Die Harburger Herzblatt-Kolumne

Mein Gipfelsturm im Süden

Clara Klatsch hat wieder genau hingehört ...

Meine Lieben, schnallt euch an, denn die Gerüchteküche hat wieder mal Hochbetrieb! Die Tage habe ich mir mal eine kleine Auszeit gegönnt, weil, seien wir ehrlich, das Leben in Harburg ist ja manchmal stressiger als eine DSDS-Live-Show. Und wohin zieht es einen, wenn man die Großstadt hinter sich lassen will? Richtig, in die Berge!

Ja, ihr habt richtig gehört. Ich habe mir meine Wanderschuhe geschnürt und bin auf den höchsten Berg Hamburgs gestiegen. Man munkelt ja, er sei sogar höher als die Elbphilharmonie – ganze 116,2 Meter ragt der Hasselbrack in den Himmel! Die Elphi kommt da nur auf magere 110 Meter. Ich habe ja schon immer gesagt, wahre Größe misst man nicht in Glasfassaden, sondern in Natur.

Das große Abenteuer am Hamburg-Himalaya!

Ich sag’s euch, das war ein Abenteuer! Die Hamburger mögen ja denken, wir wohnen in der flachsten Stadt der Welt, aber das ist eine Lüge! Wir haben hier im Süden unseren eigenen Himalaya. Die Anreise ist schon das erste große Hindernis. Wie ich gelesen habe, führt keine Straße dorthin. Da muss man sich schon durch den dichten Wald kämpfen, vorbei an geheimnisvollen Pfaden, die selbst mein Smartphone-Navi in die Knie gezwungen haben.

Dabei habe ich mir die wildesten Geschichten ausgedacht. Ich bin sicher, die Einheimischen – ich rede von den Eichhörnchen, den Vögeln und dem geheimnisvollen Rauhfußkauz, der dort nisten soll – schauen mit einem milden Lächeln auf die Wanderer herab, die sich mit Kompass und Karte durch den „Urwald“ schlagen. Bestimmt haben sie kleine Kaffeekränzchen an der Granitplatte, die den Gipfel markiert, und wetten darauf, wer sich zuerst verläuft. „Na, der Hamburger mit dem City-Bike hat’s heute auch nicht bis zur Hälfte geschafft!“

Man fühlt sich wie ein echter Entdecker. Man sieht keinen Menschen weit und breit. Nur die unberührte Natur, das Rauschen der Blätter – und die eigene Schnappatmung, als ich den steilen Aufstieg hinter mich brachte. Kleiner Scherz am Rande! Aber es war schon beeindruckend.

Als ich es dann endlich geschafft hatte, war das Gefühl unbeschreiblich. Ich stand da, auf dem höchsten Punkt Hamburgs! Ich dachte an all die Touristen, die sich unten in der HafenCity die Hälse verrenken, um die Elphi zu sehen. Die wissen nicht, was sie verpassen! Kein Schlangestehen, kein teures Ticket, nur die pure Natur und das Gefühl, etwas Großes geleistet zu haben.

Ich habe natürlich ein Gipfel-Selfie gemacht, auch wenn es kein Gipfelkreuz mehr gibt. Nur ein schlichter Markierungsstein. Und ich habe mir in diesem Moment gedacht: Das ist es. Das ist Hamburg. Nicht die schillernde HafenCity, sondern diese verborgene, bodenständige Schönheit, die man nur findet, wenn man bereit ist, ein bisschen abseits des Trubels zu suchen.

Also, liebe Harburger: Wenn ihr mal wieder das Gefühl habt, alles ist so platt in unserer Stadt, dann wisst ihr jetzt, wo der Gipfel des Glücks liegt. Packt eure Rucksäcke, lasst das Navi im Stich und erklimmt den höchsten Berg Hamburgs. Ich verspreche euch: Das ist das beste Abenteuer, das unsere Stadt zu bieten hat. Und es ist immerhin höher als die Elphi. Das allein ist schon ein Grund, die Wanderschuhe anzuziehen!

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