Museum im Marstall lädt zu einem geschichtsträchtigen Wochenende

Der Schäfer und die Hebamme

Zu bestaunen: Medienstationen zu Johannes Brahms, Schäfer Ast und Hugo Haase (Foto: Museum im Marstall)

Gleich zwei Veranstaltungen führen am Wochenende 25. und 26.9. am Museum im Marstall in in die Vergangenheit – zu einem Schäfer und einer Hebamme …

Am Sonnabend, dem 25. September von 14.30 bis 16 Uhr wird ein Film samt Vortrag zum Schäfer Ast im Museum im Marstall gezeigt und gehalten.

1000 Patienten am Tag – Film und Vortrag im Museum im Marstall zum Wunderheiler aus Radbruch

Mit der Bahn kamen die Patienten angereist, teilweise tausend am Tag. Ein extra Wartegarten wurde eingerichtet und Bauern aus der Gegend verdienten sich ein gutes Zubrot, indem sie Schlafplätze anboten. Grund hierfür war der Schäfer Heinrich Ast aus Radbruch, der als Wunderheiler einen weit verbreiteten Ruf hatte.

Ein Film mit Vortrag beleuchtet am 25. September um 14.30 – 16 Uhr das Leben und Wirken des Schäfers Heinrich Ast.

Die Veranstaltung findet begleitend zur Sonderausstellung „Schäfer Ast – Wunderheilung im Akkord“ statt, die noch bis zum 31. Oktober im Museum im Marstall zu sehen sein wird. Der auf Anregung des Heimat- und Museumvereins Winsen (Luhe) und Umgebung e. V. erstellte Film „Schäfer Ast – Eine Spurensuche“ wurde 2014 von J. A. Schulz gedreht. Der bekannte Filmemacher schildert den Lebensweg des 1848 in Gronau geborenen Schäfers, der 1873 nach Radbruch, in den Altkreis Winsen kam. Ast war als Wunderheiler weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt. Tausende kamen wegen seiner Fähigkeiten in das kleine Dorf Radbruch, das bereits eine Eisenbahnstation hatte. Durch eine Lupe betrachtete er ein Büschel Nackenhaare, um eine Diagnose zu stellen und eine Arznei zu verordnen. Diese Methode brachte dem Schäfer bei einigen den Ruf eines Kurpfuschers ein. Andererseits half er zahlreichen Menschen und seine Medizin ist zum Teil nach wie vor erhältlich. Ilona Johannsen M.A., Museumsleiterin und Kuratorin der Schäfer-Ast Ausstellung, führt den Film mit einem Vortrag ein.

Am Sonntag, dem 26. September ebenso von 14.30 – 16 Uhr gibt es dann eine historische Stadtführung mit der Hebamme Johanna ins Jahr um 1600. Eine Tour mit viel Wissenswertem über das Leben der damaligen Zeit in Winsen.

Mit der Hebamme Johanna ins Winsen um 1600            

Wie sah Winsen vor gut 400 Jahren aus? Wie lebte es sich damals? Und wie lebte es sich als Frau zu dieser Zeit? Bei der historischen Stadtführung des Museums im Marstall am Sonntag, den 26. September nimmt die Hebamme Johanna die Besucher*innen mit in ihr Winsen um 1600.

Die Führung beginnt um 14.30 Uhr vor dem Museum im Marstall und geht zunächst zum Schloss. Der Rosengarten gehört dabei ebenso zur Tour wie die Schlosskapelle. Die Hebamme Johanna führt die Teilnehmer*innen unter anderem zur alten Wassermühle, dem alten Franziskanerkloster und natürlich auch zur St. Marien Kirche, die zu ihrer Lebzeit bereits viele Jahrzehnte vorzuweisen hatte.

Begleitend zur Stadtführung berichtet die Hebamme aus ihrem Leben und ihrer Arbeit: von der damaligen Geburtshilfe, den Vorbereitungen der Geburt, dem sogenannten Gebärstuhl und einem möglichen Kaiserschnitt. Historische „Werkzeuge“ aus der Geburtshilfe machen die Tour sehr anschaulich. Ein wichtiger Bestandteil der Frauenheilkunde war das Wissen um die Wirkung zahlreicher Kräuter, sei es zur Unterstützung der Schwangerschaften oder um einen Abort herbeizuführen. Damit einhergehend thematisiert die Führung auch Hexenprozesse, die zur damaligen Zeit für viele kräuterkundige Hebammen zum Verhängnis wurden.

Die Führung dauert etwa 1,5 Stunden und kostet 3 € pro Person. Eine Anmeldung ist aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl notwendig. Diese ist bis zum 25.9., 16 Uhr per Mail an info@museum-im-marstall.de oder telefonisch unter 04171-3419 möglich.

Die Veranstaltung findet unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln statt. Bitte informieren Sie sich vorab auf der Homepage des Museums über die aktuellen Vorgaben (www.museum-im-marstall.de).

 

Abbildung:

Die Hebamme Johanna im Rosengarten. Rechte: Museum im Marstall

 

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