Die Kolumne "Wort-Reich":

Nomen est Omen

Die Natur macht ihn vor: den steten Wandel. (Foto: Der Specht)

Mein Name ist Sophie und ich bin Denkerin.
Ich denke über einen Namenswechsel nach. Statt Selbst-Zweifel könnte ich meine bessere Hälfte auch Bewusstsein nennen. Das wäre nicht einmal gelogen und es klingt gleich viel positiver. Das wäre ein kluger Schachzug, denn ich glaube an die Kraft guter Gedanken.
Um etwas zu erreichen, ist es ratsam, sich zunächst ein Ziel zu überlegen, dass so richtig motivierend wirkt. Wenn wir dann erstens das Richtige gefunden hat, sollte man es zweitens aussprechen und drittens in die Tat umsetzen. Ich spreche aus eigener Erfahrung und kann versichern: das führt zu was. Zu guten Ergebnissen.
Vor mir liegt ein vielversprechender Weg und ich erwäge, mich von meinem fiktiven Namen zu trennen. Ich heiße nicht einmal Sophie. So nannte ich mich in Anlehnung an das Buch mit dem Titel „Sophies Welt“, eine Einführung in die Gedankengänge großer Philosophen.
Das einzige, was an meinem Pseudonym wahr ist, ist mein Selbst. Für mich zählt Authentizität und deshalb wählte ich etwas Passendes aus. Dafür stehe ich mit meinem Namen. Bis ich es mir anders überlege.
Mein ursprünglicher Plan war es, eine Kolumne mit SZ zu schreiben, doch wie die Dinge liegen, möchte ich das nochmal überdenken. Hoffentlich irritiere ich euch nicht, wenn ich jetzt mein Kürzel ändere, z. B. in SB wie Selbst-Bewusstsein. Oder klingt das B nach billig?
Neulich traf ich einen Typ, der stellte sich mir so vor: Herr Lich. Ob aus uns ein Paar werden könnte? Dann würde ich allerdings nicht Sophie Selbst-Herr-Lich, sondern natürlich nur Selbst-Lich. Hm, klingt komisch. Vielleicht wenn ich mein Selbst ablege. Dann hieße ich Frau Lich. Aber ich müsste dann erst einmal meinen anhänglichen Zweifel loswerden.
Bitte habt ein wenig Geduld mit mir. Es dauert eine Weile, bis ich die einzig wahre Identität gefunden habe, ich experimentiere noch.

 

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