Stadtentwicklung – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Wed, 06 Apr 2022 14:02:55 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 40 Jahre „Kunst im öffentlichen Raum“ https://www.tiefgang.net/40-jahre-kunst-im-oeffentlichen-raum/ Fri, 08 Apr 2022 22:51:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8940 [...]]]> Hamburg hat 1981 als erste deutsche Metropole mit dem Programm „Kunst im öffentlichen Raum“ das bis dahin übliche Auftragsprogramm „Kunst am Bau“ abgelöst und hat damit den Stadtraum für freie Kunstprojekte geöffnet.

Pandemiebedingt ein Jahr nach dem 40. Jubiläum dieses wegweisenden Programms und passend zum Neustart der Kultur nach der Corona Pandemie schreibt die Behörde für Kultur und Medien aus Corona-Sondermitteln einmalig Projektgelder im Bereich Kunst im öffentlichen Raum in Höhe von 500.000 Euro zusätzlich aus. Damit soll die inhaltliche, programmatische, formale und / oder diskursive Weiterentwicklung des Hamburger Programms gefördert und der Kunst und Kultur neue Impulse gegeben werden. Die Ausschreibung richtet sich an professionelle bildende Künstlerinnen und Künstler, Kollektive, Initiativen und Akteurinnen und Akteure in Hamburg.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Das Hamburger Programm lädt Kuratorinnen und Kuratoren und Künstlerinnen und Künstler ein, anlässlich des 40. Jubiläums des Programms ‚Kunst im öffentlichen Raum‘ und nach zwei Jahren Corona-Pandemie einen Neustart zu wagen und innovative und experimentelle Projekte zu realisieren. Die Kunst im öffentlichen Raum hat in den letzten über 40 Jahren die Stadt verändert. Künstlerinnen und Künstler haben mit ihren Werken relevante Themen öffentlich zur Diskussion gestellt und so einen gesellschaftlichen Diskurs entfacht und neue Wege geöffnet. Heute, über 40 Jahre nach der programmatischen Neuausrichtung und zum Neustart der Kultur nach der Corona-Pandemie, ist es höchste Zeit, sich erneut veränderten Bedingungen zu stellen. Daher wollen wir mit den Sondermitteln Impulse für eine Weiterentwicklung der Kunst im Stadtraum setzen. Gerade jetzt brauchen wir die öffentliche Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur. Ich bin gespannt auf die neuen Ideen und Initiativen, mit denen die Kunst im öffentlichen Raum den gesellschaftlichen Diskurs bereichern wird.“ 

In den vergangenen über 40 Jahren sind zahlreiche bekannte, kontroverse und beliebte Projekte im Rahmen des Programms Kunst im öffentlichen Raum umgesetzt oder geplant worden. Dies reicht von den „Vier Männern auf Bojen“ von Stephan Balkenhol, dem „Gesamtkunstwerk Freie und Hansestadt Hamburg“ von Joseph Beuys, den großen weiß leuchtenden Neon-Lettern „Kanäle, Eisenbahnbrücke, Lagerhäuser, Schiff, Wolken, Himmel, Wind, Hafenkräne“ von Rémy Zaugg an der Oberhafenbrücke, bis zu dem Projekt „Veddel vergolden“ von Boran Burchhardt. Insgesamt hat die „Kunst im öffentlichen Raum Hamburg“ bis heute den Anspruch, ein reflexives und agiles, dynamisches Programm zu sein, das sich selbst immer wieder neu definieren soll.

Die neuen geförderten Projekte sollen neue Impulse setzen und Kunst und Kultur in spannungsreiche Verhältnisse zum Stadtraum beziehungsweise zu anderen öffentlichen Räumen der Gegenwart bringen. Dabei sollen sie über relevante Bezüge zu gegenwärtigen Herausforderungen der Stadtgesellschaft, Stadtgeschichte, Stadtentwicklung und anderen frei zu wählenden Kontexten eine gesellschaftliche Wirkung entfalten. Darüber hinaus sollten sie Kunst und Menschen in deren alltäglichen Lebensumfeldern verbinden sowie die überregionale und internationale Vernetzung der Hamburger Szene durch Stadt-übergreifende künstlerische Zusammenarbeiten begünstigen.

Die Ausschreibung startet jetzt und ist bis zum 15. Mai 2022 möglich. Über die umzusetzenden Projekte entscheidet eine unabhängige Jury.

Die vollständige Ausschreibung sowie die Bewerbungsunterlagen gibt es unter www.hamburg.de/bkm/kioer/

 

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Jetzt ist es Zwölf! https://www.tiefgang.net/jetzt-ist-es-zwoelf/ Fri, 13 Dec 2019 23:16:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6171 [...]]]>  

„5 vor 12“ hieß der Weckruf der Geschichtswerkstatt Mitte 2018. Jetzt scheint es 12 zu sein.  Zeit einer der ältesten Harburger Fabriken Adieu zu sagen.  

Harburg und seine Baudenkmäler: eine unsägliche Geschichte mit seiner Geschichte. Mit der Likörfabrik Hilke am Karnapp 15 und 16 findet sie eine weitere Fortsetzung. Denn es ist mehr als dubios, was sich wieder mal in Harburgs Sektor der Stadtabwicklung zuträgt.

Bereits Mitte 2018 wies die Geschichtswerkstatt Harburg  zum Tag des offenen Denkmals dringlichst darauf hin, dass das unter Denkmalschutz stehende Gebäude offensichtlich vorsätzlich dem Verfall ausgeliefert wird. Unter dem Motto  „5 vor 12 für die alte Likörfabrik: Rettet Hilke!“ wurden Unterschriften für den Erhalt gesammelt. (´Tiefgang` berichtete am 8. Sept. 2018)

Die Spirituosen- und Likörfabrik Louis Hilke geht auf die Brennerei Osterhoff von 1833 zurück, die zu den ersten „fabrikähnlichen Etablissements“ in Harburg gehörte.

1833 von H. Osterhoff gegründet, 1893 von Louis C. Hilke übernommen und bis 1980 von der Familie Berg weitergeführt, war die Likörfabrik Hilke über viele Jahrzehnte eine Institution in Harburg. Seit der Gründung befand sich die Produktionsstätte am Karnapp, der zweitältesten Straße Harburgs, die bereits um 1500 angelegt wurde.

Die noch heute erhaltenen Gebäude Karnapp 15 und Karnapp 16 wurden in den Jahren 1859 und 1899 erbaut. Seit der Einstellung der Produktionsbetriebs 1980 erfolgte keine Pflege des gesamten Gebäudeensembles mehr, so dass sich der gesamte Komplex in einem baulich schlechten Zustand befand. Das Gesamtobjekt steht unter Denkmalschutz. Also ein durchaus relevantes Gebäude für die Stadtgeschichte.

Bis 1985 war es als Fabrik noch aktiv im Gebrauch. Später kaufte es die Harburger Traditionsfirma H.C. Hagemann (die übrigens 2019 gerade still ihr 150jähriges Bestehen hat) für einen Betrag unter 1 Mio. D-Mark. Dann stand es als wahre „Schrott-Immobilie“ für sage und schreibe 2 Mio. Euro (!) im Internet als Kaufangebot.

Das Gebäude war in den vergangenen zehn Jahren immer wieder Thema der Harburger Stadtent- bzw. –abwickler. Erst sollte es als Erweiterungsbau der Technologiefirmen im Harburger Channel dienen, dann gab es immer wieder politische Stellungsnahmen, man möge auf dieses Gebäude Acht geben. In der Begleitgruppe Binnenhafen Harburg – einer Art Bürgerbeteiligungsforum wurde immer wieder behelligt, wie sehr man in Sorge um das Gebäude sei und letztlich wurde seitens des Baudezernenten beteuert, man frage ernsthaft an, ob die Landesimmobiliengesellschaft (kurz LIG) das Gebäude nicht kaufe und so wieder in den städtischen Einflussbereich hole.

Schöne Worte, wüsste man nicht in Harburg und seit Jahrzehnten all zugut, dass Worte und Taten hier so gut wie keinen Zusammenhang finden. (zur langjährigen Tradition siehe auch Rainer Jogschies Buch „21 Hamburg 90“ in ´Tiefgang`: „Zur DNA eines Bezirks“).

Und siehe da: seit einigen  Wochen findet sich ein mit Containern erstellter Durchgang vor dem Gebäude und dieses selbst abgezäunt. Das  „Hamburger Abendblatt“  (6.12.2019) nahm die Sache gleich skeptisch auf und recherchierte. Da wurde als Sachstand auf Seiten der Bezirksverwaltung  bzw. des Eigentümers festgehalten: „Nachfragen beim Bezirksamt ergaben, dass weder Baumaßnahmen noch ein Abriss beantragt seien. Aus Webers Firma HC Hagemann heißt es, ein Abriss sei nicht geplant. Man wolle lediglich der Pflicht nachkommen, den Gehsteig zu sichern, falls durch den Verfall Teile des Gebäudes herabstürzen.“

Die Partei „die Linke“ hatte kurz zuvor am 4. Dezember ebenso argwöhnisch ihrerseits zugleich eine Anfrage an die Bezirksverwaltung gestellt, wie es um die Situation stünde. Nun kam am 11. Dezember – also 5 Tage nach dem erwähnten Abendblatt-Artikel die Antwort, in der es ganz anders auf einmal heißt: „Ja, der Abbruchantrag ist am 13.09.2019 bei der Bauprüfabteilung des Bezirks reingegangen.“ (Drs. 21-0394.01)

Laut Abendblatt vom 12. Dezember spreche „die Pressestelle des Bezirksamts mittlerweile von einem internen Missverständnis bei der Bearbeitung der Abendblatt-Nachfrage“. Kann ja mal passieren?!

Im September also lag bereits ein Antrag vor, im Oktober wurde noch mit den Anwohnern über denkbare Rückkäufe geplaudert und im Dezember noch ganz im Walter Ulbrich-Stil versichert, „Niemand hat die Absicht“ das Gebäude abzureißen. Man braucht kein Verschwörungstheoretiker zu sein, um zu sagen: das stinkt zum Himmel.

Dass es um mehr als Formalitäten geht, ist in Harburg dabei schon lange vom Tisch gefallen. Wen wundert´s dann, wenn in Harburg immer und immer wieder dieselben Fehler gemacht werden und eben mehr Stadtabwicklung als –entwicklung betrieben wird. Zum Schluss wird es meist teurer.

 

Siehe dazu auch den Artikel: Hilke: „Nicht nachzuvollziehen!“

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Wissenschaft & Kultur – tut sich was? https://www.tiefgang.net/wissenschaft-kultur-tut-sich-was/ Fri, 13 Sep 2019 22:01:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5723 [...]]]> Kultur, Wissenschaft und Forschung – allesamt in Harburg gut vertreten. Aber haben sie auch miteinander zu tun? Die Harburger SPD will dies nun wissen und lädt zur Diskussion …

 In der Ankündigung heißt es:

„Wissenschaft und Kultur als Treiber für die Entwicklung des Hamburger Südens?

Im Süden tut sich was: die TU Hamburg, das Fraunhofer Center für Maritime Logistik, Hamburg Innovation Port, das DLR Institut für Lufttransportsysteme, der Innovation Campus Green Technologies stehen für Wissenschaft, Forschung und Innovation, das Archäologische Museum, die Sammlung Falckenberg, SuedKultur, das Stellwerk, die Kulturwerkstatt, der Speicher am Kaufhauskanal für eine ganze Reihe kultureller Magneten.

Wissenschaft, Forschung und Kultur entwickeln sich in Harburg kräftig und haben Anziehungskraft über die Bezirksgrenzen hinaus. Entsteht hier eine neue Attraktivität für den Standort Harburg mit Schubkraft für die Stadtentwicklung?

Dazu nehmen Stellung und diskutieren:

  • Prof. Dr. Ed Brinksma – Präsident TUHH
  • Sophie Fredenhagen – Bezirksamtsleiterin Harburg
  • Franz-Josef Höing – Oberbaudirektor Hamburg
  • Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss – Direktor Archäologisches Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg

Moderation: Holger Lange

Auch Ihre Fragen und Beiträge sind willkommen.

Einige Diskussionspunkte:

Wie stark sind die Zusammenhänge zwischen Kulturszene, Wissenschaftslandschaft und Kommunaler Entwicklung?

Welche Auswirkungen und Anforderungen ergeben sich für die regionale Wirtschaft, das Wohnungsangebot und die Verkehrsentwicklungen, z.B. in Hinblick auf eine mögliche Magistralenentwicklung?

Ist es Boomtown Hamburg oder gibt es auch spezielle Südfaktoren?

Stimmen Harburger und gesamthamburgische Wahrnehmung überein?

Was können Stadt und Bezirk tun?

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 20.09.2019

SPD Hamburg-Harburg, Julius-Ludowig-Str. 9, 21073 Hamburg, Tel.: 040 – 77 24 82, Mail harburg@spd-hamburg.de

Termin: Mi., 25. Sept. 2019, 19 Uhr, Stellwerk, Bahnhof Harburg (über Fernzuggleis 3) Hannoversche Str. 85, 21079 Hamburg, www.stellwerk-hamburg.de

 

 

 

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40 Fuß zu groß https://www.tiefgang.net/40-fuss-zu-gross/ Fri, 24 May 2019 22:45:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5295 [...]]]> Hamburg als Törchen zur Welt, wie Modemacher Lagerfeld mal spöttelte, hat zudem ein Nadelöhr: Harburg. Ein Wohnungsbauprojekt in Marmstorf zeigt aktuell, wie wenig aufgeschlossen man Innovationen gegenübersteht …

 Die Nachverdichtung durch Wohnungsneubau schlägt in Harburg alle Rekorde. Knapp 800 neue Wohnungen wurden in Harburg 2018 fertig gestellt, genehmigt mehr als 1.000. Darauf ist die Politik und Verwaltung stolz wie Bolle, auch wenn absehbar ist, dass mancher Freiraum und manche Stadtplanung auf der Strecke geblieben sind. Die Folgen werden wir in Jahren zu spüren bekommen. Doch wenn dann mal etwas dabei ist, was ebenso Wohnungen schafft aber auch andere Ideen von Nachhaltigkeit oder Kostenreduktion integriert, dann zeigt Harburg schnell seine bürgerliche Behäbigkeit: am Besten alles bleibt, wie es ist.

So  heißt es diese Woche beim Online-Nachrichten-Portal harburg-aktuell Anwohner sind wenig begeistert. An der Marmstorfer Poststraße entstehen gerade Containerwohnungen“ .

Nicht an dieser Stelle, man sei gar nicht informiert, geschweige denn gefragt worden etc.pp.. Die Aufregung ist groß. Um was es aber geht, welche Ideen dahinter stecken könnten, wird gar nicht erst gefragt. Ist ja klar: Container in Marmstorf? So weit kommt es noch!

Ein Entwurf gestapelter Containerwohnungen.

 

Dabei ist die Idee doch eigentlich typisch Hamburg und auch Harburg. Als Hafenstadt stehen aller Orten Container und die Reederei „Hamburg-Süd“ wirbt quasi indirekt damit für den Süden der Stadt weltweit.

Das Team, das hinter dem Projekt steht, kommt aus Berlin und nennt sich passend zum Containermaß „40feet“. Nach eigenen Aussagen bildeten sich die Planungsgruppe aus derweil 15 Architekten, Ingenieuren und Fachberatern bei der Findung von Komplettlösungen für Hotels, Hostels und wohnlichen Studentenapartments. Dann kamen schnelle aber auch solide und kostengünstige Lösungen für Flüchtlingsunterkünfte hinzu. Und am besten sollten diese auch nachfolgend einfach und schnell in Apartments beispielsweise für Studenten umgewidmet oder im Hotelbetrieb weiter genutzt werden können. Eben anders als die schwimmende Unterbringung in Harburgs Hafen. Ein Versuch wäre es wert.

Die Lösungsidee der Stahl-Verbauer waren eben Überseecontainer. Und zwar gebrauchte. Diese einer nachhaltigen Nutzung zu zuführen und sie in serieller Vorfertigung zu qualitativ hochwertigen, transportablen und multifunktional einsetzbaren Wohnmodulen mit Charakter umzubauen, war der Gag. „In Reihe und gestapelt nach dem Lego-Prinzip, entstehen daraus in kürzester Bauzeit flexibel nutz-, skalier- und komplett rückbaubare Gebäude, die Wohnraum mit bestechendem Design und hohem Komfort bieten – auf Zeit oder auf Dauer. Alle Produktionsschritte der Modulfertigung finden in Deutschland statt“, ist im Unternehmenskonzept zu lesen.

Und auch zu den Stärken des Konzepts:

  • Sehr kurze Bauzeit durch Fertigung in Serie
    • Exzellente Ökobilanz ähnlich der eines Holzbaus und vier Mal besser als Stahlbeton
    • Hohe Energieeffizienz
    • Planungssicherheit für Kosten und Termine
    • Sehr hohe gleichbleibende Qualität durch optimale Baubedingungen in der Halle
    • Mobil, flexibel, reversibel, skalierbar durch intelligente Plug & Play Bauweise
    • Nachhaltig durch Verwendung ausschließlich gebrauchter Frachtcontainer
    • Hohe Investitionssicherheit durch Flexibilität und Reversibilität
    • Made in Germany

Fazit der Planungsgruppe: es ermöglicht ein menschenwürdiges Wohnen auf gerade mal 40 Fuß.

Innenansicht. Im Block findet sich das Bad.

Und so wurde aus der 40 feet refugee später die 40 feet development GmbH, die damit zwei Megatrends unserer Zeit bedienen will: Nachhaltigkeit und Mobilität. Außerdem soll es „eine passende Antwort auf die zunehmende Wohnungsknappheit“ geben und gleichzeitig nachhaltig sowie ökonomisch und ökologisch sinnvoll zu bauen. „Anders als bei immobilen, massiven Gebäuden, deren Bau erheblich mehr Planung und Zeit erfordert, können Unterkünfte in 40 feet Modulbauweise nach stadtplanerischen Erwägungen auch hinsichtlich Standort und Nutzung rasch an veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden. Städtebauliche Fehlentwicklungen, wie sie gerade unter den aktuellen Gegebenheiten unter Druck entstehen können, lassen sich hierdurch vermeiden. 40 feet vereinigt somit die Vorteile modularer Bauten mit der Stabilität und Langlebigkeit von Massivbauten auf sehr hohem Qualitäts- und gestalterischem Niveau. Die kurze Bauzeit ermöglicht, auch kurzfristig entstehende Bedarfe abzudecken. Die transportable, multifunktionale Ausführung gestattet eine hochwertige Weiternutzung z.B. als Studentenwohnheim nach der Flüchtlingsunterbringung. Die optisch ansprechende Gestaltung und die nachhaltige Produktionsweise steigern auch die Akzeptanz in der Bevölkerung, insbesondere bei Anwohnern.“

Und da ist es: Akzeptanz. Schon in der Fertigungsphase steht für manchen Harburger fest: geht gar nicht!

Dabei würde es sich zumindest lohnen, sich die Art und Weise der Innengestaltung ebenso anzuschauen wie auch ihre Verwendbarkeit. Denn auch wenn manchem Alteingesessenen der klassische Giebeldachbau als das einzig Wahre erscheinen mag und der Bungalowbau schon Argwohn hervorruft: viele urbane Zeitgenossen suchen nach neuen Ideen des Wohnens, des Lebens und auch der Stadt. Ob dafür ein Nadelöhr (siehe Satz 1) der geeignete Ort ist … eher nicht.

Weiterführender Link: www.40feet.net

Video:

 

 

 

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Kultur und Stadtentwicklung https://www.tiefgang.net/kultur-und-stadtentwicklung/ Fri, 12 Apr 2019 22:22:33 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5119 [...]]]> Das Magazin ´SozioKultur` 4/18 befasste sich mit Elementen der Stadtentwicklung und kommt zu dem Schluss: ohne Kultur geht es nicht! Manches scheint Harburg aufs Wappen geschneidert.

Im letzten Heft des Jahres 2018 widmete sich das Magazin ´SozioKultur` dem Thema Stadt. Anlass war die Fachkonferenz „Sozio-kultur findet Stadt“ vom September 2018. Darunter findet sich ein Aufsatz unter dem Titel „Wie kann Kultur die Stadt mitgestalten?“ von Corinne Eichner, Geschäftsführerin des Landesverbandes „Stadtkultur Hamburg e.V.“. Manches scheint wie auf Harburg zugeschnitten und ist doch ein Problem vieler Städte, in denen Kultur für Stadtbesucher sich ganz wesentlich von Kulturangeboten für die Stadtbewohner unterscheidet. Nicht nur in der Art des Angebotes, sondern vor allem in ihrer Wirkungsweise.

Die Kultur in unseren Städten ist so vielfältig wie unsere Städte und diese sind so vielfältig wie ihre Bewohner*innen. Vielgestaltig sind auch die Herausforderungen, die die Städte zu bewältigen haben. Was kann Kultur in der Stadt leisten? Wie kann Kultur die Stadt mitgestalten? Und wie geht eigentlich Stadtentwicklung durch Kultur?

Hierzu schreibt Eichner: „Stadtentwicklung und Stadtteilentwicklung haben das Ziel, Lebensqualität zu verbessern. Lebensqualität wird bestimmt durch ein gutes Lebensumfeld und gute Wohnverhältnisse, eine gute Versorgungs- und Infrastruktur, durch Grünflächen, Raum für ein Neben- und Miteinander und auch durch Sicherheit.“ Dabei sei maßgeblich für das Empfinden von Lebensqualität außerdem das Miteinander selbst, der soziale Zusammenhalt. Der Lebensalltag der Menschen in den Städten finde in den Stadtteilen, den Quartieren, statt. Die Quartiere seien ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und ihres Zusammenhalts. Negative Entwicklungen und die Ballung verschiedenster Problemlagen ließen Quartiere mitunter zu Brennpunkten werden – zu Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf.

„Zentrale Frage der Soziokultur war von Anbeginn, wie mit Kunst und Kreativität das Leben im Stadtteil freundlich gestaltet und zukunftsorientiert ausgerichtet werden kann. Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf haben neben den allgegenwärtigen Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels mit weiteren Schwierigkeiten zu kämpfen. Dort sind die Menschen in besonderem Maße von sozialer Benachteiligung, Migration und baulicher Dichte betroffen. Bildungsmangel, (Jugend-) Arbeitslosigkeit, „neue Armut“, Segregation unter der Bevölkerung, kulturelle Konflikte, Verdrängung angestammter Bewohner*innen sind nur einige der möglichen Folgen. Entsprechend wird das Lebensumfeld und damit das Quartier von seinen Bewohnern, aber auch von außerhalb, als negativ wahrgenommen. Oft werden die Bewohner*innen solcher Quartiere stigmatisiert. Als Folge identifizieren sie sich nicht mehr mit dem Stadtteil. Mit der Identifkation der Bewohner*innen verschwindet auch jedes aktive Bestreben, sich einzubringen und etwas zu verändern – ein Teufelskreis.“

Resignation und die Suche nach einfachen Lösungen in Form populistischer Sprüche sind eine der Folgen. Nähme man also Stadtentwicklung – auch und gerade in Harburg – nicht nur als baulichen Aspekt nach dem Motto: „Hauptsache mehr Wohnungen und Büros“ sondern stellte zum Beispiel durch Einbeziehung der Kultur auch Fragen des „Wie wollen wir hier eigentlich leben?“ mit ein, käme man der wahren und sich stets wandelnden Identität vermutlich ein ganzes Stück näher.

Das ganze Themenheft ist online abrufbar unter: www.soziokultur.de

 

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Stadt- statt Verkehrsräume! https://www.tiefgang.net/stadt-statt-verkehrsraeume/ Fri, 12 Apr 2019 22:19:15 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5101 [...]]]> Alle reden über Hamburgs Verkehr und neuerdings die „Magistralen“ – in etwa die Hauptverkehrsachsen und wie man sie gestaltet. Dabei geht es um mehr als nur Straßen und Velorouten. Die Architekten melden sich nun zu Wort …

In dem Aufruf der Hamburgischen Architektenkammer anlässlich des Bauforums: „Plant Stadträume, nicht Verkehrsräume!“ heißt es:

„Die Hamburgische Architektenkammer begrüßt sehr das von Oberbaudirektor Höing initiierte Bauforum zum Thema „Magistralen“. Die Präsidentin der Architektenkammer Karin Loosen: „Die sogenannten Magistralen haben gesamtstädtische Bedeutung, weil sie Teilräume der Stadt sowie Stadt und Umland miteinander verbinden. Doch sie müssen mehr sein als Transiträume. Dieses Bauforum ist ein ganz wichtiger Schritt, diese jahrzehntelang vernachlässigten Stadt- und Straßenräume in den Fokus zu nehmen und zu verbessern. Dies kann und muss zugleich aber auch eine Initialzündung sein für eine endlich ganzheitliche und interdisziplinäre Planung von Hamburgs Straßenräumen generell. Unsere Stadtstraßen dürfen niemals nur Verkehrsräume bleiben, sondern müssen Stadträume sein, die das Leben der Menschen positiv prägen.“

Die Hamburgische Architektenkammer fordert deshalb, anstehende Um- und Neubauten von Straßen und Plätzen nur noch in interdisziplinären Teams zu planen und dabei städtebauliche, soziale, freiraumplanerische, ökonomische und verkehrliche Erfordernisse zusammenzudenken. Verkehrsplaner/-innen, Stadtplaner/-innen und Landschaftsarchitekten/-innen müssen von Anfang an, also schon in der Phase der Zielsetzung und Ideenfindung, auf Augenhöhe mit der Auftraggeberseite an einen Tisch sitzen, um die unterschiedlichen Belange zu definieren und miteinander zu vereinbaren. Auf der städtischen Auftraggeberseite muss endlich die bisherige Ämtertrennung überwunden werden: Sollen Nutzungsmischung und Vernetzung Realität werden, müssen Stadtplanung, Grünplanung, Verkehr, Infrastruktur von Beginn an gleichberechtigt zusammenarbeiten. Bei allen größeren Maßnahmen müssen zudem Bürgervertreter/-innen beteiligt werden.

Präsidentin Loosen: „Das ist in der Vergangenheit oftmals unterblieben. Der Umbau von Straßenräumen für das Busbeschleunigungsprogramm ist beispielsweise vor allem unter Mobilitätsaspekten geplant und umgesetzt worden. Auch der Siemersplatz oder der Theodor-Heuss-Platz wurden erst vor Kurzem für rein verkehrstechnische Erfordernisse umgebaut. So werden große Chancen vertan, attraktivere Stadträume an zentralen Orten zu entwickeln. Auch wird bislang kaum daran gearbeitet, Verkehrsknotenpunkte zu Zentren neuer Mobilität und innovativer Verknüpfung von Angeboten aufzuwerten. Man muss sich darüber klar sein, dass größere Straßenumgestaltungen teuer sind und deshalb im Durchschnitt nur alle 40 bis 60 Jahre erfolgen. Umso wichtiger ist es, dass dann lebenswerte Orte entstehen, an denen man sich gerne aufhält, die wohlgestaltet, multifunktional und sicher sind, und die so nachhaltig geplant wurden, dass sie auch noch in mehreren Jahrzehnten gut funktionieren. Wachsende Bedarfe und zusätzliche Nutzungen müssen dabei in den bestehenden Straßenquerschnitten untergebracht werden – eine hochkomplexe Aufgabe, die kein Amt allein bewältigen kann und die zudem professionell gemanagte Aushandlungsprozesse zwischen den Akteuren erfordern. Gerade in einer sich verdichtenden Stadt sind Straßenräume kostbare Frei- und Lebensräume, die sehr umsichtig entwickelt werden müssen.“

Die Hamburgische Architektenkammer hat bereits 2018 mit ihrem „Workshop Hamburg 2050. Die Zukunft gestalten“ Ansätze und Ideen für eine künftige Straßen- und Verkehrsplanung aufgezeigt. Eine zentrale Erkenntnis dort war: „Verkehrsplanung ist Stadtplanung. Lokale und gesamtstädtische Ebene bedingen einander und müssen zusammen gedacht werden, genauso wie (Frei-) Raumentwicklung, Mobilität, Ökonomie und soziale Entwicklung: Zukunft ist eine Gemeinschaftsaufgabe und braucht strategische Stadtentwicklung.“ Karin Loosen resümiert: „Auf dieser Erkenntnis gilt es aufzubauen und die Stadträume der Zukunft zu entwickeln. Das Bauforum Magistralen ist dafür ein erster wichtiger Baustein.“ 

Quelle: www.akhh.de

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Werbung mit Folgen https://www.tiefgang.net/werbung-mit-folgen/ Fri, 24 Aug 2018 22:43:21 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4083 [...]]]> Abgewertete Stadtteile haben ihren Reiz. Selbst für den Tourismus. Nun steht sogar Harburg im Visier. Aber ist das gut?

Einst sprach man gerne von „sozialen Brennpunkten“. Doch dann kamen auch in Hamburg kluge Marketingmenschen und mit ihnen eine neue Wortwahl. In Wilhelmsburg sprach man fortan von „vergessenem Stadtteil“ und schon war klar: da geht noch was. Denn was schön runtergewirtschaftet ist, kann günstig auf Rendite getrimmt werden. Denn für manchen „Entwickler“ heißt es: günstig aufwerten und dann teuer verwerten. Das alte Prinzip der Mehr-Wert-Wirtschaft.

Vor sieben Jahren hatte die Initiative Suedkultur den Gentrifizierungskritiker Christoph Twickel ins Stellwerk geladen. Unter anderem wurde die Frage gestellt, ob auch Harburg die Gentrifizierung drohe. Jetzt wird es wahr, denn auch „Hamburg Tourismus“ erkennt in Harburg noch Potentiale – so denn das Angebot stimme.

Schon 2016 gab es von der Hamburger Bürgerschaft eine Tourismus-Analyse auch zu Harburg.

Dort hieß es auf Seite 16:

„Welche Maßnahmen im Bereich des Tourismusmarketings werden für einzelne Bezirke oder Stadtteile durchgeführt? Grundsätzlich ist das Marketing der HHT auf Zielgruppen und deren Ansprüchen sowie Interessenschwerpunkten an der Destination Hamburg ausgerichtet. Die geografische Einordnung in Stadtteile oder Bezirke spielt dabei aus Sicht des Kunden keine relevante Rolle. Ausschlaggebend für die Wahrnehmung beim Kunden ist die Qualität des touristischen Angebots in den jeweiligen Stadtteilen und Bezirken. Es wird zwischen den Bereichen Übernachtungs- und Tagestourismus differenziert, da in diesen Zielgruppen deutliche Unterschiede vorhanden sind. Die vorhandenen Angebote in den Stadtteilen und Bezirken werden von der HHT themen- und zielgruppenadäquat berücksichtigt. Beispielhaft seien die Onlinekommunikation über den Internetauftritt www.hamburg-tourismus.de mit der Veranstaltungsdatenbank (www.hh-events.de) und die Hamburg Tourismus App (www.hh-app.de) genannt.“

Ende 2017 titulierte „die ZEIT“ dann bereits: „Hamburg wirbt um Millionen zusätzlicher Touristen. Aber wo sollen die alle hin? Da kommt Harburg ins Spiel.“

Im Mai diesen Jahres nun ein Vorstoß der Regierungskoalition von Rot-Grün. Dort war von einer „örtlichen Entzerrung der Touristenströme und die bessere Verteilung von Veranstaltungen auf alle Bezirke“ die Rede und man wolle „mit den betroffenen Bezirksämtern sowie touristischen Institutionen vor Ort quartiersbezogene Konzepte“ entwickeln.

Der NDR berichtete: „Die tourismuspolitische Sprecherin der SPD, Dorothee Martin, betonte, Hamburg sei ein hoch attraktives Reiseziel für Menschen aus aller Welt. Das sei wirtschaftlich gut, dennoch sei wichtig, dass Hamburg eine Marketing-Strategie entwickle, um die Touristenströme zu entzerren und dadurch die lebenswerten Quartiere nachhaltig weiter zu entwickeln, so Martin. „Wichtig ist uns insbesondere, dass auch die Akzeptanz der Hamburgerinnen und Hamburger für den Tourismus hoch bleibt.“

„Geheimtipps südlich der Elbe“

Im Juli diesen Jahres vermeldete der NDR dann schon erste Entwicklungserfolge seitens der Hamburg Tourismus GmbH. „Hamburgs Tourismus-Chef Michael Otremba will die Gäste gezielt auch südlich der Elbe unterbringen. Dafür suchen fünf Mitarbeiter nach neuen Zielen. Es ist der Kampf gegen zu volle Straßen, Restaurants und Hotels in immer denselben Gebieten rund um die Alster und St. Pauli. Um Auswüchse wie in Barcelona oder Venedig zu vermeiden, will Tourimuschef Michael Otremba die Gäste gezielt auch südlich der Elbe unterbringen. Im Fachblatt fvw sagte er, allein in Harburg seien 20 freie Flächen für Hotelneubauten verfügbar. Auch Bergedorf sei für viele Touristen ein zukünftiger Hotspot, noch aber Geheimtipp.“

Was aber tut die Politik in Harburg? Immerhin gibt es ja einen eigenen Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus. Ein Blick auf die Sitzungsthemen und Protokolle spricht Bände: man interessiert sich fürs Tourismus-Konzept des Alten Landes, streift die Entwicklung der Technischen Uni und ihre Wirkung auf das Umfeld, thematisiert des Öfteren einen Parkplatz in der die Nöldekestraße als Stellplatz für Campingmobile oder träumt von einer HADAG-Fähre, die Touristen in Harburg absetzt. Ob sie sich als Opposition zur Senatspolitik versteht? Oder (ver-)schlummert sie das Thema lieber?

Schade für die Kaufleute und Inhaber der Geschäfte der Lüneburger Straße und des Umfeldes. Sie könnten ein paar ad hoc-Kaufende wohl gut vertragen. Gut aber vielleicht für die Stadtteilkultur. Denn sie hat so Zeit gewonnen – nicht mehr – um sich selbst besser aufzustellen. Denn sie versteht sich als Kultur für die Menschen, die hier wohnen, arbeiten und leben. Und nicht als Tourismus-Faktor für Heuschrecken, die einfallen, punktuelles wahr nehmen, denen aber die Konsequenzen fürs Umfeld recht egal sind. Air B´n`B-Schlafplätze (ja, die gibt es recht viel auch in Harburg), abgegrenzte Hotels am Wasserzugang des Hafens, Luxus-Shops ohne Publikum [nur Gucken, nicht kaufen!]: all das sind Themen, die Tourismus mit sich bringt.

Air B´n`B etwa verschafft Mietern Zusatzeinnahmen zu ihrem Wohnraum, den sie sich sonst meist nicht leisten könnten. Damit aber treiben sie unwillkürlich auch die Mietpreise nach oben – frei nach dem Motto: „was an Miete fehlt, hol ich durch Unter-Vermietung wieder rein“. Damit aber nicht genug: Tagestouristen kaufen meist nur Tagesbedarf ein: Getränke, Snacks, vielleicht mal Klopapier oder Kaffee. Einen Vollsortiment-Markt oder Gemüsehändler aber nutzt er nicht. Zu viele Tagestouristen schmälern so das Einkaufsangebot des Einwohners. In Amsterdam wurde schon die Notbremse gezogen und auch gleich das Stadtmarketing eingestampft.

´Ach was`, sagen Sie nun vermutlich: Harburg und Amsterdam – schön wär´s! Wohl wahr, wohl wahr: aber die Entwicklung auch Hamburgs ist rasant, wird zudem mit Steuergeldern gefördert und beschleunigt so in dieselbe Richtung. 2017 wurden schon 7 Touristen je Hamburger Einwohner gezählt. Und da sei noch „Luft nach oben“. Und Harburg zählt nicht nur zu Hamburg, sondern bekommt bereits Auswirkungen zu spüren. Volle Hotels, volle Bahnen auch im Süden bei den Hamburger Events wie Schlagermove, Christopher Street Day, Ironman oder Marathon. Und Ende des Jahres 2018 fahren am Wochenende dann auch noch die Bahnen von Stade und Buxtehude nachts durch. Ideal, um ein ruhiges und günstigeres Hotel im Landkreis zu beziehen und dann „mal“ in Hamburg und auch Harburg auf den Putz zu hauen.

Vieles davon kommt uns auch zugute. Keine Frage. Aber da solche Entwicklungen nicht aus dem Himmel fallen, ist man gut beraten, sie aktiv mit zu gestalten und nicht erst zu verschlafen, um dann mit viel Ärger und Aufwand im Nachhinein Lösungen „nachzubessern“.

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Rot-Grün will Musikclubs schützen https://www.tiefgang.net/rot-gruen-will-musikclubs-schuetzen/ Fri, 22 Jun 2018 22:05:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3778 [...]]]> Es wird eng in der Stadt und während die einen sich die Dezibel in Clubs um die Ohren schlagen, beklagen andere genau diese und fürchten um ihren Schlaf. Hamburgs Regierungskoalition weiß darum und will helfen …

In einer Pressemeldung der Bürgerschaftsfraktion der Grünen heißt es:

„Mit einem Antrag für die nächste Bürgerschaftssitzung will Rot-Grün die Hamburger Clubs auch in den Jahren 2019/2020 bedarfsgerecht stärken. Neben Mitteln für Sanierungen und Lärmschutz sind 250.000 Euro jährlich für den bundesweit einzigartigen „Live Concert Account“ vorgesehen, der Live-Auftritte in den Hamburger Clubs fördert. Die Hamburger Clubszene ist ein bedeutender Teil des gesellschaftlichen Lebens der Stadt. Sie bietet künstlerischem Nachwuchs eine Bühne, ermöglicht Karrieren, und ist mit vier Millionen Gästen im Jahr ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Dazu René Gögge, kulturpolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Bei Live-Musik-Clubs ist Hamburg die Nummer Eins in Deutschland – und das wird auch so bleiben! Mit der dauerhaft erhöhten Förderung können Spielstätten leichter auch weiterhin unbekannte Bands auftreten lassen ohne ihre eigene Existenz zu gefährden. Musikalischer Nachwuchs gehört auf die Bühne! Lärmschutz ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, auch für die Akzeptanz in der Nachbarschaft. Deswegen prüfen wir, welche Maßnahmen für Lärmschutz erforderlich sind und stellen die Mittel dafür zur Verfügung. Die Clubs als Taktgeber der Musikszene liegen uns am Herzen.“

Dazu Hansjörg Schmidt, Experte für Kreativwirtschaft der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Die Hamburger Live-Musik-Clubs sind immer wieder dem Veränderungsdruck der Stadtentwicklung ausgesetzt. Wenn Anwohner ihre Ruhe haben wollen, kann schon mal eine Institution dicht gemacht werden. Wir wollen diese Gegnerschaft von Wohnungsbau und Kulturbetrieben mit dem Aufbau eines Club-Katasters auflösen. Ein Blick auf das Kataster soll in Zukunft die Frage beantworten: Würde ein Neubau an dieser Stelle eine Location gefährden? So werden sich Wohnen und Party in Hamburg hoffentlich nicht mehr in die Quere kommen.“

Quelle: Bündnis 90 / Die Grünen GRÜNE Bürgerschaftsfraktion Hamburg

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Exkursionen zu Denkmälern https://www.tiefgang.net/exkursionen-zu-denkmaelern/ Fri, 27 Apr 2018 22:58:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3522 [...]]]> Die Stadt ist im steten Umbruch und Architektur so immer auch ein Spiegel der Zeit. Eine Exkursionsreihe bietet nun Einblicke in die Ideen dahinter.

In der Pressemitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Zum vierzehnten Mal werden vor Ort aktuelle Entwicklungen an Denkmälern öffentlich vorgestellt. Anfang Mai startet erneut die Reihe Weiterbauen. Im Rahmen einer Kooperation zwischen der Freien Akademie der Künste, dem Denkmalschutzamt, dem BDA Hamburg und der Hamburgischen Architektenkammer werden dieses Frühjahr insgesamt sieben Hamburger Bauten und Ensembles vorgestellt, die Alt und Neu vorbildlich miteinander verbinden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Reihe Weiterbauen zeigt an praktischen Beispielen, wie Denkmalschutz und Stadtentwicklung Hand in Hand gehen. Anschaulich erläutern Experten aus der Praxis, wie es gelingen kann, Altbauten an heutige Bedürfnisse anzupassen und so Schützenswertes für kommende Generationen lebendig zu bewahren. Die Beispiele zeigen kreative und sensible Lösungen mit Vorbildwirkung.“  

Der vierzehnte Turnus der Reihe Weiterbauen widmet sich insgesamt sieben Baumaßnahmen, die sich durch überzeugende, zum Teil auch überraschende Umnutzungskonzepte auszeichnen. Wie schon in den Vorjahren werden auch dieses Jahr Architekten, Bauherren und Denkmalpfleger gemeinsam aktuell gelungene Sanierungen, Umbauten und Erweiterungen vorstellen und auf Herausforderungen im Planungs- und Bauprozess eingehen.

Den Auftakt bildet das älteste Bauwerk der heute im Umbruch befindlichen City Nord, das einen Weg vom Bürogebäude zum Boardinghouse hinter sich hat. Eine weitere Veranstaltung geht der Entwicklung des ältesten Gebäudes der HafenCity nach. Das ehemalige Amt für Strom- und Hafenbau, ist heute ein maritim anmutendes Hotel.

Zwei bereits umgenutzte Bauten erfahren in diesen Tagen eine abermalige Weiterentwicklung und werden ebenfalls in der Reihe vorgestellt: Die Zeisehallen beherbergen nach dem Auszug des Instituts für Theater, Musiktheater und Film der Universität Hamburg jetzt einen Lebensmittelmarkt und in den Mittelbau der ehemaligen Oberpostdirektion am Stephansplatz zieht unter anderem ein Fitnesscenter ein.

Eine aufwendige Revitalisierung sowie einen zusätzlichen Baukörper erhielt das Ensemble um das Finnlandhaus an der Esplanade. Und unter dem Namen „Quality Street“ entstehen in einem ehemaligen Druckereigebäude unweit des Eppendorfer Marktplatzes hochwertige Eigentumswohnungen. Komplettiert wird die Reihe schließlich mit einem Besuch des behutsam sanierten Laeiszhofes am Rödingsmarkt.

Programm

Mi, 2.5. 2018 – Umbau Firmenzentrale Claudius Peters AG zu Boarding House – Gerd Mevius (Pertner Mevius Mörker Architekten), Ulrike Wessel (Niederlassungsleiterin ISARIA Wohnbau AG), Dietmar Ridder (Denkmalschutzamt Hamburg)

Mi. 16.5.2018 – REWE-Markt in den Zeisehallen – Christian Herbert (Kunst + Herbert, Büro für Forschung und Hausbau), Bastian Hämmerle (Procom Invest), Alexander Krauß (Denkmalschutzamt Hamburg)

Mi. 23.5.2018 – Revitalisierung Finnlandhaus – Matthias Latzke (Büroleiter Hamburg HPP Architekten), (Becken GmbH, Hamburg), Christoph Schwarzkopf (Denkmalschutzamt Hamburg)

Mi. 30.5.2018 – Hotel im ehemaligen Amt für Strom und Hafenbau – Neil Winstanley (spine architects), Patrick Moreira (25Hours Hotels), Albert Schett (Denkmalschutzamt Hamburg),

Mi. 6.6.2018 – The Quality Street – Umbau einer Bonbonpapierfabrik und Neubauten für ein Wohnquartier – Frank Birwe (Partner KBNK Architekten GmbH), n.n. (DC Developments GmbH & Co. KG)

Mi. 13.6.2018 – Mittelbau der ehemaligen Oberpostdirektion – Udo Schaumburg (LH Architekten), Jan Kuschnik (Geschäftsführer DWI Grundbesitz), Christoph Schwarzkopf (Denkmalschutzamt Hamburg)

Mi. 27.6.2018 – Umbau und Sanierung des Laeiszhofs – KD. Zimmermann (AIS Architekten), n.n. (F. Laeisz GmbH), Alexander Krauß (Denkmalschutzamt Hamburg)

Für alle Veranstaltungen gilt: Eine verbindliche Anmeldung ist zwingend erforderlich bis spätestens sieben Tage vor der jeweiligen Veranstaltung per E-Mail an weiterbauen@fadk.de. Aufgrund begrenzter Teilnehmerzahl erfolgen die Zusagen nach der Reihenfolge der Anmeldungen. Informationen zum jeweiligen Treffpunkt werden bei Anmeldung bekannt gegeben (Unkostenbeitrag fünf Euro pro Person und Veranstaltung).“

Quelle: www.fadk.de

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Ohne Köpfe ist alles nichts https://www.tiefgang.net/ohne-koepfe-ist-alles-nichts/ Thu, 05 Jan 2017 09:29:51 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=368 [...]]]> Ab sofort fordert und fördert Henry C. Brinker, umtriebiger Kulturmacher und Geschäftsführer des Speichers am Kaufhauskanal, in der Kolumne „Speicher-Platz“ Kulturfragen nicht nur des Harburger Hafens ans Tageslicht …

„Ein 69 Meter hohes Luxus-Hotel, das die Lorenz-Gruppe baut, der atemberaubende Hamburg Innovation Port (Foto) als Ideenhafen in Harburg: Wenn es um Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung geht, greift man auch im Süden der Hansestadt gern zu Lineal und Maurerkelle.

Auch bei der Kultur ist das nicht anders: Der renovierte Speicher im Kaufhauskanal als Kleine Elbphilharmonie wurde genau so großzügig gefördert wie der Umbau der Alten Fischhalle und das Archäologische Museum. Doch bei Tourismus und Wirtschaft, Kunst und Kultur entscheidet sich bei aller Liebe zum umbauten Raum der tatsächliche Erfolg oder Misserfolg nicht vorrangig am Bau. Sondern im Kopf. Nur wenn einzigartige Ideen, mutige Projektpläne und eine inspirierte Performance die Künste tatsächlich lebendig werden lassen, wird aus Kultur attraktiver Kult, den die Menschen für sich annehmen und als aktiv beteiligtes Publikum erfolgreich werden lassen. Der berühmte Dirigent Sergiu Celibidache sagte mir einmal: „Einen teuren Konzertsaal zu bauen ohne später wirklich Geld für die Musik ausgeben zu wollen, ist wie ein Cadillac zu kaufen und kein Geld für Benzin zu haben.“ 

Beim Speicher am Kaufhauskanal haben wir vorgesorgt und erzielen durch ein profitables Betriebskonzept die Erlöse, die wir für Musik und Literatur, Diskussion und Theater benötigen. Trotzdem: Wirklich große Kultur-Brocken sind und bleiben eine Gemeinschaftsaufgabe gut vernetzter Kultureinrichtungen. Und verant-wortungsbewusster Lokalpolitiker, für die Kultur nicht nur Repräsentationsplattform, sondern ein Teil der kommunalen Grundversorgung darstellt. In Leipzig habe ich einen runden Tisch für die Kultur mitgegründet für Politik, Kulturakteure und Wirtschaft. Eine solche Einrichtung wünsche ich mir für Harburg auch.“

(4. Jan. 2017, Henry C. Brinker)

 

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