Historischer Film in Winsen: "Lokalseite unten links"

Denkmal für den „Winsener Anzeiger“

Grafik: PR

Cognac am Schreibtisch, rauchende Köpfe in der Setzerei und ein Rollenbild, das heute mindestens für hochgezogene Augenbrauen sorgt: Willkommen in den 1970er Jahren. Willkommen in Störenbek. Doch wer genau hinsieht, erkennt hinter dem fiktiven Namen der Kultserie „Lokalseite unten links“ ein sehr reales Gesicht: Winsen (Luhe).

Das Museum im Marstall lädt am So., 11. Januar zur mittlerweile traditionellen Serienschau und beweist einmal mehr, dass Geschichte nicht immer staubig sein muss – manchmal flimmert sie auch charmant über die Leinwand.

Die Serie, die einst ein Millionenpublikum vor die Bildschirme lockte, ist für Winsen weit mehr als nur Unterhaltung. Sie ist ein konserviertes Stück Stadtgeschichte. Die Szenen, die in der Druckerei der Lokalzeitung spielen, wurden in den damaligen Räumen des Winsener Anzeigers gedreht. Wer die Folgen heute sieht, blickt direkt in das Maschinenraum-Herz der Stadt, wie es vor fast 50 Jahren schlug.

Es ist dieser hohe Grad an Erinnerungskultur, der den Filmnachmittag so wertvoll macht. Wenn die Protagonist*innen mit dem Auto durch die Marktstraße brausen, sieht man im Hintergrund Stadtansichten, die längst aus dem Stadtbild verschwunden sind. Es ist eine visuelle Archäologie des Alltags.

Gezeigt werden diesmal zwei besondere Leckerbissen: Die allererste Folge mit dem vielsagenden Titel „Alarm“ und die Folge 37, „Besuch von Drüben“. Dabei geht es nicht nur um Nostalgie für jene, die damals schon dabei waren. Auch für Jüngere bietet die Vorführung einen faszinierenden, manchmal amüsierten Blick auf den Lebensstil einer Ära, die uns heute seltsam fremd und doch vertraut erscheint.

Ob die ehemalige Kaserne, die Winsener Geschäfte oder die weiten Szenen am Deich – „Lokalseite unten links“ fängt das Lebensgefühl der Elbmarsch ein, wie es kaum ein anderes Dokument vermag.

Da die Plätze im historischen Marstall begehrt sind und die Serienschau regelmäßig für ein volles Haus sorgt, ist der Vorverkauf an der Museumskasse mehr als nur eine Empfehlung – er ist fast schon Pflicht für alle, die sich diesen nostalgischen Trip nicht entgehen lassen wollen.

Sonntag, 11. Januar, 14.30 Uhr: Historischer Filmabend „Lokalseite unten links“ (Folgen: „Alarm“ & „Besuch von Drüben“), Museum im Marstall, Schlossplatz 11, 21423 Winsen (Luhe)

Eintritt: 6 Euro für Erwachsene (Kinder bis 18 Jahre und Vereinsmitglieder frei)

Info: www.museum-im-marstall.de

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