Meine Lieben, schnallt euch an! Wer braucht schon den Jetset von Blankenese oder die schicken Lofts in der HafenCity, wenn das wahre Tor zur Welt ab diesem Sommer direkt bei uns am Lüneburger Tor öffnet?
Es ist offiziell: Harburg wird international, und zwar so richtig! Kennt ihr diesen leicht spöttischen Spruch: Peine, Pattensen, Paris? Damit meinte man früher die Provinz, die sich mühsam einen Weg in die große weite Welt sucht. Aber ab dem 13. Juli können wir diesen Spruch getrost in der Elbe versenken. Dann heißt es nämlich: Harburg, Brüssel, Paris! Und das Beste daran: Wir müssen dafür nicht einmal umsteigen oder uns durch den Trubel am Hauptbahnhof quetschen.
Der European Sleeper macht es möglich. Während wir uns sonst oft über verspätete S-Bahnen oder Schienenersatzverkehr ärgern, wird unser Harburger Bahnhof plötzlich zum Knotenpunkt für Weltenbummler. Dreimal die Woche rollt der Nachtzug ein, sammelt uns ein und spuckt uns am nächsten Morgen pünktlich zum Frühstück am Gare du Nord in Paris wieder aus. Das ist kein Pendler-Wahnsinn, das ist pure Romantik auf Schienen!
Und warum ausgerechnet Harburg? Weil die Strecke zwischen Hamburg und Berlin so überlastet ist, dass für den Halt im Norden nur unser schöner Bahnhof infrage kommt. Was für ein herrlicher Zufall! Da zeigt sich mal wieder: Wenn es eng wird, rettet Harburg die Lage! Wir sind die Praktiker des Nordens, und jetzt sind wir eben auch der Geheimtipp für alle, die nachts von Paris träumen.
Stellt euch das mal vor: Abends noch schnell eine Wurst am Harburger Ring, dann rein in den Schlafwagen und morgens mit einem Croissant in der Hand den Eiffelturm grüßen. Und das Ganze gibt es schon ab knapp 50 Euro. Das ist fast günstiger als manche Taxifahrt quer durch Hamburg am Wochenende.
Ich finde, das ist genau die Art von Aufwertung, die wir verdient haben. Wir sind nicht mehr nur die Endstation der S3, sondern der Startpunkt für das Abenteuer Europa. Wer braucht schon Billigflieger und Sicherheits-Check-ins, wenn man sich in Harburg einfach in die Kissen sinken lassen kann und in der Stadt der Liebe wieder aufwacht?
Also, meine Lieben: Fangt schon mal an, euer Französisch aufzufrischen. Vielleicht heißt es demnächst am Bahnsteig nicht mehr nur Zurückbleiben bitte, sondern ein herzliches Bienvenue à bord. Ich für meinen Teil reserviere mir schon mal ein Plätzchen. Wir sehen uns dann im Bistro-Wagen – spätestens kurz hinter Brüssel!
Au revoir und bis nächste Woche,
Eure Clara
