Archäologisches Museum Hamburg schließt Ausgrabung in Ramelsloh erfolgreich ab

Auf den Spuren von Missionar Ansgar

Im heutigen Sanitärfachhandel nicht mehr zu bekommen: der gefundene Kastenbrunnen aus dem 8. oder 9. Jahrhundert. (Foto: Archäol. Museum Hamburg)

In Ramelsloh wurden interessante Ausgrabungen beendet. Die Geschichte handelt von Brunnen, Wikingern und auch einem Enterich.

In einer Pressemitteilung des „Archäologisches Museum Hamburg“ vom 27. Jun. 2017 heißt es:

„Mitte Juni 2017 konnte das Archäologische Museum Hamburg eine archäologische Ausgrabung erfolgreich abschließen, die sich u.a. mit den Spuren des Hamburger Missionars Ansgar beschäftigt hat. Die Grabung wurde in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Harburg und der Grabungsfirma ArchON Bock & Höppner auf dem Grundstück einer alten Gärtnerei in Ramelsloh, südlich von Maschen, durchgeführt. Im Rahmen von Abrissarbeiten waren dort archäologische Spuren zu Tage getreten.

Flucht vor Wikingern

Es handelte sich um Baubefunde aus der Zeit des 8./9. Jahrhunderts sowie des 14./15. Jahrhunderts. Zum Abschluss der Grabung konnten die Archäologen noch die sehr gut erhaltenen Reste eines Holzkastenbrunnens freilegen. „Von größtem Interesse sind für uns vor allem die frühen Funde, da hier erstmals die Möglichkeit besteht, archäologisch in die Gründungszeit Ramelslohs vor rund 1200 Jahren vorzudringen“, sagt Kreisarchäologe Dr. Jochen Brandt. Die erste historische Erwähnung Ramelslohs datiert aus dem Jahr 845, als der Hamburger Erzbischof Ansgar vor einem Wikingerangriff aus Hamburg flüchten musste und zeitweilig in Ramelsloh Unterschlupf fand. Etliche der jetzt gefundenen Baustrukturen, darunter auch der Keller eines Hauses, könnten aus dieser Zeit stammen. Die Archäologen werden die Funde nun weiter auswerten. Das Grundstück, auf dem ausgegraben wurde, gehörte zum Stift Ramelsloh und beherbergte über lange Zeit, mindestens seit 1601, eine sogenannte Kurie, das Wohnhaus eines Stiftsangehörigen, das ab 1612 zugleich als Dorfschule diente. „Dass hier überhaupt Bebauungsspuren erhalten geblieben sind, grenzt schon an ein Wunder“, so Brandt, „denn das Grundstück ist in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder überbaut worden.“

Ansgar und sein Enterich

Für Interessierte, die gern mehr über das Verbleiben von Erzbischof Ansgar erfahren möchten, bietet das Archäologische Museum Hamburg zurzeit eine ganz besondere Gelegenheit: Im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung „DUCKOMENTA – MomEnte der Weltgeschichte“ präsentiert das Museum die Geschichte des Missionars Ansgars mit einem Augenzwinkern. Die DUCKOMENTA-Künstler haben einen Ausflug in die Hamburger Frühgeschichte unternommen und sich mit dem Leben und Wirken des Hamburger Missionars Ansgar sowie dem Wikingerüberfall auf Hamburg von 845 beschäftigt.

Missionar Ansgar samt Rimduck. (Foto: InterDUCK)

Das Ergebnis ist als Exponat in der Ausstellung zu sehen: „Ansgar war weit über die Grenzen des fränkischen Reichs dafür bekannt, immer in Begleitung seines Enterichs Rimduck zu reisen. Als die Wikinger 845 Hammaburg überfielen, plünderten und niederbrannten, entkamen Ansgar und Rimduck nur knapp. Während Ansgar schließlich nach Bremen floh, zog seine Ente sich als Einsiedler auf eine Elbinsel zurück. Noch heute erinnert der Name „Entenwerder“ an diesen besonderen Bewohner vor fast 1200 Jahren. Ein mittelalterlicher Künstler hat diese außergewöhnliche Freundschaft zwischen Ansgar und Rimduck ausdrucksstark auf einer gotischen Bildtafel um 1457 festgehalten“, so der Kurator der Ausstellung, Dr. Michael Merkel. Die Ausstellung bietet neben den amüsanten Kunstwerken auch ein vielfältiges Mitmachprogramm rund um die Welt der Enten.“

Weitere Informationen unter duckomenta.com und amh.de.

Informationen zum Ausstellungsbesuch: Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 17 Jahren frei

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10.00 -17.00 Uhr

Ort: Archäologisches Museum Hamburg, Museumsplatz 2, 21073 Hamburg und Archäologische Ausstellung, Harburger Rathausplatz 5, 21073 Hamburg Die Sonderausstellung ´Duckomenta` läuft noch bis 4. Februar 2018.

Hierzu auch: tiefgang.net

(27. Jun. 2017, TG)

 

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