
Das Semester und der Lernstress beginnen – was kann da Besseres passieren als eine Einladung zum Konzert?
Genau an diesem Punkt setzt die Clubstiftung Hamburg mit ihrem neuen Pilotprojekt „Welcome to the Club!“ an. Zum Start des Semesterbetriebs beschenkt die Stiftung knapp 700 Erstsemester-Studierende der HafenCity Universität Hamburg (HCU) mit Konzertgutscheinen im Wert von jeweils 25 Euro. Über ein Gesamtvolumen von rund 18.000 Euro, umgesetzt in Kooperation mit der HCU und dem Ticketanbieter TixforGigs, bekommen die Neuhamburger*innen den perfekten Anlass, um den Kopf freizubekommen und die Livemusikszene der Stadt für sich zu entdecken.
Die Aktion ist weit mehr als eine nette Geste zum Studienbeginn – sie geht ein reales, strukturelles Problem an. Geschäftsstellenleiter Antonio Stefaniak macht die Dringlichkeit der Lage deutlich: „Insbesondere während der Pandemie hat sich die Verbindung zwischen Musikclubs und dem jungen Publikum immer weiter abgeschwächt. In Zeiten von Social Media und dem Vormarsch der Streamingdienste bleiben vor allem die kleinen Musikclubs, die für Newcomer-Gigs und diverse Programmarbeit stehen, auf der Strecke.“ Hinzu kommt die finanzielle Hürde in einer teuren Stadt: „Die dadurch steigenden Preise im Ticketing führen wiederum dazu, dass junge Menschen sich den regelmäßigen Besuch von Musikclubs kaum noch leisten können.“
Gleichzeitig stehen die Betreiber*innen kleinerer Live-Clubs unter enormem Druck. Doch gerade Abseits der großen Hallen pocht das Herz der Szene: Orte wie das Hafenklang und das Molotow an der St. Pauli Hafenstraße und der Reeperbahn, das Stellwerk am Harburger Fernbahnhof, das Knust im Karoviertel oder Die Hebebühne in Altona zeichnen das echte, dezentrale Gesicht der Hamburger Musikmetropole. Spielstätten dieser Art sind die eigentlichen Keimzellen der Musikkultur, wo Newcomer-Acts ihre erste Chance bekommen und abseits des Mainstreams experimentiert wird.
Hier schlägt das Projekt die Brücke. Stiftungsvorstand Heiko Langanke hebt die Bedeutung dieser Räume hervor: „Wir ermöglichen wieder eine Beziehung zwischen jungem Publikum und angestammten Clubs aufzubauen. Und wir fördern die Willkommenskultur der Musikmetropole Hamburg, die mehr als Fischbrötchen und Schiffegucken ist.“ Für Langanke steht fest: „Musikclubs gehören zu Hamburgs ideeller Skyline und wir wollen Berührungen dazu schaffen.“
Trägerin des Projekts ist die Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg (kurz: Clubstiftung). Sie wurde 2010 von der Kulturbehörde und dem Clubkombinat Hamburg e.V. ins Leben gerufen, um die Szene nachhaltig zu sichern. Neben Darlehen für Ton- und Lichttechnik oder Lärmschutz unterstützt die Stiftung Clubs mit Beratungsangeboten und Förderprogrammen für Nachwuchskonzerte.
Der Testlauf an der HCU soll erst der Anfang sein. Die Clubstiftung plant bereits weiter: Ziel ist es, das Modell schrittweise auszuweiten und künftig auch Studierende anderer Hochschulen sowie Auszubildende einzubinden.
Der Auftakt ist gemacht. Wer mehr über die Aktion erfahren möchte, findet alle Details und Informationen direkt auf der Projektseite unter stiftung-private-musikbuehnen-hamburg.de. Die Einladung an die Erstsemester steht: Hörsäle gegen die lebendigen Clubräume der Stadt tauschen und echte Live-Momente sammeln!
Auch das Tiefgang-Feuilleton kostet: Serverkosten und andere „Kleinigkeiten“ von rund 500 Euro im Jahr.
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