist ein starkes Signal, das Harburg hier aussendet: Ein Signal für Offenheit, Toleranz und ein friedliches Miteinander.

Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftliche Spaltungen oft diskutiert werden, sind solche Feste wichtiger denn je. Sie zeigen nicht nur, was bereits gut funktioniert, sondern bieten auch konsumfreie Mitmachangebote, die zum Kennenlernen und zur Interaktion anregen. Es geht darum, Barrieren abzubauen und die vielfältigen Facetten Harburgs erlebbar zu machen.

Man darf gespannt sein, welche Geschichten an diesem Tag auf dem Harburger Rathausplatz geschrieben werden, welche neuen Verbindungen entstehen und wie die gelebte Vielfalt dieses besonderen Bezirks Hamburgs gefeiert wird. Ein Besuch lohnt sich für alle, die das Herz Harburgs schlagen hören und Teil dieser lebendigen Gemeinschaft sein möchten.

Sonntag, 06. Juli 2025, 13-18 Uhr: Harburg hat Platz für Vielfalt! (Inklusion, Integration und Diversität)

Harburger Rathausplatz und gesamte Harburger City mit Hüpfburg, Live-Bühne, Vielfaltsmeile mit rund 40 Vereinen und Initiativen aus Kultur, Sport, Gemeinwesen, Gesundheit, Bildung, Beratung sowie Polizei, Feuerwehr und Bezirksamt. Eintritt frei.

 

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Der typisch fremde Deutsche https://www.tiefgang.net/der-typisch-fremde-deutsche/ Thu, 29 Mar 2018 22:42:20 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3163 [...]]]> Mit 12 Jahren flüchtete er alleine aus Sri Lanka. Heute ist er Herzchirurg in Hamburg und hat einiges zu sagen. So auch bei der 3. SuedLese und zwar im Café Refugio: Umeswaran Arunagirinathan.

Umeswaran Arunagirinathan sagt „Moin, Moin“ und lässt sich Umes nennen. Das macht es allen im Umgang leichter. Er stammt aus dem nördlichen Sri Lanka und flüchtete alleine im Alter von zwölf Jahren vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat nach Hamburg. Heute ist er Arzt am Universitären Herzzentrum der Hansestadt.

Tiefgang (TG): Über Ihre Erfolgsgeschichte „Vom Flüchtling zum Herzchirurgen“ wurde vielfach berichtet. Glauben Sie, dass das mit Ihrem angesehenen Beruf zusammenhängt?

Umeswaran Arunagirinathan: Ich persönlich finde es gut, dass meine Geschichte vielfach berichtet wird, damit die Geschichte ein Beispiel für die jetzt ankommende Menschen sein kann. Traurig jedoch, dass es tatsächlich auch mit meinem Beruf Herzchirurgie zutun hat.

TG: Fühlen Sie sich manchmal benutzt als „Vorzeige-Flüchtling“? Es ist vor allem Ihr Verdienst, dass Sie Ihren Weg, der sehr lang und schwierig war, gemeistert haben. Abgesehen von den Kriegs- und Fluchterfahrungen hatten Sie hier über viele Jahre mit Schwierigkeiten zu kämpfen, z. B. der ewigen Angst vor Abschiebung. Was hat Ihnen die Kraft gegeben, nicht aufzugeben?

Umes: Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt benutzt gefühlt. Es wäre falsch, mich als Vorzeige-Flüchtling zu verkaufen, ich persönlich möchte ein Beispiel für eine gelungene Integration sein, dies nicht, weil ich Akademiker und Arzt bin.

TG: Menschen reagieren empathischer auf Einzelschicksale als auf eine anonyme Masse. Ihre Popularität ist gewiss sehr hilfreich, um dem Thema ein freundliches Gesicht und eine Stimme zu geben. Das geht unter die Haut, weil es um das persönliche Erleben geht. War das ein Grund für Sie, das Buch zu schreiben?

Umes: Mit meinem ersten Buch „Allein auf der Flucht“ beschreibe ich meinen Alltag als Kind im Bürgerkrieg auf Sri Lanka und meine Flucht über Afrika nach Europa mit einer Schlepperorganisation. Ich wollte damit eine Art Aufklärung in der Gesellschaft betreiben, um Verständnis zu schaffen, warum Menschen ihre Heimat verlassen und zu uns nach Deutschland kommen. Mit meinem zweiten Buch „Der fremde Deutsche“ möchte ich einen Beitrag für die Integration leisten. Als ehemaliger Flüchtling und deutscher Staatsbürger möchte ich den Dialog zwischen beiden Gruppen fördern, was unverzichtbar ist, um ein gutes Zusammenleben zu gestalten. Wenn ich mit meinen Büchern Menschen eine Stimme geben kann, die aktuell selbst nicht dazu in der Lage sind, dann ist es eine gute Sache.

TG: Seit den großen Flüchtlingsströmen hat sich das gesellschaftliche und politische Klima leider aufgeheizt. Welchen Rat würden Sie den Menschen geben, damit Toleranz kein Fremdwort wird?

Umes: Vorurteile und Rassismus sind die Stolpersteine der Integration. Es ist sehr wichtig, dass Menschen, die zu uns kommen, im Dialog mit der Gesellschaft bleiben. Toleranz ist lernbar. Ich würde meine Mitmenschen bitten, auf den einzelnen Menschen zuzugehen und sie kennenzulernen. Um Toleranz in unserer Gesellschaft zu fördern, benötigen wir die Zeit und die Aufklärung, wozu jeder einen Beitrag leisten kann.

TG: Welche Bedeutung messen Sie dem Herzen bei?

Umes: Unser schönste Organ, das wir besitzen. Zurecht ist sein Platz im Zentrum des Körpers.

TG: Welches kulturelle Erbe ist Ihnen heute noch wichtig? Welche Werte halten Sie hoch?

Umes: Ich habe als Kind von meiner Mutter einiges mitgenommen. Gastfreundschaft, soziales Handeln, das Lachen in unruhigen Zeiten nicht zu verlieren und die Dankbarkeit. Besonders wichtig wäre der familiäre Zusammenhalt.

TG: Gibt es Eigenschaften, die Ihnen an der (nord)deutschen Mentalität besonders gut gefallen?

Umes: Ich liebe allgemein die Pünktlichkeit und die Zufälligkeit in unserem Land, besonders im Norden finde ich es gut, dass ich jeder Tageszeit „Moin Moin“ sagen kann.

TG: Wir bedanken uns sehr HERZlich bei Ihnen und freuen uns auf Ihre Lesung am Do., 19. April um 20 Uhr im Refugio-Café der Gastfreundschaft, Bremer Straße 9, 21073 Hamburg.

Das Interview für ´Tiefgang` führte Sonja Alphonso.

Bisher erschienen:

Umeswaran Arunagirinathan: „Allein auf der Flucht“, Konkret Literatur Verlag, 2005, ISBN: 9783894582418, Preis:  € 12,50

Umeswaran Arunagirinathan: „Der fremde Deutsche“, Konkret Literatur Verlag, 2017, 141 Seiten, ISBN-13: 9783894582982, Preis: € 12,50

 

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„Wir machen Alltagshelden sichtbar!“ https://www.tiefgang.net/wir-machen-alltagshelden-sichtbar/ Fri, 08 Sep 2017 22:58:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2086 [...]]]> In Hamburg ist es mittlerweise üblich, dass man sich selbst um Preise bewirbt. Das muß an sich nicht schlecht sein. Nun ist gefragt, wer sich als Alltagsheld versteht …

Die Bezirksversammlung Harburg will dieses Jahr zum zweiten Mal den Bürgerpreis vergeben und die Ehrung im Februar nächsten Jahres vornehmen. Um den Preis muss man sich bewerben. Das Knifflige: man muss sich wohl auch als Held verstehen.

In der Pressemitteilung des Bezirksamtes heißt es:

„Zum zweiten Mal wird in Harburg ein Bürgerpreis durch die Bezirksversammlung verliehen. Der Bürgerpreis vereint die zu würdigenden Aspekte des Bürgerschaftlichen Engagements und des interkulturellen Zusammenlebens. Er will die Alltagshelden aus den Bereichen Integration und Ehrenamt im Bezirk Harburg sichtbar machen. Der Bürgerpreis wird unterstützt durch die Sparkasse Harburg-Buxtehude.

Der Bürgerpreis möchte das ehrenamtliche Engagement von Einzelpersonen und Gruppen sowie laufenden Projekten ehren, und genauso solche Personen und Initiativen oder laufende Projekte auszeichnen, die sich für das interkulturelle Zusammenleben Bezirk Harburg einsetzen. Die Preisträger werden durch eine unabhängige Jury ausgewählt.

Sind Sie ehrenamtlich tätig? Oder kennen Sie Projekte, in denen Menschen sich ehrenamtlich engagieren? Arbeiten Sie in einem oder kennen Sie ein Projekt, das sich für ein interkulturelles Miteinander oder die Integration im Bezirk einsetzt? Dann bewerben Sie sich oder schlagen Sie das Projekt oder die Person vor.

Wie können Sie mitmachen?

Sie können sowohl Personen und/oder Projekte vorschlagen, als auch Ihre eigene Bewerbung einreichen. Die Anmeldung erfolgt über ein Bewerbungsformular. Für eine positive Bewertung der Bewerbung ist es unter anderem wichtig, dass das ehrenamtliche Projekt oder die Tätigkeit das nachbarschaftliche Zusammenleben im Bezirk fördert, generationsübergreifend wirkt und zum Zusammenhalt der Bevölkerung beiträgt. Positiv bewertet wird, wenn das Engagement oder das Projekt zum Austausch und zur Toleranz zwischen den Kulturen beiträgt. Ob das Projekt durch Ehrenamtliche initiiert wurde und von ihnen eigenständig betrieben wird, interessiert die Jury ebenso, wie die Frage, ob es einen dringenden Bedarf im Stadtteil ergänzt oder ob es einen Multiplikatoreneffekt hat. Die Projekte sollten noch nicht abgeschlossen sein.

Der Preis beträgt 5000,- Euro und kann auf mehrere Personen und/oder Projekte verteilt werden. Die Preisgelder sollen für das ehrenamtliche/interkulturelle Engagement oder die Projekte der Preisträger eingesetzt werden.

Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des Harburg-Empfangs am 26.Januar 2018 durch die Vorsitzende der Bezirksversammlung Harburg, Birgit Rajski, den Bezirksamtsleiter Harburgs Thomas Völsch sowie den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Harburg-Buxtehude, Heinz Lüers.

Wer kann sich bewerben?

Angesprochen sind alle Einzelpersonen, Vereine, Organisationen, Stadtteilprojekte und Initiativen, die sich im Bezirk Harburg ehrenamtlich oder interkulturell in den Bereichen Integration, Kultur, Sport, Soziales, Bildung, Toleranz und Teilhabe engagieren.

Ausgeschlossen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bezirksamtes Harburg sowie Projekte, die bereits im Vorjahr mit dem Bürgerpreis Harburg ausgezeichnet wurden. Zudem werden Regelangebote nicht als Projekt angesehen und sind deshalb von der Bewerbung ausgeschlossen. Bitte senden Sie Ihr vollständig ausgefülltes Bewerberformular, abrufbar unter harburg/buergerpreis-harburg oder spkhb.de/buergerpreis-harburg  

bis zum 10.11.2017 an:Bezirksamt Harburg, Fachamt Sozialraummanagement, Harburger Ring 33, 21073 Hamburg
sozialraummanagement(at)harburg.hamburg.de 

Noch Fragen?  Rufen Sie uns gerne an oder mailen Sie!

Ansprechpartner: Peter Kröger, Tel: 040 428 71-3774, Email: Peter.Kroeger(at)harburg.hamburg.de

Was ist noch zu beachten? Mit der Teilnahme am Wettbewerb ermächtigt die Urheberin/der Urheber die Bezirksversammlung und das Bezirksamt Harburg, die eingereichten Beiträge zu vervielfältigen, zu veröffentlichen und gegebenenfalls für diese Zwecke zu bearbeiten. Die Bewerberinnen und Bewerber versichern, dass sie die Urheber der eingereichten Konzepte sind. Eine Rücksendung der eingereichten Konzepte ist aus Kostengründen nicht möglich.

Die Teilnahme am Wettbewerb beinhaltet keinen Anspruch auf Finanzierung.“

Quelle: harburg/buergerpreis-harburg

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Die Kunst unserer Grundrechte https://www.tiefgang.net/die-kunst-unserer-grundrechte/ Sat, 26 Aug 2017 06:37:56 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1893 [...]]]> Das deutsche Grundgesetz ist für viele Einheimische so selbstverständlich, dass sie es ungefragt als „natürlich“ ansehen. Wie von Natur aus gesetzt. Es aber zu erklären – da ist Kreativität gefragt.

Denn so einfach lassen sich eben die einzelnen Grundwerte, die zum Grundrecht führen, auch Zugezogenen nicht erklären. Gerade bei der Integration von Flüchtlingen berief sich mancher gerne auf das Grundgesetz und „unsere“ Grundwerte. Dabei wurden und werden immer wieder Stimmen etwa zur „deutschen Leitkultur“ laut, die als Richtschnur zur Integration dienen soll. Jüngst hatte der Bundesinnenminister Herr de Maiziere zehn Thesen zur deutschen Leitkultur aufgestellt. Jenseits der strittigen Benimmregeln wie zum Gruß die Hand geben oder den Namen nennen, besteht in unserer Wertegemeinschaft der Konsens darüber, dass sich unsere gesellschaftlich fundamentalen Grundwerte in den Grundrechten finden. Diese sind nicht nur für Zugewanderte, sondern auch für hier aufgewachsene  Bürger aber nicht immer ganz einfach zu verstehen.

Nun startet ein neues Kunstprojekt namens grundrechte_kreativ“ mit Geflüchteten und allen interessierten Hamburger*innen. Unterstützt wird es dabei aus Mitteln des Bezirksamtes Harburg.

Zeinab Alipour (Afghanistan): ´Ich bin ein Mensch`(Art. 1 GG)

Die Projektleitung hat die Kunsttherapeutin und Rechtsanwältin Ulrike Hinrichs:

„Wir wollen die Grundrechte künstlerisch gestalten und in einem Blog veröffentlichen. Das künstlerische Medium verdichtet, es macht den Kern des Grundrechtes sichtbar. Die einzelnen Kunstwerke zeigen einen individuellen Blick des Künstlers auf das jeweilige Grundrecht. Diese Sicht auf das Grundrecht soll mit Texten der Künstler untermauert werden. Die Bilder werden auch in einer Ausstellung präsentiert.“

Amer Hayder (Syrien): ´Ich bin wie Du` (Art. 3 GG)

Mit einem Logo können sich andere mit dem Blog über ihre Webseiten, Emailsignatur etc. verbinden und zum Grundgesetz bekennen. Unterstützung erhält das Projekt dabei von oberer Stelle. Der Hamburgische Anwaltsverein, der geflüchtete Juristen betreut, wird nämlich bei dem Projekt kooperieren. Geflüchtete Juristen können beim Erklären und Verstehen der Grundrechte unterstützend in der Gruppe mitwirken. www.hav.de

 

Das Ziel des Projektes beschreibt Hinrichs: „Das gemeinsame künstlerische Schaffen zum Thema Grundrechte unterstützt zuallererst den interkulturellen Dialog über unsere wichtigsten Grundwerte. Man kommt ins Gespräch, diskutiert über das, was unsere demokratische Gesellschaft im Kern verbindet. Damit stellt dieses Kunstprojekt einen wesentlichen Beitrag zur Integration her. Das Erklären unserer Werte ist nicht belehrend, sondern dient als Grundlage des künstlerischen Schaffens. Dieser Ansatz schafft eine neue Dimension des Verstehenwollens auch auf Seiten des Künstlers, der das Wesen des Grundrechtes nach seinen individuellen Idee umsetzen will. Das künstlerische Schaffen vor allem ermöglicht zudem Begegnungen, die Sprachbarrieren aufheben und auf Gemeinsamkeiten setzen, statt Unterschiede hervorzuheben. Menschen begegnen sich auf Augenhöhe. Geflüchtete werden eingebunden in unsere Wertegemeinschaft. Die Veröffentlichung in einem Booklet oder Blog verstärkt die Verbindung untereinander, schafft für alle Beteiligten eine Aufwertung ihrer Kunstwerke und dient als Multiplikator der Idee.“

Infos und Kontaktmöglichkeiten online über: grundrechte_kreativ

 

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Von der Integration zur Transklusion https://www.tiefgang.net/von-der-integration-zur-transklusion/ Sat, 17 Jun 2017 06:00:37 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1339 [...]]]> Integration, Inklusion, Diversitäten … worum geht es eigentlich wirklich? Ein Plädoyer für andere Sichtweisen und mehr …

Im Zusammenhang mit der Zuwanderung von Schutzsuchenden ist hierzulande oft von der »Integration« von Geflüchteten die Rede. Bestenfalls wird eine »Inklusion« der Zugewanderten gefordert. Wir wünschen uns ein Umdenken hin zu einer »transzendierten Inklusion« (Transklusion).

Was meinen wir damit?

Inklusion bedeutet Einbeziehung von Menschen in die Gesellschaft (siehe Abbildung). Inklusion steht komplementär zu Exklusion, das eine ist ohne das andere nicht denkbar. In einer inklusiven Gesellschaft sind Unterschiede zwar normal und willkommen. Alle profitieren davon. »Einbeziehen« beinhaltet aber auch das »Ausgrenzen«, was wir nicht wollen.

Denn eine Gesellschaft ist kein geschlossenes System, sondern ein – mal enger mal weiter – gewebtes Netz, permanent pulsierend und sich entwickelnd. Menschen kommen mit ihrer Unterschiedlichkeit und Einzigartigkeit zusammen, begegnen sich und gehen Beziehungen ein. Bei der von uns vorgeschlagenen »Transklusion« (zugegeben auch ein etwas sperriger Begriff) liegt der Fokus nicht auf der Ein– sondern der Wechselbeziehung. Denn wir alle gestalten die Gesellschaft jeden Tag aktiv oder passiv mit. Diese Art der bereichernden Begegnung haben wir in unserem Projekt »Weltküche« gelebt.

Gemeinsamkeiten statt Unterschiede

Das künstlerische Schaffen vor allem ermöglicht Begegnungen, die mühelos Sprachbarrieren aufheben und auf Gemeinsamkeiten setzen, statt Unterschiede hervorzuheben. Menschen begegnen sich auf Augenhöhe. So ist diesem Buch mit Kochrezepten nur bei genauerer Betrachtung zu entnehmen, wer von den Rezeptgebern und Illustratoren zugewandert ist und wer nicht. Die Verbindung der Kulturen ergab sich mühelos im Austausch der Rezepte und bei der künstlerischen Gestaltung der Illustrationen.

Flucht ist ein vorübergehender Status

Flucht ist ein vorübergehender Status, der uns alle betreffen kann. Wir wachsen an der Begegnung mit Menschen. Das durften wir alle im Projekt Weltküche erleben.

(Ulrike Hinrichs, 2016)

 

Ulrike Hinrichsist Einigungsmanagerin (Mediatorin, Coach, Rechtsanwältin) und Kunsttherapeutin – www.lösungskunst.com. Darüber hinaus ist sie Autorin zahlreicher Fachpublikationen. Ehrenamtlich engagiert sich Ulrike Hinrichs mit kunsttherapeutisch orientierten Kreativprojekten für Flüchtlinge in Harburg.

Video zum Projekt „Weltküche“ von SPIEGEL-Online

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„Den Schmerz des anderen respektieren!“ https://www.tiefgang.net/den-schmerz-des-anderen-respektieren/ Sat, 25 Mar 2017 06:00:04 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=830 [...]]]> Viele kennen den Schauspieler Fatih Çevikkollu aus der TV-Comedy-Serie „Alles Atze“, in der Rolle des Murat. Aber er kann mehr. Er hat 20 Jahre Bühnenerfahrung, ist ein ernstzunehmender Kabarettist und hat gleich für sein erstes eigenes Programm „Fatihland“ 2006 den Prix Pantheon Jurypreis bekommen.Am 1. April ist der Promi zu Gast in Harburg! Eine gute Gelegenheit ist, mit ihm ins Gespräch zu kommen…

Nomen est omen: Emfatih. Der Name ist Programm. Fatih Çevikkollu beleuchtet unter anderem das Dasein zwischen gefühltem In- und Ausländer. Als Sohn türkischer Eltern wurde er wegen seines Namens und Aussehens im eigenen (Deutsch-)Land oft genug vorschnell abgestempelt. Diese ´Desintegrationserfahrungen` haben Einfluss auf die Identitätsbildung, sagt er und sieht in der Ausgrenzung von Menschen eine stärkere Waffe als in roher Gewalt. Und doch: diese Erfahrungen bringt er mit Humor und Spielfreude ans Publikum.

Er knöpft sich gekonnt die Klammer in deutschen Köpfen vor und knackt die Impulsunterdrückung dieses unseres Volkes der korrekten Nachdenker, das sich mit Tabubrüchen schwer tut und nicht weiß, ob und wann es lachen darf. Er spielt mit den Vorstellungen in unseren Köpfen und zeigt auf, dass wir alle zu Tätern und Opfern von Vorurteilen neigen. Mit viel vorgeführter „Emfatih“ fällt es schwer, da noch ernst und distanziert zu bleiben.

Ort seiner Lesung ist die TUHH, immerhin. Oder auch: ausgerechnet da? Ahnungslos, dass dort einst die Brutstätte des Bösen war und trotz der Tatsache, dass er selbst aus Köln kommt, plant er vermutlich keine Anspielungen. Er ist einfach auf Achse und hat sich nichts dabei gedacht. Und wir freuen uns, ihn hier  begrüßen zu dürfen, zumal wir selber einen schlechten Ruf zu überwinden haben und also allen Grund haben, uns zu solidarisieren.

Möge er bei uns eine geistige Heimat finden – frei nach dem Motto: Kulturelle aller Länder, Städte und Flüsse vereinigt euch und fördert das Verständnis und den feinen Humor!

Tiefgang (TG): Du bist seit vielen Jahren erfolgreich. Hast du schon als Kind gerne Rollen gespielt und andere mit deinem Talent unterhalten bzw. wann bekamst du konkret Interesse an der Schauspielkunst?

Fatih Çevikkollu: Ich hatte immer viel Energie und habe auch viel geredet, was in meinem Umfeld nicht alle so toll fanden. Frag mal meine Eltern. Das Spielen von Rollen war mir nie ein Bedürfnis, aber ich habe immer und ständig alles kommentiert und meistens war es auch lustig – die Leute haben öfter gelacht. An das Theater bin ich eher zufällig gekommen. Ich bekam im Jahr 1993 einen Anruf von einem Freund, der mir anbot, in einem Theaterstück mitzuspielen. Ich hatte zu der Zeit keine Ahnung vom Theater und Schauspiel. Das alles gab es in meiner Welt als Sohn eines Arbeiters nicht.

Seine Sandalen sind eines seiner Markenzeichen. (Foto: Nicolay Georgiew) 

´93 habe ich mich bei diesem Jugend Tournee Theater gemeldet, vorgesprochen und die haben sich für mich entschieden. Seitdem stehe ich auf der Bühne und verdiene mein Geld damit. 1997 habe ich mich dann an verschiedenen staatlichen Schauspielschulen beworben und bestand an zweien: in Hannover und Berlin Ernst Busch, die Prüfung. Ich entschied mich für die Ernst Busch in Berlin. Nach der Ausbildung ging ich zum Schauspiel Düsseldorf, habe dort mehrere Jahre als Schauspieler gearbeitet und parallel dazu diese Serie Alles Atze gedreht. Irgendwann habe ich da gekündigt, weil mich dieses fremdbestimmte Arbeiten eingeschränkt hat. Du konntest halt nur spielen, wenn du besetzt wurdest und wenn nicht, durfest du zu schauen. Das fand ich auf Dauer unbefriedigend. Ich habe gekündigt und beschlossen, alleine auf die Bühne zu gehen und gemerkt, dass es funktioniert. Dass die Menschen lachen, wenn ich was erzähle. Nun mache ich seit 2005 Kabarett und bin im ganzen Land unterwegs.

TG: Hast Du Vorbilder?

Çevikkollu: Vorbilder auf der Bühne habe ich ganz viele. Beispielsweise höre ich gerne Hagen Rether zu. Beeindruckend finde ich auch Josef Harder. Im Englischsprachigen mag ich Ricky Gervais oder David Chapelle.

TG: Was inspiriert dich für deine Kabarettprogramme?

Çevikkollu: Die Inspiration zu den Programmen kommt aus dem, was mich anspricht. Themen, die mich interessieren, sind Themen, die in unserer Gesellschaft relevant sind, über die Digitalisierung bis zur Bildung unserer Kinder oder auch der Rassismus, der in der Gesellschaft partiell herrscht. Jedes Thema, das mich anspricht, behandele ich auf der Bühne.

„Wir können alle Opfer und Täter von Vorurteilen werden“

TG: Wie lange sitzt du an der Ausarbeitung eines neuen Programms, bevor es auf die Bühne kommt?

Çevikkollu: Der Ausbau eines cleveren Grundgedanken hängt etwas vom Thema ab, das kann ich nicht pauschal beantworten. Die Entstehung eines Programms hat mehrere Stufen. Es beginnt mit dem Sammeln von Themen, die mich interessieren. Dann folgt die Recherche. Es gibt viel zu lesen und zu entscheiden. Es ist ein ständiges Sieben. Wenn das Programm theoretisch fertig ist, muss noch praktisch auf der Bühne ausprobiert werden, um zu sehen, welcher von diesen Gedanken dort bestehen kann. Das ist der schwierigste und schmerzhafteste Teil. Bis das alles funktioniert, muss ich auf der einen Seite sehr wach und auf der anderen Seite sehr kritisch sein. Am Ende wollen die Zuschauer ja lachen. Bis das erreicht ist, dauert es seine Zeit. Die muss ich mir selbst zugestehen und hoffen, dass diese Phase so kurz wie möglich ist. Es ist spannend und anstrengend, aber zugleich macht das auch den Reiz aus. Es gibt keine Sicherheit. Am Ende gibt es nur das gesprochene Wort und die Frage, ob es reicht. Und was nicht reicht, wird angereichert. Im besten Fall ist das alles nach drei Monaten durch.

TG: Hast du schon erlebt, dass Menschen deinen Humor in den falschen Hals bekommen haben? Wenn ja, wie äußerte sich das und wie bist du damit umgegangen?

Çevikkollu: Wenn ein Zuschauer was in den falschen Hals bekommt, ich mir aber an dem Punkt klar bin, was ich sagen will, ist das völlig Ordnung. Das halte ich schon aus und wünsche es mir auch von meinem Publikum. Ich lege es aber nicht darauf an, dass die Leute einen Hals bekommen, wenn sie mir zuhören. In erster Linie muss ich unterhalten, und wenn es dann hier und da mal knirscht, gehört das dazu.

TG: Ist deine Arbeit durch die aktuellen politischen Spannungen zwischen der Türkei und Deutschland und anderen EU-Staaten schwieriger geworden? Oder besteht unter Umständen eine größere Gesprächsbereitschaft, weil viele sich derzeit mit dem Thema beschäftigen?

Çevikkollu: Ich versuche mit meiner Arbeit das Publikum dafür zu sensibilisieren, dass wir alle Täter und Opfer von Vorurteilen werden können. Die derzeitigen Spannungen treten durch die aktuellen Abhängigkeiten auf politischer Ebene deutlicher zutage, aber es gab sie schon immer. Ausgrenzungserfahrungen begleiten Einwanderer und deren Kinder in der Regel ein Leben lang. Zu einer gelungenen Integration gehört allerdings mehr als die Forderung nach Anpassung. Hier gab es große Versäumnisse, denn Deutschtürken und auch andere stoßen oft auf Ignoranz, viele Vorbehalte oder gar Ablehnung. Und gleichzeitig wird ihnen vorgeworfen, sie selbst verweigerten die Integration. Gegenseitige Schuldzuweisungen bringen uns jedoch einer Lösung nicht näher, sondern sie polarisieren und vertiefen die Gräben – zwischen der Türkei und Deutschland, aber auch innerdeutsch zwischen den Konfliktparteien. Die Stimmung ist sehr aufgeheizt, aber es gibt auch gute Ansätze, sich differenziert mit den Problemen auseinanderzusetzen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Der armenische Journalist Hrant Dink, der 2007 in Istanbul erschossen wurde, hat es eigentlich auf den Punkt gebracht: „Wir müssen lernen, den Schmerz des anderen zu respektieren.“

TG: Gibt es Tabuthemen für dich – oder sind gerade die besonders reizvoll?

Çevikkollu: Nein, es gibt keine Tabuthemen. Es gilt der Satz: Je größer das Tabu, desto stärker der Gag. Wenn es an dieser Stelle ein Ungleichgewicht gibt, ist es peinlich.

TG: Bist du mit der Entwicklung deiner Karriere zufrieden?

Çevikkollu: Ja, ich bin mit der Entwicklung zufrieden. Solange ich auf der Bühne stehen und die Sachen erzählen kann, die ich wichtig und witzig finde, bin ich sehr zufrieden. Klar, es müssen auch Zuschauer kommen, aber das tun sie ja, Gott sein Dank.

TG: Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Hast du einen bestimmten Traum, den du verwirklichen möchtest?

Çevikkollu: Meine Zukunftspläne sind: gesund zu bleiben und ich möchte gerne viel reisen.

TG: Hast du noch eine Botschaft für unsere Leser, dein Publikum, alle Völker, die ganze Welt?

Çevikkollu: Meine Botschaft an die Zuschauer? Kommt ins Programm, live ist es immer etwas anderes, lebendiger viel lebendiger, als hier etwa diesen Text zu lesen. Aber vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Wir sehen uns in der TUHH am 1. April, kein Scherz.

TG: Wir bedanken uns ganz herzlich für dieses Interview und wünschen dir und uns viel Spaß, gute Unterhaltung und gelungenen kulturellen Austausch!

Fatih Çevikkollu im Netz fatihland.de und auf Facebook

Fatih Çevikkollu tritt mit seinem aktuellen Programm ´Emfatih` am Sa., 1. April 2017 um 20h im Audimax 2 der TU Hamburg-Harburg, Denickestr. 22, 21073 Hamburg auf. Kartenreservierung empfohlen über E-Mail post(at)contrazt.de.

(Das Gespräch für ´Tiefgang` führte Sonja Alphonso)

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Ein guter Ton zur Integration https://www.tiefgang.net/ein-guter-ton-zur-integration/ Sat, 18 Mar 2017 08:00:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=759 [...]]]> „Mit Musik geht alles besser!“ – Der alte Schlagertitel klingt naiv, ist aber in Zeiten verschiedenster Sprachlosigkeit hilfreich. Eine Initiative des aus Norderstedt stammenden Lars Seniuk hat sich dies zu eigen gemacht …

Wer sich in Hamburg für Jazz interessiert, dem ist er schon lange kein Unbekannter: Lars Seniuk. Schon als Jugendlicher fiel er durch BigBand-Arrangements auf, leitete die außergewöhnliche Jugend-BigBand NGA, die u.a. auf den Take-5-Festivals an verkaufsoffenen Sonntagen in Harburg begeisterte und im seinerzeitigen Jazzclub im Stellwerk auch tagsüber probte.

Mittlerweile ist Lars Seniuk Leiter des Hamburger Landesjugendjazzorchesters geworden und damit in große Fußstapfen seines Vorgängers Nils Gessinger getreten. Problemlos, wie einem scheint. Zudem leitet er nach wie vor eine eigene BigBand, das New German Art Orchestra (kurz NGAO), die bisherige BigBand-Musikliebhaber quasi einer auditiven Revolution unterzieht, aber geschmeidig bleibt. Und für den Echo-Jazz 2016 war er auch nominiert.

Kurzum: Musik und insbesondere der Jazz sind sein Leben und Herzblut. Was liegt da näher,  als eben dieses kulturelle Genre auch für Mitmenschliche Belange einzusetzen?

Und während so andere noch über ihre Einstellung zum Thema Flüchtlinge grübelten, das Wort Integration  beschworen, zuweilen ohne die Antwort auf die Frage „worein eigentlich?“ sich je gegeben zu haben, initiierte Lars Seniuk ein Projekt, das dort ansetzt, wo Menschen schnell einander verstehen: in der Kultur – hier speziell der Musik.  Resultat: die gemeinnützige Initiative „Miteinander durch Musik e.V.“. Diese engagiert sich nun schon seit geraumer Zeit bundesweit für Geflüchtete. „Wir haben uns dabei zur Aufgabe gemacht, Flüchtlinge und Flüchtlingskinder mit Hilfe von Musik in Deutschland willkommen zu heißen, zu unterstützen und integrieren, sowie uns aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit zu positionieren“, heißt es zudem Projekt.

Getrommelt wird auch um finanzielle Unterstützung. (Foto: MdM e.V.)

Neben eigenen Projekten und der Bündelung und Vermittlung von ehrenamtlichen Kräften liegt dabei ein weiterer Schwerpunkt der Initiative in der Unterstützung von Drittinitiativen. Dies findet in Form von Beratung, Öffentlichkeitsarbeit sowie Sach- und Finanzmitteln statt.

Musikprojekte für Geflüchtete in Berlin

„Derzeit befinden wir uns im Aufbau mehrerer Projekte für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Berlin. Diese umfassen Instrumentalunterricht sowie Band- und Ensemblearbeit, u.a. in Kooperation mit Lehrenden und Studierenden der Hochschule für Musik Berlin“, lautet der aktuelle Stand.

Und auch in Hamburg ist die Initiative konkret: In einem Camp für Geflüchtete in Hamburg-Marienthal, in dem viele Flüchtlingskinder leben, die teilweise ihre Eltern auf der Flucht verloren haben und traumatisiert sind, bietet „Miteinander durch Musik“ nun Musikunterricht und die Arbeit in Ensembles an und hilft so den Kindern, Traumata zu verarbeiten, spielerisch Deutsch zu lernen und Freude am gemeinsamen Musizieren zu erleben. Angeboten werden unter anderem Unterricht auf verschiedenen Instrumenten, ein Chor, Musikalische Früherziehung für die 3- bis 5-Jährigen, Percussion- und Body-Percussion-Kurse für die Jugendlichen und gemeinsame Ensembles.

Ein weiteres konkretes Projekt arbeitet derzeit in Dresden. Gemeinsam mit Studierenden der Hochschule für Musik Dresden und weiteren Musikern aus der Region finden dort Gesangs- und Percussion-Workshops für Flüchtlinge statt, die sich an verschiedene Altergruppen richten.

Neben diesen stadtbezogenen Projekten arbeitet „Miteinander durch Musik“ aber zudem an einem Pilot-Projekt, das syrischen Musikern die Integration und den Wiedereinstieg in ihren Beruf erleichtert. Hierbei stehen sprachliche Komponenten, die Vermittlung von europäischer Musiktheorie und -pädagogik sowie Schulung in Organisationsstrukturen ebenso auf dem Programm wie die Bildung von Ensembles für europäische und syrische Musik.

Benefizkonzerte in verschiedenen Städten

Und nicht zu vergessen seien die Benefizkonzerte der Initiative. Sie wirkt unter anderem an der Planung und Durchführung mehrerer Konzerte für Geflüchtete sowie mehrerer Benefizkonzerte zu Gunsten von Flüchtlingen in verschiedenen Städten wie Leipzig und Berlin evtl. auch bald Hamburg mit.

All das liest sich toll? Dann leisten Sie Ihren Beitrag. Als gemeinnützige und nicht-kommerzielle Initiative sind die Initiatoren stets auf Unterstützung von außen angewiesen. Neben ehrenamtlichen Helfern benötigen sie Finanzspenden sowie Sachspenden, beispielsweise in Form von alten oder nicht mehr benötigten Instrumenten. „Gerne organisieren wir auch eine Abholung, falls Sie dies wünschen. Sollten Sie nicht sicher sein, ob die Instrumente noch geeignet sind, nehmen wir diese selbstverständlich gerne vor Ort in Augenschein“, so das pragmatische Angebot der musikalischen  Weltverbesserer.

Finanzspenden können Sie gerne jederzeit auf folgendes Konto überweisen.

IBAN: DE29 8306 5408 0004 9373 09
BIC: GENODEF1SL
Verwendungszweck: Miteinander durch Musik e.V.

Sollten Sie sich ehrenamtlich für „Miteinander durch Musik e.V.“ engagieren wollen, senden Sie eine Nachricht an info(at)miteinanderdurchmusik.de. Gemeinsam kann wir dann ein geeignetes Projekt in Ihrer Nähe gefunden oder initiiert werden und mögliche Zeitkontingente und -räume gemeinsam abgestimmt werden. Auch sucht die Initiative stets nach Musikern, Musikpädagogen, Dolmetschern und Betreuern. Zögern Sie nicht!

Musik als Integrationsmittel wird übrigens auch in Wilhelmsburg  und Barmbek bei Sessions etwa in der Alten Kappelle im Inselpark oder in der Zinnschmelze genutzt. Also immer die Ohren auf halten!

Weitere Hintergründe zum Projekt:

Ein Logo, das nicht nur ums musikalische Herz macht.

www.miteinanderdurchmusik.de

www.facebook.de/miteinanderdurchmusik

Zu Lars Seniuk findet sich ein Kurzportrait auf jazz-guide-hamburg.de

 

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Kultur leistet ganze (Integrations-)Arbeit https://www.tiefgang.net/kultur-leistet-ganze-integrations-arbeit/ Sat, 25 Feb 2017 08:04:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=671 [...]]]> Der Nutzen von Kultur wird gerne hinterfragt. Aber bei einer Thematik herrscht in Hamburg und auch den Bezirken neuerdings große Einigkeit: Integration  – da leistet Kultur ganze Arbeit.

Und daher wird beim Thema Eingliederung Geflüchteter in unseren gesellschaftlichen Alltag ihr Nutzen allerorts sichtbar. Und diesmal werden auch Gelder bereitgestellt, um den Wert der Kultur nutzbar zu machen.

Ganz einfach ist es allerdings nicht, die behördliche Sprache mit inspirierten kulturellen Ideen in Einklang zu bringen. So gibt es zum einen Fonds namens „FREIRÄUME!“ und dann wieder einen „Hamburger Integrationsfonds für kulturelle stadtteilbezogene Integrationsprojekte im Bezirk“ – so auch Harburg.

Die Unterschiede liegen zum einen in ihrer Entstehungsgeschichte und Urheberschaft, zum anderen aber auch in ihrer räumlichen Strahlkraft.

Während der Fördertopf „FREIRÄUME!“ vor allem für Projekte interessant ist, die hamburgweit agieren und nicht an Einzelprojekte eines Bezirks gebunden sind, ist der „Hamburger Integrationsfonds …“ eben „vor Ort“ nutzbar.

Im Grunde, so die Harburger Verwaltung auf unsere telefonische Nachfrage, können Projektinitiativen bei beiden „Töpfen“ Gelder beantragen, werden aber vermutlich – je nach Ausrichtung des Projektes – nur aus einem wirklich Unterstützung bekommen. Man sollte also vorab klären, welcher Antrag an wen die Mühe wert ist.

Hier die Mitteilung samt Unterlagen und Ansprechpartner des Integrationsfonds für den Bezirk Harburg und weiter unten dann für Hamburg:

„Bezirksamt Harburg  

Interessensbekundungsverfahren

Vergabe einmaliger finanzieller Mittel aus dem Hamburger Integrationsfonds für kulturelle stadtteilbezogene Integrationsprojekte im Bezirk Harburg

 1. Ausgangslage

Die Bürgerschaft hat dem Bezirksamt Harburg einmalige Fördermittel in Höhe von 57.142 € aus dem Hamburger Integrationsfonds für die Finanzierung von integrativen Stadtteilkultur- und Kinder- und Jugendkulturprojekte im Jahr 2017 zur Verfügung gestellt. Grundsätzlich können davon zwischen 1.000 € und 10.000 € pro Projekt beantragt werden, in begründeten Einzelfällen sind Abweichungen möglich.

Ziel ist, den Weg für eine gelingende Integration der in Hamburg lebenden Flüchtlinge und Migrant_innen zu bahnen und tragfähige Strukturen in den Nachbarschaften zu unterstützen sowie das Miteinander von alteingesessenen und neu hinzukommenden Hamburger _innen im Sozialraum zu stärken. Mit Mitteln aus dem Integrationsfonds können beispielsweise Begegnungsräume geschaffen und Nachbarschaftsinitiativen sowie Vereine vor Ort unter-stützt werden. Dies dient auch der Stärkung der Unterstützer_innen rund um Einrichtungen der Flüchtlingsunterbringung. Es geht dabei um den Start langfristiger und nachhaltiger Integrationsmaßnahmen, die sich nach einer Anschubfinanzierung selbst tragen oder durch anderweitige Finanzierung getragen werden. Aus den Fördermitteln können keine Baumaß-nahmen und keine neue Stellen ohne gesicherte Folgefinanzierungen gefördert werden.

  1. Förderziele und Förderkriterien

– Entwicklung von Angeboten kultureller Teilhabe für Geflüchtete

– Partizipation auch ohne Sprachbarrieren

– Stärkung nachbarschaftlicher Bezüge zu Flüchtlingsunterkünften

– Impulse zum Aufbau nachhaltiger Strukturen

– Zusammenarbeit mit bzw. Anträge nur durch Einrichtungen und Akteure der Stadtteilkultur bzw. der Kinder- und Jugendkultur, die das Projekt im Bezirk Harburg durchführen wollen

– Grundsätzlich können zwischen 1.000 € und 10.000 € pro Projekt beantragt werden, in begründeten Einzelfällen sind Abweichungen möglich.

– Besondere Berücksichtigung finden Projekte, bei denen Alteingesessene und Neuzu-gewanderte gemeinsam etwas gestalten.

 

  1. Antragsverfahren

Einreichungsfrist für den Antrag ist Freitag, der 31.03.17. Projektstart kann frühestens Ende April/Anfang Mai 2017 sein. Finanzielle Verpflichtungen für das beantragte Projekt können erst nach der Bewilligung eingegangen werden.

Antragsanforderungen:

– Einreichung eines schriftlichen und unterschriebenen Antrags (Formular anbei bzw. herunterladbar unter http://www.hamburg.de/harburg/kultur-aktuelles/) inklusive einer kurzen (ca. 2 Din A 4-Seiten) Projektbeschreibung/ Projektskizze mit Angabe der zu erreichenden Ziele und Personen sowie des Realisierungszeitraums und einer groben Kosten- und Finanzierungsplanung

– Die geförderten Projekte müssen Informationen über ihre Projekte im Portal „Willkom-menskultur Hamburg“ (www.willkommenskultur-hamburg.de/) veröffentlichen.

– Über die Vergabe der Mittel entscheidet im April 2017 eine Jury, die sich aus Vertreter_innen der Harburger Bezirksversammlung, der Bezirksverwaltung und des Harburger Integrationsrates zusammensetzt.

 

Bitte senden Sie Ihre Antragsunterlagen bis zum 31.03.2017, 14:00 Uhr per Post an:

 

Bezirksamt Harburg

Fachamt Sozialraummanagement

Stichwort „Integrationsfonds Kultur / Bezirke“

Harburger Ring 33

21073 Hamburg

Ansprechpartnerin/Auskunft erteilt:

Frau Lina Knipfer

FA Sozialraummanagement

Kulturangelegenheiten (SR 15)

Tel.-Nr. 040 42871-2520

E-Mail: Lina.Knipfer(at)harburg.hamburg.de“

 

 

  »FREIRÄUME!« Fonds für kulturelle Projekte mit Geflüchteten

– hamburgweit –

 

Für 2017 schreibt der Fonds FREIRÄUME! Mittel in Höhe von insgesamt 400.000 Euro für kulturelle Projekte mit Geflüchteten in Hamburg aus.

Er richtet sich an funktionierende Orte der Stadtteilkultur, die herausragend gute Arbeit in der lokalen Kulturarbeit mit Geflüchteten leisten, und gleichermaßen an künstlerische und kulturpädagogische Projekte, Programme, Institutionen, Initiativen und Einzelpersonen, die hamburgweit kulturelle Angebote mit Geflüchteten durchführen.

Wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich sowohl Stadtteilkulturzentren, Bürgerhäuser, Jugendzentren, Geschichtswerkstätten als auch Flüchtlingseinrichtungen sowie kulturelle Institutionen, freie Initiativen, Vereine und Einzelpersonen. Die Projektdurchführenden sollten über eine nachweisbare künstlerische oder kulturpädagogische Qualifizierung und über Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten verfügen. Beantragt werden können Fördermittel für künstlerische und kulturpädagogische Projekte in Hamburg, die zur Integration und Teilhabe von Geflüchteten beitragen und den interkulturellen Dialog unterstützen. Gefördert werden sowohl Vorhaben mit Geflüchteten, die in naher Zukunft realisiert werden und neue Impulse setzen, als auch bewährte Projekte und Programme mit Geflüchteten.

Der Projektförderfonds ist offen für alle künstlerischen Sparten und Bereiche. Projekte, die bereits durch FREIRÄUME! gefördert worden sind, können im Sinne der Nachhaltigkeit einen Antrag auf Folgeförderung stellen. Pro Projekt können in der Regel zwischen 5.000 und 15.000 Euro beantragt werden. Ein finanzieller Eigenanteil wird nicht vorausgesetzt. Kofinanzierungen durch die Freie und Hansestadt Hamburg, andere Stiftungen oder Förderer sind zulässig, müssen aber explizit im Finanzplan ausgewiesen werden.

Die Projekte sollten mehrere der folgenden Qualitätskriterien erfüllen:

  • Ermöglichung von Orten der Begegnung bzw. von geschützten Freiräumen für den interkulturellen Dialog
  • Ermöglichung von kultureller/gesellschaftlicher Teilhabe
  • Förderung der Partizipation von Geflüchteten ohne Sprachbarrieren
  • Niedrigschwelliger Zugang zu kulturellen Angeboten in Hamburg
  • Vermittlung von Willkommens- und Anerkennungskultur
  • Entfaltung stadtweiter Bedeutung und Wirksamkeit

Die Projekte werden außerdem auf ihre praktische Realisierbarkeit geprüft: Ansprache der Teilnehmer, Vernetzung des Projektes zu bestehenden Initiativen, Institutionen und Einrichtungen der Flüchtlingsarbeit, Offenheit des Projektes für die Bedürfnisse der Teilnehmer, Flexibilität des Projektes im Umgang mit Herausforderungen wie z.B. Fluktuation der Teilnehmer. Initiatoren und Unterstützer des Fonds

Der Fonds FREIRÄUME! wurde Anfang 2016 von der Hamburgischen Kulturstiftung, der Körber-Stiftung und der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. in Zusammenarbeit mit Stadtkultur Hamburg ins Leben gerufen und von zahlreichen Hamburger Stiftungen, privaten Förderern und Unternehmen unterstützt. Das bürgerschaftliche Engagement wird 2017 durch die Freie und Hansestadt Hamburg mit 200.000 Euro aus dem Hamburger Integrationsfonds gematcht. Es stehen damit insgesamt 400.000 Euro für kulturelle Projekte mit Geflüchteten zur Verfügung.

Verfahren und Modalitäten

Die Anträge können zu den folgenden Antragsfristen an die Hamburgische Kulturstiftung gestellt werden: 31. März 2017 und 31. Mai 2017.

Die erste Antragsfrist wird von der Hamburgischen Kulturstiftung, die zweite Antragsfrist von Stadtkultur Hamburg betreut. Eine Förderentscheidung liegt nach vollständiger Projekteinreichung nach ca. sechs Wochen vor.

Die Förderentscheidung wird von einer sechsköpfigen Jury getroffen, die mit jeweils einem Vertreter aus der Körber-Stiftung, der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. und der Hamburgischen Kulturstiftung sowie jeweils einem Vertreter aus der Kulturbehörde, der LAG Kinder- und Jugendkultur und Stadtkultur Hamburg besetzt ist. Sie werden schriftlich benachrichtigt, ob Ihr Projekt gefördert wird oder nicht.

Alle Förderanträge (Frist 31. März und 31. Mai 2017) müssen digital eingereicht werden an:

Hamburgische Kulturstiftung, z. Hd. Julia Schwerbrock, schwerbrock@kulturstiftung-hh.de

Ein Förderantrag umfasst:

a) das einseitige Antragsformular zum Förderantrag (zu finden unter www.kulturstiftung-hh.de, Stichwort »Projektförderung«),

b) eine detaillierte Projektbeschreibung mit folgenden Informationen:

  • Konzept
  • Ort und Zeitplan des künstlerischen oder kulturpädagogischen Projekts in Hamburg
  • Projektdurchführende (Lebenslauf, Nachweis über künstlerische oder kulturpädagogische Qualifizierung und Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten)

c) einen aussagekräftigen Finanzierungsplan mit folgenden Eckdaten:

  • Kostenkalkulation mit Übersicht über die geplanten Ausgaben mit Angabe der einzelnen Positionen
  • Finanzplan (bitte vermerken, welche Mittel sicher und welche noch ungesichert sind bzw. welche weiteren Anträge gestellt oder geplant sind und wann mit den Förderentscheidungen zu rechnen ist)
  • beantragte Fördersumme (in der Regel 5.000 bis 15.000 Euro)

Die Förderanträge werden nur akzeptiert, wenn sie digital eingereicht werden und wenn der Antrag aus maximal zwei Anlagen (zzgl. Antragsformular) besteht.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Erste Frist (31. März 2017):

Julia Schwerbrock, Hamburgische Kulturstiftung, Projektbereich Kinder- und Jugendkultur/Kulturelle Bildung,

Tel.: 040/339099, Email: schwerbrock@kulturstiftung-hh.de

Zweite Frist (31. Mai 2017):

Corinne Eichner, Stadtkultur Hamburg Geschäftsführung,

Tel.: 040 / 879 76 46 –0, Email: eichner@stadtkultur-hh.de

 

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