3. SuedLese 2018 – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Mon, 07 May 2018 06:24:49 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Subjektive Nachlese https://www.tiefgang.net/subjektive-nachlese/ Fri, 04 May 2018 22:58:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3601 [...]]]> Sie war lang, sie war spannend und sie war gut besucht: die 3. SuedLese bringt ´Tiefgang`- Schreiberin Sonja zu einer persönlichen  Betrachtung …

Nun ist sie vorbei, die SuedLese 2018. Ich weine ihr eine Träne nach, denn es war wieder sehr belebend. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass das Format vielversprechend ist und 2019 hoffentlich eine Fortsetzung finanziert werden kann.

Abgesehen von einigen Interviews, die ich im Vorfeld für Suedkultur führte und dabei mehr über einzelne Autoren und Autorinnen erfuhr, besuchte ich natürlich die eine oder andere Lesung. Besucher der Veranstaltungen mögen abweichende Erfahrungen gemacht haben oder auch ganz eigene Erlebnisse mit der SuedLese verbinden. Ich für meinen Teil bin noch sehr bewegt und damit beschäftigt, das Gehörte, zum Teil Gelesene und Aufgenommene weiter zu verarbeiten. Denn mir persönlich geht es so, dass Bücher und Begegnungen einen Einfluss auf meine Sichtweisen und Empfindungen haben. Was mich anspricht, verinnerliche ich, und was ich nicht verstehe, versuche ich zu ergründen. Die SuedLese brachte mich an vielen Orten mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen und ich bin dankbar für alles, was das mit sich brachte. Nicht nur unterhaltsame Stunden, sondern auch tiefe Einblicke in mir fremde Welten und ein Gefühl von Verbundenheit mit anderen.

Ich mag dieses Format. Die Literaturtage in Harburg sind für mich als Bücherliebhaberin ein Highlight. Lesen und Schreiben sind das A und O – für Verständigung, Bildung, (inter)kulturellen Austausch und persönliche Weiterentwicklung.

Das ist auch der Grund, warum ich ausnahmsweise meine Zurückhaltung an dieser Stelle aufgebe, um kurz die Verlagspräsentation von awsLiteratur zu erwähnen. Im Vorwege tat ich mich schwer damit, über etwas zu schreiben, wo ich selber mit im Boot sitze, mochte keine „Werbung in eigener Sache“ machen. Doch diese Bedenken gehören der Vergangenheit an und waren sowieso Quatsch. Denn bei dem Verlagsprojekt von Alles wird schön e. V. geht es nicht um mich, sondern um das Wirken in Gemeinschaft, um Unterstützung von Autoren und den Austausch untereinander.

Am 28. April fand im Rahmen der SuedLese eine recht gut besuchte Veranstaltung statt, bei der der Initiator Wilfried Abels das Projekt sowie unser sechsköpfiges Team vorstellte und in das Programm der folgenden Stunden einführte. In drei Blöcken gab es Lesungen, dazwischen Pausen, um Räume und Köpfe zu lüften, miteinander ins Gespräch zu kommen oder auch auf Wunsch von den Autoren handsignierte Buchexemplare zu erwerben, die bisher bei awsLiteratur erschienen sind: „Club der Sturmvögel“ von Christoph Nerger, „Zeugnis eines

Außenseiters“ von Klaus von Hollen, „Nina – das lebende Chaos“ von Maria da Silva Ataide-Estevao und eine Anthologie fantastischer Geschichten mit dem Titel „Traum und Aufbruch“.

Der Verlag entstand aus dem Bestreben heraus, in Eigeninitiative etwas auf die Beine zu stellen, das Autoren ermächtigen soll, ihr Werk auf den Weg zu bringen. Und wenn ich an die Stimmung, die Lesung und den Büchertisch denke, würde ich sagen, da ist uns allen gemeinsam etwas gelungen. Unser „Kapitän“ Wilfried Abels, von Beruf Schiffbauingenieur, hat den Stapellauf zusammen mit Christoph Nerger durchdacht und geplant. Beteiligt waren wir zwar alle an der Durchführung, aber die beiden sind quasi die Piloten des Projektes. Unser Schiff setzt Segel, um noch weiter zu kommen. Wir haben da schon ein paar Ideen… und planen weitere Etappen.

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Wer die Welt retten will … https://www.tiefgang.net/wer-die-welt-retten-will/ Fri, 13 Apr 2018 22:02:17 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3457 [...]]]> Von einer Kindheit auf Amrum in die Punkszene, Drogenabhängigkeit und Obdachlosigkeit – das ist der teils autobiografische Stoff von Maria da Silva Ataide-Estevaos „Nina – das lebende Chaos“. Zur SuedLese haben wir schon mal nachgehakt …

Maria da Silva Ataide-Estevao wird am 28. April im Rahmen der 3. SuedLese-Literaturtage aus ihrem biografisch inspirierten Buch „Nina –das lebende Chaos“ vorlesen. Die Autorin beschreibt schnörkellos eine Lebensgeschichte voller Brüche. Angefangen bei der Aufsässigkeit der jungen Nina, die sich in ihrer Familie nicht zuhause fühlt. Sie kommt ins Heim, läuft weg, schließt sich Punkern an und findet Gefährten am Rand der Gesellschaft. Leser und Zuhörer erfahren, wie sie nach einer Drogenkarriere zur Gestalterin ihres Lebens wurde. ´Tiefgang` wollte es natürlich vorher wissen …

Tiefgang (TG): Es imponiert mir, wie schonungslos offen du einen Einblick in eine Szene gewährst, die den meisten von uns fremd ist. Wie sehr hast du mit Vorurteilen zu kämpfen, bzw. wie viel ist auch dran an der Vorstellung von der Verweigerung gegenüber einer Gesellschaft, mit der Punker sich nicht identifizieren können oder wollen?

Maria da Silva Ataide-Estevao: Mit meiner offenen Art möchte ich keinem imponieren. Die Einblicke, die ich in meinem Buch beschreibe, sind nicht nur die Szene, sondern auch mein ganz eigenes Leben. Ich möchte dazu anregen, dass die Menschen einmal mehr über ihr Leben und so wie sie es führen nachdenken. Eine Verweigerung gegenüber der Gesellschaft bestand eigentlich bei mir nie. Ich wollte immer die Welt retten, das war meine Vorstellung vom Leben. Doch wer die Welt retten will, sollte bei sich selbst anfangen. Das gelang mir damals nicht.

TG: Hast du dich damals unfrei und nicht zugehörig gefühlt und bist deshalb ausgebrochen?

Maria da Silva Ataide-Estevao: Ich habe zuhause sehr viele Freiheiten gehabt, doch konnte ich nie damit umgehen. Da wollte ich wirklich nie dazu gehören.

TG: Leid und Schmerz können eine Quelle der Kraft sein. Würdest du rückwirkend sagen, dass dich deine Erfahrungen geschwächt oder eher gestärkt haben?

Maria da Silva Ataide-Estevao: Ich denke beides. Es hat mich gesundheitlich geschwächt und von der Denkweise gestärkt.

TG: Wie fühlt es sich für dich an, dass du ein Buch veröffentlicht hast und an der SuedLese teilnehmen wirst?

Maria da Silva Ataide-Estevao: Das ist alles für mich noch kaum fassbar. Mir fehlen die Worte. Was zu Anfang so klein erschien, wurde für mich zu etwas so großem. Und jetzt sehe ich, wie viele Menschen sich für meinen Traum vom Buch einsetzen. Ich sag nur: Wow! Ihr seid einfach Spitze!

TG: Welche Rolle spielt die Punkband Zona 84 dabei?             

Maria da Silva Ataide-Estevao: Seit 2015 spielt Zona84 eine große Rolle in meinen Leben. Dadurch, dass ich Zona84 kennen lernen durfte, kam die Klarheit, dass ich aus der Abwärtsspirale von Drogensucht und Obdachlosigkeit aussteigen will. Doch erst gestaltete es sich schwierig,  denn ich haute wieder nach Hamburg ab und zog meinen üblichen Trott durch. Aber dann rüttelte ich mich selber noch mal richtig wach. Seitdem ging es steil nach oben, nicht nur bei meinem Einsatz für Zona84, sondern auch in meinem Leben. Grade im November war Zona84 erst in Deutschland auf ihrer ´Radio Pirata`-Tour und das hat mir echt wieder Kraft gegeben. Ich sag immer wieder FOR EVER AND EVER ZONA84! Deshalb tut es mir grade auf der SuedLese sauweh, dass sie nicht dabei sein können. Aber ich werde das Kapitel von Zona84 lesen und die Jungs immer weiter in die Welt tragen.

TG: Deine Tätigkeit als Moderatorin im Internet-Radio war und ist sicherlich auch ein Meilenstein in deinem Leben, oder?

Maria da Silva Ataide-Estevao: Ich liebe die Musik und ich lebe die Musik. So kommt es immer wieder zu einem tollen Miteinander. Ich verbringe gerne Zeit mit Helge (von Kamikaze-radio.de ) und las dort das erste Mal aus meinen Buch: bei ihm zuhause vorm Kamin! Ich bin gerne bei Helge, das hilft mir seit einiger Zeit Ruhe zu finden. Und wir reden gerne über die Musik.

TG: Wann kam dir die Idee, deine Geschichte aufzuschreiben? Und wie lange hat es gedauert, bis diese Gestalt annahm?

Maria da Silva Ataide-Estevao: Am 28.02 .2018 waren es genau fünf Jahre. Deshalb unternahm ich dann auch meine erste Autorenlesung für einen guten Zweck in der „Mission Künstlerische Maßnahme gegen die Kälte e.V.“ Es war uns nicht möglich, das Programm mit Livesendung einzuhalten: Kamikaze Radio.de konnte wegen Schauerwetters nicht senden, da musste das Programm geändert werden. Deshalb hatte ich meine Akustikgitarre und meinen Freund eingepackt und so fuhren wir los. Ich dachte, es würde alles schief gehen, aber dann war alles so schön und ein Obdachloser spielte mir ein Lied und sagte, es sei für mich. So was bleibt eben in Erinnerung und das ist ein Geschenk.

TG: Von wem hast du dich beim Buch unterstützen lassen und wie? Was macht für dich allgemein gute Hilfe aus? Ich frage, weil es mich sehr berührte, wie stark an einer Stelle in deinem Buch deine Dankbarkeit zum Ausdruck kam.

Maria da Silva Ataide-Estevao: Ich muss Dir gestehen, ich habe den Überblick verloren, wer mir grade alles hilft: beim Buch und um weiter zu kommen. Es sind so viele, das glaubst du mir gar nicht. Wenn ich sie alle benennen sollte, würde es das Interview sprengen.

TG: Was war die bisher beste Erfahrung auf deinem Lebensweg?

Maria da Silva Ataide-Estevao: Ich habe eine Menge gelernt: zum Beispiel, die Menschen so zu nehmen wie sie sind. Ich weiß kleine Sachen im Leben zu schätzen. Ich gehe auf Menschen zu und kann von ihnen lernen.

TG: Wie sehen deine weiteren Ziele aus?

Maria da Silva Ataide-Estevao: Ich möchte gerne mal nach Argentinien, um einige Menschen dort zu besuchen und neue kennen zu lernen. Mein erster Radio-Fan war aus Buenos Aires. Dieser Frau verspreche ich immer, dass ich zu ihr komme und da wird nun dran gearbeitet. Obwohl es noch etwas Zeit braucht, ist jetzt mit dem Buch ein Meilenstein dazu gesetzt.

TG: Liebe Maria, wir bedanken uns für dieses Interview und wünschen dir viel Erfolg und gutes Gelingen bei deinen weiteren Vorhaben.

Lese-Termin: Sa., 28. April, 16 Uhr bei ´Alles wird schön`, Friedrich-Naumann-Str. 27, 21 075 Hamburg-Heimfeld, Eintritt frei!

Das Buch:

Maria da Silva Ataide-Estevao: Nina –Das lebende Chaos, awsLiteratur, ISBN 978-3-947051-03-8, 105 Seiten, Preis: 9,-EUR

Das Interview für ´Tiefgang` führte Sonja Alphonso.

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Lena zwischen Sylt und Syrien https://www.tiefgang.net/lena-zwischen-sylt-und-syrien/ Thu, 29 Mar 2018 22:57:41 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3138 [...]]]> Erstmals wird Moorburg auch Leseburg der SuedLese. Und am Donnerstag, 19. April um 19h liest unter anderen auch die Autorin Lena Johannson – die Halligschreiberin.

Seit 2007 veröffentlicht die aus Schleswig-Holstein stammende Autorin historische Romane, Familiengeschichten mit Tiefgang, leichte Strandkorblektüre aber auch Krimis und einen hochbrisanten Thriller, der im Nahen Osten spielt.

Egal, ob leichte Kost oder harter Tobak, immer ist es ihr wichtig, den Handlungsort, die Geschichte und das gesamte Thema gründlich zu recherchieren. Darum ist die ehemalige Reisejournalistin viel unterwegs, von Rügen bis Riga, von Sylt bis Syrien.

Markenzeichen ihrer Lesungen ist es, den Zuhörern Einblick in ihren Schriftstelleralltag und reichlich Gelegenheit zu geben, ihr Fragen zu stellen. Außerdem hat sie meist etwas im Gepäck, das den Roman aus dem sie liest, noch ein wenig lebendiger werden lässt, wie etwa Sanddornköstlichkeiten, Bernsteinöl oder Kakaobohnen.

Lena Johannson wurde 1967 in Schleswig-Holstein geboren und lernte Buchhändlerin in Bad Oldesloe. Dann aber fing sie noch ein Schauspielstudium in Hamburg an, jobbte bei einem Touristikunternehmen in der Schweiz, in Tunesien und Sri Lanka, machte ein Praktikum und später gleich die Regieassistenz am Ohnsorg Theater. 1992 wurde sie dann Freie Mitarbeiterin einem Hamburger Redaktionsbüro und ging anschließend in die Selbständigkeit als freie Journalistin mit dem Schwerpunkt Reisereportagen. 2007 erschien ihr erster Roman „Das Marzipanmädchen”. 2011 wurde sie die erste Halligschreiberin der Welt. „Halligschreiberin?“ Ja, so eine Art Pendant zu den eher geläufigen Stadtschreibern. Warum nicht? Hallig Hooge gab es her!

Lena Johannson lebt heute samt Mann in der Nähe von Lübeck und Ostsee, ist Mitglied im Syndikat, der Autorengruppe der deutschsprachigen Kriminalliteratur, und der GEDOK Schleswig-Holstein.
Als historischen Roman kann man „Die Bernsteinhexe“ (2017) bezeichnen.

Anno 1629, während des Dreißigjährigen Krieges, als auf Usedom Not und Elend herrschen, entdeckt die Pfarrerstochter Maria eine Bernsteinader. Mit dem Erlös hilft sie den Armen und Hungernden. Zum großen Missfallen des Amtshauptmannes, der seine Macht auf der Insel schwinden sieht. Also sinnt er auf Rache und streut das Gerücht, dass Maria eine Hexe ist.
Ob es ihrer großen Liebe Rüdiger gelingen wird, sie vor dem Flammentod zu bewahren?

Ein Ostsee-Mythos: die dramatische Geschichte einer mutigen jungen Frau neu erzählt.

„Die Bernsteinhexe“, Aufbau Verlag, 2017, ISBN 978-3-7466-3315-2

Als Thriller mit durchaus politischen Hintergrund erschien „Blutwasser“: Ein Verbrechen an unzähligen Menschen. Eine Frau allein im Kampf gegen skrupellose Geschäftemacher.

Als Katharina dem Ingenieur Ahmed verspricht, einen Artikel über die Korruption und die Missstände der globalen Wasserindustrie zu schreiben, will sie aufklären und wachrütteln: über verschmutztes Trinkwasser, Tausende verdurstende Menschen und unter der Hand verkaufte Wasserreservoirs.
Bei ihrer Recherche in Jordanien sticht sie in ein Wespennest und setzt eine Kette blutiger Ereignisse in Gang: Ahmeds mysteriöser Tod ist nur der Anfang. Während alle von einem Unfall ausgehen, ist Katharina überzeugt: Es war Mord! Sie recherchiert auf eigene Faust und gerät in tödliche Gefahr – denn die dunklen Drahtzieher einer globalen Verschwörung setzen alles daran, unentdeckt zu bleiben.

Zwischen Geldgier, politischen Intrigen und tödlicher Entschlossenheit – ein brisanter und hochaktueller Thriller über eines der größten Verbrechen an der Menschheit

Das ebook gibt es hier: dotbooks

Dazu gibt es gar einen Video-Trailer:

Ebenso ein Krimi von 2015: „Mord auf dem Dornbusch“:

Eine Schriftstellerin wird auf Hiddensee ermordet – Kommissarin Conny Lorenz übernimmt ihren zweiten Fall.

Möchtegern-Schriftsteller Ronald Udnik veranstaltet Literaturtage auf Hiddensee. Als Publikumsmagnet lädt er Dorinda Schwarz ein, eine ebenso schillernde wie geheimnisvolle Königin der Literatur-Szene. Am Morgen nach ihrer Veranstaltung wird die Autorin tot aufgefunden. Sowohl der Fundort in direkter Nachbarschaft eines Leuchtturms als auch die Art, wie die Leiche zur Schau gestellt ist, gleichen exakt der Darstellung aus ihrem größtem Erfolg, einem Kriminalroman. Kommissarin Conny Lorenz stellt rasch fest, dass die Tote viele Feinde hatte: Autoren, Buchhändler, Verleger …

Aufbau-Verlag, 2015, ISBN 978-3-7466-3132-5

Bereits 2013 als Krimi erschienen „Große Fische“.

Am Strand von Hiddensee wird die Leiche des Steuerprüfers Robert Welzer gefunden. Die Männer im Präsidium Stralsund überlassen den kniffeligen Fall gern ihrer neuen Kollegin Conny Lorenz. Die stößt auf erste Spuren, die nach Rügen führen. Dort hat Welzer offenbar ein paar auf den ersten Blick unbescholtenen Bürgern auf den Zahn gefühlt. Der erste Fall für Kriminalkommissarin Conny Lorenz.

Aufbau-Verlag, 2013, ISBN 978-3-352-00851-1

Nicht wirklich Krimi aber „geheimnisvoll“, wie Johannson es beschreibt, ihr Roman „Sanddornsommer“:

Stellen Sie sich vor, Sie kommen an einem strahlend schönen Sommertag auf Rügen an: Die Luft ist warm und weich auf Ihrer Haut, eine sanfte Brise weht und duftet frisch nach Salz und Meer, Sie atmen tief … ein!

Genauso ergeht es Franziska, die eigentlich auf der Insel nur eine berufliche Auszeit nehmen und sich vor ihrem 30. Geburtstag neu orientieren wollte. Aber dann verliebt sie sich Hals über Kopf – nicht nur in die Schönheit Rügens. Außerdem kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, das sie seit ihrem zweiten Lebensjahr begleitet.

Knaur-Taschenbuch, 2014, ISBN: 978-3-426-51771-0

Weiterführender Link: lena-johannson.de

Ihre Bücher kauft man am besten in der Buchhandlung um die Ecke oder im fairen Internet-Buchhandel!

Termin: Do., 14. Apr. , 19h im elbdeich Moorburg e.V., Moorburger Elbdeich 249, 21079 Hamburg, www.elbdeich.org

 

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„Vorlesezeit ist geteilte Zeit“ https://www.tiefgang.net/vorlesezeit-ist-geteilte-zeit/ Thu, 29 Mar 2018 22:55:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3158 [...]]]> Rieke Patwardhan ist Kinderbuchautorin, die sich selbst nicht so bezeichnen würde. Auch plumpe Pädagogik ist nicht die ihre. Lieber Bücher, die man auf Bäumen liest. Bei der 3. SuedLese geht es also hoch hinaus …

Rieke Patwardhan schrieb mal über sich selbst, sie habe ihre Kindheit damit verbracht, auf Bäume zu klettern und dort alle Bücher zu lesen, die sie ihren großen Schwestern entwenden konnte. „Nach einer Buchhändlerlehre, dem Studium stetig wechselnder Geisteswissenschaften und einem Abschluss als Diplompsychologin lebe ich heute mit meiner Familie in Hamburg und schreibe Geschichten, die nun andere Kinder auf Bäumen lesen können.“ Das wollten wir mal genauer wissen und haben nachgefragt …

Tiefgang (TG): Ich habe zwar nie auf Bäumen gelesen, aber das Bild gefällt mir trotzdem sehr gut. Es veranschaulicht, dass man sich als Leser so in eine Geschichte vertiefen kann, dass man alles um sich herum vergessen kann.  Was hat dich dazu bewogen, Kinderbuchautorin zu werden? Spielt eine Rolle, dass Kinder einen besonderen Zugang zu Fantasie haben und begeisterungsfähig sind?

Rieke Patwardhan: Meine Bücher laufen zwar ganz klar unter Kinderbuch, trotzdem sehe ich mich gar nicht so sehr als Kinderbuchautorin. Ich möchte gern Geschichten erzählen, die sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern verstanden und nachgefühlt werden können.

Die ersten Kindergeschichten geschrieben habe ich eigentlich, um mich besser in die Gefühlswelt meiner Kinder hineinversetzen zu können – und dann hat es sich irgendwann verselbständigt.

TG: Die Namensgebung deiner Figuren Fräulein Schmalzbrot und Billie Ballonfahrer finde ich lustig. Wie kamst du darauf?

Rieke Patwardhan: Nicht ganz die gleichen Namen, aber doch recht verwandte, sind einfach aus mir „heraus geblubbert“, als meine eigenen Töchter klein waren.

TG: Worum geht es in der Geschichte „Fräulein Schmalzbrot und Billie Ballonfahrer bekommen Besuch“?

Rieke Patwardhan: Fräulein Schmalzbrot und Billie Ballonfahrer sind zwei von Alter und  Temperament her recht unterschiedliche Schwestern, die sich miteinander und mit den (aus ihrer Sicht) manchmal recht anstrengenden Ideen der Erwachsenen herumplagen. In diesem Band kommt ihr Opa aus Indien zu Besuch. Er ist in vielerlei Hinsicht anders als erwartet und bringt ihr Leben etwas durcheinander.

TG: Du hast Geisteswissenschaften studiert und eine Abschluss als Diplom-Psychologin. Deine Bücher sind Vorlesegeschichten. Ich unterstelle mal, dass du es für wichtig erachtest, dass Erwachsene sich Zeit zum Vorlesen zu nehmen. Welchen Einfluss vermutest du auf die kindliche Entwicklung?

Rieke Patwardhan: Vorlesezeit ist geteilte Zeit von Eltern und Kindern, Zeit in der das Kind idealerweise das Gefühl vermittelt bekommt „es ist gerade richtig schön, mit dir zusammen zu sein“ und so das Gefühl hat, ein wertvoller Mensch zu sein. Aus diesem Grund ist es ja so wichtig, dass Vorlesegeschichten auch den Eltern Spaß machen. Wie soll sich dieses Gefühl von „es ist gerade schön für mich mit dir“ vermitteln, wenn Eltern zum x-ten Mal ein Buch vorlesen, das sie zu Tode langweilt?!

TG: Welches waren die „Helden“ oder Hauptfiguren deiner Kindheit? In welcher Hinsicht fandest du sie vorbildlich?

Rieke Patwardhan: Oh weh… ich habe so unfassbar viel gelesen als Kind, dass das wirklich schwierig zu beantworten ist. Aber besonders in Erinnerung geblieben sind mir die „Wumme und Papa“-Bücher von Ernestine Koch, die leider nicht mehr lieferbar sind. An denen hat mir vor allem die pragmatische Art gefallen, mit der Wumme und Papa ihre Alltagsprobleme gelöst haben.

Und als etwas bekannteres Beispiel: Ich mochte Karlsson vom Dach, habe mich aber vor allem mit Lillebror identifiziert, der – genau wie ich – manchmal unter seinen sehr viel älteren Geschwistern zu leiden hatte und sich in seiner Familie wohl etwas einsam fühlte.

TG: Worin gehst du mehr auf – wenn du eine Idee für ein Buch hast, entwickelst und ausgestaltest oder wenn du es Kindern vorliest und die unmittelbare Reaktion erlebst?

Rieke Patwardhan: Ich brauche wohl beides. Die kreative Arbeit ist sicherlich etwas mehr mein Zuhause, damit verbringe ich ja auch viel mehr Zeit. Aber Schreiben ist ein immens einsames Geschäft, so dass ich den Kontakt zum Publikum bei Lesungen schon sehr genieße. Ich mag die oft spontanen Reaktionen der Kinder, und ihre Fragen überraschen mich immer wieder.

TG: Als gelernte Buchhändlerin hast du gewiss einen guten Überblick über den Markt. Was wünschst du dir an Lektüre für Kinder und Heranwachsende? Sollten interkulturelle Themen aus deiner Sicht eine größere Rolle spielen?

Rieke Patwardhan: Ich wünsche mir Bücher, die vor allem gute Geschichten erzählen und nicht allzu plump pädagogisch daher kommen. Insofern mag ich Interkulturalität weniger als „Thema“ denn als selbstverständliches, sichtbares Element in Büchern.

Illustratorin: Nina Dulleck

TG: Wie kam deine Kooperation mit der Illustratorin Nina Dullek zustande?

Rieke Patwardhan: Die Wahl der Illustratorin ist letztlich Verlagssache, aber sie hat in Absprache mit mir stattgefunden. Der Verlag hat mir mehrere Illustratoren vorgeschlagen und ich habe mich anhand ihres Portfolios für Nina Dulleck ausgesprochen.

TG: Sind weitere Bände geplant?

Rieke Patwardhan: Zur Zeit plane ich keine weiteren „Fräulein Schmalzbrot und Billie Ballonfahrer“-Bände, aber im Herbst wird ein Bilderbuch von mir erscheinen und im nächsten Frühjahr ein Kinderroman.

TG: Vielen lieben Dank für das Interview! Wir finden es großartig, dass die SuedLese auch für die kleinen Leser und Zuhörer etwas im Angebot hat.

 Das Interview für ´Tiefgang` führte Sonja Alphonso.

Termin: So, 22. Apr. 2018, 16:00 – 17:00 Uhr Kinderlesung m. Paul Kernstock + Rieke Patwardhan

elbdeich e.V., Moorburger Elbdeich 249, 21079 HH

Der Eintritt ist frei – eine Hutspende aber erwünscht!

Rieke Patwardhan, Illustrationen von Nina Dulleck: Fräulein Schmalzbrot und Billie Ballonfahrer kriegen Besuch

ab 5 Jahren, 144 Seiten mit 15 farbigen Abbildungen, Knesebeck Verlag

ISBN 978-3-86873-977-0, 12,95 €

Fräulein Schmalzbrot und Billie Ballonfahrer sind aufgeregt – sie bekommen Besuch ! Endlich lernen sie ihren indischen Opa kennen. Doch so ganz einfach wird es nicht. Denn plötzlich will Papa nur noch »echt indisch« kochen, es wird richtig eng in der Wohnung, und so manches Abenteuer will…

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SuedLese im Fokus https://www.tiefgang.net/suedlese-im-fokus/ Thu, 29 Mar 2018 22:47:32 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3349 [...]]]> Mein Name ist Sophie und ich bin Denkerin. Dieses Mal dachte ich vor, statt nach.

Das hatte seine Gründe, denn ich bin mental gerne vorbereitet, auf das, was da kommen mag. Mein Name wäre Hase, wenn ich keine Ahnung hätte, wie ich mit einer neuen Herausforderung gut umgehen kann.
Die Herausforderung bestand darin, möglicherweise selber ein Interview zu geben und das für´s Fernsehen. Dabei bin ich als natürliche Person hinter meinem Alter Ego Philo Sophie doch diejenige, die hier die Interviews mit Autoren macht und lieber hinter als vor der Kamera steht.
Im ersten Moment wurde ich bei der Vorstellung nervös – und vermutlich würde sich das im letzten Moment wiederholen. Darauf war ich also schon mal vorbereitet. Mental zumindest. Gegen Lampenfieber ist schließlich noch kein Kraut gewachsen, also heißt es klarkommen mit den Nebenwirkungen: Knie (weich) und Stimme (dünn und brüchig).
Die zweite Überlegung, die mir hilft: Es geht mir um die Sache. Ich stehe voll dahinter. Erstens sind für mich Lesen und Schreiben das A und O. Zweitens mache ich leidenschaftlich gerne Werbung für gute Leute und Orte, Kunst und Kultur, Begegnung und Austausch. Drittens lasse ich kaum eine gute Gelegenheit aus, um etwas dazu zu lernen, indem ich mich neugierig auf neue Erfahrungen einlasse.
Zu meiner mentalen Vorbereitung gehört einerseits eine gewisse Offenheit gegenüber der Situation statt einer Erwartungshaltung, andererseits sorge ich im Vorfeld für innere Klarheit. Dazu mache ich mir Notizen. Das verankert die Aspekte in mir und gibt mir eine gewisse Sicherheit.
Falls ich aller guten Vorsätze zum Trotz doch vor der Kamera stehen und nur herumstottern würde, wollte ich inhaltliche Angaben machen, die enttäuschte Zuhörer hier dann nachlesen können.

Mein Statement ist:
Es erfordert den Einsatz vieler Kräfte und Initiativen, um Kultur zu schaffen, ins Blickfeld zu rücken, für möglichst viele zugänglich zu machen, Chancen zu nutzen und Potentiale zu entwickeln.
Raum zur Entfaltung ist nötig und Wertschätzung der Schlüssel zu Vielfalt und Talentförderung.
Die Schreibwerkstatt in Harburg-Heimfeld ist z. B. so ein Ort, wo Autoren erste offene Ohren finden und ermutigt werden.
Es gibt auch fortgeschrittene Autoren wie Volker Maaßen, der Lyrik auf Rezept verschreibt, und andere Originale wie Roland Prakken, der eng mit seiner Ukulele zusammenarbeitet.
Die Initiative Suedkultur will diese Kräfte bündeln und hob dafür ein Format aus der Taufe: Literaturtage unter dem Namen SuedLese.
Gefragt sind nicht nur Promis wie der Harburger Heinz Strunk oder andere Buchautoren wie Birgit Storm, die bereits Verleger fanden oder Gewinner von Schreibwettbewerben sind wie Heide-Marie Preuß, Christoph Rommel oder Wilfried Abels.
Auch ambitionierte, noch unentdeckte Talente bekommen die Gelegenheit, uns mit ihren Texten etwas mitzuteilen, sei es, dass sie uns unterhalten, berühren oder zum Nachdenken anregen wollen.
Vielseitigkeit wir geboten: Junge und Alte schreiben autobiografisch bis fantastisch.
Bei der SuedLese können alle miteinander ins Gespräch kommen.
Lesen und Schreiben bildet. Vorlesen und Zuhören auch.
Dafür stehe ich mit meinem Namen.

Soweit die Vorbereitung. Doch 1. kommt es anders und 2. als man denkt. Für den Kulturtipp im Hamburg Journal standen nur 30 Sekunden zur Verfügung und der NDR hatte halbwegs einen Plan – in denen für Interviews jedenfalls kein Platz war.
Trotzdem freue ich mich über diesen ersten kleinen Erfolg, dass die SuedLese am heutigen Samstag eine halbe Minute Sendezeit bekommt. Und da man sich bekanntlich immer zweimal sieht, hoffe ich auf eine weitere Gelegenheit, die Literaturtage in Harburg einem größeren Publikum vorzustellen.
Die Macher und Werke hätten die Aufmerksamkeit verdient.

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Der typisch fremde Deutsche https://www.tiefgang.net/der-typisch-fremde-deutsche/ Thu, 29 Mar 2018 22:42:20 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3163 [...]]]> Mit 12 Jahren flüchtete er alleine aus Sri Lanka. Heute ist er Herzchirurg in Hamburg und hat einiges zu sagen. So auch bei der 3. SuedLese und zwar im Café Refugio: Umeswaran Arunagirinathan.

Umeswaran Arunagirinathan sagt „Moin, Moin“ und lässt sich Umes nennen. Das macht es allen im Umgang leichter. Er stammt aus dem nördlichen Sri Lanka und flüchtete alleine im Alter von zwölf Jahren vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat nach Hamburg. Heute ist er Arzt am Universitären Herzzentrum der Hansestadt.

Tiefgang (TG): Über Ihre Erfolgsgeschichte „Vom Flüchtling zum Herzchirurgen“ wurde vielfach berichtet. Glauben Sie, dass das mit Ihrem angesehenen Beruf zusammenhängt?

Umeswaran Arunagirinathan: Ich persönlich finde es gut, dass meine Geschichte vielfach berichtet wird, damit die Geschichte ein Beispiel für die jetzt ankommende Menschen sein kann. Traurig jedoch, dass es tatsächlich auch mit meinem Beruf Herzchirurgie zutun hat.

TG: Fühlen Sie sich manchmal benutzt als „Vorzeige-Flüchtling“? Es ist vor allem Ihr Verdienst, dass Sie Ihren Weg, der sehr lang und schwierig war, gemeistert haben. Abgesehen von den Kriegs- und Fluchterfahrungen hatten Sie hier über viele Jahre mit Schwierigkeiten zu kämpfen, z. B. der ewigen Angst vor Abschiebung. Was hat Ihnen die Kraft gegeben, nicht aufzugeben?

Umes: Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt benutzt gefühlt. Es wäre falsch, mich als Vorzeige-Flüchtling zu verkaufen, ich persönlich möchte ein Beispiel für eine gelungene Integration sein, dies nicht, weil ich Akademiker und Arzt bin.

TG: Menschen reagieren empathischer auf Einzelschicksale als auf eine anonyme Masse. Ihre Popularität ist gewiss sehr hilfreich, um dem Thema ein freundliches Gesicht und eine Stimme zu geben. Das geht unter die Haut, weil es um das persönliche Erleben geht. War das ein Grund für Sie, das Buch zu schreiben?

Umes: Mit meinem ersten Buch „Allein auf der Flucht“ beschreibe ich meinen Alltag als Kind im Bürgerkrieg auf Sri Lanka und meine Flucht über Afrika nach Europa mit einer Schlepperorganisation. Ich wollte damit eine Art Aufklärung in der Gesellschaft betreiben, um Verständnis zu schaffen, warum Menschen ihre Heimat verlassen und zu uns nach Deutschland kommen. Mit meinem zweiten Buch „Der fremde Deutsche“ möchte ich einen Beitrag für die Integration leisten. Als ehemaliger Flüchtling und deutscher Staatsbürger möchte ich den Dialog zwischen beiden Gruppen fördern, was unverzichtbar ist, um ein gutes Zusammenleben zu gestalten. Wenn ich mit meinen Büchern Menschen eine Stimme geben kann, die aktuell selbst nicht dazu in der Lage sind, dann ist es eine gute Sache.

TG: Seit den großen Flüchtlingsströmen hat sich das gesellschaftliche und politische Klima leider aufgeheizt. Welchen Rat würden Sie den Menschen geben, damit Toleranz kein Fremdwort wird?

Umes: Vorurteile und Rassismus sind die Stolpersteine der Integration. Es ist sehr wichtig, dass Menschen, die zu uns kommen, im Dialog mit der Gesellschaft bleiben. Toleranz ist lernbar. Ich würde meine Mitmenschen bitten, auf den einzelnen Menschen zuzugehen und sie kennenzulernen. Um Toleranz in unserer Gesellschaft zu fördern, benötigen wir die Zeit und die Aufklärung, wozu jeder einen Beitrag leisten kann.

TG: Welche Bedeutung messen Sie dem Herzen bei?

Umes: Unser schönste Organ, das wir besitzen. Zurecht ist sein Platz im Zentrum des Körpers.

TG: Welches kulturelle Erbe ist Ihnen heute noch wichtig? Welche Werte halten Sie hoch?

Umes: Ich habe als Kind von meiner Mutter einiges mitgenommen. Gastfreundschaft, soziales Handeln, das Lachen in unruhigen Zeiten nicht zu verlieren und die Dankbarkeit. Besonders wichtig wäre der familiäre Zusammenhalt.

TG: Gibt es Eigenschaften, die Ihnen an der (nord)deutschen Mentalität besonders gut gefallen?

Umes: Ich liebe allgemein die Pünktlichkeit und die Zufälligkeit in unserem Land, besonders im Norden finde ich es gut, dass ich jeder Tageszeit „Moin Moin“ sagen kann.

TG: Wir bedanken uns sehr HERZlich bei Ihnen und freuen uns auf Ihre Lesung am Do., 19. April um 20 Uhr im Refugio-Café der Gastfreundschaft, Bremer Straße 9, 21073 Hamburg.

Das Interview für ´Tiefgang` führte Sonja Alphonso.

Bisher erschienen:

Umeswaran Arunagirinathan: „Allein auf der Flucht“, Konkret Literatur Verlag, 2005, ISBN: 9783894582418, Preis:  € 12,50

Umeswaran Arunagirinathan: „Der fremde Deutsche“, Konkret Literatur Verlag, 2017, 141 Seiten, ISBN-13: 9783894582982, Preis: € 12,50

 

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Eine Reise zu sich selbst https://www.tiefgang.net/eine-reise-zu-sich-selbst/ Thu, 29 Mar 2018 22:39:06 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3062 [...]]]> Die schwarzen Schwäne der Schwarzen Berge. So der Titel des Märchenabends, der im Rahmen der 3. SuedLese am 20. April um 20h im  Striepensaal zu hören ist. Und gar nicht mal für Kinder …

Ein Feensohn verwandelt sich durch Selbstbespiegelung versehentlich in einen schwarzen Schwan und fliegt seiner Frau davon. Sie ist untröstlich, obwohl die besten Unterhaltungskünstler aufgeboten werden, sie zu erfreuen. Einem Tagelöhner, den wir am Straßenrand übersehen würden, fällt die rettende Lösung zu. Solche Märchen sind ein typischer Fall von Jörn-Uwe Wulf.

Er ist ein Geschichtenerzähler, der seine Passion zum  Beruf machte und fortan durch die Lande zog, um Menschen Botschaften zu überbringen, sie nachdenklich zu  stimmen und auch zu erheitern. Was er zu erzählen weiß, hat Tiefgang.

Eines Tages trug es sich zu, dass das Online-Feuilleton von der Initiative SuedKultur bei ihm anklopfte, um ihm sieben Fragen zu stellen.

Tiefgang: Märchen üben bis heute eine große Faszination aus. Mir persönlich bedeutete es sehr viel, dem Klang der Stimme meiner Oma zu lauschen. Inhaltlich fand ich es jedoch eher furchteinflößend mit all den schrecklichen Stiefmüttern, bösen Wolfen, Hexen usw.

Geht es bei Ihnen auch um schöne Prinzen und Prinzessinnen, die sich irgendwann kriegen und noch leben, wenn sie nicht gestorben sind? Oder möchten Sie andere Inhalte vermitteln?

Wulf: Klar geht es auch um Prinzessinnen und Prinzen in meinen Märchen! Die werden aber nicht mehr ungefragt genommen, sondern nehmen und lassen sich nehmen, wenn´s gefällt und vorzugsweise kreuzweise.

TG: Wie reagiert Ihr Publikum in der Regel am Ende? Gibt es anschließend einen Austausch, weil die Menschen über das Gehörte sprechen wollen?

Wulf: Das Publikum ist still und lächelt. Seltsamerweise sind meine Hörer und Hörerinnen am Ende meiner Erzählungen eher mit sich selbst beschäftigt und damit, das Vernommene in sich zu organisieren.

TG: Sollten Geschichten aus Ihrer Sicht möglichst gut ausgehen? Und wenn ja, warum?

 Wulf: Kinder hören mit allen Sinnen zu. Sie hören ein Wort und in ihm schwingt eine große Erlebnisweite mit. Der Matsch im Märchen erzeugt Wonnegrusel, Gefühl von Feuchte, Kälte, Weiche, aber auch Duft, Geschmeidigkeit und was weiß ich. Das Kind erlebt diese Qualitäten oft direkt und auf der Basis seiner bisherigen Lebenserfahrungen, in erster Linie sinnenhaft. Ich möchte Kinder stärken und zu eigenen Erfahrungen und Reflektionen ermutigen.

Heldinnen und Helden, die erkennen, was gut und schlecht ist, Protagonisten, die Krisen meistern und Mitleid mit Schwächeren haben, zeigen kleinen Menschen, dass es sich lohnt für das Gute zu kämpfen. Das lerne ich am Vorbild. Also haben meine Märchen für kleine Menschen immer gute Enden.

Erwachsene hören mit Verstand zu. Das Kind, das man war, ist nach innen gewandelt. Alles, was mensch als Kind erlebt hat, ist noch da, nicht mehr bewusst, aber als Erfahrensmöglichkeit vielleicht abrufbar. Gleichzeitig weiß ein großer Mensch, dass nicht immer alles für alle gut ausgeht. Um Erwachsene mit meinen Texten zu überzeugen, braucht es Brüche, Missverhältnisse, offene Enden.

TG: Wie finden Sie Ihre Themen? Aus welchen Quellen schöpfen Sie?

Wulf: Wochenpresse, das Netz, populärwissenschaftliche Bücher, Diskussionen mit Freunden, Filme, Gespräche mit Nachbarn, Comics, Science-Fiction Romane, Dösen über den Sinn des Lebens, Krimis, Begegnungen im öffentlichen Nahverkehr, Ausstellungen, unsere tausend Märchenbücher, das Harfenspiel und der intensive Austausch mit meiner Frau speisen meine Inspiration.

TG: Hatten Sie als Kind eine Lieblingsgeschichte? Wenn ja, welche und warum?

Wulf: Ich erinnere mich nicht.

TG: Tieren und Figuren kommt in Geschichten oft eine metaphorische Bedeutung zu. Hat das etwas mit Schubladendenken zu tun oder dient es nur der Veranschaulichung?

Wulf:  Märchen bestehen aus aneinandergereihten Bildern. Ein Bild hat nie nur eine Bedeutung – glaube ich, jedenfalls habe ich bisher immer viele Bedeutungen entdeckt. So kann ein Esel stur sein, aber auch stark, grau und musikalisch. Rote Kappen können auf ein junges Blut hinweisen, allerdings sollen manche Zwerge sie auch tragen. Rot ist manchmal Blut und manchmal erdbeerig, kann appetitlich wirken oder Gefahr bedeuten.

Ein Wolf kann ein Zeichen für Stärke und Freundschaft sein, ein Totemtier, aber auch ein gruseliger Reißer, Verschlinger.

Gerne mal an der Harfe aktiv … (Foto: PR)

Das bedeutet auf Ihre Frage hin, die Schubladen springen dauernd auf, verziehen sich, lassen sich nicht schließen. Schubladen sind zu starr für Märchenbilder. Eigentlich sind die Figuren, Tiere, Bilder in meinen Geschichten Wegmarken auf dem Pfad der Märchenheldinnen und -helden.

Im Volksmärchen, nur die interessieren mich (das sind die Märchen, deren AutorInnen man nicht mehr kennt und die immer weiter erzählt wurden), im Volksmärchen dienen Tiere, Figuren, Landschaften immer der Handlung. Sie haben selten eine fest gemeinte Bedeutung. Ein Sinn erschließt sich durch Betrachtung des Bildes, aber auch nicht immer und sofort und außerdem kann sich die Bedeutung mit den Jahren verändern. Das macht Märchen so wundervoll, schillernd und nahrhaft. Gleichzeitig werden Märchen dadurch zeitlos, in vielen Lebensphasen genießbar, denn unser Verstehen entwickelt sich.

TG: Wie sind Ihre Erfahrungen? Erreicht man das Publikum eher über die Emotionen oder über den Intellekt inklusive Humor? Was kommt aus Ihrer Sicht besser bei den Menschen an?

Wulf: Die Frage ist verführerisch. Sie führt irre. Erzählen, so wie ich es ausübe, bedeutet für die Hörerschaft, eine Reise zu sich selbst zu machen. Wir reisen in Seelenwelten und ich bin der Reiseführer. Jede Hörerin und jeder Hörer ist mit seinen/ihren eigenen Bildern und Erfahrungen und Lebensmustern dabei. Wenn wir die Vorstellungen des Auditoriums sichtbar machen könnten, würden wir entdecken, dass jede/r im eigenen Film sitzt. Das heißt für mich, ich halte mich zurück, um den Menschen das zu ermöglichen. Sie genießen es in meinen Veranstaltungen, selber zu fühlen und zu denken. Die Hörer erreichen sich selbst.

Ich genieße wichtigste, tiefe Gedanken gerne leicht serviert.

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Geschafft! Der gescheite Geschichtenerzähler Wulf fand auf alle Fragen eine vielsagende Antwort. Das wurde festlich gefeiert und veröffentlicht, damit ein jeder weiß, dass man ihm bald selber lauschen kann. Am Freitag, den 20.04. um 20 Uhr im Striepensaal. Ein Programm von Pro Quartier. Dort erzählt er, der auch Harfe spielen kann, auf der Basis eines brasilianischen Zaubermärchens eine romantische Geschichte mit Einsprengseln aus Russland, Griechenland und Usbekistan.

Weitere Infos unter: www.maerchenraum.de

Das Interview für „Tiefgang“ führte Sonja Alphonso.

Die 3. SuedLese – die Literaturtage im Süderelbe-Raum – findet vom 1. bis 30. April 2018 an unterschiedlichen Orten und mit jeder Art literarischem Gerne vorwiegend lokaler Autor*innen statt und ist initiiert von der freien Initiative SuedKultur. Ausführliche Programmhefte finden Sie an etlichen Kulturorten im Süderelbe-Raum oder als download unter www.sued-kultur.de.

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Die Zeitreise des Hardy Andrecz https://www.tiefgang.net/die-zeitreise-des-hardy-andrecz/ Thu, 29 Mar 2018 22:37:08 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3375 [...]]]> Ein Harburger erfährt von der SuedLese und fragt, ob man dort seine Biografie lesen könne. Diese erscheint gerade als Buch und ist eine wahre Zeitreise mit viel Aktualität. Und wird natürlich gelesen …

Hardy Andrecz – „Von der Wiege bis (fast) zur Bahre“: dieses Buch erzählt die Geschichte eines unehelichen Jungen, der kurz vor Kriegsausbruch in Pommern geboren wurde. Er kam auf abenteuerliche Weise zu liebevollen Pflegeeltern und wuchs die ersten sechs Jahre wohlbehütet im Kreis der neuen Familie auf. Dann aber zerstörte der Krieg die friedliche Idylle. Der Junge wurde mit seiner Pflegemutter vom Rest der Familie getrennt und war ohne väterliche Hand auf sich gestellt. Sein Verhalten nahm überwiegend egoistische Züge an.
Nach Kriegsende kehrte er mit seiner Pflegemutter wieder in seine Heimatstadt zurück. Nichts war wie vorher. Der Vater war ins KZ verschleppt und dort umgebracht worden. Der Junge hatte ja schon den Einmarsch der Russen erlebt und nun kam noch das polnische Militär mit seinen Angehörigen dazu. Vergewaltigungen (Russen) und Plünderungen (Polen) waren an der Tagesordnung und mittendrin der kleine inzwischen 10 jährige Junge.

Er ist jetzt 82 und erlebte viel: als Kind einer Liebschaft kam er aufgrund arischer Gesetze zu Pflegeeltern in Stettin. Krieg, die Flucht vor ihm, die Suche nach einem neuen Zuhause. Arbeit im ruhrgebietlichen Bergbau und schließlich Polizeibeamter in Hamburg. Irgendwann steht er an der Kasse eines Möbelhauses und hört den Namen seines leiblichen Vaters.

Eine Autobiografie, die ebenso reich an aktuellen Themen ist wie auch trotz teils tieftrauriger Geschichten mit vitaler Leichtigkeit über die Irrungen und Wirrungen des Lebens berichtet.

Dieser Mann ist nun unheilbar an Krebs erkrankt, aber noch voller Lebensmut und Tatendrang. Im Elbe Wochenblatt liest er von den Literaturtagen der 3. SuedLese, die nun den ganzen April über als Literaturtage den Süden Hamburgs einnehmen und fragt, ob es möglich sei, auch sein gerade in Druck befindliches Werk als Harburger Autor zu lesen.

Gesagt, getan – denn sonst wäre SuedKultur nicht eben diese Kulturinitiative: und so wird das Mitglied der Harburger Schreibwerkstatt Christoph Rommel am Mittwoch, den 18. April um 19h im Sozialkontor Harburg¸ Schwarzenbergstraße 49, 21073 Hamburg, aus dem Buch lesen.

Unter dem Titel „Von der Wiege bis (fast) zur Bahre“ berichtet es von der Kindheit in Stettin, Krieg, Flucht und das Erwachsenwerden im Nachkriegsdeutschland. Die Arbeit – erst unter, dann über Tage – Ehe und Familie werden in den Blick genommen. Höhen und Tiefen, Irrungen und Wirrungen, alles dabei. Immer mit Humor und ohne Rechthaberei erzählt. Ein Stück Zeitgeschichte, ein Menschenleben.

Termin:

Mi., 18. April um 19h im Sozialkontor Harburg¸ Schwarzenbergstraße 49, 21073, Zeitreise. Hardy Andrecz lässt sein Leben Revue passieren. Gelesen von Christoph Rommel (dieser Termin findet sich nicht im gedrukcten Programmheft!)

Buch:

Hardy Andrecz: „Von der Wiege bis (fast) zur Bahre“, 238. S. teils bebildert, ersch. März 2018, Rediroma-Verlag, ISBN 978-3-96103-337-9; Preis 11,95 €,

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Der „Angehörige“ liest https://www.tiefgang.net/der-angehoerige-liest/ Thu, 29 Mar 2018 22:29:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3303 [...]]]> Sein Buch ´Wir sind dann wohl die Angehörigen` wird gerade allerorten besprochen und gelobt, obwohl die Geschichte mehr als 20 Jahre her ist. Jetzt liest Johann Scheerer im Rahmen der SuedLese.

„Jan Philipp ist entführt worden. Die Entführer wollen 20 Millionen D-Mark. Die Polizei hat einen Krisenstab eingerichtet. Christian Schneider ist auf dem Weg hierher. Ich weiß ganz sicher, dass es gut ausgehen wird, aber bis dahin wird es schwer für uns werden.“ Mit diesem Satz wird der 13jährige Johannes an einem Tag im Jahre 1996 morgens von seiner Mutter geweckt. Jan Philipp ist sein Vater. Mit dem Satz ändert sich alles. Nicht nur in der Wahrnehmung des Teenies, sondern ganz konkret. Das eigene Haus wird zur Polizeizentrale, privat gibt es auf einmal nicht mehr.  Dafür Warten, Stille, Leere und viele Gedanken. „Ich dachte: Ok, er ist entführt und ist jetzt entweder tot oder wird sehr bald sterben, wird ermordet werden. Ich habe das die ganze Zeit gedacht – von der ersten bis zur letzten Sekunde.“

Johann Scheerer erzählt auf berührende und mitreißende Weise von den 33 Tagen um Ostern 1996, als sich sein Vater Jan Philipp Reemtsma in den Händen von Entführern befand, das Zuhause zu einer polizeilichen Einsatzzentrale wurde und kaum Hoffnung bestand, ihn lebend wiederzusehen.

„Es waren zwei Geldübergaben gescheitert und mein Vater vermutlich tot. Das Faxgerät hatte kein Papier mehr, wir keine Reserven, und irgendwo lag ein Brief mit Neuigkeiten.“ Wie fühlt es sich an, wenn einen die Mutter weckt und berichtet, dass der eigene Vater entführt wurde? Wie erträgt man die Sorge, Ungewissheit, Angst und die quälende Langeweile? Wie füllt man die Tage, wenn jederzeit alles passieren kann, man aber nicht mal in die Schule gehen, Sport machen, oder Freunde treffen darf? Und selbst Die Ärzte, Green Day und die eigene E-Gitarre nicht mehr weiterhelfen?

Johann Scheerer wurde 1982 geboren. Im heutigen Leben ist er vor allem Musiker und Musikproduzent. Er gründete mit fünfzehn Jahren seine erste Band, nahm mit »Score!« 1999 sein erstes Album auf und ging auf Deutschlandtour. Nach dem Abitur bekam er einen Plattenvertrag für sein Soloprojekt »Karamel«, gründete 2003 das Tonstudio »Rekordbox« und 2005 »Clouds Hill Recordings«.

Mittlerweile konnte er die einhundertste Veröffentlichung als Musiker und Produzent feiern, u.a. mit Faust, Gallon Drunk, Bosnian Rainbows, Rocko Schamoni, James Johnston, Peter Doherty und aktuell At the Drive-In. » It´s magic what this young German did to my songs. He saved my life.« Peter Doherty // The Libertines, Babyshambles.

„Ein ebenso kluges Buch, aber es gibt die Distanz auf, die durch die Rationalität des Betrachters entsteht.“ (Thomas Andre, Hamburger Abendblatt v. 5. März 2018)

„Johann Scheerer ist ein besonderes Buch gelungen. Es erzählt auf mehreren Ebenen die Geschichte einer Entführung. Gleichzeitig schafft er es, absolut glaubwürdig von der Gefühlswelt eines bedrängten Teenagers zu berichten – und, oft mit indirekter Beleuchtung, einen Familienroman zu erzählen. Und nicht zuletzt ist das Buch eine Liebeserklärung an seinen Vater, den Intellektuellen, der jede freie Minute mit Lesen verbringt, aber auch den Sohn nachts um 2 Uhr weckt, weil ein Boxkampf übertragen wird.“ (Patric Seibel, NDR Info – Lesezeit am 1. Mrz. 2018)

„Seine Sätze sind kurz, schnörkellos, reduziert auf das Wesentliche; sein Ton unsentimental, seine Betrachtungsweise hypersensibel. Und so gelingt es ihm, eine Ebene des Erzählens zu finden, die mit scheinbarer Beiläufigkeit einen ganzen Resonanzraum von Bedeutungen zum Klingen bringt.“ (Julia Encke, FAZ v. 28. Feb. 2018)

Johannes Scheerer im Interview beim NDR

Termin: Di, 24. April, 19.30 Uhr, Eintritt: 10 €

Buchhandlung am Sand, Hölertwiete 5, 21073 Hamburg-Harburg, Tel.: 040 / 77 19 08, www.amsand.de

Karten sollten unbedingt im Vorverkauf gesichert werden!

Johann Scheerer: Wir sind dann wohl die Angehörigen – Die Geschichte einer Entführung

erschienen am 01.03.2018, 240 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-492-05909-1; Preis: 20,- €

Das Pendant aus der Sicht des Vaters stammt von 1997 und ist mittlerweile in meheren Auflagen

erschienen. Und: Jan-Philipp Reemtsma ist ein brillanter Wortbeherrscher, die Sichtweise und Sphäre zum selben Fall als Pendant absolut empfehlenswert.

Jan-Philipp Reemtsma: Im Keller; ISBN: 978-3-499-22221-4, Preis: 16,- € (Taschenbuch 8,99 €)

 

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Der Kapitän und das Meer https://www.tiefgang.net/der-kapitaen-und-das-meer/ Thu, 29 Mar 2018 22:21:34 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3270 [...]]]> Seemannsgarn von Männern, die alles erlebt haben und wo? Klar, im Hafen Harburgs. Ben O. Bömkes bei der SuedLese.

Wer erzählt die besten Geschichten vom Meer? Männer, die alles erlebt haben: wilde Stürme, Monsterwellen, Stunden zwischen Leben und Tod. Der Schauspieler und Musiker Ben O. Bömkes liest an diesem Abend aus den Bestsellern von „Ankerherz“. Es geht um den Überlebenskampf im größten Sturm seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Um einen Hurrikan, der auf ein kleines Boot zukommt. Es geht um eine gefährliche Fracht, harte Matrosen und leichte Mädchen und um eine Romantik, die es vielleicht nie mehr geben wird. Musikalisch begleitet wird dieser Abend mit Live-Musik am Akkordeon inklusive einer Sing-Not-Rettungsübung. Erleben Sie einen Abend, der nach Salzwasser schmeckt.

Und das gibt es zu lesen, äh – zu hören:

„Wellenbrecher – Kapitäne erzählen ihre besten Geschichten“. Ein Buch von Autor Stefan Kruecken und Fotograf Achim Multhaupt.

Stefan Kruecken, Jahrgang 1975, arbeitete als Polizeireporter für die Chicago Tribune und berichtete als Reporter weltweit für Magazine wie max, stern oder GQ. Krücken ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt mitsamt Hund bei Hamburg.

Achim Multhaupt wurde 1967 in Dortmund geboren. Er studierte Fotodesign an der dortigen Fachhochschule. Für seine Diplomarbeit unter den Professoren Arno Fischer und Gerd van Rijn fotografierte er den Blues in den schwarzen Vierteln von Chicago. Multhaupts Fotos wurden in Galerien in Hamburg und Köln ausgestellt. Seine Schwerpunkte sind Porträtfotografie und Bildjournalismus, er arbeitet für nationale und internationale Magazine. Er lebt in Hamburg.

Ben O. Bömkes

Die Lesung wiederum samt Musik wird von Schauspieler und Musiker Ben O. Bömkes vorgetragen.

Und die Stories sind Klasse: Atlantik, zwei Tage vor Weihnachten 1965: Der Frachter Frank Leonhardt, der Richtung Amerika läuft, empfängt ein SOS. Kurz darauf erkennt der Kapitän, dass die Lage für die Besatzung eines Schiffes todernst ist. Jeden Moment können Brecher das Wrack auf den Klippen der Insel Flores zerschlagen. Niels Held zögert keinen Moment. Mit einem Beiboot fährt er in die Brandung hinein, um die Schiffbrüchigen zu bergen – und jeden von ihnen zu retten. Es sind Geschichten voller Mut, die mehr als 25 Kapitäne erzählen. Geschichten vom Stolz der Docker in London, von der Liebe zu schönen Mädchen in Südamerika, von der Gefahr, die ein amerikanischer Flugzeugträger verbreitet, von der Verzweiflung nach dem Untergang eines Trawlers und vom Willen, auch in der schlimmsten Sturmflut niemals aufzugeben. Geschichten, die echt sind und wahr und die mehr erzählen als vom Leben auf See.

„Ein unglaubliches Buch.“ Der Spiegel

„Wellenbrecher ist eine Lektüre, die zur Demut auffordert.“ Berliner Morgenpost

„Was für ein Buch!“ Stefan Anker, Welt am Sonntag

„Berichte von Monsterwellen, Liebesabenteuern, Kriegserlebnissen, Piraten oder Untergängen – eine beeindruckende Mischung. Durchweg packend!“ Westdeutsche Zeitung, Wuppertal

Termin: Donnerstag 19. April 2018, 20Uhr, „Wellenbrecher“, Fischhalle Harburg, Am Kanalplatz 16, 21079 Hamburg, Eintritt 15€

Das Buch: Stefan Kruecken:  „Wellenbrecher – Kapitäne erzählen ihre besten Geschichten“, bebildert von Fotograf Achim Multhaupt; 248 Seiten, mit farbigen Porträts, Illustrationen u. historischen Fotografien, mit Karte und Glossar, ISBN: 978-3-940138-03-3, Preis: 29,90€

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