Museum ´Kunst der Westküste` feiert 10jäjhriges

Föhrs Kunstperle

Eine „museale Perle des Landes Schleswig-Holstein“ feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Mit diesen Worten gratulierte Kulturministerin Karin Prien kürzlich dem Museum Kunst der Westküste in Alkersum auf der Insel Föhr.

„Das Museum leistet schon lange einen wertvollen Beitrag zur kulturellen Identität der nordfriesischen Küstenregion und zum interkulturellen Dialog zwischen den Niederlanden, Deutschland, Dänemark und Norwegen“, sagte sie und bedankte sich beim Museumsgründer Prof. Frederic Paulsen, der 2009 das Museum gestiftet hat. „Er hat mit der Gründung des Museums Kunst der Westküste in ganz besonderer Weise Heimatliebe und Weltoffenheit miteinander verbunden. Das ist nicht nur für Alkersum und Föhr, sondern auch für uns alle in Schleswig-Holstein und darüber hinaus ein großes Geschenk.“

Das Museum ist ein gemeinnütziges Stiftermuseum, Stifter ist der schwedische Unternehmer Prof. h.c. Frederic Paulsen, Vorstandsvorsitzender des nun mit Hauptsitz in der Schweiz tätigen Pharma-Konzerns Ferring, dessen Vorfahren von der Insel Föhr stammen. Der Name „Ferring“ leitet sich von „Friesisch“ ab.

Mit der Gründung des Museums machte Paulsen seine umfangreiche Sammlung Kunst der Westküste öffentlich zugänglich und stellte ferner für die Präsentation von Sonderausstellungen einen herausragenden architektonischen Rahmen zur Verfügung. Der Bau des Museums wurde aus dem Landesprogramm zur Ländlichen Entwicklung in Schleswig-Holstein mit 2,7 Millionen Euro gefördert. Zentrale Aufgabe des Museums ist die Erforschung und Vermittlung von Kunst, die sich mit dem Thema „Meer“ auseinandersetzt. Mittelpunkt des Museums ist die Malerei der Nordseeküste von 1830 bis 1930.

Ministerin Karin Prien sagte beim Besuch: „‘Meer und Küste‘ als Schwerpunkt der Sammlung ist politisch aktueller denn je. Denn uns Länder des Nordseeraums verbindet nicht nur eine gemeinsame kulturelle und wirtschaftliche Verwurzelung. Uns verbinden auch aktuelle Herausforderungen.“ Die Sammlung des Museums sei daher auch eine Mahnung, unser Meer und unsere Küsten zu schützen und zu erhalten.

Das gemeinnützige Museum Kunst der Westküste ist inmitten des Dorfes Alkersum angesiedelt und knüpft an die Geschichte von „Grethjens Gasthof“ an. In die ehemalige Gastwirtschaft im Dorf kehrten bereits im 19. Jahrhundert Künstler aus Deutschland und Dänemark sowie Insulaner ein. Diesen sozialen und künstlerischen Treffpunkt wiederzubeleben, soll der Anlass zur Stiftung des Museums und zum Neubau des heutigen Museumsrestaurants und Cafés gewesen sein.

Das Museum beherbergt die Sammlung „Kunst der Westküste“ und macht sie so öffentlich zugänglich und schafft darüber hinaus einen attraktiven architektonischen Rahmen für die Präsentation ausgewählter Leihgaben aus dem In- und Ausland.

Die hochkarätige Sammlung Kunst der Westküste konzentriert sich auf die Malerei der vier Nordseeanrainerstaaten Norwegen, Dänemark, Deutschland und Niederlande im Zeitraum von 1830 bis 1930. Alle Kunstwerke stellen sich dem faszinierenden Generalthema „Meer und Küste“. Auch internationale zeitgenössische Kunst, vor allem Fotografie, hat in die Sammlung Eingang gefunden.

Die norwegische Landschaftsmalerei repräsentiert Werke u.a. von Johan Christian Dahl und Edvard Munch, aber auch Gemälde von deutschen Künstlern, die seit den 1820er Jahren die „wilde Natur“ des Landes hoch im Norden entdeckt haben. Einen weiteren wichtigen Schwerpunkt nehmen die Maler der berühmten Skagener-Künstlerkolonie ein, darunter Anna und Michael Ancher, Peder Severin Krøyer, Viggo Johansen und Christian Krohg. Natürlich darf auch die norddeutsche Malerei nicht fehlen: Hans Peter Feddersen, der als erster Maler der nordfriesischen Landschaft Bildwürde verliehen hat, und sein Berliner Kollege Otto H. Engel, der sich mit seinen Gemälden von Föhrerinnen in Tracht und historischen Friesenhäusern den Ruf erwarb, „der Maler von Föhr“ zu sein, sind mit großen Werkkonvoluten in der Sammlung präsent. Für die deutsche Nordseeküste begeisterten sich ebenso expressionistische Künstler wie Erich Heckel, Emil Nolde und Max Beckmann.

Besonders Gewicht liegt auch auf dem deutschen Impressionisten Max Liebermann, der seit den 1870er Jahren bis zum 1. Weltkrieg jeden Sommer in den Niederlanden verweilte und mit vielen Werken in der Sammlung Kunst der Westküste vertreten ist. Zu ihm gesellen sich niederländische Kollegen wie Henrik Willem Mesdag und Jozef Israëls, aber auch Piet Mondrian und Jan Toorop.

Zahlreiche Werke von Gegenwartskünstlern sind ebenso in der Sammlung anzutreffen, darunter Thomas Wrede, Jochen Hein, Nan Hoover, Joakim Eskildsen, Anja Jensen, Martin Parr, Gerhard Richter, Trine Søndergaard, Mila Teshaieva und Volker Tiemann.

Durch das anspruchsvolle Ausstellungsprogramm hat sich das Museum für die Insel derweil zu einem kulturellen „Leuchtturm“ mit internationaler Strahlkraft entwickelt.

Zum Leitbild des Museums steht geschrieben: „Das Museum Kunst der Westküste ist ein gemeinnütziges Stiftermuseum, das im Sommer 2009 in Alkersum auf Föhr eröffnet wurde. Es sammelt, erforscht und vermittelt Kunst, die sich mit den Themen Meer und Küste auseinandersetzt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Westküstenländern Niederlande, Deutschland, Dänemark und Norwegen und hier auf der Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts. Wir vermitteln unsere Sammlung im Rahmen von Sonderausstellungen und lassen klassische und zeitgenössische Kunst in einen fruchtbaren Dialog treten.

Wir fördern wissenschaftliche Arbeit und stehen in engem Kontakt zu Künstlern, Sammlern, Museen, Galeristen und Institutionen. Wir leisten einen wertvollen Beitrag zur kulturellen Identität der nordfriesischen Küstenregion und zum interkulturellen Dialog zwischen den Niederlanden, Deutschland, Dänemark und Norwegen. Wir setzen uns dafür ein, dass Kunst und ästhetische Erziehung einen hohen Stellenwert im gesellschaftlichen Bewusstsein erhalten. Wir sind ein weltoffenes, serviceorientiertes und familienfreundliches Museum, das sich an alle Altersstufen und gesellschaftlichen Gruppen wendet.“

Weiterführend: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Schleswig-Holstein und www.mkdw.de

 

 

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