Kunst als Sprache der Intuition https://www.tiefgang.net Fri, 11 Mar 2022 17:22:09 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Narzisstische Grenzverletzung https://www.tiefgang.net/narzisstische-grenzverletzung/ Fri, 18 Mar 2022 23:17:26 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8867 [...]]]> Kinder, die in einem narzisstischen Umfeld aufwachsen, lernen ihre eigenen Gefühle zu unterdrücken. Sie haben auch als Erwachsene Schwierigkeiten, ihre Grenzen wahrzunehmen und ihre Bedürfnisse zu fühlen.

von Ulrike Hinrichs

„Narzissten kapern den anderen wie Piraten“, beschreibt es der Psychiater Pablo Hagemeyer (S. 25). „Automatisch besetzen sie die Persönlichkeit des anderen und verschieben die Grenzen auf Kosten des Opfers. Auch das ist Teil der Zerstörung des anderen. Die massive Besetzung einer Person durch einen Narzissten ist wie eine feindliche Übernahme“, führt Pablo aus (a.a.O.).

Für Kinder ist das die emotionale Hölle. Allerdings normalisieren Kinder das Entsetzliche, weil sie nichts anderes kennen und irgendwie damit umgehen müssen. Mir begegnet dieses Thema des narzisstischen Missbrauches in meiner Praxis vor allem bei Frauen. Töchter narzisstischer Mütter (Narzisstische Mütter) fühlen sich fremdbestimmt, abgeschnitten von den eigenen Gefühlen. Sie haben in der narzisstischen Erziehung gelernt, sich von den eigenen Bedürfnissen abzukoppeln und auf die Wünsche, Erwartungen und Stimmungen der Mutter zu reagieren.

Diese Erfahrung findet sich im Laufe des Lebens in destruktiven Beziehungsmustern wieder. Frauen, die unter narzisstischen Müttern groß geworden sind, können sich oft perfekt in die Bedürfnisse anderer einfühlen. Zu den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen haben sie dagegen kaum einen Zugang, so dass sie über ihre eigenen Grenzen gehen oder andere diese Grenzen überschreiten lassen.

Die Gefahr der Selbstaufgabe, der grenzenlosen Hilfe für andere, ist eine typische Folge narzisstischer Vergiftung. Oft versteckt sich dahinter ein weiblicher Narzissmus. Menschen mit weiblichen narzisstischen Anteilen leben den Gegen-Part zum grandiosen Narzissten, indem sie ihre Minderwertigkeits- und Nichtigkeitsgefühle in den Vordergrund stellen. Bis zur völligen Selbstaufgabe umsorgen, hegen und pflegen sie ihre/n Beziehungspartner/in. Daher passen diese narzisstischen Strukturen in Beziehungskonstellationen perfekt zusammen. Der weibliche Narzissmus wird deshalb auch Komplementär-Narzissmus genannt.

Der erste Schritt auf dem Weg zur Heilung ist es, diese Beziehungsdynamik zu verstehen und die eigenen Grenzen wieder wahrzunehmen.

Weitere Beiträge zum toxischen Narzissmus:

 

Ulrike Hinrichs ist Kunsttherapeutin (M.A.) und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist auch Autorin des Fachbuches Kunst als Sprache der Intuition

 

Literatur:

Hagemeyer, Pablo (2020). „Gestatten ich bin ein Arschloch“. Ein netter Narzisst und Psychiater erklärt, wie Sie Narzissten entlarven und ihnen Paroli bieten. Hamburg: Eden books.

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Kausalität und Synchronizität https://www.tiefgang.net/kausalitaet-und-synchronizitaet/ Fri, 11 Feb 2022 23:47:21 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8753 [...]]]> Die Zeit, wie wir sie alltäglich wahrnehmen, scheint für alle und alles gleich zu ticken. Sie schießt wie ein Pfeil in die Zukunft.

Von Ulrike Hinrichs

Das ist die lineare Zeit (siehe auch Zeit vergeht? Zeit entsteht?)

In der linearen Zeit sprechen wir von der Kausalität der Ereignisse. Kausalität beschreibt die Verbindung von Ursache und Wirkung. Weil ich die Nummer meiner Mutter gewählt habe (Ursache), geht sie ans Telefon (Wirkung). Unser ganzes Rechtssystem der Verantwortlichkeit baut auf der Kausalität.

Der Physiker Richard M. Muller konstatiert in seinem Buch JETZT, dass die Zeit flexibel und dehnbar sei und sich sogar umkehren könne. Dies erinnert an die Beschreibung der zirkulären Zeit, wie sie indigene Völker und spirituelle Meister beschreiben. Neben der linearen Zeit existiert eine andere Form der Zeit. Sie dreht sich wie ein Rad, sagen die Schamanen. Diese zirkuläre Zeit ist aus der Perspektive unserer Alltagszeit zeitlos. Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit sind gleichzeitig. Im Raum der Zeitlosigkeit entstehen synchrone Ereignisse. Synchronizität bedeutet, dass zwei Ereignisse, die nicht kausal miteinander verbunden sind, einen Sinn ergeben (Du denkst an deine Mutter, in diesem Moment ruft sie an). In unserer Kultur tuen wir solche synchronen Ereignisse als bloßen Zufall ab. Alle anderen Interpretationen sind Hokuspokus. Aber ist das so?

Die Quantenphysik hat grundlegende Theorien der klassischen Physik von Newton auf den Kopf gestellt. Newtons Gesetze, die bei makroskopischer Beobachtung uneingeschränkt gültig erscheinen, sind nach der Quantenphysik auf den Mikrobereich nicht übertragbar. Räumlich getrennte physikalische Systeme regieren aufeinander, sie zeigen synchrone Ereignisse ohne kausal miteinander verbunden zu sein. Der Welle-Teilchen-Dualismus, wonach Objekte der Quantenphysik gleichermaßen die Eigenschaften von Wellen wie die von Teilchen zeigen können, weicht auch von unserer Alltagsphysik ab. Und darüber, wie das Objekt reagiert (Welle oder Teilchen), können die Wissenschaftler nur  Wahrscheinlichkeitsaussagen machen, keine sicheren Vorhersagen. Auch die auf Heisenberg zurückgehende quantenphysikalische Erkenntnis, dass der Wissenschaftler in einem wissenschaftlichen Experiment nicht als ein Subjekt ein Objekt beobachten kann, sondern durch den Akt der Beobachtung das Experiment beeinflusst, rüttelte an dem Selbstverständnis der Objektivierbarkeit physikalischer Untersuchungen.

Nichts also scheint so klar, wie wir es in unserer materialistisch-mechanistischen Welt gelernt haben.

„Das Universum schafft künstlerisch.

Um mit ihm zu kommunizieren, müssen wir kreativ sein“

Der zirkulären Zeit begegnen wir in der echten Stille, beispielsweise in der Meditation. Aber auch künstlerische Prozesse kitzeln den Bereich der Unendlichkeit. Wir tauchen ein in eine Welt der inneren Bilder. Mythen, Märchen, Poesie, Musik, Geschichten berühren eine andere Ebene der Wahrnehmung. Man könnte es vielleicht die Sprache der Seele oder des höheren Selbst nennen. Wir sind Teil eines alles verbindenden Netzes. Wir sprechen hier nicht die Worte der Buchstaben, sondern die der Bilder. Wir finden hier die intuitiven Prozesse, berühren die Zukunft durch Vorahnungen und Geistesblitze. Kunst ist eine Sprache der Intuition. Die Kunst hilft uns das auszudrücken, was wir jenseits der Wortsprache wahrnehmen können. Ich beschreibe es gern auch als „Sehhilfe“, so als setzen wir uns eine Brille auf, die uns in eine andere Realität blicken lässt. Mehr dazu Kunst als evolutionärer Jackpot 

 

Ulrike Hinrichs ist Kunsttherapeutin (M.A.) und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist auch Autorin des Fachbuches „Kunst als Sprache der Intuition. Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen“

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Kunst als Erfahrung der Wirklichkeit https://www.tiefgang.net/kunst-als-erfahrung-der-wirklichkeit/ Fri, 11 Sep 2020 22:59:08 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7222 [...]]]> Kunst kann unsere Sinne verführen, Impulse geben und ebenso verstören. Was ist für uns Kunst, was ist schön, hässlich? Und warum erschafft der Mensch überhaupt Kunst?

Von Ulrike Hinrichs

Zurück bis zu den Ursprüngen der Menschheit und bis in die entlegensten Ecken der Erde können wir künstlerische Werke finden. Kunst scheint etwas zutiefst Menschliches zu sein. Alles hat einen natürlichen Sinn, nichts passiert in der lebendigen Natur einfach nur so. Die Kunst ist eine Form einer Sprache der intuitiven, ahnenden und fühlenden Seite in uns (´Tiefgang`: Mit der Kunst die Intuition einfangen). Die Kunst ist Ausdruck, der Eindruck hinterlässt. Dabei geht es nicht um die Ästhetik, wie wir sie herkömmlich verstehen, denn sie  bleibt auf der Oberfläche verhaftet. Der Biologe und Dozent an der Universität der Künste in Berlin Andreas Weber hat zu dem Thema Schönheit und Ästhetik in einem Interview überzeugende Gedanken formuliert: „In der Erfahrung von Schönheit oder einer ästhetischen Erfahrung machen wir eine Erfahrung der Wirklichkeit. Wir stellen fest, diese Wirklichkeit ist auf eine bestimmte Art und Weise beschaffen und ich sollte an dieser Wirklichkeit lebensspendend teilnehmen. Ich spreche allerdings nicht mehr von ästhetischen Erfahrungen, weil sie sich auf geformte Oberflächen beziehen. Die Begegnung in einer Welt in ihrer Innerlichkeit oder Beziehung ist eben keine Oberflächenerfahrung. Das sagt uns etwas darüber, wie die Welt beschaffen ist und wie gut sie beschaffen wäre. Auf der Ebene von Beziehung, Kommunikation und Innerlichkeit würde ich sagen, das Schöne ist das Fruchtbare und das Hässliche ist das Unfruchtbare. Oder das Schöne ist das, was Fruchtbarkeit ermöglicht. Und das Hässliche ist das, was mit Unfruchtbarkeit droht. Das ist aber keine bürgerliche Couchästhetik des Schönen und Hässlichen.“

Unter Fruchtbarkeit ist – so Weber – sehr allgemein das Schöpferische und Lebendige zu verstehen. Das Ästhetische ist keine Oberflächenbetrachtung, sondern trifft uns im Inneren. Wir tauchen von der Außenansicht in die Tiefe, gehen in Resonanz mit dem Lebendigen um uns herum, in der Natur und auch im Kunstwerk. Ästhetik ist damit eine emotionale Kontaktaufnahme, eine Form der Resonanz, ein „Mitschwingen“ mit dem Kunstwerk.

„Emotionale Resonanz als eine bestimmte Form zwischenmenschlicher Interaktion ist eine basale Erfahrung jeder zwischenmenschlichen Beziehung. Sie meint eine ganzheitliche Form des Aufeinander-bezogen-Seins und bezieht als prä- bzw. extraverbales Beziehungsgeschehen die seelische, körperliche und geistige Ebene gleichermaßen mit ein. Emotionale Resonanz ist in einem weiteren Kontext ein „transverbales“ Phänomen, in dem letztlich das Geheimnis des Angerührt-Werdens zum Ausdruck kommt. Emotionale Resonanz lässt in uns etwas anklingen und berührt uns.“, konstatiert die Musiktherapeutin Gindel.

Gindel beschreibt die Resonanz im zwischenmenschlichen Zusammensein, diese Idee lässt sich auf unsere Beziehung zur Welt um uns herum übertragen.

Die Beschreibung einer resonanten Ästhetik stellt eine erfrischende Perspektive dar. In meiner täglichen Arbeit mit unterschiedlichen Gruppen staune ich immer wieder, wie sich das Lebendige in der Kunst manifestiert. Kreative Prozesse wecken und manifestieren Leben und Schöpferkraft. Wenn wir künstlich tätig sind, erschaffen wir die Welt ganz neu. Gleichzeitig sind die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens durch einen gesellschaftlichen Bewertungsprozess in ihrer Kreativität abgetötet worden. Menschen verzweifeln an den verinnerlichten Bewertungskriterien. Wenn wir es schaffen, uns von Bewertungen zu befreien, die wie eintätowierte Glaubenssätze in uns wüten, können wir wieder spielen, staunen und vor allem schöpfen.

Betrachten wir die Blumengesichter im Header-Bild. Sie stammen von einer älteren Dame aus Afghanistan, die an meiner Flüchtlingskunstgruppe teilnimmt. Soweit diese Frau überhaupt schon einmal gemalt hat, dann zuletzt als Kind. Mich berühren ihre Blumen zutiefst. Sie wecken in mir ein Gefühl von „Familie und Hoffnung“ und auch ein wenig „Skepsis und Verlorenheit“. Das sind meine Resonanzen. Wenn sie das Werk betrachten, können Sie ganz andere Assoziationen haben. Was uns in Kunstwerken berührt, hat zunächst einmal mit uns selbst zu tun. Oft decken sich diese Impulse und Assoziationen aber mit den Gefühlen und Themen der Schöpfer der Werke. Das schnelle, intuitive  Denken, wie es der Nobelpreisträger Kahnemann beschreibt, breitet sich durch Assoziationsketten aus (siehe ausführlich: ´Tiefgang`: „Kunst ist wildes Denken“). Unser Unbewusstes kann mühelos unendliche Assoziationen hervorrufen. Auf diese Weise verbinden sich über das Kunstwerk Schöpfer und Betrachtende. Das Werk  beginnt zu sprechen.

Literatur

  • Gindel, Barbara (2001). Anklang finden – emotionale Resonanz. In: Storz, Dorothee; Oberegelsbacher, Dorothea. Wiener Beiträge zur Musiktherapie, Band 3, Theorie und klinische Praxisals psychotherapeutisches Grundprinzip. Wien: Edition Praesens.
  • Hinrichs, Ulrike (2019). Kunst als Sprache der Intuition. Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanalogen Transformationsprozessen. Synergia.
  • Weber, Andreas (2020, S. 58). „Der Ruf ins Leben“ – Evolve Magazin, Ausgabe 21.

 

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Mehr über den Tod nachdenken … https://www.tiefgang.net/mehr-ueber-den-tod-nachdenken/ Fri, 20 Sep 2019 22:46:28 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5783 [...]]]> Dass wir Menschen sterben, wissen wir. Eigentlich. Aber ist es uns wirklich bewusst? Die Autorin Ulrike Hinrichs ging dem mal nach und kommt zu spannenden Erkenntnissen.

 Ein Beitrag von Ulrike Hinrichs

„The two most important days in your life are the day you are born and the day you find out why.“

Ein Zitat von Mark Twain, das mich zum Schmunzeln gebracht hat. Wer von euch hat den zweiten Tag schon erlebt? Ich jedenfalls noch nicht. Und auf der Suche nach der Antwort begegnet mir immer wieder in unterschiedlichen Facetten der Tod, ein Grund, mich auch künstlerisch mit dem Symbol des Totenkopfs zu beschäftigen. Zudem arbeite ich kunsttherapeutisch mit Menschen im letzten Lebensabschnitt, da sitzt der Tod stets mit am Tisch

(siehe ´Tiefgang`: Zusammen sind wir Wald). Auch in meiner Flüchtlingsarbeit zeigt sich in Themen wie Verlust, Abschied, Sterben und Folter der Tod von seiner angsteinflößenden Seite (siehe ´Tiefgang`: Kunst gibt mir Freiheit).

Es überrascht daher auch nicht, dass der Totenschädel allgemein auf Ablehnung stößt, steht er doch für die Endlichkeit unseres Seins. Oder er wird als Modeaccessoire degradiert, als könnte man ihn damit bezirzen, mundtot machen, bagatellisieren. Menschen versuchen, das totsichere Ende so lange und gut wie möglich zu ignorieren. Auch mir macht der Tod Angst. Man ist einfach nicht mehr da. Das kann ich mir nicht vorstellen, gleichzeitig spüre ich mit zunehmenden Alter diese Realität ganz konkret in mir. Das Gefühl der Unsterblichkeit, das man als Jugendliche hatte, ist mir verloren gegangen. Damals wusste ich zwar theoretisch, dass jeder stirbt, aber tatsächlich gestoben sind immer nur die anderen.

Werden und Vergehen

Schaut man tiefer in die Symbolik des Totenkopfs, so repräsentiert er neben dem unausweichlichen Ende auch und vor allem die universellen Zyklen von Werden und Vergehen. Ohne Sterben kann nichts Neues entstehen. Diese Logik spiegelt sich überall in unserer Alltagsrealität. In den Jahreszeiten, den Rhythmen von Tag und Nacht, Ebbe und Flut, Einatmen und Ausatmen. Wenn wir loslassen müssen, einen Menschen, die Heimat, unsere Gesundheit, auch dann sind wir mit dem Tod konfrontiert, der Miniaturform vom endgültigen Ende. Loslassen ist daher auch für die meisten Menschen ein schwieriges Thema.

Der Tod wirft die Frage auf, die auch mich sehr beschäftigt: was ist der Sinn des Lebens und gibt es etwas, das über das materielle Leben, den leiblichen Körper, hinausgeht? Ich habe keine Antwort darauf, allenfalls Ideen dazu. Und meine Vermutung ist, dass man sich der Antwort weniger durchs Denken, sondern mehr durchs Fühlen, der Intuition nähert. Denn die Unendlichkeit des Universums und der Tod sind mit dem analytischen Denken nicht zu erfassen. Mit jedem Totenkopf, der künstlerisch aus meinen Händen fließt, versuche ich mich ein wenig anzufreunden mit dem Ende. Aber ist alles zu Ende, wenn wir sterben? Gewissheit haben wir erst, wenn wir es hinter uns haben.

Derzeit entstehen in allen Wissenschaftsdisziplinen paradigmatische Denkansätze, die neue Ideen zur Verortung und dem Sinn unseres Bewusstseins aufwerfen. Damit habe ich mich wissenschaftlich in meinem Fachbuch „Kunst als Sprache der Intuition“ auseinander gesetzt (siehe ´Tiefgang`: Mit der Kunst die Intuition einfangen).

Eine Idee, die mir besonders gefällt, ist die Annahme, dass unser individuelles Bewusstsein vielleicht Teil eines kollektiven Bewusstsein ist. Der Mediziner und Arzt Dr. Hans Hein, der das Vorwort zu meinem Buch geschrieben hat, formuliert es so: „Das Wissen ist nicht im Gehirn, sondern das Hirn im Wissen.“ Sind wir, unser aller Bewusstsein, sowas wie ein Weltengehirn? Entwickelt sich die Welt, das ganze Universum, durch dieses globale Bewusstsein weiter und ist das vielleicht auch der Sinn des Ganzen, unseres Daseins? Der Physiker und Heisenberg-Schüler Heim definiert in seiner einheitlichen zwölf-dimensionalen Quantenfeldtheorie Bewusstsein als eine Dimension des Universums. Er beschreibt einen universellen Hyperraum, mit dem der Mensch über seine DNS verbunden ist. Im Hyperraum sei das Langzeitgedächtnis abgespeichert. Auch das Gehirn sei mit dem universalen Umfeld verbunden. Und Max Planck konstatierte in seiner Rede zum Nobelpreis (1918): „Es gibt keine Materie an sich, alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zu dem winzigen Sonnensystem des Atoms zusammenhält. Da es im ganzen Weltall weder eine intelligente noch ewige abstrakte Kraft gibt – es ist der Menschheit nie gelungen, das heiß ersehnte Perpetuum mobile zu finden – so müssen wir hinter dieser Kraft bewussten, intelligenten Geist annehmen.“ Max Plank

Energiefeld Gott

Totenkopf 461 – Ulrike Hinrichs, Aquarell

Diese wissenschaftliche Perspektive nähert sich spirituellen Ansätzen an. Die alten vedischen Lehren gingen davon aus, dass das Universum ein schwingendes Feld ist. Dieses Energiefeld nannten sie Akasha. Das mythologische Bild aus dem Mahayana Buddhismus – Indras Netz – ist eine weitere Metapher zur Beschreibung einer noch viel älteren vedischen Lehre, die ebenfalls verdeutlicht wie die Struktur des Universums in einem Netz verflochten ist. Dieses Energiefeld, das man auch Gott nennen kann, könnte die gemeinsame Wurzel aller Religionen sein.

Mit einer solchen Perspektive der Betrachtung von Bewusstsein gehe ich in Resonanz, es leuchtet mir ein. Damit wäre jedenfalls unser individuelles Bewusstsein „unsterblich“, Teil eines größeren Ganzen, wie die Welle im Meer. Vielleicht ist auch diese Annahme aber nur ein neues Narrativ in der großen Erzählung der Menschheit. Ich habe da so einen Ahnung: es gehört zum Menschsein dazu, dass wir dieses Rätsel nicht lösen können.

Und so ende ich mit einem persönlichen Erlebnis: Zu dieser Jahreszeit auf meinen Waldspaziergängen in den Harburger Bergen begegnen mir unzählige blau-schwarz glänzende Mistkäfer. Die schillernde Farbe ihres Panzers fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Einige sind totgetreten, andere flitzen über den Waldboden, wieder andere liegen auf dem Rücken und strampeln mit den Beinchen. Wenn mir ein solch hilfloser Käfer begegnet, drehe ich ihn auf die Beine. Und dann denke ich immer mal wieder, der weiß jetzt nicht, wer ihm das Leben gerettet hat. So beschränkt in meiner Wahrnehmung fühle ich mich auch, wenn ich über den Tod nachdenke.

Zitierte Literatur: Illobrand von Ludwiger (2010), Burkhard Heim – Das Leben eines vergessenen Genies

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Mit der Kunst die Intuition einfangen https://www.tiefgang.net/mit-der-kunst-die-intuition-einfangen/ Fri, 14 Jun 2019 22:43:34 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5431 [...]]]> Warum erschafft der Mensch überhaupt Kunst? Was ist unter Kunst zu verstehen? Kann man Kunst definieren?

Darüber wurde seit der Aufklärung schon viel diskutiert. Auch der Begriff der Ästhetik zur Qualifizierung von Kunstwerken geht auf die Zeit der Aufklärung zurück. Die Kunst ist zwar mit Worten kaum zu greifen, wird aber im gesellschaftlichen Kontext doch immer wieder der Bewertung unterworfen. Das lernen Kinder schon in der Schule, indem sie für die bildende Kunst Schulnoten erhalten. Was aber wäre, wenn wir unseren Blick erweitern, wenn der künstlerische Ausdruck eine dem Mensch ureigene Form der Sprache ist, eine Sprache der mehr fühlenden intuitiven Seite im Menschen, wie Hinrichs es in ihrem neuen Buch beschreibt.

„Kunst als Sprache der Intuition“, unter dem gleichnamigen Titel veröffentlicht Ulrike Hinrichs, u.a. Kunsttherapeutin und bekannt für zahlreiche künstlerisch-kulturelle Integrationsprojekte in Harburg, jetzt ihr neues Fachbuch. Es richtet sich an Kunsttherapeuten und Fachleute, die mit kunstanalogen Prozessen arbeiten. Es eignet sich aber auch für Menschen, die an dem Thema interessiert sind.

In einem ausführlichen Theorieteil erläutert Hinrichs anhand einer umfangreichen Wissenschaftsrecherche die holografische Weltsicht, die sich hinter der Idee verbirgt. Im Praxisteil werden Impulse gegeben und Beispielsfälle erläutert.

Im Klappentext heißt es: „Die Welt als Maschine ist Geschichte, das Narrativ unserer Zeit beschreibt die Welt als lebenden holografischen Organismus. Das klingt erstmal interessant, aber auch klärungsbedürftig.“

Was ist damit gemeint?

„Dahinter steckt eine ganzheitliche Weltsicht. Jedes System, auch der Mensch, ist danach ein Holon. Das bedeutet, der Mensch ist Teil des gesamten Universums und repräsentiert gleichzeitig das Ganze. Auch die Psyche ist Bestandteil eines holografischen Bewusstseinsfeldes. Wissen und Erfahrungen sind in universellen Feldern gespeichert, mit denen der Mensch mittels seiner Intuition in Resonanz steht. Das habe übrigens nicht ich erfunden, sondern zu dieser Annahme gibt es mittlerweile viele wissenschaftliche Theorien, auf die ich mich in meinem Buch beziehe“, erklärt Hinrichs.

Der Mediziner und Gründer des Forum Synergie in Hannover, Dr. Hans Hein, der das Vorwort zum Buch geschrieben hat, beschreibt es plakativ: „Das Wissen ist nicht im Gehirn, sondern das Hirn im Wissen.“ Das erfordert ein radikales Umdenken. Hinrichs ergänzt, dass der künstlerische Ausdruck, jenseits von Kunstmarkt und gesellschaftlich bewerteter Kunst, eine Art „Sehhilfe“ sei, mit der man Themen visuell nach außen bringt. Die Kunst könne den sprachlosen Raum sichtbar machen, Unaussprechliches artikulieren und Widersprüchliches mühelos vereinigen. Sie könne Neues gebären und Unbekanntes manifestieren. In der Kunst werde die diffuse Intuition im Werk sichtbar gemacht.

„Die tief sitzende leistungsorientierte Bewertung vom künstlerischen Schaffen muss man sich unter dieser Perspektive abtrainieren“, konstatiert Hinrichs. Denn es geht bei ihrem Verständnis vom künstlerischen Schaffen mehr um den schöpferischen Ausdruck und weniger um den ästhetischen Eindruck, den das Werk auf andere macht. „Wir wollen mit der Kunst die Intuition einfangen“, meint Hinrichs, wobei auch die Definition der Intuition schwierig sei, gibt sie zu. Die einen nennen es etwa Bauchgefühl, ein plötzliches inneres Wissen oder sie „fühlen“ oder „ahnen“ etwas, „sehen“ innere Bilder.

„Wir blicken zurück auf ein materialistisch-mechanistisch geprägtes Zeitalter, in dem es so etwas wie Intuition gar nicht geben konnte. Die Wissenschaft hat alles Lebendige wie eine funktionierende Maschine zu erklären versucht. Die Rationalität, repräsentiert durch den Verstand, stand im Vordergrund“, sagt Hinrichs. „Die Intuition, die lange als irrationales Bauchgefühl abgetan wurde, erlebt nun aber einen Aufschwung.“. Für die Intuition gibt es verschiedene Definitionsversuche. Schon C.G Jung hat versucht, die Intuition zu beschreiben. Sie sei als Ahnung nicht ein Produkt eines willkürlichen Aktes, sondern ein unwillkürliches Geschehen, das von inneren und äußeren Umständen abhänge. Intuition sei eher wie eine Sinneswahrnehmung, meint Jung. Die Ethnologin Dr. Kessler unterscheidet in diesem Sinne das rationale, nach außen gerichtete Denken und das nach innen gerichtete „wilde Denken“, das eine fluide, kreative, luzide Intelligenz hervorbringe. Seine Struktur übertrage den universellen Prozess auf den Alltag.

„Ein Motor der Intuition sind künstlerische Prozesse, die als eine Form der universellen präkognitiven Sprache zu verstehen sind“, sagt Hinrichs. Hein ergänzt: „viele neurowissenschaftliche Erkenntnisse belegen, wie sehr viel schneller unsere automatische Soforterfassung unserer Welt ist. Denken und Rationalität sind eher Bummelbahnen, die auf den Schienen schon angebahnter Intuitionen fahren Die Automatik der körperintelligenten Intuition ist gigantisch. Bewusstheit darüber zu erlangen ist erweiterte Intuition und deren Umsetzung in Ausdruck und Gestaltung, ist Kunst.“

In ihrer unterstützenden Arbeit mit Menschen nutzt Hinrichs den künstlerischen Ausdruck als eine integrative und allverständliche Sprache der Intuition. Für dieses Jahr hat sie aktuell einige künstlerische Projekte in Harburg initiiert. Das Projekt Frauenbilder, für Frauen in schwierigen Lebenssituationen, findet bis zum Jahresende im Habibi Atelier statt (Termine und Infos: loesungskunst.frauenbilder).

Mit dem aktuellen Kunstprojekt zum sozialen Brennpunktthema „Wohnen“, bei dem man gern noch mitmachen kann, knüpft sie unter dem Titel „Wohnst du noch oder lebst du schon auf der Straße“ an die Idee des Projektes „Gemalte Freiheit“ an.

Denn auch für gesellschaftspolitische Diskussionen lassen sich, so die Autorin, mit der Kunst neue Sichtweisen aufzeigen und Perspektiven entwickeln. Das menschliche Miteinander ändert sich durch künstlerisch-dialogische Prozesse. Der gesellschaftliche Beziehungsraum wird durch eine künstlerisch vermittelte Kontaktebene achtsamer und respektvoller. Unsere individuelle Perspektive auf das Soziale, auf kritische Themen, erweitert sich durch die Brille der Kunst.

Infos zur Autorin www.lösungskunst.com

Kunst als Sprache der Intuition. Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanlogen

Transformationsprozessen, von: Hinrichs, Ulrike

Synergia Verlag, 2019

ISBN: 9783906873824

Buch bestellen: synergia-auslieferung.de

 

 

Literatur:

  • Kessler, Christina (2019). Think wild!. TattvaViveka, Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur. Ausgabe 79, 2019, S. 8 ff.
  • Franz, Marie-Luise von; Henderson, Joseph L.; Jacobi, Jolande; Jaffé, Aniela (2012, S. 61).
  • C.G. Jung. Der Mensch und seine Symbole

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„Kunst gibt mir Freiheit“ https://www.tiefgang.net/kunst-gibt-mir-freiheit/ Fri, 24 May 2019 22:18:48 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5278 [...]]]> Folter, Flucht und Furcht hinterlassen Narben in menschlichen Biografien. Heilung kann durch Kreativität erfolgen. So auch in Rönneburg und Sinstorf.

Nichts ist mehr wie es war. Geflüchtete haben alles verloren, ihre Heimat, ihre Kultur, oft auch ihre Lieben.

Der Schmerz durch den Abschied ist groß. Sie haben auf der Flucht Menschen sterben sehen, waren selbst in Todesgefahr, haben Angehörige durch Krieg und Terror verloren. Es bleibt die Ungewissheit, wann und ob man die Heimat und die Freunde wiedersehen wird. Die unklare Bleibeperspektive in Deutschland belastet zusätzlich. In der Flüchtlingsunterkunft in Rönneburg und Sinstorf hilft die Kunst heilen. Die von der Kunsttherapeutin Ulrike Hinrichs initiierte Künstlergruppe für Flüchtlinge trifft sich wöchentlich zum kreativen Schaffen. Die Gruppen werden gefördert durch das Bezirksamt Harburg.

Raed beispielsweise ist ein Chirurg aus Syrien. Er war im Gefängnis und wurde systematisch gefoltert. Die kreisrunden Narben auf der Haut, die von glühenden Zigaretten stammen, sind nur ein Zeichen dafür. Die seelischen Wunden sind von außen aber nicht sichtbar. „Das Bild zeigt ein Selbstportrait von Raed. Ich bringe jede Woche eine künstlerische Inspiration mit, diesmal war es die Idee ein Portrait zu malen. Selbstbildnisse bringen besondere Herausforderungen mit sich. Denn Portraitieren hat immer auch etwas mit dem Erforschen des eigenen Ichs zu tun. Für den Auftrag zu einem Portrait wird der Druck zur optimalen Selbstdarstellung oder auch die Scham sich zu zeigen dadurch gemildert, dass kein perfektes Abbild der Person zu erschaffen ist, sondern ein Gefühlsausdruck, eine Situation oder Stimmung wiedergeben werden soll. Das Portrait besteht bei diesen Werken eher aus einer Art Innenschau, ein Portrait des Innenlebens, als könne der Betrachter in den Kopf des Künstlers blicken. Mich hat das Werk von Raed sehr beeindruckt. Die Kunst kann Unsagbares zeigen, Sie baut auch eine Gesprächsbrücke und hilft bei der Verarbeitung des Grauens. Klarzustellen ist, dass ich keine Kunsttherapie in der Gruppe mache, dennoch aber an die heilende Kraft der Kunst glaube, die sich automatisch durch das kreative Schaffen einstellt. Raed, der nach seiner Aussage zuletzt als Kind gemalt hatte, sagte bei einem Gruppentreffen „art gives me freedom“. Anders als viele andere spricht er über seine Erlebnisse im Gefängnis. Das habe ich in dieser Offenheit in meiner jahrelangen Flüchtlingsarbeit bisher selten erlebt. Auch werden die Wunden der Geflüchteten nicht immer so sichtbar, wie in seinem Bild. Meine Erfahrung aber ist, dass die Kunst dabei hilft, Unaussprechliches sichtbar zu machen. Innere Bilder und fehlende Worte finden im kreativen Schaffen ihren Ausdruck. Die Kunst wirkt auf einer fühlenden, unbewussten Ebene und hilft heilen, und zwar auch ohne dass man darüber reflektiert. Unsere Intuition kennt den Weg der Verarbeitung von Erlebtem. Sie ist wie ein inneres Leitsystem und gibt dir die Richtung vor, bevor dein Verstand überhaupt etwas kapiert hat. Und die Kunst weckt die Intuition“, sagt Hinrichs, die zu dem Thema Kunst als Sprache der Intuition auch ein Buch geschrieben hat.

Es stehen aber nicht die schlimmen Geschehnisse im Vordergrund, im Gegenteil. Hinrichs konstatiert, dass das spielerische und bewertungsfreie künstlerische Schaffen vor allem auch Freude und Lebensenergie freisetze. Freude und Humor seien vielleicht die am meisten unterschätzen Themen im Bereich moderner Therapieformen, wie auch der Mediziner Dahlke feststellt. Das bestätigt auch der renommierte Hirnforscher Gerald Hüther, der ein Plädoyer für das Spielen verfasst hat. Es ist eine wichtige Quelle für Entspannung und Öffnung der Intuition. „Das Spielerische finden wir, wie beim Malen, im absichtslosen Tun, ohne Leistungsorientierung und Ziel. In der Gruppe kommen wir zusammen, lachen, haben Spaß, das ist erstmal mein Hauptziel, wenn dadurch Gespräche möglich werden, und auch über schlimme Erlebnisse berichtet werden kann, dann ist das für mich ein toller Vertrauensbeweis. Ich bohre aber niemals von alleine nach.“

Einen weiteren Vorteil hat das künstlerische Arbeiten in der Flüchtlingsarbeit noch. Es funktioniert auch ohne Worte und gemeinsame Sprache. Hände und Füße reichen, um in Kontakt zu kommen. „Das andere Portrait stammt von einer Frau aus Afghanistan. Sie spricht nur Farsi. Wir konnten uns nicht mit Worten verständigen. Wir haben ihr erschaffenes Portrait gemeinsam angeschaut. Das war ein schöner Moment der Verbundenheit. Kunst ermöglicht Kontakt und emotionale Berührung. Und auch darum geht es mir in meiner Arbeit, Menschen Teilhabe zu ermöglichen und sie willkommen zu heißen. Ich freue mich immer wieder über die neuen Begegnungen und Erfahrungen, die ich in der Künstlergruppe mache und empfinde das als sehr bereichernd.“

Portrait Flue

Sie können helfen: Ulrike Hinrichs braucht vor allem Papier. Das können auch nicht mehr gebraucht Plakate sein, bei denen man die Rückseite verwenden kann. Auch Künstlermaterial ist sehr willkommen. Kontakt www.lösungskunst.com

Weiterführende Literatur:

  • Dahlke, Ruediger (2010). Das Schatten-Prinzip. Die Aussöhnung mit unserer verborgenen Seite,
  • Hinrichs, Ulrike (2019) Kunst als Sprache der Intuition. Der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und
  • kunstanalogen Transformationsprozessen,
  • Hüther, Gerald; Quarch, Christoph (2016). Rettet das Spiel! Weil Leben mehr als funktionieren ist.

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