Themenheft SozioKultur widmet sich dem Thema Stadt

Kultur und Stadtentwicklung

Die Bauklötzchenspiele der Verwaltung für den Harburger Hafen zeigen viel Beton aber keine Menschen. (Foto: Werner Pfeifer)

Das Magazin ´SozioKultur` 4/18 befasste sich mit Elementen der Stadtentwicklung und kommt zu dem Schluss: ohne Kultur geht es nicht! Manches scheint Harburg aufs Wappen geschneidert.

Im letzten Heft des Jahres 2018 widmete sich das Magazin ´SozioKultur` dem Thema Stadt. Anlass war die Fachkonferenz „Sozio-kultur findet Stadt“ vom September 2018. Darunter findet sich ein Aufsatz unter dem Titel „Wie kann Kultur die Stadt mitgestalten?“ von Corinne Eichner, Geschäftsführerin des Landesverbandes „Stadtkultur Hamburg e.V.“. Manches scheint wie auf Harburg zugeschnitten und ist doch ein Problem vieler Städte, in denen Kultur für Stadtbesucher sich ganz wesentlich von Kulturangeboten für die Stadtbewohner unterscheidet. Nicht nur in der Art des Angebotes, sondern vor allem in ihrer Wirkungsweise.

Die Kultur in unseren Städten ist so vielfältig wie unsere Städte und diese sind so vielfältig wie ihre Bewohner*innen. Vielgestaltig sind auch die Herausforderungen, die die Städte zu bewältigen haben. Was kann Kultur in der Stadt leisten? Wie kann Kultur die Stadt mitgestalten? Und wie geht eigentlich Stadtentwicklung durch Kultur?

Hierzu schreibt Eichner: „Stadtentwicklung und Stadtteilentwicklung haben das Ziel, Lebensqualität zu verbessern. Lebensqualität wird bestimmt durch ein gutes Lebensumfeld und gute Wohnverhältnisse, eine gute Versorgungs- und Infrastruktur, durch Grünflächen, Raum für ein Neben- und Miteinander und auch durch Sicherheit.“ Dabei sei maßgeblich für das Empfinden von Lebensqualität außerdem das Miteinander selbst, der soziale Zusammenhalt. Der Lebensalltag der Menschen in den Städten finde in den Stadtteilen, den Quartieren, statt. Die Quartiere seien ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und ihres Zusammenhalts. Negative Entwicklungen und die Ballung verschiedenster Problemlagen ließen Quartiere mitunter zu Brennpunkten werden – zu Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf.

„Zentrale Frage der Soziokultur war von Anbeginn, wie mit Kunst und Kreativität das Leben im Stadtteil freundlich gestaltet und zukunftsorientiert ausgerichtet werden kann. Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf haben neben den allgegenwärtigen Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels mit weiteren Schwierigkeiten zu kämpfen. Dort sind die Menschen in besonderem Maße von sozialer Benachteiligung, Migration und baulicher Dichte betroffen. Bildungsmangel, (Jugend-) Arbeitslosigkeit, „neue Armut“, Segregation unter der Bevölkerung, kulturelle Konflikte, Verdrängung angestammter Bewohner*innen sind nur einige der möglichen Folgen. Entsprechend wird das Lebensumfeld und damit das Quartier von seinen Bewohnern, aber auch von außerhalb, als negativ wahrgenommen. Oft werden die Bewohner*innen solcher Quartiere stigmatisiert. Als Folge identifizieren sie sich nicht mehr mit dem Stadtteil. Mit der Identifkation der Bewohner*innen verschwindet auch jedes aktive Bestreben, sich einzubringen und etwas zu verändern – ein Teufelskreis.“

Resignation und die Suche nach einfachen Lösungen in Form populistischer Sprüche sind eine der Folgen. Nähme man also Stadtentwicklung – auch und gerade in Harburg – nicht nur als baulichen Aspekt nach dem Motto: „Hauptsache mehr Wohnungen und Büros“ sondern stellte zum Beispiel durch Einbeziehung der Kultur auch Fragen des „Wie wollen wir hier eigentlich leben?“ mit ein, käme man der wahren und sich stets wandelnden Identität vermutlich ein ganzes Stück näher.

Das ganze Themenheft ist online abrufbar unter: www.soziokultur.de

 

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