Ein fröhliches Stimmengewirr erfüllte die eleganten Räume des KomponistenQuartiers an vergangenen frühlingshaften Dienstagmorgen.
Anlass war ein doppelter Festakt: das zehnjährige Bestehen des beliebten Museumsensembles und die feierliche Eröffnung einer neuen Attraktion, die besonders die jüngsten Musikliebhaber in ihren Bann ziehen soll – die Familienmedienspur.
Kultursenator Dr. Carsten Brosda, der sich sichtlich gut gelaunt unter die zahlreichen Gäste mischte, betonte in seiner Ansprache die Bedeutung des KomponistenQuartiers für die Hansestadt: „Das KomponistenQuartier macht seit zehn Jahren die lange Hamburgische Musikgeschichte für alle erlebbar.“ Und nun, zum runden Geburtstag, werde dieses Angebot noch einmal erweitert, speziell für Familien. „Mit der neuen Familienmedienspur kann jetzt auch die ganze Familie auf Entdeckungsreise durch die angeschlossenen Museen gehen und eigene Erfahrungen beim Komponieren sammeln.“
Die Idee, die faszinierende Welt der Komponisten auch für Kinder im Grundschulalter zugänglich zu machen, schlummerte bereits seit der Geburtsstunde des KomponistenQuartiers. Dr. Friederike von Cossel vom Vorstand des KQ strahlte bei der Eröffnung: „Wir freuen uns sehr, dass wir die Familienmedienspur nach anderthalbjähriger Planung und Entwicklung punktgenau zum Jubiläum eröffnen können.“
Und was erwartet die kleinen und großen Besucher auf dieser neuen „Spur“? Sie schlängelt sich behutsam durch die bestehenden Ausstellungen zu Giganten der Musikgeschichte wie Bach, Telemann, Brahms und den Mendelssohn-Geschwistern. Eine eigens entwickelte, kindgerechte Grafik und ein intuitives Leitsystem laden zur Spurensuche ein. Die Inhalte sind altersgerecht aufbereitet, sowohl sprachlich als auch medial.
Doch das absolute Highlight der Familienmedienspur ist zweifellos die Möglichkeit, selbst kreativ zu werden. An kleinen, tragbaren Komponiertischchen können junge Besucher Stück für Stück an ihrer eigenen Melodie feilen. Ein summendes oder gepfiffenes Motiv hier, ein kurzer Rhythmus dort – die ersten musikalischen Gehversuche werden so zu einem haptischen Erlebnis. Und was wäre eine Komposition ohne Aufführung? Am Ende der „Spur“ wartet die geheimnisvolle „KQ-Wundermaschine“. Hier erklingt das eigene Werk auf Knopfdruck, und eine kleine Apparatur beginnt dazu im Takt zu tanzen – ein magischer Moment, der die Augen der Kinder zum Leuchten bringt.
Dr. Manfred Bullinger, der Vorstandsvorsitzende des KomponistenQuartiers, erläutert den bewussten Kontrast zur sonst stark medial geprägten Ausstellung: „Das KQ funktioniert ja im Wesentlichen über medial aufbereitete Inhalte, das ist auch in der Familienmedienspur so angelegt. Für die Mitmachspur haben wir uns bewusst für einen analogen Ansatz entschieden, etwas, das für die Kinder als eigener Schaffensprozess greifbar wird.“ Das haptische Erleben des Komponierens, das Gefühl, selbst etwas zu erschaffen, steht hier im Vordergrund.
Die neue Familienmedienspur, finanziert durch Mittel aus der Kultur- und Tourismustaxe, ist ab dem heutigen Mittwoch für alle Besucher geöffnet. Sie ergänzt auf wunderbare Weise das bereits vielfältige Angebot des KomponistenQuartiers, das seit seiner Eröffnung im Jahr 2015 Wissensvermittlung mit sinnlich-künstlerischen Erlebnissen verbindet. Historische Objekte, beeindruckende Rauminszenierungen und interaktive Medienstationen mit Musikbeispielen, Hörfeatures und Filmen laden zum individuellen Erkunden ein. Regelmäßige Vortrags- und Konzertreihen runden das Angebot ab.
An diesem Jubiläumstag spürte man deutlich die lebendige Energie und das Engagement der vielen Aktiven in den sechs Komponistengesellschaften, die die Inhalte der Museen gestalten und betreuen. Kultursenator Brosda lobte denn auch ausdrücklich: „Zugleich zeigt das KomponistenQuartier, wie in der Kulturstadt Hamburg gelebte kulturelle Bildung und bürgerschaftliches Engagement Hand in Hand gehen. Vielen Dank den vielen Aktiven in den Museen des KomponistenQuartier für ihr großes Engagement!“
Mit der neuen Familienmedienspur schlägt das KomponistenQuartier ein weiteres, wichtiges Kapitel in seiner Erfolgsgeschichte auf. Es ist ein Geschenk zum zehnten Geburtstag, das nicht nur die kleinen, sondern auch die großen Besucher begeistern wird und die lange und klangvolle Musikgeschichte Hamburgs auf spielerische Weise neu erlebbar macht. Ein Ausflug hierher verspricht eine Entdeckungsreise für die ganze Familie – eine klingende Spurensuche durch die Welt der großen Komponisten.
