Pandemie-Bilanz für die Kulturszene verheerend

Bundesförderprogramme laufen auch 2022 weiter

wollen wieder besetzt werden ... ( Foto János Bencs / Pixabay)

Die Corona-Pandemie hat verheerende Auswirkungen auf die Kultur- und Kreativwirtschaft. Gut, dass der Sonderfonds des Bundes nun verlängert wird.

Für viele Künstlerinnen und Künstler geht es um die Existenz. Der Bund hilft hier passgenau und effizient – mit NEUSTART KULTUR, dem Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen, allgemeinen Wirtschaftshilfen und der Unterstützung im sozialen Bereich. Maßnahmen, die in diesem Jahr fortgesetzt werden.

Auch während der aktuellen Omikron-Welle können die meisten Museen, Theater oder Kinos nur eingeschränkt und unter Beachtung der Hygieneregeln besucht werden. Viele Clubs sind geschlossen, Festivals und Tourneen mussten abgesagt werden. Eine Situation, die nicht nur Künstler und Künstlerinnen, sondern auch Veranstalter und Kreative vor große Herausforderungen stellt und oft massive Einnahmeeinbußen zur Folge hat. Diese werden noch lange spürbar bleiben – auch wenn die aktuellen Beschlüsse des Bundeskanzlers und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder die etappenweise Rückkehr zu einem normalisierten Kulturleben ermöglichen.

Deshalb setzt die neue Bundesregierung die Corona-Hilfsprogramme sowie zahlreiche weitere Maßnahmen fort. Die Lage der Kulturschaffenden gehe ihr sehr zu Herzen, betont Kulturstaatsministerin Claudia Roth. Sie werde sich mit allen Kräften dafür einsetzen, dass die Kulturbranche und alle Menschen, die in diesem Bereich arbeiten, möglichst gut durch diese schwierige Zeit kommen. Dabei gelte es auch dafür zu sorgen, dass die kulturelle Infrastruktur in Deutschland keinen bleibenden Schaden nehme.

Das bereits im Sommer 2020 gestartete Rettungs- und Zukunftsprogramm NEUSTART KULTUR läuft auch 2022 weiter. Die einzelnen Programmlinien werden immer wieder den neuen Bedarfslagen angepasst. Viele öffnen in diesem Jahr neue Ausschreibungen – so unter anderem Programme für Musikveranstalterinnen und Musikveranstalter, für den Bereich Kinder- und Jugendtheater oder Programme im Literaturbereich. Außerdem wird zum Beispiel der Ausfallfonds für die Filmwirtschaft verlängert, und das spartenübergreifende Stipendienprogramm INITIAL der Akademie der Künste erhält eine Neuauflage.

Für NEUSTART KULTUR stand 2020 zunächst eine Milliarde Euro zur Verfügung, 2021 hat die damalige Bundesregierung eine zweite Kulturmilliarde bereitgestellt. Ein Schwerpunkt der Weiterentwicklung von NEUSTART KULTUR liegt dabei auf der individuellen Unterstützung von Künstlerinnen und Künstlern in Notlagen, häufig durch Stipendienprogramme.

NEUSTART KULTUR hilft vor allem in drei Bereichen: Zum einen trägt es über zahlreiche Projektförderungen und Stipendien dazu bei, dass die Produktion in allen Bereichen von Kunst und Kultur auch unter Pandemiebedingungen aufrechterhalten werden kann. Gefördert werden zum anderen Investitionen in Kultureinrichtungen, die durch pandemiebedingte Hygieneauflagen notwendig werden. Dies können ebenso Maßnahmen zum pandemiesicheren Betrieb sein wie Investitionen in digitale Infrastruktur. Außerdem können bundesgeförderte Kultureinrichtungen Mehrbedarfe zum Beispiel durch Lockdown-bedingte Einnahmeausfälle geltend machen, die mit Mitteln aus NEUSTART KULTUR abgefedert werden.

Ob Kinos, Theater oder Musikclubs – alle Bereiche der Kultur- und Kreativwirtschaft mussten in den vergangenen Jahren erhebliche Umsatzverluste hinnehmen, die durch die lange Dauer der Corona-Einschränkungen noch potenziert werden. Für 2020 verzeichnet das Kompetenzzentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft in seiner Bilanz für die gesamte Branche einen durchschnittlichen Umsatzverlust von 8,7 Prozent, gefolgt von 6,3 Prozent im Jahr 2021. Einzelne Teilmärkte sind noch stärker betroffen. Das reicht vom Kunstmarkt mit einem Rückgang von 39 Prozent, über die Filmwirtschaft mit 41 Prozent bis zu den Darstellenden Künsten, für die ein Minus von 81 Prozent verzeichnet wird. Weitere Informationen finden Sie im  Themendossier des Kompetenzzentrums.

weiterführender Link www.bundesregierung.de (hier finden sich Querverweise zu den Förderprogrammen einzelner Genres)

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