Warum Janne Mommsen uns das Meer nach Buxtehude bringt

Zwischen Watt und Wolkenkratzern

Janne Mommsen kommt nach Buxtehude (Foto: Eva Häberle / Rowohlt Verlag)

Es gibt Autor*innen, die schreiben über den Norden, und es gibt Janne Mommsen. Der kommt nun nach Buxtehude …

Es gibt Autor*innen, die schreiben über den Norden, und es gibt Janne Mommsen. Wenn der Mann, der eigentlich Volkmar Nebe heißt, zur Feder greift, dann riecht das Papier nach Salzwasser und die Sätze fühlen sich an wie eine frische Brise am Deich. Am Sa., 28. Feb., 19 Uhr, kehrt der Bestseller-Autor zurück in die Stadtbibliothek Buxtehude – ein Heimspiel für einen, der die Elbe und die Küsten im Blut hat.

Wer Janne Mommsen verstehen will, darf nicht nur auf die Verkaufszahlen schauen. Man muss sich seinen Lebenslauf ansehen, der so bunt und kantig ist wie ein Kieselstrand in Nordfriesland. Bevor er zum literarischen Chronisten der Insel Föhr wurde, hat er als Stahlarbeiter zugepackt, als Psychiatriehelfer zugehört und als Barpianist die Nächte begleitet. Diese Schule des Lebens spürt man in jeder Zeile: Er schreibt nicht über Menschen, er schreibt für sie. Wenn er nicht gerade an neuen Manuskripten arbeitet, trifft man ihn oft ehrenamtlich in der Seemannsmission Duckdalben im Hamburger Hafen – ein Ort, an dem Geschichten aus der ganzen Welt stranden.

Mit seinem neuen Roman Das Salz in der Luft setzt er nun seine große Familiensaga fort, die uns bereits in Das Licht in den Wellen den Atem geraubt hat. Wir begegnen wieder der fast hundertjährigen Inge Martensen. Eine Frau, die das 20. Jahrhundert nicht nur überlebt, sondern durchtanzt hat – zwischen der Beschaulichkeit Föhrs und dem flirrenden Chaos von Manhattan. Gemeinsam mit ihrer Urenkelin Swantje bricht sie erneut nach New York auf. Doch dieses Mal geht die Reise tiefer: Es führt sie zurück in die 70er-Jahre und sogar bis nach Sizilien.

Es ist genau diese Mischung, die Mommsens Stil so besonders macht: Er verbindet die norddeutsche Bodenständigkeit mit einer unbändigen Sehnsucht nach der weiten Welt. In einer Zeit, die oft laut und unübersichtlich ist, schenkt er seinen Leser*innen eine literarische Auszeit, ohne dabei in kitschige Klischees abzudriften. Es geht um die großen Fragen: Wo gehöre ich hin? Wie lerne ich, loszulassen? Und wie finden verschiedene Generationen eigentlich eine gemeinsame Sprache?

Die Lesung in Buxtehude verspricht mehr als nur ein Vorlesen zu werden. Wer Mommsen kennt, weiß, dass er die Gabe hat, sein Publikum mitzunehmen – mit Humor, Empathie und dieser ganz speziellen Leichtigkeit, die einen den Alltag für ein paar Stunden vergessen lässt. Es ist ein Abend für alle, die das Meer lieben und die wissen wollen, warum das Herz manchmal auf zwei Inseln gleichzeitig zu Hause sein kann. Das Salz in der Luft ist nicht nur ein Buchtitel – es ist ein Versprechen auf einen Abend voller Aufbruchsstimmung und norddeutscher Herzlichkeit.

Janne Mommsen – Das Salz in der Luft, Sa., 28. Feb., 19 Uhr in der Stadtbibliothek Buxtehude, Fischerstr. 2, 21614 Buxtehude. Eintritt: 12 Euro. Vorverkauf online hier.

Autor Volkmar Nebe im Gespräch über sein Pseudonym Janne Mommsen und seine tiefe persönliche Verbindung zu Nordfriesland und der Insel Föhr, die seine Romane so authentisch macht.

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