Kooperation des Archäologischen Museums Hamburg und des Planetariums Hamburg

Die Himmelsscheibe von Nebra

Die Himmelsscheibe von Nebra (Credit: Juray Lipták, LDA)

Die seit Jahren bewährte Zusammenarbeit zwischen dem Archäologischen Museum Hamburg und dem Planetarium Hamburg geht am 1. April 2022 mit Prof. Dr. Harald Meller, den Landesarchäologen von Sachsen-Anhalt und „Hüter“ der Himmelsscheibe von Nebra, in die nächste Runde.

In seinem spannenden Vortrag im Sternentheater im Stadtpark gibt er Einblicke in die Geheimnisse rund um einen der wichtigsten archäologischen Funde des 20. Jahrhunderts und berichtet von den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu ihrer Herkunft und Deutung.

Die Himmelsscheibe von Nebra fasziniert Öffentlichkeit und Wissenschaft seit ihrem Auffinden 1999 ungebrochen. Auch aktuell ist sie wieder in aller Munde: Nicht nur krönt sie bis zum 17. Juli die Ausstellung „The World of Stonehenge“ im British Museum in London als kostbare und selten gewährte Leihgabe, auch wirft sie zusammen mit anderen Entdeckungen der letzten Jahre neues Licht auf die Rolle der Himmelsbeobachtungen in der Menschheitsgeschichte.

Zurecht ist die Himmelsscheibe seit 2013 Teil des UNESCO-Welterbes: Zusammen mit anderen Artefakten wurde sie um 1.600 v. Chr. auf dem Mittelberg bei Nebra in Sachsen-Anhalt niedergelegt und im Juli 1999 illegal von Raubgräbern ausgegraben. Die auf der  Himmelsscheibe abgebildeten goldenen Himmelskörper und Bögen belegen umfangreiche astronomische Kenntnisse in der Bronzezeit Mitteleuropas. Gleichzeitig zeugt der Fund von einer stark hierarchischen frühbronzezeitlichen Gesellschaft in Mitteldeutschland im frühen 2. Jahrtausend v. Chr. und zeigt weiträumige Beziehungen auf, die bis in den Vorderen Orient reichten.

Zusammen mit dem Sonnenobservatorium von Goseck und der Kreisgrabenanlage von Pömmelte zeigt die Himmelsscheibe von Nebra, wie die Betrachtung des Himmels in Verbindung mit den jahreszeitlichen Zyklen der Natur in die Vorstellungswelt unserer Ahnen in der Vorzeit integriert wurden. Dieser Forschungszweig, die Archäo-Astronomie, die interdisziplinär untersucht, wie Menschen in der Vergangenheit die Phänomene am Himmel interpretiert haben, sie nutzten und welche Rolle der Himmel in ihren Kulturen spielte, verbindet das Archäologische Museum Hamburg und das Planetarium seit vielen Jahren in fruchtbarer Kooperation.

Der gebürtige Bayer, Prof. Dr. Harald Meller, studierte unter anderem Provinzialrömische Archäologie und Ethnologie in München und Berlin. Seit 2001 ist er Direktor des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle (Saale). In seinem Vortrag wird Professor Meller von den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Himmelsscheibe von Nebra berichten und faszinierende Einblicke in die kultische und religiöse Praxis ihrer Entstehungszeit bieten. Sein Vortrag wird eingeleitet von Prof. Thomas W. Kraupe, dem Direktor des Planetariums Hamburg und Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, dem Direktor des Archäologischen Museums Hamburg und Landesarchäologen der Freien und Hansestadt Hamburg.

Termin:       Freitag, 01. April 2022 um 19:30 Uhr, Planetarium Hamburg, Linnering 1 (Stadtpark), 22299 Hamburg

Eintritt: 12,- Euro, ermäßigt 7,50 Euro; Tickets: Tel. 040) 428 86 52 – 10 oder www.planetarium-hamburg.de

Bitte beachten Sie: Im Veranstaltungsort besteht die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske während des gesamten Aufenthalts, auch am Platz im Sternensaal.
Personen mit typischen Corona-Symptomen ist der Zutritt ins Gebäude weiterhin nicht gestattet.

 

 

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