Hamburger Architektursommer 2026 startet am 4. Mai:

Träume aus und in Beton

Endlich geht es los! Am 4. Mai verwandelt sich unsere Stadt wieder in ein riesiges Labor für Ideen, Träume und Beton. Auf Kampnagel fällt der Startschuss für den 11. Hamburger Architektur Sommer, und eines ist jetzt schon klar: Langweilig wird es nicht.

In den nächsten drei Monaten erwarten uns rund 300 Veranstaltungen an etwa 200 Orten. Von der HafenCity bis nach Harburg, von Ausstellungen bis zu tanzenden Paraden – die ganze Stadt wird zur Bühne für Baukultur.

Was diesen Sommer so besonders macht? Er ist für alle da. Christoph Winkler vom Vorstand des Architektur Sommers betont, dass das Festival als bewusst nicht kuratierte Plattform eine demokratische Annäherung ermöglicht. Hier bestimmen die Akteur*innen selbst, was wichtig ist. Es ist ein offener Diskursraum, der die Vielfalt unserer Gesellschaft widerspiegelt. Oder wie Senatorin Karen Pein es formuliert: Das Festival trägt dazu bei, Architektur und Stadtentwicklung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Heilen statt Abreißen

Ein zentraler Schwerpunkt des diesjährigen Programms liegt auf der „Transformation und dem Erhalt von Bestandsimmobilien“. Die beteiligten Planer*innen und Architekt*innen thematisieren dabei die Notwendigkeit, das Bauen im Bestand als ökologische und soziale Aufgabe zu begreifen. Die Ausstellung „Nichts Neues – Besser Bauen mit Bestand“ im Urbaneo illustriert diesen Ansatz durch die Präsentation von Methoden des zirkulären Bauens. Als konkrete Beispiele für eine gelungene Transformation führt das Programm Projekte wie das Gängeviertel oder den Gröninger Hof an. Ziel der Fachleute ist es aufzuzeigen, wie durch den Erhalt der baulichen Substanz auch die Identität städtischer Quartiere gesichert werden kann.

Die Stadt von morgen gehört den Jungen

Die Einbindung der nachfolgenden Generationen stellt einen weiteren Schwerpunkt dar. Unter dem Titel „Junger Hamburger Architektur Sommer“ werden etwa 30 Programmpunkte angeboten, die speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschnitten sind. Zentraler Anlaufpunkt für dieses Segment ist das Mitmach-Architekturzentrum Urbaneo am Strandkai. Das Ziel besteht darin, jungen Planer*innen baukulturelle Zusammenhänge spielerisch zu vermitteln und sie zur Entwicklung eigener städtebaulicher Visionen anzuregen. Damit soll die Grundlage für eine aktive Teilhabe an künftigen Gestaltungsprozessen der Stadt gelegt werden.

Leben am und auf dem Wasser

Die Auseinandersetzung mit den Wasserflächen als Bestandteil der Hamburger Stadtentwicklung bildet ein weiteres zentrales Motiv. Die Planer*innen richten ihren Blick dabei auf die Wechselwirkungen zwischen der bebauten Stadt und den angrenzenden Gewässern. Ein programmatischer Höhepunkt ist die für September angekündigte internationale Konferenz „WATER_CITY“. Im Rahmen dieser Fachveranstaltung setzen sich Expertinnen mit städtebaulichen Visionen sowie der künftigen Nutzung der Hamburger Wasserlagen auseinander.

Bereits im Vorfeld bietet das Programm Formate an, um die Stadt gezielt vom Wasser aus zu erfahren. Unter dem Titel „Rauf aufs Wasser!“ werden verschiedene Aktionen und Exkursionen zusammengefasst, die neue Perspektiven auf die urbanen Wasserflächen eröffnen sollen. Im Fokus stehen dabei neben ästhetischen Fragestellungen auch ökologische Aspekte und die soziale Zugänglichkeit der städtischen Uferzonen.

Rahmenbedingungen und Umfang des Festivals

Der 11. Hamburger Architektur Sommer beginnt am 4. Mai mit einer Eröffnungsveranstaltung auf Kampnagel. Über einen Zeitraum von drei Monaten finden im gesamten Stadtgebiet rund 300 Veranstaltungen an etwa 200 unterschiedlichen Orten statt. Die Geografie der Events erstreckt sich dabei von der HafenCity bis nach Harburg. Christoph Winkler, Vorstandsmitglied des Architektur Sommers, charakterisiert das Format als eine bewusst nicht kuratierte Plattform. Dieser Aufbau ermöglicht es den teilnehmenden Akteur*innen, ihre Themen eigenständig zu setzen und so die baukulturelle Vielfalt der Stadt abzubilden.

Senatorin Karen Pein unterstreicht die Funktion des Festivals als Brücke zwischen Fachwelt und Öffentlichkeit. Das Programm soll dazu dienen, komplexe Themen der Stadtentwicklung für eine breite Bevölkerungsschicht zugänglich und diskutierbar zu machen.

Service und Information:

Zentraler Anlaufpunkt für Besucher*innen ist der Info Pavillon am Strandkai, der vom Kollektiv Studio Frugal Bauen entworfen wurde. Es handelt sich um eine nachhaltige Holzkonstruktion, deren Fassade mit Birkenrinde verkleidet ist. Der Pavillon ist während der dreimonatigen Laufzeit täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Dort ist auch das vollständige Programmheft erhältlich, das zudem online über die offizielle Webseite des Architektur Sommers eingesehen werden kann: https://www.architektursommer.de/.



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