Sonderausstellung im Museum im Marstall Winsen eröffnet

Hugo Haase – der Karussellkönig

Plakat um 1920 von Adolph Friedländer

Für reichlich Gäste sorgte die Eröffnung einer Ausstellung ausgerechnet über einen Karussellbetreiber …

Über ein volles Museum Marstall in Winsen freute sich der Vorsitzende des Heimat- und Museumvereins Prof. Dr. Rolf Wiese bei seiner Begrüßung anlässlich der Ausstellungseröffnung zu Hugo Haase. Neben vielen Vereinsmitgliedern waren sogar interessierte Gäste aus dem Ruhrgebiet angereist. Wiese hob die Bedeutung des gebürtigen Winseners Hugo Haase für die Entwicklung der Freizeitgesellschaft hervor und dankte der Stadt Winsen und dem Lüneburgischen Landschaftsverband für die Unterstützung. Nach der offiziellen Begrüßung überbrachte der stellvertretende Bürgermeister Sebastian Trenkner die Grußworte der Stadt Winsen und brachte seine Freude über die positiven Impulse des Vereins für die Stadt zum Ausdruck. Anschließend führten Prof. Dr. Rolf Wiese und die Kuratorin Dr. Darijana Hahn in die Ausstellung ein.

Wer war Hugo Haase? Und was machte ihn so berühmt? Zur Beantwortung dieser Fragen hatte der Heimat- und Museumverein die bekannteste Hugo-Haase-Forscherin, Frau Dr. Darijana Hahn, als Kuratorin gewonnen. Sie hat zusammen mit der Museumsleiterin Ilona Johannsen die Ausstellung konzipiert und aufgebaut. Bei der vorausgegangenen Recherche war eine Vielzahl an erstmals entdeckten Materialien aufgetaucht, die nun in der Ausstellung zu sehen sind.

Hugo Haase revolutioniert die ab 1880/1890 beginnende Freizeitgesellschaft. Die damals verabschiedeten neuen Arbeitszeitregelungen mit festen Arbeitszeiten von zunächst zehn, stäter acht Stunden am Tag verschafften der Bevölkerung Raum für Freizeitaktivitäten. Hugo Haase erkannte dieses Potential und entwickelte, ja revolutionierte Jahrmärkte, die großen Volksfeste dieser Zeit. Hinzu kamen seine Aktivitäten zur Begründung von Freizeitparks. Dabei hatte er nicht nur die Oberschicht als Zielgruppe, sondern ermöglichte auch Dienstboten und Kindern Zutritt zu seinen Attraktionen. Haase war also einer der Initiatoren der heutigen Freizeitgesellschaft und insofern ist seine Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzen.

Ein Höhepunkt der Eröffnungsfeier war zweifellos der Auftritt des jungen Musikers David Maack. Er unterhielt das Publikum mit Hugo Haases Domschlagern von 1908. Dabei handelt es sich um Musikstücke mit bekannten Melodien, zu denen Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Preisausschreibens von Hugo Haase die Texte beisteuerten – eine von Hugo Haases beeindruckenden Werbekampagnen.

Nach dem abschließenden Besuch der neuen Sonderausstellung stärkten sich die begeisterten Besucherinnen und Besucher an einem „Jahrmarktsbuffet“ mit Schaumwaffeln und Popcorn.

Hugo Haase – der große Sohn der Stadt Winsen – zog, wie zu seiner Zeit, wieder viele in seinen Bann.

Die Ausstellung ist bis zum 30. Oktober während der Öffnungszeiten des Museums zu besichtigen. Zur Ausstellung gibt es ein spannendes Begleitprogramm. Höhepunkt wird am 17./18. September, jeweils 11 bis 18 Uhr, der Hugo-Haase-Jahrmarkt sein.

Weitere Angebote:

4. September, 14.30 – 16 Uhr: „Von Winsen in die Welt – Der Karussellkönig Hugo Haase“, Vortrag von der Hugo-Haase-Forscherin Dr. Darijana Hahn

9. Oktober, 13 – 16 Uhr: Jahrmarkt-Mitmachschule

30. Oktober, 13 – 16 Uhr: Budenzauber – Zauberhaft – Mitzaubern für Jung und Alt

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