Künstler Heinz Ratz organisiert 1 Million Euro gegen Rechts:

Die schnelle Einsatzgruppe

Grafik: Büro für Offensivkultur

Die Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg stehen vor der Tür und verheißen nichts Gutes. Ein Netzwerk ist nun aktiv und sammelt auf 100 Konzerten und in 100 Städten Geld für bedrohte Jugendhäuser und Soziokulturelle Zentren in Brandenburg, Sachsen und Thüringen.  Auch in Hamburg …

Rassistische, fremdenfeindliche und vulgärdarwinistische Weltanschauungen, die bisher relativ machtlos am rechten Rand schwelten, machen sich jetzt breit. Sie erobern und durchdringen die Mitte der Gesellschaft, und es ist so weit gekommen, dass die Menschlichkeit gegenüber der Unmenschlichkeit in die Defensive geraten ist. Die Geschichte zeigt auf schmerzliche Weise: Selbst das Unfassbare und scheinbar völlig Abseitige wird „normal“, wenn es arrogant auftritt und unwidersprochen bleibt.
Das beunruhigte den Musiker und Schriftsteller Heinz Ratz und er schmiedete einen Plan. Gemeinsam mit Konstantin Wecker gründete Heinz Ratz das „Büro für Offensivkultur“, eine musikalische Eingreiftruppe für Menschlichkeit und Demokratie.

„Sie ist überall spürbar: die zunehmende Verhärtung und Unmenschlichkeit in der Gesellschaft – und daraus resultierend eine wachsende Verunsicherung in der Bevölkerung“, so Ratz. „Wo Menschen in Not sind, wird inzwischen mehr über „Ausschaffung“ und neue Grenzzäune gesprochen als über Hilfe.“ Und so kam er zu dem Schluss: „Es gibt viel guten Willen in der Kulturszene, sich gegen diesen Trend zu stellen. Zahlreiche Künstler wären sicher bereit, sich zu engagieren, aber „es gibt nichts Gutes, außer man organisiert es“. Oft fühlen sich Menschen, die die Humanität nicht preisgeben wollen, isoliert und wissen nicht genau, wie sie ihre politischen Einsichten kanalisieren sollen. Wir haben in den letzten Jahren oft erleben müssen, dass sozial engagierte lokale Gruppen nicht schnell und öffentlichkeitswirksam genug auf Angriffe von rechts reagieren konnten. So kam uns der Gedanke, zur Unterstützung humaner Initiativen und friedlicher Proteste eine kulturelle „schnelle Einsatztruppe“ zu schaffen, das „Büro für Offensivkultur“.“

„Tonart“-Moderatorin Vivian Perkovic im Gespräch mit dem Liedermacher Heinz Ratz. Deutschlandradio/Tide TV

Und nun startete Ratz seine erste Großoffensive. In 100 Konzerten in 100 Städten will er gemeinsam mit lokalen und bekannten Künstlern insgesamt 1 Million Euro für selbstverwaltete Jugendhäuser und Soziokulturelle Zentren in Sachsen, Brandenburg und Thüringen sammeln. Der Grund: Er sieht sie durch rechtspopulistische Parteien in Landtag und auf kommunaler Ebene in ihrer Existenz bedroht.

„Kultur- und Jugendzentren sind die wichtigsten Orte in der jetzigen politischen Situation, an denen noch Demokratie, Weltoffenheit und Begegnung stattfindet“, sagt Ratz. „In manchen Ecken in Deutschland sind es die letzten Bastionen, die wir haben.“

Die gesammelten Gelder sollen den Jugendzentren und Kultureinrichtungen zugute kommen, damit sie eventuell ihre Häuser kaufen können, Sicherheiten gegen Kündigungen haben oder mit den Geldern entsprechende Anwaltskosten, Werbung für Überlebensaktionen, wichtige Kulturprogramme, notwendige Sanierungen tragen können.

Und der Spendenstand vom Mai 2019 ist vielversprechend: ca. 71.000 Euro und man hofft auf weitere Unterstützer!

Als besonderes Highlight ist die Band „Strom & Wasser“ im Netzwerk aktiv. Seit Jahren stellen die Damen und Herren von Strom & Wasser das Extremste dar, was man unter der Bezeichnung „Liedermacher“ finden kann. Nicht nur durch ihre brilliante Musik, ihren hohen Gute-Laune Faktor und der wilden Mischung aus Politik, Party und anspruchsvollen Texten das Konzertpublikum im Bann … Es sind ihre politischen Aktionen, die spektakulär sind. 1000 km sind sie für Obdachlose durch die Republik gelaufen, 800 km für den Artenschutz durch deutsche Flüsse geschwommen fast 7000 km für Flüchtlinge durch die Lande geradelt – um dann mit Weltklasse-Musikern auf Tour zu gehen, die in deutschen Flüchtlingslagern ohne Auftrittsmöglichkeiten leben. Mehr als 100.000 Euro Spenden für die Betroffenen konnten Heinz Ratz und seine Band dabei sammeln. Und auch nach zwölfjähriger Bandgeschichte präsentiert sich Strom & Wasser angriffslustiger, spielfreudiger und bunter denn je: Ska-Punk-Polka-Randfiguren-Walzer-Rock mit stark kabarettistischer Schlagseite. Ein unbedingtes Muß für jeden, der mehr als nur den üblichen Mainstream sucht.

     Termin in Hamburg: Sa., 10. August 2019 beim Wutzrockfestival.

Website der Band „Strom & Wasser“: strom-wasser.deSocial Media: facebook.com/stromundwasser; Heinz Ratz auf Wikipedia: wikipedia.org/Heinz_Ratz; Pressematerial: strom-wasser.de

Spendenkonto:      BOK // Büro für Offensivkultur  –  Stichwort: „Eine Million“

                                    IBAN DE30 2105 0170 0091 0546 84

                                    BIC NOLADE21KIE · Förde Sparkasse

Spenden per Paypal: ratteratz@hotmail.com

Website der Initiative „Büro für Offensivkultur“: offensivbuero.de

 

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