Serie: was war 2020 und was kommt 2021? – Rieckhof-Chef Jörn Hansen

18 ganz harte Monate

Jörn Hansen vom Harbrger Rieckhof (Foto: privat)

War 2020 einfach nur für die Tonne? Wir haben bei Kulturschaffenden nachgefragt. Heute Rieckhof-Chef Jörn Hansen.

 Wie hat sich die Pandemie im Arbeitsalltag 2020 bemerkbar gemacht?

Bis zum Freitag, den 13. März 2020 lief alles ganz normal. Am 14.03. haben wir das erste Konzert abgesagt.  Dann kam eine Flut von Verfügungen, die wir alle umgesetzt haben. Eine kurze Zeit lang war dies und das noch möglich. Die Zuschauer haben sich allerdings aus verständlichen Gründen sehr zurückgehalten.

Seit einigen Wochen ist das Veranstaltungsprogramm und auch die Gastronomie im totalen LockDown. Wir arbeiten teilweise in unseren Rieckhof Büros weiter – teilweise im Homeoffice.

Die Immobilie an sich braucht ständig Pflege und Aufmerksamkeit, auch wenn der Rieckhof geschlossen ist.

Wie weit werden die Nachwirkungen nachhallen?

Ich glaube, dass es frühestens im Herbst 2021 wieder etwas normaler wird. Dann waren das 18 ganz harte Monate.

Was waren 2020 die gravierendsten Entwicklungen?

Alle staatlich geförderte Häuser, so wie auch der Rieckhof, haben es noch recht gut im Vergleich zu privaten Betreibern.

Emotional am härtesten trifft uns, die Besucher und die Künstler das nichts mehr stattfinden darf.

Das tut richtig weh!

Was hat 2020 an neuer Kreativität hervorgebracht?

Von Streaming-Angeboten halten wir nichts. In der Flut von Millionen Angeboten auf sämtlichen Kanälen gehen örtliche Initiativen unter.

Darüber hinaus verursacht es für alle Beteiligten hohe Kosten. Wir sind ständig mit allen Künstlern und anderen Nutzern in Kontakt, um uns auf den Restart vorzubereiten.

Was war das persönlich einschneidenste Erlebnis in 2020?

Da ist natürlich der LockDown an sich auf der negativen Seite zu nennen.

Auf der positiven Seite ist die für alle Beteiligten überraschende hohe Extra-Förderung für den Rieckhof.

An der Förderung in Sachen Austausch der Fenster und einiger Fassadenteile haben wir 9 Jahre lang gearbeitet.

Vor einigen Wochen wurden dafür 1,3 Millionen Euro bewilligt.

 Zeitgleich wird nochmal 1,3 Millionen Euro für die Aufwertung der Rieckhof Innenräume zur Verfügung gestellt.

Das ist großartig – besonders in diesen Zeiten.

Was ist für 2021 absehbar?

Wir fahren schon die ganze Zeit täglich auf Sicht. Es ist ganz ehrlich nichts mehr absehbar, so hart das auszuhalten ist.

Was wäre in 2021 wünschenswert?

Dass die die Durchimpfung schnell voranschreitet und das Leben endlich wieder erwacht.

Was wird von 2020 bleiben?

Schmerz, aber auch große Solidarität aller Beteiligten. 

 

Jörn Hansen, Geschäftsführer Rieckhof  (www.rieckhof.de)

Related Post

Druckansicht    

Facebook Kommentare