DUCKOMENTA nun auch im Archäologischen Museum Hamburg zu sehen:

Enten, Erpel und andere Räubergeschichten …

Blieb er uns lange vorenthalten, ist jetzt aber in Harburg zu sehen: der Erpel aus dem ewigen Eis "Dötzi". (Bild: InterDuck)

Alle Jahre wieder ist die Kunst-Szene in Aufruhr – denn dann kommt die Documenta nach Kassel. Dieses Jahr ist die Aufregung auch in Harburg zu spüren. Aber hier startet jetzt die DUCKOMENTA.  Ein Schreibfehler?

Nein, ganz gewiss nicht. Ein Scherz, weil sich mal die ganze Welt- und Kulturgeschichte um das Federvieh dreht? Auch das wäre zu kurz gegriffen. Denn das Projekt hat mehr auf dem Kasten, als der erste Blick suggerieren mag.

Hinter der DUCKOMENTA steht ein erfahrenes und bewährtes Konzept. Ursprünglich wurde die Ausstellung „Überall ist Entenhausen“ für die Kunsthalle Rotterdam konzipiert, dann aber zu einer irrwitzigen Zeitreise durch die Kulturgeschichte von der Kreidezeit bis zum letzten Millenium weiter entwickelt. Schon seit 1986 ist die DUCKOMENTA eine Kunstausstellung, bei der die abgebildeten Dinge „anatiden“ (entenähnlichen) Ursprungs sind. Und so tourt sie auf einer internationalen Tournee durch Kunsthallen und Museen.

Dinge antiaden Ursprungs

Rätsel des alten Ägyptens (Bild: InterDuck)

Dahinter steckt die Berliner Künstlergruppe „InterDuck“. Eine junge Firma von Designern, Künstlern, Filmemachern, Architekten und Geisteswissenschaftlern. Sie entwickeln und realisieren Kunst- und Kulturevents. Die Aktivisten und auch Gesellschafter der Eventagentur sind mittlerweile honorige Damen und Herren: Prof. Dr. Eckhart Bauer, Anke Doepner, Prof. Volker Schönwart, Rüdiger Stanko und Ommo Wille. Zum Projekt DUCKOMENTA stellten sie sich die Frage, welche Werke die wichtigsten Künstler der Vergangenheit wohl hinterlassen hätten, hätten auch sie die Comic-Charaktere aus Entenhausen gekannt und geliebt. Die Kunst- und Kulturgeschichte müsste wohl umgeschrieben werden. Und genau das nahm sich interDuck dann auch vor. Dabei werden die Mittel des künstlerischen Zitats und der Verfremdung genutzt, ohne aber ihre Vorbilder nicht weniger ernst zu nehmen.

Eine ständig wachsende Sammlung

Bei den Bildern handelt es sich nicht um Computermanipulationen, sondern um reale Malerei, Graphik und Skulptur. Und so wächst die Wanderausstellung und –Sammlung seit 1986 ständig und wandert von Kunstvereinen zu Museen im In- und Ausland. Bisher haben sich mehrere hunderttausende Besucher überzeugen lassen: Die Ver-Entung der Welt ist nicht mehr aufzuhalten!

War die Kubanische Revolution doch nur eine Ente? (Bild: InterDuck)

Die InterDuck belässt es aber nicht beim Schnattern. Für Weimar als Kulturstadt Europas im Jahr 1999 konzipierte die Truppe etwa die erfolgreiche Ausstellung „Labor 20. Das Jahrhundert – ein Versuch“, ein satirischer Blick auf das vergangene Jahrhundert. Sie beschreiben das Konzept wie folgt:

„Bestimmten geheime Laboratorien das 20. Jahrhundert? War alles nur ein Versuch oder müssen wir die Geschichte neu schreiben? Das Labor 20, streng geheim verwahrt, wirft ein ungewohntes Licht auf das letzte Jahrhundert. Hier überwinden scheinbar Ereignisse, Dinge und Berühmtheiten des 20. Jahrhunderts mühelos Zeit und Raum: Lenin lagert in einem Kühlsarkopharg und Kaiser Wilhelm probt seine Flottenpolitik in der Badewanne. Mysteriöse Unfälle finden statt: Die Überreste der Karossen prominenter Opfer – von James Dean bis Falco und Lady Di – hält Labor 20 unter Verschluß.“
Aber warum nun der Name „DUCKOMENTA“? InterDuck erklärt auch dies: „Die DUCKOMENTA ist “Concept Art”, vermischt mit Anteilen der “Pop Art”. Die Silbe “DUCK” kommt von “Ente”, der Buchstabe “O” von “Staunen”, die Silbe “MENTA” verweist auf “Dokumente”, auf real vorliegende Beweisstücke.“

Die Ausstellung ist vom 9. Juni 2017 bis zum 4. Februar 2018 nun im Archäologischen Museum Hamburg, Museumsplatz 2, 21073 Hamburg zu besuchen.

Weiterführende Links:

Das Projekt DUCKOMENTA

Das Archäologische Museum Hamburg

(01. Jun. 2017, hl)

 

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